Deutschland

Industrie lastet weiterhin auf der Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum

Eine Aufbruchstimmung lässt sich aus den Daten der November-Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern bestimmt nicht ablesen. Der umfassende Composite Index gab 0,3 Zähler nach und sank auf 50,3 Indexpunkte. Dabei fiel die Messzahl für die Dienstleister Der Index für die Industrie konnte zwar zulegen, er blieb aber mit 46,6 Punkten weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 50 Zählern. Die Industrie leidet noch immer unter der rückläufigen Nachfrage, vor allem aus dem Ausland. Der noch immer wachsende Dienstleistungsbereich droht aber immer mehr von der anhaltenden Krise in der Industrie in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Hier legten die Beschäftigungsabsichten kaum noch zu. Der deutsche Composite-Index blieb trotz Verbesserung um 0,3 Zähler mit 49,2 Punkten weiterhin unterhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Die Stimmung der Dienstleister gab leicht nach und fiel so niedrig aus wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Die Messzahl für die Industrie konnte…

Schwache Konjunktur, entschlossene Notenbanken

Der Abgesang auf die deutsche Konjunktur kam zu früh. Die Untergangsszenarien, die in den letzten Wochen teilweise verbreitet wurden, waren überzogen. Die Rezession ist nicht eingetreten. Das Wachstum im dritten Quartal war zwar schwach, aber es war positiv. Das entspricht auch dem Bild, das wir in unserer Konjunktureinschätzung gezeichnet hatten. Allerdings waren wir damit zunehmend in eine Minderheitsposition geraten. Natürlich ist das Wachstum in Deutschland nicht zufriedenstellend, die Rate liegt nur noch knapp über der Nulllinie. Der Gegenwind vom Welthandel ließ die Orders in der Industrie wegbrechen, die Unternehmen schrauben die Produktion zurück und warten mit Investitionen erst einmal ab. Die Konsumnachfrage ist zwar stabil und die Bauwirtschaft kann sich vor Aufträgen immer noch kaum retten, aber für ein stabiles Wachstum der Gesamtwirtschaft reicht das nicht aus. Dafür muss auch das internationale Geschäft wieder besser laufen, und hier ist eine wirkliche Trendwende noch nicht abzusehen. Damit steht der weiteren Lockerung…

Also doch keine Rezession in Deutschland

Die vielfach erwartete Rezession in Deutschland ist also doch ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nicht gesunken wie im Vorquartal, sondern wieder leicht angestiegen. Das ist vor allem der Ausgabenfreude der Konsumenten zu verdanken, und zwar sowohl der privaten wie auch der öffentlichen Hand. Auch der Außenhandel hat nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Konjunktur weniger gebremst als noch im Frühjahr, trotz des anhaltenden Handelsstreits. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die robuste Inlandskonjunktur, gestützt auf eine gute Beschäftigungslage und das niedrige Zinsniveau, die Bremseffekte aus dem Industriebereich noch einmal auffangen konnte. Aber das Wachstum ist schwach. Vor allem die Investitionen leiden unter der großen Unsicherheit. Die Industriebetriebe müssen aufgrund rückläufiger Auftragseingänge ihre Produktion einschränken. Einige denken sogar bereits über Personalabbau nach. Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob sich die internationale Lage tatsächlich wieder etwas entspannt. Erste Signale dafür gibt es. Einige Stimmungsindikatoren zeigen bereits einen Hoffnungsschimmer. Für…

Deutscher Wohnungsmarkt: Trotz sinkender Zinsen steigen die Preise etwas langsamer

Die Preise am Wohnungsmarkt sind im dritten Quartal 2019 weiter gestiegen. Das zeigt der jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichte Preisindex. Allerdings hat der Preisauftrieb bei Eigenheimen und den von Investoren erworbenen Mehrfamilienhäusern nachgelassen, vor allem in den sieben größten deutschen Städten. 2017 verteuerten sich Wohnimmobilien in den hochpreisigen Metropolen noch mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Inzwischen steigen hier die Preise mit weniger als 4 Prozent jährlich. Ausgeprägter ist die Preisdynamik noch außerhalb dieser Ballungsräume. So zogen die Kaufpreise für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser von Juli bis September landesweit um etwa 6 Prozent an. Lange Zeit zogen die Metropolen die Immobilienpreise nach oben, während die „Provinz“ gebremst hat – seit gut einem Jahr ist es umgekehrt. Für den verlangsamten Preisauftrieb lassen sich verschiedene Ursachen anführen. An den Finanzierungskonditionen liegt es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, die von der Bundesbank veröffentlichten Hypothekenzinsen sind im dritten Quartal auf ihren bisherigen Tiefstand von knapp unter…

„Den Strukturwandel meistern“ – oder: wie gute Ideen wieder einmal zu verpuffen drohen

Das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrates für Wirtschaft (SVR) wurde heute an die Bundesregierung übergeben. Ein alljährliches Ritual, einschließlich Anwesenheit der Kanzlerin. Das Gutachten 2019/20 trägt den Titel „Den Strukturwandel meistern“ und umfasst mehr als 350 Seiten. Es geht darin unter anderem um die konjunkturellen Aussichten und um Empfehlungen in aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen. Diese Kapitel bieten für öffentliche Diskussion in der Regel das am leichtesten zugängliche Futter. So auch dieses Mal. Gibt es eine Rezession? Viele Kommentatoren dachten in den letzten Wochen ja, der Rat sagt: Nein. Und: Wie hältst Du es mit der schwarzen Null und der Schuldenbremse? Der SVR ist mehrheitlich dafür, doch nicht alle Mitglieder stimmen zu. Sicherlich ist es vor allem für die Medien interessant, wenn man inhaltliche Positionen mit Personen identifizieren kann. Und in diesem Fall besonders: Dass sich Frau Prof. Schnabel, die deutsche Kandidatin für einen Sitz im EZB-Direktorium, in dieser international umstrittenen Frage von…

Wenn Wünsche nicht wahr werden

Christine Lagarde hat das Ruder in der EZB übernommen. Es werden aber noch zwei weitere wichtige personelle Veränderungen folgen. Die geldpolitische Ausrichtung der EZB wird sich dadurch aber nicht ändern. Vielmehr dürfte die Neigung hin zu einer moderaten Geldpolitik sogar noch leicht gestärkt werden. Mögliche Hoffnungen auf eine schnelle geldpolitische Wende kann man also begraben. Zumal das wirtschaftliche Umfeld eine geldpolitische Straffung nicht unterstützt und die Inflation notorisch niedrig ist. Die Zinsen bleiben niedrig. Da wundert es nicht, dass Banken beginnen, die negativen Einlagenzinsen an Kunden weiterzugeben. Der von der EZB gewünschte Effekt eines steigenden Konsums hat sich bislang aber nicht eingestellt. Stattdessen steigt die Sparquote in Deutschland leicht an, was Angesicht der wachsenden Rentenlücke sogar sinnvoll ist. Jedoch ist die Aktienquote immer noch viel zu niedrig in den Depots der privaten Haushalte. Mit anhaltend niedrigen Zinsen und steigenden Immobilienpreisen in Deutschland wächst auch die Sorge vor einer Immobilienpreisblase. Diese…

1 2 101