Ralph Müller

Rohstoffe: der Supertrend ist noch nicht zu Ende

Der Rohstoffmarkt hat sich in den letzten Tagen wieder gefangen und konnte seit dem Zwischentief Mitte Mai gemessen am DJ-UBS Rohstoffindex um fast 3% zulegen. In dieser Woche halfen einige positive US-Wirtschaftsdaten und die wieder zunehmende Konzentration des Marktes auf die Angebotsseite.

Griechenland dominiert erneut die Nachrichtenlage – Euro leidet

Unter dem Eindruck der Nachricht, dass die Ratingagentur S&P den Ausblick für die italienische Bonitätsnote von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hat, ist die europäische Einheitswährung zum Wochenauftakt kurzzeitig unter die Schwelle von 1,40 USD gerutscht. Zwischenzeitlich hat sich der Euro wieder etwas oberhalb dieser Marke stabilisieren können. Ein Dauerbrenner ist auch in dieser Woche das leidige Thema Griechenland. Wie ein Ausweg aus der griechischen Schuldenmisere letztendlich aussehen könnte, dürfte sich frühestens Mitte Juni auf dem geplanten EU-Finanzministertreffen in Brüssel zeigen. Bis dahin bleibt die ausgeprägte Unsicherheit an den Finanzmärkten wohl bestehen.

Bankaktien – Günstig bewertet, aber aus gutem Grund

Der europäische Bankensektor notiert nach dem Kursrückgang mit einem Kurs-Buchwertverhältnis (KBV) von 0,8. Gemessen am historischen Durchschnitt seit 1994 (1,7) ist der Bankensektor damit um rund 50% unterbewertet. Da der Aktienmarkt insgesamt ebenfalls deutlich unterhalb seines historischen Bewertungsdurchschnitts notiert, verzerrt diese Betrachtung das Bild. Relativ zum Gesamtmarkt beträgt die Unterbewertung des Bankensektors derzeit auf KBV-Basis 35%, auf Basis KGV sind es 11%.

Die Zinsrichtung zeigt aufwärts

Die Inflation im Euroraum steigt in diesem Jahr voraussichtlich auf 2,6% und überschreitet damit das Zwei-Prozent-Ziel der EZB deutlich. Auch die jüngste Leitzinserhöhung hat daran wenig geändert. Erst im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate wieder etwas niedriger ausfallen. Die Haushaltsdefizite verschiedener EWU-Länder haben in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Vor allem die Verschuldung Griechenlands wird die Märkte in den nächsten Monaten in Atem halten.

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