China

Währungsmanipulation – die nächste Stufe im Kalten (Handels-) Krieg?

Für viele Marktteilnehmer sind kompetitive Abwertungen fester Bestandteil in einem Handelskonflikt. Der seit gut einem Jahr offen ausgetragene Streit zwischen den USA und China gewinnt zwar immer weiter an Schärfe, bislang ist es aber „nur“ bei der fatalen Spirale aus Strafzöllen und Gegenmaßnahmen auf realwirtschaftlicher Ebene geblieben. Nichtsdestotrotz wächst auf der US-Seite das Unbehagen gegenüber den Wechselkursentwicklungen. US-Handelsminister Ross hat jüngst angedroht, Strafzölle gegen die Länder zu verhängen, die er der Währungsmanipulation verdächtigt und die dadurch ihrer Exportwirtschaft einen unlauteren Wettbewerbsvorteil gegenüber der US-Konkurrenz verschaffen. Was zunächst wenig aufregend klingt, ist Ausdruck eines US-innenpolitischen Machtkampfes. Bislang war die Einschätzung zur Währungsmanipulation unstrittig in den Händen des US-Finanzministeriums, das halbjährlich einen Bericht hierzu veröffentlicht. Der eigentlich für April fällige Bericht steht noch aus und dürfte in Kürze veröffentlicht werden. Stattdessen hat das US-Handelsministerium einen Entwurf vorgestellt, mit dem es ebenfalls über währungsbedingte Nachteile für die US-Wirtschaft entscheiden will. Die Entscheidungsbefugnis, mit…

Trumps Strafzölle zahlen vor allem die US-Verbraucher

US-Präsident Donald Trump rühmt sich gern, dass die Chinesen seine Strafzölle zahlen müssen und ihm Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen. Richtig ist die Darstellung nicht. Die US-Importeure können die Zölle, die sie selbst zahlen müssen, nur dann an die Chinesen überwälzen, wenn sie von den chinesischen Exporteuren entsprechende Rabatte gewährt bekommen. Es mag Ziel der US-Regierung gewesen sein, dies zu erreichen, zumindest hat sie mit der Auswahl der betroffenen Warengruppen den Rahmen dafür gesetzt. Bislang wurden die Zölle vor allem auf Produkte mit einer relativ hohen Nachfrageelastizität erhoben – verarbeitete Nahrungsmittel und tierische Produkte beispielsweise, die relativ leicht zu substituieren sind, oder zahlreiche Zwischenprodukte. Konsumgüter, bei denen die US-Verbraucher wenig Ausweichmöglichkeiten haben, wie Kleidung oder Spielzeug, wurden von den Strafzöllen dagegen größtenteils ausgespart. Gelungen ist die Überwälzung der Zollkosten aber nicht, das zeigen gleich mehrere aktuelle Untersuchungen aus den USA. Danach sind die Preise der betroffenen Güter in den…

Politik bestimmt weiterhin das Geschehen an den Devisenmärkten

Die politische Lage in Europa ist insgesamt weiterhin relativ unübersichtlich und im Vergleich zu den USA ein komparativer Nachteil. Zudem macht sich die sehr nach innen gerichtete und auf den Vorteil der USA bedachte Politik von Trump zunehmend an den Devisenmärkten bemerkbar. Eine nachhaltige Aufwertung des US Dollars ist die Folge. Auch der eskalierende Handelsstreit dürfe kurzfristig die US Wirtschaft weit weniger belasten als die restliche Welt, was sich auch hier wieder günstig auswirken sollte. Insgesamt hat US Präsident Trump weiterhin die Trümp(F)e in der Hand, was ihm letztlich auch seinen Politikstil ermöglicht. In den zurückliegenden Wochen prägten in erster Linie geo- und handelspolitische Entwicklungen das Geschehen an den weltweiten Devisenmärkten. Hierbei haben nicht nur wohlbekannte Konflikte wie z.B. der wieder an Schärfe gewonnene bilaterale Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt für Verunsicherung gesorgt. Vielmehr sind u.a. mit der Kriegsgefahr am Persischen Golf auch neue Krisenherde mit ungewissem…

Huawei-Bann kann weltweite Folgen haben

Am 16. Mai hat das US-Wirtschaftsministerium den chinesischen Technologieriesen Huawei mit Sanktionen belegt. US-amerikanische Unternehmen können nur noch unter Einhaltung strenger Auflagen Geschäfte mit Huawei machen. Begründet wurde diese Maßnahme damit, dass der Konzern in „Aktivitäten eingebunden ist, die den nationalen Sicherheitsinteressen der USA“ entgegenstehen. Dabei handelt es sich bei Huawei nicht um irgendeinen chinesischen Technologieanbieter, sondern um einen der führenden Ausrüster für die Telekommunikationsindustrie, einen der weltweit größten Smartphone-Hersteller sowie einen wichtigen Produzenten von Notebooks und Smartwatches. Der Bann richtet sich also gezielt gegen das „Herz des chinesischen Technologiesektors“ und stellt somit eine weitere Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China dar. Nur vier Tage nach der Inkraftsetzung der Sanktionen gewährte die US-Behörde einen Aufschub von 90 Tagen. Offensichtlich hat man erkannt, dass die Aktion nicht nur Huawei, sondern auch zahlreiche US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen und -kunden treffen würde. Viele Betreiber lokaler Breitbandnetze sind nämlich auf Huawei-Produkte angewiesen. Um zu…

Das Weiterdrehen der Zollspirale kostet Wachstum

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China droht sich noch einmal zu verschärfen. Wegen der starken internationalen Verflechtungen und eng verwobenen Lieferketten gibt es kaum ein Land, das nicht auf irgendeine Weise von diesem Konflikt betroffen ist. Noch vor wenigen Tagen hatte sich der Vize-Präsident der US-Handelskammer recht optimistisch zum Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China geäußert. Inzwischen besteht jedoch der Eindruck, dass eine neue Eiszeit angebrochen ist beziehungsweise alles wieder auf Anfang gedreht wurde. Letztlich war die Nachrichtenlage bereits in den letzten Wochen fortwährend durch ein ständiges „Auf und Ab“ geprägt, allerdings in einer deutlich gemäßigteren Tonlage. Angesichts des neuen harten Tonfalls sollten wir einen Blick darauf werfen, welche Folgen das Weiterdrehen der Zollspirale für die beiden unmittelbar betroffenen Länder und auch für den Euroraum hätte. Die chinesische Exportwirtschaft spürt bereits Belastungen durch die im vergangenen Jahr von den USA verhängten Strafzölle, weshalb die chinesische Regierung verschiedene…

China: Konjunkturmaßnahmen zeigen erste Wirkung

Chinas Konjunktur scheint sich gefangen zu haben. Das Wirtschaftswachstum hat sich zu Jahresbeginn bei 6,4% stabilisiert. Das ist eine positive Überraschung. Vor allem die sehr dynamische Beschleunigung der Industrieproduktion im März um drei Prozentpunkte auf 8,5% zeigt, dass die Konjunkturmaßnahmen wirken, welche die chinesische Regierung in den letzten Wochen angestoßen hat. Auch die staatliche Investitionstätigkeit und die Investitionen in die Infrastruktur haben weiter angezogen. Nicht unproblematisch ist sicherlich, dass es sich dabei zum wiederholten Male um die „alten“ Anschubhilfen mit den typischen längerfristigen Risiken für die Finanzstabilität und das Potenzialwachstum handelt. Davor hat die OECD Peking gerade erst gewarnt. Zu begrüßen ist dagegen der Schub für den privaten Konsum durch die Mehrwertsteuersenkung von 16 auf 13%. Er dürfte auch der stark gesunkenen Automobilnachfrage „unter die Arme greifen“. Sichtbare Effekte stehen hier allerdings noch aus. Noch ist es sicherlich zu früh, bereits die Kehrtwende für Chinas Konjunktur auszurufen. In den kommenden…

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