Aktienmärkte

Aktien: Gefahren des Mythos „Dividendenstrategie“

Nichts scheint für Kapitalanleger so verlockend zu sein wie hohe Dividendenrenditen und die Reinvestition derselben. „Dividenden sind die neuen Zinsen“ heißt es seit einigen Jahren unter institutionellen Anlegern. Auch Privatanleger haben das Thema für sich entdeckt und bloggen rund um das Thema „Dividende als zweite Einkommensquelle“. Die Zahl der Dividenden-Blogs ist rasant gewachsen. Und auf Webseiten wird häufig nur gekauft, was am meisten auszahlt. Auf eine Fundamentalanalyse der Unternehmen wird vielfach verzichtet. Die breite Streuung auf 50 Titel und mehr soll vor einem Risiko schützen. Vielfach landen auch Spezialitäten (zum Beispiel amerikanische Master Limited Partnerships) oder Titel, die eine steuerbefreite Dividende zahlen, im Portfolio – ohne eine vorhergehende Prüfung. So sehr wir es begrüßen, dass auch die Deutschen im Rahmen der Altersvorsoge nun verstärkt auf Aktien setzen: Aktionäre sollten sich von der Vorstellung lösen, Dividendenzahlungen seien das Allheilmittel in der Kapitalanlage. Folgende Gründe sprechen gegen einen zu starken Fokus ausschließlich…

Trotz G20-Gipfel: Gegenwind für Aktien nimmt zu

Den Ergebnissen des G20-Gipfels zum Trotz: Beim volkswirtschaftlichen Wachstum zeigen sich Bremsspuren. Einige Zeit waren die Probleme auf die aufstrebenden Länder begrenzt. Nun zeigt sich auch in einigen Industrieländern, dass der Wachstumszenit überschritten wurde. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Schwächen in Brasilien, Argentinien und der Türkei, dazu die Unsicherheiten rund um den Brexit und der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU: Für die zyklischen DAX-Unternehmen haben diese Faktoren im zweiten Halbjahr zu zahlreichen Gewinnwarnungen geführt. Ergänzt wurde diese belastende Situation durch strukturelle Herausforderungen in der deutschen Automobilindustrie sowie durch Probleme bei einzelnen Unternehmen, zum Beispiel bei der Deutschen Bank oder Thyssen Krupp. Zwar läuft das Binnengeschäft in Deutschland dank hoher Kauffreude der Bürger und der Staatsausgaben gut. Aber die Belastungen im Außenhandel spiegeln sich wegen der hohen Exportquote von über 70% im DAX wider. Nach Beendigung der Berichtssaison der Zahlen für das dritte Quartal zeigt sich, dass im…

Aktienmärkte – Der Pessimismus ist zu groß geworden

In den USA steigen die Zinsen nun schon seit 2015 an. Zwar befinden wir uns im flachsten Leitzinsanhebungszyklus seit 50 Jahren, aber die Zinsen steigen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die mittel- und langfristigen Renditen, die ebenfalls angestiegen sind. Gleichzeitig verknappt die US Notenbank auch die Liquidität und baut ihre Bilanz langsam ab. Diese Entwicklung haben die Finanzmärkte und insbesondere die Aktienmärkte lange ignoriert. Diese Phase scheint nun vorbei zu sein. Die laufende Korrektur wird noch verstärkt durch ein Überdenken der Geschäftsmodelle im Technologiesektor. Die vormals erwarteten Gewinnsteigerungen werden zunehmend kritisch hinterfragt. Dazu kommen noch wachsende Sorgen, dass durch Regulierung im Datenbereich und Überlegungen, die technologischen Oligopole einzugrenzen, die Gewinnaussichten zusätzlich regulatorisch reduziert werden. Jedoch wird aus meiner Sicht nun allmählich zu viel Pessimismus in die Märkte eingepreist. Wir befinden uns zwar in einer späten Phase des Konjunkturzyklus, allerdings gehen wir mindestens in den kommenden beiden Jahren nicht von…

Börsen im Defensivrausch: Künstliche Intelligenz zum KGV von Dosensuppenherstellern

Aktienmarkteilnehmer setzen auf eine starke Defensive und kaufen vermeintlich langweilige Unternehmen statt stark wachsender Titel. Dies war im Oktober zu sehen, als die bis dato geliebten Technologiewerten großen Kursverluste verzeichneten, während die zuvor verschmähten defensiven Werte aufholten. Aktien aus den Branchen Pharma und Nahrungsmittel notieren aktuell auf Jahreshöchstständen, während konjunkturzyklische Werte deutlich darunter notieren. In der Theorie hängt das Wohlergehen zyklischer Werte von einem wirtschaftlich wachsenden Umfeld ab, in einer volkswirtschaftlichen Rezession fallen die Titel entsprechend überdurchschnittlich. Die defensiven Titel hingegen wachsen auch, wenn die Wirtschaft schwächelt. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass Unternehmen wie Nestlé, AB Inbev, Coca Cola und Co. schon seit einigen Jahren deutlich schwächer wachsen (wenn überhaupt) als die globale Inflation. Die defensiven Unternehmen suchten ihr Heil zunehmend in finanztechnischen Maßnahmen. Dazu gehörten Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen, dank niedriger Zinsen auch auf Kredit. Durch die Rückkaufsprogramme stiegen die Gewinne je Aktie trotz stagnierenden Geschäfts. Spätestens seitdem…

Fundamental sind die Aktienmärkte in Europa und Deutschland nicht teuer

Im Folgenden haben wir die Marktkapitalisierung mit realwirtschaftlichen Indikatoren aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung in Relation gesetzt. Es zeigt sich dabei, dass die Aktienmärkte in Deutschland und Europa in dieser Betrachtung historisch gesehen nicht teuer sind. Vielmehr folgt hier die Marktkapitalisierung in den letzten Jahren den wirtschaftlichen Entwicklungen. Ein anderes Bild ergibt sich für die USA, wo der Abstand der Marktkapitalisierung zu den realwirtschaftlichen Faktoren in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Daraus lässt sich nicht unmittelbar ein Korrekturbedarf ablesen, da sich hier auch die unterschiedliche Aktienkultur widerspiegelt. Falls an den Märkten aber einer Phase der konjunkturellen Neubewertung einsetzt, dürfte das Potenzial für eine Kurskorrektur in den USA, relativ gesehen, groß sein.

Aktienmärkte – Korrektur: Ja, Wende: Noch nicht

Mit der jüngsten Korrektur in den USA haben die US-Aktienindizes damit angefangen, die schwache Kursentwicklung der übrigen Märkte nachzubilden. Zuvor hatte die Sonderkonjunktur bei den Technologietiteln (bekannt unter dem Akronym der „FAANG“-Titel) sowie die positive Wirkung der Steuersenkungen den amerikanischen Aktienmärkten einen Auftrieb gegeben, den es in dieser Form an den anderen Märkten nicht gegeben hatte. Im Gegenteil: Durch die „America First“-Politik der USA litten viele europäische Unternehmen unter einer zunehmenden Investitionsunsicherheit. Bisher ist die Korrektur nicht ungewöhnlich stark ausgefallen. Im Durchschnitt korrigierte der DAX seit 1975 unterjährig vom lokalen Hoch zum nächsten Tief um 18%. Der Kursrutsch des DAX vom diesjährigen Hoch (18 Prozent) liegt also genau im Mittelwert. Erst ein DAX-Stand unterhalb von 11.000 Punkten wäre außergewöhnlich. Der Euro Stoxx 50 korrigierte in diesem Jahr (-15% vom Hoch) weniger stark als im Mittelwert seit 1990 (-19%) und auch der S&P 500 steht mit einem Kursverlust von in der…

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