Arbeitsmarkt

US-Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen – zweiter Lockdown aber unwahrscheinlich

Die Nachrichten aus den USA sind derzeit zweigeteilt. Auf der Sonnenseite stehen die jüngsten Meldungen zur konjunkturellen Lage. Ob am Häusermarkt, beim Konsum- und Industrieklima oder bei den Beschäftigungszahlen – überall bewegten sich die Indikatoren zuletzt wieder aufwärts, zum Teil sogar sehr steil. Positiv hervorzuheben ist der Einkaufsmanagerindex des ISM für das verarbeitende Gewerbe, der im Juni sogar den Sprung über die Wachstumsschwelle schaffte. Er steht nun bei 52,6 Punkten. Die Lockerungen der Lockdownmaßnahmen und die umfangreichen Staatshilfen haben der Wirtschaft offensichtlich wieder Schwung gegeben. Sicherlich, an die Werte von vor der Krise kommt man noch nicht wieder heran. Zu nennen ist hier insbesondere die Arbeitslosenquote, die aktuell (Juni) 11,1 Prozent beträgt. Im Jahresdurchschnitt 2019, also „vor Corona“, lag sie mit 3,7 Prozent viel tiefer. Dennoch zeigen die Daten, dass sich die Wirtschaft überraschend schnell erholen kann. Wird die Entwicklung der Gesamtwirtschaft sogar die Form eines V annehmen, folgt also…

Also doch eine V-förmige Erholung?

Die Indikatoren der Woche: Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni so stark angestiegen wie nie zuvor, und die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Industrie hat sich kräftig erholt und war zuletzt schon wieder besser als im vierten Quartal 2019. Angesichts der immer noch schwierigen Situation von Unternehmen in vielen Branchen überraschen diese Meldungen. Können wir also doch mit einer schnellen V-förmigen Wirtschaftserholung rechnen? Der Anstieg der Geschäftstätigkeit würde ähnlich schnell erfolgen wie der Einbruch in März und April – die schnelle Kurserholung an den Aktienmärkten wäre hierfür ein guter Vorbote gewesen. Doch es gibt einige Gründe, warum sich der rasche Anstieg der Stimmungsindikatoren nicht in eine entsprechende Erholung der Realwirtschaft übersetzen wird. Zum einen bedeutet ein Einkaufsmanagerindex im Bereich von 50 Punkten nicht, dass sich die Wirtschaft wieder im „Normalzustand“ befindet. Er zeigt lediglich an, dass im Vergleich zum Vormonat keine weitere Verschlechterung eingetreten ist. Und der starke Anstieg beim…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Wie Phoenix aus der Asche?

Die Stimmung unter den europäischen Einkaufsmanager hat sich im Juni deutlich verbessert. Der umfassende Composite Einkaufsmanagerindex zur gemeinsamen Stimmungslage im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich stieg von 31,9 auf 47,5 Punkte. Sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern ging es deutlich nach oben. So rapide, wie sich die Stimmungslage im März und April eingetrübt hatte, so schnell scheint es seit Mai wieder aufwärts. Man könnte fast meinen, dass die Krise ausgestanden ist. Doch davon ist der Euro-Raum noch weit entfernt. Denn Gastronomie und Beherbergung sowie die Freizeit- und Tourismusbranche werden weiterhin unter den Abstandsgeboten und Kontakteinschränkungen leiden. Der Lockdown bis in den Mai dürfte dafür sorgen, dass das Bruttoinlandsprodukt der EWU im zweiten Quartal um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgehen wird. Diese Einbußen müssen erstmal wieder ausgeglichen werden. Auch die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im Juni etwas zuversichtlicher. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex stieg von 32,4 auf 45,8…

Große Teile des deutschen Mittelstands leiden stark unter der Corona-Krise

In der Vergangenheit hat sich der inlandsorientierte Mittelstand robust und nur wenig abhängig von konjunkturellen Schwankungen gezeigt. Selbst die Finanzmarktkrise konnte ihm nicht allzu viel anhaben, da die Inlandsnachfrage relativ solide blieb. In der Corona-Krise brach die Nachfrage auf dem Heimatmarkt jedoch ein. Wie die Ergebnisse unserer aktuellen Mittelstandsumfrage zeigen, traf dies den Mittelstand stark: Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Geschäftslage fiel von fast 62 Punkten im vergangenen Herbst auf nur noch 3,6 Punkte und damit noch unter sein Niveau zur Zeit der Finanzmarktkrise. Relativ wenig betroffen sind nur die Mittelständler im Baugewerbe. Viele Menschen sorgen sich um die Sicherheit von Job und Einkommen. Obwohl erst einmal eine große Zahl von Beschäftigungsverhältnissen durch Kurzarbeit gesichert wurde, werden die Arbeitslosenzahlen steigen. Auch die Unternehmen machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und verschieben ihre Investitionen tendenziell nach hinten. Die Folgen dieser Krise wird auch der Mittelstand noch lange…

US-Arbeitsmarkt im Krisenmodus – aber der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Bereits die März-Daten hatten für den US-Arbeitsmarkt einen deutlichen Rückgang bei der Beschäftigung gezeigt, die jüngst veröffentlichten Zahlen für den Monat April sind jetzt aber erwartungsgemäß noch wesentlich schlechter ausgefallen. Gegenüber Vormonat sank die Zahl der Beschäftigten um rund 20,5 Millionen und die Arbeitslosenquote schnellte auf14,7 Prozent in die Höhe. Dies ist nicht nur die höchste jemals verzeichnete Rate, sondern auch der stärkste monatliche Anstieg seit Erfassung der Daten im Jahr 1948. Im April ist mit einem Minus von 7,6 Millionen mehr als ein Drittel des Beschäftigungsabbaus auf das Hotel- und Gaststättengewerbe entfallen. Große Verluste von jeweils rund 2 Millionen zeigen aber auch der Einzelhandel, unternehmensnahe Dienstleistungen und der Bildungssektor. Aber auch die Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft wurden von dem Abwärtssog nicht verschont, dies zeigen die Rückgänge um 1,3 und knapp 1,0 Millionen. Letztlich verdeutlicht der jüngste Bericht, dass in allen Wirtschaftsbereichen die Zahl der Beschäftigten…

Mittelstand vom Shutdown hart getroffen

Die Corona-Pandemie erfasst den Mittelstand wie kaum eine Krise zuvor. Trotz der eigentlich guten Risikovorsorge ist die Herausforderung für die Unternehmen angesichts der hohen Unsicherheit über die Dauer der Krise überaus hoch. Vor dem eigentlichen Shutdown bewerteten in diesem Frühjahr noch mehr als drei Viertel der befragten mittelständischen Unternehmen ihre Geschäftslage mit „gut“ oder „sehr gut“. Als „eher schlecht“ oder „schlecht“ schätzten weniger als ein Viertel der Mittelständler ihre aktuelle Lage ein. Nach dem Shutdown hielten sich die positiven und negativen Bewertungen dagegen nur noch nahezu die Waage. Besonders große Sorgen machen sich die Mittelständler im Metall-, Maschinen- und Automobilbau und in den Dienstleistungen. Direkt betroffen von einer Betriebsschließung waren zwar „lediglich“ knapp 6 Prozent der Mittelständler. Einzelne Sektoren hat der Shutdown jedoch deutlich stärker getroffen: Im Handel musste mehr als jeder zehnte Betrieb schließen. Viele Mittelständler sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. So plant in der aktuellen Krise mehr als…

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