Aktienmärkte

Geldpolitik EZB steht vor einer Trendwende

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen. Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung dürfte eine leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur sein. Diese profitiert auch vom leicht gestiegen Ölpreis und von einer weiterhin sehr stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in China. Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für wachsende Unruhe bei den Währungshütern. Die amerikanische Notenbank hat bereits reagiert und die Zinsen im März angehoben und zwei…

Trügerische Ruhe um Türkische Lira: Verfassungsreform sorgt für neue Unsicherheit

Die politische Lage in der Türkei entscheidet darüber, wie sich die Türkische Lira in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Am 16. April stimmen die Türken über eine Reform der Verfassung ab. Diese soll die Macht in den Händen des Staatspräsidenten konzentrieren und die Befugnisse des Parlaments erheblich einschränken. Zwar hat die Regierungspartei AKP um den amtierenden Präsidenten Erdogan die Medien auf ihrer Seite. Geht es nach den aktuellen Umfragen, ist ein Ja der Bevölkerung jedoch keineswegs sicher. Vielmehr scheint das Volk tief gespalten. Dies dürfte auch daran liegen, dass Erdogan und seine Getreuen die Abstimmung zu einer Schicksalswahl über die Zukunft der Türkei gemacht haben. Medienberichten zufolge gehen Polizei und Justiz gegen Bürger vor, die sich für ein Nein bei der Volksabstimmung einsetzen. Präsident Erdogan versucht zudem, die Europäische Union als Feindbild des Landes darzustellen. Selbst vor Vergleichen mit dem Regime der Nationalsozialisten schreckt Erdogan nicht zurück, um…

USA: Konsumklima auf Rekordhoch, doch Wirtschaftspolitik bleibt unklar

Obwohl sich der neue US-Präsident seit zwei Monaten im Amt befindet, herrscht bisher keineswegs Klarheit über die Wirtschaftspolitik, die in den kommenden Jahren womöglich die US-Konjunktur und damit auch die Weltwirtschaft stark beeinflussen wird. Der Versuch, Obamacare „auf die Schnelle“ zu reformieren, hat wenig überraschend die fehlende Einigkeit zwischen dem Präsidenten und der republikanischen Partei verdeutlicht. Zum anderen hat sich einmal mehr gezeigt, wie tief die Gräben sind, die innerhalb der eigenen Partei verlaufen. Wir stehen weiterhin zu unserer Einschätzung, dass es wohl zu konjunkturstimulierenden Maßnahmen durch die Trump-Administration kommen wird, allerdings dürften diese weit hinter den Wahlversprechen zurückbleiben. Es wird viel davon abhängen, inwiefern sich die republikanische Partei tatsächlich hinter die Pläne „ihres“ Präsidenten stellt. Auch weil ein weiteres Aufblähen der Staatsverschuldung der grundsätzlichen Haltung der republikanischen Abgeordneten entgegensteht, dürfte das Volumen von Ausgabenprogrammen oder Steuererleichterungen eher begrenzt bleiben. In Kraft treten können mögliche fiskalische Maßnahmen ohnehin frühestens mit…

Rekordjagd am Aktienmarkt: Feiert der Aufschwung noch 9. Geburtstag?

Die jüngsten Aktionen der US-Administration verliefen glücklos. Vor Sommer erwarten wir keine relevanten Pläne zur Steuerreform und zu Infrastrukturmaßnahmen, sodass mehr Ruhe um Präsident Trump und die Hoffnung auf Börsengeschenke einkehren dürfte. Allerdings handelt eine typische US-Aktie heute so teuer wie selten zuvor. Ein Gewinnanstieg auf Unternehmensseite scheint daher dringend notwendig, da ansonsten die Gefahr eines kräftigen Rücksetzers besteht. Von einer Blasenbildung am Aktienmarkt kann hierzulande keine Rede sein. Die Bewertung der Aktienmärkte hat weltweit ein hohes Niveau erreicht, gemessen an der Relation des Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und des Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zum historischen Mittelwert über die vergangenen zehn Jahre hinweg. Doch die absoluten Zahlen liegen relativ niedrig, insbesondere in Europa. In Deutschland beläuft sich das KGV des DAX für 2017e auf 13,5, für 2018e auf 12,4. Bis zum Bewertungsniveau zur Hochzeit der Internetblase im Jahr 2000 ist noch reichlich Platz – damals stieg die KGV-Bewertung des deutschen Leitindex auf über 35…

Aktuelle Entwicklungen am Rohölmarkt: Bleibt der Preis stabil?

Nach vier Monaten auf dem außergewöhnlich stabilen Niveau von 54-57 USD hat der Rohölpreis zuletzt um 10% auf 51 USD nachgegeben. Der Grund für die ausgeprägte Korrekturbewegung ist vor dem Hintergrund steigender US-Rohöllagerbestände zu sehen: Es herrscht eine zunehmende Unsicherheit, wann beziehungsweise ob sich die von der OPEC angestrebte Normalisierung der globalen Rohöllagerbestände einstellt. Tatsächlich haben sich die Lagerbestände nicht abgebaut, was wohl großteils daran liegt, dass es den US-Schieferölunternehmen gelungen ist, ihre Fördermengen zügig wieder hochzufahren. Zudem scheinen die Erwartungen einiger Investoren hinsichtlich der Geschwindigkeit des Lagerabbaus etwas überambitioniert gewesen zu sein. Angesichts der aus OPEC-Sicht (noch) suboptimalen Gemengelage sollten sich die OPEC und ihre NOPEC-Partner im Laufe des 2Q2017 zu einer modifizierten Sechs-Monats-Verlängerung des Produktionsbegrenzungsabkommens durchringen. Auf dem Weg zum OPEC-Beschlussgipfel in Wien (25.05.) wird sich in erster Linie Saudi-Arabien wieder mehrdeutig und nebulös zum Fortgang der Dinge äußern, um die Niveauhöhe und die Form der Rohöl-Terminkurve mittels…

Attraktive Renditequelle: DAX-Konzerne schütten Rekord-Dividenden aus

Alle DAX-Unternehmen haben ihre Dividende für das Geschäftsjahr 2016 bekannt gegeben. Die Ausschüttungen fallen erneut großzügig aus: Insgesamt werden die DAX-Konzerne 32,1 Mrd. Euro ausschütten, eine Steigerung um 8,5% gegenüber dem Vorjahr sowie ein neuer Rekordwert. Die HDAX-Unternehmen zahlen in Summe 42,6 Mrd. Euro. Insgesamt haben 75% der Unternehmen die Dividende angehoben, 20% konstant gehalten und nur 5% die Dividende gekürzt. Lediglich 11% der Unternehmen schütten keine Dividende aus. Mit Blick auf die nächsten zwölf Monate sind in Deutschland rund 3% Dividendenrendite und in Europa sogar 3,5% Dividendenrendite zu erwarten. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass die absehbaren Dividendenrenditen aufgrund der gestiegenen Kurse rund 15% unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegen. Relativ zu deutschen Bundesanleihen ist dies jedoch weiterhin ein attraktiver Wert. Gerade für längerfristig orientierte Investoren, denen kurzfristige Schwankungen durch die Vielzahl politischer Störfeuer nichts ausmachen, bleiben die Dividenden eine interessante und verlässliche Renditequelle.  

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