Aktienmärkte

Apple und Qualcomm schließen Frieden

Die beiden Technologieunternehmen Apple und Qualcomm haben ihren seit Jahren andauernden Patenstreit beigelegt – nur wenige Stunden, nachdem in den USA die Gerichtsverhandlung über den Disput begonnen hatte. Der „iPhone“-Hersteller warf Qualcomm vor, zu hohe Lizenzgebühren für Smartphone-Patente zu verlangen und wies deshalb seine Auftragsfertiger an, keine Lizenzzahlungen an den Chipentwickler zu leisten. Qualcomm verklagte Apple daraufhin wegen der Nutzung von Patenten ohne damit einhergehenden Zahlungen. Die nun getroffene Vereinbarung gilt rückwirkend ab dem 01. April 2019 und beendet alle weltweit laufenden Gerichtsverfahren: sowohl zwischen den beiden Unternehmen als auch zwischen Apples Auftragsfertigern und Qualcomm. Die Konzerne haben sich auf ein sechs Jahre laufendes Lizenzabkommen verständigt, mit der Option, dieses um zwei Jahre zu verlängern. Apple wird während dieser Zeit Lizenzzahlungen an Qualcomm leisten. Darüber hinaus hat sich Apple zu einer Einmalzahlung in ungenannter Höhe verpflichtet, um Qualcomm für die entgangenen Lizenzzahlungen zu entschädigen. Ferner wurde ein mehrjähriges Abkommen geschlossen,…

Konjunktur und Aktienmärkte scheinbar entkoppelt

Die deutsche Wirtschaft ist sehr exportabhängig und im Ausland auch sehr erfolgreich. Dies zeigt sich eindringlich im Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands von 7,4 Prozent des BIP in 2018, damit war Deutschland hier abermals mit Abstand Weltmeister. Die Kehrseite dieser Medaille ist die Anfälligkeit der deutschen Wirtschaft bei externen Störungen. Großbritannien ist der viertgrößte Exportmarkt für deutsche Unternehmen. Da überrascht es nicht, dass sich das nicht enden wollende Brexit-Debakel negativ auf die Stimmung der deutschen Unternehmen auswirkt. China ist der wichtigste Handelspartner außerhalb Europas. Die sich hier seit Monaten abzeichnende Wachstumsverlangsamung wird nun auch deutlich spürbar bei den Exportaussichten der deutschen Unternehmen. Die ifo-Exporterwartungen sind entsprechend kräftig gefallen. Die deutsche Industrie könnte sich bereits in einer kleinen Rezession befinden. Die Gesamtwirtschaft jedoch nicht. Hierzu sind der Arbeitsmarkt, der Servicesektor, wie auch der Bausektor zu dynamisch. Am Aktienmarkt spürt man hiervon bislang gar nichts. Im Gegenteil, der Jahresauftakt in den ersten acht Wochen war…

Kursfeuerwerk in den ersten Monaten 2019

  In den ersten Monaten dieses Jahres gab es ein wahres Kursfeuerwerk an den Finanzmärkten. Dies sollte man aber nicht linear fortschreiben, denn der Gegenwind dürfte stärker werden. 2018 war für fast sämtliche Assetklassen kein gutes Jahr. Dies hat sich in den ersten Monaten 2019 nun völlig umgekehrt und nahezu alle Assetklassen zeigen eine positive Performance seit Jahresbeginn. Insbesondere die gute Performance der Aktienmärkte verdeutlicht, dass die Kursverluste 2018 übertrieben waren. Denn die Wachstumserwartungen haben sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2019 eher verschlechtert und auch die politischen Risiken haben sich nicht sonderlich verbessert. Rückenwind kam dagegen wieder einmal von den Notenbanken: So hat die US-Notenbank den Zinsanhebungszyklus beendet, und die EZB hat sämtlichen Fantasien, dass die Zinsen zeitnah steigen könnten, den Boden entzogen. Natürlich kann man die gute Performance der ersten Wochen nicht einfach fortschreiben. Wenn jedoch die britische Regierung einen ungeregelten Brexit vermeidet und der Handelskonflikt zwischen den…

Privatanleger kaufen wieder Aktien – leider mit dem Trend

Im vergangenen Jahr ist in Deutschland die Zahl der Aktionäre laut DAI (Deutsches Aktieninstitut) gestiegen, und gestern wurde in Deutschland der Tag der Aktien gefeiert. Das sind erfreuliche Nachrichten. Allerdings erfolgte der Aufbau der Bestände wieder einmal in einer Hausse. An der Börse gelten andere Regeln als im Alltag: Locken große Einzelhändler an Aktionstagen mit Rabattverkäufen, greifen Käufer beherzt zu. Am Aktienmarkt hingegen kaufen die Anleger, wenn die Preise steigen, und es wird verkauft, wenn die Kurse sinken. Woran liegt das? – Geht es bergauf, möchten Anleger nicht beiseitetreten, sondern am Erfolg teilhaben. „Jeder macht es“ (oder englisch „social proof“) ist das Gebot der Stunde. Der Verkauf zu fallenden Kursen hingegen wird wohl durch den Fluchtreflex verursacht, der seit der Schöpfung im menschlichen Verhalten verankert ist. Unsicherheit an den Märkten signalisiert dem Anleger: „Das ist nicht schön – lass uns lieber flüchten“. Nun steht vor der Börse kein anlegerfressendes Mammut…

China: Die Gründe für den unheimlichen Kursaufschwung

In China steigen die Börsen wie in den besten Tagen. Mit dem katapultartigen Anstieg der Kurse 2019 wurde eine Einigung der amerikanisch-chinesischen Zollverhandlungen vorweggenommen. Auch der langfristige Ausblick spricht für China: Die chinesische Wirtschaft dürfte in diesem Jahr rund viermal so schnell wachsen wie die deutsche Wirtschaft. Darüber hinaus wird das „alte China“ langfristig durch das „neue China“ in der Industrie- und Dienstleistungslandschaft ersetzt. Das „alte China“ wird an der Börse repräsentiert von Unternehmen aus den Bereichen wie Immobilien, Grundstoffe oder Finanzen. Diese wachsen langsamer oder kämpfen mit Problemen wie Überkapazitäten oder notleidenden Kredite. Dies ist einer der Gründe, warum diese Aktien im ohnehin schwachen Marktumfeld im Dezember 2018 mit besonders hohen Abschlägen zur Bewertung des Gesamtmarktes gehandelt wurden. Diese Unterbewertung wurde durch den Kursanstieg 2019 wieder ausgeglichen. Dennoch sind die Anleger immer noch auf der Suche nach Wachstumsstories jenseits defensiver Aktien (obwohl dies auch gute Anlagemöglichkeiten sein können). Diese…

DeutschlandBank AG

Die Spekulationen über eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank halten sich seit Anfang September 2016 hartnäckig. Der neue CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing, schloss zu Beginn seiner im April 2018 beginnenden Amtszeit eine Fusion zwischen den beiden Großbanken für die nächsten zwölf bis 18 Monate nahezu aus und verwies zur Begründung auf die laufende Integration der Postbank und die anhaltende Restrukturierung des Konzerns. Diese Argumente sind zwar auch heute noch valide. Doch der politische und gegebenenfalls auch wirtschaftliche Druck scheinen nun hinreichend groß zu sein, dass trotz allem informelle Gespräche bezüglich einer möglichen Fusion der beiden Institute geführt werden. Positive Effekte eines Zusammenschlusses der beiden Großbanken könnten sein: 1. die skalierbaren Investitionskosten für Technologie und Digitalisierung, 2. die erheblichen potenziellen Kostensynergien infolge ähnlicher Geschäftsfelder und 3. ein eventuell möglicher Transfer von Kundeneinlagen innerhalb des Konzerns. Dagegen sprechen Gründe wie: 1. höhere Kapitalanforderungen aufgrund der Größe, 2….

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