Michael Holstein

US-Arbeitsmarkt: Von wegen holpriger Jahresbeginn, der Jobmotor läuft weiter rund!

Die zunächst für den Januar veröffentlichten Arbeitsmarktdaten hatten für einen recht holprigen Jahresbeginn 2016 gesprochen und die Sorgen um die Dynamik in der größten Volkswirtschaft der Welt wieder befeuert. Der heute veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht zeigt hingegen, dass allein im Februar die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 242.000 Personen gestiegen ist. Da darüber hinaus auch das Stellenplus vom Januar höher als zunächst gemeldet war, ergibt sich bisher eine durchschnittliche monatliche Steigerung um 207.000 Personen. Auch wenn das Tempo der sehr hohen Beschäftigungsdynamik vom Schlussquartal des vergangenen Jahres nicht gehalten werden konnte, zeigen die neuen Zahlen, dass der Jobmotor „Dienstleistungsbetriebe“ weiterhin für einen robusten Stellenaufbau sorgt. Der Blick auf die Arbeitslosenquote und andere Kennzahlen bestätigt nicht nur eine sehr solide Entwicklung des Arbeitsmarktes, sondern verdeutlicht, dass immer noch ein Erholungsprozess im Gange ist. So hat sich im Februar das Arbeitskräfteangebot den zweiten Monat in Folge kräftig um rund eine halbe Million…

EWU-Arbeitslosenquote weiter gesunken – Stellenaufbau könnte sich verlangsamen

Die Arbeitslosenquote des Euroraums zeigte sich im Januar mit einem Wert von 10,3 % weiter rückläufig; im Dezember 2015 betrug die Quote noch 10,4 %. Damit wurde der niedrigste Wert seit August 2011 verzeichnet. In Deutschland verringerte sich die – EU-harmonisierte – Rate auf nun 4,3% und weist damit weiterhin den tiefsten Wert in der gesamten EU aus. In Italien zeigte sich erstmals seit August 2015 wieder eine leichte Verbesserung in der Arbeitslosenquote um -0,1 auf 11,5 %. In Frankreich hingegen hat sich die Quote erstmals seit August 2015 verschlechtert; der Wert stieg leicht um um +0,1 auf 10,2 Prozent. Die Arbeitsmärkte beider Länder gehören damit weiterhin zu den größten Problemfällen im Euro-Raum. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnten 16 der 19 Euro-Mitgliedsländer Ihre Arbeitslosigkeit reduzieren oder zumindest stabilisieren. Nur in Österreich, Finnland und Lettland hat sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verschlechtert. Die Indikatorenlage für den Arbeitsmarkt im Euro-Raum hatte sich zuletzt weiter eingetrübt….

EWU-Inflationsrate im Februar2016 bei -0,2 Prozent – nicht nur Energiepreise belasten

Die Inflationsrate für die Europäische Währungsunion, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), sank im Februar auf -0,2 Prozent, nach +0,3 Prozent im Januar. Das ergab die heute veröffentlichte Eurostat-Schnellschätzung zur Verbraucherpreisentwicklung im abgelaufenen Monat. Fast schon wie gewohnt belastete der niedrige Ölpreis im Februar die Inflationsrate. Im Teilsegment Energie verbilligten sich im Jahresvergleich die Preise um acht Prozent. Kein Wunder, denn der Rohölpreis notierte mit Werten von etwas mehr als 32 US-Dollar rund 42 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Zusätzlich schwächte sich in den anderen Bereichen sich die Preisentwicklung im Vorjahresvergleich ebenfalls ab. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich lediglich um +0,7 Prozent. Das ist die niedrigste Rate seit 10 Monaten. Die Preise für industrielle Güter ohne Energie stiegen nur noch um +0,3 Prozent. Für Dienstleistungen mussten die Verbraucher +1,0 Prozent mehr bezahlen. Damit steigen auch bei den Dienstleistungen die Preise so langsam wie seit 8 Monaten nicht mehr. Die…

Kreditentwicklung in Deutschland: gemischte Bilanz 2015

Wie aus neuen Zahlen der Bundesbank hervorgeht, sind die an Unternehmen und Privathaushalte ausgereichten Kredite 2015 um 2,2 Prozent gestiegen. Vor dem Hintergrund niedriger oder gar negativer Wachstumsraten in den Jahren zuvor ist das eine erfreuliche Entwicklung. Verbindet sich mit der Kreditexpansion doch die Hoffnung, dass der Privatsektor wieder stärker investiert und so der Grundstein für weiteres Wirtschaftswachstum gelegt wird. Bei differenzierter Betrachtung fällt die Bilanz jedoch etwas weniger günstig aus. Positiv zu werten ist der beschleunigte Zuwachs privater Immobilienkredite. Beflügelt von extrem günstigen Finanzierungskonditionen und hoher Arbeitsplatzsicherheit investierten private Haushalte 2015 kräftig in den Kauf oder Bau von Wohnungen. In der Folge wuchs die entsprechende Verschuldung um 3,5 Prozent. Dass Konsumentenkredite im gleichen Zeitraum kaum zulegten, ist vor allem der guten Einkommensentwicklung geschuldet. Auch die Unternehmenskredite expandierten im letzten Jahr immerhin um 1,4 Prozent. Für den seit Jahren durch Rückgang oder Stagnation gekennzeichneten Markt zeigt die jüngste Entwicklung endlich…

Einkaufsmanagerbefragung im Februar: Zweite Abschwächung in Folge

Im Februar hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in der EWU wohl weiter verlangsamt. Die Einkaufsmanager aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich haben sich jedenfalls erneut weniger optimistisch gezeigt. Nach Angaben des Umfrageinstituts Markit lag der maßgebliche Grund in einer merklichen Verlangsamung des Auftragseingangs, so wurde das niedrigste Auftragsplus seit einem Jahr verzeichnet. Dementsprechend sank der umfassende Composite Index um 0,9 Punkte auf 52,7 Indexpunkteunkte. Der Teilindex für die Industrie gab um 1,3 Punkte auf 51,0 Punkte nach, die Kennziffer für die Dienstleister sank von 53,6 auf 53,0 Indexpunkte. Neben den nur schwach gestiegenen Aufträgen und einem nur kleinen Plus bei der Produktion geben die Preiskomponenten Anlass zur Sorge. Die Verkaufs- und Angebotspreise für Güter- und Dienstleistungen wurden so stark gesenkt wie zuletzt vor einem Jahr. Vor dem Hinblick der ohnehin schon schwachen Inflationsentwicklung in der EWU dürfte daher der Druck auf die Verbraucherpreise weiter anhalten. In Deutschland hat sich vor…

Der Preisauftrieb am deutschen Wohnungsmarkt hat sich 2015 beschleunigt

Der deutsche Wohnungsmarkt hat sich 2015 in Bestform gezeigt, die Preise für Wohneigentum sind so stark wie seit Beginn der 1990er Jahre nicht mehr gestiegen. Das belegen die jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken vdp veröffentlichten Daten. Danach hat sich selbst genutztes Wohneigentum im Jahresdurchschnitt um 4,5 Prozent verteuert. Gegenüber der jüngeren Vergangenheit ist das eine deutliche Beschleunig des Preisanstiegs: In den vier Jahren von 2011 bis 2014 lag das Plus jeweils bei rund 3 Prozent. Neben dem insgesamt kräftigen Preiszuwachs ist zudem bemerkenswert, dass die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser, die seit 2011 stets langsamer als die von Eigentumswohnungen gestiegen sind, 2015 vorne lagen. Für Häuser mussten im Durchschnitt 4,8 Prozent, für Wohnungen 4,0 Prozent mehr bezahlt werden. Noch deutlich ausgeprägter als beim Wohneigentum zogen die Preise für Mehrfamilienhäuser an, die mit 7,2 Prozent den schon hohen Wert des Vorjahres von 6,9 Prozent noch übertreffen konnten. Damit sind die Preise…

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