Asset Allocation

Versorgeraktien dürften alle Risiken eingepreist haben

Die Aktienkurse europäischer Versorger sind dem Gesamtmarktindex Stoxx 600 in den vergangenen zehn Jahren deutlich hinterher gelaufen. Während der Stoxx 600 seine erheblichen Kursverluste, die er während der Finanzmarktkrise und dem Crash 2009 erleiden musste, im Wesentlichen wieder ausgeglichen hat und zwischenzeitlich auch oberhalb des Niveaus aus 2006 notierte, liegen Versorgeraktien in diesem Vergleichszeitraum noch deutlich im Minus. Auf der Suche nach Ursachen für die schwache Kursentwicklung trifft man unweigerlich auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, welche sich im März 2011 ereignete. In der Folge wurde die Zukunft nuklearer Stromerzeugung weltweit verstärkt diskutiert und die Kosten eines Ausstiegs aus dieser, für die Versorger höchst ertragsstarken Stromerzeugung, neu kalkuliert. Der fortschreitende und in der Folge der Reaktorkatastrophe intensivierte Ausbau der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien lastet ebenfalls auf den Gewinnperspektiven der etablierten Stromerzeuger. Die Strompreise und –futures haben sich zuletzt positiv entwickelt. Damit liegen sie zwar noch immer deutlich unterhalb früherer und…

Emerging Markets Aktien aussichtsreich

Angesichts der im bisherigen Jahresverlauf gezeigten Outperformance stellt sich die Frage, ob in Aktien von in Schwellenländern beheimateten Unternehmen weiteres Kurspotenzial schlummert oder ob es bereits zu spät ist, das Vermögen auch über die Grenzen der entwickelten Welt hinaus anzulegen. Ein Blick auf die Kursentwicklung der beiden Segmente seit 1988 zeigt, dass die aktuell bereits beobachtete Outperformance im historischen Kontext keineswegs außergewöhnlich stark war. Die Underperformance zwischen 2011 und 2015 spiegelt die schwierige wirtschaftliche und häufig auch politische Situation, in welcher sich viele große Schwellenländer aktuell befinden. Die „Trendwende der Globalisierung“ setzt den Schwellenländern überdurchschnittlich zu. Diese waren a) Ziel eines Großteils der nun ausgebliebenen ausländischen Direktinvestitionen und verfügen b) in aller Regel über keinen hinreichend starken privaten Konsum, dessen Wachstum die Investitionsschwäche ausgleichen könnte, wie es in den Industrieländern aktuell der Fall ist. Zwar glauben wir nicht, dass dieser Trend unmittelbar bricht, jedoch gibt es nach unserer Einschätzung Anzeichen…

Wenn die Falle zuschnappt

Am Freitag letzter Woche ist der S&P 500 um 2,5% gefallen, der stärkste Rückgang seit der überraschenden Brexit Entscheidung in Großbritannien. Der Grund für den starken Rückgang liegt in zunehmenden Zinssorgen der Investoren. So gab es einige Kommentare der Mitglieder der Fed, die darauf hindeuten, dass die US amerikanische Notenbank sich ernsthaft Gedanken macht, ob man noch in diesem Jahr die Zinsen um 25 Basispunkte anheben soll. Auch die europäischen Aktienmärkte haben sich negativ entwickelt, nachdem die EZB am Donnerstag nicht wie erwartet eine Aufstockung des Anleihekaufprogramms angekündigt hat. Die Reaktion der Aktienmärkte zeigt deutlich, in welche große Liquiditätsfalle sich die Notenbanken hineinmanövriert haben. Die Aktien- und Anleihemärkte sind in den letzten Jahren aufgrund der Notenbankpolitik kräftig gestiegen, ohne das es hierfür eine fundamentale Untermauerung gibt. Entsprechend nervös reagieren die Finanzmärkte, wenn sich in der generellen Notenbankpolitik eine Änderung abzeichnet, oder sich nur der Verdacht für eine solche Änderung erhärtet….

Bankaktien mit Aufholpotenzial

Für Aktionäre europäischer Banken waren die letzten zehn Jahre ein Albtraum. Allein seit Jahresbeginn 2016 entwickelten sich die Bankaktien im Durchschnitt um 18% schlechter als der Vergleichsindex. Die Gründe für diese verheerende Kursentwicklung sind vielfältig und hinlänglich bekannt. Sie reichen von regulatorischen Anforderungen über Strafzahlungen für Verfehlungen der Vergangenheit bis zur Ertragsschwäche im Kerngeschäft. Um es vorweg zu nehmen: wir erwarten an keiner dieser Fronten eine unmittelbare Verbesserung! Insbesondere das Niedrigzinsniveau dürfte noch geraume Zeit Bestand haben. Allerdings, und das ist der zentrale Punkt in unserer Argumentation zum Kauf von Bankaktien, dürfte den Notenbanken auch klar geworden sein, dass es ihnen mit QE allein nicht gelingt, ihre eigentlichen Ziele zu erreichen. Damit aus billigem und üppig verfügbarem Zentralbankgeld Investitionen in die Realwirtschaft und eine steigende Inflation werden, bedarf es eines Transmissionsmechanismus in Gestalt eines gesunden Bankensektors. Dieser Transmissionsmechanismus ist, gestört, weil ertrags- und eigenkapitalschwache Banken kaum eine deutliche Ausweitung ihrer…

Substanzlose Erholung – Aktienquote auf null Prozent reduziert

Die Kurserholung der vergangenen Wochen war maßgeblich eine Reaktion darauf, dass das Eventrisiko „Brexit“-Referendum, welches die Aktienkurse im Vorfeld der Volksbefragung zunächst ausgebremst hatte, weggefallen war. Die vorhandene Liquidität kehrte darauf hin zurück an die Märkte, Aktien profitierten wegen ihrer im Vergleich zu Anleihen deutlich höheren Gewinn- und Dividendenrenditen überproportional. In Deutschland hat sich der VDAX auf 18 Punkte zurückgebildet, ein Zeichen für eine hohe Zufriedenheit. Dies alles geschieht nur wenige Wochen vor dem September, dem historisch gesehen schlechtesten Börsenmonat mit einem durchschnittlichen DAX-Kursverlust von -1,5% seit 1960. Neben der relativen Vorteilhaftigkeit der Dividendenpapiere gibt es aus unserer Sicht aktuell kein weiteres Argument, das für eine kurzfristige Investition in Aktien spricht. Um das aktuelle Anstiegsmomentum aufrechterhalten zu können, müssten neue Ereignisse den Aktienmarkt überraschen. Mit Blick auf Notenbanken, die seit vielen Jahren kontinuierlich den Einsatz auf „All in“ hochschrauben (damit aber niemanden mehr überraschen können), einem anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheitspotenzial…

US-Arbeitsmarkt: Nahe der Vollbeschäftigung, trotzdem nur geringe Lohndynamik – ein Fest für die Finanzmärkte

Der am Freitag veröffentlichte offizielle Bericht zum US-Arbeitsmarkt (BLS) bestätigt das Bild einer weiterhin robusten Beschäftigungsdynamik. Dass sich der Rückgang der Arbeitslosenquote in diesem Jahr deutlich langsamer gestalten dürfte als im Vorjahr, entspricht im Wesentlichen unseren Erwartungen und ist keine negative Überraschung. Allerdings bestätigt der Juni-Bericht auch, dass die Beschäftigungsdynamik in den USA wohl ihren Höhepunkt überschritten hat. Im bisherigen Jahresverlauf liegt das monatliche Stellenplus im Durchschnitt bei knapp 170.000, im entsprechenden Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten hingegen jeweils um rund 220.000 Personen. 2014 lag die monatliche Steigerung in der ersten Jahreshälfte sogar bei fast einer viertel Million. Die Entwicklung der Zahl der Beschäftigten deutet aber auch darauf hin, dass man im US-amerikanischen Arbeitsmarkt sich langsam einer Vollbeschäftigung nähert und somit die Aufwärtsdynamik der Beschäftigung deutlich nachlassen sollte. Dennoch sollte vor diesem Hintergrund der Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,7 auf 4,9 Prozent, nicht als ein wirklich beunruhigendes Signal…

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