DAX

Neue Aktienkultur in Deutschland?

Die jüngst von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen zur Geldvermögensbildung dürften selbst Experten überraschen: So haben die Bundesbürger im ersten Quartal des laufenden Jahres netto 13,8 Mrd. Euro in Aktien und ähnliche Anteilsrechte sowie noch einmal 7,1 Mrd. Euro in Investmentfonds angelegt. Und das, obwohl die Corona-Pandemie historische Kurseinbrüche an den Börsen auslöste. So rauschet beispielsweise der DAX gegen Ende des Winterquartals in nur vier Wochen um fast 39 Prozent in die Tiefe. Dabei gelten Privathaushalte in Deutschland als traditionell eher risikoscheu. Ihr Geldvermögen besteht vorwiegend aus Bankeinlagen sowie Lebensversicherungen. Und in anderen Krisen, wie der zurückliegenden Finanzmarktkrise, haben sie auf Kurseinbrüche teils panisch mit Wertpapierverkäufen reagiert. Dass die Sache diesmal anders aussieht, hat sicherlich mehrere Gründe: So war in der Finanzmarktkrise nicht nur der ökonomische Optimismus abhandengekommen, sondern auch das Vertrauen in die Finanzmärkte und ihre Akteure gestört. Hinzu kommt der gewaltige Geldanlagestau, der sich durch die lange Zeit extrem…

Corona und Aktien

Noch nie zuvor hat der deutsche Leitindex in so kurzer Zeit so viel eingebüßt. Ausgelöst durch die Ausbreitung des Coronavirus ist der DAX innerhalb von nur 30 Tagen in der Spitze um 40% gefallen. Genährt wurde der Crash von zwei Seiten: Zum einen durch eine hohe Bewertung und Sorglosigkeit im Vorfeld und zum anderen durch eine extreme Unsicherheit über die Folgen, da keine Vergleichsdaten über die Auswirkungen einer Pandemie auf die Märkte vorliegen. Heute besteht weiterhin eine sehr große Unsicherheit über die konkreten Folgen. Konsens herrscht hingegen darüber, dass der wirtschaftliche „Lockdown“ viele Länder in eine Rezession stürzen wird. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass die Aktienkurse in einer Rezession meist unter den Buchwert des Unternehmens fallen. Dieser liegt beim DAX aktuell bei rund 8.300 Einheiten. Am 19. März hatte der deutsche Leitindex dieses Niveau zeitweise erreicht, eine Rezession somit eingepreist. In den vergangenen Wochen haben die Notenbanken und Regierungen…

Corona Krise – wie geht es weiter?

Aus der Corona Krise ist eine systemische Krise geworden. Jedoch ist sie nicht vergleichbar mit der Finanzmarktkrise von 2008/09. Daher sind der Verlauf und die notwendigen Rettungsmaßnahmen auch unterschiedlich. Die aktuelle Krise ist bislang eine Angebotskrise, da die Produktion als erstes betroffen war. Zudem wurden die Lieferketten deutlich gestresst. Durch die gesellschaftlichen Einschränkungen und die breitflächigen Quarantänemaßnahmen wird daraus nun langsam eine Nachfrage getriebene Krise. Der Bankensektor ist bislang noch nicht betroffen. Wenn es zu einer breiten Insolvenzwelle kommen sollte, wären die Belastungen natürlich auch bei den Banken deutlich spürbar und könnten hier wiederum eine Bankenkrise auslösen. In diesem Fall würde der kriselnde Bankensektor als ein Brandbeschleuniger wirken und die Rezession vertiefen und verlängern. Die nun getroffenen Maßnahmen von der EZB und der Bundesregierung zielen darauf ab, genau dies zu verhindern. Die neuen Regelungen für das Kurzarbeitergeld sollten die Belastungen für die privaten Haushalte großteils abfedern. Die umfassende Kreditzusage sollte…

Ölpreis fällt deutlich

Der Rohölpreis stürzt massiv ein. Seit Freitag ist er um 30% gefallen, aber es kann kurzfristig noch weiter nach unten gehen. Die Opec und Russland konnten sich im Rahmen der erweiterten Opec (Opec+) entgegen unserer Erwartung nicht auf eine notwendige Drosselung der Produktion einigen. Damit existiert das Bündnis faktisch nur noch auf dem Papier. Vor dem Hintergrund der akuten Corona-Nachfrageschwäche wäre eine Kürzung aber sehr wichtig und richtig gewesen. Denn der Nachfragezuwachs dürfte 2020 mit 0,2 MMBD klein ausfallen. Die energiepolitische Motivation Russlands ist es, die US-Driller unter Druck zu bringen. Zu oft versuchten (nach russischer Lesart), die Amerikaner den Russen in die „Energiesuppe“ zu spucken. US-Sanktionen gegen den russischen Staats-Ölproduzenten Rosneft in Venezuela als auch die Sanktionen gegen Firmen, die an der Fertigstellung der Gas-Pipeline „Nord Stream 2“ beteiligt sind, sind nur zwei Beispiele. Sowohl die Saudis als auch die Russen reisten aus Wien ab und kündigten bereits eine…

Finanzmarkt ist in Sorge

Die Corona-Pandemie schlägt uns in ihren Bann. Obwohl es bislang, außer in Bezug auf China, keine handfesten Hinweise auf die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Grippewelle gibt, haben sich Angst und Verunsicherung durch die Kapitalmärkte gepflügt. Die Aktienmärkte haben in den letzten Tagen gut 10 Prozent verloren. Die US Notenbank hat überraschend die Zinsen um 50 Basispunkte gesenkt und die Renditen sind nahe am Allzeittief. Die Finanzmärkte haben eine deutliche wirtschaftliche Abschwächung eingepreist, wenn nicht mehr. Die zunehmenden Sorgen über einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft oder zumindest eine deutliche Verlangsamung der weltweiten wirtschaftlichen Aktivität spiegeln sich auch in spürbaren Prognosesenkungen wider. Während sich diese Entwicklung in den harten wirtschaftlichen Daten aus Europa oder den USA bislang noch nicht abzeichnet, gibt zumindest die hohe Zahl an abgesagten Großveranstaltungen hier einen ersten Eindruck, dass es zu einer wirtschaftlichen Abschwächung kommen dürfte. Das Corona-Virus ließ sich bisher nicht aufhalten, aber der durchschnittliche Krankheitsverlauf scheint bislang doch…

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