Aktienmärkte

Warum sich der DAX 2019 wieder erholen wird

Weil die Gewinnentwicklung 2018 vielfach von Sondereffekten bei den DAX-Unternehmen geprägt war, gehen wir davon aus, dass sich die Gewinnlage 2019 wieder verbessert. Die aktuellen Analystenschätzungen, die für 2019 im DAX einen Gewinnanstieg von (wiederholt) zehn Prozent fortschreiben, dürften jedoch erneut zu optimistisch geschätzt sein. Eine Größenordnung um fünf Prozent Gewinnanstieg im DAX erscheint realistischer, auch für den Euro Stoxx 50. Zwar gehen wir davon aus, dass es nicht zu einer Eskalation bei den Verhandlungen rund um den Brexit und Italien kommen wird, jedoch dürfte das teils unstete konjunkturelle und politische Umfeld, welches schon 2018 prägend war (u.a. Wachstumsabschwächung in Europa und Störungen im Welthandel) uns auch noch zu Beginn des Jahres 2019 erhalten bleiben. Für die Aktienmärkte bleiben wir mit Blick auf 2019 positiv gestimmt, zum einen weil wichtige Eckvariablen wie eine gut laufende Konjunktur (u.a. Rückenwind aus den USA) und eine günstige Aktienmarktbewertung weiterhin wirken und zum anderen,…

Warum läuft der DAX 2018 so schlecht?

Der DAX hat in diesem Jahr elf Prozent eingebüßt, der S&P 500 hingegen fünf Prozent zugelegt. Eine ähnlich hohe Kursdiskrepanz zwischen den Aktienleitindizes in Deutschland und den USA war zuletzt in den Jahren 2002 und 2011 zu beobachten. Die schlechtere Kursentwicklung in diesem Jahr ist allerdings nicht nur beim DAX zu beobachten, sondern auch allen anderen großen europäischen Aktienindizes. Die Spannweite der Kursverluste reicht von minus fünf Prozent (Frankreich) bis minus zwölf Prozent (Italien). Auch in China und den Emerging Marktes haben die Kurse in diesem Jahr deutlich an Boden verloren. Andersherum formuliert: Nur die US-Aktienindizes notieren 2018 im grünen Bereich. Die Begründung für die gute Entwicklung an den US-Märkten haben wir an dieser Stelle mehrfach vorgestellt. Diese lautet (in Kurzform): Eine gute Branchenkonjunktur in den US-Schlüsselsektoren Technologie, Banken und Erdöl treibt die Gewinne. Zusätzlich wurde der breite US-Markt in diesem Jahr durch die Steuersenkungen der Trump-Administration angeschoben, was den…

US Aktienmärkte: Anhaltend positive Entwicklung bei den Unternehmensgewinnen

Die US-Berichtssaison zum 3. Quartal 2018 wird in dieser Woche an Fahrt aufnehmen. Unsere Indikatoren deuten auf eine sehr positive Entwicklung bei den Unternehmen hin. Für das nun abgelaufene dritte Quartal geht der Markt von einem Gewinnwachstum von 19,3% aus. Die Konzerne des S&P 500 konnten bereits im ersten und zweiten Quartal 2018 ein Gewinnwachstum von über 20% zeigen. Im dritten Quartal dürften in allen elf Sektoren des S&P 500 ein Gewinnwachstum erfolgt sein, bei sieben davon sogar ein zweistelliges. Der Markt erwartet einen Umsatzzuwachs von 6,9%, das bis auf den Finanzsektor von allen Sektoren mit positiven Beiträgen gespeist wird. Für die Robustheit der US-Gewinne steht zudem, dass im Vorfeld der Veröffentlichungen die Analystenschätzungen geringer als im historischen Vergleich reduziert wurden. Auf Sektor-Ebene wird das stärkste Wachstum bei den Energie-Unternehmen (+90%) erwartet. Der Ölpreis ist im Laufe des letzten Jahres immer höher geklettert und liegt im Durchschnitt 44% über dem…

Aktien nach Kursrutsch attraktiv

Der US-Aktienmarkt hatte sich im bisherigen Jahresverlauf erheblich vom „Rest der Welt“ abgekoppelt. Während verschiedene größere Aktienmärkte wie Deutschland, Südkorea und China seitwärts oder sogar deutlich negativ tendierten, profitierten US-Aktien von mehrheitlich auf die USA begrenzten Impulsen. Die Gewinner können innerhalb der USA sogar noch stärker auf einige wenige Technologieaktien eingegrenzt werden. Die nun beobachtbare Korrektur geht folgerichtig auch in erster Linie von diesen Technologieaktien aus, macht aber weder vor Aktien anderer Branchen noch anderer Länder halt. Grundsätzlich war diese Korrektur erwartet worden und höhere Volatilität an den Märkten ist nach unserem Dafürhalten für die letzte Phase eines Aktienmarktzyklus auch nichts Ungewöhnliches. Zusätzlich ist die Zahl der Krisen in den letzten Monaten gestiegen. Insbesondere der wachsende Protektionismus hat das Potenzial, den Wachstumszyklus nachhaltig zu schwächen. Die laufende Korrekturbewegung hat den DAX binnen einer Woche um rund sieben Prozent nachgeben lassen, Technologieaktien in den USA (Nasdaq 100) verloren sogar rund zehn…

Italienisches Zwei-Wege-Risiko

Die Budgetverhandlungen in Rom gehen auf die Zielgerade zu; bis zum 27. September muss die Regierung dem Parlament einen Haushaltsentwurf vorlegen. Hinter den Kulissen ringen die Beteiligten um einen Kompromiss, wenngleich die Konfliktlinie derzeit vor allem zwischen Finanzminister Tria und Fünf-Sterne-Chef Di Maio verläuft. Tria plädiert weiterhin für ein Haushaltsdefizit, das deutlich unter 3% des BIP liegt und auch den Anforderungen der EU-Kommission entspricht. Di Maio macht sich hingegen vor allem für ein Grundeinkommen stark, das zu einer höheren Neuverschuldung führen würde. Lega-Chef Salvini hielt sich in dem Streit jüngst auffallend zurück, seine Partei liegt in den Wahlumfragen inzwischen sogar an der Spitze und profitiert vor allem von dem harten Kurs der Regierung in der Flüchtlingsfrage. Der Ausgang des Streits ist bislang völlig offen, sowohl eine Einigung der Beteiligten als auch ein Rücktritt Trias oder sogar ein Bruch der Koalition scheinen in den kommenden Tagen möglich zu sein. Die Kapitalmärkte…

Korea: Hohe Innovationskraft zu Rabattkursen

» Der koreanische Aktienmarkt ist 2018 um zehn Prozent gefallen. » Korea steht für eine hohe Innovationskraft: Kein Staat investiert relativ gesehen mehr in Forschung & Entwicklung. » Die tiefe Bewertung des Aktienmarktes spiegelt weder die hohe Qualität der Unternehmen noch das überdurchschnittliche Gewinnwachstum wider. Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA hat bis vor kurzem auch die Aktienkurse in der „Republik Korea“, so die offizielle Bezeichnung Südkoreas, gedrückt. Eine Kurserholung hat bisher nicht eingesetzt, insbesondere der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastete die Stimmung. Koreanische Unternehmen und der Staat investierten 2016 73 Mrd. US-Dollar in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Nur die USA, China, Deutschland und Japan gaben mehr aus. Hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind ein zweischneidiges Schwert: Die Unternehmen werben mit ihren Aktivitäten, während sich Investoren Sorgen machen, dass die hohen Ausgaben die Gewinnmargen drücken. Tatsächlich dürften unseres Erachtens F&E-Ausgaben in einer gesund wachsenden Branche einen erheblichen…

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