Deutschland

Die Autoindustrie leidet unter Covid-19 und Strukturwandel

Die Autoindustrie leidet wie kaum eine andere deutsche Industriebranche unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Dies liegt aber nicht nur an der in der Krise zu beobachtenden Kaufzurückhaltung von Unternehmen und Konsumenten. Die Branche befand sich bereits vor COVID-19 in einer länger anhaltenden Krise, ganz im Gegensatz zur Finanzmarktkrise, die die Unternehmen während einer Boomphase getroffen hatte. Für die Branchenschwäche vor der Corona-Krise waren neben internationalen Entwicklungen wie dem Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China oder dem Brexit auch in der Branche hausgemachte Probleme wie die immer noch anhaltenden Nachwirkungen des Dieselskandals und drohende Fahrverbote in deutschenInnenstädten oder der Strukturwandel hin zu alternativen Antrieben verantwortlich. Die Nachfrage nach Autos sank zeitgleich nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen großen Märkten. Vor allem die schwache Nachfrage in China, dem größten und wachstumsstärksten Absatzmarkt der deutschen Hersteller, machte den Unternehmen zu schaffen. Immerhin zeigen sich dort Anzeichen einer Erholung….

ifo-Geschäftsklima: „Der stärkste jemals gemessene Anstieg“

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Juni weiter stark verbessert. Das zeigt die Umfrage des ifo-Instituts. Der Geschäftsklimaindex ist von 79,7 auf 86,2 Punkte angestiegen, und das ifo-Institut hebt hervor, dass es sich damit um den „stärksten jemals gemessenen Anstieg“ handelt. Aber heißt das auch, dass sich die reale Lage der deutschen Unternehmen im Juni entsprechend stark verbessert hat? Davon kann man leider nicht ausgehen. Zum einen ist der jüngste Anstieg des Geschäftsklimaindexes stark erwartungsbedingt. Das heißt, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass sich ihre Umsätze bzw. ihre Produktion in den nächsten sechs Monaten – verglichen mit dem Status quo – positiv entwickeln werden. Das anzunehmen ist angesichts der in den meisten Branchen immer noch sehr schwierigen Situation sicherlich plausibel. Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sind die Unternehmen dagegen deutlich vorsichtiger. Die Messzahl für die aktuelle Lage hat sich im Juni von dem Tief im Vormonat…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Wie Phoenix aus der Asche?

Die Stimmung unter den europäischen Einkaufsmanager hat sich im Juni deutlich verbessert. Der umfassende Composite Einkaufsmanagerindex zur gemeinsamen Stimmungslage im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich stieg von 31,9 auf 47,5 Punkte. Sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern ging es deutlich nach oben. So rapide, wie sich die Stimmungslage im März und April eingetrübt hatte, so schnell scheint es seit Mai wieder aufwärts. Man könnte fast meinen, dass die Krise ausgestanden ist. Doch davon ist der Euro-Raum noch weit entfernt. Denn Gastronomie und Beherbergung sowie die Freizeit- und Tourismusbranche werden weiterhin unter den Abstandsgeboten und Kontakteinschränkungen leiden. Der Lockdown bis in den Mai dürfte dafür sorgen, dass das Bruttoinlandsprodukt der EWU im zweiten Quartal um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgehen wird. Diese Einbußen müssen erstmal wieder ausgeglichen werden. Auch die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im Juni etwas zuversichtlicher. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex stieg von 32,4 auf 45,8…

Corona und Homeoffice krempeln den Büromarkt um

Durch die Pandemie hat das Thema Homeoffice enorm Fahrt aufgenommen. Der Weg vom Provisorium mit Laptop am Küchentisch bis zu den Chancen, die flexibles Arbeiten bieten kann, ist jedoch weiter als es auf den ersten Blick scheint. Viele As-pekte müssen bedacht werden. Für flexibles Arbeiten sprechen verschiedene Gründe, etwa geringere Raumkosten für Büros oder Einsparungen bei der täglichen Pendelzeit zum Arbeitsplatz. Weniger Verkehr kommt der Umwelt zugute. Und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf lässt sich womöglich verbessern. Wer seltener ins Büro kommt, kann eher außerhalb wohnen und so die angespannten Wohnungsmärkte in den Großstädten entlasten. Zunächst führt die Corona-Krise an den bislang angespannten Büromärkten aber zu einem Rückgang der Büronachfrage. Die niedrigen Leerstandsquoten dürften sicht-bar zulegen, während die teils hohen Büromieten wohl nachgeben. Auf Dauer könnte die Büroflächennachfrage insgesamt durch demografische Trends und flexible Ar-beitsmodelle zurückgehen. Ein Auslaufmodell sind Büroimmobilien aber nicht.

Fleischverarbeitung in Deutschland gerät unter Druck

In den letzten Wochen geriet die Fleischverarbeitung in Deutschland immer stärker in die Kritik. Die Corona-Pandemie machte auch vor den Schlachthöfen nicht halt. Bei vielen Menschen, die auf engem Raum miteinander arbeiten, häufig in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind und gemeinsam zur Arbeit pendeln, ist es nahezu unmöglich, die geltenden Abstandsregelungen einzuhalten. Die nun kritisierten Arbeitsbedingungen sind aber auch eine Folge des hohen wirtschaftlichen Drucks, dem sich die Unternehmen ausgesetzt sehen. Während die deutschen Verbraucher ähnlich viel Fleisch kaufen, wie in anderen europäischen Ländern, sind sie nicht bereit, dafür auch so viel wie in anderen Ländern zu zahlen. So macht Fleisch im deutschen Warenkorb, also in der Güterauswahl, die sämtliche Waren und Dienstleistungen zur Ermittlung der Preisveränderungen erfassen soll, überhaupt nur 2,2 Prozent aus. In der gesamten Europäischen Union sind es schon 3,5 Prozent, in Frankreich 3,6 Prozent und in Italien sogar 3,8 Prozent. Dabei ist der Fleischverbrauch je Kopf in diesen…

Große Teile des deutschen Mittelstands leiden stark unter der Corona-Krise

In der Vergangenheit hat sich der inlandsorientierte Mittelstand robust und nur wenig abhängig von konjunkturellen Schwankungen gezeigt. Selbst die Finanzmarktkrise konnte ihm nicht allzu viel anhaben, da die Inlandsnachfrage relativ solide blieb. In der Corona-Krise brach die Nachfrage auf dem Heimatmarkt jedoch ein. Wie die Ergebnisse unserer aktuellen Mittelstandsumfrage zeigen, traf dies den Mittelstand stark: Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Geschäftslage fiel von fast 62 Punkten im vergangenen Herbst auf nur noch 3,6 Punkte und damit noch unter sein Niveau zur Zeit der Finanzmarktkrise. Relativ wenig betroffen sind nur die Mittelständler im Baugewerbe. Viele Menschen sorgen sich um die Sicherheit von Job und Einkommen. Obwohl erst einmal eine große Zahl von Beschäftigungsverhältnissen durch Kurzarbeit gesichert wurde, werden die Arbeitslosenzahlen steigen. Auch die Unternehmen machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und verschieben ihre Investitionen tendenziell nach hinten. Die Folgen dieser Krise wird auch der Mittelstand noch lange…

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