Arbeitsmarkt

Deutscher Immobilienmarkt besteht Corona-Stresstest: Die Käufer haben sich nicht abgewendet

Nach dem langen Aufwärtstrend hat der deutsche Immobilienmarkt den ersten Stresstest überstanden. Das niedrige Niveau des Infektionsgeschehens hat sich positiv auf den Immobilienmarkt ausgewirkt, auch wenn Handel und Hotels vom Lockdown schwer getroffen wurden. Am besten ist der Wohnungsmarkt durch vier Monate Pandemie gekommen. Die Nachfrage der Käufer hat sich robust gezeigt. Die stabile Immobilienkreditvergabe im April und Mai belegt das anhaltende Interesse am Eigenheim. Die Kaufpreise konnten trotz gestiegener Arbeitslosigkeit und dem von vielen Unternehmen angekündigten Job-Abbau ihr hohes Niveau von April bis Juni halten. Dabei hilft das Zinstief, denn so ist der Wohnungskauf oft günstiger als Mieten. Zudem hat sich die Wohnungsvermietung krisenfest gezeigt. Die nach dem Ausbruch der Pandemie befürchteten Mietrückstände sind weitgehend ausgeblieben. Die Angebotsmieten konnten im ersten Halbjahr sogar leicht zulegen. Die Investitionen in Gewerbeimmobilien sind im zweiten Quartal zwar gesunken, doch der Rückgang hielt sich in Grenzen. Aufgrund des Renditevorteils kommen Anleger am Immobilienmarkt…

Britische Wirtschaft ächzt unter Lockdown

Die britische Wirtschaft hat sich im Mai kaum von dem vorangegangenen scharfen Einbruch erholen können. Rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung war im März und April durch die Corona-Einschränkungen verloren gegangen. Mit einem Mini-Plus von 1,8 Prozent konnte im Mai lediglich ein Bruchteil der Verluste wieder aufgeholt werden – trotz erster Lockerungen, die seit Mitte des Monats galten. Damit zählt Großbritannien neben Italien und Spanien weiter zu den europäischen Ländern, die die höchsten wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-Krise verkraften müssen. Industrie und Baugewerbe konnten noch am stärksten davon profitieren, dass die Bevölkerung ab Mitte Mai nicht länger aufgerufen war, zu Hause zu bleiben. Die Bauwirtschaft legte im Monatsvergleich um 8,2 Prozent zu, hatte sich in den beiden vorangegangenen Monaten allerdings auch fast halbiert. Die Industrie steigerte die Produktion zeitgleich um immerhin sechs Prozent. Für die Gastronomie wirkte sich die Möglichkeit, Take-Away-Service anzubieten, leicht positiv aus. Allerdings war der Sektor zuvor fast…

Die zweite Welle

Die Dynamik der Corona-Pandemie nimmt zu und die Zahlen der Neuinfizierten erreicht auf globaler Ebene neue Höchststände. Insbesondere die USA und Südamerika sind betroffen, während in Europa die Ausbreitung von COVID-19 unter Kontrolle zu sein scheint. Natürlich könnte sich dies bei zunehmender Unachtsamkeit auch schnell ändern. Die politische Reaktionsfunktion hat sich den letzten Wochen verändert. Generell ist die politische Bereitschaft für landesweite Gegenmaßnahmen gesunken. Wenn man politisch auf das Coronavirus reagieren muss, neigt man nun zu regionalen Einschränkungen. Zudem ist die Tragfähigkeit der Gesundheitssysteme insgesamt gestiegen. Ein landesweiter Lockdown ist damit unwahrscheinlich geworden. Zumal die Entscheidung für einen erneuten nationalen Lockdown einen sehr hohen wirtschaftlichen Preis zur Folge hätte. Die erneute Rezession wäre tief und wohl auch relativ zäh, da die Verunsicherung stark ansteigen würde und die Spielräume in der Fiskal- und Geldpolitik zu einem großen Teil bereits ausgeschöpft wurden. Insgesamt sind die stark steigenden Corona-Fälle eine menschliche Tragödie, sollten…

Corona-Krise verstärkt Handlungsdruck in der Altersvorsorge

Durch den demographischen Wandel hatte sich bereits vor der Corona-Krise Reformbedarf bei der Rente aufgestaut. Zwar bremst der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel das Versorgungsniveau der Rente etwas ab. Trotzdem dürfte der Bei-tragssatz ohne substanzielle Reformen bis 2070 stark steigen. Gleichzeitig werdenimmer größere Bundeszuschüsse zur Finanzierung der Rente notwendig, die den Bundeshaushalt langfristig überfordern. Unter den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen müssten die Lasten vor allem die Jungen tragen. Die direkten Auswirkungen der Corona-Krise auf die Altersvorsorge bleiben zwar begrenzt. Allerdings erhöhen stark steigende Staatsschulden, deren Tilgung und Zinsen den Bundeshaushalt später belasten, den Handlungsdruck zur Reform der gesetzli-chen Rente. Auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge leidet unter den indirekten Folgen der Corona-Krise. So haben Zentralbanken gigantische Anleihekaufprogramme gestartet und Leitzinsen gesenkt, um die Wirtschaft in ihrer Erholung zu stützen. Das verlängert die bereits seit Langem anhaltende Niedrigzinsphase, so dass der Zinseszinseffekt bei Kapitalaufbau für noch längere Zeit weitgehend wegbricht. Die Bewältigung der Herausforderungen erfordert…

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