Arbeitsmarkt

Zeitenwende am deutschen Arbeitsmarkt

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch: Lange Zeit stand die Bekämpfung einer hohen Arbeitslosigkeit im Zentrum der Bemühungen. Galt es in den 80er und 90er Jahren, die geburtenstarken Jahrgänge in Lohn und Brot zu bringen, sorgen niedrige Geburtenziffern heute für einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs. Das Thema Fachkräftemangel rückt immer stärker in den Vordergrund. Spätestens wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, droht ein drastischer Rückgang des Arbeitsangebots. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich der heute bereits in technischen Berufen, bestimmten Handwerkssparten und der Pflege beobachtbare Fachkräftemangel auf immer mehr Branchen ausdehnen und an Intensität gewinnen. Der Altersstrukturwandel unserer Gesellschaft bietet zwar die Chance, das Problem der Arbeitslosigkeit nachhaltig in den Griff zu bekommen. Eine Verschärfung des Fachkräftemangels ist jedoch nicht weniger problematisch: Bereits heute müssen Betriebe immer öfter Aufträge schieben oder ganz ablehnen, weil qualifizierte Kräfte fehlen. Wenn Unternehmen trotz guter Absatzperspektiven gar vor Investitionen zurückschrecken, bremst das das…

Deutscher Wohnungsmarkt: Das Baukindergeld soll Familien leichter ins Eigenheim bringen

Das Wohnen ist zum Politikum geworden, weil es den Menschen in Deutschland zunehmend schwerfällt, die gerade in den wachsenden Großstädten kräftig gestiegenen Mieten und Kaufpreise zu bezahlen. Vor allem kaufwillige Familien, die Platz für den Nachwuchs benötigen, ächzen unter den hohen Preisen. So kostet eine neu errichtete 120 Quadratmeter große Eigentumswohnung in einer Großstadt mit Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren rund 500.000 Euro, in den sieben größten deutschen Städten sind es sogar eher 750.000 Euro. In guten Lagen oder hochpreisigen Städten wie Freiburg oder München ist es noch deutlich teurer. Um das Wohnen wieder erschwinglicher zu machen, haben sich die drei seit Mitte März regierenden Parteien CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag auf verschiedene Maßnahmen verständigt. Eine davon ist das Baukindergeld, das gerade im Rahmen der Klausurtagung auf der Zugspitze verabschiedet wurde. Pro Kind sollen Familien rückwirkend ab Anfang Januar 2018 12.000 Euro erhalten, sofern die Eltern die Einkommensgrenze…

Wertorientierte Vergütung im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch

Klassische Erstattungskonzepte belasten Gesundheitssysteme stark In klassischen Erstattungssystemen im Gesundheitswesen bezahlen Leistungsträger wie Krankenkassen die erbrachten Leistungen der Gesundheitsdienstleister im Wesentlichen unabhängig vom Behandlungserfolg oder ob die Behandlung auch in kostentechnischer Sicht möglichst effizient durchgeführt wurde. Damit wurden grundsätzlich für die Leistungserbringer Anreize geschaffen, möglichst viele und hochpreisige Behandlungen durchzuführen. In vielen Industrienationen geraten die Gesundheitssysteme auf Basis der Struktur dieser Erstattungssysteme, aber auch durch gesamtwirtschaftliche und demografische Faktoren seit Jahren mehr und mehr an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit. Wertorientierte Vergütung als neues Konzept Deswegen geht der Trend zu neuen Vergütungsformen für Gesundheitsdienstleister. Diese neuen Formen orientieren sich nicht an der Menge der erbrachten Leistungen, sondern vor allem daran, ob diese Behandlung Mehrwert geschaffen hat. Der Mehrwert definiert sich dabei einerseits durch den nachhaltigen Heilungserfolg beim Patienten und andererseits durch eine kosteneffiziente Leistungserbringung, wobei diese beiden Aspekte teilweise in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Unternehmen für die Umstellung gut gewapnet…

Harter Schlag für Dieselmotoren

– Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts können deutsche Städte, in denen Grenzwerte für Stickoxide nicht eingehalten werden, Fahrverbote verhängen. – Die Luftreinhaltepläne müssen jedoch auf Verhältnismäßigkeit geprüft werden. – Eine finanzielle Ausgleichspflicht für betroffene Fahrzeugbesitzer besteht nicht, Wertverluste sind wahrscheinlich. Wenngleich die Luftreinhaltepläne der Städte auf Verhältnismäßigkeit geprüft werden müssen und Ausnahmeregelungen möglich sind, dürfte das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts potenzielle Dieselkäufer weiter verunsichern und den Dieselabsatz in Deutschland auf Sinkflug halten. Auch Händler, Automobilhersteller und – zulieferer müssen nun reagieren. Damit werden die Automobilhersteller bei der Emissionsreduktion zunehmend unter Handlungsdruck gesetzt, denn sparsame Dieselmotoren helfen ihnen den durchschnittlichen CO2-Flottenverbrauch zu senken, da diese bei vergleichbaren Leistungsdaten einen CO2-Emissionsvorteil gegenüber Benzinmotoren aufweisen. Der Verkauf von Dieselfahrzeugen in Deutschland ist laut Statistiken des KBA im Januar binnen Jahresfrist um 17,6% auf rund 89.800 Fahrzeuge zurückgegangen. Der Diesel-Anteil an den Pkw-Zulassungen sank auf rund 33%, zwölf Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Gleichzeitig…

Aktienmärkte: Konsolidierungsphase steht wohl bevor

Der aktuelle Aufschwungstrend am Aktienmarkt, der im November 2016 mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten seinen Anfang genommen hat, wird sich in diesem Tempo nicht fortsetzen können. Seit der Wahl Trumps ging es beim Dow Jones und beim Nasdaq-100 knapp 50% bergauf, beim S&P 500 40% und auch der DAX stieg immerhin noch um ein Drittel. Schreibt man diese Kursentwicklung fort (wozu einige Anleger derzeit zu neigen scheinen), stünde der DAX in etwas mehr als einem Jahr bei 18.000 Punkten, der S&P 500 bei 4.200 und der Dow Jones bei rund 40.000 Punkten. Von der Entwicklung der Gewinne würde eine solche Kursbewegung nicht unterstützt. Die Aktienmärkte sind aktuell aus technischer Hinsicht so überhitzt wie seit langer Zeit nicht mehr. Mit Ausnahme des schwedischen Aktienleitindex (OMX 30) notieren alle der 20 größten Aktienindizes weltweit deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, und zwar im Mittelwert um 9%. Speziell die US-Indizes sind ihrer langfristigen…

1 2