DAX

Warum brechen in einer Rezession die Unternehmensgewinne und Aktienkurse so stark ein?

Ein Zyklus ist gemäß einer Definition der Universität Oxford definiert als „eine Gruppe von Ereignissen, die in einer bestimmten Reihenfolge hintereinander stattfinden und oft wiederholt werden“. In den Naturwissenschaften folgen Zyklen bestimmten Mustern. Zeitpunkt, Amplitude und der Schwankungspfad wiederholen sich. Volkswirtschaften, Unternehmen, Märkte und das Verhalten der Anleger weisen diese festen Regelmäßigkeiten nicht auf. Die Bewegungen sind komplexer und nicht vorhersehbar. Sie greifen ineinander: So gibt es neben dem Konjunkturzyklus noch den Gewinnzyklus der Unternehmen, den Zyklus im Immobilienmarkt, die generelle Einstellung der Marktteilnehmer gegenüber Risiko und andere Aspekte. Diese liefern die fundamentalen und stimmungsgetriebenen Rahmendaten für Investitionen am Kapitalmarkt. In Rezessionen werden fallende Unternehmensgewinne als Grund für die Schwäche von Konjunktur und Aktienkursen festgemacht. Aber warum fallen in einer Rezession die Gewinne der börsennotierten Unternehmen überproportional stark, wenn das volkswirtschaftliche Wachstum nur für eine vorübergehende Phase um einige Prozentpunkte von seinem langfristigen Trendwachstum abweicht? Die Antwort liegt auf der…

Anlagemöglichkeiten im Niedrigzinsumfeld

Für Sparer sind die niedrigen Zinsen ein Graus. Auf dem Konto wird das Geld Jahr für Jahr weniger, weil die Gebühren die geringen Zinsen meist übersteigen. Und nach Abzug der Inflation ist der reale Wertverlust noch größer. Was also tun, um wenigstens den Wert zu erhalten? Bundesanleihen gelten mit einer Laufzeit von zehn Jahren europaweit als Referenzanlage unter den festverzinslichen Wertpapieren. Derzeit notieren sie mit einer leicht negativen Rendite. Zieht man die moderate Inflation ab, ergibt sich eine negative Realverzinsung von 1,4%. Hochgerechnet auf zehn Jahre, vernichten Sparer so rund 14% ihres Kapitalstocks. Doch nicht nur der deutsche Anleihemarkt weist eine negative Realrendite auf. Unter den größten 30 Staatsanleihemärkten der Welt verlieren Anleger derzeit auf rund der Hälfte der Märkte nach Kaufkraftverlust Geld. Bei Unternehmensanleihen sieht es nicht besser aus. Wer eine auskömmliche Rendite sucht, wird an den Anleihemärkten kaum noch fündig. Mit Ausnahme der USA: Dort rentieren Staatsanleihen mit…

Aktienmärkte mit Kursrisiken im zweiten Halbjahr – Prognosen gesenkt

Aktienanleger können sich mit der Kursentwicklung der vergangenen Jahre wohlfühlen. Die Unternehmensgewinne sind weltweit gestiegen, und die Investoren haben eine hohe Rendite auf ihr Kapital erhalten. Aber die unmittelbare Zukunft, insbesondere die kommenden zwölf bis 18 Monate, könnte rauer werden, als es die Anleger in den vergangenen Jahren gewöhnt waren. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Konjunktur in den USA stärker an Fahrt verlieren dürfte. In Europa und Deutschland läuft die wirtschaftliche Entwicklung ohnehin schon seit längerem nicht mehr auf vollen Touren. Auch wenn die US-Notenbank voraussichtlich 2019 mit Zinssenkungen auf den Konjunkturabschwung reagieren wird, ist es bereits heute absehbar, dass unsere Konjunkturprognosen für das US-Wachstum, die EU und China infolge der zunehmenden Handelsbelastungen nicht mehr haltbar sind. In unserer neuen Prognose wird die bisher von uns erwartete Erholung der Gewinne der DAX-Unternehmen Vergangenheit. Die Beschaffungs- und Lieferketten inländischer Industrieunternehmen sind eng mit dem globalen Warenfluss verflochten, sodass Bremswirkungen durch…

Aktien trotzen Widrigkeiten, DAX mit Kurs auf 12.700 Punkte

Wir waren mit unseren Aktienmarktprognosen für das Anlagejahr 2019 zu pessimistisch: Unser Jahresendziel 2019 von 12.000 Punkten im DAX wurde bereits Anfang April erstmalig erreicht. Unser Kursziel für den DAX und den Euro Stoxx 50 war seither leicht negativ. Anlegern, die investiert waren, dürfte unsere zu pessimistische Prognose verkraften können, schließlich haben sie in kürzerer Zeit deutlich mehr verdient als erwartet. Tatsächlich überschreitet der bisherige Kursanstieg des DAX 2019 (+16,4%) die durchschnittliche Rendite des Index seit 1987 um mehr als das Doppelte. Getrieben wird die Kursrallye jedoch nicht etwa durch sprudelnde Unternehmensgewinne, sondern vielmehr die geringe Ausgangsbasis der Kurse zu Jahresanfang, nachdem es im vierten Quartal 2018 zu einer starken Korrektur gekommen war. Die bisher vorgelegten Ergebnisse zum ersten Quartal waren allerdings weder in den USA noch in Europa berauschend. Das Gewinnwachstum der Euro Stoxx 50 Unternehmen stagniert, während der S&P 500 nur ein Wachstum von zwei Prozent verzeichnete. In…

Sind die Aktienmärkte stürmischer geworden?

Viele Marktteilnehmer sind der Meinung, die Kursbewegungen am Aktienmarkt seien stürmischer geworden. Es werden keine lang anhaltenden Sturmphasen empfunden, vielmehr sind es kurze und kräftige Wirbelstürme, die, um im Wortbild zu bleiben, die Märkte regelmäßig durcheinanderwirbeln. Kann die Empirie, das heißt der Blick auf die Kursbewegungen der Vergangenheit, diese Einschätzung bestätigen? Zur Beantwortung dieser Frage haben wir uns die Verteilung der täglichen Kursschwankungen im DAX zwischen 1965 und heute angeschaut. Das Ergebnis zeigt, dass sich zu 78% der Zeit die Kurse in einem „normalen“ Schwankungsfenster der Tagesrenditen zwischen – 1,2% bis + 1,2% (für Freunde der Statistik: plus / minus eine Standardabweichung) bewegt haben. So weit, so gut. Diese Daten erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte. Kapitalmarktforscher haben festgestellt, dass es Anomalien bei den Renditedaten gibt, wie zum Beispiel extrem positive und negative Tagesrenditen. Diese sind in der Statistik die sogenannten „Fat Tails“, also die dicken Enden in Verteilungsfunktionen. Sie…

Börsenjahr 2019: Bester Auftakt seit knapp 30 Jahren

Vielen Anlegern steckt das enttäuschende Börsenjahr 2018 noch in den Knochen. In der getrübten Stimmung wird schnell übersehen, dass die Märkte aktuell den besten Jahresauftakt seit fast drei Jahrzehnten hinlegen. 2019 hat an den internationalen Aktienmärkten eine Erholung eingesetzt. Der S&P 500 hat seit Jahresbeginn 8% gewonnen – der beste Börsenstart seit 1991. Auch der DAX hat 7% zugelegt. Der deutsche Leitindex wäre noch viel besser gestartet, hätten ihn die Vorwürfe rund um Wirecard sowie enttäuschende Ausblicke bei Henkel und thyssenkrupp nicht belastet. Insgesamt haben Anleger im Jahresverlauf recht beherzt bei den Verlierern des Vorjahres zugegriffen. Die wichtigen Autotitel im DAX haben hingegen eine „marktneutrale“ Entwicklung gezeigt, sie waren also nur genauso gut wie der Index. Für uns ist der aktuelle Kursaufschwung vor allem eine unmittelbare Reaktion auf den sehr starken Kurseinbruch im vergangenen Jahr, der im Dezember nahezu ungebremst verlief. So ein deutliches Kursminus wie 2018 (DAX: minus 18%,…

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