Arbeitsmarkt

Die Krise kommt in den Daten an

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden, die durch die Corona-Krise angerichtet werden, lässt sich erst ansatzweise ermessen. Klar ist, dass sich wohl alle wichtigen Volkswirtschaften der Welt bereits in der Rezession befinden, und damit auch die Weltwirtschaft insgesamt. Das war zuletzt in der „großen Rezession“ 2008/2009 der Fall. Der Vergleich der heutigen Krise mit der Finanzkrise hinkt natürlich in vielerlei Hinsicht, schließlich sind die Ursache und die Art der Verbreitung völlig anders als damals. Doch die Höhe des wirtschaftlichen Schadens könnte vergleichbar sein. Dabei sind die einzelnen Länder unterschiedlich schwer getroffen, vor allem was den jeweiligen Schweregrad der Pandemie angeht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswelle unterscheiden sich jedoch in Europa nur noch wenig von Land zu Land, und so dürften auch die wirtschaftlichen Kosten ähnlich sein. Noch liegen – zumindest außerhalb Chinas – wenig ökonomische Daten vor, die einen Hinweis auf die Schwere des konjunkturellen Abschwungs geben können. Das ändert…

Corona – von der Epidemie zur Pandemie

Das Corona-Virus und die zuletzt schnelle Verbreitung über den Globus bringen viel Leid für die betroffenen Menschen. Nach jetzigem Stand kann man bei rund 20% der Betroffenen mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen, und 5% davon sterben durchschnittlich. Die Finanzmärkte reagierten auf ihre Weise darauf. Die Aktienmärkte sind im Laufe der Woche kräftig gefallen. Die Konjunktur- und Gewinnerwartungen der Investoren kommen durch die rasan-te Ausbreitung zunehmend unter Druck. Wenn sich die Krankheit zu einer ernstzunehmenden Pandemie und damit verbundenen starken Belastungen der Lieferketten ausweiten sollte, dürfte das Weltwachstum nahe an die Stagnation kommen. Exportorientierte Länder wären dabei stärker negativ betroffen als binnenwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsmodelle. Soweit sind wir zwar noch nicht, aber die Welt ist diesem Szenario im Laufe der dieser Woche einige Schritte nähergekommen. Bereits jetzt dürften die realwirtschaftlichen Daten deutlich negativ beeinflusst werden. Für Deutschland kann man in Q1 bestenfalls mit einer Stagnation rechnen. Diese schwache Entwicklung sollte sich schon…

Deutsche Wirtschaft 2019: Wachstum nur noch im Schneckentempo

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins elfte Jahr, doch eine echte Wachstumsdynamik ist derzeit kaum noch zu spüren. Mit einem realen Plus von nur noch 0,6 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr die schwächste Zuwachsrate seit 2013, gegenüber dem Vorjahr hat sich das Wachstumstempo mehr als halbiert. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch, dass es nicht zu der befürchteten „technischen Rezession“ (zwei Negativquartale in Folge) im Jahresverlauf 2019 gekommen ist. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent in Q2 stand in der zweiten Jahreshälfte wieder ein leichtes Plus zu Buche. Detaillierte Daten zum Quartalsverlauf werden allerdings erst im Februar veröffentlicht. Die Verlangsamung des Wachstumstempos der heimischen Wirtschaft geht vor allem auf den Industriesektor zurück. Im letzten Jahr hat die globale Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten vor dem Hintergrund der diversen politischen Belastungen merklich an Schwung verloren. Das deutsche Exportwachstum lag 2019 mit 0,9 Prozent nur noch…

Gute Entwicklung am europäischen Arbeitsmarkt

Nach Jahren des stetigen Aufschwungs am europäischen Arbeitsmarkt hat sich die Erholung im Laufe des vergangenen Jahres merklich abgeschwächt. Im November 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent, was nahe dem Allzeittief mit 7,3 Prozent vom März 2008 liegt. Um den aktuellen Wert pendelt die Quote bereits seit dem zweiten Quartal 2019. Offenbar hat sich hier bereits ein Boden ausgebildet. Fraglich ist , ob es sich um einen Wendepunkt handelt und die Arbeitslosenquote wieder zu steigen beginnt. Einen Hinweis gibt der von uns berechnete Indikator für die Arbeits-losenquote im Euro-Raum. Dieser signalisiert mit Blick auf das laufende Jahr Entwarnung. Bis August 2020 wird eine relativ flachlaufende Seitwärtsbewegung prognostiziert. Mit einer echten Trendwende zu höheren Quoten ist vorerst wohl nicht zu rechnen. So zeigt sich, dass, trotz einer stagnierenden Arbeitslosenquote im Euro-Raum, das Beschäftigungswachstum weiterhin positiv ist. Darüber hinaus herrscht nach wie vor ein hoher Fachkräftemangel im gesamten Euro-Raum, der sich…

Also doch keine Rezession in Deutschland

Die vielfach erwartete Rezession in Deutschland ist also doch ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nicht gesunken wie im Vorquartal, sondern wieder leicht angestiegen. Das ist vor allem der Ausgabenfreude der Konsumenten zu verdanken, und zwar sowohl der privaten wie auch der öffentlichen Hand. Auch der Außenhandel hat nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Konjunktur weniger gebremst als noch im Frühjahr, trotz des anhaltenden Handelsstreits. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die robuste Inlandskonjunktur, gestützt auf eine gute Beschäftigungslage und das niedrige Zinsniveau, die Bremseffekte aus dem Industriebereich noch einmal auffangen konnte. Aber das Wachstum ist schwach. Vor allem die Investitionen leiden unter der großen Unsicherheit. Die Industriebetriebe müssen aufgrund rückläufiger Auftragseingänge ihre Produktion einschränken. Einige denken sogar bereits über Personalabbau nach. Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob sich die internationale Lage tatsächlich wieder etwas entspannt. Erste Signale dafür gibt es. Einige Stimmungsindikatoren zeigen bereits einen Hoffnungsschimmer. Für…

US-Arbeitsmarkt – im April fast ohne „Schönheitsfehler“

Der Schwung am US-Arbeitsmarkt hat auch im April keine Spuren von Ermüdung gezeigt. Der jüngst veröffentlichte Arbeitsmarktbericht meldet bei der Zahl der Beschäftigten einen kräftigen Anstieg um 263.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die bereits zuvor auf einem historisch niedrigen Niveau notierende Arbeitslosenquote sank dadurch noch mehr und fiel von 3,8 auf 3,6%. Den wesentlichen Schub lieferte erneut der Dienstleistungsbereich, aber auch in der Bauwirtschaft und im öffentlichen Bereich stieg die Beschäftigung. Grundsätzlich zeigt sich in den USA, trotz einer Saisonbereinigung der Zahlen, meist im Frühjahr ein solider Schwung bei der Beschäftigung. Dieser wurde in der Vergangenheit meist vom Einzelhandel getragen. Im vergangenen Monat entstanden allerdings allein 76.000 neue Arbeitsplätze bei unternehmensnahen Dienstleistern. In Anbetracht der guten Stimmungswerte in diesem Sektor ist dies keine allzu große Überraschung. Letztlich dürften sich hier auch noch positive Auswirkungen der Senkung der Unternehmenssteuer im vergangenen Jahr zeigen. Einen Makel kann man kaum am April-Bericht finden….

1 4 5 6 7