Arbeitsmarkt

Geldgeschenke vom Staat sichern die Existenz

In den Vereinigten Staaten und in Japan möchte die Regierung den privaten Haushalten Geldgeschenke in Form von Helikoptergeld überreichen. Eigentlich wird unter Helikoptergeld die direkte Bereitstellung von Zentralbankliquidität an die Verbraucher verstanden, um die Inflation zu erhöhen. In diesem Fall würden die Gelder jedoch direkt vom Staat kommen und damit über eine Erhöhung der Staatsverschuldung finanziert werden. Da kein frisches Geld von der Notenbank in Umlauf gebracht wird, sind die Effekte auf die Inflation geringer. Es kommt zu einer Umverteilung von Staatsverschuldung an die privaten Haushalte. Im Vordergrund steht die Konsumtätigkeit, die mit dieser Maßnahme unterstützt werden soll. Die Quarantäne-Maßnahmen sowie die Reise- und Ausgehverbote führen zu starken Einschränkungen des sozialen Wirtschafslebens und damit zu einem Einbruch des Konsums. Helikoptergeld kann daher helfen, den Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zu lindern. Zwar besteht die Gefahr, dass nicht alle privaten Haushalte das Geld für Konsum verwenden. Den Personen, die ihren Job verlieren…

Deutsche Industrie: Bis Februar auf Erholungsspur

Die „harten“ Konjunkturdaten aus der deutschen Industrie, die in den letzten Tagen veröffentlicht worden sind, sind ein Beleg für die Erholungsphase bis zum Corona-Ausbruch. Demnach sind die Auftragseingänge im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar leicht zurückgegangen. Zusammengenommen lagen sie aber in den ersten beiden Monaten dieses Jahres deutlich höher als im schwachen Schlussquartal 2019. Die Produktionsergebnisse fielen sogar noch etwas besser aus: Der Output im gesamten Produzierenden Gewerbe legte in Januar und Februar merklich zu, wobei das Plus in der Industrie bei gut zwei Prozent und im Baugewerbe bei fast fünf Prozent liegt. Diese Zahlen zeigen eine Stabilisierung der Industriekonjunktur, die im März abrupt geendet hat. Für den abgelaufenen Monat werden sowohl bei den Auftragseingängen als auch in der Produktionsstatistik tiefrote Zahlen zu Buche stehen. Zwar sind die Geschäfte im Industriesektor nicht ganz so dramatisch eingeschränkt worden wie in vielen Bereichen der Dienstleistungen. Das zeigen die Umfrageergebnisse, die im…

Einkaufsmanagerindizes fallen – Wo ist der Boden?

Die finalen Ergebnisse der Umfrage unter den europäischen Einkaufsmanagern für den März sind nochmal ein Stück niedriger ausgefallen als die ohnehin schon katastrophalen Ergebnisse der Vorabveröffentlichung von vor gut einer Woche. Der umfassende Composite Index verzeichnete nicht nur den größten monatlichen Indexrückgang seit Beginn der Umfrage. Er fiel auch um 1,7 Punkte niedriger aus als in der Erstschätzung und notiert aktuell auf einem neuen Allzeittief von 29,7 Zählern. In beiden von der Umfrage erfassten Bereichen kam es zu einem drastischen Einbruch des Sentiments aufgrund der Corona-Pandemie. Dabei ist der Servicesektor von dem länderübergreifenden Shutdown aktuell noch stärker betroffen. Auch hier verzeichnete der Index einen Rekordrückgang. Kein Wunder angesichts der Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Einzelhandels und Stillstand im Tourismusgeschäft. Der Dienstleistungsindex fiel von 52,6 auf 26,4 Punkte. Der Index für das verarbeitende Gewerbe im Euro-Raum scheint mit aktuell bei 44,5 nach 49,2 Punkten im Februar dagegen noch vergleichsweise…

Spanien: Pandemie hat den Arbeitsmarkt bereits schwer getroffen

Wie schwer die spanische Privatwirtschaft von dem Corona-Schock betroffen ist, lässt sich bislang lediglich grob abschätzen. Erste Zahlen vom Arbeitsmarkt vom März zeigen aber bereits auf dramatische Weise, wie schnell die Wirtschaft in eine tiefe Krise geraten ist. Demnach ist die Zahl der registrierten Arbeitslosen innerhalb nur eines Monats um 302.000 Personen hochgeschnellt. Ein derart hoher Anstieg wurde in der Vergangenheit noch nicht gemessen. Schätzungen der Arbeitsämter zufolge dürften durch den Lockdown vom 15. März kurzfristig sogar mehr als drei Millionen Menschen betroffen sein. Das bezieht sich in erster Linie auf die tourismusnahen Bereiche wie beispielsweise Hotels oder Restaurants, aber auch weite Teile des Einzelhandels und des verarbeitenden Gewerbes. Mit der erneuten Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen am 31. März, ab dem nur noch notwendige Betriebe die Beschäftigung fortführen dürfen, wird sich die Zahl der betroffenen Erwerbstätigen wohl nochmals um mehrere Hunderttausend erhöht haben, insbesondere im Baugewerbe. Um den weiteren Anstieg der…

Was uns auf dem Arbeitsmarkt noch bevorsteht

Die heute veröffentlichten Daten für die Entwicklung der Arbeitslosenzahl im März waren auf den ersten Blick beruhigend. Saisonbereinigt ist die Anzahl der Arbeitslosen um gerade einmal 1.000 angestiegen. Allerdings sind in dieser Statistik nur die Anträge auf Arbeitslosengeld enthalten, die bis zum 12. März eingegangen sind. Der Großteil des Corona-Effektes ist in diesen Daten also noch nicht enthalten. Aufschlussreicher war dagegen die etwas später veröffentlichte Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit, die bei der Bundesagentur für Arbeit bis zum 27. März eingegangen sind. Diese Anzeigen sind im abgelaufenen Monat (auf Personenbasis) auf über eine Million angestiegen. Selbst zum Höhepunkt der Finanzkrise im Februar 2009 war die Zahl der Kurzarbeiter „nur“ auf etwas über 700.000 gestiegen. Das zeigt, dass in der aktuellen Krise deutlich mehr Betriebe und Branchen betroffen sind als damals. Deshalb ist auch von einem deutlich stärkeren Effekt der Rezession auf den deutschen Arbeitsmarkt auszugehen. Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Geschäftsklima in Deutschland bricht ein

Angesichts der dramatischen Auswirkungen von COVID-19 auf die deutsche, europäische und globale Wirtschaft hat sich die Stimmung der deutschen Unternehmen so stark eingetrübt wie kaum jemals zuvor. Der ifo Geschäftsklimaindex bricht mit fast zehn Prozentpunkten so stark ein wie noch nie seit dem Jahr 1991 und landet bei 86,1 Punkten. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2009. Angesichts der vielen Werks- und Ladenschließungen und der Ungewissheit über die Dauer der Bedrohung haben sich die Bewertung der aktuellen Lage und insbesondere die Geschäftsaussichten der Unternehmen stark verschlechtert. Besonders stark betroffen zeigen sich das verarbeitende Gewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor. Bei den Industrieunternehmen sind die Erwartungen so stark eingebrochen wie noch nie. Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor, das seit dem Jahr 2005 ermittelt wird, ist auf ein Allzeittief gefallen und im Handel rutschten die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einheit. Nur im Bauhauptgewerbe fiel die Stimmungseintrübung noch vergleichsweise…

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