China

Politik bestimmt weiterhin das Geschehen an den Devisenmärkten

Die politische Lage in Europa ist insgesamt weiterhin relativ unübersichtlich und im Vergleich zu den USA ein komparativer Nachteil. Zudem macht sich die sehr nach innen gerichtete und auf den Vorteil der USA bedachte Politik von Trump zunehmend an den Devisenmärkten bemerkbar. Eine nachhaltige Aufwertung des US Dollars ist die Folge. Auch der eskalierende Handelsstreit dürfe kurzfristig die US Wirtschaft weit weniger belasten als die restliche Welt, was sich auch hier wieder günstig auswirken sollte. Insgesamt hat US Präsident Trump weiterhin die Trümp(F)e in der Hand, was ihm letztlich auch seinen Politikstil ermöglicht. In den zurückliegenden Wochen prägten in erster Linie geo- und handelspolitische Entwicklungen das Geschehen an den weltweiten Devisenmärkten. Hierbei haben nicht nur wohlbekannte Konflikte wie z.B. der wieder an Schärfe gewonnene bilaterale Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt für Verunsicherung gesorgt. Vielmehr sind u.a. mit der Kriegsgefahr am Persischen Golf auch neue Krisenherde mit ungewissem…

Huawei-Bann kann weltweite Folgen haben

Am 16. Mai hat das US-Wirtschaftsministerium den chinesischen Technologieriesen Huawei mit Sanktionen belegt. US-amerikanische Unternehmen können nur noch unter Einhaltung strenger Auflagen Geschäfte mit Huawei machen. Begründet wurde diese Maßnahme damit, dass der Konzern in „Aktivitäten eingebunden ist, die den nationalen Sicherheitsinteressen der USA“ entgegenstehen. Dabei handelt es sich bei Huawei nicht um irgendeinen chinesischen Technologieanbieter, sondern um einen der führenden Ausrüster für die Telekommunikationsindustrie, einen der weltweit größten Smartphone-Hersteller sowie einen wichtigen Produzenten von Notebooks und Smartwatches. Der Bann richtet sich also gezielt gegen das „Herz des chinesischen Technologiesektors“ und stellt somit eine weitere Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China dar. Nur vier Tage nach der Inkraftsetzung der Sanktionen gewährte die US-Behörde einen Aufschub von 90 Tagen. Offensichtlich hat man erkannt, dass die Aktion nicht nur Huawei, sondern auch zahlreiche US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen und -kunden treffen würde. Viele Betreiber lokaler Breitbandnetze sind nämlich auf Huawei-Produkte angewiesen. Um zu…

Das Weiterdrehen der Zollspirale kostet Wachstum

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China droht sich noch einmal zu verschärfen. Wegen der starken internationalen Verflechtungen und eng verwobenen Lieferketten gibt es kaum ein Land, das nicht auf irgendeine Weise von diesem Konflikt betroffen ist. Noch vor wenigen Tagen hatte sich der Vize-Präsident der US-Handelskammer recht optimistisch zum Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China geäußert. Inzwischen besteht jedoch der Eindruck, dass eine neue Eiszeit angebrochen ist beziehungsweise alles wieder auf Anfang gedreht wurde. Letztlich war die Nachrichtenlage bereits in den letzten Wochen fortwährend durch ein ständiges „Auf und Ab“ geprägt, allerdings in einer deutlich gemäßigteren Tonlage. Angesichts des neuen harten Tonfalls sollten wir einen Blick darauf werfen, welche Folgen das Weiterdrehen der Zollspirale für die beiden unmittelbar betroffenen Länder und auch für den Euroraum hätte. Die chinesische Exportwirtschaft spürt bereits Belastungen durch die im vergangenen Jahr von den USA verhängten Strafzölle, weshalb die chinesische Regierung verschiedene…

China: Konjunkturmaßnahmen zeigen erste Wirkung

Chinas Konjunktur scheint sich gefangen zu haben. Das Wirtschaftswachstum hat sich zu Jahresbeginn bei 6,4% stabilisiert. Das ist eine positive Überraschung. Vor allem die sehr dynamische Beschleunigung der Industrieproduktion im März um drei Prozentpunkte auf 8,5% zeigt, dass die Konjunkturmaßnahmen wirken, welche die chinesische Regierung in den letzten Wochen angestoßen hat. Auch die staatliche Investitionstätigkeit und die Investitionen in die Infrastruktur haben weiter angezogen. Nicht unproblematisch ist sicherlich, dass es sich dabei zum wiederholten Male um die „alten“ Anschubhilfen mit den typischen längerfristigen Risiken für die Finanzstabilität und das Potenzialwachstum handelt. Davor hat die OECD Peking gerade erst gewarnt. Zu begrüßen ist dagegen der Schub für den privaten Konsum durch die Mehrwertsteuersenkung von 16 auf 13%. Er dürfte auch der stark gesunkenen Automobilnachfrage „unter die Arme greifen“. Sichtbare Effekte stehen hier allerdings noch aus. Noch ist es sicherlich zu früh, bereits die Kehrtwende für Chinas Konjunktur auszurufen. In den kommenden…

China: Industrie schöpft Hoffnung

Erstmals seit vier Monaten liegen die beiden Einkaufsmanagerindizes für die chinesische Industrie wieder oberhalb der 50-Punkte-Marke. Beide Stimmungsindikatoren sind im März gegenüber dem Vormonat deutlich angestiegen. Der sog. „offizielle“ Index des chinesischen Statistikamts war im Februar noch auf ein Dreijahrestief von 49,2 Punkte gefallen, nun notiert er bei 50,5 Zählern. Der „inoffizielle“ Index des privaten Analysehauses IHS Markit hatte den Tiefpunkt schon im Januar bei 48,3 Punkten erreicht, aktuell steht er bei 50,8 Punkten. Zeichnet sich damit eine Erholung in der chinesischen Industrie ab? Sicherlich ist eine gewisse Vorsicht geboten: Gerade zum Jahresbeginn rund um das chinesische Neujahrsfest weisen die beiden Stimmungsindikatoren stets eine höhere Volatilität auf. Ein erneuter Rückschlag im laufenden Monat wäre daher keine Überraschung. Auch dürfte die Hoffnung, dass der US-chinesische Zollstreit letztlich glimpflich ausgeht, wesentlich zur Stimmungsaufhellung beigetragen haben. Immerhin ist die befürchtete Eskalation Anfang März ausgeblieben. Allerdings dringt aus den laufenden Gesprächen auch wenig Greifbares,…

Kursfeuerwerk in den ersten Monaten 2019

  In den ersten Monaten dieses Jahres gab es ein wahres Kursfeuerwerk an den Finanzmärkten. Dies sollte man aber nicht linear fortschreiben, denn der Gegenwind dürfte stärker werden. 2018 war für fast sämtliche Assetklassen kein gutes Jahr. Dies hat sich in den ersten Monaten 2019 nun völlig umgekehrt und nahezu alle Assetklassen zeigen eine positive Performance seit Jahresbeginn. Insbesondere die gute Performance der Aktienmärkte verdeutlicht, dass die Kursverluste 2018 übertrieben waren. Denn die Wachstumserwartungen haben sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2019 eher verschlechtert und auch die politischen Risiken haben sich nicht sonderlich verbessert. Rückenwind kam dagegen wieder einmal von den Notenbanken: So hat die US-Notenbank den Zinsanhebungszyklus beendet, und die EZB hat sämtlichen Fantasien, dass die Zinsen zeitnah steigen könnten, den Boden entzogen. Natürlich kann man die gute Performance der ersten Wochen nicht einfach fortschreiben. Wenn jedoch die britische Regierung einen ungeregelten Brexit vermeidet und der Handelskonflikt zwischen den…

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