Aktienmärkte

In der Achterbahn

Die Achterbahnfahrt an den Finanzmärkten geht weiter. Wie bislang schon werden die stärksten Kurvenfahrten durch die politische Entwicklung initiiert, hauptsächlich von US Präsident Trump. Zuletzt ging es viel um den Zollstreit mit China. Damit verbunden sind natürlich Sorgen um die Stabilität des Weltwachstums. Trump kennt nur wenige Grenzen, da wundert es nicht, dass er auch versucht die US Notenbank für die Erreichung seiner Ziele einzuspannen. Damit kommt die eigentlich bislang unantastbare Unabhängigkeit der Notenbanken in das Blickfeld und wird zumindest etwas in Frage gestellt. Immerhin ist die Verunsicherung so stark gewachsen, dass EZB Chef Draghi diese Sorge öffentlich anspricht. Die sorgenvolle Stimmungslage der Investoren kann man an unterschiedlichen Gradmessern festmachen. So liegen die Renditen der 10 Jahres-Bundesanleihe seit Anfang Mai unter 0% und haben zuletzt ein Niveau von -0,1% erreicht. Aber auch nicht etablierte Assetklassen, wie Kryptowährungen, können von dieser Entwicklung profitieren. Diese feierten in den letzten Wochen kräftige Kursanstiege….

Aktien trotzen Widrigkeiten, DAX mit Kurs auf 12.700 Punkte

Wir waren mit unseren Aktienmarktprognosen für das Anlagejahr 2019 zu pessimistisch: Unser Jahresendziel 2019 von 12.000 Punkten im DAX wurde bereits Anfang April erstmalig erreicht. Unser Kursziel für den DAX und den Euro Stoxx 50 war seither leicht negativ. Anlegern, die investiert waren, dürfte unsere zu pessimistische Prognose verkraften können, schließlich haben sie in kürzerer Zeit deutlich mehr verdient als erwartet. Tatsächlich überschreitet der bisherige Kursanstieg des DAX 2019 (+16,4%) die durchschnittliche Rendite des Index seit 1987 um mehr als das Doppelte. Getrieben wird die Kursrallye jedoch nicht etwa durch sprudelnde Unternehmensgewinne, sondern vielmehr die geringe Ausgangsbasis der Kurse zu Jahresanfang, nachdem es im vierten Quartal 2018 zu einer starken Korrektur gekommen war. Die bisher vorgelegten Ergebnisse zum ersten Quartal waren allerdings weder in den USA noch in Europa berauschend. Das Gewinnwachstum der Euro Stoxx 50 Unternehmen stagniert, während der S&P 500 nur ein Wachstum von zwei Prozent verzeichnete. In…

Das Weiterdrehen der Zollspirale kostet Wachstum

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China droht sich noch einmal zu verschärfen. Wegen der starken internationalen Verflechtungen und eng verwobenen Lieferketten gibt es kaum ein Land, das nicht auf irgendeine Weise von diesem Konflikt betroffen ist. Noch vor wenigen Tagen hatte sich der Vize-Präsident der US-Handelskammer recht optimistisch zum Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China geäußert. Inzwischen besteht jedoch der Eindruck, dass eine neue Eiszeit angebrochen ist beziehungsweise alles wieder auf Anfang gedreht wurde. Letztlich war die Nachrichtenlage bereits in den letzten Wochen fortwährend durch ein ständiges „Auf und Ab“ geprägt, allerdings in einer deutlich gemäßigteren Tonlage. Angesichts des neuen harten Tonfalls sollten wir einen Blick darauf werfen, welche Folgen das Weiterdrehen der Zollspirale für die beiden unmittelbar betroffenen Länder und auch für den Euroraum hätte. Die chinesische Exportwirtschaft spürt bereits Belastungen durch die im vergangenen Jahr von den USA verhängten Strafzölle, weshalb die chinesische Regierung verschiedene…

Wachstumsüberraschung

In der letzten Woche wurden erste Daten für das Wachstum im Euro-Raum in Q1 bekannt gegeben. Mit einem Quartalswachstum von 0,4 Prozent hat das Wachstum im Euro-Raum leicht positiv überrascht. Die Indikationen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im ersten Quartal sind ebenfalls auf der positiven Seite. Die wirtschaftliche Entwicklung ist also in Q1 deutlich positiver verlaufen als man noch vor einigen Wochen erwartet hat, als der große Wachstumspessimismus um sich gegriffen hat. In diesem Zeitraum wurden auch viele Konjunkturprognosen nach unten angepasst, was aus jetziger Sicht sicherlich zu vorsichtig war. Wir bleiben bei unseren Prognosen und haben damit zunächst keinen Änderungsbedarf. Die Aktienmärkte haben sich in den ersten Monaten des Jahres von steigenden Wachstumssorgen nicht beeindrucken lassen. Die Kurse sind breitflächig gestiegen und in den USA wurden sogar neue Allzeithochs erreicht. Ein wichtiger Treiber für die Aktienmärkte war wieder einmal die Notenbankpolitik. Auf Dauer niedrige Zinsen im Euro-Raum und die…

Apple und Qualcomm schließen Frieden

Die beiden Technologieunternehmen Apple und Qualcomm haben ihren seit Jahren andauernden Patenstreit beigelegt – nur wenige Stunden, nachdem in den USA die Gerichtsverhandlung über den Disput begonnen hatte. Der „iPhone“-Hersteller warf Qualcomm vor, zu hohe Lizenzgebühren für Smartphone-Patente zu verlangen und wies deshalb seine Auftragsfertiger an, keine Lizenzzahlungen an den Chipentwickler zu leisten. Qualcomm verklagte Apple daraufhin wegen der Nutzung von Patenten ohne damit einhergehenden Zahlungen. Die nun getroffene Vereinbarung gilt rückwirkend ab dem 01. April 2019 und beendet alle weltweit laufenden Gerichtsverfahren: sowohl zwischen den beiden Unternehmen als auch zwischen Apples Auftragsfertigern und Qualcomm. Die Konzerne haben sich auf ein sechs Jahre laufendes Lizenzabkommen verständigt, mit der Option, dieses um zwei Jahre zu verlängern. Apple wird während dieser Zeit Lizenzzahlungen an Qualcomm leisten. Darüber hinaus hat sich Apple zu einer Einmalzahlung in ungenannter Höhe verpflichtet, um Qualcomm für die entgangenen Lizenzzahlungen zu entschädigen. Ferner wurde ein mehrjähriges Abkommen geschlossen,…

Konjunktur und Aktienmärkte scheinbar entkoppelt

Die deutsche Wirtschaft ist sehr exportabhängig und im Ausland auch sehr erfolgreich. Dies zeigt sich eindringlich im Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands von 7,4 Prozent des BIP in 2018, damit war Deutschland hier abermals mit Abstand Weltmeister. Die Kehrseite dieser Medaille ist die Anfälligkeit der deutschen Wirtschaft bei externen Störungen. Großbritannien ist der viertgrößte Exportmarkt für deutsche Unternehmen. Da überrascht es nicht, dass sich das nicht enden wollende Brexit-Debakel negativ auf die Stimmung der deutschen Unternehmen auswirkt. China ist der wichtigste Handelspartner außerhalb Europas. Die sich hier seit Monaten abzeichnende Wachstumsverlangsamung wird nun auch deutlich spürbar bei den Exportaussichten der deutschen Unternehmen. Die ifo-Exporterwartungen sind entsprechend kräftig gefallen. Die deutsche Industrie könnte sich bereits in einer kleinen Rezession befinden. Die Gesamtwirtschaft jedoch nicht. Hierzu sind der Arbeitsmarkt, der Servicesektor, wie auch der Bausektor zu dynamisch. Am Aktienmarkt spürt man hiervon bislang gar nichts. Im Gegenteil, der Jahresauftakt in den ersten acht Wochen war…

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