China

VDAX springt über 40 Punkte – Unsicherheit so groß wie nach Brexit-Entscheid 2016

Bis vor zwei Wochen schien die Volatilität an den Finanzmärkten ein Relikt der Vergangenheit geworden zu sein, es herrschte Grabesruhe an den Aktienmärkten. Dies hat sich innerhalb weniger Tage geändert. Der VDAX, der, abgeleitet aus den an der Eurex gehandelten DAX-Optionen, die erwartete Schwankungsbreite für den DAX für die kommenden 30 Tage misst, ist auf über 40 Punkte geschossen. Interpretiert man die erwartete Volatilität als Stressindikator, ist die Unsicherheit am deutschen Aktienmarkt derzeit so hoch wie nach dem Brexit-Entscheid im Juni 2016 oder nach dem Crash des chinesischen Aktienmarktes im August 2015. Investoren, die nun damit rechnen, dass die Volatilität am Aktienmarkt bald wieder in Richtung des Durchschnitts sinkt (19 Punkte in den USA / 20 in Deutschland), könnten zunächst enttäuscht werden. Die Volatilität weist empirisch eine geringe Tendenz zu einer langsamen Rückkehr zum Mittelwert („mean reversion“) auf. Zunächst erwarten wir noch ein erhöhtes Volatilitätsplateau. Volaspitzen waren in der Vergangenheit…

Chinas Konjunktur ist 2017 gut gelaufen – Peking wird Wachstum auch in diesem Jahr auf hohem Niveau halten

China kann auf ein gutes konjunkturelles Jahr 2017 zurückblicken: Das BIP-Wachstum hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht auf 6,9 Prozent erhöht – erstmals seit sieben Jahren hat sich die Wirtschaft im Gesamtjahr wieder beschleunigt. Im Schlussquartal blieb das Wachstumstempo mit 6,8 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal stabil. Der Aufschwung hat sich gefestigt. Die chinesische Wirtschaft konnte vor allem zunehmend von der anziehenden Weltkonjunktur profitieren. Nach zwei sehr belastenden Jahren hat der Außenhandel das Wirtschaftswachstum 2017 nicht mehr gebremst, im Schlussquartal hat er sogar positiv zum Wachstum beigetragen. Zwar konnte die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr ganz an den guten Schwung vom ersten Halbjahr anknüpfen. Die Schubkraft der staatlichen Investitionen, mit denen der Aufschwung 2016 initiiert wurde, hat weiter nachgelassen und in der Privatwirtschaft wurde die Investitionstätigkeit zuletzt durch etwas restriktivere Finanzierungskonditionen gedämpft. In der Industrie haben sich zum Jahresschluss zudem Umweltschutzmaßnahmen der chinesischen Regierung bremsend bemerkbar gemacht….

Entwarnung bei Chinas Reserven

Sorgen um eine harte Landung bei Chinas Wirtschaft, Angst vor einem kapitalfluchtbedingt kollabierenden Wechselkurs und im Zuge dessen Befürchtungen eines Ausverkaufs bei den Währungsreserven – das waren die Zutaten, die noch vor Jahresfrist so manchen China-Ausblick geprägt hatten. Wir hatten uns glücklicherweise schon immer etwas bedeckter gegeben und insbesondere die Reserveentwicklung entspannter betrachtet. Die Kombination aus Konjunkturstabilisierung, globaler USD-Schwäche, Kapitalverkehrskontrollen und anderen Drohgebärden der chinesischen Offiziellen in Richtung Finanzmärkte hat den Abbau der Reserven nicht nur zum Stillstand gebracht, sondern inzwischen sogar zu einer überzeugenden Trendwende geführt. Seit ihrem historischen Hoch im Juli 2014 (bei knapp 4.000 Mrd. USD) waren Chinas Währungsreserven bis Anfang 2017 um fast 1.000 Mrd. USD gefallen. Im letzten Januar wurde sogar temporär die psychologische Schwelle von 3.000 Mrd. USD unterschritten, was hitzige Diskussionen darüber ausgelöst hatte, wie lange Chinas Reserven noch ausreichen würden. Das abgelaufene Jahr 2017 war in dieser Hinsicht ein weitaus erfolgreicheres für…

China drosselt sein Wachstum im dritten Quartal minimal, der Ausblick für die nächsten Quartale ist aber robust

Chinas Wirtschaft ist im abgelaufenen dritten Quartal um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen – dies hat das chinesische Statistikamt heute Morgen bekannt gegeben. Zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren hat das Wachstum damit also wieder einen Tick nachgegeben. Im zweiten Quartal stand noch eine Rate von 6,9 Prozent zu Buche, im Winterhalbjahr 2016/17 hatte der Schwung sogar überraschend zugenommen. Das nun gemeldete Wirtschaftswachstum liegt aber weiterhin oberhalb des von der Regierung vorgegebenen Wachstumsziels für dieses Jahr von 6,5 Prozent. Die Wirtschaft befindet sich also aus Sicht der politischen Führung in Peking weiterhin „auf Kurs“. Gemessen an den Markterwartungen, die leichte Abstriche bei der Wachstumsrate einkalkuliert hatten, stellt das Ergebnis ebenfalls keine Enttäuschung dar. Lediglich der Hinweis des Zentralbankchefs vor einigen Tagen auf ein Wachstum in Höhe von 7 Prozent in der laufenden zweiten Jahreshälfte erweist sich im Nachhinein als irreführend. Leichte Bremseffekte gingen während der Sommermonate von der…

China „wählt“: Präsident Xi vor zweiter Amtszeit

In Peking beginnt heute Nacht unserer Zeit ein politisches Großereignis: Die Kommunistische Partei Chinas läutet ihren nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag und damit den Beginn einer neuen Legislaturperiode im Einparteienstaat China ein. Wesentliche Personalien werden bestimmt, weshalb dem Kongress fast dieselbe politische Bedeutung zukommt wie Parlamentswahlen in westlichen Demokratien. Weitgehend unstrittig ist, dass Xi Jinping im Amt des Generalsekretärs der Partei und damit als Staatspräsident bestätigt werden wird. Die Entscheidung dürfte zum Ende der knapp einwöchigen Tagung fallen, wenn auch die Zusammensetzung der wichtigsten Parteigremien – des Politbüros und des „Ständigen Ausschusses“ – neu bestimmt wird. Interessant ist vor allem, wie viele loyale Anhänger Xi dabei um sich scharen kann und ob sich darunter ein potenzieller Nachfolger befindet. Dass Xi sich in fünf Jahren, wie in der Verfassung vorgesehen, von der Staatsspitze zurückzieht, gilt längst nicht als ausgemachte Sache. Bereits jetzt besitzt Xi eine große Machtfülle, aus dem Parteitag…

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