China

Chinas Wirtschaft drosselt Wachstumstempo weiter

Die Konjunktur in China hat zum Auftakt des laufenden Jahres weiter an Schwung verloren: Den offiziellen Angaben des National Bureau of Statistics zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und damit mit der niedrigsten Rate seit dem Tiefpunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise vor fünf Jahren. Auch im direkten Quartalsvergleich hat das Wirtschaftswachstum zuletzt nochmals etwas an Dynamik verloren: Die saisonbereinigte Quartalsrate verringerte sich von 1,5 auf 1,3 Prozent – so tief hat sie seit dem Winterhalbjahr 2008/09 nicht mehr gelegen. Ein Wachstumseinbruch ist dies sicherlich nicht, wohl aber eine Fortsetzung des moderat abwärts gerichteten Wachstumspfads, dem die chinesische Wirtschaft seit geraumer Zeit folgt und den die politische Führung in Peking auch anstrebt und gut heißt. Die jüngste Absenkung des offiziellen Zielwertes für das Wirtschaftswachstum Anfang März von 7,5 auf 7 Prozent ist in diesem Kontext zu sehen. Ein Blick auf die Ursachen des…

Das Imperium schlägt zurück – Renminbi mit deutlichem Kursplus

Nachdem die Währung im Reich der Mitte in den letzten Monaten tendenziell gegenüber dem US-Dollar zur Schwäche neigte, hat der Renminbi sich Mitte März mit dem stärksten wöchentlichen Kursplus seit 2007 (+0,85%) eindrucksvoll zurückgemeldet. Dass dies zeitgleich zu der deutlichen USD-Korrektur im Zuge der Fed-Sitzung geschieht, ist fraglos mehr als nur eine zufällige zeitliche Überschneidung. Dennoch sehen wir ein klares Signal seitens der chinesischen Offiziellen, die die jüngste RMB-Aufwertung nicht nur zugelassen, sondern sogar mit Interventionen gefördert haben sollen. Trotz der tendenziell auf der schwächeren Seite überraschenden Konjunktur, trotz der Abwärtsrevision des offiziellen Wachstumsziels, trotz des disinflationären Umfelds und trotz der Spekulationen über weitere Zinssenkungen oder gar ein fiskalpolitisches Hilfspaket scheint eine gezielte Abschwächung des Renminbi derzeit keine Option zur Konjunkturstimulierung. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist die Unterstellung, dass China versucht, seine Währung aus Reputationsgründen vor einer stärkeren Abwertung zu bewahren. Im laufenden Jahr steht die turnusmäßige…

Peking arbeitet weiter am „soft landing“ der chinesischen Wirtschaft

Die Signale zur konjunkturellen Entwicklung in China bleiben gemischt – ihre Schlagzahl hat sich in den vergangenen Tagen aber deutlich erhöht: Für besondere Aufmerksamkeit haben sicherlich die geldpolitischen Lockerungen der People’s Bank of China (PBoC) gesorgt, die Mitte Februar zum ersten Mal in zweieinhalb Jahren eine breit angelegte Mindestreservesatzsenkung durchführte und nun am Wochenende zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten den Leitzins senkte. Völlig überraschend kamen die jüngsten Schritte zwar nicht, sie hinterlassen aber dennoch den Eindruck von Aktionismus und schüren die Sorge, dass es um die Konjunktur in China aktuell schlechter bestellt ist, als es bislang den Anschein hatte. Auf der anderen Seite hat sich aber die Stimmung in der chinesischen Industrie zuletzt wieder sichtbar aufgehellt: Der ebenfalls am Wochenende publizierte Einkaufsmanagerindex, dem eine Umfrage des chinesischen Statistikamtes zugrunde liegt, ist im Februar zwar nur leicht gestiegen und verharrte mit 49,9 Punkten unterhalb der neutralen 50-Punkte-Marke. Die gleichzeitig…

China: Wachstum schwächt sich nur leicht ab – fällt aber auf 24-Jahres-Tief

Die chinesische Wirtschaft ist 2014 so langsam gewachsen wie seit 24 Jahren nicht mehr – dies legen die neuesten offiziellen Zahlen des chinesischen Statistikamtes nahe: Danach ist die reale Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, ein schwächeres Wachstum gab es in den letzten drei Jahrzehnten nur in den Jahren 1989 und 90. Anders aber als damals, als sich das Wachstum mehr als halbierte, spiegeln die nun gemeldeten Daten eine äußerst moderate konjunkturelle Abschwächung wider. Bereits 2013 lag das BIP-Wachstum mit 7,7 Prozent nur geringfügig über dem aktuellen Niveau. Entscheidend ist die politische Botschaft der neuesten Wachstumskennziffer: Erstmals seit der Jahrtausendwende wurde die offizielle Zielvorgabe für das Wirtschaftswachstum – wenn auch nur marginal – verfehlt. Bis dato galt die Erfüllung bzw. deutliche Übererfüllung des Wachstumsziels als unumstößliche Doktrin aller chinesischen Regierungen. Dass sich die aktuelle Pekinger Führung unter Präsident Xi von dieser Doktrin löst, zeichnet sich…

Yin und Yang – Yen und Yuan

Die geldpolitisch induzierte Yen-Schwäche zum US-Dollar und Euro ist in aller Munde. Dabei reichen die Ansteckungseffekte des kollabierenden Yen deutlich weiter als nur bis zu den Haupthandelswährungen. Für die Wettbewerbsfähigkeit Chinas ist der Kursverfall um mehr als 15% zu Japan, also „vor der eigenen Haustür“, ein bedeutender, wenn auch bis dato verkannter, Einflussfaktor. Darauf, dass der Yuan seit Juli als einzige Währung (abgesehen von Exoten wie dem Somalia-Schilling) dem global aufwertenden Dollar Paroli bieten kann, hatten wir bereits an anderer Stelle hingewiesen; dass Chinas Offizielle eine Aufwertung ihrer Währung im zweistelligen Bereich gegenüber Japan tatenlos akzeptieren, grenzt an ein Wunder. Unilaterale Interventionen Chinas gegen den Yen-Verfall sind praktisch ausgeschlossen (und wären wohl auch ineffektiv, da die geldpolitische Entschlossenheit in Japan zu stark ist). Nicht auszuschließen sind aber eine erhöhte verbale Gegenwehr und der demonstrative Vorwurf einer kompetitiven Abwertung. Wir gehen ohnehin mittelfristig von einer Stabilisierung des Yen knapp unter 120 JPY…

Chinas Wirtschaft startet verhalten ins Schlussquartal

Die chinesische Wirtschaft hat im Oktober abermals leicht an Schwung verloren – dies legen die Konjunkturdaten vom vergangenen Monat nahe, die heute und in den vorangegangenen Tagen veröffentlicht wurden. Vor allem die Entwicklung in der Industrie bleibt verhalten. Das jährliche Wachstum fiel mit 7,7 Prozent zum zweiten Mal in diesem Jahr unter die 8-Prozent-Marke – ein Niveau, das in den vergangenen Jahren nur während der Wirtschaftskrise unterschritten wurde. Auch im Monatsvergleich verlor die Industrieproduktion deutlich an Tempo. Vom Außenhandel konnte die chinesische Wirtschaft zuletzt zwar positive Wachstumsimpulse erhalten: Der Handelsüberschuss weitete sich zum Vormonat kräftig aus, und für das Gesamtjahr ist mit einem neuen Rekordplus in der Handelsbilanz zu rechnen. Dazu hat die schleppende Importnachfrage aber mindestens ebenso stark beigetragen wie der jüngste Anstieg der Exporte. Darüber hinaus wirft die divergente Entwicklung der starken Exportkonjunktur auf der einen und der schwachen Industrieproduktion auf der anderen Seite erneut Fragen auf, ob…

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