China

China: Die Gründe für den unheimlichen Kursaufschwung

In China steigen die Börsen wie in den besten Tagen. Mit dem katapultartigen Anstieg der Kurse 2019 wurde eine Einigung der amerikanisch-chinesischen Zollverhandlungen vorweggenommen. Auch der langfristige Ausblick spricht für China: Die chinesische Wirtschaft dürfte in diesem Jahr rund viermal so schnell wachsen wie die deutsche Wirtschaft. Darüber hinaus wird das „alte China“ langfristig durch das „neue China“ in der Industrie- und Dienstleistungslandschaft ersetzt. Das „alte China“ wird an der Börse repräsentiert von Unternehmen aus den Bereichen wie Immobilien, Grundstoffe oder Finanzen. Diese wachsen langsamer oder kämpfen mit Problemen wie Überkapazitäten oder notleidenden Kredite. Dies ist einer der Gründe, warum diese Aktien im ohnehin schwachen Marktumfeld im Dezember 2018 mit besonders hohen Abschlägen zur Bewertung des Gesamtmarktes gehandelt wurden. Diese Unterbewertung wurde durch den Kursanstieg 2019 wieder ausgeglichen. Dennoch sind die Anleger immer noch auf der Suche nach Wachstumsstories jenseits defensiver Aktien (obwohl dies auch gute Anlagemöglichkeiten sein können). Diese…

China senkt Wachstumsziel – das ist kein Drama

Chinas Regierung hat das Wachstumsziel für dieses Jahr gesenkt. Das ist nicht notwendigerweise eine schlechte Nachricht, völlig überraschend kam der Schritt ebenfalls nicht. Bereits in den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Provinzen ihre Zielvorgaben gedrosselt. Die Konjunkturindikatoren seit Jahresbeginn sind überwiegend schwach ausgefallen. Dass die Aussichten für Chinas Wirtschaft derzeit sicherlich alles andere als rosig sind, ist kein Geheimnis. Immer deutlichere Bremsspuren in der Konjunktur Chinas hinterlässt der Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten, und zwar nicht nur die US-Strafzölle auf chinesische Warenlieferungen, sondern auch die Gegenzölle Pekings auf Einfuhren aus den USA. Konsequenterweise hat Ministerpräsident Li bei seiner Eröffnungsrede auf dem soeben begonnenen Nationalen Volkskongress auch den transpazifischen Handelskonflikt für das Absenken der Zielvorgaben verantwortlich gemacht. Allerdings ist der Schritt klein: Statt um „etwa 6,5%“ soll die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr um 6% bis 6,5% wachsen. Trotzdem dürfte das Wirtschaftswachstum, nachdem es mit zielkonformen 6,6% im vergangenen Jahr bereits auf…

China, die USA und die „Potemkinschen Dörfer“ der FX-Stabilität

Die USA und China stehen kurz vor dem Durchbruch zu einem neuen Handelsabkommen. Das Thema „Währung“ soll angeblich eine zentrale Rolle spielen und es soll „genau definierte strukturelle Zusagen“ geben – wir sind gespannt, wie das aussehen soll. Bislang wird spekuliert, dass China verspricht, seine Eingriffe am Devisenmarkt offenzulegen. Es geht also nicht etwa um den Verzicht auf Interventionen und auch nicht um eine ex-ante-Information oder gar eine US-Erlaubnis, sondern nur darum, die Eingriffe nachträglich transparenter zu machen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass China den Yuan schon lange nicht mehr nur mit dem währungspolitischen Einsteigermodell in Form simpler Kassa-Interventionen auf den gewünschten Kurs bringt. Die Konstruktion ist deutlich komplexer und eine Mischung von Outright-, Termin- und Swap-Geschäften, Liquiditätssteuerung am Interbankenmarkt sowie einer Vielzahl anderer feiner Nadelstiche (zum Beispiel Anforderungen an die zu hinterlegenden Sicherheiten bei Fremdwährungsgeschäften der Geschäftsbanken). Ob China sich tatsächlich bereit erklärt, den USA die gesamte Bandbreite…

China: Handelsstreit beginnt die Konjunktur zu belasten

Lange Zeit sah es so aus, als ob der transpazifische Handelsstreit der chinesischen Wirtschaft wenig anhaben könnte. Jetzt ist das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal des vergangenen Jahres mit 6,4% auf den niedrigsten Stand seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise vor zehn Jahren gefallen und hat auch das selbstgesteckte Wachstumsziel der chinesischen Regierung unterschritten – so zumindest die offiziellen Angaben des Statistikamtes. Es bleiben Zweifel, ob der Verlust zuletzt womöglich stärker ausgefallen ist. Die Veröffentlichung einer noch schwächeren Rate hätte Peking aber wohl kaum zugelassen. Gerade in konjunkturell schwierigeren Phasen wie aktuell gelten Zielverfehlungen und stärkere Ausschläge beim Wirtschaftswachstum in China als heikel, denn die Regierung demonstriert mit den Wachstumsangaben gerne Stabilität. Für das Gesamtjahr 2018 steht nun nach 6,8% im Jahr 2017 ein Wirtschaftswachstum von 6,6% zu Buche – das schwächste Ergebnis seit 28 Jahren. Seit dem Spätsommer sinken die Auslandsaufträge in der chinesischen Industrie deutlich. Im Dezember sind die beiden Einkaufsmanagerindizes…

Schwächere Weltkonjunktur – Prognosen gesenkt

Kaum ein Risikofaktor aus dem alten Jahr hat mit dem Jahreswechsel an Brisanz eingebüßt. Neu hinzugekommen ist eine zugespitzte innenpolitische Lage in den USA, dies verdeutlicht der „Shutdown“, die bereits mehrwöchige Schließung einiger Bundesbehörden. Erste Datenveröffentlichungen zeigen zudem, dass die Industrie im Euro-Raum auch im vierten Quartal die Konjunktur belastet hat. Wir haben deshalb für Deutschland, Frankreich und den Euro-Raum insgesamt unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Für die US-Wirtschaft hat sich darüber hinaus auch der Ausblick auf das Jahr 2020 eingetrübt. Europaweit haben die Probleme in der Autoindustrie Spuren im industriellen Sektor hinterlassen. Wegen einer erneut nur langsamen Gangart im Schlussquartal 2018 senken wir für den Euro-Raum unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 1,2 Prozent. Aus recht unterschiedlichen Gründen hat sich vor allem der Ausblick für Deutschland, Frankreich und Italien verschlechtert. Während die deutsche und die französische Wirtschaft dennoch 2019 um rund ein Prozent wachsen dürften, erwarten wir im…

Chinas Industrie tritt zum Jahresschluss auf die Bremse

Chinas Wirtschaft kann sich dem schwelenden Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten doch nicht so gut entziehen, wie es die bislang recht soliden Exportzahlen hoffen lassen. Die Einkaufsmanagerumfragen in der chinesischen Industrie sind im Dezember so schlecht ausgefallen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr und haben heute Morgen an den Finanzmärkten rund um den Globus unschöne Erinnerungen an die Konjunktursorgen um China zum Jahreswechsel 2015/16 wachgerufen. Beide Einkaufsmanagerindizes – der „offizielle“ Wert des chinesischen Statistikamts und der „inoffizielle“ Indikator des privaten Datenanbieters IHS Markit – sind zum Jahresschluss unter die kritische 50-Punkte-Schwelle gefallen. Das war zuletzt im Februar 2016 der Fall. Das BIP-Wachstum dürfte sich vor diesem Hintergrund im zurückliegenden Schlussquartal 2018 nochmals abgeschwächt haben. Vor allem pessimistische Exporterwartungen belasten etwa seit Frühjahr letzten Jahres, als der Schlagabtausch aus Straf- und Vergeltungszölle allmählich Gestalt annahm, die Stimmung der befragten Einkaufsmanager. Der Teilindex für die Auslandsaufträge hat inzwischen ein Drei-Jahres-Tief erreicht…

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