Aktienmärkte

US-Dollar und Treasury-Rendite: eine Scheinehe

Die Makroökonomische Theorie befasst sich ausführlich mit der Beziehung zwischen Währungen und Zinsen. So besagt die Zinsparität, dass der Zinsvorteil eines Landes durch eine Anpassung des Wechselkurses ausgeglichen werden muss. Anders ausgedrückt: der Zinsvorteil eines Landes resultiert in höheren Kapitalzuflüssen, die Währung wertet auf, wodurch der Zinsvorteil nivelliert wird. Diese Argumentationskette („höhere Zinsen = stärkere Währung“) ist tief im kollektiven Wissen des Finanzmarktes verankert. Und auch wenn der Zusammenhang in der Praxis bei weitem nicht so eng ist, wie manch einer glaubt, ist unbestreitbar, dass der Währungsmarkt sich insbesondere in Phasen starker Renditebewegungen vom Zinsniveau leiten lässt. So belegen langfristige Korrelationsanalysen, dass die Relation zwischen dem US-Dollar-Index und der 10J-Rendite amerikanischer Staatsanleihen überwiegend positiv, wenngleich recht volatil, ist. Seit geraumer Zeit ist diese Korrelation jedoch stark rückläufig und bewegt sich nunmehr seit Ende des vergangenen Jahres in der Region von Null, hier und da sogar im negativen Bereich. Geschuldet ist…

Türkische Zentralbank reagiert

» Notenbank hebt Referenzzinssatz für Notfallliquidität um 300 Bp auf 16,5% an. Die Lira konnte im Anschluss an die Ankündigung profitieren. » Auch politische Vertreter, darunter Präsident Erdogan und Premier Yildirim, versuchten gestern, dem Ausverkauf der Lira entgegenzuwirken. » Eine nachhaltige Stabilisierung konnte die Zentralbank bislang aber nicht erreichen. Weitere Schritte könnten notwendig werden. Lange hat sich die türkische Zentralbank Zeit gelassen, gestern reagierte sie im Rahmen einer Notfallsitzung dann doch auf den in den vergangenen Wochen zu beobachtenden Einbruch ihrer Landeswährung. Rund 15% hatte die Lira gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung allein seit Anfang Mai verloren. Gegenüber dem US-Dollar lag das Minus im Vorfeld der Sitzung sogar bei 18%. Mit ihrer Entscheidung, den Referenzzinssatz für Notfallliquidität, derzeit faktisch der Leitzins, um 300 Bp auf 16,5% anzuheben, konnte die Notenbank ihrer Landeswährung gestern Abend spürbare Kursgewinne in der Größenordnung von bis zu 6% bescheren. Nicht nur die Zentralbank, auch politische Vertreter…

Fed-Minutes: Zinsschritt im Juni

» Die US-Notenbank will die Leitzinsen „bald“ (im Juni) anheben – unter den Marktakteuren wäre dies jedoch keine Überraschung » Wohl keine Beschleunigung des Tempos der Zinserhöhungen, auch wenn die Inflation eine Zeit lang oberhalb von 2% tendiert » Die US-Notenbank hält an ihrem graduellen Erhöhungskurs fest – der Fed-Funds-Korridor dürfte gegen Ende 2018 bei 2% bis 2,25% liegen Gestern Abend wurde das Protokoll der jüngsten Sitzung des geldpolitischen Rates der US-Notenbank (Minutes) vom 2. Mai veröffentlicht. Für viele Marktteilnehmer war interessant, wie intensiv im geldpolitischen Entscheidungsgremium der Fed über mögliche Inflationsrisiken diskutiert wurde und ob die Währungshüter im Falle eines steigenden Preisdrucks das Tempo ihrer Leitzinsanhebungen beschleunigen werden. Zusätzlich wurde am Finanzmarkt darüber spekuliert, ob die Fed-Oberen die Verflachung der Renditestrukturkurve thematisiert haben. Nicht zuletzt wurden die Minutes nach Hinweisen durchsucht, ob die US-Notenbank im Juni die Leitzinsen erneut anheben wird. So waren auch die meisten FOMC-Mitglieder der Ansicht,…

Neues Regelwerk für DAX Indizes – TecDAX vor Bedeutungsgewinn

Die Deutsche Börse wird künftig die Trennung nach den Segmenten „Tech“ und „Classic“ aufgeheben. Somit können auch Unternehmen des Technologie-Segments in den MDAX oder SDAX aufgenommen werden. Zum anderen können DAX-Unternehmen, die den Technologie-Sektoren zugeordnet sind (z.B. Infineon, SAP, Deutsche Telekom), auch in den TecDAX-Index aufgenommen werden. Weiterhin werden die Indizes MDAX und SDAX vergrößert: Die Zahl der Werte im MDAX steigt von 50 auf 60 und im SDAX von 50 auf 70. Der TecDAX wird weiterhin aus 30 Titeln bestehen. Die neue Methodik wird erstmalig zur September-Verkettung angewandt und somit ab dem 24. September in der Indexberechnung reflektiert. Bereits ab dem 18. Juni werden Schattenindizes veröffentlicht. Die Änderungen sind das Ergebnis einer Befragung von Marktteilnehmern. Zukünftig können Unternehmen somit im TecDAX und zusätzlich im DAX beziehungsweise MDAX / SDAX gelistet sein. Dies ist vergleichbar mit den USA, wo Unternehmen beispielsweise im Nasdaq und im S&P 500 gelistet sind. Die…

Chinas Festlandaktien vor Eintritt in ein neues Zeitalter

Ab Juni werden chinesische Festlandtitel der Börsen in Shanghai und Shenzen, die sogenannten „A-Aktien“, erstmalig in den Auswahlindizes des Indexanbieters MSCI berücksichtigt. A-Aktien sind generell nur für chinesische Festlandbürger handelbar und in Renminbi notiert. Ausländische institutionelle Investoren können seit 2002 nach Erhalt einer entsprechenden Lizenz ebenfalls handeln. Am kommenden Montag gibt MSCI bekannt, welche A-Aktien zukünftig in den Indizes berücksichtigt werden. In einer Pressemitteilung wurde bislang nur bekanntgegeben, dass insgesamt 234 chinesische Aktien in die globalen und regionalen MSCI Indizes aufgenommen werden. Basierend auf den Indizes des New Yorker Indexanbieters MSCI werden weltweit laut Bloomberg-Angaben knapp zwei Billionen US-Dollar Anlegergeld betreut. Die Erstgewichtung der A-Aktien erfolgt in zwei Schritten, die Aktien werden dabei mit einem deutlich niedrigeren Gewicht als dem aktuellen Marktwertadäquat aufgenommen. In der ersten Runde Anfang Juni werden lediglich 2,5% der Streubesitzkapitalisierung berücksichtigt, ab September wird der Beteiligungsfaktor auf fünf Prozent der Kapitalisierung erhöht. Angesichts dieser geringen Beteiligungswerte…

Agrarrohstoffe: Preise könnten steigen

Die Preise für Agrarrohstoffe bewegen sich seit rund vier Jahren in einer Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau. Der Hauptgrund für diese Entwicklung war die zusehends aus den Fugen geratene Balance zwischen Angebot und Nachfrage, maßgeblich in den Erntejahren zwischen 2013/14 bis 2016/17. Während der Verbrauch der vom DZ BANK Rohstoff-Research analysierten Big-3-Agrarrohstoffe – Mais, Weizen und Sojabohnen – zwischen 2013/14 und 2016/17 um durchschnittlich 3,6% anzog, verzeichnete die Big-3-Produktionsmenge eine durchschnittliche Wachstumsrate von 4,8%. Nahezu logische Folge dieser asynchronen Entwicklung war ein deutliches Ansteigen der Big-3-Lagerbestände von 363 auf 566 Mio. Tonnen. Die angebotsseitige Steigerung in diesem Zeitintervall lässt sich dabei auf die beiden Primärfaktoren steigender Ernteflächen und wachsender Hektarerträge zurückführen, von denen Erstere für rund 30% und Letztere für rund 70% des Produktions-Quantensprungs verantwortlich zeichneten. Im Detail: „Flächen-Faktor“: Die gestiegenen Ernteflächen basierten auf vier Hintergrundtreibern: (1) Preise, (2) USD-Entwicklung, (3) Agrarpolitik und (4) Wetter. So sorgten die „Nachwehen“ der Agrarrohstoffpreis-Hausse…

1 2 58