Aktienmärkte

Politik, Vertrauen und Finanzmärkte

Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten in der letzten Woche, hauptsächlich sichtbar an den Aktienmärkten, deutet auf einen massiven Vertrauensverlust der Investoren in die Politik. Zwar wurden im Vorfeld Wachstumssorgen durch die schwachen US-Wirtschaftsdaten verstärkt, aber der Downgrade der USA durch die Ratingagentur S&P hat vor allem die europäische Schuldenkrise wieder in den Brennpunkt des Interesses gestellt. Die europäische Reaktion ist seit den Beschlüssen vom 21. Juli bekannt, aber eine Vielzahl von darauf folgenden Kommentaren ließ offensichtlich werden, dass der europäischen Politik eine klare Vision fehlt. Insbesondere der Eindruck, dass die Währungsunion in Richtung einer ungesteuerten Transferunion stolpert, anstatt an den dafür notwendigen Regeln zu arbeiten, scheint zu dem Vertrauensverlust beizutragen.

Schuldenkrise drückt Aktienmarktaussichten nun doch

Die jüngsten Kursverluste fanden vor dem Hintergrund der Einigung der USA auf ein Sparpaket, der Implementierung eines neuen italienischen Sparpakets sowie massiver Interventionen der EZB statt. Abweichend zu früheren Beobachtungen führten diese Maßnahmen jedoch nicht zu einem Vertrauensgewinn bei den Investoren – eine Entwicklung, die uns große Sorgen bereitet.

Start der Berichtssaison in Europa dürfte kurzfristig zu Kursgewinnen führen

Nachdem sich entsprechende politische Beschlüsse dies- und jenseits des Atlantiks in den letzten Tagen angedeutet haben, spricht einiges dafür, dass es in nächster Zeit zunächst zu einer Beruhigung rund um das Thema Schuldenkrise in Europa und den USA kommen wird. Dies könnte in Verbindung mit einer verbesserten Anlegerstimmung den Aktienmärkten kurzfristig zu Kursgewinnen verhelfen.

Die Konsolidierung am US-Aktienmarkt dürfte vor dem Ende stehen

Die Aktienkurse haben sich nach den Anspannungen der letzten Wochen zuletzt wieder leicht stabilisiert. Insbesondere in den USA, wo die letzten sechs Börsenwochen in Folge sehr schwach ausfielen, halten wir dies für ermutigend. Der S&P 500-Index hatte seit dem Hoch im letzten Monat in der Spitze um rund acht Prozent abgegeben. Jetzt scheinen die Chancen aber gut zu stehen, dass die Konsolidierung bald beendet ist.

Zyklus und Bewertung sprechen weiterhin für Aktieninvestments

Von konjunktureller Seite erhalten die Aktienmärkte zurzeit keinen Rückenwind, denn es zeichnet sich ab, dass insbesondere die Belebung der US-Wirtschaft zuletzt ins Stocken geraten ist. Wir halten die konjunkturelle Schwäche in den USA aber nur für vorübergehend, weil zuletzt eine Reihe von Sonderfaktoren belastet hat. In erster Linie zählen hierzu die außergewöhnlich hohen Treibstoffkosten und Lieferengpässe der Industrie in Folge des Erdbebens in Japan. Die Lage wird sich unserer Meinung nach schon in den kommenden Monaten wieder entspannen, so dass auch die Vorgaben für den Aktienmarkt dann wieder besser ausfallen dürften.

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