China

China hält auch in Q2 das erhöhte Wachstumstempo

Chinas Wirtschaft ist auch im zweiten Quartal dieses Jahres um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und hat damit das leicht beschleunigte Wachstumstempo vom Jahresauftakt halten können. Die monatlichen Konjunkturzahlen vom April und Mai hatten noch einen leichten Tempoverlust im zurückliegenden Quartal nahegelegt, im Juni scheint die Konjunktur aber wieder deutlich an Schwung gewonnen zu haben. Dies sind gute Vorzeichen für die zweite Jahreshälfte, in der das Wachstum erhöht bleiben dürfte. Im Vorfeld des im Herbst anstehenden Parteitages der Kommunistischen Partei (KP), der nur alle fünf Jahre stattfindet, ist „Stabilität“ ein zentrales Anliegen der Führung in Peking. Sie wird im Ernstfall auch mit kurzfristigen Wachstumsspritzen für ein günstiges konjunkturelles Umfeld sorgen. Profitieren kann die chinesische Wirtschaft derzeit aber auch von der besseren Weltkonjunktur. Der Außenhandel hat das Wachstum in den letzten Monaten gestützt. Wir halten vor diesem Hintergrund an unserer Wachstumsprognose von 6,8 Prozent für das Gesamtjahr 2017 fest. Erneut…

China ächzt unter seiner Schuldenlast – und scheut doch Reformen

Chinas Verschuldung ist seit der Wirtschaftskrise 2008/09 dramatisch gestiegen und zählt zu den höchsten weltweit. Übertreibungen am Immobilienmarkt, der stark angeschwollene Schattenbankensektor und zahlreiche staatseigene „Zombie“-Unternehmen stellen beträchtliche Risiken dar und machen das Land verwundbar. Peking hält einen Teufelskreis aus Effizienzverlusten, Wachstumsverlangsamung und immer höheren Schulden aufrecht. Das Risiko steigt, dass sich die Schieflagen irgendwann in einer Krise entladen. Doch eine systemische Finanzkrise dürfte dank der enormen Finanzkraft der Zentralregierung abwendbar sein. Ein auf Dauer niedrigeres Wirtschaftswachstum ist dagegen wohl unausweichlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnen vor allem vor der hohen Dynamik des Schuldenaufbaus in China. Sie weise erschreckende Parallelen zur Entwicklung in anderen Ländern auf, die letztlich in Finanzkrisen mündete, wie in Spanien oder in Thailand. Zwar ist die Lage in China aufgrund der engen Verquickung von privatem und staatlichem Sektor nur bedingt mit der Entwicklung in anderen Ländern vergleichbar, sie ist…

Starkes Wachstum in China – erkauft mit hohen Staatsschulden

Chinas Konjunktur hat zum Jahreswechsel sichtlich mehr Fahrt aufgenommen. Der Aufschwung, der sich seit Mitte letzten Jahres erst zaghaft mit der Verbesserung einiger Stimmungsumfragen angedeutet und schließlich in zahlreichen Frühindikatoren widergespiegelt hat, schlägt sich nun auch in besseren Wachstumszahlen nieder. Bereits gestern am Ostermontag hat das chinesische Statistikamt ein BIP-Wachstum von 6,9 Prozent für das erste Quartal dieses Jahres bekannt gegeben. Damit wurde nicht nur das Ergebnis vom Schlussquartal 2016 übertroffen, das mit einer Rate von 6,8 Prozent seinerseits bereits eine leichte Wachstumsbeschleunigung aufwies. Auch die Markterwartungen konnten positiv überrascht werden. Die Abweichungen sind nur gering und wären für andere Volkswirtschaften kaum der Rede wert. Für China ist die Bekanntgabe dieser leichten Wachstumsbeschleunigung aber durchaus bemerkenswert. Schließlich ist es kaum zwei Jahre her, dass die Turbulenzen an Chinas Finanzmärkten große Sorgen hinsichtlich der Stabilität der chinesischen Wirtschaft schürten. Gleichzeitig wuchsen die Zweifel an den offiziell gemeldeten Wachstumsraten, ob diese den…

Chinas Konjunktur nur vorübergehend etwas kräftiger

Die chinesische Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr erstaunlich robust gezeigt. Mit 6,7 Prozent ist das Wirtschaftswachstum 2016 zwar so niedrig ausgefallen wie seit einem guten Vierteljahrhundert nicht mehr, es lag aber nur geringfügig unter dem Anstieg des Vorjahres von 6,9 Prozent. Der vor einem Jahr neu eingeführte Zielkorridor für das Wirtschaftswachstum, der zurzeit 6,5 bis 7 Prozent beträgt, konnte somit gut eingehalten werden. Im Verlauf des gesamten vergangenen Jahres schien das Wachstum bei 6,7 Prozent schier „festzementiert“. Nun, im Schlussquartal, hat sich die Dynamik den offiziellen Angaben zufolge sogar leicht beschleunigt. Wie das chinesische Statistikamt heute Morgen bekanntgab, lag das BIP-Wachstum im vierten Quartal mit 6,8 Prozent einen Tick höher als in den vorangegangenen Quartalen, womit die Markterwartungen leicht übertroffen wurden. Es war auch das erste Mal seit zwei Jahren, dass Peking überhaupt eine leichte Wachstumsbeschleunigung gemeldet hat. Zumindest vollziehen die offiziellen Wachstumszahlen damit ein Stück weit die bessere…

Chinas 3-Bio-USD-Frage

Alle Jahre wieder: Kaum sind die Weihnachtstage vorüber, der Silvester-Kater auskuriert und die ersten Vorsätze fürs neue Jahr über den Haufen geworfen, macht China mit besorgniserregenden Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Im Vergleich zur Weltuntergangsstimmung vom Januar 2016 ist die aktuelle Verunsicherung aber nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas. Statt der globalen Implikationen einer harten konjunkturellen Landung in China gelten die Sorgen derzeit eher dem geringen Erfolg im unermüdlichen Kampf gegen den Kapitalabfluss. Die jüngsten Reservedaten vom Monat Dezember streuen auch in diesem Jahr wieder Salz in die Wunden und bringen Chinas Interventionspolitik auf die internationale Bühne. Auch wenn das Unterschreiten der psychologisch so wichtigen Marke von 3000 Mrd. USD gerade noch vermieden wurde, stellt sich die Frage, wie weit Chinas Reserven noch fallen können, bevor es brenzlig wird. Der ARA-Ansatz („Assessing Reserve Adequacy“) ist eine Weiterentwicklung traditioneller Indikatoren, wie der Importdeckung oder dem Verhältnis von Reserven zu kurzfristigen Schulden,…

1 2 13