Deutschland

Deutsche Konsumwerte mit einigem Gegenwind, aber es gibt auch positive Entwicklungen

Das Verbrauchervertrauen entwickelt sich in Deutschland, den USA, China und Japan trotz vielfältiger politischer Entwicklungen sehr robust. Dies sind auf den ersten Blick gute Voraussetzungen für eine weiterhin gute Entwicklung bei den global agierenden Handels- und Konsumgesellschaften, wie z.B. adidas, Beiersdorf, Henkel, Puma und Hugo Boss. Getrübt wird das Bild aus der Sicht deutscher Unternehmen im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal allerdings vor allem durch folgenden Einflussfaktoren: 1) Heftiger Gegenwind von der Währungsseite aufgrund der Stärke des Euro gegenüber quasi allen Währungen der größeren etablierten Volkswirtschaf­ten, und auch gegenüber den Währungen zahlreicher Emerging Markets. Negative Umrechnungseffekte dämpfen hier den Umsatz- und Gewinnausweis in heimischer Währung. 2) Weiterer kräftiger Anstieg der Preise für Rohstoffe; gut abzulesen an der markanten Verteuerung der Rohölnotierungen gegenüber dem Vorjahr. Zudem bleibt das traditionelle stationäre Geschäft des deutschen Modeeinzelhandels ein Sorgenkind, da hier die Konkurrenz durch das online Geschäft immer breiteren Raum einnimmt. Im…

Macron drängt, Deutschland bremst: E(W)U auf Reformsuche

Der französische Präsident Macron drängt nicht nur zu Hause mit Hartnäckigkeit auf Reformen, auch in Europa bildet er die Speerspitze der Erneuerer. In Straßburg hat er mit dem Europaparlament einmal mehr die große Bühne gewählt, um für seine Idee eines demokratischen, aber auch solidarischen und ökonomisch ein Stück weit staatsgelenkten Europas zu werben. Vor allem die europäischen Institutionen will der Sozialliberale stärken und sagt ein größeres finanzielles Engagement seines Landes zu – auch um die Folgen der Flüchtlingskrise, die die Gemeinschaft weiterhin vor eine Zerreißprobe stellt, zu bewältigen und autokratischen Tendenzen in Teilen Europas entgegenzuwirken. Die Eurozone soll ebenfalls sowohl institutionell durch die Überführung des ESM in einen europäischen Währungsfonds (EWF) und die Vollendung der Bankenunion als auch finanziell durch einen eigenen Haushalt gestärkt werden. Vor allem die Forderung nach mehr Geld für Brüssel als auch die Beschneidung nationaler Kompetenzen findet vor allem diesseits des Rheins nicht nur Zustimmung –…

Deutsche Sparrekorde

Der deutsche Staat schwimmt geradezu im Geld. Im vergangenen Jahr hat sich der Überschuss in den öffentlichen Kassen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als verdoppelt. Er stieg, in der Abgrenzung der Finanzstatistik, von rund 26 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf knapp 62 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Auch wenn die Rechnung auf Basis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die für die Maastricht-Kriterien relevant ist, etwas niedriger ausfällt: So gut ging es Bund, Ländern und Gemeinden finanziell schon sehr lange nicht mehr. Das vergangene Jahr markierte bereits das vierte Jahr in Folge mit einem staatlichen Budgetüberschuss. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich ziemlich alleine da, zumindest unter den größeren Ländern. Dabei kommen dem Staatshaushalt vor allem zwei Faktoren zugute: Die gute Konjunktur lässt die Steuereinnahmen kräftig sprudeln, im Jahr 2017 stiegen die gesamten öffentlichen Einnahmen dadurch um 5,8 Prozent. Gleichzeitig sorgen die niedrigen Zinsen für eine Dämpfung der Aufwendungen für den…

Deutscher Wohnungsmarkt: Bundesverfassungsgericht gewährt letzte Gnadenfrist bei Grundsteuer

Das tut weh: Das Bundesverfassungsgericht hat diese Woche die rechtliche Grundlage der 14 Milliarden Euro schweren Grundsteuer kassiert. Dabei ist sie mit rund einem Sechstel des kommunalen Steueraufkommens in vielen Rathäusern eine willkommene Geldquelle, die die Kommunen zudem mittels Hebesatz stärker sprudeln lassen können. Außerdem ist das Steueraufkommen sehr stabil, weil es praktisch nicht von wirtschaftlichen Einflüssen tangiert wird. Damit es dabei bleibt, ist Eile geboten. Nach dem Richterentscheid muss bis Ende 2019 eine Neuregelung her. Danach gilt noch eine Umsetzungsfrist bis 2024. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Nun ist nicht die Grundsteuer selbst, sondern ihre völlig veraltete Bemessungsgrundlage, die auf Bewertungen aus den Jahren 1935 für Ost- und 1964 für Westdeutschland fußt, verfassungswidrig. In den vergangenen Jahrzehnen haben sich die Grundstückspreise regional völlig unterschiedlich entwickelt, sodass Grundstückswert und Besteuerungsbasis weit auseinanderklaffen können. Denn die nach dem Bewertungsgesetz §21 alle 6 Jahre vorgesehene Neufestsetzung der Einheitswerte erfolgte…

Wertorientierte Vergütung im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch

Klassische Erstattungskonzepte belasten Gesundheitssysteme stark In klassischen Erstattungssystemen im Gesundheitswesen bezahlen Leistungsträger wie Krankenkassen die erbrachten Leistungen der Gesundheitsdienstleister im Wesentlichen unabhängig vom Behandlungserfolg oder ob die Behandlung auch in kostentechnischer Sicht möglichst effizient durchgeführt wurde. Damit wurden grundsätzlich für die Leistungserbringer Anreize geschaffen, möglichst viele und hochpreisige Behandlungen durchzuführen. In vielen Industrienationen geraten die Gesundheitssysteme auf Basis der Struktur dieser Erstattungssysteme, aber auch durch gesamtwirtschaftliche und demografische Faktoren seit Jahren mehr und mehr an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit. Wertorientierte Vergütung als neues Konzept Deswegen geht der Trend zu neuen Vergütungsformen für Gesundheitsdienstleister. Diese neuen Formen orientieren sich nicht an der Menge der erbrachten Leistungen, sondern vor allem daran, ob diese Behandlung Mehrwert geschaffen hat. Der Mehrwert definiert sich dabei einerseits durch den nachhaltigen Heilungserfolg beim Patienten und andererseits durch eine kosteneffiziente Leistungserbringung, wobei diese beiden Aspekte teilweise in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Unternehmen für die Umstellung gut gewapnet…

Stimmungskorrektur bei den Einkaufsmanagern hält an

Die Eintrübung der Stimmung der Einkaufsmanager, die seit Jahresanfang 2018 eingesetzt hat, setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen auch im März fort. Demnach sanken die Stimmungsbarometer jetzt das dritte Mal in Folge, sie bleiben allerdings weithin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Ein Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs ist daher noch nicht in Sicht. Vielmehr stellt die anhaltende Korrektur aus unserer Sicht eine Normalisierung der zuvor fast euphorisch übertriebenen Stimmung dar. Die jetzt vermeldeten Niveaus stehen eher im Einklang mit den tatsächlichen Wachstumsraten, die der Währungsraum erzielt hat. Zudem dürften zunehmende Kapazitätsengpässe und der Handelskonflikt mit den USA auf der Stimmung lasten. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 57,8 auf 55,3 Indexpunkte, das ist der niedrigste Stand seit 14 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich weniger stark ein als der Index für die Industrie. Insgesamt passt die Stimmungskorrektur zu unserem Prognosebild. Nach dem kräftigen Wirtschaftswachstum von +2,3 Prozent…

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