China

China: Immer mehr Zeichen der Erholung

In den meisten Bereichen der chinesischen Wirtschaft überwiegen mittlerweile die Zeichen der Erholung. Nicht nur die Umfragewerte signalisieren inzwischen wieder Wachstum, auch die „harten“ Konjunkturindikatoren sind auf einen Erholungspfad eingeschwenkt. Die Industrie hat ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht und liegt gegenüber dem Vorjahr seit April im Plus. Sogar ein leichtes Gewinnwachstum wurde jetzt gemeldet. Der Einzelhandel hat den Rückstand gegenüber letztem Jahr zuletzt zumindest deutlich verkleinert, wozu vor allem die kräftigen Umsätze der Autohändler in den letzten Wochen beigetragen haben. Sie konnten ihren 80-prozentigen Rückgang vom Februar tatsächlich komplett wiederaufholen. Viel spricht damit dafür, dass die Zahlen zum Wirtschaftswachstum im zu Ende gehenden zweiten Quartal, die China in rund zwei Wochen veröffentlichen wird, gut ausfallen werden. Gegenüber dem Vorjahr dürfte wieder ein leichtes Plus zu Buche stehen, das entspräche einem Anstieg gegenüber dem desaströsen Vorquartal von bis zu neun Prozent. Also, alles wieder in Ordnung im Ursprungsland der Pandemie? Sicher nicht!…

Chinas Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal deutlich

Durch den Corona-Lockdown im Februar hat China im ersten Quartal dieses Jahres etwa ein Zehntel seiner Wirtschaftsleistung eingebüßt, das entspricht einem BIP-Rückgang von 6,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019. Das ist der mit weitem Abstand niedrigste Wert für das chinesische Wirtschaftswachstum seitdem das Land 1992 mit der Publikation vierteljährlicher Wachstumsraten begonnen hat und wahrscheinlich der stärkste Wachstumseinbruch seit den Wirren der Kulturrevolution Ende der 1960er Jahre. Die heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigen aber auch, wie es mit Chinas Wirtschaft seit der vorsichtigen Lockerung der rigiden Beschränkungen im März weitergegangen ist. So steigerte die Industrie die Produktion den offiziellen Daten zufolge im März um fast ein Drittel gegenüber dem Vormonat, der Rückstand gegenüber dem Vorjahr engte sich dadurch von über 13 auf gut ein Prozent ein. Der Konsum erholt sich dagegen nur äußerst zaghaft. Die Einzelhandelsumsätze lagen im März gegenüber dem Vorjahr weiter tief im Minus. Der Weg aus der Krise…

China: Wachstumsprognose 2020 auf Null gesenkt

  Als Ursprungsland der Pandemie ist China als erste Volkswirtschaft in die Corona-Krise gestürzt. Die chinesische Wirtschaft erlebte einen beispiellosen Einbruch, das haben die Februar-Zahlen aus Industrie und Einzelhandel gezeigt, die zweistellig im Minus lagen. Seit Anfang März lockern die chinesischen Behörden die rigorosen Beschränkungen des öffentlichen Lebens zwar wieder und die Wirtschaft beginnt sich langsam zu erholen. Tagesaktuelle Daten zur wirtschaftlichen Aktivität zeigen aber, dass der Weg zurück zur Normalität sehr holprig ist und noch lange dauern dürfte. Stolpersteine sind nicht nur die hohen Sicherheitsauflagen, die eine neue Ansteckungswelle vermeiden sollen. Der wochenlange Lockdown hat die Konsumenten zutiefst verunsichert. Geschäfte und Restaurants werden weiter gemieden. Darüber hinaus zeichnet sich für die Weltwirtschaft eine immer tiefere Rezession ab. Weite Teile der chinesischen Exportwirtschaft sehen sich einem dramatischen Nachfragerückgang gegenüber. Auch von der Fiskalpolitik kommt bislang wenig. Anders als in früheren Krisen, anders auch als in zahlreichen anderen Volkswirtschaften weltweit, hält…

Öl: Angebotsseite kommt in Bewegung und China geht auf Schnäppchenjagd!

Der epische Ölpreisverfall führt dazu, dass die drei größten Ölproduzenten Saudi-Arabien, Russland und die USA wieder miteinander reden. Der US-Präsident twittert derweil und verkündet eine im Raum stehende Förderkürzung der Opec+ in Höhe von 10 Millionen Barrel pro Tag. Der Ölpreis ist daraufhin kräftig gestiegen. Seit Mittwoch kletterte der Brent-Rohölpreis um über 25 Prozent. Allerdings hat weder Russland noch Saudi-Arabien irgendeine Einigung bestätigt. Für Montag wurde lediglich eine virtuelle Sondersitzung vereinbart – mehr aber bis dato nicht. Einfach wird es aber nicht werden und die US-amerikanische Ölindustrie wird ihren Beitrag leisten müssen. Wenn es hier kein Signal gibt, werden sich auch die restlichen OPEC+ Länder zurückhalten. Die Erhöhung der amerikanischen Ölreserven könnte zumindest im Ansatz ein solches Signal sein. Besser wäre jedoch, wenn sich die US-Fracker branchenübergreifend auf ein reduziertes Produktionsziel einigen könnten. Eine gemeinschaftliche Kürzung der großen Drei („Opec+Texas-Allianz“) wäre dann wahrscheinlicher. Ohne Zweifel sind die tiefen Energiepreise gerade…

Hoffnungswerte aus China? – Nicht überinterpretieren!

Als Ursprungsland der Pandemie ist China als erste Volkswirtschaft in die Corona-Krise gestürzt. Der Shutdown im Februar führte zu einem beispiellosen Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität. Nun kann das Land erste Wachstumserfolge melden. Die (staatlichen) Einkaufsmanagerindizes haben sich im März deutlich von ihren Allzeittiefs des Vormonats erholt, sie konnten sogar wider Erwarten die Wachstumsschwelle von 50 Punkten überwinden. In der Industrie stieg der Umfragewert von zuvor 35,7 auf 52 Punkte, im Dienstleistungssektor von 29,6 auf 52,3 Zähler. Grundsätzlich deckt sich die Verbesserung der Stimmungsindikatoren mit zahlreichen Berichten aus China, wonach sich das Wirtschaftsleben des Landes in den vergangenen Wochen allmählich von der vorangegangenen Schockstarre erholt. Dabei ist allerdings viel Propaganda. Dass die nun veröffentlichten Indikatoren politisch aufgebessert wurden, um das „Narrativ“ der erfolgreichen Krisenüberwindung zu untermauern, kann sicherlich nicht ausgeschlossen werden. Der privat erhobene Umfragewert von IHS Markit, der morgen erscheint, könnte das Bild hier bereits relativieren. Auf keinen Fall sollten…

Tiefrote Konjunkturzahlen aus China

Dass der Corona-Shut-down in China massive ökonomische Verluste mit sich bringen würde, war mehr als absehbar. Schwer einzuschätzen war dagegen, wie groß die Einbußen ausfallen würden und noch schwerer, ob die chinesische Führung das volle Ausmaß des Einbruchs überhaupt preisgeben würde. Bereits die Bekanntgabe der rekordschlechten Einkaufsmanagerindizes vor zwei Wochen stellten da eine gewisse Überraschung dar. Die nun veröffentlichten Wachstumszahlen aus Industrie, Einzelhandel und Bauwirtschaft spiegeln die verheerenden Stimmungsumfragen vom Februar wider: Die wirtschaftliche Aktivität ist im zweistelligen Prozentbereich eingeknickt. Die Industrieproduktion ist im Februar um ein Viertel gegenüber dem bereits schwachen Vormonat geschrumpft. Der Output lag im Januar und Februar zusammengenommen mehr als 13 Prozent unter dem Niveau desselben Zeitraums von 2019. Die Einzelhandelsumsätze sind zeitgleich sogar um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Berücksichtigt man die aktuell hohe Inflation, dürften sie in realer Rechnung sogar um rund ein Viertel eingeknickt sein. Auch die Bautätigkeit verbucht Verluste…

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