China

Nun also China

Man dachte eigentlich, dass man nach den Aufregungen rund um Griechenland zumindest einen ruhigen Sommer haben würde. Nun hat sich aber China entschlossen, den Referenzkurs seiner Währung um 2% abzuwerten und damit der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung entgegenzuwirken. Heute gaben die Kurse noch einmal nach, dies ist aber eher eine technische Reaktion als eine weitere aktive Abwertung. Die Abwertung des Yuan wurde – wie immer – staatlich verordnet und war keine Marktreaktion auf die zuletzt sehr schwache wirtschaftliche Entwicklung. Nachdem sich bisher weder die globale USD-Stärke noch die geldpolitischen Lockerungen in China, die schwachen Konjunkturdaten sowie die Börsenturbulenzen in einem nennenswert auf den Yuan-Kurs niedergeschlagen hatten, war die Abwertung längst überfällig und auch fundamental angemessen. Die internationalen Aktienmärkte haben aber trotzdem sehr negativ auf die Entwicklungen in China reagiert. So hat der DAX seit gestern knapp 5% verloren. Hintergrund für diese in allen Industrieländern zu beobachtende Entwicklung ist die zunehmende Sorge,…

Kurswechsel in Chinas FX-Politik

Nachdem die chinesischen Konjunkturdaten in der letzten Zeit eher auf der schwächeren Seite überrascht hatten, greift Chinas Regierung jetzt tiefer in die Trickkiste der geldpolitischen Lockerung und lässt den Yuan-Referenzkurs um 2% abwerten. Das tägliche Fixing des USD-CNY-Referenzkurses lag am Dienstagmorgen bei 6,2298 CNY, die korrespondierende Marktreaktion in USD-CNY hat zum größten CNY-Tagesverlust der Geschichte geführt. Chinas Notenbank betont, dass es sich um eine „einmalige“ Abwertung handelt, deutet aber zeitgleich eine neue, nicht näher spezifizierte Methode des täglichen Fixings an. Wir gehen davon aus, dass sich der tägliche PBoC-Referenzkurs stärker am marktseitig geprägten USD-CNY-Schlusskurs orientieren wird, was im aktuellen Umfeld für eine weitere CNY-Schwäche sprechen würde. Weder die globale USD-Stärke noch die geldpolitischen Lockerungen in China noch die schwachen Konjunkturdaten noch die Börsenturbulenzen hatten sich bislang in einem nennenswert schwächeren Yuan-Kurs niedergeschlagen. Vielmehr hatte USD-CNY seit März praktisch unverändert notiert, was angesichts der Belastungsfaktoren nur durch offizielle Stabilisierungseingriffe (=Interventionen) gelungen…

China: Die Folgen des Aktien-Crash

Der Crash am chinesischen Aktienmarkt in den vergangenen Wochen hat rund um den Globus einmal mehr die Sorgen vor einem Einbruch der chinesischen Konjunktur geweckt – einem „hard landing“ der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, das zweifellos die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würde. Dies ist nicht zuletzt abzulesen an den Weltmarktpreisen der wichtigsten Rohstoffe, die seit Mitte Juni kräftig korrigiert haben. Der deutliche Rückgang des Einkaufsmanagerindexes für die chinesische Industrie auf ein Zwei-Jahres-Tief scheint diese Sicht zu bestätigen. Wir halten die Befürchtungen aber für überzogen. Zunächst einmal: Die Korrelation des Aktienmarktes mit dem Wirtschaftswachstum ist in China von jeher gering – als konjunktureller Vorbote eignet er sich kaum. Was wäre ansonsten die Botschaft des vorangegangen 150-prozentigen Kursanstiegs in einem Umfeld kontinuierlich nachlassender Wachstumsraten? Als Indikator für einen Wachstumseinbruch sollte der Aktien-Crash sicherlich nicht gesehen werden, zumal die zuletzt veröffentlichten „harten“ Wachstumsindikatoren (Industrieproduktion, Einzelhandel und Investitionen) ein zwar verhaltenes, gleichwohl aber…

Crash in China: Bemühungen der Regierung zum Scheitern verurteilt

Nach jahrzehntelangen zweistelligen Raten normalisierte sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft in den letzten Jahren im hohen bis mittleren einstelligen Bereich. Die Regierung stand daraufhin unter Druck, neue Wachstumsquellen zu erschließen und begann unter anderem, die Anlage in Aktien zu fördern, um auf diese Weise die reichlich vorhandenen Ersparnisse der Bevölkerung für produktive Zwecke zu nutzen. Nachdem 2013 der überhitzte Immobilienmarkt einbrach, verlagerte sich der Boom noch stärker hin zu den Aktienmärkten und führte final zu einer Übertreibung, die im Juni dieses Jahres in einer Marktkapitalisierung von 10 Bio. US-Dollar (zum Vergleich: USA 17 Bio. USD) kulminierte. Zwischenzeitlich platzte die Spekulationsblase, die Kurse drohen nun ins Bodenlose zu stürzen (siehe auch Blog-Beitrag vom 8. Juli). Die chinesische Regierung versucht jetzt, mit Hilfe eines für westliche Verhältnisse unkonventionellen Maßnahmenkatalogs, den Crash noch in den Griff zu bekommen. Zu den durchgeführten Maßnahmen gehören massive Aktienkäufe durch Banken, Pensionsfonds und staatliche Institutionen, das…

Peking meldet „Wirtschaft auf Kurs“

Chinas Wirtschaft hat sich im abgelaufenen Quartal auf einem stabilen Wachstumspfad bewegt – das ist die Botschaft der offiziellen BIP-Zahlen für das zweite Vierteljahr dieses Jahres, die heute Morgen veröffentlicht wurden. Danach ist die Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen und damit wieder etwas schneller als noch zum Jahresauftakt, als ein vergleichsweise schwaches Wachstum von nur (jetzt leicht hoch revidierten) 1,4 Prozent erreicht wurde. Der Wert deckt sich mit unseren Erwartungen und wird von einer etwas dynamischeren Entwicklung in der Industrie und höheren Einzelhandelsumsätzen gestützt. Die nun gemeldete und an den Finanzmärkten viel beachtete jährliche Wachstumsrate sehen wir allerdings mit Skepsis: Peking beziffert den Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 7 Prozent, also unverändert gegenüber dem ersten Quartal und leicht höher als die Markterwartungen. Dass sich die leichte Wachstumsbeschleunigung im Quartalsverlauf nicht in der Jahresrate niedergeschlagen hat, ist auf einen negativen Basiseffekt zurückzuführen. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte die…

China: Die Spekulationsblase ist geplatzt

Nach der Rallye am chinesischen Aktienmarkt, die zwischenzeitlich sogar in einer Kursverdopplung führender Aktienindizes im laufenden Jahr mündete, ist es nun innerhalb kürzester Zeit zum Crash gekommen. Noch vor knapp einem Monat standen der Shenzhen und der Shanghai Composite Index auf dem jeweils höchsten Stand seit sieben Jahren. Die Marktkapitalisierung des chinesischen Aktienmarktes betrug Mitte Juni noch 10 Bio. US-Dollar, was umgerechnet 60% der Kapitalisierung des US-Aktienmarktes (17 Bio. US-Dollar) entsprach und das Ausmaß der spekulativ getriebenen Entwicklung widerspiegelt. Die Entwicklung des chinesischen Aktienmarktes hatte sich deutlich von der Entwicklung der Realwirtschaft entfernt, diese wächst heute langsamer als früher. Der chinesische Markt war zuletzt (zusammen mit der griechischen Börse) der volatilste Aktienmarkt weltweit gewesen, u.a. auch weil viele Privatanleger neu in den Aktienmarkt strömten und dabei auf Kredit („margin“) spekulierten. Die chinesische Regierung hatte bis zuletzt versucht, der Spekulation durch verschiedene Maßnahmen Einhalt zu gebieten, letztlich ohne Erfolg. Nachdem die…

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