China

Die Welt nach G20

Auf dem G20-Gipfel haben uns US-Präsident Trump und seine Kollegen wieder einmal durch ihr heldenhaftes Verhalten vor einer Katastrophe bewahrt. So wird es seit Wochen, insbesondere von den USA, pressetechnisch sehr geschickt und effektiv vorbereitet. Die Probleme, die gelöst werden mussten, sind von den Regierungschefs vorher selbst aufgebaut worden – aber der G20-Gipfel gilt als Erfolg. Positiv ist sicherlich, dass es zu keinem Eklat auf dem G20-Meeting kam und die Länder eine Abschlusserklärung fanden – man wird bescheiden. Auch das Bekenntnis zu den Umweltzielen ist gut und auch sehr erforderlich, zu letzterem war die USA aber leider nicht bereit. Die Übereinkunft von USA und China, die Verhandlungen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, und die Ankündigung von US-Präsident Trump, die Zölle nicht weiter zu erhöhen und Huawei von der Blacklist zu nehmen, sind sehr begrüßenswert und verringern die Risiken für die Weltkonjunktur. Aber die Lage wird sich auch nicht nachhaltig bessern….

China verkauft Treasuries: eine Warnung an Trump?

Es wird immer wieder darüber spekuliert, ob China seine massiven Bestände an US-Staatsanleihen als Waffe im (Handels-)Kampf gegen die USA einsetzen könnte. Die aktuellen Daten des US-Finanzministeriums dürften diese Spekulationen erneut befeuern: Nachdem China im März bereits US-Treasuries im Wert von 20 Mrd. US-Dollar verkauft hatte, folgten im April erneute Verkäufe von 10 Mrd. US-Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten hat China somit beeindruckende 86 Mrd. US-Dollar an US-Staatsanleihen abgestoßen. Wie die Grafik unten zeigt, ist dies weder das erste Mal, dass Chinas Treasurybestände fallen, noch ist die derzeitige Episode rekordverdächtig. Bereits 2016 hatten die Chinesen sich von US-Staatsanleihen getrennt, damals summierten sich die Verkäufe auf noch beeindruckendere 150 Mrd. US-Dollar. Einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch: 2016 befanden sich Chinas Devisenreserven im Sinkflug, bedingt durch die Bemühungen der Regierung, eine zu schnelle Abwertung des CNY zu verhindern. Selbiges war in den vergangenen zwölf Monaten jedoch nicht der Fall, die…

Währungsmanipulation – die nächste Stufe im Kalten (Handels-) Krieg?

Für viele Marktteilnehmer sind kompetitive Abwertungen fester Bestandteil in einem Handelskonflikt. Der seit gut einem Jahr offen ausgetragene Streit zwischen den USA und China gewinnt zwar immer weiter an Schärfe, bislang ist es aber „nur“ bei der fatalen Spirale aus Strafzöllen und Gegenmaßnahmen auf realwirtschaftlicher Ebene geblieben. Nichtsdestotrotz wächst auf der US-Seite das Unbehagen gegenüber den Wechselkursentwicklungen. US-Handelsminister Ross hat jüngst angedroht, Strafzölle gegen die Länder zu verhängen, die er der Währungsmanipulation verdächtigt und die dadurch ihrer Exportwirtschaft einen unlauteren Wettbewerbsvorteil gegenüber der US-Konkurrenz verschaffen. Was zunächst wenig aufregend klingt, ist Ausdruck eines US-innenpolitischen Machtkampfes. Bislang war die Einschätzung zur Währungsmanipulation unstrittig in den Händen des US-Finanzministeriums, das halbjährlich einen Bericht hierzu veröffentlicht. Der eigentlich für April fällige Bericht steht noch aus und dürfte in Kürze veröffentlicht werden. Stattdessen hat das US-Handelsministerium einen Entwurf vorgestellt, mit dem es ebenfalls über währungsbedingte Nachteile für die US-Wirtschaft entscheiden will. Die Entscheidungsbefugnis, mit…

Trumps Strafzölle zahlen vor allem die US-Verbraucher

US-Präsident Donald Trump rühmt sich gern, dass die Chinesen seine Strafzölle zahlen müssen und ihm Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen. Richtig ist die Darstellung nicht. Die US-Importeure können die Zölle, die sie selbst zahlen müssen, nur dann an die Chinesen überwälzen, wenn sie von den chinesischen Exporteuren entsprechende Rabatte gewährt bekommen. Es mag Ziel der US-Regierung gewesen sein, dies zu erreichen, zumindest hat sie mit der Auswahl der betroffenen Warengruppen den Rahmen dafür gesetzt. Bislang wurden die Zölle vor allem auf Produkte mit einer relativ hohen Nachfrageelastizität erhoben – verarbeitete Nahrungsmittel und tierische Produkte beispielsweise, die relativ leicht zu substituieren sind, oder zahlreiche Zwischenprodukte. Konsumgüter, bei denen die US-Verbraucher wenig Ausweichmöglichkeiten haben, wie Kleidung oder Spielzeug, wurden von den Strafzöllen dagegen größtenteils ausgespart. Gelungen ist die Überwälzung der Zollkosten aber nicht, das zeigen gleich mehrere aktuelle Untersuchungen aus den USA. Danach sind die Preise der betroffenen Güter in den…

Politik bestimmt weiterhin das Geschehen an den Devisenmärkten

Die politische Lage in Europa ist insgesamt weiterhin relativ unübersichtlich und im Vergleich zu den USA ein komparativer Nachteil. Zudem macht sich die sehr nach innen gerichtete und auf den Vorteil der USA bedachte Politik von Trump zunehmend an den Devisenmärkten bemerkbar. Eine nachhaltige Aufwertung des US Dollars ist die Folge. Auch der eskalierende Handelsstreit dürfe kurzfristig die US Wirtschaft weit weniger belasten als die restliche Welt, was sich auch hier wieder günstig auswirken sollte. Insgesamt hat US Präsident Trump weiterhin die Trümp(F)e in der Hand, was ihm letztlich auch seinen Politikstil ermöglicht. In den zurückliegenden Wochen prägten in erster Linie geo- und handelspolitische Entwicklungen das Geschehen an den weltweiten Devisenmärkten. Hierbei haben nicht nur wohlbekannte Konflikte wie z.B. der wieder an Schärfe gewonnene bilaterale Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt für Verunsicherung gesorgt. Vielmehr sind u.a. mit der Kriegsgefahr am Persischen Golf auch neue Krisenherde mit ungewissem…

Huawei-Bann kann weltweite Folgen haben

Am 16. Mai hat das US-Wirtschaftsministerium den chinesischen Technologieriesen Huawei mit Sanktionen belegt. US-amerikanische Unternehmen können nur noch unter Einhaltung strenger Auflagen Geschäfte mit Huawei machen. Begründet wurde diese Maßnahme damit, dass der Konzern in „Aktivitäten eingebunden ist, die den nationalen Sicherheitsinteressen der USA“ entgegenstehen. Dabei handelt es sich bei Huawei nicht um irgendeinen chinesischen Technologieanbieter, sondern um einen der führenden Ausrüster für die Telekommunikationsindustrie, einen der weltweit größten Smartphone-Hersteller sowie einen wichtigen Produzenten von Notebooks und Smartwatches. Der Bann richtet sich also gezielt gegen das „Herz des chinesischen Technologiesektors“ und stellt somit eine weitere Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China dar. Nur vier Tage nach der Inkraftsetzung der Sanktionen gewährte die US-Behörde einen Aufschub von 90 Tagen. Offensichtlich hat man erkannt, dass die Aktion nicht nur Huawei, sondern auch zahlreiche US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen und -kunden treffen würde. Viele Betreiber lokaler Breitbandnetze sind nämlich auf Huawei-Produkte angewiesen. Um zu…

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