Aktienmärkte

Also doch eine V-förmige Erholung?

Die Indikatoren der Woche: Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni so stark angestiegen wie nie zuvor, und die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Industrie hat sich kräftig erholt und war zuletzt schon wieder besser als im vierten Quartal 2019. Angesichts der immer noch schwierigen Situation von Unternehmen in vielen Branchen überraschen diese Meldungen. Können wir also doch mit einer schnellen V-förmigen Wirtschaftserholung rechnen? Der Anstieg der Geschäftstätigkeit würde ähnlich schnell erfolgen wie der Einbruch in März und April – die schnelle Kurserholung an den Aktienmärkten wäre hierfür ein guter Vorbote gewesen. Doch es gibt einige Gründe, warum sich der rasche Anstieg der Stimmungsindikatoren nicht in eine entsprechende Erholung der Realwirtschaft übersetzen wird. Zum einen bedeutet ein Einkaufsmanagerindex im Bereich von 50 Punkten nicht, dass sich die Wirtschaft wieder im „Normalzustand“ befindet. Er zeigt lediglich an, dass im Vergleich zum Vormonat keine weitere Verschlechterung eingetreten ist. Und der starke Anstieg beim…

ifo-Geschäftsklima: „Der stärkste jemals gemessene Anstieg“

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Juni weiter stark verbessert. Das zeigt die Umfrage des ifo-Instituts. Der Geschäftsklimaindex ist von 79,7 auf 86,2 Punkte angestiegen, und das ifo-Institut hebt hervor, dass es sich damit um den „stärksten jemals gemessenen Anstieg“ handelt. Aber heißt das auch, dass sich die reale Lage der deutschen Unternehmen im Juni entsprechend stark verbessert hat? Davon kann man leider nicht ausgehen. Zum einen ist der jüngste Anstieg des Geschäftsklimaindexes stark erwartungsbedingt. Das heißt, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass sich ihre Umsätze bzw. ihre Produktion in den nächsten sechs Monaten – verglichen mit dem Status quo – positiv entwickeln werden. Das anzunehmen ist angesichts der in den meisten Branchen immer noch sehr schwierigen Situation sicherlich plausibel. Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sind die Unternehmen dagegen deutlich vorsichtiger. Die Messzahl für die aktuelle Lage hat sich im Juni von dem Tief im Vormonat…

Globaler Handel vorübergehend auf Entzug

Der Corona-bedingte Lockdown hat weltweit zu gravierenden gesamtwirtschaftlichen Einbußen geführt. Das haben die starken Rückgänge des Bruttoinlandsproduktes in vielen Regionen bereits gezeigt. Angesichts dessen fiel der Rückgang im globalen Warenhandel zwischen Januar und März vergleichsweise gedämpft aus. Ein Grund ist auch der regional stark unterschiedliche Verlauf der Pandemie und den damit einhergehenden Lockdown-Maßnahmen. Aktuelle Daten deuten allerdings daraufhin, dass der Tiefpunkt im Außenhandel noch nicht erreicht wurde. Insbesondere in Ostasien zeigen Zahlen für den Mai, dass sich der Rückgang im Güteraußenhandel offenbar nochmals verstärkt hat. Besonders die Importtätigkeit aus den wichtigen Handelsregionen EU und den USA verringerte sich abermals deutlich. Ähnlich pessimistische Signale deuten die Auslandsaufträge der globalen Einkaufsmanager (PMI; J.P. Morgan Chase Bank/ IHS Markit) ebenfalls für den Mai an. Demnach haben sich zwei entscheidende Probleme für die Unternehmen bisher nicht auflösen können. Nicht nur die stark eingetrübte Nachfrage bleibt erheblich geschwächt. Viele Betriebe melden auch weiterhin Störungen in…

Inflation – Das Warten auf Godot

Ein wenig Sorge über eine erneute Ausbreitung des Coronavirus reicht aus, um die Stimmung an den Finanzmärkten kippen zu lassen. So geschehen in der letzten Woche. Auslöser waren Meldungen über eine steigende Zahl an Ansteckungen in den USA und ein Wiedererstarken der Infektionen in Peking. Beendet wurde diese Phase, wie so oft in den letzten Wochen, durch die positive Ankündigung der US-amerikanischen Notenbank zu einzelnen Stützungsmaßnahmen. Ein solches Szenario mit steigenden Infektionszahlen dürfte sich in den kommenden Monaten noch öfters wiederholen. Der Druck auf Notenbanken für weitere Unterstützung wird jedes Mal steigen. Eine wichtige Variable für die Reaktionsfähigkeit der Notenbanken ist dabei die Inflation. Die Sorge vor einer deutlich steigenden Inflation hat in den letzten Wochen wieder deutlich zugenommen. Hintergrund hierfür sind der enorme Anstieg der Verschuldung und die Maßnahmen der Notenbanken. Es gibt aber keine Anzeichen, dass sich der Inflationstrend beschleunigt. Im Gegenteil, die schwache Nachfrage und der niedrige…

Zurück in die Normalität

In den Industrieländern stabilisiert sich die Corona-Pandemie allmählich und entwickelt sich in relativ geordneten Bahnen. In Deutschland hat diese Entspannung bei den Infektionszahlen zu einem wahren Schub bei den Lockerungsmaßnahmen geführt. Diese Diskussion wird aber nicht nur in Deutschland geführt, in allen Ländern steigt der Druck, die rigiden Lock-down-Maßnahmen zu lockern und den Menschen wieder mehr Freiheiten zu geben. An den Finanzmärkten spiegeln sich diese neuen Freiheiten zuletzt nicht wider. Hier wurden die geplanten Lockerungen und das Wiederanlaufen der Volkswirtschaften bereits in den letzten Wochen eingepreist. Aber mit den Lockerungen steigen auch die Sorgen vor einer zweiten Ansteckungswelle. Wenn diese zu stark ausfallen sollte, könnte es auch wieder zu – hoffentlich zielgerechten – Einschränkungen im wirtschaftlichen und privaten Leben kommen. Entsprechend sind die Kursfeuerwerke zunächst beendet worden. In den nächsten Wochen dürften die Kurse auf den erreichten Niveaus konsolidieren oder sogar leicht rückläufig sein. Die Schwellenländer hat COVID-19 noch fest…

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