Arbeitsmarkt

Was uns auf dem Arbeitsmarkt noch bevorsteht

Die heute veröffentlichten Daten für die Entwicklung der Arbeitslosenzahl im März waren auf den ersten Blick beruhigend. Saisonbereinigt ist die Anzahl der Arbeitslosen um gerade einmal 1.000 angestiegen. Allerdings sind in dieser Statistik nur die Anträge auf Arbeitslosengeld enthalten, die bis zum 12. März eingegangen sind. Der Großteil des Corona-Effektes ist in diesen Daten also noch nicht enthalten. Aufschlussreicher war dagegen die etwas später veröffentlichte Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit, die bei der Bundesagentur für Arbeit bis zum 27. März eingegangen sind. Diese Anzeigen sind im abgelaufenen Monat (auf Personenbasis) auf über eine Million angestiegen. Selbst zum Höhepunkt der Finanzkrise im Februar 2009 war die Zahl der Kurzarbeiter „nur“ auf etwas über 700.000 gestiegen. Das zeigt, dass in der aktuellen Krise deutlich mehr Betriebe und Branchen betroffen sind als damals. Deshalb ist auch von einem deutlich stärkeren Effekt der Rezession auf den deutschen Arbeitsmarkt auszugehen. Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Geschäftsklima in Deutschland bricht ein

Angesichts der dramatischen Auswirkungen von COVID-19 auf die deutsche, europäische und globale Wirtschaft hat sich die Stimmung der deutschen Unternehmen so stark eingetrübt wie kaum jemals zuvor. Der ifo Geschäftsklimaindex bricht mit fast zehn Prozentpunkten so stark ein wie noch nie seit dem Jahr 1991 und landet bei 86,1 Punkten. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2009. Angesichts der vielen Werks- und Ladenschließungen und der Ungewissheit über die Dauer der Bedrohung haben sich die Bewertung der aktuellen Lage und insbesondere die Geschäftsaussichten der Unternehmen stark verschlechtert. Besonders stark betroffen zeigen sich das verarbeitende Gewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor. Bei den Industrieunternehmen sind die Erwartungen so stark eingebrochen wie noch nie. Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor, das seit dem Jahr 2005 ermittelt wird, ist auf ein Allzeittief gefallen und im Handel rutschten die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einheit. Nur im Bauhauptgewerbe fiel die Stimmungseintrübung noch vergleichsweise…

Die Krise kommt in den Daten an

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden, die durch die Corona-Krise angerichtet werden, lässt sich erst ansatzweise ermessen. Klar ist, dass sich wohl alle wichtigen Volkswirtschaften der Welt bereits in der Rezession befinden, und damit auch die Weltwirtschaft insgesamt. Das war zuletzt in der „großen Rezession“ 2008/2009 der Fall. Der Vergleich der heutigen Krise mit der Finanzkrise hinkt natürlich in vielerlei Hinsicht, schließlich sind die Ursache und die Art der Verbreitung völlig anders als damals. Doch die Höhe des wirtschaftlichen Schadens könnte vergleichbar sein. Dabei sind die einzelnen Länder unterschiedlich schwer getroffen, vor allem was den jeweiligen Schweregrad der Pandemie angeht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswelle unterscheiden sich jedoch in Europa nur noch wenig von Land zu Land, und so dürften auch die wirtschaftlichen Kosten ähnlich sein. Noch liegen – zumindest außerhalb Chinas – wenig ökonomische Daten vor, die einen Hinweis auf die Schwere des konjunkturellen Abschwungs geben können. Das ändert…

Corona – von der Epidemie zur Pandemie

Das Corona-Virus und die zuletzt schnelle Verbreitung über den Globus bringen viel Leid für die betroffenen Menschen. Nach jetzigem Stand kann man bei rund 20% der Betroffenen mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen, und 5% davon sterben durchschnittlich. Die Finanzmärkte reagierten auf ihre Weise darauf. Die Aktienmärkte sind im Laufe der Woche kräftig gefallen. Die Konjunktur- und Gewinnerwartungen der Investoren kommen durch die rasan-te Ausbreitung zunehmend unter Druck. Wenn sich die Krankheit zu einer ernstzunehmenden Pandemie und damit verbundenen starken Belastungen der Lieferketten ausweiten sollte, dürfte das Weltwachstum nahe an die Stagnation kommen. Exportorientierte Länder wären dabei stärker negativ betroffen als binnenwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsmodelle. Soweit sind wir zwar noch nicht, aber die Welt ist diesem Szenario im Laufe der dieser Woche einige Schritte nähergekommen. Bereits jetzt dürften die realwirtschaftlichen Daten deutlich negativ beeinflusst werden. Für Deutschland kann man in Q1 bestenfalls mit einer Stagnation rechnen. Diese schwache Entwicklung sollte sich schon…

Deutsche Wirtschaft 2019: Wachstum nur noch im Schneckentempo

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins elfte Jahr, doch eine echte Wachstumsdynamik ist derzeit kaum noch zu spüren. Mit einem realen Plus von nur noch 0,6 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr die schwächste Zuwachsrate seit 2013, gegenüber dem Vorjahr hat sich das Wachstumstempo mehr als halbiert. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch, dass es nicht zu der befürchteten „technischen Rezession“ (zwei Negativquartale in Folge) im Jahresverlauf 2019 gekommen ist. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent in Q2 stand in der zweiten Jahreshälfte wieder ein leichtes Plus zu Buche. Detaillierte Daten zum Quartalsverlauf werden allerdings erst im Februar veröffentlicht. Die Verlangsamung des Wachstumstempos der heimischen Wirtschaft geht vor allem auf den Industriesektor zurück. Im letzten Jahr hat die globale Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten vor dem Hintergrund der diversen politischen Belastungen merklich an Schwung verloren. Das deutsche Exportwachstum lag 2019 mit 0,9 Prozent nur noch…

Gute Entwicklung am europäischen Arbeitsmarkt

Nach Jahren des stetigen Aufschwungs am europäischen Arbeitsmarkt hat sich die Erholung im Laufe des vergangenen Jahres merklich abgeschwächt. Im November 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent, was nahe dem Allzeittief mit 7,3 Prozent vom März 2008 liegt. Um den aktuellen Wert pendelt die Quote bereits seit dem zweiten Quartal 2019. Offenbar hat sich hier bereits ein Boden ausgebildet. Fraglich ist , ob es sich um einen Wendepunkt handelt und die Arbeitslosenquote wieder zu steigen beginnt. Einen Hinweis gibt der von uns berechnete Indikator für die Arbeits-losenquote im Euro-Raum. Dieser signalisiert mit Blick auf das laufende Jahr Entwarnung. Bis August 2020 wird eine relativ flachlaufende Seitwärtsbewegung prognostiziert. Mit einer echten Trendwende zu höheren Quoten ist vorerst wohl nicht zu rechnen. So zeigt sich, dass, trotz einer stagnierenden Arbeitslosenquote im Euro-Raum, das Beschäftigungswachstum weiterhin positiv ist. Darüber hinaus herrscht nach wie vor ein hoher Fachkräftemangel im gesamten Euro-Raum, der sich…

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