China

Noch kein Ende der Unsicherheit

Unsicherheit bleibt der bestimmende Faktor für Wirtschaft und Finanzmärkte. Zwar könnten mit dem Brexit und dem US-chinesischen Handelsstreit zwei der wichtigsten politischen Belastungsthemen in den letzten Tagen einer Lösung nähergekommen sein. Doch noch herrscht keine Klarheit, wohin die Reise geht. In der kommenden Woche stehen dies- und jenseits des Atlantiks wichtige Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung an. Sowohl im Euro-Raum als auch in den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen dritten Quartal nochmals abgeschwächt haben. Vor allem die Investitionen leiden unter der fortgesetzten Unsicherheit, die Unternehmen bleiben zurückhaltend angesichts der fehlenden Klarheit in Bezug auf die weiteren Perspektiven. Dabei dürfte das Wachstum im Euro-Raum erheblich schwächer als in den USA ausgefallen sein und zwischen Juli und September nur noch ganz knapp über der Nulllinie gelegen haben. Besonders die Industrie leidet unter den internationalen Belastungen. Das zeigt vor allem der Blick auf Deutschland, wo das verarbeitende Gewerbe eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung…

Handelsstreit bremst Chinas Wirtschaftswachstum

Die chinesische Wirtschaft hat über die Sommermonate weiter an Fahrt verloren. Das Wirtschaftswachstum fiel im dritten Quartal erneut niedriger aus als im Vorquartal, mit 6,0 Prozent (J/J) sank es auf ein neues 27-Jahres-Tief. Damit wurden die Marktschätzungen leicht verfehlt, unsere eigenen, etwas skeptischeren Erwartungen haben sich jedoch bewahrheitet. Der Abwärtstrend, der Anfang letzten Jahres mit Ausbruch der US-chinesischen Handelsstreitigkeiten begann, hat sich fortgesetzt. Die größten Wachstumseinbußen gab es in der Industrie, die im abgelaufenen Quartal mit 5,0 Prozent den niedrigsten Anstieg seit 1990 verzeichnete. Der Wert wäre noch schwächer ausgefallen, hätte sich die Industrieproduktion im Quartalsschlussmonat September nicht wieder sichtlich beschleunigt. Wir bleiben allerdings vorsichtig, ob sich damit eine Kehrtwende des industriellen Abschwungs abzeichnet. Vielmehr könnten sich dahinter, wie schon im bisherigen Jahresverlauf, vorgezogene staatliche Maßnahmen verbergen, deren Effekt schnell wieder verpufft. Hauptbelastung für Chinas Wirtschaft bleibt der Zollstreit mit den USA. Trotz der soeben von Donald Trump ausgesetzten Zollerhöhung…

Seltene Erden: Pekings Faustpfand

China hat im September so wenig Seltene Erden exportiert wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Australien dagegen will seine Ausfuhren an Seltenen Erden in naher Zukunft deutlich ausweiten, insbesondere der Absatz in den Vereinigten Staaten soll gesteigert werden. Mit Australien arbeiten die USA zurzeit an einem Kooperationsabkommen zur Förderung der Produktion Seltener Erden. Damit soll der weltweite, vor allem aber der US-Bedarf an den wichtigen Metallen von der Angebotsübermacht der Chinesen unabhängiger gemacht werden. Denn die Sorge ist groß, dass Peking ein Exportembargo der Rohstoffe gegen die USA verhängen könnte, seine dominante Position also als „Waffe“ im Handelsstreit einsetzt – auch wenn die beiden Seiten einer Beilegung des Konflikts zuletzt wieder ein kleines Stückchen nähergekommen sind. Seltene Erden sind für heutige Technologien unverzichtbar, obwohl die Metalle nur in geringen Mengen benötigt werden. Ihre Einsatzgebiete erstrecken sich von der Automobilindustrie über die Optik und Medizin bis hin zu massentauglichen Hightech…

Viel Lärm um nichts? Trump kündigt Teilabkommen im Handelsstreit mit China an

China und die Vereinigten Staaten scheinen auf eine Teillösung im Handelsstreit zuzusteuern. Die in der vergangenen Woche wieder aufgenommenen Gespräche zwischen den beiden Ländern hätten damit zumindest einen ersten Erfolg gebracht. Allerdings: In den vergangenen knapp zwei Jahren, in denen der Konflikt nach und nach immer weiter eskalierte, war ein Abkommen schon häufiger in greifbare Nähe gerückt. Es scheiterte dann aber immer wieder an unannehmbaren oder kaum umsetzbaren Forderungen auf beiden Seiten sowie letztlich auch an der Sprunghaftigkeit Donald Trumps. Dies ist auch dieses Mal nicht auszuschließen. Kernstück des Teilabkommens ist nach Aussage des US-Präsidenten die Bereitschaft der Chinesen, amerikanische Agrarprodukte im Wert von 40 Mrd. bis 50 Mrd. US-Dollar pro Jahr abzunehmen. Auch Teil der Lösung sollen höhere Importe von Boeing-Flugzeugen mit einem Umfang von bis zu 20 Mrd. US-Dollar sein. Darüber hinaus soll es eine erste Verständigung in den kritischen Streitpunkten zu Währungsfragen und zum Schutz geistigen Eigentums…

Neuer Zollstreit zwischen USA und EU: Das könnte am Ende teuer werden

Die US-Regierung hat die Einführung neuer Strafzölle gegen die EU angekündigt. Dieses Mal geht es um „Vergeltungszölle“, die von der Welthandelsorganisation (WTO) aufgrund der verbotenen EU-Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus sogar ausdrücklich genehmigt worden sind. Die Zölle auf Güter im Wert von 7,5 Mrd. Euro sollen Mitte Oktober in Kraft treten. Das Volumen entspricht dem WTO-Beschluss, doch die vom US-Handelsministerium veröffentlichte Liste der mit Zöllen belegten Produkte überraschte doch etwas. Klar ist, dass die Länder mit Airbus-Produktionsstandorten, die für die fraglichen Subventionen verantwortlich sind, auch von den US-Zöllen getroffen werden sollen. Das sind im Wesentlichen Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Auf der Liste stehen zwar wie erwartet Passagierflugzeuge, doch werden sie nur mit einem Zollsatz von 10% belegt. Flugzeugteile oder Hubschrauber sind dagegen von den neuen Zöllen ausgenommen. Zuvor war vermutet worden, dass sämtliche Produkte der Luftfahrtindustrie mit Zöllen bis zu 100% (Obergrenze der WTO) belegt werden könnten. Das ist…

Pyrrhussieg

Der Handelsstreit entwickelt sich zu einem endlos erscheinenden Hin und Her von Zollerhöhungen durch die US Regierung und Gegenreaktionen der chinesischen Regierung. Offizielles Ziel der USA ist es weiterhin ein Handelsabkommen mit China zu erreichen. Die Gesprächsbereitschaft der chinesischen Regierung möchte man eben mit diesen Maßnahmen erhöhen. Sicherlich, bislang haben die Zollerhöhungen auch Wirkung gezeigt. Die Wachstumsdynamik der chinesischen Volkswirtschaft hat nachgelassen. Jedoch bleibt die Frage, ob die höheren US Zölle auf chinesische Waren China tatsächlich so stark treffen, dass man am Ende weitreichende Zugeständnisse machen wird. Die Zölle könnten auch zum Bumerang werden, falls die Konsumenten mit höheren Preisen konfrontiert werden. Wenn dann die Zustimmungswerte für den Kurs von US-Präsident Trump sinken, könnte der US-Präsident schnell in Erklärungsnot kommen. Die Kollateralschäden dieser Politik – schwächeres Weltwachstum, geringere Investitionen und fallende Aktienmärkte – bieten hier bereits einen Vorgeschmack. Hier hat man aber bereits den Schuldigen ausgemacht, nämlich die US Notenbank….

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