BREXIT

Der Brexit lässt uns nicht los

Der Brexit, der uns im vergangenen Jahr so in Atem gehalten hat, ist noch immer nicht vom Tisch. Die Gespräche über ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Großbritannien und der EU sind festgefahren. Heute nun soll ein Spitzentreffen neuen Schwung in die Gespräche bringen. Nach eigenen Aussagen würde die britische Regierung unter Premier Johnson aber auch einen No-Deal-Brexit hinnehmen, wenn die Gespräche nicht nach ihren Vorstellungen verliefen. Eine Verlängerung der aktuellen Übergangsphase lehnt London zudem strikt ab. Es ist ein Déjà-vu: Erneut steuert Großbritannien damit auf einen ungeregelten Austritt zu. Die Auswirkungen eines „No FTA“-Brexits auf die britische Wirtschaft wären ähnlich gravierend wie die, die der sog. No-Deal-Brexit letztes Jahr gehabt hätte: Der Handel zwischen den beiden Wirtschaftsräumen fände von einem Tag auf den anderen nur noch auf WTO-Basis statt, Zölle und Grenzkontrollen würden den Außenhandel massiv bremsen. Eine deutliche Pfund-Abwertung würde den Inflationsdruck erhöhen und den Konsum drosseln. Der Schock träfe…

Britische Wirtschaft in Q1 geschrumpft – das Schlimmste kommt aber erst noch

  Um zwei Prozent ist die britische Wirtschaftsleistung im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal gesunken – etwas weniger als erwartet, und auch mit Blick auf die europäischen Nachbarn, vor allem Frankreich, Italien oder Spanien, ist die Wirtschaft in Großbritannien noch vergleichsweise glimpflich durch die ersten Wochen der Corona-Krise gekommen. Anlass für Entwarnung ist das aber mitnichten. Schließlich hat die britische Regierung die Wirtschaft erst relativ spät, am 24. März, vollständig „heruntergefahren“. Dafür, dass Geschäfte und Restaurants im März nur acht Tage geschlossen waren, Industrie und Bauwirtschaft sechs Werktage durch die strengen Ausgangsbeschränkungen behindert wurden, sind die Verluste im Monat März mit jeweils rund sechs Prozent im Service-Sektor, am Bau und in der Gesamtwirtschaft beträchtlich. Allein die Dienstleistungsexporte sanken im März um 20 Prozent, die Warenexporte in den Euroraum um 13 Prozent. Das wirft dunkle Schatten auf das laufende Quartal. Die Corona-Epidemie verläuft in Großbritannien besonders schwerwiegend. Erst seit dieser Woche…

Großbritannien geht die Zeit aus

» Corona hält auch Großbritannien fest im Griff. Mit expansiver Geld- und Fiskalpolitik versucht die Regierung den Schaden zu begrenzen. » Trotz der aktuellen Dramatik weigert sich Boris Johnson jedoch beharrlich, eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase in Betracht zu ziehen. » In Anbetracht der wirtschaftlichen Schäden, die Corona anrichten wird, dürfte Johnson jedoch nichts anderes übrigbleiben, als nachzugeben. Die Anzahl der Corona-Patienten in Großbritannien steigt und steigt. Über 25.000 Menschen sind mittlerweile positiv getestet worden, fast 1.800 sind bereits verstorben. Da die Corona-Welle das Land erst mit einer leichten Verzögerung im Vergleich zur EU erreicht hat, ist damit zu rechnen, dass die Zahlen in den kommenden Tagen und Wochen weiter deutlich steigen. Das britische Gesundheitssystem, selbst in normalen Zeit nicht für seine Effizienz bekannt, wird von dieser Krise wohl schnell an die Grenzen seiner Belastbarkeit geführt werden. Wenig hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch das zunächst sehr zögerliche Handeln der Regierung,…

Brexit: Boris auf Kollisionskurs mit Brüssel

Heute ist es endlich soweit: die lang erwarteten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der EU und Großbritannien beginnen. Die Briten und Premier Johnson machten im Vorfeld bereits Druck. Die Verhandlungsposition der EU ist aber weiterhin gut und die EU sollte sich nicht beirren lassen. Die Briten haben ohne ein Abkommen mehr zu verlieren als die EU. Selbst der übermächtigen Corona-Krise ist es nicht gelungen, die Schlagzeilen über den vorgelagerten Schlagabtausch zwischen Michel Barnier und Boris Johnson vollkommen aus dem Rampenlicht zu verdrängen. Wie so oft in den vergangenen Jahren ist vor allem die britische Seite hauptsächlich damit beschäftigt, sich taktisch in Stellung zu bringen. Konstruktive inhaltliche Vorschläge sind bislang Mangelware. Tatsächlich liest sich das britische Verhandlungsmandat wie ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Die britische Regierung hofft auf ein „ambitioniertes Freihandelsabkommen“ mit einem weitestgehend barrierefreien Zugang zum Binnenmarkt (für Güter). Auch die britischen Banken sollen geschützt und in ihren Aktivitäten…

Brexit bereitet Mittelstand Sorgen

Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum tritt Großbritannien heute aus der Europäischen Union aus. Politisch ändert sich damit in den Beziehungen zwischen der EU und dem ehemaligen Mitglied einiges, ökonomisch bleibt für den Rest des Jahres aber erst einmal alles beim Alten. Solange gelten EU-Binnenmarkt und Zollunion noch. In den kommenden Monaten wird darüber verhandelt, wie die Wirtschaftsbeziehungen nach Ende der Übergangsfrist aussehen werden. Vom Tisch ist selbst ein Austritt ohne Freihandelsabkommen nicht. Eine neue EU-Außengrenze im Ärmelkanal würde die Wiedereinführung von Zöllen, Grenzkontrollen und aufwändigen Grenzformalitäten mit sich bringen und den Warenaustausch verteuern und verzögern. Dies würde auch viele deutsche Mittelständler treffen. In unserer aktuellen Mittelstandsumfrage gaben lediglich 39 Prozent der Befragten an, dass sie von einem solchen Brexit nicht betroffen wären. Jeweils rund ein Drittel der mittelständischen Unternehmen rechnet damit, dass die Nachfrage aus Großbritannien sinkt, die Importkosten steigen und Zölle Großbritannien als Absatzmarkt uninteressant machen. Sogar…

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