Deutschland

Sorgen vor einer neuen Dotcom-Blase sind übertrieben

Nächste Stufe der digitalen Revolution bringt Wachablösung am Aktienmarkt Während der industriellen Revolution führte die Erfindung mechanischer Maschinen zu einer zunehmenden Verdrängung menschlicher Arbeitskraft. Mit der Erfindung der Massenproduktion Anfang der 1920er Jahre beschleunigte sich diese Entwicklung. Produktivitätsverbesserungen erzeugten wirtschaftliches Wachstum, verbunden mit einer deutlichen Verbesserung des Lebensstandards. Mit der Erfindung der Halbleiter und Computer wurde dann die „digitale“ Revolution eingeleitet. Diese dauert heute noch an und dürfte sich auch noch viele Jahre fortsetzen. Im deutschsprachigen Raum wird in diesem Zusammengang gerne der Begriff „Industrie 4.0“ verwendet, bereits in den kommenden Jahren werden Maschinen mit Bewusstsein erwartet. Die laufende Zwischenstufe der digitalen Revolution, gekennzeichnet durch eine massenhafte Sammlung, Speicherung und Übertragung/Teilung digitaler Daten, wurde durch Unternehmen aus den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologien ausgelöst. Deren Soft- und Hardwareprodukte nutzen die bereits vorhandene Infrastruktur (das Internet) und bauen auf diesen Absatzmärkten auf, die innerhalb kurzer Zeit hunderte von Millionen (z.B. Suchmaschinen,…

Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für nur kleinen Anstieg

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,4 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf weiterhin bezweifelt werden. Der zugrundeliegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Der Preisauftrieb in den anderen Güter- und Dienstleistungsbereichen fiel weitestgehend verhalten aus.  Gemäß ersten Schätzungen für den November lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit einheitlich ermittelten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Spanien bei +1,7 Prozent, in Frankreich bei +1,3 Prozent und in Italien bei +1,1 Prozent. Dies zeigt, dass das Inflationsniveau auf Länderebene weiterhin deutlich auseinanderklafft….

Übernahmespekulationen bei der Commerzbank wohl verfrüht

Seit mehreren Jahren halten sich Übernahmespekulationen um die Commerzbank. Diese haben sich zuletzt wieder merklich verstärkt. Begünstigt hat dies der Einstieg von Cerberus bei Commerzbank und Deutscher Bank, der auch für einen Anstieg des Aktienkurses gesorgt hat. Doch wie wahrscheinlich ist eine schnelle Fusion oder Übernahme der Commerzbank? Die Gründe, die gegen eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion mit der Commerzbank sprechen sind vielfältig. Sie reichen von Restriktionen beim Transfer von Kundeneinlagen und Eigenkapital innerhalb von Europa, Unsicherheit über zukünftige Regulierung bis zu möglichem Widerstand der Politik bei einem Verkauf eines für den deutschen Mittelstand wichtigen Finanzintermediärs ins Ausland. Ferner ist zu beachten, eine Übernahme oder Fusion wäre zunächst mit dem Erwerb der Anteile, die derzeit von der FMSA gehalten werden, verbunden. Dieser Kauf müsste finanziert werden. Dabei könnten die beteiligten Institute nicht auf die Hilfe der EZB zählen. Insgesamt erscheint mir eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion…

Risiken im deutschen Wohnungsmarkt steigen

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen und steigen. Im dritten Quartal 2017 hat sich Wohneigentum gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als 6 Prozent verteuert. Die brummende Konjunktur und die extrem niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass die Preise bereits im siebten Jahr in Folge kräftig steigen. Gerade in den gefragten Großstädten zeigen sich zunehmend Überbewertungen. Die Kaufpreise in Relation zu den Mieten haben hier historische Durchschnittswerte deutlich überschritten. Signale für eine spürbare Korrektur sind im anhaltenden Aufschwung aber nicht auszumachen. Sollte es dazu kommen, ist es beruhigend, dass Häuser und Wohnungen hierzulande solide finanziert sind und so die Wahrscheinlichkeit einer Abwärtsspirale aus sinkenden Immobilienpreisen und ausfallenden Hypotheken verringern. Oder ist das etwa nicht (mehr) der Fall? Denn tatsächlich wird die hohe Immobiliennachfrage in erheblichem Umfang über eine kräftig ausgeweitete Hypothekenvergabe finanziert. Auf den ersten Blick sind überbordende Risiken aber nicht ersichtlich. Dafür sprechen die moderate Verschuldung der privaten Haushalte und…

Comeback der europäischen Aktien

Die europäischen Aktienmärkte waren in den vergangenen Jahren bei Investoren nicht sehr beliebt – abgesehen von Deutschland. Dies lag am unsicheren politischen Umfeld, diversen Krisen und der mangelnden Gewinndynamik vieler europäischer Unternehmen. Der Euro Stoxx 50 entwickelte sich daher über Jahre schlechter als der DAX und die großen US-Aktienindizes. Das könnte sich jetzt ändern. Die Konjunktur im Euroland befindet sich endlich wieder in einer guten Verfassung. So gut wie aktuell lief es seit vielen Jahren nicht mehr. Das Momentum hat dabei jüngst zugenommen und sollte 2018 weiter an Breite gewinnen. Gleichzeitig stehen die Zeichen für das weltwirtschaftliche Wachstum auf Grün, so dass die Unternehmen in Europa auch im kommenden Jahr wieder deutlich besser verdienen sollten. Weil auch die befürchteten neuen Krisen in Europa 2017 weitgehend ausgeblieben sind, steht der Kontinent heute trotz der unklaren Regierungsbildungsaussichten in Deutschland – wirtschaftlich und politisch deutlich stabiler da als in den vergangenen Jahren, in…

Strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft wirken sich auch auf Unternehmen aus

Die beschlossene und erwünschte Energiewende kommt nun auch bei den Unternehmen an. So reagiert nun Siemens auf den Strukturwandel im Bereich fossiler Stromerzeugung und hat eine Restrukturierung angekündigt. Ziel ist es dabei, die Auslastung der Werke zu steigern und die Effizienz durch Ressourcenbündelung auszubauen. Um dies zu erreichen, sollen auch 6900 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon die Hälfte in Deutschland. Hinter dieser Entscheidung steht ein dramatischer Strukturwandel. So ist die Nachfrage nach grossen Gasturbinen (>100 Megawatt) global drastisch gesunken: Schätzungen gehen von ca. 100 Turbinen pro Jahr als normalisiertes Niveau aus, während die Kapazität bei ca. 400 Turbinen liegt. Insgesamt spiegelt sich in dieser Marktentwicklung die Veränderungen in der ökologischen Betrachtung der Stromerzeugung wider. Die neuen Prognosen zu Erderwärmung an der 23. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Bonn haben einmal gezeigt, dass wir in den nächsten Jahren einen spürbaren Umbau in der Stromerzeugung angehen müssen. Bedauerlich ist, dass diese betriebswirtschaftlichen Notwendigen…

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