Asset Allocation

Substanzlose Erholung – Aktienquote auf null Prozent reduziert

Die Kurserholung der vergangenen Wochen war maßgeblich eine Reaktion darauf, dass das Eventrisiko „Brexit“-Referendum, welches die Aktienkurse im Vorfeld der Volksbefragung zunächst ausgebremst hatte, weggefallen war. Die vorhandene Liquidität kehrte darauf hin zurück an die Märkte, Aktien profitierten wegen ihrer im Vergleich zu Anleihen deutlich höheren Gewinn- und Dividendenrenditen überproportional. In Deutschland hat sich der VDAX auf 18 Punkte zurückgebildet, ein Zeichen für eine hohe Zufriedenheit. Dies alles geschieht nur wenige Wochen vor dem September, dem historisch gesehen schlechtesten Börsenmonat mit einem durchschnittlichen DAX-Kursverlust von -1,5% seit 1960. Neben der relativen Vorteilhaftigkeit der Dividendenpapiere gibt es aus unserer Sicht aktuell kein weiteres Argument, das für eine kurzfristige Investition in Aktien spricht. Um das aktuelle Anstiegsmomentum aufrechterhalten zu können, müssten neue Ereignisse den Aktienmarkt überraschen. Mit Blick auf Notenbanken, die seit vielen Jahren kontinuierlich den Einsatz auf „All in“ hochschrauben (damit aber niemanden mehr überraschen können), einem anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheitspotenzial…

US-Arbeitsmarkt: Nahe der Vollbeschäftigung, trotzdem nur geringe Lohndynamik – ein Fest für die Finanzmärkte

Der am Freitag veröffentlichte offizielle Bericht zum US-Arbeitsmarkt (BLS) bestätigt das Bild einer weiterhin robusten Beschäftigungsdynamik. Dass sich der Rückgang der Arbeitslosenquote in diesem Jahr deutlich langsamer gestalten dürfte als im Vorjahr, entspricht im Wesentlichen unseren Erwartungen und ist keine negative Überraschung. Allerdings bestätigt der Juni-Bericht auch, dass die Beschäftigungsdynamik in den USA wohl ihren Höhepunkt überschritten hat. Im bisherigen Jahresverlauf liegt das monatliche Stellenplus im Durchschnitt bei knapp 170.000, im entsprechenden Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten hingegen jeweils um rund 220.000 Personen. 2014 lag die monatliche Steigerung in der ersten Jahreshälfte sogar bei fast einer viertel Million. Die Entwicklung der Zahl der Beschäftigten deutet aber auch darauf hin, dass man im US-amerikanischen Arbeitsmarkt sich langsam einer Vollbeschäftigung nähert und somit die Aufwärtsdynamik der Beschäftigung deutlich nachlassen sollte. Dennoch sollte vor diesem Hintergrund der Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,7 auf 4,9 Prozent, nicht als ein wirklich beunruhigendes Signal…

DAX-Ausblick: Positiv für 2016, verhalten für Juni 2017

Unser Kursziel von 9.800 Punkten zum Ende des 1. Halbjahres wurde fast punktgenau erreicht. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate scheinen die direkten Folgen des Brexits für die Unternehmen im DAX beherrschbar, nicht zuletzt weil die Briten nicht ad-hoc aus der EU austreten werden. Nichtsdestotrotz drohen indirekt negative Effekte, resultierend aus einer geringeren Nachfrage aus der gesamten EU, die für die DAX-Konzerne den Hauptabsatzmarkt (53% vom Umsatz) darstellt. Im Zuge eines sehr schwachen Konjunkturwachstums weltweit, speziell aber auch in der EU, sollten im kommenden Jahr die Unternehmensgewinne bei europäischen Unternehmen kaum wachsen. Ein negatives Gewinnwachstum erwarten wir jedoch nicht, weil die Konjunktur 2017 immer noch zulegen kann und der Basiseffekt „Ölpreiserholung“ (+38% seit Jahresbeginn) dem entgegenwirkt. Durch den Brexit und der damit verbundenen schwächeren volkswirtschaftlichen Entwicklung droht den börsennotierten Unternehmen im kommenden Jahr viel Unsicherheit, die – trotz anhaltenden Rückenwindes durch die Zentralbanken – große Kursavancen verhindern wird. Zudem…

Nicht nur Staatsanleihen, auch Unternehmensanleihen sind fundamental zu teuer

Die EZB und ihr Anlaufprogramm für Unternehmensanleihen macht es möglich. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes haben sich Unternehmensanleihen zuletzt weiter positiv entwickelt. Das auseinanderlaufen der Anleihe- und Derivatewelt gibt jedoch hinsichtlich der Portfolio-Positionierung zu denken. Verwendet man die Basis (Cash – CDS) als Signalgeber, so bleibt für diese entgegengesetzte Entwicklung vergleichbarer Risiken nicht mehr viel Luft. Insbesondere bei Unternehmensanleihen mit einem BB Rating überwiegen die Risiken die Chancen. Aber auch bei anderen Ratingsegmenten kann man ein zunehmend negatives Verhältnis aus Chance zu Risiko feststellen. Zwar sollten allein aus Ermangelung der fehlenden Anlagealternativen-Investments in Unternehmensanleihen derzeit nicht unisono abgebaut werden. Aber durch das Kaufprogramm der EZB werden auch Unternehmensanleihen aus fundamentaler Sicht zunehmend zu teuer. Das Risiko in dieser Anlageklasse wird, also ähnlich wie bei den Staatsanleihen im Euroraum, sehr groß.

Die kleine Eiszeit steht Ende Juni vor dem Ende

Zunächst noch unvorteilhaftes Chance- / Risiko-Profil am Aktienmarkt / Investitionsentscheidungen bis nach dem 23.6. aufschieben Seit Anfang März bewegt sich der DAX so langsam und wenig wie ein Bär im Winter. Die Handelsspanne des deutschen Leitindex lag maßgeblich zwischen 9.500 und 10.300 Punkten. Die Berichtssaison ist vorüber, es mangelt an relevanten Unternehmensnachrichten. Nur die wenigsten Anleger trauen sich angesichts eines drohenden Brexit aus der Deckung, auch wenn die schlimmsten Belastungen der jüngsten Vergangenheit (abnehmende Nachfrage aus China und den Emerging Markets, schwankende Währungskurse, kollabierender Ölpreis) abgearbeitet wurden und sich hier ein Trend zur Besserung zeigt. Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmensberichte ab dem zweiten Quartal wieder besser ausfallen sollten. Jedoch dürfte das Gewinnwachstum nur verhalten anziehen, und auch die prognostizierte überproportionale Gewinnerholung im Energiebereich sowie verwandter Sektoren wird wegen der zwischenzeitlich geschrumpften Größe der Sektors wohl keinen markanten Beitrag zur einer Dynamisierung der Gewinnentwicklung (speziell beim S&P und beim…

DZ BANK Portfolio: Fünf Jahre erfolgreich unterwegs

Vor knapp fünf Jahren haben wir das „DZ BANK Portfolio“ ins Leben gerufen. In diesem legt das Research der DZ BANK kontinuierlich eine Multi-Asset-Musterallokation basierend auf den quantitativen und qualitativen Einschätzungen der eigenen Analysten fest. Im Portfolio wird flexibel in unterschiedliche Vermögensgegenstände investiert, mit dem Ziel, durch mittelfristig orientierte Handelsaktivitäten eine Wertsteigerung von 4-5% im Jahr zu erzielen. Der Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass sich das Portfolio sogar deutlich besser entwickelt hat als ursprünglich geplant. Statt der angestrebten 4-5% Rendite pro Jahr steht per heute ein durchschnittlicher Wertzuwachs von 8,1% pro Jahr zu Buche. Seit Auflage vor fünf Jahren ergibt sich damit ein kumulierter Gesamtzuwachs von knapp 48%. Der Vergleich zeigt, dass unser Portfolio insbesondere bei der risikoadjustierten Rendite – also unter Einbezug der Schwankungsbreite – ein sehr gutes Ergebnis erzielt hat. Viele der Gefahren, die in den vergangenen Jahren vom politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Parkett negativ…

1 2 3 15