Aktienmärkte

Aktienmarkt: Keine Angst vor der nächsten Korrektur

Wer in diesem Jahr den DAX oder den S&P 500 zum Jahreshoch gekauft hätte, hätte bis heute keinen größeren Kursverlust als drei Prozent erlitten – weiter bergab ging es zu keiner Zeit. Dies zeigt die von uns durchgeführte Betrachtung der „Drawdowns“, also der maximal erlittenen Verluste innerhalb einer betrachteten Periode – in diesem Fall dem Kalenderjahr. Im Durchschnitt korrigierte der deutsche Leitindex seit 1975 unterjährig vom lokalen Hoch zum nächsten Tiefpunkt um 18% (Euro Stoxx 50 19%, S&P 500 14%), in 13 der vergangenen 43 Jahre sogar um mehr als 20%. Der S&P korrigierte nur fünfmal um mehr als 20% und 13-mal um zehn bis 20 Prozent. Was sagen diese Statistiken aus? 1. Zunächst sind sie ebenfalls ein Beleg dafür, dass das Anlagejahr 2017 bis dato äußerst ruhig verläuft. Dies zeigen seit einigen Wochen auch die rekordniedrigen Volatilitätsniveaus diesseits und jenseits des Atlantiks an – übrigens auch bei anderen Assetklassen…

Unternehmen verdienen prächtig

Das Ende der Berichtssaison zum ersten Quartal 2017 steht unmittelbar bevor und die Berichte der Unternehmen waren sehr positiv. In den USA stiegen die Umsätze der Unternehmen im S&P 500 um 8% an, die Gewinne überproportional um 15%. Dies ist das stärkste Wachstum seit dem 3. Quartal 2011. Bis auf eine Ausnahme (Telekom-Titel) zogen in allen US-Sektoren die Gewinne an – das Wachstum verläuft breit gestützt und dies trotz des im Jahresvergleich stärker gewordenen US-Dollars. Auch in Europa zeigte der Trend im Auftaktquartal deutlich nach oben: Beim Stoxx 600 wuchsen die Unternehmensumsätze um 10%, die Gewinne legten um knapp 37% zu. Beim DAX ging es bei den Umsätzen um knapp 4% nach oben, bei den Gewinnen um 11 %. Bei den deutschen Unternehmen stiegen Umsätze und Ergebnisse weniger stark als beim S&P 500 und Stoxx 600 an, dies ist auf die geringe Relevanz erdölabhängiger Titel in der Indexzusammensetzung zurückzuführen. Bei…

Was tun gegen Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz?

Die Welt scheint sich in einem Punkt einig zu sein. Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz ist zu groß. Es trägt zu weltweiten Ungleichgewichten bei und muss daher dringend abgebaut werden. Nicht nur der IWF und die USA vertreten diese Meinung. Auch in Europa wächst die Zahl der Kritiker. Gerade erst hat sich der aussichtsreiche französische Präsidentschaftskandidat Macron diesem Lager angeschlossen. Auch er hält den deutschen Überschuss für „nicht-tragbar“. Zunächst zu den Fakten: Deutschland wies im vergangenen Jahr mit 261 Mrd. Euro tatsächlich einen rekordhohen Überschuss in seiner Leistungsbilanz auf. Seit 2010 ist dieser Überschuss kräftig angestiegen. Gemessen am heimischen Bruttoinlandsprodukt lag der deutsche Saldo 2016 bei 8,3 Prozent, nach 8,6 Prozent im Jahr 2015. Im internationalen Vergleich ist das zweifellos ein hoher Wert – auch wenn einige Länder wie beispielsweise die Schweiz oder Holland noch höher liegen. Die expansive Geldpolitik der EZB und der Ölpreisverfall sind wichtige Ursachen für den…

Geldpolitik EZB steht vor einer Trendwende

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen. Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung dürfte eine leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur sein. Diese profitiert auch vom leicht gestiegen Ölpreis und von einer weiterhin sehr stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in China. Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für wachsende Unruhe bei den Währungshütern. Die amerikanische Notenbank hat bereits reagiert und die Zinsen im März angehoben und zwei…

Trügerische Ruhe um Türkische Lira: Verfassungsreform sorgt für neue Unsicherheit

Die politische Lage in der Türkei entscheidet darüber, wie sich die Türkische Lira in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Am 16. April stimmen die Türken über eine Reform der Verfassung ab. Diese soll die Macht in den Händen des Staatspräsidenten konzentrieren und die Befugnisse des Parlaments erheblich einschränken. Zwar hat die Regierungspartei AKP um den amtierenden Präsidenten Erdogan die Medien auf ihrer Seite. Geht es nach den aktuellen Umfragen, ist ein Ja der Bevölkerung jedoch keineswegs sicher. Vielmehr scheint das Volk tief gespalten. Dies dürfte auch daran liegen, dass Erdogan und seine Getreuen die Abstimmung zu einer Schicksalswahl über die Zukunft der Türkei gemacht haben. Medienberichten zufolge gehen Polizei und Justiz gegen Bürger vor, die sich für ein Nein bei der Volksabstimmung einsetzen. Präsident Erdogan versucht zudem, die Europäische Union als Feindbild des Landes darzustellen. Selbst vor Vergleichen mit dem Regime der Nationalsozialisten schreckt Erdogan nicht zurück, um…

USA: Konsumklima auf Rekordhoch, doch Wirtschaftspolitik bleibt unklar

Obwohl sich der neue US-Präsident seit zwei Monaten im Amt befindet, herrscht bisher keineswegs Klarheit über die Wirtschaftspolitik, die in den kommenden Jahren womöglich die US-Konjunktur und damit auch die Weltwirtschaft stark beeinflussen wird. Der Versuch, Obamacare „auf die Schnelle“ zu reformieren, hat wenig überraschend die fehlende Einigkeit zwischen dem Präsidenten und der republikanischen Partei verdeutlicht. Zum anderen hat sich einmal mehr gezeigt, wie tief die Gräben sind, die innerhalb der eigenen Partei verlaufen. Wir stehen weiterhin zu unserer Einschätzung, dass es wohl zu konjunkturstimulierenden Maßnahmen durch die Trump-Administration kommen wird, allerdings dürften diese weit hinter den Wahlversprechen zurückbleiben. Es wird viel davon abhängen, inwiefern sich die republikanische Partei tatsächlich hinter die Pläne „ihres“ Präsidenten stellt. Auch weil ein weiteres Aufblähen der Staatsverschuldung der grundsätzlichen Haltung der republikanischen Abgeordneten entgegensteht, dürfte das Volumen von Ausgabenprogrammen oder Steuererleichterungen eher begrenzt bleiben. In Kraft treten können mögliche fiskalische Maßnahmen ohnehin frühestens mit…

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