Bettina Schlorke

US-Arbeitsmarkt: Daten vom Oktober sind fast ein Paukenschlag

Nach den enttäuschenden Zahlen der beiden Vormonate kommen die heute veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt fast einem Paukenschlag gleich. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich kräftig um 271.000 Personen, das ist der stärkste Stellenaufbau seit elf Monaten. Dabei hat nicht nur der Dienstleistungsbereich als üblicher Jobmotor wieder Tritt gefasst – allerdings sorgte allein dieser Bereich für eine Steigerung um 241.000 Personen. Auch der güterproduzierende Bereich lieferte seinen Beitrag, in diesem Wirtschaftssektor wurde die Beschäftigtenzahl erstmals seit Februar sichtbar gesteigert. Das Plus in Höhe von 27.000 Stellen konnte die negative Entwicklung der vergangenen Monate sogar weitestgehend wieder ausgleichen. Dafür war allerdings allein der Bausektor verantwortlich, während der Bergbau weiterhin bremste und im verarbeitenden Gewerbe die Beschäftigung nur stagnierte. Dass der US-Jobmotor vor allem im Servicebereich weiter rund läuft, wird durch die breite Streuung des Beschäftigungsaufbaus über die Branchen unterstrichen. Ins Auge springt vor allem aber die deutliche Steigerung bei…

Griechenlands Faustpfand

Die EZB hat am Samstag die Ergebnisse des Stresstests für die griechischen Banken bekannt gegeben. Der Kapitalbedarf der vier größten Banken des Landes liegt bei 14,4 Mrd. Euro und damit im Rahmen oder sogar unterhalb der Erwartungen. Bevor die Rekapitalisierung der Banken mit ESM-Geldern in die Wege geleitet werden kann, müssen allerdings noch Differenzen zwischen Griechenland und den Gläubigern beseitigt werden. Die Kreditgeber fordern, dass die Voraussetzungen für Zwangsversteigerungen gelockert werden, damit die Banken ihre Bilanzen um notleidende Kredite bereinigen und gleichzeitig ihre Liquiditätslage verbessern können. Die im September wiedergewählte Regierung unter Führung der linkssozialistischen Partei Syriza lehnt Zwangsversteigerungen als unsozial und wirtschaftlich nicht zielführend ab. Die EWU-Finanzminister haben daher der Auszahlung einer ersten ESM-Kredittranche bis dato noch nicht zugestimmt. Am 9. November treffen sie erneut in Brüssel zusammen, um über den Stand der Reformen sowie die etwaige Freigabe der ersten Tranche an Hilfsgeldern in Höhe von 2 Mrd. Euro…

Türkische Lira muss weiteren Tiefschlag verkraften

Nach den schweren Anschlägen auf einen Friedensmarsch der HDP in Ankara ist die türkische Lira deutlich schwächer in die neue Woche gestartet. Im Kursverhältnis Euro-Lira konnte sogar vorübergehend ein Kurssprung zwischen den Werten vom Freitag und denen von heute Morgen ausgemacht werden. Die Anschläge haben kurz vor den Neuwahlen am 1. November zu einer Verschärfung der politischen Lage in der Türkei geführt. Während die pro-kurdische Partei HDP, welche der Regierungspartei AKP bereits seit Längerem vorwirft, vor den Wahlen nationalistische Stimmungen anzuheizen, diese für die Anschläge verantwortlich macht, beschuldigte hingegen die AKP zunächst auch die Kurdische Arbeiterpartei PKK. Angesichts der zugenommenen politischen Unsicherheit sowie der verschärften sicherheitspolitischen Situation in der Türkei dürften sich die zuletzt abgezeichneten Erholungstendenzen der Lira kaum in der jüngst zu beobachtenden Dynamik fortsetzen. Vielmehr könnten die Sorgen vor weiteren Anschlägen sowie Befürchtungen, wonach Staatspräsident Erdogan die HDP noch kurz vor den Wahlen verbieten lassen könnte, einer deutlicheren…

Renzi zielt auf Gordischen Knoten

Der 15. Oktober wird für Italien ein Datum von historischer Bedeutung sein. Gelingt die an diesem Datum zur Abstimmung stehende Senatsreform wird sich Italiens politische Struktur voraussichtlich nachhaltig ändern. Die Kompetenz des Senats wird deutlich beschnitten, während das Wahlrecht für die Abgeordnetenkammer bereits im Frühjahr geändert wurde. Sowohl der Regierungsbildungsprozess als auch das Durchsetzen von Gesetzen dürften deutlich einfacher von statten gehen – der gordische Knoten einer fortwährenden politischen Blockade würde durchschlagen werden. Ministerpräsident Renzi könnte ein Gelingen der Reform auch als persönlichen Sieg verbuchen. Nach einem eher holprigen Start ins Amt wäre die Senatsreform nach dem Jobs Act und der Änderung des Wahlrechts schon die dritte Neuerung von herausragender Bedeutung in diesem Jahr. Mit Gelingen der Senatsreform wächst allerdings auch der Druck, Italien zukünftig schneller zu reformieren, um die strukturelle wirtschaftliche Wachstumsschwäche zu überwinden. Vor allem die Wettbewerbsbedingungen für die Industrie haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert….

Chinas FX-Reserven beruhigen die Gemüter

Auch wenn sich die Schockwellen der Finanzmarktturbulenzen von Mitte August gelegt zu haben scheinen, sollten wir deren Hintergründe nicht komplett verdrängen. Ohne Frage hat die Modifizierung des chinesischen Wechselkursregimes zu dieser sehr speziellen Gemengelage im Spätsommer beigetragen, auch wenn sie keinesfalls dafür ursächlich war, sondern eher als Katalysator verstärkend wirkte. Der befürchtete Abwertungswettlauf ist ausgeblieben, und der Yuan hat sich von seinen Tiefs wieder deutlich entfernt, was wir nicht zuletzt dem beherzten Eingreifen der Notenbank zu verdanken haben. Über die genaue Höhe der Interventionen sowie deren Zeitpunkt oder betroffene Währungspaare kann nur spekuliert werden. (Hier richtet sich der sehnsüchtige Blick des Analysten nach Japan, wo exakt diese Informationen sogar offiziell auf Tagesbasis zur Verfügung stehen.) Als Indiz für den Interventionsbedarf ziehen wir die Veränderung der Reserven heran, wohlwissend, dass diese erheblich durch den berüchtigten Bewertungseffekt geprägt sind. Während Chinas sinkende Reserven in der zweiten Hälfte 2014 primär auf die globale…

Euro-Arbeitslosenquote stabil – Ausblick etwas eingetrübt

Die harmonisierte Arbeitslosenquote des Euroraums zeigte sich im August mit 11,0% stabil gegenüber dem Vormonat. Damit waren einer Schätzung von Eurostat im gesamten Euroraum rund 17,6 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. In Deutschland verringerte sich die Rate ein weiteres Mal auf nun 4,5% und weist damit zugleich den niedrigsten Wert in der gesamten Europäischen Union aus. Auch in Italien zeigte sich ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenquote auf 10,9%. Dieser fiel aber nicht so stark aus wie noch im Juli, als die Quote um ganze 0,5% absackte. In Frankreich setzte sich hingegen der Negativtrend fort. Die Quote erhöhte sich auf 10,8%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnten 15 der 19 Euro-Mitgliedsländer Ihre Arbeitslosigkeit reduzieren. Nur in Belgien, Österreich und Frankreich verschlechterte sich die Lage am Arbeitsmarkt etwas und in Finnland deutlicher. Die Indikatorenlage für den Arbeitsmarkt hatte sich zuletzt etwas eingetrübt. Laut den Umfrageergebnissen der Einkaufsmanager (PMI) sank der Jobindex in der Industrie auf…

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