China

Währungsmanipulation in Theorie und Praxis

In Kürze stellt das US-Finanzministerium seinen halbjährlichen Bericht zur Währungsmanipulation vor. Darin wird geprüft, inwiefern sich die wichtigsten Handelspartner der USA durch unlautere Beeinflussung ihrer Währungen einen Vorteil verschafft haben. Dieser Bericht erfährt angesichts des aktuellen Handelsstreits eine noch höhere Aufmerksamkeit als sonst. Wenn bereits die unspezifische Angst vor einer weiteren Eskalation am letzten Mittwoch für starke Kurseinbußen an den US-Börsen gesorgt hat, welche Sprengkraft hätte dann denn wohl die ultimative Kampfansage gegen China in Sachen Währung? Präsident Trump macht keinen Hehl aus seiner Haltung gegenüber China; ginge es alleine nach ihm, wäre die offizielle Brandmarkung längst erfolgt. Allerdings liegt die Hoheit über FX-Fragen, und somit dieser Bericht, in den Händen des Finanzministeriums, das einen klar definierten, quantitativen Kriterienkatalog hat, bei dem es nicht um „gefühlte“ Benachteiligung geht, sondern um eindeutig messbare Aspekte. Geprüft wird, ob ein Land: » einen „signifikanten“ bilateralen Handelsbilanzüberschuss mit den USA hat, wobei „signifikant“ als…

Die Zollspirale dreht sich weiter

US-Präsident Trump zieht im Handelskrieg mit China die Daumenschrauben weiter an. Ab Montag, den 24. September sollen weitere Sonderzölle auf Importe aus China mit einem Warenwert von 200 Mrd. US-Dollar in Kraft treten. Das gab das US-Handelsministerium gestern Abend bekannt. Der Zollsatz soll zunächst bei 10 Prozent liegen und damit niedriger als für die ersten beiden Tranchen der amerikanischen Strafmaßnahmen. Bisher gelten Extrazölle in Höhe von 25 Prozent auf Einfuhren aus China mit einem Warenwert von 50 Mrd. US-Dollar. Die US-Administration hat aber jetzt schon angekündigt, die nun verhängten Strafzölle zu Beginn des kommenden Jahres auf 25 Prozent anzuheben. Damit ist nun bald knapp die Hälfte der chinesischen Exporte in die Vereinigten Staaten von Sonderzöllen betroffen. Dies stellt zwar eine Belastung für die chinesische Wirtschaft dar, dies wird aber durch die deutliche Yuan-Abwertung von 8 Prozent in den letzten drei Monaten den Effekt so gut wie kompensiert. Hinzu kommt, dass…

Gold: Pessimismus überzeichnet – Temporäre Preiserholung zu erwarten

Anleger sind ob der Entwicklung des Goldpreises sehr verwirrt. Es existieren aktuell viele Unsicherheiten. Aber weder der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China, die ungeklärte Iran-Thematik noch die sich zuspitzende Situation in der Türkei können den Goldpreis unterstützen. So hat der deutliche Verfall der türkischen Lira und die Turbulenzen einiger Währungen der Schwellenländer sogar noch zu einer Verschärfung des Goldpreisverfalles geführt. Der Modus des sicheren Hafens scheint aktuell deaktiviert zu sein. Wir sind davon überzeugt, dass die Gründe hierfür im Anlegerverhalten selbst liegen. Anleger steuern aktuell lieber den US-Dollar und damit US-Staatsanleihen als sicheren Hafen an. Auch der US-Aktienmarkt lockt ob der robusten Konjunkturentwicklung weiter Anleger an. Im Gegensatz zu den europäischen und asiatischen Investoren reduzieren daher besonders die Amerikaner ihre ETF-Bestände im Gold. Global hat sich die ETF-Nachfrage im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr beinahe von 63 Tonnen auf 34 Tonnen halbiert. Allerdings beginnt sich diese Tendenz…

Asiatische Finanzmärkte: Die Stimmung bleibt fragil

Die neuen Zollbelastungen für Chinas Exporte in die USA werden zwangsläufig auch Rückwirkungen auf andere Länder Asiens haben, denn diese sind meist eng in die Produktionsketten mit China eingebunden. Sie werden somit von den zollbedingten Nachfrageausfällen als „Mitproduzenten“ der chinesischen Exportgüter entsprechend ihrer geleisteten Wertschöpfungsbeiträge indirekt miterfasst. Daher ist es keine Überraschung, dass die Aktienkurse an den asiatischen Märkten seit Ende Januar unter Druck stehen. Nicht nur in China fielen die Kurse für Dividendenpapiere, auch in anderen asiatischen Ländern wie Taiwan, Südkorea, Malaysia oder Thailand ging es deutlich bergab. Die Abhängigkeit der großen asiatischen Unternehmen vom direkten US-Geschäft ist recht gering, allerdings wirken Zweitrundeneffekte negativ. Auch gibt es in den Sektoren Elektronik, Industrie, Automobilteile und Textilien direkte Abhängigkeiten – Unternehmen dieser Branchen sind viel stärker betroffen als der breite Markt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele US-Unternehmen zukünftig die Zölle Chinas umgehen werden und direkt in den kleineren asiatischen Ländern…

Allheilmittel Yuan-Schwäche? Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Die Quantifizierung der konjunkturellen Folgen eines eskalierenden Handelsstreits mag weltweit noch diskutiert werden, die Devisenmärkte haben ihr Urteil über den Yuan aber längst gefällt. Die USD-CNY-Bewegung, die zunächst als bloßes Spiegelbild einer globalen USD-Stärke begonnen hatte, hat in den letzten Tagen rapide an Dynamik gewonnen und ist zu einer ausgewachsenen Yuan-Schwäche geworden. Bei den Handelsstreitigkeiten der Historie war der Einsatz des Wechselkurses ein mindestens so probates Mittel wie das Verhängen von Strafzöllen. Gerade für China, das über eine langjährige Tradition bei der staatlichen Alimentierung seiner Exportwirtschaft mittels Wechselkurs verfügt, wirkt eine gezielte Yuan-Schwächung zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit verführerisch. Wer China aber eine leichtfertige Yuan-Abwertungspolitik unterstellt, sollte nicht vergessen, wie kräftezehrend der Kampf gegen die Kapitalflucht vor knapp zwei Jahren war. Eine außer Kontrolle geratene Yuan-Schwäche wäre Gift für die ohnehin schon fragilen Aktienmärkte sowie den maroden Bankensektor. Auch der Vertrauensverlust durch ausländische Investoren sollte nicht unterschätzt werden; schließlich ist…

Trumps Strafzölle schaden nicht nur China, sondern ganz Asien

Bislang kann Chinas Konjunktur den drohenden Belastungen des US-chinesischen Handelskonflikts gut trotzen, das zeigen die jüngsten Daten zum Wirtschaftswachstum. Dies dürfte sich jedoch bald ändern, denn mit der nächsten Eskalationsstufe im Handelsstreit mit den USA könnten chinesische Exporte in Höhe von 250 Mrd. US-Dollar mit höheren Zöllen belastet werden – zwei Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung. Dies ist kein vernachlässigbares Risiko für das Wirtschaftswachstum des Landes mehr. Sicherlich werden die Ausfuhren in die USA durch die Importzölle nicht im vollen Umfang zurückgehen, kräftig einknicken dürften sie aber wohl. Wie stark, das hängt vor allem davon ab, wie empfindlich die US-Verbraucher und -Unternehmen auf die Erhöhung der Preise für Importwaren aus China reagieren. In Anlehnung an zahlreiche empirische Studien unterstellen wir für die sog. Preiselastizität der US-Importnachfrage einen Wert von -2, d. h. bei einer Preiserhöhung um 10 Prozent würde die Nachfrage um 20 Prozent fallen. Danach würden die bereits verhängten 25-prozentigen…

1 2 3 19