Aktienmärkte

IFRS 16 sorgt für Aufregung

Seit dem 1. Januar 2019 gilt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Künftig sind nahezu alle Leasingverhältnisse (Miete und anderes) in den Unternehmensbilanzen auszuweisen. Obwohl IFRS 16 bereits 2016 veröffentlicht wurde, stellt die Erstanwendung Unternehmen und Investoren nun vor erhebliche Herausforderungen und sorgt für Verunsicherung. Am täglichen Geschäft der Unternehmen, den Verträgen und Zahlungsströmen ändert sich zwar nichts. Die Neuerung hat allerdings erhebliche Auswirkungen auf die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Free Cash Flow. Je nachdem, wie groß das Volumen von Operating-Lease-Verträgen (Miete) eines Unternehmens ist, kann es zu massiven Auswirkungen auf die Höhe des Verschuldungsgrads, das EBITDA sowie andere Bilanz- und Erfolgskennzahlen kommen. So zeigt eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC, dass sich im Median das EBITDA um 13% und die Finanzschulden um 22% erhöhen. Besonders betroffen sind Einzelhandelsunternehmen, Fluggesellschaften sowie Logistikdienstleister, die in der Regel über eine hohe Anzahl an Leasing-Verträgen verfügen. Der neu anzuwendende Rechnungslegungsstandard kann auch…

Sind die Aktienmärkte stürmischer geworden?

Viele Marktteilnehmer sind der Meinung, die Kursbewegungen am Aktienmarkt seien stürmischer geworden. Es werden keine lang anhaltenden Sturmphasen empfunden, vielmehr sind es kurze und kräftige Wirbelstürme, die, um im Wortbild zu bleiben, die Märkte regelmäßig durcheinanderwirbeln. Kann die Empirie, das heißt der Blick auf die Kursbewegungen der Vergangenheit, diese Einschätzung bestätigen? Zur Beantwortung dieser Frage haben wir uns die Verteilung der täglichen Kursschwankungen im DAX zwischen 1965 und heute angeschaut. Das Ergebnis zeigt, dass sich zu 78% der Zeit die Kurse in einem „normalen“ Schwankungsfenster der Tagesrenditen zwischen – 1,2% bis + 1,2% (für Freunde der Statistik: plus / minus eine Standardabweichung) bewegt haben. So weit, so gut. Diese Daten erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte. Kapitalmarktforscher haben festgestellt, dass es Anomalien bei den Renditedaten gibt, wie zum Beispiel extrem positive und negative Tagesrenditen. Diese sind in der Statistik die sogenannten „Fat Tails“, also die dicken Enden in Verteilungsfunktionen. Sie…

Aktienmärkte: stärkster Jahresauftakt seit 1975 – Zeit zum Ausstieg?

Das vergangene Börsenjahr war durch hohe Kursschwankungen gekennzeichnet, die im Schlussquartal in starke Verluste mündeten. Fallen die Kurse unerwartet tief, tritt meist ebenso schnell eine deutliche Erholung ein. Dies ist auch 2019 der Fall: Seit Jahresanfang notieren S&P 500 und Nasdaq 100 12% und 14% im Plus – der beste Auftakt an den US-Börsen seit 44 Jahren. Auch der DAX legte 9% zu. Die beste Kursentwicklung lieferten chinesische Aktien, der CSI 300 stieg um 22%. Dreh- und Angelpunkt für die weitere Entwicklung bleibt die Konjunktur in den USA. Es gibt etliche kritische Stimmen, die glauben, dass sie bald auf eine Rezession zusteuert. Das Hauptargument ist, dass wir uns seit zehn aufeinanderfolgenden Jahren in einer Expansionsphase befinden, sodass die Zeit für die USA gekommen ist, in die Rezession zu gehen. Messbar war dies in erster Linie an anziehenden Kapitalmarktrenditen und einer inversen Zinskurve. Zwar zeigen sich vermehrt Risse in den positiven…

Inflationsrate im Euroraum entfernt sich weiter von der EZB-Zielmarke

Die Inflation im Euroraum ebbt weiter ab. Im Januar erreichte die jährliche Rate nur noch einen Anstieg von 1,4%, nach 1,6% im Dezember 2018. Der Grund für die Abwärtsbewegung sind – wie schon in den Vormonaten – die Energiepreise, die im Vorjahresvergleich mittlerweile nur noch einen moderaten Preisdruck ausüben. Damit wachsen auch die Zweifel, ob die EZB ihr Inflationsziel von „nahe, aber unter 2%“ erreicht. Die Hoffnungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi lagen zuletzt auf den Ländern, die derzeit mit einem erhöhten Fachkräftemangel zu kämpfen haben und ein steigendes Lohnwachstum aufweisen, vor allem Deutschland. Hier – aber auch in vielen anderen Euroländern – bleibt die Lohndynamik bisher jedoch bestenfalls auf einem soliden Niveau. Die harmonisierte Inflationsrate stabilisierte sich hierzulande im Januar bei 1,7%. Damit ist zumindest in den kommenden Monaten auf EWU-Ebene kein nennenswerter Auftrieb bei der Inflationsrate zu erwarten. Das bestätigt auch ein Blick auf die sogenannte Kernrate, jene Komponente…

Bester Jahresstart seit 30 Jahren

2018 war zweifelsfrei eines der schlechtesten Börsenjahre seit Langem. Die pessimistische Stimmung und Enttäuschung über die Märkte hält bei vielen Investoren immer noch an. In dieser Lethargie haben viele verpasst, dass wir an den Märkten den besten Jahresauftakt seit 30 Jahren erleben. Der S&P 500 hat seit dem 1. Januar 6,9% gewonnen – bester Start seit 1989. Zum Vergleich: Im Durchschnitt beträgt das Monatsplus im Januar nur 0,9%. Auch der DAX hat einen sehr starken Januar gezeigt und ebenfalls 6,9% zugelegt. Diese Performance wurde innerhalb der letzten 30 Jahre lediglich von der Erholungsbewegung im Jahr 2012 und vom Kursfeuerwerk rund um den Beginn des EZB-Anleihekaufprogramms 2015 übertroffen. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, das schwache Jahr 2018 hinter sich zu lassen und objektiv in die Zukunft zu blicken. Unser DZ BANK-Börsenbarometer zeigt, dass sich der extreme Pessimismus vom Jahresende löst. Die Berichtssaison zum Schlussquartal liefert ein solides Zahlenwerk und…

ifo-Umfrage: Deutsche Unternehmen verlieren Zuversicht

Über alle Branchen hat sich zu Jahresbeginn die Stimmung in der deutschen Wirtschaft merklich verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Besonders gebeutelt hat es die Geschäftserwartungen der Unternehmen, die regelrecht abgestürzt sind. Zuletzt äußerten sich die befragten Manager im Jahr 2012 ähnlich skeptisch in Bezug auf den weiteren Ausblick. Die Unternehmen verlieren offenbar allmählich das Vertrauen, dass sich die politischen Probleme, die zunehmend auf der Konjunktur lasten, in absehbarer Zeit lösen lassen. Besonders betroffen zeigt sich abermals die Industrie, die zunehmend unter den Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China leidet. Die Gefahr eines harten Brexit ist zuletzt ebenfalls erheblich gestiegen. Aber auch in den mehr binnenwirtschaftlich orientierten Branchen mehren sich nun die Anzeichen für einen Abschwung. Nach diesen enttäuschenden Zahlen wird eine durchgreifende Erholung der Konjunktur im ersten Quartal, wie sie in vielen Prognosen unterstellt ist, zunehmend unwahrscheinlich. Der…

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