BREXIT

Brexit: Vorteile eines Handelsabkommens müssen deutlich werden

In den Freihandelsgesprächen zwischen Großbritannien und der EU herrscht schon seit Monaten Stillstand, seit letzter Woche haben sie aber einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das Brexit-Drama ist zurück. Erneut scheint wieder alles auf einen No-deal Brexit hinauszulaufen, der die britischen Handelsbeziehungen mit der EU ungeregelt auf WTO-Niveau zurückwerfen würde. Die wirtschaftlichen Verluste, die dann für Großbritannien zu erwarten wären, scheinen in der politischen Kalkulation von Boris Johnson keine große Rolle zu spielen. Oder sind sie nur nicht hoch genug im Vergleich zu den Wohlstandseinbußen, die auch beim erfolgreichen Abschluss eines Freihandelsabkommens zu befürchten wären? Tatsache ist: Durch den Binnenmarktaustritt Großbritanniens werden im Handel mit der EU wieder zahlreiche Barrieren entstehen, die lange beseitigt waren. Einige dieser Handelshürden könnten mit einem Freihandelsabkommen vermieden werden, vor allem die Wiedereinführung von Importzöllen. Viele nicht-tarifäre Handelshemmnisse dürften dagegen auch unter einem Freihandelsabkommen auftreten, Grenzkontrollen beispielsweise zur Überprüfung von Qualitätsstandards oder Marktzugangsbeschränkungen für Dienstleistungsbetriebe, wie für…

Brexit: Johnson auf Kollisionskurs mit der EU

Die 8. Verhandlungsrunde zwischen der EU und Großbritannien über das geplante Freihandelsabkommen (FTA) wird morgen zu Ende gehen. Seit Ende Februar wird bereits verhandelt, bislang aber ohne Erfolg. Und auch diese Verhandlungsrunde dürfte nicht anders verlaufen. Anstatt sich aufeinander zuzubewegen, scheinen die Verhandlungsparteien immer weiter auseinander zu driften. Premierminister Boris Johnson hat nun auch eine harte Frist für den EU-Gipfel am 15. Oktober gesetzt. Sollte die Grundstruktur eines Abkommens bis dahin nicht stehen, will er sein Land auf einen harten Brexit vorbereiten. Potenziell noch problematischer als diese Frist ist ein neuer Gesetzesentwurf, der gestern im Parlament vorgestellt wurde. Das Binnenmarktgesetz (Internal Market Bill) legt die Pläne der Regierung für einen reibungslosen Handel innerhalb Großbritanniens nach dem Brexit bzw. nach dem Ablauf der Übergangsfrist Ende dieses Jahres dar. Entscheidend ist, dass der Gesetzentwurf Bestimmungen enthält, die direkt gegen die Grundlagen des „irischen Protokolls“ verstoßen. Letzteres war Teil des zu Beginn des…

Britische Wirtschaft ächzt unter Lockdown

Die britische Wirtschaft hat sich im Mai kaum von dem vorangegangenen scharfen Einbruch erholen können. Rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung war im März und April durch die Corona-Einschränkungen verloren gegangen. Mit einem Mini-Plus von 1,8 Prozent konnte im Mai lediglich ein Bruchteil der Verluste wieder aufgeholt werden – trotz erster Lockerungen, die seit Mitte des Monats galten. Damit zählt Großbritannien neben Italien und Spanien weiter zu den europäischen Ländern, die die höchsten wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-Krise verkraften müssen. Industrie und Baugewerbe konnten noch am stärksten davon profitieren, dass die Bevölkerung ab Mitte Mai nicht länger aufgerufen war, zu Hause zu bleiben. Die Bauwirtschaft legte im Monatsvergleich um 8,2 Prozent zu, hatte sich in den beiden vorangegangenen Monaten allerdings auch fast halbiert. Die Industrie steigerte die Produktion zeitgleich um immerhin sechs Prozent. Für die Gastronomie wirkte sich die Möglichkeit, Take-Away-Service anzubieten, leicht positiv aus. Allerdings war der Sektor zuvor fast…

Der Brexit lässt uns nicht los

Der Brexit, der uns im vergangenen Jahr so in Atem gehalten hat, ist noch immer nicht vom Tisch. Die Gespräche über ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Großbritannien und der EU sind festgefahren. Heute nun soll ein Spitzentreffen neuen Schwung in die Gespräche bringen. Nach eigenen Aussagen würde die britische Regierung unter Premier Johnson aber auch einen No-Deal-Brexit hinnehmen, wenn die Gespräche nicht nach ihren Vorstellungen verliefen. Eine Verlängerung der aktuellen Übergangsphase lehnt London zudem strikt ab. Es ist ein Déjà-vu: Erneut steuert Großbritannien damit auf einen ungeregelten Austritt zu. Die Auswirkungen eines „No FTA“-Brexits auf die britische Wirtschaft wären ähnlich gravierend wie die, die der sog. No-Deal-Brexit letztes Jahr gehabt hätte: Der Handel zwischen den beiden Wirtschaftsräumen fände von einem Tag auf den anderen nur noch auf WTO-Basis statt, Zölle und Grenzkontrollen würden den Außenhandel massiv bremsen. Eine deutliche Pfund-Abwertung würde den Inflationsdruck erhöhen und den Konsum drosseln. Der Schock träfe…

Britische Wirtschaft in Q1 geschrumpft – das Schlimmste kommt aber erst noch

  Um zwei Prozent ist die britische Wirtschaftsleistung im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal gesunken – etwas weniger als erwartet, und auch mit Blick auf die europäischen Nachbarn, vor allem Frankreich, Italien oder Spanien, ist die Wirtschaft in Großbritannien noch vergleichsweise glimpflich durch die ersten Wochen der Corona-Krise gekommen. Anlass für Entwarnung ist das aber mitnichten. Schließlich hat die britische Regierung die Wirtschaft erst relativ spät, am 24. März, vollständig „heruntergefahren“. Dafür, dass Geschäfte und Restaurants im März nur acht Tage geschlossen waren, Industrie und Bauwirtschaft sechs Werktage durch die strengen Ausgangsbeschränkungen behindert wurden, sind die Verluste im Monat März mit jeweils rund sechs Prozent im Service-Sektor, am Bau und in der Gesamtwirtschaft beträchtlich. Allein die Dienstleistungsexporte sanken im März um 20 Prozent, die Warenexporte in den Euroraum um 13 Prozent. Das wirft dunkle Schatten auf das laufende Quartal. Die Corona-Epidemie verläuft in Großbritannien besonders schwerwiegend. Erst seit dieser Woche…

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