Aktienmärkte

Der spanische Aktienmarkt hat auf die Krise in Katalonien deutlich reagiert und wohl überreagiert

Der spanische Aktienmarkt ist in den vergangenen Tagen angesichts der Spannungen rund um die nach Unabhängigkeit strebende Region Kataloniens deutlich abgesackt. Die Reaktion am spanischen Aktienmarkt scheint aber übertrieben, wie die heutige Gegenreaktion gezeigt hat. Mittelfristig erwarten wir, dass die Autonomie Kataloniens neu verhandelt und gestärkt werden wird. Jedoch sind keine gravierenden Auswirkungen des Referendums auf die gut laufende spanische Konjunktur zu erwarten. Zudem wird ein nicht unwesentlicher Teil der Umsätze und Gewinne der spanischen Aktienmarktschwergewichte im Ausland (insbesondere Südamerika) erzielt, also in Märkten, die nicht vom Konflikt betroffen sind. Der spanische Aktienmarkt, der durch die Unternehmen Banco Santander, Inditex, BBVA, Telefonica, Amadeus, Telefonica, Repsol und Iberdrola geprägt wird, hat in den vergangenen Monaten eine deutliche Aufwärtsrevision der Gewinnschätzungen für die Jahre 2017 und 2018 erfahren. Der Konsens erwartet für dieses Jahr ein Gewinnwachstum von knapp 11% und 10% im kommenden Jahr, vergleichbar mit dem dynamischen Wachstum beim DAX. Fundamentale…

DAX steigt auf Rekordhoch bei 13.000 Punkten – Wir sehen weiteres Potenzial

Der deutsche Leitindex hat ein neues Rekordhoch erreicht. Nun dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch die 13.000 Punkte nachhaltig überschritten werden. Unser Jahresendziel wäre damit einige Wochen früher erreicht als geplant. Wir erleben derzeit einen der längsten Konjunktur- und Aktienmarktaufschwünge der Wirtschaftsgeschichte. Die letzte Rezession datiert aus dem Jahr 2008 und ungeachtet der zahlreichen Krisen, ging es auch an den Aktienmärkten seit März 2009 deutlich bergauf. Viele Anleger halten ob des langen Aufschwungs nun eine Krise für überfällig. In Erwartung eines drohenden Crashs sinkt daher die Bereitschaft, auf Aktien zu setzen, wenngleich die Hortung von Liquidität zu niedrigen oder negativen Zinsen einen realen Kaufkraftverlust bedeutet. In der Tat sind am Aktienmarkt viele Merkmale beobachtbar, die eine typische Endphase einer Börsenhausse ausmachen. Dazu gehören die zahlreichen M&A-Transaktionen oder die hohe Bewertung amerikanischen Technologieunternehmen. Die Vorhersage eines Crashs ist durch diese aber nicht möglich. Die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte versprechen…

Angst vor Crashes & Blasen hemmt Anleger – zu Unrecht

Fragt man einen erfahrenen Kapitalanleger, was ihm spontan zu den Ereignissen am Aktienmarkt in den 80er Jahren einfällt, käme vermutlich „Der Oktober-Crash von 1987“ als Antwort zurück. Anleiheinvestoren, die an die 90er-Jahre denken, erwähnen häufig den Crash am Bondmarkt 1994. Lohnt sich eine Geldanlage in den Emerging Markets? – Eine Währungskrise wie 1997 könnte drohen. Tech-Aktien um die Jahrtausendwende? – Wilde Träume über die Möglichkeiten der Internetwelt mit anschließendem Crash. Finanzkrise und Lehman-Pleite 2008? – Banker, die Kartons aus einem Hochhaus tragen, Börsencrash inklusive. Selbst Anlegern, die nicht unmittelbar an genannten Ereignissen beteiligt waren (z.B. Millennials), werden diese immer wieder vorgeführt. Fernsehbilder und Zeitungsberichte zu Jahrestagen oder Interviews sorgen dafür, dass sich bei vielen Anlegern und Nichtanlegern diese Erinnerungen zwischenzeitlich fest in den Hirnsynapsen verewigt haben. Tatsächlich haben sich DAX und S&P 500 in den „schlimmen“ 80er-Jahren verdrei- und vervierfacht. In den 90er-Jahren lief es sogar noch besser, bevor mehrere…

Aktienmärkte in Europa und Japan „plötzlich“ günstig!

Der Trump-Optimismus verblasst, der konjunkturelle Ausblick für Europa verbessert sich, die Bedeutung des „Störfaktors“ Politik (insbesondere des Populismus) hat an Bedeutung verloren. Gleichzeitig konsolidieren die Aktienmärkte, Euro Stoxx 50 und DAX notieren knapp sieben Prozent unter den Jahreshoch. Diese Konsolidierung fiel sowohl im historischen Vergleich als auch in Anbetracht einer möglichen nuklearen Auseinandersetzung im Nordkorea-Konflikt außergewöhnlich gering aus. Gleichzeitig steigen die Unternehmensgewinne weltweit deutlich an, so dass der Blick auf die für 2018 erwarteten KGVs für Euro Stoxx 50 und DAX eine attraktive Bewertung anzeigt. Mit einem KGV von 12,4 rentiert beispielsweise der DAX wieder mit einer Gewinnrendite (Kehrwert vom KGV) von acht Prozent. Im Vergleich zu Anleihenmarkt ist dies ein außergewöhnlich hoher Renditeaufschlag, der schon bald viele Anleger wieder in europäische Aktienanlagen zurückbringen könnte. Bereits im Juli erfolgten deutlich Mittelzuflüsse in europäische Fondsprodukte, speziell ETFs. Mit Blick auf die kommenden Monate erwarten wir eine Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung an den…

Kaufprogramme von Notenbanken – Nutzen und Nebenwirkungen

Wenn Notenbanken Anleihen kaufen profitieren Schuldner und Investoren in risikobehaftete Assetklassen, wie Aktien. Unternehmen profitieren natürlich auch als Schuldner von solchen Programmen. Die Übernahmen von Unternehmen lassen sich leichter und günstiger finanzieren. Die Größe der Unternehmensübernahmen steigt. Zudem werden wenig profitable Unternehmen durch die niedrigen Zinsen subventioniert. Die Folge von solchen extrem niedrigen Renditen ist im Unternehmenssektor also ein schleichender Prozess der Konzentration, die durchschnittliche Unternehmensgröße nimmt in einzelnen Sektoren tendenziell zu und die Marktkräfte nehmen entsprechend ab. Der größte Profiteur ist aber der Staat. Die Staaten sind die größten Schuldner, entsprechend ist die Zinsersparnis hier auch am größten. Zudem wird es für die Staaten auch sehr leicht, ihre Anleihen zu platzieren, da die Notenbank als ultimativer Nachfrager immer bereit steht. Diese beiden Effekte führen dazu, dass die Reformbereitschaft der Staaten abnimmt. Entsprechend ist es wenig überraschend, dass die Reformbereitschaft der Euro-Länder in den letzten Jahren wieder abgenommen hat. Anleihekaufprogramme…

DAX: Kursanstieg sollte sich bald fortsetzen

Nicht zuletzt weil die Kurse in den vergangenen Wochen etwas zurückgefallen sind, beurteilen wir die Aussichten für den deutschen Leitindex positiv. Der Ausblick für die Konjunkturentwicklung weltweit bleibt rosig, so dürften die DAX-Gesellschaften ihre Gewinne 2017/18 um 11% p.a. steigern. Die Sorgen des Marktes, dass der starke Euro die Exportgeschäfte der DAX-Unternehmen bremsen wird, teilen wir nicht. Zwar bremst der höhere Euro-Kurs zweifellos auf einigen Auslandsmärkten, die globale Konjunkturerholung und besonders die wirtschaftliche Verbesserung in Europa überwiegen jedoch mit ihren positiven Effekten. Mit Blick auf die kommenden Monate scheint es noch genügend Treiber für einen Anstieg der Unternehmensgewinne zu geben. Auch dürfte der Euro im weiteren Jahresverlauf gemäß unserer Einschätzung kaum noch weiter aufwerten. Die Bewertung des DAX ist zuletzt gesunken (KGV-2018e: 12,4, KBV-2017e 1,7). Dies entspricht einer Gewinnrendite von 8% und vergleicht sich u.a. mit 0,4% Rendite bei Staatsanleihen. Die Dividendenrendite beträgt 3,3%. Die Bewertung ist damit sehr attraktiv….

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