China

China: Industrie schöpft Hoffnung

Erstmals seit vier Monaten liegen die beiden Einkaufsmanagerindizes für die chinesische Industrie wieder oberhalb der 50-Punkte-Marke. Beide Stimmungsindikatoren sind im März gegenüber dem Vormonat deutlich angestiegen. Der sog. „offizielle“ Index des chinesischen Statistikamts war im Februar noch auf ein Dreijahrestief von 49,2 Punkte gefallen, nun notiert er bei 50,5 Zählern. Der „inoffizielle“ Index des privaten Analysehauses IHS Markit hatte den Tiefpunkt schon im Januar bei 48,3 Punkten erreicht, aktuell steht er bei 50,8 Punkten. Zeichnet sich damit eine Erholung in der chinesischen Industrie ab? Sicherlich ist eine gewisse Vorsicht geboten: Gerade zum Jahresbeginn rund um das chinesische Neujahrsfest weisen die beiden Stimmungsindikatoren stets eine höhere Volatilität auf. Ein erneuter Rückschlag im laufenden Monat wäre daher keine Überraschung. Auch dürfte die Hoffnung, dass der US-chinesische Zollstreit letztlich glimpflich ausgeht, wesentlich zur Stimmungsaufhellung beigetragen haben. Immerhin ist die befürchtete Eskalation Anfang März ausgeblieben. Allerdings dringt aus den laufenden Gesprächen auch wenig Greifbares,…

Kursfeuerwerk in den ersten Monaten 2019

  In den ersten Monaten dieses Jahres gab es ein wahres Kursfeuerwerk an den Finanzmärkten. Dies sollte man aber nicht linear fortschreiben, denn der Gegenwind dürfte stärker werden. 2018 war für fast sämtliche Assetklassen kein gutes Jahr. Dies hat sich in den ersten Monaten 2019 nun völlig umgekehrt und nahezu alle Assetklassen zeigen eine positive Performance seit Jahresbeginn. Insbesondere die gute Performance der Aktienmärkte verdeutlicht, dass die Kursverluste 2018 übertrieben waren. Denn die Wachstumserwartungen haben sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2019 eher verschlechtert und auch die politischen Risiken haben sich nicht sonderlich verbessert. Rückenwind kam dagegen wieder einmal von den Notenbanken: So hat die US-Notenbank den Zinsanhebungszyklus beendet, und die EZB hat sämtlichen Fantasien, dass die Zinsen zeitnah steigen könnten, den Boden entzogen. Natürlich kann man die gute Performance der ersten Wochen nicht einfach fortschreiben. Wenn jedoch die britische Regierung einen ungeregelten Brexit vermeidet und der Handelskonflikt zwischen den…

China: Die Gründe für den unheimlichen Kursaufschwung

In China steigen die Börsen wie in den besten Tagen. Mit dem katapultartigen Anstieg der Kurse 2019 wurde eine Einigung der amerikanisch-chinesischen Zollverhandlungen vorweggenommen. Auch der langfristige Ausblick spricht für China: Die chinesische Wirtschaft dürfte in diesem Jahr rund viermal so schnell wachsen wie die deutsche Wirtschaft. Darüber hinaus wird das „alte China“ langfristig durch das „neue China“ in der Industrie- und Dienstleistungslandschaft ersetzt. Das „alte China“ wird an der Börse repräsentiert von Unternehmen aus den Bereichen wie Immobilien, Grundstoffe oder Finanzen. Diese wachsen langsamer oder kämpfen mit Problemen wie Überkapazitäten oder notleidenden Kredite. Dies ist einer der Gründe, warum diese Aktien im ohnehin schwachen Marktumfeld im Dezember 2018 mit besonders hohen Abschlägen zur Bewertung des Gesamtmarktes gehandelt wurden. Diese Unterbewertung wurde durch den Kursanstieg 2019 wieder ausgeglichen. Dennoch sind die Anleger immer noch auf der Suche nach Wachstumsstories jenseits defensiver Aktien (obwohl dies auch gute Anlagemöglichkeiten sein können). Diese…

China senkt Wachstumsziel – das ist kein Drama

Chinas Regierung hat das Wachstumsziel für dieses Jahr gesenkt. Das ist nicht notwendigerweise eine schlechte Nachricht, völlig überraschend kam der Schritt ebenfalls nicht. Bereits in den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Provinzen ihre Zielvorgaben gedrosselt. Die Konjunkturindikatoren seit Jahresbeginn sind überwiegend schwach ausgefallen. Dass die Aussichten für Chinas Wirtschaft derzeit sicherlich alles andere als rosig sind, ist kein Geheimnis. Immer deutlichere Bremsspuren in der Konjunktur Chinas hinterlässt der Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten, und zwar nicht nur die US-Strafzölle auf chinesische Warenlieferungen, sondern auch die Gegenzölle Pekings auf Einfuhren aus den USA. Konsequenterweise hat Ministerpräsident Li bei seiner Eröffnungsrede auf dem soeben begonnenen Nationalen Volkskongress auch den transpazifischen Handelskonflikt für das Absenken der Zielvorgaben verantwortlich gemacht. Allerdings ist der Schritt klein: Statt um „etwa 6,5%“ soll die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr um 6% bis 6,5% wachsen. Trotzdem dürfte das Wirtschaftswachstum, nachdem es mit zielkonformen 6,6% im vergangenen Jahr bereits auf…

China, die USA und die „Potemkinschen Dörfer“ der FX-Stabilität

Die USA und China stehen kurz vor dem Durchbruch zu einem neuen Handelsabkommen. Das Thema „Währung“ soll angeblich eine zentrale Rolle spielen und es soll „genau definierte strukturelle Zusagen“ geben – wir sind gespannt, wie das aussehen soll. Bislang wird spekuliert, dass China verspricht, seine Eingriffe am Devisenmarkt offenzulegen. Es geht also nicht etwa um den Verzicht auf Interventionen und auch nicht um eine ex-ante-Information oder gar eine US-Erlaubnis, sondern nur darum, die Eingriffe nachträglich transparenter zu machen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass China den Yuan schon lange nicht mehr nur mit dem währungspolitischen Einsteigermodell in Form simpler Kassa-Interventionen auf den gewünschten Kurs bringt. Die Konstruktion ist deutlich komplexer und eine Mischung von Outright-, Termin- und Swap-Geschäften, Liquiditätssteuerung am Interbankenmarkt sowie einer Vielzahl anderer feiner Nadelstiche (zum Beispiel Anforderungen an die zu hinterlegenden Sicherheiten bei Fremdwährungsgeschäften der Geschäftsbanken). Ob China sich tatsächlich bereit erklärt, den USA die gesamte Bandbreite…

China: Handelsstreit beginnt die Konjunktur zu belasten

Lange Zeit sah es so aus, als ob der transpazifische Handelsstreit der chinesischen Wirtschaft wenig anhaben könnte. Jetzt ist das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal des vergangenen Jahres mit 6,4% auf den niedrigsten Stand seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise vor zehn Jahren gefallen und hat auch das selbstgesteckte Wachstumsziel der chinesischen Regierung unterschritten – so zumindest die offiziellen Angaben des Statistikamtes. Es bleiben Zweifel, ob der Verlust zuletzt womöglich stärker ausgefallen ist. Die Veröffentlichung einer noch schwächeren Rate hätte Peking aber wohl kaum zugelassen. Gerade in konjunkturell schwierigeren Phasen wie aktuell gelten Zielverfehlungen und stärkere Ausschläge beim Wirtschaftswachstum in China als heikel, denn die Regierung demonstriert mit den Wachstumsangaben gerne Stabilität. Für das Gesamtjahr 2018 steht nun nach 6,8% im Jahr 2017 ein Wirtschaftswachstum von 6,6% zu Buche – das schwächste Ergebnis seit 28 Jahren. Seit dem Spätsommer sinken die Auslandsaufträge in der chinesischen Industrie deutlich. Im Dezember sind die beiden Einkaufsmanagerindizes…

1 2 3 20