Aktienmärkte

Privatanleger kaufen wieder Aktien – leider mit dem Trend

Im vergangenen Jahr ist in Deutschland die Zahl der Aktionäre laut DAI (Deutsches Aktieninstitut) gestiegen, und gestern wurde in Deutschland der Tag der Aktien gefeiert. Das sind erfreuliche Nachrichten. Allerdings erfolgte der Aufbau der Bestände wieder einmal in einer Hausse. An der Börse gelten andere Regeln als im Alltag: Locken große Einzelhändler an Aktionstagen mit Rabattverkäufen, greifen Käufer beherzt zu. Am Aktienmarkt hingegen kaufen die Anleger, wenn die Preise steigen, und es wird verkauft, wenn die Kurse sinken. Woran liegt das? – Geht es bergauf, möchten Anleger nicht beiseitetreten, sondern am Erfolg teilhaben. „Jeder macht es“ (oder englisch „social proof“) ist das Gebot der Stunde. Der Verkauf zu fallenden Kursen hingegen wird wohl durch den Fluchtreflex verursacht, der seit der Schöpfung im menschlichen Verhalten verankert ist. Unsicherheit an den Märkten signalisiert dem Anleger: „Das ist nicht schön – lass uns lieber flüchten“. Nun steht vor der Börse kein anlegerfressendes Mammut…

China: Die Gründe für den unheimlichen Kursaufschwung

In China steigen die Börsen wie in den besten Tagen. Mit dem katapultartigen Anstieg der Kurse 2019 wurde eine Einigung der amerikanisch-chinesischen Zollverhandlungen vorweggenommen. Auch der langfristige Ausblick spricht für China: Die chinesische Wirtschaft dürfte in diesem Jahr rund viermal so schnell wachsen wie die deutsche Wirtschaft. Darüber hinaus wird das „alte China“ langfristig durch das „neue China“ in der Industrie- und Dienstleistungslandschaft ersetzt. Das „alte China“ wird an der Börse repräsentiert von Unternehmen aus den Bereichen wie Immobilien, Grundstoffe oder Finanzen. Diese wachsen langsamer oder kämpfen mit Problemen wie Überkapazitäten oder notleidenden Kredite. Dies ist einer der Gründe, warum diese Aktien im ohnehin schwachen Marktumfeld im Dezember 2018 mit besonders hohen Abschlägen zur Bewertung des Gesamtmarktes gehandelt wurden. Diese Unterbewertung wurde durch den Kursanstieg 2019 wieder ausgeglichen. Dennoch sind die Anleger immer noch auf der Suche nach Wachstumsstories jenseits defensiver Aktien (obwohl dies auch gute Anlagemöglichkeiten sein können). Diese…

DeutschlandBank AG

Die Spekulationen über eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank halten sich seit Anfang September 2016 hartnäckig. Der neue CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing, schloss zu Beginn seiner im April 2018 beginnenden Amtszeit eine Fusion zwischen den beiden Großbanken für die nächsten zwölf bis 18 Monate nahezu aus und verwies zur Begründung auf die laufende Integration der Postbank und die anhaltende Restrukturierung des Konzerns. Diese Argumente sind zwar auch heute noch valide. Doch der politische und gegebenenfalls auch wirtschaftliche Druck scheinen nun hinreichend groß zu sein, dass trotz allem informelle Gespräche bezüglich einer möglichen Fusion der beiden Institute geführt werden. Positive Effekte eines Zusammenschlusses der beiden Großbanken könnten sein: 1. die skalierbaren Investitionskosten für Technologie und Digitalisierung, 2. die erheblichen potenziellen Kostensynergien infolge ähnlicher Geschäftsfelder und 3. ein eventuell möglicher Transfer von Kundeneinlagen innerhalb des Konzerns. Dagegen sprechen Gründe wie: 1. höhere Kapitalanforderungen aufgrund der Größe, 2….

IFRS 16 sorgt für Aufregung

Seit dem 1. Januar 2019 gilt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Künftig sind nahezu alle Leasingverhältnisse (Miete und anderes) in den Unternehmensbilanzen auszuweisen. Obwohl IFRS 16 bereits 2016 veröffentlicht wurde, stellt die Erstanwendung Unternehmen und Investoren nun vor erhebliche Herausforderungen und sorgt für Verunsicherung. Am täglichen Geschäft der Unternehmen, den Verträgen und Zahlungsströmen ändert sich zwar nichts. Die Neuerung hat allerdings erhebliche Auswirkungen auf die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Free Cash Flow. Je nachdem, wie groß das Volumen von Operating-Lease-Verträgen (Miete) eines Unternehmens ist, kann es zu massiven Auswirkungen auf die Höhe des Verschuldungsgrads, das EBITDA sowie andere Bilanz- und Erfolgskennzahlen kommen. So zeigt eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC, dass sich im Median das EBITDA um 13% und die Finanzschulden um 22% erhöhen. Besonders betroffen sind Einzelhandelsunternehmen, Fluggesellschaften sowie Logistikdienstleister, die in der Regel über eine hohe Anzahl an Leasing-Verträgen verfügen. Der neu anzuwendende Rechnungslegungsstandard kann auch…

Sind die Aktienmärkte stürmischer geworden?

Viele Marktteilnehmer sind der Meinung, die Kursbewegungen am Aktienmarkt seien stürmischer geworden. Es werden keine lang anhaltenden Sturmphasen empfunden, vielmehr sind es kurze und kräftige Wirbelstürme, die, um im Wortbild zu bleiben, die Märkte regelmäßig durcheinanderwirbeln. Kann die Empirie, das heißt der Blick auf die Kursbewegungen der Vergangenheit, diese Einschätzung bestätigen? Zur Beantwortung dieser Frage haben wir uns die Verteilung der täglichen Kursschwankungen im DAX zwischen 1965 und heute angeschaut. Das Ergebnis zeigt, dass sich zu 78% der Zeit die Kurse in einem „normalen“ Schwankungsfenster der Tagesrenditen zwischen – 1,2% bis + 1,2% (für Freunde der Statistik: plus / minus eine Standardabweichung) bewegt haben. So weit, so gut. Diese Daten erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte. Kapitalmarktforscher haben festgestellt, dass es Anomalien bei den Renditedaten gibt, wie zum Beispiel extrem positive und negative Tagesrenditen. Diese sind in der Statistik die sogenannten „Fat Tails“, also die dicken Enden in Verteilungsfunktionen. Sie…

Aktienmärkte: stärkster Jahresauftakt seit 1975 – Zeit zum Ausstieg?

Das vergangene Börsenjahr war durch hohe Kursschwankungen gekennzeichnet, die im Schlussquartal in starke Verluste mündeten. Fallen die Kurse unerwartet tief, tritt meist ebenso schnell eine deutliche Erholung ein. Dies ist auch 2019 der Fall: Seit Jahresanfang notieren S&P 500 und Nasdaq 100 12% und 14% im Plus – der beste Auftakt an den US-Börsen seit 44 Jahren. Auch der DAX legte 9% zu. Die beste Kursentwicklung lieferten chinesische Aktien, der CSI 300 stieg um 22%. Dreh- und Angelpunkt für die weitere Entwicklung bleibt die Konjunktur in den USA. Es gibt etliche kritische Stimmen, die glauben, dass sie bald auf eine Rezession zusteuert. Das Hauptargument ist, dass wir uns seit zehn aufeinanderfolgenden Jahren in einer Expansionsphase befinden, sodass die Zeit für die USA gekommen ist, in die Rezession zu gehen. Messbar war dies in erster Linie an anziehenden Kapitalmarktrenditen und einer inversen Zinskurve. Zwar zeigen sich vermehrt Risse in den positiven…

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