China

Immer tiefer in die Krise

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter an, aber noch nicht schneller als man das erwarten kann. Die privaten und wirtschaftlichen Einschränkungen werden in Europa immer größer. Zudem gibt es nun ein Einreiseverbot von EU-Bürgern in die USA. Somit wird die Rezession in Q1 eigentlich immer tiefer. Solange die Einschränkungen aber jeden Tag zunehmen, ist es müßig die Prognosen täglich nach unten anzupassen. Da man von politischer Seite nun davon ausgeht, dass sich 60 – 70% der Bevölkerung am Ende infiziert haben werden, dürfte diese Phase noch einige Wochen anhalten. Zudem stellt sich langsam auch die Frage, wann ein guter Zeitpunkt ist, infiziert zu werden. Heute gibt die EZB ihre geldpolitischen Beschlüsse bekannt. Der Handlungsspielraum ist sehr eingeschränkt. Für die kurzfristigen Maßnahmen könnte die Bank of England ein Beispiel sein. Die BoE hat in einem für sie ungewöhnlichen Schritt auf einer außerordentlichen Sitzung umfangreiche Notfallmaßnahmen beschlossen. Der Leitzins wurde von 0,75%…

Die Corona Rezession wird kommen, Frage ist wie tief wird sie sein?

Die Entwicklung der Infektionsfälle an Corona entwickeln sich weiterhin sehr ähnlich zu dem Verlauf in China (s.u.). Man kann also auch für die nächsten Tage einen kräftigen Anstieg der Neuerkrankungen erwarten. Die aktuelle Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, dass man den schnellen Anstieg der Neuinfektionen verzögert und damit die Stabilität der Gesundheitswesen erhält. Anbetracht der aktuellen Entwicklungen zurzeit sicherlich die richtige Strategie. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise lassen sich weiterhin nur schwer abschätzen. Es ist aber relativ sicher, dass die meisten Industrieländer in H1 in eine mehr oder weniger tiefe Rezession fallen werden. Für Italien muss man mit einer tiefen wirtschaftlichen und strukturellen Krise rechnen. Vor diesem Hintergrund sind die zuletzt beschlossenen fiskalischen Hilfspakete richtig. Auch wenn diese im Laufe der Zeit noch nachjustiert werden müssen. Die hektisch wirkenden Aktionen der Zentralbanken sind dagegen aus meiner Sicht eher Aktionismus, werden aber von den Marktteilnehmern erwartet und teils vehement eingefordert….

China: Stimmung im Keller

Durch den Corona-Ausbruch erlebt die chinesische Wirtschaft zurzeit den schlimmsten Wachstumseinbruch seit der Finanzkrise von 2008/09. Wie dramatisch die Verluste sind, darüber vermitteln die gerade veröffentlichten Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung einen ersten Eindruck. Es sind die ersten umfassenden Konjunkturindikatoren für den Monat Februar und sie zeichnen ein verheerendes Bild. Die Umfragewerte aus der Industrie sind gegenüber dem Vormonat um jeweils mehr als zehn Indexpunkte gefallen. Einen solchen Einbruch innerhalb eines Monats hat es seit der Erhebung der Indizes noch nicht gegeben. Zum Vergleich: Im Herbst 2008 verloren die beiden Indikatoren binnen zwei bzw. drei Monaten insgesamt jeweils rund zwölf Zähler. Darüber hinaus haben beide Indizes mit 40,3 Punkten (Umfrage von IHS Markit) bzw. 35,7 Punkten (Umfrage des chinesischen Statistikamtes) aktuell neue Allzeittiefs erreicht. Auch die Erhebung im Dienstleistungssektor ist so schlecht ausgefallen wie noch nie. Hier sackte der Umfragewert sogar um über 20 Zähler ab und unterschritt die 30-Punkte-Grenze. Ein deutlicher…

Corona – von der Epidemie zur Pandemie

Das Corona-Virus und die zuletzt schnelle Verbreitung über den Globus bringen viel Leid für die betroffenen Menschen. Nach jetzigem Stand kann man bei rund 20% der Betroffenen mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen, und 5% davon sterben durchschnittlich. Die Finanzmärkte reagierten auf ihre Weise darauf. Die Aktienmärkte sind im Laufe der Woche kräftig gefallen. Die Konjunktur- und Gewinnerwartungen der Investoren kommen durch die rasan-te Ausbreitung zunehmend unter Druck. Wenn sich die Krankheit zu einer ernstzunehmenden Pandemie und damit verbundenen starken Belastungen der Lieferketten ausweiten sollte, dürfte das Weltwachstum nahe an die Stagnation kommen. Exportorientierte Länder wären dabei stärker negativ betroffen als binnenwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsmodelle. Soweit sind wir zwar noch nicht, aber die Welt ist diesem Szenario im Laufe der dieser Woche einige Schritte nähergekommen. Bereits jetzt dürften die realwirtschaftlichen Daten deutlich negativ beeinflusst werden. Für Deutschland kann man in Q1 bestenfalls mit einer Stagnation rechnen. Diese schwache Entwicklung sollte sich schon…

Einkaufsmanager im Euro-Raum: Industrieklima trotzt Corona-Sorgen

Der befürchtete Sentiment-Rückgang in der europäischen Privatwirtschaft ist erst einmal ausgeblieben. Laut den Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragungen im Februar konnte sich die Stimmung sowohl im Dienstleistungssektor (von 52,5 auf 52,8 Zähler) als auch der Industrie verbessern. Letztere überrascht sogar mit einer merklich nachlassenden Skepsis. Trotz der Sorge vor einer Ausbreitung des Corona-Virus stieg der Index für das verarbeitende Gewerbe gegenüber dem Vormonat um kräftige 1,2 auf 49,1 Zähler an. Damit hat sich der Abstand zur „Wachstumsschwelle“ von 50 Punkten, ab der ein Produktionszuwachs signalisiert wird, deutlich verringert. Bereits seit mehreren Monaten leidet die europäische Industrie unter dem abflauenden Welthandel. Mit dem Corona-Virus war zuletzt ein neues Großrisiko hinzugekommen. Für den Moment dürften die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Sars-CoV-2 genannten Erregers aber vor allem auf den südostasiatischen Raum konzentriert bleiben. Zwar wurden auch in Europa erste Lieferengpässe gemeldet. Die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum sollten aus jetziger Sicht jedoch…

Das Virus und seine Ausbreitung

Der weitere Verlauf der Corona-Epidemie ist auch für die medizinischen Experten nicht wirklich vorherzusehen. Auf der einen Seite sorgten in den letzten Tagen sinkende Fallzahlen von Neuinfektionen in China zeitweise für eine gewisse Erleichterung, auch wenn der Einfluss der unterschiedlichen Diagnosemethoden schwer zu durchschauen ist. Auf der anderen Seite scheint in Südkorea nun der erste größere Corona-Ausbruch außerhalb Chinas registriert worden zu sein, was die Nervosität wieder verstärken könnte. Klar ist, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie erheblich sein werden. Das gilt selbst dann, wenn sich die Krankheit nun tatsächlich auf dem Rückzug befindet und noch im ersten Quartal weitgehende Entwarnung gegeben werden kann. Denn die wirtschaftlichen Schäden durch den Produktionsausfall in Fabriken, durch die Störung von Lieferketten, durch eingeschränkte Konsummöglichkeiten und durch die Ausfälle im Reiseverkehr sind vor allem für China und die asiatischen Anrainerstaaten schon jetzt beträchtlich. Leider ist auch nicht auszuschließen, dass sich die Infektion über die…

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