Asset Allocation

DAX-Ausblick: Positiv für 2016, verhalten für Juni 2017

Unser Kursziel von 9.800 Punkten zum Ende des 1. Halbjahres wurde fast punktgenau erreicht. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate scheinen die direkten Folgen des Brexits für die Unternehmen im DAX beherrschbar, nicht zuletzt weil die Briten nicht ad-hoc aus der EU austreten werden. Nichtsdestotrotz drohen indirekt negative Effekte, resultierend aus einer geringeren Nachfrage aus der gesamten EU, die für die DAX-Konzerne den Hauptabsatzmarkt (53% vom Umsatz) darstellt. Im Zuge eines sehr schwachen Konjunkturwachstums weltweit, speziell aber auch in der EU, sollten im kommenden Jahr die Unternehmensgewinne bei europäischen Unternehmen kaum wachsen. Ein negatives Gewinnwachstum erwarten wir jedoch nicht, weil die Konjunktur 2017 immer noch zulegen kann und der Basiseffekt „Ölpreiserholung“ (+38% seit Jahresbeginn) dem entgegenwirkt. Durch den Brexit und der damit verbundenen schwächeren volkswirtschaftlichen Entwicklung droht den börsennotierten Unternehmen im kommenden Jahr viel Unsicherheit, die – trotz anhaltenden Rückenwindes durch die Zentralbanken – große Kursavancen verhindern wird. Zudem…

Nicht nur Staatsanleihen, auch Unternehmensanleihen sind fundamental zu teuer

Die EZB und ihr Anlaufprogramm für Unternehmensanleihen macht es möglich. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes haben sich Unternehmensanleihen zuletzt weiter positiv entwickelt. Das auseinanderlaufen der Anleihe- und Derivatewelt gibt jedoch hinsichtlich der Portfolio-Positionierung zu denken. Verwendet man die Basis (Cash – CDS) als Signalgeber, so bleibt für diese entgegengesetzte Entwicklung vergleichbarer Risiken nicht mehr viel Luft. Insbesondere bei Unternehmensanleihen mit einem BB Rating überwiegen die Risiken die Chancen. Aber auch bei anderen Ratingsegmenten kann man ein zunehmend negatives Verhältnis aus Chance zu Risiko feststellen. Zwar sollten allein aus Ermangelung der fehlenden Anlagealternativen-Investments in Unternehmensanleihen derzeit nicht unisono abgebaut werden. Aber durch das Kaufprogramm der EZB werden auch Unternehmensanleihen aus fundamentaler Sicht zunehmend zu teuer. Das Risiko in dieser Anlageklasse wird, also ähnlich wie bei den Staatsanleihen im Euroraum, sehr groß.

Die kleine Eiszeit steht Ende Juni vor dem Ende

Zunächst noch unvorteilhaftes Chance- / Risiko-Profil am Aktienmarkt / Investitionsentscheidungen bis nach dem 23.6. aufschieben Seit Anfang März bewegt sich der DAX so langsam und wenig wie ein Bär im Winter. Die Handelsspanne des deutschen Leitindex lag maßgeblich zwischen 9.500 und 10.300 Punkten. Die Berichtssaison ist vorüber, es mangelt an relevanten Unternehmensnachrichten. Nur die wenigsten Anleger trauen sich angesichts eines drohenden Brexit aus der Deckung, auch wenn die schlimmsten Belastungen der jüngsten Vergangenheit (abnehmende Nachfrage aus China und den Emerging Markets, schwankende Währungskurse, kollabierender Ölpreis) abgearbeitet wurden und sich hier ein Trend zur Besserung zeigt. Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmensberichte ab dem zweiten Quartal wieder besser ausfallen sollten. Jedoch dürfte das Gewinnwachstum nur verhalten anziehen, und auch die prognostizierte überproportionale Gewinnerholung im Energiebereich sowie verwandter Sektoren wird wegen der zwischenzeitlich geschrumpften Größe der Sektors wohl keinen markanten Beitrag zur einer Dynamisierung der Gewinnentwicklung (speziell beim S&P und beim…

DZ BANK Portfolio: Fünf Jahre erfolgreich unterwegs

Vor knapp fünf Jahren haben wir das „DZ BANK Portfolio“ ins Leben gerufen. In diesem legt das Research der DZ BANK kontinuierlich eine Multi-Asset-Musterallokation basierend auf den quantitativen und qualitativen Einschätzungen der eigenen Analysten fest. Im Portfolio wird flexibel in unterschiedliche Vermögensgegenstände investiert, mit dem Ziel, durch mittelfristig orientierte Handelsaktivitäten eine Wertsteigerung von 4-5% im Jahr zu erzielen. Der Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass sich das Portfolio sogar deutlich besser entwickelt hat als ursprünglich geplant. Statt der angestrebten 4-5% Rendite pro Jahr steht per heute ein durchschnittlicher Wertzuwachs von 8,1% pro Jahr zu Buche. Seit Auflage vor fünf Jahren ergibt sich damit ein kumulierter Gesamtzuwachs von knapp 48%. Der Vergleich zeigt, dass unser Portfolio insbesondere bei der risikoadjustierten Rendite – also unter Einbezug der Schwankungsbreite – ein sehr gutes Ergebnis erzielt hat. Viele der Gefahren, die in den vergangenen Jahren vom politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Parkett negativ…

Value vs. Growth: Endet die Ära der Wachstumstitel?

Fast so alt wie die Börse selbst ist der Streit zwischen „Value“- und „Growth“-Anhängern, wenngleich dies per se keine konträren Anlagestile sind. Der Wert (=Value) eines Unternehmens wird durch Wachstum (=Growth) geschaffen. Value-Titel gelten als langweilige Dickschiffe mit wenig Wachstum und niedriger Bewertung, Growth-Titel als Schnellboote, die ein hohes Gewinnwachstum ausweisen. Seit dem Ende der Finanzkrise 2008/09 haben sich Value-Titel deutlich schlechter als Wachstumswerte entwickelt. Jedoch hat sich zwischenzeitlich das weltwirtschaftliche Wachstum abgeschwächt, ehemalige Antreiber wie China und die Emerging Marktes verlieren an Kraft. Auf Unternehmensseite haben viele globale Trends die Marktsättigung zunehmend erreicht, so dass es in bestehenden Industrien an Wachstumschancen mangelt. Vielfach halten Growth-Unternehmen die Aktionäre nur noch mit Aktienrückkäufen zu Lasten der eigenen Bilanz bei Laune, können es sich im Gegensatz zu vielen Value-Werten nicht immer leisten. Dies ist ein Trend, der im Falle eines Zinsanstiegs noch negativ überraschen kann. Bedingt durch die schlechte Kursentwicklung sind viele…

Rücksetzer am Aktienmarkt erwartet

Was im Dezember noch klar schien, wird von den Kapitalmärkten aktuell zunehmend hinterfragt. Als die FED am 17.12.2015 erstmalig seit neun Jahren die Leitzinsen anhob und damit den Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik markierte und Mario Draghi nur vierzehn Tage zuvor die Verlängerung des laufenden Anleihekaufprogramms angekündigt hatte, schien eine deutliche Divergenz des geldpolitischen Handelns auf den beiden Seiten des Atlantiks sicher. Umschichtungen von Euro- in Dollaranlagen wurden aussichtsreich, denn nach der Theorie der Zinsdifferenzen, die sich im Jahresverlauf 2016 bei divergentem Handeln der Notenbanken zügig eingestellt hätten, galt eine weitere USD-Aufwertung als wahrscheinlich. Nur ein Quartal später stellt sich die Lage deutlich anders dar. Die FED agiert sehr viel zögerlicher als zunächst gedacht und es gibt nicht wenige, die eine deutlich verminderte Anzahl an Leitzinserhöhungen erwarten als noch vor drei Monaten – wenn es denn überhaupt noch dazu kommt. Zuletzt steigende Aktienkurse und gesunkene Renditen sind…

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