China

Chinas Exportschwäche trübt Wachstumsaussichten ein

Chinas Exportkonjunktur zeigt sich auch zum Abschluss des zweiten Quartals von der schwachen Seite: Die Ausfuhren sanken im Juni gegenüber dem Vormonat um gut 4 ½ Prozent – das ist auch für einen Juni, in dem der Außenhandel saisonüblich eher schwach ausfällt, ein deutlicher Rückgang. Bereits im April und Mai waren die Exporte kaum noch gewachsen, so dass die Jahresrate nun endgültig in den negativen Bereich abgerutscht ist. Mit -3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist dies das erste Minus seit Anfang 2012 und der schwächste Wert seit Herbst 2009, als sich China gerade von der schweren Wirtschaftskrise erholte.

Führung in China setzt auf „Qualität statt Quantität“ – Aktienmarkt günstig bewertet

Die neue chinesische Führungsebene hat seit Amtsantritt bereits für Überraschungen gesorgt. Im Gegensatz zu früheren Regierungen scheint der laufende 12. Fünfjahresplan für die neue Führung mehr als nur ein Lippenbekenntnis zu sein. Wir sind mittlerweile recht zuversichtlich, dass das verankerte Prinzip „Qualität statt Quantität“ sowie der Plan, die chinesische Gesellschaft zu Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft zu wandeln, tatsächlich umgesetzt werden. Langfristig würden die angestrebten Strukturreformen zu einem etwas niedrigeren, aber nachhaltigen Wachstum führen. China dürfte dann auch weiterhin zu den wachstumsstärksten Nationen weltweit zählen. Eine weitere Absenkung des offiziellen Wachstumsziels von nun 7,5 auf 7,0 Prozent ist nicht auszuschließen. Wir meinen, dass diese Umkehr aber auch dringend notwendig ist. Mit seinem aktuellen Geschäftsmodell als „Werkbank der Welt“ steuert China unweigerlich innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre auf große Probleme zu, falls nicht vorher gegengelenkt wird. China ist schon lange kein Billiglohnland mehr. Gleichzeitig sinkt das Angebot an neuen Arbeitskräften als…

Chinesischer Geldmarkt läuft aus dem Ruder

Der dramatische Anstieg der Interbankensätze am chinesischen Geldmarkt in der vergangenen Woche hat vielen Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben – erinnerte er doch an die weltweiten Geldmarkt-Verwerfungen im Anschluss an die Lehman-Insolvenz. Ob tatsächlich einige chinesische Geschäftsbanken Schwierigkeiten hatten, kurzfristige Verbindlichkeiten zu bedienen, weshalb das Misstrauen zwischen den Geldhäusern sprunghaft gestiegen ist, bleibt Spekulation. Die betroffenen Banken zumindest haben diese Bedenken weit von sich gewiesen. Ausgangspunkt der Anspannungen am Interbankenmarkt scheint vielmehr eine zu geringe Liquiditätszuteilung der chinesischen Notenbank, der People’s Bank of China (PBoC), gewesen zu sein. Und das in einem Umfeld, in dem die Kreditinstitute angesichts des bevorstehenden Quartals- und Halbjahresultimos, mehrerer Feiertage zu Beginn des Monats sowie unmittelbar bevorstehender Mindestreservezahlungen ohnehin einen erhöhten Liquiditätsbedarf haben. Mittlerweile hat die PBoC die Liquiditätsversorgung verbessert, die meisten Interbankensätze haben gegenüber ihren Spitzenständen der vergangenen Woche wieder deutlich nachgegeben. Von „normalen“ Durchschnittswerten sind sie aber nach wie vor weit…

Chinesische Konjunktur auch im Mai ohne rechten Schwung

Ein weiterer Monat mit überwiegend enttäuschenden Konjunkturdaten aus China: Auch im Mai weist die chinesische Industrie, die für rund die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Landes steht, keine Wachstumsbeschleunigung auf. Der Anstieg der Industrieproduktion verharrte mit 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr etwa auf dem Wert des Vormonats, im Vergleich zum ersten Quartal hat sich das Wachstum der Industrie im laufenden Vierteljahr sogar weiter verlangsamt. Auch der Bau zeigte sich zuletzt wieder etwas schwächer, obwohl die steigenden Hauspreise und die regen Umsätze am Immobilienmarkt eigentlich für eine anziehende Bautätigkeit sprächen. Aber die jüngsten Vorstöße der chinesischen Führung zur Eindämmung der Immobilienspekulation mögen wohl Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Marktaktivität geschürt und Investoren verunsichert haben.

Konjunkturdaten aus China enttäuschen

Nachdem die Daten für das BIP-Wachstum in China im ersten Quartal vor einigen Wochen herb enttäuscht haben, sind nun auch die Zahlen für den Monat April kaum besser ausgefallen: Das Wachstum der Industrieproduktion hat sich zwar gegenüber dem März wieder etwas beschleunigt, blieb mit 9,3 % aber hinter den Markterwartungen zurück und weiterhin auch sichtbar unter der Schwelle von 10 %, die unseren Schätzungen zufolge einem BIP-Wachstum von etwa 8 % entspricht. Auch die Frühindikatoren für die Industrie hatten zum Monatsauftakt nachgegeben, wobei vor allem die Auftragslage schwach ausgefallen war. Die Investitionstätigkeit hat sich zuletzt nur minimal verbessert. Lediglich der Immobilienmarkt zeigt einen kräftigeren Schwung: Dort liegen die Verkaufszahlen seit Jahresauftakt etwa eineinhalb Mal so hoch wie im Vorjahr, was sich auch in einer immer stärker anziehenden Preisdynamik widerspiegelt. In einigen Großstädten, wie Peking oder Schanghai, steigen die Wohnungspreise schon wieder bedenklich.

Wachstum in China überraschend schwach

Für eine herbe Enttäuschung haben die neuesten Konjunkturdaten aus China gesorgt: Wider Erwarten hat sich das Wachstum der Gesamtwirtschaft verlangsamt – von 7,9% (ggü. Vorjahr) zum Jahresschluss 2012 auf 7,7% zum Jahresauftakt 2013. Im vierten Quartal 2012 hatte sich das BIP-Wachstum– zum ersten Mal in zwei Jahren – noch von 7,4 auf 7,9 % beschleunigt und bestätigte damit die deutliche Stimmungsaufhellung in der Industrie. Auch in den ersten Monaten dieses Jahres hat sich das Wirtschaftsklima weiter, wenngleich unter Schwankungen, verbessert. Wir hatten daher für das erste Vierteljahr 2013 mit einer Beschleunigung des Wachstums auf 8,3% gerechnet – auch an den Finanzmärkten war ein Wert von mindesten 8% erwartet worden. Gerade vor dem Hintergrund der positiven Signale durch die Frühindikatoren ist der aktuelle Rückschlag beim BIP-Wachstum umso überraschender.

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