Aktienmärkte

Währungs-Kapriolen lassen Aktienmarkt kalt

Kräftige Wertschwankungen zwischen dem US-Dollar und dem Euro waren in den letzten Jahren eher die Regel als die Ausnahme. Seit seiner Einführung als Buchgeld im Jahre 1999 bei einem Wechselkurs von 1,18 USD / EUR durchlebte die europäische Einheitswährung sowohl Zeiten kräftiger Abwertung als auch solche mit deutlichem Wertzuwachs.

Bankaktien – Günstig bewertet, aber aus gutem Grund

Der europäische Bankensektor notiert nach dem Kursrückgang mit einem Kurs-Buchwertverhältnis (KBV) von 0,8. Gemessen am historischen Durchschnitt seit 1994 (1,7) ist der Bankensektor damit um rund 50% unterbewertet. Da der Aktienmarkt insgesamt ebenfalls deutlich unterhalb seines historischen Bewertungsdurchschnitts notiert, verzerrt diese Betrachtung das Bild. Relativ zum Gesamtmarkt beträgt die Unterbewertung des Bankensektors derzeit auf KBV-Basis 35%, auf Basis KGV sind es 11%.

Deutscher Aktienmarkt: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

In der Woche nach dem Japan-Erdbeben hatten wir im Bereich um 6.600 DAX-Punkte empfohlen, das ermäßigte Aktienkursniveau zum Einstieg zu nutzen. Wir sahen zu diesem Zeitpunkt gute Chancen, dass sich die Einwirkung der damaligen Stressfaktoren – namentlich die Nachwirkungen des Japan-Erdbebens, die Konflikte in der arabischen Welt sowie die Portugal-Krise – bis Ende Mai 2011 verflüchtigen und die anstehende Dividendensaison sowie sehr gute Berichtsdaten für das erste Quartal dem Aktienmarkt weitere fundamentale Unterstützung liefern würden.

Update zur Berichtssaison in Deutschland

In dieser Woche endet in Deutschland die Berichtssaison zum 1. Quartal. Die volkswirtschaftlichen Frühindikatoren wie zum Beispiel der DZ BANK-Euro-Indikator, die zuletzt sehr stabil ausfielen, deuteten bereits im Vorfeld darauf hin, dass der Geschäftsverlauf bei den Unternehmen im ersten Quartal gut verlaufen sein sollte. Entsprechend gut fielen jetzt tatsächlich die Ergebnisse aus, auch wenn sich Gewinndynamik in der 2. Hälfte der Berichtssaison etwas abflaute. Insgesamt 16 der 25 Gesellschaften, die bisher zum abgelaufenen Quartal berichtet haben, übertrafen die – gemessen am operativen Ergebnis – Konsenserwartungen, davon neun Unternehmen sehr deutlich.

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