China

China ächzt unter seiner Schuldenlast – und scheut doch Reformen

Chinas Verschuldung ist seit der Wirtschaftskrise 2008/09 dramatisch gestiegen und zählt zu den höchsten weltweit. Übertreibungen am Immobilienmarkt, der stark angeschwollene Schattenbankensektor und zahlreiche staatseigene „Zombie“-Unternehmen stellen beträchtliche Risiken dar und machen das Land verwundbar. Peking hält einen Teufelskreis aus Effizienzverlusten, Wachstumsverlangsamung und immer höheren Schulden aufrecht. Das Risiko steigt, dass sich die Schieflagen irgendwann in einer Krise entladen. Doch eine systemische Finanzkrise dürfte dank der enormen Finanzkraft der Zentralregierung abwendbar sein. Ein auf Dauer niedrigeres Wirtschaftswachstum ist dagegen wohl unausweichlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnen vor allem vor der hohen Dynamik des Schuldenaufbaus in China. Sie weise erschreckende Parallelen zur Entwicklung in anderen Ländern auf, die letztlich in Finanzkrisen mündete, wie in Spanien oder in Thailand. Zwar ist die Lage in China aufgrund der engen Verquickung von privatem und staatlichem Sektor nur bedingt mit der Entwicklung in anderen Ländern vergleichbar, sie ist…

Starkes Wachstum in China – erkauft mit hohen Staatsschulden

Chinas Konjunktur hat zum Jahreswechsel sichtlich mehr Fahrt aufgenommen. Der Aufschwung, der sich seit Mitte letzten Jahres erst zaghaft mit der Verbesserung einiger Stimmungsumfragen angedeutet und schließlich in zahlreichen Frühindikatoren widergespiegelt hat, schlägt sich nun auch in besseren Wachstumszahlen nieder. Bereits gestern am Ostermontag hat das chinesische Statistikamt ein BIP-Wachstum von 6,9 Prozent für das erste Quartal dieses Jahres bekannt gegeben. Damit wurde nicht nur das Ergebnis vom Schlussquartal 2016 übertroffen, das mit einer Rate von 6,8 Prozent seinerseits bereits eine leichte Wachstumsbeschleunigung aufwies. Auch die Markterwartungen konnten positiv überrascht werden. Die Abweichungen sind nur gering und wären für andere Volkswirtschaften kaum der Rede wert. Für China ist die Bekanntgabe dieser leichten Wachstumsbeschleunigung aber durchaus bemerkenswert. Schließlich ist es kaum zwei Jahre her, dass die Turbulenzen an Chinas Finanzmärkten große Sorgen hinsichtlich der Stabilität der chinesischen Wirtschaft schürten. Gleichzeitig wuchsen die Zweifel an den offiziell gemeldeten Wachstumsraten, ob diese den…

Chinas Konjunktur nur vorübergehend etwas kräftiger

Die chinesische Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr erstaunlich robust gezeigt. Mit 6,7 Prozent ist das Wirtschaftswachstum 2016 zwar so niedrig ausgefallen wie seit einem guten Vierteljahrhundert nicht mehr, es lag aber nur geringfügig unter dem Anstieg des Vorjahres von 6,9 Prozent. Der vor einem Jahr neu eingeführte Zielkorridor für das Wirtschaftswachstum, der zurzeit 6,5 bis 7 Prozent beträgt, konnte somit gut eingehalten werden. Im Verlauf des gesamten vergangenen Jahres schien das Wachstum bei 6,7 Prozent schier „festzementiert“. Nun, im Schlussquartal, hat sich die Dynamik den offiziellen Angaben zufolge sogar leicht beschleunigt. Wie das chinesische Statistikamt heute Morgen bekanntgab, lag das BIP-Wachstum im vierten Quartal mit 6,8 Prozent einen Tick höher als in den vorangegangenen Quartalen, womit die Markterwartungen leicht übertroffen wurden. Es war auch das erste Mal seit zwei Jahren, dass Peking überhaupt eine leichte Wachstumsbeschleunigung gemeldet hat. Zumindest vollziehen die offiziellen Wachstumszahlen damit ein Stück weit die bessere…

Chinas 3-Bio-USD-Frage

Alle Jahre wieder: Kaum sind die Weihnachtstage vorüber, der Silvester-Kater auskuriert und die ersten Vorsätze fürs neue Jahr über den Haufen geworfen, macht China mit besorgniserregenden Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Im Vergleich zur Weltuntergangsstimmung vom Januar 2016 ist die aktuelle Verunsicherung aber nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas. Statt der globalen Implikationen einer harten konjunkturellen Landung in China gelten die Sorgen derzeit eher dem geringen Erfolg im unermüdlichen Kampf gegen den Kapitalabfluss. Die jüngsten Reservedaten vom Monat Dezember streuen auch in diesem Jahr wieder Salz in die Wunden und bringen Chinas Interventionspolitik auf die internationale Bühne. Auch wenn das Unterschreiten der psychologisch so wichtigen Marke von 3000 Mrd. USD gerade noch vermieden wurde, stellt sich die Frage, wie weit Chinas Reserven noch fallen können, bevor es brenzlig wird. Der ARA-Ansatz („Assessing Reserve Adequacy“) ist eine Weiterentwicklung traditioneller Indikatoren, wie der Importdeckung oder dem Verhältnis von Reserven zu kurzfristigen Schulden,…

Schwellenländer vor Trendwende – Positiv für Industrieländer

Die Weltwirtschaft will einfach nicht in Schwung kommen, der Welthandel stagniert. Die Notenbanken tun was sie können, um die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Nun werden Rufe laut, dass die Staaten durch höhere Staatsausgaben die Konjunktur anschieben. Jedoch ohne eine merkliche wirtschaftliche Belebung der großen Schwellenländer werden die Erfolge dieser Maßnahmen nicht nachhaltig sein. Jedoch deutet sich in den Ländern langsam eine Trendwende an, was den globalen Wachstumsausblick verbessern dürfte. In den letzten zwei Jahren war die Entwicklung in den meisten großen Schwellenländern alles andere als erfreulich. Die Krisenlage etwa in Brasilien, Russland und Südafrika hat stark am Nimbus der „Wachstumsmärkte“ genagt. Auch China, lange der Treiber des globalen Wachstums, kann sich seinem Trend hin zu ständig niedrigeren gesamtwirtschaftlichen Zuwachsraten nicht erwehren. Peking war bereits mehrfach gezwungen, das jährliche Wachstumsziel nach unten zu nehmen und dürfte diese Praxis auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Positive Ausnahme in den letzten beiden Jahren…

China: Stimmungshoch in der Industrie – nur eine Eintagsfliege?

Die jüngsten Umfrageergebnisse aus China haben heute morgen für eine Überraschung gesorgt: Der vom privaten Dienstleister Markit ermittelte Stimmungswert für das verarbeitende Gewerbe hat im Juli einen beträchtlichen Sprung gemacht und ist – ausgehend von einem relativ niedrigen Niveau von 48,6 Punkten – um volle zwei Indexpunkte auf 50,6 Punkte geklettert. Damit liegt der Indikator erstmals seit eineinhalb Jahren wieder oberhalb der Wachstumsgrenze von 50 Indexzählern, während er einen solch kräftigen Anstieg seit Sommer 2013 nicht mehr verbucht hat. Nahezu alle Teilbereiche der Einkaufsmanagerbefragung weisen eine Verbesserung gegenüber dem Vormonat auf, am deutlichsten sind aber die Subindizes für die Produktion und die Neuaufträge gestiegen. Also, alles gut in China? Wir haben zwar nicht mit einem Anstieg des Indikators gerechnet, würden die überraschende Stimmungsaufhellung jetzt aber auch nicht zum Anlass nehmen, die konjunkturelle Situation in China positiver einzuschätzen als bisher. Dabei lohnt beispielsweise der Blick auf das ebenfalls heute morgen erschienene…

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