Arbeitsmarkt

Also doch keine Rezession in Deutschland

Die vielfach erwartete Rezession in Deutschland ist also doch ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nicht gesunken wie im Vorquartal, sondern wieder leicht angestiegen. Das ist vor allem der Ausgabenfreude der Konsumenten zu verdanken, und zwar sowohl der privaten wie auch der öffentlichen Hand. Auch der Außenhandel hat nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Konjunktur weniger gebremst als noch im Frühjahr, trotz des anhaltenden Handelsstreits. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die robuste Inlandskonjunktur, gestützt auf eine gute Beschäftigungslage und das niedrige Zinsniveau, die Bremseffekte aus dem Industriebereich noch einmal auffangen konnte. Aber das Wachstum ist schwach. Vor allem die Investitionen leiden unter der großen Unsicherheit. Die Industriebetriebe müssen aufgrund rückläufiger Auftragseingänge ihre Produktion einschränken. Einige denken sogar bereits über Personalabbau nach. Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob sich die internationale Lage tatsächlich wieder etwas entspannt. Erste Signale dafür gibt es. Einige Stimmungsindikatoren zeigen bereits einen Hoffnungsschimmer. Für…

US-Arbeitsmarkt – im April fast ohne „Schönheitsfehler“

Der Schwung am US-Arbeitsmarkt hat auch im April keine Spuren von Ermüdung gezeigt. Der jüngst veröffentlichte Arbeitsmarktbericht meldet bei der Zahl der Beschäftigten einen kräftigen Anstieg um 263.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die bereits zuvor auf einem historisch niedrigen Niveau notierende Arbeitslosenquote sank dadurch noch mehr und fiel von 3,8 auf 3,6%. Den wesentlichen Schub lieferte erneut der Dienstleistungsbereich, aber auch in der Bauwirtschaft und im öffentlichen Bereich stieg die Beschäftigung. Grundsätzlich zeigt sich in den USA, trotz einer Saisonbereinigung der Zahlen, meist im Frühjahr ein solider Schwung bei der Beschäftigung. Dieser wurde in der Vergangenheit meist vom Einzelhandel getragen. Im vergangenen Monat entstanden allerdings allein 76.000 neue Arbeitsplätze bei unternehmensnahen Dienstleistern. In Anbetracht der guten Stimmungswerte in diesem Sektor ist dies keine allzu große Überraschung. Letztlich dürften sich hier auch noch positive Auswirkungen der Senkung der Unternehmenssteuer im vergangenen Jahr zeigen. Einen Makel kann man kaum am April-Bericht finden….

Exporterfolge bringen zunehmend politische Risiken

Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands hängt weiterhin am Erfolg im Exportgeschäft. Der Leistungsbilanzüberschuss ist in 2018 zwar etwas gesunken, Deutschalnd ist aber weiterhin mit Abstand Spitzenreiter. Bis vor kurzem wurde dies noch gefeiert, jetzt bringt es auch politische Risiken mit sich. Deutschlang wird sein Wirtschaftsmodell etwas adjustieren müssen. Dies bedeutet mehr Investitionen im Inland. Der Staat sollte sich dabei auf seine Aufgaben beschränken. Eine Bevormundung der Unternehmen wäre hier nur kontraproduktiv. Diese haben schon oft bewiesen, dass man rechtzeitig auf die richtigen Trends und Technologien setzt.  

Fachkräftemangel bedroht Wachstum in Osteuropa

Aus Arbeitnehmersicht ist die Lage auf den Arbeitsmärkten in osteuropäischen Staaten derzeit so gut wie selten zuvor. Die Arbeitslosenquoten sind über die letzten Jahre in Polen, Tschechien und Ungarn stetig zurückgegangen. In Tschechien ist der Arbeitsmarkt mittlerweile regelrecht leergefegt, das Verhältnis von Arbeitslosen zur Erwerbsbevölkerung erreichte zuletzt nicht nur einen historischen Tiefstand. Mit 2,2% weist Tschechien aktuell sogar die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU auf. Aber auch in Polen und Ungarn herrscht mit Arbeitslosenquoten von unter 4% nahezu Vollbeschäftigung. Auf der anderen Seite bedeutet dies für Unternehmen, die in Osteuropa tätig sind, dass es für sie zunehmend schwieriger wird, geeignetes Personal zu finden. Der Fachkräftemangel macht sich breit. Viele Unternehmen beklagen diesen Umstand nicht nur bereits in Umfragen. Der rasante Anstieg der offenen Stellen in allen drei Ländern über die letzten Jahre macht deutlich, dass eine hohe Zahl von Arbeitskräften mittlerweile tatsächlich fehlt. Damit hat sich in vielen Staaten Osteuropas…

Zeitenwende am deutschen Arbeitsmarkt

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch: Lange Zeit stand die Bekämpfung einer hohen Arbeitslosigkeit im Zentrum der Bemühungen. Galt es in den 80er und 90er Jahren, die geburtenstarken Jahrgänge in Lohn und Brot zu bringen, sorgen niedrige Geburtenziffern heute für einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs. Das Thema Fachkräftemangel rückt immer stärker in den Vordergrund. Spätestens wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, droht ein drastischer Rückgang des Arbeitsangebots. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich der heute bereits in technischen Berufen, bestimmten Handwerkssparten und der Pflege beobachtbare Fachkräftemangel auf immer mehr Branchen ausdehnen und an Intensität gewinnen. Der Altersstrukturwandel unserer Gesellschaft bietet zwar die Chance, das Problem der Arbeitslosigkeit nachhaltig in den Griff zu bekommen. Eine Verschärfung des Fachkräftemangels ist jedoch nicht weniger problematisch: Bereits heute müssen Betriebe immer öfter Aufträge schieben oder ganz ablehnen, weil qualifizierte Kräfte fehlen. Wenn Unternehmen trotz guter Absatzperspektiven gar vor Investitionen zurückschrecken, bremst das das…

Deutscher Wohnungsmarkt: Das Baukindergeld soll Familien leichter ins Eigenheim bringen

Das Wohnen ist zum Politikum geworden, weil es den Menschen in Deutschland zunehmend schwerfällt, die gerade in den wachsenden Großstädten kräftig gestiegenen Mieten und Kaufpreise zu bezahlen. Vor allem kaufwillige Familien, die Platz für den Nachwuchs benötigen, ächzen unter den hohen Preisen. So kostet eine neu errichtete 120 Quadratmeter große Eigentumswohnung in einer Großstadt mit Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren rund 500.000 Euro, in den sieben größten deutschen Städten sind es sogar eher 750.000 Euro. In guten Lagen oder hochpreisigen Städten wie Freiburg oder München ist es noch deutlich teurer. Um das Wohnen wieder erschwinglicher zu machen, haben sich die drei seit Mitte März regierenden Parteien CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag auf verschiedene Maßnahmen verständigt. Eine davon ist das Baukindergeld, das gerade im Rahmen der Klausurtagung auf der Zugspitze verabschiedet wurde. Pro Kind sollen Familien rückwirkend ab Anfang Januar 2018 12.000 Euro erhalten, sofern die Eltern die Einkommensgrenze…

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