Aktienmärkte

Alles wieder gut?

Ein Blick auf die Entwicklung der Aktienmärkte in den letzten Tagen könnte dazu verleiten, die „Großthemen“ der letzten Monate, also vor allem den US-chinesischen Handelsstreit und die Brexit-Debatte, für erledigt zu erklären. Wichtige Indizes sowohl aus den Industriestaaten als auch aus großen Schwellenländern sind auf neue Allzeithochs gestiegen. Dafür sorgte eine Mixtur aus Erleichterung über eine gewisse Entspannung in politischen Streitfragen und der Freude über eine nochmals expansivere Geldpolitik. Doch die aktuelle Euphorie an den Aktienmärkten bedeutet nicht, dass die Probleme der Weltwirtschaft tatsächlich gelöst wären. So sind die Gründe für den US-chinesischen Handelsstreit nach wie vor alle vorhanden. Es gibt lediglich aus innenpolitischen Erwägungen derzeit kein Interesse an einer weiteren Eskalation. Erfolgsmeldungen werden beidseits des Pazifiks gebraucht und auch geliefert. Damit kann es jedoch schnell wieder vorbei sein. Europa ist in Sachen Handelsstreit ein „Bystander“ und möchte das gerne auch bleiben. Momentan sieht es so aus, als wären mögliche…

Aktienmärkte auf Rekordjagd

Zwar zeigt die aktuelle Berichtssaison, dass die Unternehmen deutlichen Gegenwind aufgrund der anhaltenden politischen Auseinandersetzungen spüren. Vor allem die Investitionen leiden unter der fortgesetzten Unsicherheit. Eigentlich nicht das ideale Umfeld für die Aktienmärkte. Aber die Märkte leben von der Erwartungshaltung und diese ist in den vergangenen Wochen weniger negativ geworden. So wird der Brexit zwar nicht gelöst, aber erneut um drei Monate verschoben. Und die USA und China haben sich im Handelsstreit angenähert. Es wurde die Hoffnung genährt, dass ein Teilabkommen auf dem Asien-Pazifik-Gipfel in Chile im November unterzeichnet wird. Wegen der Unruhen in Chile wurde der Gipfel nun zwar abgesagt, aber die USA erwarten trotzdem keine Verzögerungen. Auch die expansivere Ausrichtung der Notenbanken zeigt Wirkung, zumindest auf die Vermögenspreise. Die Aktienmärkte sind daher von den schwachen Wirtschaftsdaten relativ unbeeindruckt, die Stimmung ist positiv und die Kurse befinden sich auf Rekordjagd. Seit Jahresbeginn konnten die großen Indizes rund um den…

Noch kein Ende der Unsicherheit

Unsicherheit bleibt der bestimmende Faktor für Wirtschaft und Finanzmärkte. Zwar könnten mit dem Brexit und dem US-chinesischen Handelsstreit zwei der wichtigsten politischen Belastungsthemen in den letzten Tagen einer Lösung nähergekommen sein. Doch noch herrscht keine Klarheit, wohin die Reise geht. In der kommenden Woche stehen dies- und jenseits des Atlantiks wichtige Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung an. Sowohl im Euro-Raum als auch in den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen dritten Quartal nochmals abgeschwächt haben. Vor allem die Investitionen leiden unter der fortgesetzten Unsicherheit, die Unternehmen bleiben zurückhaltend angesichts der fehlenden Klarheit in Bezug auf die weiteren Perspektiven. Dabei dürfte das Wachstum im Euro-Raum erheblich schwächer als in den USA ausgefallen sein und zwischen Juli und September nur noch ganz knapp über der Nulllinie gelegen haben. Besonders die Industrie leidet unter den internationalen Belastungen. Das zeigt vor allem der Blick auf Deutschland, wo das verarbeitende Gewerbe eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung…

Geldmarkt in USA trocknet aus, US-Notenbank steuert nun dagegen

Die Liquiditätsprobleme am US-Geldmarkt bestehen bereits einige Zeit und haben sich in den letzten Monaten stetig verstärkt. Mitte September hat die US-Notenbank dann zum ersten Mal seit über einer Dekade wieder Liquidität in den Geldmarkt gepumpt. Die Maßnahme wurde notwendig, nachdem die Effective-Fed-Funds-Rate (EFFR), also der Zinssatz zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen, deutlich angestiegen war. Auslöser für diese Zuspitzung war eine Verkettung von Ereignissen – wie die vierteljährlich anstehenden Zahlungen der Unternehmenssteuer oder die Zahlungen für neue T-Bill-Emissionen seitens der Banken –, die alle zu einer weiteren Verknappung der bereits engen Liquidität beigetragen haben. In der Folge stieg der US-Overnight-Repo-Satz stark an (intraday: 10%!). Die Fed musste mit mehreren Liquiditätsspritzen in Höhe von insgesamt rund 75 Mrd. US-Dollar intervenieren, wodurch die Geldmarktsätze wieder sanken. Danach war eigentlich klar, dass die die US-Notenbank etwas unternehmen wird, um eine weitere Austrocknung des Interbanken-Marktes in den USA zu verhindern. Nun…

Geldpolitik überstrahlt schwache Unternehmensdaten

Geopolitische Unsicherheiten und die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sorgen für eine Abkühlung des Welthandels, dem sich vor allem die exportabhängigen Industrieunternehmen in Deutschland nicht entziehen können. Die heimischen Unternehmen haben in der Berichtssaison zum zweiten Quartal reihenweise ihre Jahresplanungen für 2019 revidiert. Nach dem Rückgang 2018 droht den DAX-Unternehmen ein Gewinnminus im zweiten Jahr in Folge. An den Aktienmärkten spiegelt sich das nicht wider. DAX & Co notieren in der Nähe ihrer Jahreshöchststände. Dass der Markt durchaus noch auf die bekannten Belastungsfaktoren reagiert, war zuletzt Mitte August zu beobachten. Die Mischung aus verhärteter Rhetorik Trumps gegenüber China, der Aussicht auf einen No-Deal Brexit sowie eine Regierungskrise in Italien ließen den DAX tatsächlich auf unser für das Jahresende postulierte Ziel von 11.500 Punkten fallen. Allerdings eben auch nicht deutlich stärker. Da zunehmend klar wird, dass Trump den Gesprächsfaden niemals vollständig abreißen lässt, ein No-Deal Brexit mindestens für…

Der Rubel lässt die Muskeln spielen

Der russische Rubel bewegt sich nach wie vor auf der Sonnenseite des Währungslebens. Er kletterte gegenüber dem Euro jüngst auf den höchsten Stand seit März 2018. Aber auch gegenüber dem robusten Greenback muss er sich nicht verstecken. Hier kann er momentan, verglichen mit Werten vom Jahresbeginn, ein Kursplus von rund 8,5% verbuchen. Rückenwind erfährt er derzeit einerseits von dem wieder etwas aufgehellten globalen Emerging-Markets-Sentiment. Dass der Markt Schwellenländerwährungen wieder zuversichtlicher gegenübersteht, ist mehreren Dingen zuzuschreiben: der grundsätzlichen Suche der Investoren nach Rendite sowie der expansiveren geldpolitischen Gangart der Fed – besonders den sich im US-chinesischen Handelsstreit abzeichnenden Entspannungstendenzen – sowie der marktseitig nachgelassenen Furcht vor einem Hard-Brexit. Andererseits ist dem Rubel zuletzt auch der sprunghafte Anstieg der weltweiten Ölpreise infolge eines Drohnenangriffs auf saudi-arabische Ölanlagen zugutegekommen. Unserer Ansicht nach dürfte sich der Rubel zum Ende des Jahres hin nach wie vor wacker schlagen. Anlass zu dieser Einschätzung gibt uns zum…

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