Aktienmärkte

DAX vor Rekordstand – was nun?

Die weltweit wenig dynamisch verlaufende Konjunktur belastet das heimische Exportgeschäft. Die so wichtige Automobilindustrie befindet sich im langfristigen strukturellen Wandel – mit unklarem Ausgang – und viele Firmen im DAX kämpfen immer noch mit hausgemachten Problemen. Trendthemen aus den Bereichen Technologie, Internet und anderen Sektoren werden in den USA und China vorangetrieben, nicht in Deutschland. Kein Wunder, dass sich der bald höchste Stand der DAX-Geschichte etwas falsch anfühlt. Schließlich sinken die Gewinne der DAX-Unternehmen seit gut drei Jahren. Ohne den Erfolgsgaranten im Index (SAP, Allianz, Adidas oder Siemens), die die Kursverluste der „Minderleister“ überkompensieren konnten, nahetreten zu wollen: Tatsächlich ist ein wesentlicher Teil des DAX-Aufschwungs nicht mit der „Sexyness“ der Indexunternehmen zu begründen, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass der DAX ein „Total Return“-Index ist. Hinzu kommt, dass Aktienanlagen, im Gegensatz zu Anleihen, immer noch einen signifikanten Ertrag abwerfen. Gut sieben Prozent beträgt die Gewinnrendite der DAX-Unternehmen, gemessen an der…

2020 ist in den USA ein Wahljahr – ein paar Facts und Figures für die Aktienmärkte

In wenigen Monaten wird in den USA der Präsidenten gewählt. Heute weiß man zwar noch nicht einmal, wer antreten wird. Sicher ist allerdings, dass bald eine emotionsgeladene Berichterstattung und sich täglich verändernde Prognosen auf der Tagesordnung stehen werden. Da starke Emotionen bekanntlich nicht zu den besten Investitionsentscheidungen führen und viele Wahlprognosen deutlich danebenlagen, anbei einige historische Daten. Aufgrund des komplizierten US-Wahlsystems ist für einen Sieg nicht die Mehrheit der Stimmen notwendig, sondern die Mehrheit der Wahlmänner. So erhielt auch Trump 2016 nur 46% der Stimmen, aber 57% der Wahlmänner. In fast 40% der Wahlen hatte der Sieger keine Mehrheit der Stimmen. Darüber hinaus hängt der Ausgang der Wahl immer am Ergebnis der „Swing States“, das von der Neigung der Wechselwähler abhängt. Seit dem zweiten Weltkrieg gab es 18 Wahlen und 13 Präsidenten. Dabei wurden nur drei Präsidenten abgewählt und einer verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Parteiwechsel…

Private Haushalte: Rekordjagd an Aktienmärkten rettet Anlagejahr 2019

Nach unseren vorläufigen Berechnungen dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im abgelaufenen Jahr um 7,1 Prozent auf 6,6 Billionen Euro gewachsen sein. Im Vergleich zu 2018, als die Wachstumsrate bei 2,2 Prozent lag, hat sich der Vermögensaufbau stark beschleunigt. Der kräftige Anstieg ist allerdings vor allem dem Sparfleiß der Bürger und einer äußerst positiven Aktienmarktentwicklung zu verdanken. So dürfte sich die private Sparquote mit rund 11 Prozent auf dem erhöhten Niveau von 2018 eingependelt haben. Und trotz des geringen Aktienanteils von gut 7 Prozent im Anlageportfolio der privaten Haushalte haben Kursanstiege 2019 zu Bewertungsgewinnen im Geldvermögen von rund 184 Mrd. Euro geführt. Sorgen bereitet dagegen die anhaltende Niedrigzinsphase: Zum einen ist der gerade für die private Altersvorsorge wichtige Zinseszinseffekt weitgehend weggebrochen und ein negativer Realzins führte 2019 zu beträchtlichen Wertverlusten im Geldvermögen. Zum anderen hat sich ein beträchtlicher Geldanlagestau aufgebaut, weil den tendenziell eher risikoscheuen deutschen Privatanlegern die…

Sorgenfreie Aktienmärkte oder Übermut tut selten gut

Die Marktstimmung hat sich zuletzt sehr verbessert, wie unser DZ BANK Börsenbarometer zeigt. Nachdem das Sentiment über 2019 hinaus immer wieder durch die drei großen Risikofelder Handelskrieg, Brexit und Italien belastet war, zeigten sich bereits Ende Oktober Zeichen der Entspannung, als zum einen die Notenbankpolitik noch expansiver ausgerichtet wurde und zum anderen aus Washington Signale zu vernehmen waren, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China wahrscheinlicher wird. Zwar kühlte sich die Stimmung in den darauffolgenden Wochen wegen des fehlenden Newsflows wieder leicht ab. Mit dem Wahlsieg von Johnson und damit einer sinkenden Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit zur Unterschrift bereitliegt, ist die Börsenstimmung nun deutlich in die Höhe geklettert. Das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen lange nicht steigen werden, die Volatilität stetig sinken wird und alle Portfolien auf…

Bewertung der Aktienmärkte klettert immer höher

Das Bewertungsniveau der Aktienmärkte ist deutlich angestiegen. Innerhalb der letzten 15 Jahre lag das Kurs- Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX nur Anfang 2015 höher, als die EZB erstmals Anleihen am Markt kaufte. Hier zeigt sich eine interessante Parallele, da die EZB im November, nach kurzer Pause, das Anleihekaufprogramm reaktivierte. DAX-KGV deutlich angestiegen Gleichzeitig fällt jedoch die Wachstumsdynamik der Unternehmensgewinne weiterhin sehr schwach aus. Die Gewinne der DAX-Konzerne werden das zweite Jahr in Folge sinken. Die Kursentwicklung wird somit vollständig durch eine Bewertungsexpansion gespeist und beruht maßgeblich auf der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr besser laufen wird. Ähnliche Muster zeigen auch bei den meisten der großen Indizes.   Zwar kommen sowohl seitens der Einkaufsmanagerindizes als auch der Gewinnrevisionen positive Signale, die Unsicherheiten bleiben jedoch hoch. Weder für den Handelsstreit noch im Falle des Brexits konnte bisher eine finale Lösung präsentiert werden. Insgesamt zeigt sich eine äußerst positive Stimmung an den Kapitalmärkten…

Alles wieder gut?

Ein Blick auf die Entwicklung der Aktienmärkte in den letzten Tagen könnte dazu verleiten, die „Großthemen“ der letzten Monate, also vor allem den US-chinesischen Handelsstreit und die Brexit-Debatte, für erledigt zu erklären. Wichtige Indizes sowohl aus den Industriestaaten als auch aus großen Schwellenländern sind auf neue Allzeithochs gestiegen. Dafür sorgte eine Mixtur aus Erleichterung über eine gewisse Entspannung in politischen Streitfragen und der Freude über eine nochmals expansivere Geldpolitik. Doch die aktuelle Euphorie an den Aktienmärkten bedeutet nicht, dass die Probleme der Weltwirtschaft tatsächlich gelöst wären. So sind die Gründe für den US-chinesischen Handelsstreit nach wie vor alle vorhanden. Es gibt lediglich aus innenpolitischen Erwägungen derzeit kein Interesse an einer weiteren Eskalation. Erfolgsmeldungen werden beidseits des Pazifiks gebraucht und auch geliefert. Damit kann es jedoch schnell wieder vorbei sein. Europa ist in Sachen Handelsstreit ein „Bystander“ und möchte das gerne auch bleiben. Momentan sieht es so aus, als wären mögliche…

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