China

Peking leitet konjunkturpolitische Wende ein

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China haben für Beunruhigung gesorgt – nicht nur an den internationalen Finanzmärkten, sondern auch in Peking selbst: Die Einkaufsmanagerindizes sind zuletzt deutlich unter die 50-Punkte-Marke gefallen, die Immobilienpreise beginnen zu sinken und die Auslandsaufträge sind Umfragen zufolge auf den niedrigsten Stand seit knapp drei Jahren zurückgegangen. Besorgniserregend finden wir das Niveau der aktuellen Indikatoren allerdings noch nicht: Seit geraumer Zeit prognostizieren wir eine deutliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft, wobei wir von einer Kehrtwende im Immobilien- und Bausektor ausgehen, wo sich die straffere Geldpolitik besonders bemerkbar machen dürfte.

Zinssenkungen in China vorerst kein Thema

Der Inflationsdruck in China baut sich nur äußerst zögerlich ab: Auch im September lag die Teuerungsrate noch über 6 Prozent, bis zum Jahreswechsel dürfte sie sich unserer Ansicht nach zwar bis auf etwa 5 Prozent ermäßigen, übertrifft das Inflationsziel Pekings von 4 Prozent damit aber immer noch wesentlich. Erst im Verlauf des kommenden Jahres ist mit zielkonformen Werten zu rechnen. Angesichts des mittlerweile deutlich kräftigeren Lohnwachstums dürfte die Teuerung aber auch weiterhin erhöht bleiben.

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