DZ BANK Research

Die Folgen einer Vergemeinschaftung von Staatsschulden

Als ein Szenario, welches die momentane Schockstarre an den Finanzmärkten lösen könnte, wird aktuell speziell die Einführung von Eurobonds genannt, also die Ausgabe gemeinschaftlicher Schuldtitel der im Euroraum verbundenen Staaten. Ein anderes Szenario wäre eine Vergemeinschaftung von Staatsschulden im Euroraum über einen massiven Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB oder durch die Rettungsschirm-Konstruktionen EFSF und ESM. Zweifelsohne hätten politische Entscheidungen dieser Tragweite Auswirkungen auf die Zinsmärkte. Schlussendlich muss in jedem dieser beiden Szenarien langfristig die gemeinschaftliche Haftung und damit eine einheitliche Euro-Rendite die Folge sein.

Hilfspaket für Spanien – Ein Schritt in die richtige Richtung, aber kein Befreiungsschlag

Nachdem über die vergangenen Wochen sowohl der Markt als auch die Politik zunehmend den Druck erhöht hatten, hat sich die spanische Regierung mit den EWU-Regierungen und der EZB auf externe Finanzhilfen für den spanischen Bankensektor geeinigt. Den Meldungen zufolge dürfte diese bis zu 100 Mrd. € betragen. Zwar ist das spanische Hilfegesuch ein Schritt in die richtige Richtung.

EUR-CHF: Fest gefangen in der Deflationsfalle

Erst am Donnerstag wird es richtig spannend, wenn die SNB zu ihrer quartalsmäßigen Zinsentscheidung zusammenkommt. Weder eine Zinsänderung noch eine Anpassung bei der offiziellen Franken-Grenze dürften ernsthaft diskutiert werden. Denkbar (und wünschenswert!) wäre aber ein klares Statement zur entschiedenen Verteidigung besagter Grenze – auch im Fall einer Eskalation der Schuldenkrise (konkret: Austritt Griechenlands, Rettungsschirm für Spanien).

DAX: Fest im Griff der Politik, „planmäßige“ Korrektur vor dem Ende?

Der Unsicherheitsfaktor Politik hat die stimmungsanfälligen Aktienmärkte weiterhin fest im Griff. Wie von uns erwartet, wurde der durch die Wahlen in Frankreich und Griechenland dominierte Mai zu einem ausgesprochenen Krisenmonat und führte zu großen Abverkäufen bei den Dividendenpapieren. Unser Tradingkursziel von 6.250 DAX-Punkten (= Buchwert 5.000 plus 25% Aufschlag) wurde sogar unterschritten. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Nachfrage nach deutschen Aktien, welche fraglos eine hohe Qualität verbriefen, den DAX im weiteren Jahresverlauf wieder auf höhere Niveaus bringen wird.

Welche Krise kocht als nächstes hoch?

Politisches Vakuum in Griechenland, Spaniens angeschlagenes Bankensystem sowie demnächst wohl wieder Italien und dessen fehlender Wille, notwendige Reformen anzugehen – die Liste der Belastungsfaktoren für die Eurozone ist lang und ein Ende ist nicht in Sicht. Da kommt es wenig überraschend, dass das Vertrauen gegenüber der Gemeinschaftswährung schwindet und derzeit sogar geringer ausfällt als zu Beginn dieses Jahres, als Griechenland die „ungeordnete Insolvenz“ drohte.

Griechenlands Austritt aus dem Euro ist nicht mehr unwahrscheinlich

Am 17. Juni wählen die Griechen erneut. Je nachdem, welche politische Kraft an die Macht gelangen wird und wie die Reaktionen der Euro-Partner hierauf aussehen könnten, ist die Ungewissheit momentan sehr groß, ob Griechenland im Euro-Raum verbleiben kann, will oder darf. Die Antwort auf diese Frage hängt in starkem Maße von der Finanzierungsfähigkeit der hellenischen Banken und des zugehörigen Staatsapparates ab.

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