Arbeitsmarkt

Wertorientierte Vergütung im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch

Klassische Erstattungskonzepte belasten Gesundheitssysteme stark In klassischen Erstattungssystemen im Gesundheitswesen bezahlen Leistungsträger wie Krankenkassen die erbrachten Leistungen der Gesundheitsdienstleister im Wesentlichen unabhängig vom Behandlungserfolg oder ob die Behandlung auch in kostentechnischer Sicht möglichst effizient durchgeführt wurde. Damit wurden grundsätzlich für die Leistungserbringer Anreize geschaffen, möglichst viele und hochpreisige Behandlungen durchzuführen. In vielen Industrienationen geraten die Gesundheitssysteme auf Basis der Struktur dieser Erstattungssysteme, aber auch durch gesamtwirtschaftliche und demografische Faktoren seit Jahren mehr und mehr an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit. Wertorientierte Vergütung als neues Konzept Deswegen geht der Trend zu neuen Vergütungsformen für Gesundheitsdienstleister. Diese neuen Formen orientieren sich nicht an der Menge der erbrachten Leistungen, sondern vor allem daran, ob diese Behandlung Mehrwert geschaffen hat. Der Mehrwert definiert sich dabei einerseits durch den nachhaltigen Heilungserfolg beim Patienten und andererseits durch eine kosteneffiziente Leistungserbringung, wobei diese beiden Aspekte teilweise in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Unternehmen für die Umstellung gut gewapnet…

Harter Schlag für Dieselmotoren

– Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts können deutsche Städte, in denen Grenzwerte für Stickoxide nicht eingehalten werden, Fahrverbote verhängen. – Die Luftreinhaltepläne müssen jedoch auf Verhältnismäßigkeit geprüft werden. – Eine finanzielle Ausgleichspflicht für betroffene Fahrzeugbesitzer besteht nicht, Wertverluste sind wahrscheinlich. Wenngleich die Luftreinhaltepläne der Städte auf Verhältnismäßigkeit geprüft werden müssen und Ausnahmeregelungen möglich sind, dürfte das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts potenzielle Dieselkäufer weiter verunsichern und den Dieselabsatz in Deutschland auf Sinkflug halten. Auch Händler, Automobilhersteller und – zulieferer müssen nun reagieren. Damit werden die Automobilhersteller bei der Emissionsreduktion zunehmend unter Handlungsdruck gesetzt, denn sparsame Dieselmotoren helfen ihnen den durchschnittlichen CO2-Flottenverbrauch zu senken, da diese bei vergleichbaren Leistungsdaten einen CO2-Emissionsvorteil gegenüber Benzinmotoren aufweisen. Der Verkauf von Dieselfahrzeugen in Deutschland ist laut Statistiken des KBA im Januar binnen Jahresfrist um 17,6% auf rund 89.800 Fahrzeuge zurückgegangen. Der Diesel-Anteil an den Pkw-Zulassungen sank auf rund 33%, zwölf Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Gleichzeitig…

Aktienmärkte: Konsolidierungsphase steht wohl bevor

Der aktuelle Aufschwungstrend am Aktienmarkt, der im November 2016 mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten seinen Anfang genommen hat, wird sich in diesem Tempo nicht fortsetzen können. Seit der Wahl Trumps ging es beim Dow Jones und beim Nasdaq-100 knapp 50% bergauf, beim S&P 500 40% und auch der DAX stieg immerhin noch um ein Drittel. Schreibt man diese Kursentwicklung fort (wozu einige Anleger derzeit zu neigen scheinen), stünde der DAX in etwas mehr als einem Jahr bei 18.000 Punkten, der S&P 500 bei 4.200 und der Dow Jones bei rund 40.000 Punkten. Von der Entwicklung der Gewinne würde eine solche Kursbewegung nicht unterstützt. Die Aktienmärkte sind aktuell aus technischer Hinsicht so überhitzt wie seit langer Zeit nicht mehr. Mit Ausnahme des schwedischen Aktienleitindex (OMX 30) notieren alle der 20 größten Aktienindizes weltweit deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, und zwar im Mittelwert um 9%. Speziell die US-Indizes sind ihrer langfristigen…

Haben sich die Löhne von der Konjunktur abgekoppelt

Alle Ampeln stehen auf Grün. Die Konjunktur in der Eurozone gewinnt immer mehr an Fahrt. Eigentlich müssten nun auch die Löhne und Gehälter in der Eurozone deutlich ansteigen. Doch das passiert nicht. Warum? Einige Experten fragen bereits, ob sich die Löhne von der Konjunktur abgekoppelt haben.  Anlässlich seiner Jahrestagung in Washington hat der IWF dieser Tage seinen neuen Weltwirtschaftsausblick vorgestellt. Die Wachstumsperspektiven haben sich für viele Länder in den vergangenen Monaten sehr positiv entwickelt, so dass der IWF seine Prognosen unter anderem für den Euro-Raum deutlich nach oben revidiert hat. Das sind zweifellos positive Nachrichten. Trotz der guten Konjunktur bleibt die Inflation jedoch in den meisten Industrieländern sehr niedrig. Was wird vor allem im Hinblick auf die Geldpolitik kritisch gesehen. Denn niedrige Inflationsraten machen es für die Notenbanken schwierig, ihre Geldpolitik zu normalisieren und die Zinsen wieder anzuheben. So kann, trotz der günstigen Konjunkturentwicklung, kein Puffer bei den Notenbankzinsen aufgebaut…

Halbjahresbilanz am US-Arbeitsmarkt: Unverminderte Beschäftigungsdynamik bei verhaltener Lohndynamik

Im Juni hat sich in den Vereinigten Staaten die Zahl der Beschäftigten um stattliche 222.000 Personen erhöht, dies hat der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht gezeigt. Darüber hinaus wurde der zunächst für die beiden Vormonate gemeldete Stellenaufbau noch nach oben revidiert. Unterm Strich ergibt sich für das erste Halbjahr ein Beschäftigungsaufbau um etwas mehr als eine Million Menschen, dieser Zuwachs liegt nahezu gleichauf mit dem Plus des Vorjahreszeitraumes. Der US-Jobmotor läuft also weiterhin rund, das spricht kaum für eine Kursänderung bei der Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank. Darüber hinaus ist der geringfügige Anstieg der Arbeitslosenquote im Juni von 4,3 auf 4,4 Prozent dem immer noch anhaltenden Zustrom aus der „Stillen Reserve“ geschuldet und sollte nicht als Warnsignal gewertet werden. Dieser Zustrom beim Arbeitskräfteangebot verhindert bisher auch das Anziehen bei der Lohndynamik, was eigentlich bei einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote zu erwarten wäre. Vor allem wegen der extrem niedrigen Arbeitslosigkeit gerade bei den gut qualifizierten…