China

Schwächere Weltkonjunktur – Prognosen gesenkt

Kaum ein Risikofaktor aus dem alten Jahr hat mit dem Jahreswechsel an Brisanz eingebüßt. Neu hinzugekommen ist eine zugespitzte innenpolitische Lage in den USA, dies verdeutlicht der „Shutdown“, die bereits mehrwöchige Schließung einiger Bundesbehörden. Erste Datenveröffentlichungen zeigen zudem, dass die Industrie im Euro-Raum auch im vierten Quartal die Konjunktur belastet hat. Wir haben deshalb für Deutschland, Frankreich und den Euro-Raum insgesamt unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Für die US-Wirtschaft hat sich darüber hinaus auch der Ausblick auf das Jahr 2020 eingetrübt. Europaweit haben die Probleme in der Autoindustrie Spuren im industriellen Sektor hinterlassen. Wegen einer erneut nur langsamen Gangart im Schlussquartal 2018 senken wir für den Euro-Raum unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 1,2 Prozent. Aus recht unterschiedlichen Gründen hat sich vor allem der Ausblick für Deutschland, Frankreich und Italien verschlechtert. Während die deutsche und die französische Wirtschaft dennoch 2019 um rund ein Prozent wachsen dürften, erwarten wir im…

Chinas Industrie tritt zum Jahresschluss auf die Bremse

Chinas Wirtschaft kann sich dem schwelenden Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten doch nicht so gut entziehen, wie es die bislang recht soliden Exportzahlen hoffen lassen. Die Einkaufsmanagerumfragen in der chinesischen Industrie sind im Dezember so schlecht ausgefallen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr und haben heute Morgen an den Finanzmärkten rund um den Globus unschöne Erinnerungen an die Konjunktursorgen um China zum Jahreswechsel 2015/16 wachgerufen. Beide Einkaufsmanagerindizes – der „offizielle“ Wert des chinesischen Statistikamts und der „inoffizielle“ Indikator des privaten Datenanbieters IHS Markit – sind zum Jahresschluss unter die kritische 50-Punkte-Schwelle gefallen. Das war zuletzt im Februar 2016 der Fall. Das BIP-Wachstum dürfte sich vor diesem Hintergrund im zurückliegenden Schlussquartal 2018 nochmals abgeschwächt haben. Vor allem pessimistische Exporterwartungen belasten etwa seit Frühjahr letzten Jahres, als der Schlagabtausch aus Straf- und Vergeltungszölle allmählich Gestalt annahm, die Stimmung der befragten Einkaufsmanager. Der Teilindex für die Auslandsaufträge hat inzwischen ein Drei-Jahres-Tief erreicht…

Chinas Problem mit der afrikanischen Schweinepest

Die afrikanische Schweinepest (ASP) ist unter den schweinehaltenden Betrieben in Deutschland weiterhin eines der brisantesten Themen. Sie rückt mit Eintragungen bei Wildschweinen in Belgien immer näher. Unter den deutschen Schweinehaltern geht es nicht darum, ob die ASP in Deutschland ausbricht, sondern nur, wann. In der Bekämpfung der Schweinepest waren Belgien und Ungarn bisher recht erfolgreich. Trotz des Befalls bei Wildschweinen konnte bislang ein Überspringen des Virus auf das Hausschwein verhindert werden. Selbst die Situation in Polen hat sich zuletzt entspannt. Hier ist es seit Mitte September zu keiner weiteren Eintragung mehr gekommen. In Deutschland gilt es, sich weiter akribisch auf einen möglichen ASP-Ausbruch vorzubereiten. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Früherkennung und das Monitoring des Schwarzwildbestandes gelegt werden. Aber auch Schulungen des landwirtschaftlichen Personals und Proben für den Ernstfall sind hier sicherlich förderlich. Derweil verschärft sich die Lage in China immer weiter. Der erste ASP-Fall wurde Anfang August gemeldet. Seitdem…

Made in China 2025“: Zukunftsstrategie für China – eine Bedrohung für die Industrieländer?

Spätestens seit US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf chinesische Importe auch zur Kampfansage gegen „Made in China 2025“ erklärt hat, ist das chinesische Zukunftsprojekt in aller Munde. Ziel der Strategie ist es, Chinas Industrie grundlegend zu modernisieren und in die Lage zu versetzen, Hightech-Produkte, die das Land bislang importieren muss, selbst zu produzieren. Dies ist grundsätzlich erst einmal ein wichtiger, wenn nicht sogar ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Denn Chinas bisheriges Wachstumsmodell – die billige Massenproduktion relativ einfacher Industriegüter – ist mit dem demografischen Wandel und dem gestiegenen Wohlstandsniveau des Landes in die Jahre gekommen. „Made in China 2025“ ist an das Konzept der „Industrie 4.0“ angelehnt, der Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Fertigung. Zehn ausgewählte Schlüsselindustrien in China, darunter Elektromobilität und Robotics, sollen mittels Digitalisierung bis zum Jahr 2025 zum technologischen Niveau der Industrieländer aufschließen. Bis Mitte des Jahrhunderts will China in diesen Bereichen dann die…

China: Wachstum in Q3 verlangsamt – Investitionen bremsen, Handelsbelastungen stehen noch aus

Chinas Wirtschaft hat im abgelaufenen Quartal weiter an Schwung verloren. Mit einem Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent war die Abschwächung sogar etwas stärker als erwartet. Angesichts des über den Sommer eskalierten Handelsstreits steht die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft momentan zweifellos unter besonderer Beobachtung. Bremseffekte im Handel mit den Vereinigten Staaten dürften für die Konjunkturabkühlung bislang aber kaum verantwortlich sein. Sie werden im Moment noch durch Vorzieheffekte überlagert und durch die Abwertung des Yuan abgefedert. Vielmehr hat die Investitionszurückhaltung Pekings das Wachstum gedämpft. Bereits im laufenden Quartal könnten die Belastungen aus dem Außenhandel aber schon deutlicher spürbar werden. Wir sehen uns in unserer vorsichtigen Wachstumsprognose für dieses Jahr von 6,5 Prozent bestätigt. Eine auffällige Schwäche haben die monatlichen Exportzahlen in den vergangenen Monaten, in denen die US-Zölle sukzessive ausgeweitet wurden, nicht gezeigt. Fast schon im Gegenteil: Im September haben sie sogar deutlich angezogen. Auch das Wachstum der Exporte in die Vereinigten Staaten…

Währungsmanipulation in Theorie und Praxis

In Kürze stellt das US-Finanzministerium seinen halbjährlichen Bericht zur Währungsmanipulation vor. Darin wird geprüft, inwiefern sich die wichtigsten Handelspartner der USA durch unlautere Beeinflussung ihrer Währungen einen Vorteil verschafft haben. Dieser Bericht erfährt angesichts des aktuellen Handelsstreits eine noch höhere Aufmerksamkeit als sonst. Wenn bereits die unspezifische Angst vor einer weiteren Eskalation am letzten Mittwoch für starke Kurseinbußen an den US-Börsen gesorgt hat, welche Sprengkraft hätte dann denn wohl die ultimative Kampfansage gegen China in Sachen Währung? Präsident Trump macht keinen Hehl aus seiner Haltung gegenüber China; ginge es alleine nach ihm, wäre die offizielle Brandmarkung längst erfolgt. Allerdings liegt die Hoheit über FX-Fragen, und somit dieser Bericht, in den Händen des Finanzministeriums, das einen klar definierten, quantitativen Kriterienkatalog hat, bei dem es nicht um „gefühlte“ Benachteiligung geht, sondern um eindeutig messbare Aspekte. Geprüft wird, ob ein Land: » einen „signifikanten“ bilateralen Handelsbilanzüberschuss mit den USA hat, wobei „signifikant“ als…

1 2 18