China

Konjunktur in China: Guter Jahresauftakt, aber der Ausblick hat sich eingetrübt

Die chinesische Wirtschaft ist mit Schwung in das laufende Jahr gestartet. Die gute Konjunkturdynamik vom vergangenen Jahr konnte über den Jahreswechsel hinweg gehalten werden. Darauf deuten nicht nur die offiziellen Angaben zum Wirtschaftswachstum hin, die heute Morgen veröffentlicht wurden, auch zahlreiche Wachstums- und Umfrageindikatoren aus fast allen Bereichen der Wirtschaft zeigen eine robuste Entwicklung im ersten Quartal des Jahres. In den vergangenen Wochen haben die weltweiten Wachstumsrisiken jedoch weiter zugenommen, die Aussichten, vor allem für Chinas Exportkonjunktur, haben sich eingetrübt. Wir haben unsere Prognose für dieses Jahr gesenkt. Mit 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) das Wachstumstempo vom Schlussquartal 2017 gehalten und liegt nun schon zum dritten Mal in Folge auf diesem Niveau. Die offiziell gemeldete Wachstumsrate Chinas zeigt sich damit einmal mehr äußerst unbeweglich – ein Trend, der in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen hat und die Skepsis an den Wachstumsangaben Pekings sicherlich vertieft. Für…

Eskalierender Handelsstreit USA-China und die Folgen

In Sachen Handelsstreit USA-China überschlagen sich derzeit die Ereignisse. Am 03. April hat US-Präsident Trump konkrete US-Strafzölle auf Importe aus China angedroht, China seinerseits hat wenige Stunden später mit vergleichbaren Ankündigungen reagiert. Und nur zwei Tage später hat Trump nun erneut nachgelegt. Betroffen von den am 03.04. konkret avisierten US-Zöllen sind chinesische Lieferungen im Umfang von rund 50 Mrd. USD. Das entspricht rund 10 Prozent aller chinesischen Exporte in die USA und 0,4 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Großteil der betroffenen chinesischen Produkte dürfte für die USA nicht leicht zu substituieren sein. Der Effekt der Schutzzölle könnte sich daher stärker in der US-Inflation als in einer sinkenden US-Nachfrage nach diesen Importen niederschlagen. Der Export der Produkte dürfte schätzungsweise um etwa ein Drittel sinken, die chinesischen Gesamtexporte in die USA also um 3 bis 4 Prozent. Der Wachstumseffekt auf das chinesische BIP läge damit rechnerisch unter 0,2 Prozent. Da viele…

Trump erhöht den Druck auf China

Nun also doch: Donald Trump zieht die Daumenschrauben im Handelskonflikt nochmals deutlich an und kündigt weitere umfangreiche Strafzölle auf Produkte an, die Amerika primär aus China bezieht. Sie sollen chinesische Importe im Wert von 60 Mrd. USD betreffen – das wären über 10 Prozent aller US-Einfuhren aus China und damit längst nicht mehr nur „peanuts“. Dagegen treffen die ab heute geltenden Zölle auf Stahl und Aluminium die chinesische Wirtschaft nur am Rande. China ist zwar der größte Stahlproduzent der Welt, die chinesischen Stahl-Exporte in die USA wurden aber längst durch Anti-Dumping-Maßnahmen signifikant gedrosselt. Zusammen mit den Ausfuhren von Waschmaschinen und Solarkollektoren, auf die die US-Regierung bereits vor Wochen Strafzölle eingeführt hat, machen sie nur rund 1 Prozent aller Ausfuhren Chinas in die USA oder weniger als 0,1 Prozent des chinesischen BIP aus. Bei den nun neu angedrohten Strafzöllen wären dagegen Waren im Umfang von knapp 0,5 Prozent des BIP betroffen…

Toxische Mischung: China steht vor großen Herausforderungen

Xi, der starke Mann Chinas, ist jetzt noch mächtiger. Einstimmig wurde er vor wenigen Tagen von der chinesischen Volksversammlung für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Die Beschränkung für Präsidenten auf zwei Legislaturperioden hatten die Abgeordneten zuvor aufgehoben. Xi steht aber vor einer extrem schweren Amtszeit. Er muss aufpassen, dass China nicht der nächste Lehmann-Fall wird. Ein Beispiel für die aktuell schwierige Lage ist die Folgen der Ein-Kind-Politik, die immer dramatischer wird. Das Land droht zu vergreisen. Einem Bericht der in Peking ansässigen China Renmin University zufolge ist die chinesische Erwerbsbevölkerung im Alter von 15 bis 59 Jahren innerhalb der letzten fünf Jahre um 20 Millionen Menschen zurückgegangen. Die Forscher erwarten, dass die erwerbstätige Bevölkerung vom einstigen Höchststand von 925 Millionen im Jahr 2011 bis 2050 auf 700 Millionen Menschen schrumpfen wird. China ist bemüht, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Das Land will immer stärker von einem Produktions- zu einem Innovationsstandort werden….

US-Chinesischer Handelskonflikt: Letztlich wird es auf eine Verhandlungslösung hinauslaufen

Mit den jüngsten Strafzöllen hat US-Präsident Trump die handelspolitischen Spannungen massiv erhöht. Ein Handelskrieg scheint mittlerweile zum Greifen nah. Momentan steht zwar eher der Konflikt mit der EU im Mittelpunkt. Im Fokus hat Trump aber stets China – den wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten, auf dessen Konto rund die Hälfte des hohen US-Handelsbilanzdefizits geht. China wiederum exportiert vier Mal so viele Waren in die USA wie umgekehrt. Es wäre aber falsch daraus zu schließen, dass China im Falle eines Handelsstreits der verletzlichere Partner ist. US-Zölle auf die zahlreichen Konsumgüterimporte aus China träfen vor allem die US-Verbraucher. Peking auf der anderen Seite könnte US-Firmen in vielerlei Hinsicht das Geschäftsleben in China schwermachen. Völlig Unrecht hat Trump ja nicht: Seit Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) Ende 2001 hat sich das Defizit im bilateralen Warenhandel mit den USA vervierfacht. Es ist mit weitem Abstand das höchste aller US-Handelspartner. Auch der Vorwurf, der WTO-Beitritt…

Chinas Verschuldung – ein drohender Stolperstein für die gute Weltkonjunktur

Chinas Verschuldung ist gefährlich hoch und zu einem erheblichen Risiko für die konjunkturelle und finanzielle Stabilität des Landes angeschwollen – daran bestehen wohl kaum Zweifel. Mit über 29 Billionen US-Dollar ist der chinesische Schuldenberg der zweithöchste der Welt, die Schuldenquote mit mehr als 250 Prozent für eine heranreifende Volkswirtschaft enorm und ihr Anstieg von über 100 Prozentpunkten in den letzten zehn Jahren gigantisch. Nicht von ungefähr ziehen der IWF und die BIZ schon seit geraumer Zeit Parallelen zu Ländern, deren Schuldenexzesse letztlich krisenhaft endeten: Japan in den 1980er Jahren, Thailand in den 1990ern oder Spanien nach der Jahrtausendwende. Auch China könnte auf solch eine Krise zusteuern. Kritisch ist vor allem die hohe Verschuldung des Unternehmenssektors, die mit über 160 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) weltweit ihresgleichen sucht. Dahinter verbergen sich zu einem nicht unerheblichen Teil unsolide, „versteckte“ Staatsschulden: Staatseigene Unternehmen, deren Verschuldung rund doppelt so hoch ist wie die der rein…

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