DAX

DAX vor Rekordstand – was nun?

Die weltweit wenig dynamisch verlaufende Konjunktur belastet das heimische Exportgeschäft. Die so wichtige Automobilindustrie befindet sich im langfristigen strukturellen Wandel – mit unklarem Ausgang – und viele Firmen im DAX kämpfen immer noch mit hausgemachten Problemen. Trendthemen aus den Bereichen Technologie, Internet und anderen Sektoren werden in den USA und China vorangetrieben, nicht in Deutschland. Kein Wunder, dass sich der bald höchste Stand der DAX-Geschichte etwas falsch anfühlt. Schließlich sinken die Gewinne der DAX-Unternehmen seit gut drei Jahren. Ohne den Erfolgsgaranten im Index (SAP, Allianz, Adidas oder Siemens), die die Kursverluste der „Minderleister“ überkompensieren konnten, nahetreten zu wollen: Tatsächlich ist ein wesentlicher Teil des DAX-Aufschwungs nicht mit der „Sexyness“ der Indexunternehmen zu begründen, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass der DAX ein „Total Return“-Index ist. Hinzu kommt, dass Aktienanlagen, im Gegensatz zu Anleihen, immer noch einen signifikanten Ertrag abwerfen. Gut sieben Prozent beträgt die Gewinnrendite der DAX-Unternehmen, gemessen an der…

Sorgenfreie Aktienmärkte oder Übermut tut selten gut

Die Marktstimmung hat sich zuletzt sehr verbessert, wie unser DZ BANK Börsenbarometer zeigt. Nachdem das Sentiment über 2019 hinaus immer wieder durch die drei großen Risikofelder Handelskrieg, Brexit und Italien belastet war, zeigten sich bereits Ende Oktober Zeichen der Entspannung, als zum einen die Notenbankpolitik noch expansiver ausgerichtet wurde und zum anderen aus Washington Signale zu vernehmen waren, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China wahrscheinlicher wird. Zwar kühlte sich die Stimmung in den darauffolgenden Wochen wegen des fehlenden Newsflows wieder leicht ab. Mit dem Wahlsieg von Johnson und damit einer sinkenden Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit zur Unterschrift bereitliegt, ist die Börsenstimmung nun deutlich in die Höhe geklettert. Das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen lange nicht steigen werden, die Volatilität stetig sinken wird und alle Portfolien auf…

Warum brechen in einer Rezession die Unternehmensgewinne und Aktienkurse so stark ein?

Ein Zyklus ist gemäß einer Definition der Universität Oxford definiert als „eine Gruppe von Ereignissen, die in einer bestimmten Reihenfolge hintereinander stattfinden und oft wiederholt werden“. In den Naturwissenschaften folgen Zyklen bestimmten Mustern. Zeitpunkt, Amplitude und der Schwankungspfad wiederholen sich. Volkswirtschaften, Unternehmen, Märkte und das Verhalten der Anleger weisen diese festen Regelmäßigkeiten nicht auf. Die Bewegungen sind komplexer und nicht vorhersehbar. Sie greifen ineinander: So gibt es neben dem Konjunkturzyklus noch den Gewinnzyklus der Unternehmen, den Zyklus im Immobilienmarkt, die generelle Einstellung der Marktteilnehmer gegenüber Risiko und andere Aspekte. Diese liefern die fundamentalen und stimmungsgetriebenen Rahmendaten für Investitionen am Kapitalmarkt. In Rezessionen werden fallende Unternehmensgewinne als Grund für die Schwäche von Konjunktur und Aktienkursen festgemacht. Aber warum fallen in einer Rezession die Gewinne der börsennotierten Unternehmen überproportional stark, wenn das volkswirtschaftliche Wachstum nur für eine vorübergehende Phase um einige Prozentpunkte von seinem langfristigen Trendwachstum abweicht? Die Antwort liegt auf der…

Anlagemöglichkeiten im Niedrigzinsumfeld

Für Sparer sind die niedrigen Zinsen ein Graus. Auf dem Konto wird das Geld Jahr für Jahr weniger, weil die Gebühren die geringen Zinsen meist übersteigen. Und nach Abzug der Inflation ist der reale Wertverlust noch größer. Was also tun, um wenigstens den Wert zu erhalten? Bundesanleihen gelten mit einer Laufzeit von zehn Jahren europaweit als Referenzanlage unter den festverzinslichen Wertpapieren. Derzeit notieren sie mit einer leicht negativen Rendite. Zieht man die moderate Inflation ab, ergibt sich eine negative Realverzinsung von 1,4%. Hochgerechnet auf zehn Jahre, vernichten Sparer so rund 14% ihres Kapitalstocks. Doch nicht nur der deutsche Anleihemarkt weist eine negative Realrendite auf. Unter den größten 30 Staatsanleihemärkten der Welt verlieren Anleger derzeit auf rund der Hälfte der Märkte nach Kaufkraftverlust Geld. Bei Unternehmensanleihen sieht es nicht besser aus. Wer eine auskömmliche Rendite sucht, wird an den Anleihemärkten kaum noch fündig. Mit Ausnahme der USA: Dort rentieren Staatsanleihen mit…

Aktienmärkte mit Kursrisiken im zweiten Halbjahr – Prognosen gesenkt

Aktienanleger können sich mit der Kursentwicklung der vergangenen Jahre wohlfühlen. Die Unternehmensgewinne sind weltweit gestiegen, und die Investoren haben eine hohe Rendite auf ihr Kapital erhalten. Aber die unmittelbare Zukunft, insbesondere die kommenden zwölf bis 18 Monate, könnte rauer werden, als es die Anleger in den vergangenen Jahren gewöhnt waren. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Konjunktur in den USA stärker an Fahrt verlieren dürfte. In Europa und Deutschland läuft die wirtschaftliche Entwicklung ohnehin schon seit längerem nicht mehr auf vollen Touren. Auch wenn die US-Notenbank voraussichtlich 2019 mit Zinssenkungen auf den Konjunkturabschwung reagieren wird, ist es bereits heute absehbar, dass unsere Konjunkturprognosen für das US-Wachstum, die EU und China infolge der zunehmenden Handelsbelastungen nicht mehr haltbar sind. In unserer neuen Prognose wird die bisher von uns erwartete Erholung der Gewinne der DAX-Unternehmen Vergangenheit. Die Beschaffungs- und Lieferketten inländischer Industrieunternehmen sind eng mit dem globalen Warenfluss verflochten, sodass Bremswirkungen durch…

Aktien trotzen Widrigkeiten, DAX mit Kurs auf 12.700 Punkte

Wir waren mit unseren Aktienmarktprognosen für das Anlagejahr 2019 zu pessimistisch: Unser Jahresendziel 2019 von 12.000 Punkten im DAX wurde bereits Anfang April erstmalig erreicht. Unser Kursziel für den DAX und den Euro Stoxx 50 war seither leicht negativ. Anlegern, die investiert waren, dürfte unsere zu pessimistische Prognose verkraften können, schließlich haben sie in kürzerer Zeit deutlich mehr verdient als erwartet. Tatsächlich überschreitet der bisherige Kursanstieg des DAX 2019 (+16,4%) die durchschnittliche Rendite des Index seit 1987 um mehr als das Doppelte. Getrieben wird die Kursrallye jedoch nicht etwa durch sprudelnde Unternehmensgewinne, sondern vielmehr die geringe Ausgangsbasis der Kurse zu Jahresanfang, nachdem es im vierten Quartal 2018 zu einer starken Korrektur gekommen war. Die bisher vorgelegten Ergebnisse zum ersten Quartal waren allerdings weder in den USA noch in Europa berauschend. Das Gewinnwachstum der Euro Stoxx 50 Unternehmen stagniert, während der S&P 500 nur ein Wachstum von zwei Prozent verzeichnete. In…

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