China

Ifo-Geschäftsklima im Juli: Die Zuversicht steigt ganz langsam

Die deutsche Wirtschaft richtet sich auf bessere Zeiten ein. Die Zuversicht in den Chefetagen steigt, wenn auch nur ganz langsam. Bereits gestern hatte die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern in Industrie und Dienstleistungsgewerbe eine deutliche Stimmungsverbesserung angezeigt. Die heute veröffentlichten Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex bestätigen zwar die positive Tendenz, doch sie zeigen auch immer noch eine gehörige Portion Skepsis auf Seiten der deutschen Unternehmen. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli von 105,9 auf 106,2 Punkte angestiegen, und dass es sich um den dritten Anstieg in Folge handelt, wird allgemein als Signal für einen Aufwärtstrend interpretiert. Doch zeigen sich die deutschen Unternehmen noch nicht ganz überzeugt vom Aufschwung, der Index für die Geschäftserwartungen ist zuletzt ganz leicht gesunken, während die aktuelle Geschäftslage weiterhin sehr positiv eingeschätzt wird. Bereits seit Mitte 2010 sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die nächsten sechs Monate etwas skeptischer als die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, das belegt eine anhaltend…

China: Politikwechsel in Peking dämpft das Wirtschaftswachstum

Der konjunkturelle Schwung in China bleibt verhalten: Die chinesische Wirtschaft ist im abgelaufenen zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr nochmals etwas langsamer gewachsen als zum Jahresauftakt – die jährliche Wachstumsrate ging von 7,7 auf 7,5 Prozent zurück. Bereits im ersten Quartal hatte China mit einer Drosselung des Wachstumstempos enttäuscht. Die erneute Abkühlung jetzt hingegen entsprach weitgehend den Markterwartungen und hatte sich in den vergangenen Wochen schon deutlich abgezeichnet. So hatte sich die Stimmung in der Industrie nach vorübergehenden Hoffnungswerten zu Jahresbeginn wieder deutlich eingetrübt, der Außenhandel war zuletzt sogar geschrumpft.

Chinas Exportschwäche trübt Wachstumsaussichten ein

Chinas Exportkonjunktur zeigt sich auch zum Abschluss des zweiten Quartals von der schwachen Seite: Die Ausfuhren sanken im Juni gegenüber dem Vormonat um gut 4 ½ Prozent – das ist auch für einen Juni, in dem der Außenhandel saisonüblich eher schwach ausfällt, ein deutlicher Rückgang. Bereits im April und Mai waren die Exporte kaum noch gewachsen, so dass die Jahresrate nun endgültig in den negativen Bereich abgerutscht ist. Mit -3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist dies das erste Minus seit Anfang 2012 und der schwächste Wert seit Herbst 2009, als sich China gerade von der schweren Wirtschaftskrise erholte.

Führung in China setzt auf „Qualität statt Quantität“ – Aktienmarkt günstig bewertet

Die neue chinesische Führungsebene hat seit Amtsantritt bereits für Überraschungen gesorgt. Im Gegensatz zu früheren Regierungen scheint der laufende 12. Fünfjahresplan für die neue Führung mehr als nur ein Lippenbekenntnis zu sein. Wir sind mittlerweile recht zuversichtlich, dass das verankerte Prinzip „Qualität statt Quantität“ sowie der Plan, die chinesische Gesellschaft zu Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft zu wandeln, tatsächlich umgesetzt werden. Langfristig würden die angestrebten Strukturreformen zu einem etwas niedrigeren, aber nachhaltigen Wachstum führen. China dürfte dann auch weiterhin zu den wachstumsstärksten Nationen weltweit zählen. Eine weitere Absenkung des offiziellen Wachstumsziels von nun 7,5 auf 7,0 Prozent ist nicht auszuschließen. Wir meinen, dass diese Umkehr aber auch dringend notwendig ist. Mit seinem aktuellen Geschäftsmodell als „Werkbank der Welt“ steuert China unweigerlich innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre auf große Probleme zu, falls nicht vorher gegengelenkt wird. China ist schon lange kein Billiglohnland mehr. Gleichzeitig sinkt das Angebot an neuen Arbeitskräften als…

Chinesischer Geldmarkt läuft aus dem Ruder

Der dramatische Anstieg der Interbankensätze am chinesischen Geldmarkt in der vergangenen Woche hat vielen Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben – erinnerte er doch an die weltweiten Geldmarkt-Verwerfungen im Anschluss an die Lehman-Insolvenz. Ob tatsächlich einige chinesische Geschäftsbanken Schwierigkeiten hatten, kurzfristige Verbindlichkeiten zu bedienen, weshalb das Misstrauen zwischen den Geldhäusern sprunghaft gestiegen ist, bleibt Spekulation. Die betroffenen Banken zumindest haben diese Bedenken weit von sich gewiesen. Ausgangspunkt der Anspannungen am Interbankenmarkt scheint vielmehr eine zu geringe Liquiditätszuteilung der chinesischen Notenbank, der People’s Bank of China (PBoC), gewesen zu sein. Und das in einem Umfeld, in dem die Kreditinstitute angesichts des bevorstehenden Quartals- und Halbjahresultimos, mehrerer Feiertage zu Beginn des Monats sowie unmittelbar bevorstehender Mindestreservezahlungen ohnehin einen erhöhten Liquiditätsbedarf haben. Mittlerweile hat die PBoC die Liquiditätsversorgung verbessert, die meisten Interbankensätze haben gegenüber ihren Spitzenständen der vergangenen Woche wieder deutlich nachgegeben. Von „normalen“ Durchschnittswerten sind sie aber nach wie vor weit…

Chinesische Konjunktur auch im Mai ohne rechten Schwung

Ein weiterer Monat mit überwiegend enttäuschenden Konjunkturdaten aus China: Auch im Mai weist die chinesische Industrie, die für rund die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Landes steht, keine Wachstumsbeschleunigung auf. Der Anstieg der Industrieproduktion verharrte mit 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr etwa auf dem Wert des Vormonats, im Vergleich zum ersten Quartal hat sich das Wachstum der Industrie im laufenden Vierteljahr sogar weiter verlangsamt. Auch der Bau zeigte sich zuletzt wieder etwas schwächer, obwohl die steigenden Hauspreise und die regen Umsätze am Immobilienmarkt eigentlich für eine anziehende Bautätigkeit sprächen. Aber die jüngsten Vorstöße der chinesischen Führung zur Eindämmung der Immobilienspekulation mögen wohl Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Marktaktivität geschürt und Investoren verunsichert haben.

1 21 22 23 25