Deutschland

DAX Erweiterung auf 40 Werte ab September 2021

Das Regelwerk für den DAX wurde überarbeitet. Die Änderungen basieren auf einer Befragung von über 600 Marktteilnehmern und werden schrittweise eingeführt. Die wesentlichste Neuerung ist, dass der DAX ab September 2021 von 30 auf 40 Werte erweitert wird. Damit wird der Index die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug wird der MDAX von 60 auf 50 Werte verkleinert. Daneben werden weitere Qualitätskriterien eingeführt. Ab Dezember 2020 müssen alle DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Ab März 2021 müssen zusätzlich alle Unternehmen testierte Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen veröffentlichen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß unmittelbar zum Indexausschluss. Zuvor hatte das Wirecard-Debakel Schwächen des Indexkonzepts aufgedeckt, so dass die Deutsche Börse nun handeln musste. Nicht übernommen wurde der Vorschlag zur Aufnahme von Nachhaltigkeitskriterien. Aus unserer Sicht ist dies zu begrüßen, weil Anleger eine objektive Vergleichsgröße suchen. ESG-Kriterien können aufgrund der hohen Heterogenität…

Einkaufsmanagerindizes in der EWU: Rückgang im November war zu erwarten

Es kommt, wie es kommen musste. Angesichts der zweiten Pandemie-Welle in Europa und der damit verbundenen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum spürbar eingetrübt. Gerade die Dienstleister berichten in der Umfrage von IHS Markit von schwierigen bis unmöglichen Geschäftsbedingungen im November. Aber auch das verarbeitende Gewerbe kann sich der Lockdown-Stimmung nicht entziehen. Einziger Lichtblick: Die Geschäftsperspektiven der Einkaufsmanager für die kommenden 12 Monate haben sich aufgehellt. Dies wird an den Meldungen über die Fortschritte bei der Entwicklung der Impfstoffe liegen. Das reicht aber nicht, um die düstere Lageeinschätzung auszugleichen. Insgesamt geht der umfassende Composite-Einkaufsmanager im November erneut deutlich von 50 auf 45,1 Punkte zurück. Und die Botschaft ist eindeutig. Die Wirtschaftsleistung der Währungsunion dürfte im Schlussquartal 2020 erneut sinken, im Einklang mit unserer Prognose. Auch in Deutschland gab der Composite-Index nach. Nach 55,0 Punkten im Oktober notiert er im November vorläufig aber bei immer noch…

Teil-Lockdown setzt Wirtschaft unter Druck

Am Mittwoch haben sich Bundesregierung und Ministerpräsidenten unter dem Eindruck der rapide ansteigenden Corona-Neuinfektionen für die Verhängung eines „Teil-Lockdowns“ ab dem 2. November entschieden. Gaststätten und etliche Dienstleistungsbranchen müssen erneut für vier Wochen schließen, Ladengeschäfte dürfen dieses Mal aber – unter Auflagen – geöffnet bleiben. Auch Schulen und Kindertagesstätten bleiben offen. Für viele Betriebe in der Gastronomie ist das natürlich der „worst case“, selbst wenn großzügige Ausgleichszahlungen in Aussicht gestellt wurden. Auch für den Einzelhandel brechen harte Wochen an. Es besteht zwar die Hoffnung, dass das Weihnachtsgeschäft nicht gänzlich verloren geht. Aber die schwierigen Umstände dürften viele Kunden vom gewohnten Einkaufsbummel abhalten und noch mehr Umsätze zu den Onlinehändlern verschieben. Der gewünschte Effekt der Mehrwertsteuersenkung wird dem stationären Einzelhandel also nur sehr begrenzt zugutekommen. Wie stark die Industrie in Mitleidenschaft gezogen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, in welchem Maße auch die Konjunktur bei den wichtigsten Handelspartnern im laufenden Quartal…

Trends im deutschen Einzelhandel

  Im August stand für den deutschen Einzelhandel ein Plus in Höhe von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Sicherlich hat der seit Juni geltende niedrigere Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent seinen Anteil an dieser Entwicklung, aber auch schon in der ersten Jahreshälfte konnte der Sektor wachsen. Der Internethandel profitierte dabei bisher mit weitem Abstand am meisten von der Corona-Krise. Aber auch die Umsätze im Lebensmittelhandel und in Apotheken legten zu, ebenso wie in Baumärkten und zuletzt auch wieder in Möbelhäusern. Warenhäuser und Bekleidungshandel sehen sich dagegen mit starken Umsatzeinbußen konfrontiert.    

EWU-Einkaufsmanager: Zweite Welle drückt auf die Stimmung der Dienstleister – Industrie zeigt sich robust

Bei den europäischen Dienstleistern steigt angesichts zunehmender Infektionszahlen im Oktober die Unsicherheit. Die Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen lässt den Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich deutlich sinken. In einigen Ländern sind die Gastronomie und der Beherbergungsbereich spürbar eingeschränkt. Zudem gibt es teilweise nächtliche Ausgangsperren. Mit Irland und den Niederlanden befinden sich zwei Länder sogar schon wieder in einer Art Lockdown. Dies hinterlässt Spuren und drückt die bei den Dienstleistern auf das Sentiment. In der Industrie können die Stimmungsmesszahlen dagegen sogar noch zulegen und für die Gesamtbetrachtung Schlimmeres verhindern. Der umfassende Composite-Index aus beiden Bereichen geht im Oktober gemäß IHS Markit von 50,4 auf 49,4 Punkte zurück. Zu Beginn des vierten Quartals verschlechtern sich damit die Wachstumsaussichten des Euro-Raums. Da bei den steigenden Infektionszahlen derzeit noch kein Ende in Sicht ist, sind weitere Verschärfungen bei der Virus-Bekämpfung nicht auszuschließen. Die Stimmungslage der deutschen Einkaufsmanager ist im Oktober zweigeteilt. Die Messzahl für die Industrie kann…

Die zweite Welle schwappt hoch

Das Infektionsgeschehen verschlimmert sich aktuell in den meisten europäischen Ländern von Tag zu Tag. In kleineren Ländern wie Belgien und Tschechien ist die Entwicklung besonders dramatisch, aber auch die großen Länder geraten in immer größere Schwierigkeiten. In Deutschland steht man zwar – verglichen mit Frankreich oder Spanien – noch etwas besser da, doch auch hierzulande weist der Trend in eine besorgniserregende Richtung. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden in den meisten Ländern sukzessive verschärft. In Frankreich und Spanien gibt es bereits regionale Lockdowns, und Irland ist das erste EU-Land, das einen zweiten landesweiten Lockdown ausgerufen hat. Ob es den Regierungen gelingt, den Trend im Infektionsgeschehen zu brechen, bevor es wie im Frühjahr zu einer Überforderung im Gesundheitswesen kommt, ist ungewiss. Bereits die aktuellen Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität werden die Dynamik der Erholung sichtlich dämpfen. Wir haben unsere Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2020 in den vergangenen Tagen für…

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