Arbeitsmarkt

Deutsche Wirtschaft 2019: Wachstum nur noch im Schneckentempo

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins elfte Jahr, doch eine echte Wachstumsdynamik ist derzeit kaum noch zu spüren. Mit einem realen Plus von nur noch 0,6 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr die schwächste Zuwachsrate seit 2013, gegenüber dem Vorjahr hat sich das Wachstumstempo mehr als halbiert. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch, dass es nicht zu der befürchteten „technischen Rezession“ (zwei Negativquartale in Folge) im Jahresverlauf 2019 gekommen ist. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent in Q2 stand in der zweiten Jahreshälfte wieder ein leichtes Plus zu Buche. Detaillierte Daten zum Quartalsverlauf werden allerdings erst im Februar veröffentlicht. Die Verlangsamung des Wachstumstempos der heimischen Wirtschaft geht vor allem auf den Industriesektor zurück. Im letzten Jahr hat die globale Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten vor dem Hintergrund der diversen politischen Belastungen merklich an Schwung verloren. Das deutsche Exportwachstum lag 2019 mit 0,9 Prozent nur noch…

Gute Entwicklung am europäischen Arbeitsmarkt

Nach Jahren des stetigen Aufschwungs am europäischen Arbeitsmarkt hat sich die Erholung im Laufe des vergangenen Jahres merklich abgeschwächt. Im November 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent, was nahe dem Allzeittief mit 7,3 Prozent vom März 2008 liegt. Um den aktuellen Wert pendelt die Quote bereits seit dem zweiten Quartal 2019. Offenbar hat sich hier bereits ein Boden ausgebildet. Fraglich ist , ob es sich um einen Wendepunkt handelt und die Arbeitslosenquote wieder zu steigen beginnt. Einen Hinweis gibt der von uns berechnete Indikator für die Arbeits-losenquote im Euro-Raum. Dieser signalisiert mit Blick auf das laufende Jahr Entwarnung. Bis August 2020 wird eine relativ flachlaufende Seitwärtsbewegung prognostiziert. Mit einer echten Trendwende zu höheren Quoten ist vorerst wohl nicht zu rechnen. So zeigt sich, dass, trotz einer stagnierenden Arbeitslosenquote im Euro-Raum, das Beschäftigungswachstum weiterhin positiv ist. Darüber hinaus herrscht nach wie vor ein hoher Fachkräftemangel im gesamten Euro-Raum, der sich…

Also doch keine Rezession in Deutschland

Die vielfach erwartete Rezession in Deutschland ist also doch ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nicht gesunken wie im Vorquartal, sondern wieder leicht angestiegen. Das ist vor allem der Ausgabenfreude der Konsumenten zu verdanken, und zwar sowohl der privaten wie auch der öffentlichen Hand. Auch der Außenhandel hat nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Konjunktur weniger gebremst als noch im Frühjahr, trotz des anhaltenden Handelsstreits. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die robuste Inlandskonjunktur, gestützt auf eine gute Beschäftigungslage und das niedrige Zinsniveau, die Bremseffekte aus dem Industriebereich noch einmal auffangen konnte. Aber das Wachstum ist schwach. Vor allem die Investitionen leiden unter der großen Unsicherheit. Die Industriebetriebe müssen aufgrund rückläufiger Auftragseingänge ihre Produktion einschränken. Einige denken sogar bereits über Personalabbau nach. Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob sich die internationale Lage tatsächlich wieder etwas entspannt. Erste Signale dafür gibt es. Einige Stimmungsindikatoren zeigen bereits einen Hoffnungsschimmer. Für…

US-Arbeitsmarkt – im April fast ohne „Schönheitsfehler“

Der Schwung am US-Arbeitsmarkt hat auch im April keine Spuren von Ermüdung gezeigt. Der jüngst veröffentlichte Arbeitsmarktbericht meldet bei der Zahl der Beschäftigten einen kräftigen Anstieg um 263.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die bereits zuvor auf einem historisch niedrigen Niveau notierende Arbeitslosenquote sank dadurch noch mehr und fiel von 3,8 auf 3,6%. Den wesentlichen Schub lieferte erneut der Dienstleistungsbereich, aber auch in der Bauwirtschaft und im öffentlichen Bereich stieg die Beschäftigung. Grundsätzlich zeigt sich in den USA, trotz einer Saisonbereinigung der Zahlen, meist im Frühjahr ein solider Schwung bei der Beschäftigung. Dieser wurde in der Vergangenheit meist vom Einzelhandel getragen. Im vergangenen Monat entstanden allerdings allein 76.000 neue Arbeitsplätze bei unternehmensnahen Dienstleistern. In Anbetracht der guten Stimmungswerte in diesem Sektor ist dies keine allzu große Überraschung. Letztlich dürften sich hier auch noch positive Auswirkungen der Senkung der Unternehmenssteuer im vergangenen Jahr zeigen. Einen Makel kann man kaum am April-Bericht finden….

Exporterfolge bringen zunehmend politische Risiken

Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands hängt weiterhin am Erfolg im Exportgeschäft. Der Leistungsbilanzüberschuss ist in 2018 zwar etwas gesunken, Deutschalnd ist aber weiterhin mit Abstand Spitzenreiter. Bis vor kurzem wurde dies noch gefeiert, jetzt bringt es auch politische Risiken mit sich. Deutschlang wird sein Wirtschaftsmodell etwas adjustieren müssen. Dies bedeutet mehr Investitionen im Inland. Der Staat sollte sich dabei auf seine Aufgaben beschränken. Eine Bevormundung der Unternehmen wäre hier nur kontraproduktiv. Diese haben schon oft bewiesen, dass man rechtzeitig auf die richtigen Trends und Technologien setzt.  

Fachkräftemangel bedroht Wachstum in Osteuropa

Aus Arbeitnehmersicht ist die Lage auf den Arbeitsmärkten in osteuropäischen Staaten derzeit so gut wie selten zuvor. Die Arbeitslosenquoten sind über die letzten Jahre in Polen, Tschechien und Ungarn stetig zurückgegangen. In Tschechien ist der Arbeitsmarkt mittlerweile regelrecht leergefegt, das Verhältnis von Arbeitslosen zur Erwerbsbevölkerung erreichte zuletzt nicht nur einen historischen Tiefstand. Mit 2,2% weist Tschechien aktuell sogar die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU auf. Aber auch in Polen und Ungarn herrscht mit Arbeitslosenquoten von unter 4% nahezu Vollbeschäftigung. Auf der anderen Seite bedeutet dies für Unternehmen, die in Osteuropa tätig sind, dass es für sie zunehmend schwieriger wird, geeignetes Personal zu finden. Der Fachkräftemangel macht sich breit. Viele Unternehmen beklagen diesen Umstand nicht nur bereits in Umfragen. Der rasante Anstieg der offenen Stellen in allen drei Ländern über die letzten Jahre macht deutlich, dass eine hohe Zahl von Arbeitskräften mittlerweile tatsächlich fehlt. Damit hat sich in vielen Staaten Osteuropas…

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