Aktienmärkte

Längere Rezession könnte DAX unter 8.000 Punkte drücken

Seit 1973 gab es in Deutschland fünf volkswirtschaftliche Rezessionen: 1974/75, 1981/82, 1992/93, 2002/03 und 2008/09. Wir haben uns angeschaut, wie stark die Unternehmensgewinne der DAX-Gesellschaften während dieser Rezessionsphasen fielen und wie stark die Kurse unter Druck kamen. Daraus kann grob geschlossen werden, inwieweit heute eine Rezession am Aktienmarkt nach einem Kursverlust des DAX von in der Spitze 25% zwischen Januar und Dezember 2018 eingepreist ist. Grob deshalb, weil sich die Struktur der deutschen Volkswirtschaft seit den Siebzigerjahren kontinuierlich geändert hat. Auch die Zusammensetzung des DAX hat sich stetig gewandelt. Heute ist das Exportgeschäft der DAX-Gesellschaften deutlich wichtiger als noch vor Jahrzehnten. Knapp 70% der Umsatzerlöse der 30 größten deutschen Unternehmen werden im Exportgeschäft erzielt – wesentlich mehr als noch vor zehn oder 20 Jahren. Gleichzeitig wird deutlich mehr importiert, das heißt, der Offenheitsgrad der DAX-Gesellschaften ist größer geworden, so dass die Konjunkturentwicklung allein in Deutschland eine untergeordnete Rolle spielt. Insgesamt…

Quantitative Strategien im Stresstest

Bei vielen Investoren sind Zeit, Geduld und finanzielle Ressourcen limitiert, so dass auch die Möglichkeiten bei der aktiven Aktienauswahl begrenzt sind. Quantitative Strategien können hier helfen. Wir hatten Anfang 2018 verschiedene quantitative Strategien vorgestellt, die in der Vergangenheit gute Ergebnisse geliefert hatten und die wir nun einer Überprüfung unterzogen haben. Das abgelaufene Jahr war nicht einfach für Aktien und auch quantitative Strategien zeigten schwache Ergebnisse und haben teilweise enttäuscht. Für quantitative ausgerichtete Portfolios ist es schwierig, wenn längerfristig geltende Trends gebrochen werden, wie wir es 2018 gesehen haben. Es hat sich jedoch insgesamt das Ergebnis aus dem Vorjahr bestätigt, dass mit einfachen Screenings Outperformance möglich ist. Die Volatilität der einzelnen Strategien kann aber hoch sein. Sehr gute Ergebnisse in der Vergangenheit und daraus abgleitet gute Chancen für die Zukunft sehen wir weiterhin bei den Screenings nach Unternehmen, die im Mix günstige Bewertungskennzahlen aufweisen. Auch Dividenden- und Momentum-Strategien sind aussichtsreich. Nur…

US-Berichtssaison: Wie stark wird der Rückgang ausfallen?

Die USA konnten lange von einer Sonderkonjunktur, basierend auf Steuersenkungen und geldpolitischen Impulsen, profitieren. Allerdings sind in den vergangenen Monaten, infolge der Handelsstreitigkeiten und des Regierungsstillstands, auch der amerikanische Wirtschaftsoptimismus und die US-Börsen deutlich unter die Räder gekommen. Mit der Berichtssaison zum Gesamtjahr 2018 wird sich nun zeigen, wie stark sich die US-Wirtschaft tatsächlich eingetrübt hat und in welchem Umfang die Unternehmen ihre Ausblicke nach unten revidieren müssen. Zwar gehen wir davon aus, dass die US-Unternehmen das fünfte Quartal in Folge ein zweistelliges Gewinnwachstum (plus 11,4%) zeigen werden und sich deutlich besser geschlagen haben als die europäischen Mitbewerber. Allerdings wird der Markt den Zahlen der Vergangenheit relativ wenig Gewicht schenken. So haben bereits im Vorfeld der Berichterstattung zwei Drittel der Unternehmen die Guidance reduziert und auch die Analysten haben die Schätzungen so stark wie seit dem dritten Quartal 2017 nicht mehr gesenkt. Zu den prominentesten Unternehmen, die den Markt bereits…

Anlagejahr 2018: Aktienmärkte und Niedrigzins bremsen Aufbau privater Geldvermögen

Nach unseren vorläufigen Berechnungen dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im abgelaufenen Jahr um 1,9 Prozent auf 6,2 Billionen Euro gewachsen sein. Im Vergleich zu 2017, als die Wachstumsrate noch bei 5,4 Prozent lag, hat sich der Vermögensaufbau stark verlangsamt. Getragen wurde der Zuwachs fast ausschließlich vom Sparfleiß der Bürger. In den ersten drei Quartalen des abgelaufenen Jahres haben die privaten Haushalte mehr auf die hohe Kante gelegt als im jeweils gleichen Quartal des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2018 dürfte die Sparquote um 0,3 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent gestiegen sein. Das ist das fünfte Jahr in Folge, in dem die Bürger einen wachsenden Teil ihres verfügbaren Einkommens sparen. Allerdings ist bei der Geldvermögensbildung der Bürger schon seit Jahren ein zunehmender „Geldanlagestau“ beobachtbar. Im internationalen Vergleich sind deutsche Privatanleger eher risikoscheu. Hierzulande sind nur gut 6 Prozent des Geldvermögens direkt in Aktien investiert. Aufgrund der sehr niedrigen Zinsen sind die…

Bilanz der Aktienmärkte 2018: So schlecht wie zuletzt 2008

Bis zum Jahresende ist es an den Aktienbörsen nicht mehr weit. Zwar wird in der kommenden Woche noch gehandelt, aber mit verkürzter Handelszeit. Der DAX dürfte 2018 mit einem Minus um 18 Prozent abschließen, beim Euro Stoxx 50 stehen gut zwölf Prozent Verlust zu Buche. So ein schlechtes Aktienmarktjahr gab es in Europa zuletzt 2008. In politischen und sportlichen Belangen war 2008 zwar kein außergewöhnliches Jahr – so hieß die Kanzlerin schon damals Angela Merkel und Bayern München wurde deutscher Fußballmeister. In den USA regierte George Bush der Jüngere und Blackberry-Geräte waren der Telekommunikationsstandard bei Firmen (es soll heute durchaus noch Menschen geben, die sich diese Zeiten zurückwünschen). An den Kapitalmärkten jedoch erreichte 2008 die Finanzkrise ihren Höhepunkt, der VDAX schoss auf 85 Punkte und die Konjunktur steckte bereits tief im Abschwung fest. 2018 war für die Aktienmärkte ein Jahr voller Negativrekorde. Die Marktkapitalisierung der Weltbörsen schrumpfte seit dem Hoch…

Dividendenaristokraten bieten nach Korrektur attraktive Renditen

Die Stimmung an den Märkten ist negativ und durch eine Vielzahl politischer Störfeuer getrieben, die zunehmend das Wirtschaftswachstum belasten und zu einer Flucht in vermeintlich sicheren Häfen geführt hat. Für deutsche Aktien zeichnet sich mit einem Verlust von rund 16% das schlechteste Jahr seit 2008 ab. Lediglich mit US-Technologie­titeln konnte im Aktienbereich 2018 ein deutliches Plus erwirtschaften werden. Viele der Probleme werden sich nicht ad-hoc lösen lassen, so dass die Unternehmen auch 2019 in einem herausfordernden Umfeld agieren müssen. Allerdings erscheint die Kurskorrektur übertrieben. Obwohl sich zwar das Wachstumstempo verlangsamt, wird die Wirtschaftsleistung der großen Länder weiter ansteigen. Wir gehen davon aus, dass die Gewinnwarnungen der letzten Monate und die anhaltenden Unsicherheiten zweifelsfrei Einfluss auf die Dividendenausschüttungen haben werden. So wurde die DAX-Ausschüttungserwartung für 2019 seit September bereits um 6% reduziert. Insgesamt gehen wir aber davon aus, dass Unternehmensgewinne und Dividenden in der Summe 2019 leicht ansteigen werden. Da die…

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