Deutschland

Wird Deutschland für Unternehmen zum Hochsteuerland?

Im Bereich der Besteuerung von Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einiges bewegt. Innerhalb der Gruppe der OECD-Länder sind die Körperschaftsteuersätze seit dem Jahr 2000 deutlich reduziert worden. Der ungewichtete Mittelwert der Unternehmenssteuersätze der betrachteten Länder sank zwischen 2000 und 2019 von 32,2 auf 23,5%. Und es zeichnet sich kein Ende des Trends der Körperschaftsteuersenkung ab. Einige Länder wie die USA haben erst jüngst umfangreiche Steuerreformen umgesetzt, andere Länder sind gerade dabei oder planen, dies in naher Zukunft zu tun. Die in den vergangenen beiden Jahrzehnten fortschreitende Globalisierung hat die Mobilität der Produktionsfaktoren spürbar erhöht. Umso mehr steigt der Handlungsdruck für die einzelnen Länder, die Standortbedingungen zu stärken. Und dazu gehört auch die Unternehmensbesteuerung. Ein internationaler Steuersenkungswettbewerb ist in vollem Gange. Die jüngsten Steuerreformen in zahlreichen Industrieländern und die Pläne für die kommenden Jahre zeigen in eine Richtung: Reduktion der Körperschaftsteuersätze – nur nicht in Deutschland. Die…

ifo-Umfrage: Deutsche Wirtschaft verliert an Zuversicht

Die Umfrageergebnisse im Mai sind eine herbe Enttäuschung. Während sich das Klima in den letzten Monaten vor allem im Industriebereich abgekühlt hat, schätzen aktuell nun auch der Handel und der Dienstleistungssektor ihre Geschäftsentwicklung merklich schlechter ein als noch im Vormonat. Dabei ist die Messzahl für die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Mai fast schon abgestürzt. Und das in den Bereichen, die sich bislang noch relativ stabil gehalten haben. Immerhin war der private Konsum im ersten Quartal der wichtigste Treiber für die Konjunktur. Nur beim Bau läuft es weiter gut, hier hält der Boom an. Unterdessen sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen in allen Sektoren für die kommenden Monate immerhin stabil geblieben. Insgesamt sind das keine guten Vorzeichen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Denn vom Außenhandel sind im derzeitigen weltwirtschaftlichen Umfeld sicherlich keine Impulse zu erwarten. Wenn sich die Stimmung nun auch in der Binnenwirtschaft weiter eintrüben sollte, drohen die Antriebskräfte…

Einkaufsmanagerindizes im Euroraum: Industrie bremst weiter, vor allem in Deutschland

Insgesamt hat sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Mai leicht aufgehellt. Der Composite-Index stieg aber nur marginal von 51,5 auf 51,6 Indexpunkte. Die Messzahl für die Gesamtlage im verarbeitenden Gewerbe konnte sich nicht verbessern und bleibt unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Allein ein leichter Anstieg der Produktionskomponente sorgte dafür, dass der Composite-Index etwas zulegen konnte. Denn bei den Dienstleistern musste auch ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ein in der Summe weiter rückläufiges Exportgeschäft drückt auf die Stimmung der Einkaufsmanager. Insgesamt dürfte sich auf Basis dieser Umfrageergebnisse der Aufschwung im Euroraum fortsetzen; die Wachstumsrate im zweiten Quartal dürfte aber die 0,4% aus dem ersten Quartal schwerlich erreichen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Deutschland und Frankreich ist bemerkenswert. Das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf industrielle Produktion und Export ausgerichtet ist, kommt im jetzigen Umfeld natürlich an seine Grenzen. Im Gegensatz dazu ist das binnenwirtschaftlich orientierte Modell von Frankreich zurzeit noch relativ…

Deutsche Wirtschaft startet gut ins Jahr 2019

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem robusten Wachstum von 0,4 Prozent ins Jahr 2019 gestartet. Damit kann sie die Schwächephase aus dem zweiten Halbjahr 2018 hinter sich lassen. Und das obwohl die Industrie als Konjunkturlokomotive derzeit ausfällt, weil das internationale Umfeld zur Belastung geworden ist. Da der Arbeitsmarkt in Deutschland weiter fest ist und die Einkommen steigen, konnten die privaten Haushalte mehr Geld für den privaten Konsum ausgeben und kräftig in Immobilien investieren. Das hat – zusammen mit höheren Investitionen der Unternehmen – die heimische Konjunktur im ersten Quartal stabil gehalten. Der Wechsel vom exportgetriebenen Wachstum zu einer stärkeren Binnenorientierung ist für die Spätphase des Zyklus normal und auch wünschenswert. Er ermöglicht ein stabileres Wachstum, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau. Gegen einen Einbruch der Weltkonjunktur aufgrund einer weiteren Eskalation des Handelsstreits ist die deutsche Wirtschaft dadurch aber nicht gefeit. Das ist zweifellos das größte Risiko für die zweite Jahreshälfte….

Niedrigzinsphase: keine Trendwende erkennbar – wachsende Zinseinbußen privater Haushalte

Vor rund zehn Jahren schwenkte die Zinslandschaft in Richtung Niedrigzinsphase ein. So gingen die Renditen festverzinslicher Wertpapiere in Deutschland tendenziell immer weiter zurück, bis 2016 erstmals sogar eine negative Durchschnittsrendite registriert werden musste. Begleitet wurde die Entwicklung von der EZB, die im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise die Leitzinsen auf historische Tiefstände senkte und ein gigantisches Anleihekaufprogramm startete. Für die privaten Haushalte führte das Niedrigzinsniveau zu beträchtlichen Einbußen bei den Zinseinkünften. Obwohl das in Einlagen, Rentenpapiere und Versicherungen angelegte Vermögen seit 2009 um über 40% gewachsen ist, reduzieren sich die Zinseinnahmen hieraus auf voraussichtlich 54 Mrd. Euro im laufenden Jahr und damit auf nur noch gut die Hälfte der Zinseinkünfte des Jahres 2009. Die jährlichen Zinseinbußen im Vergleich zum Normalzinsniveau summieren sich nach unseren Berechnungen auf 648 Mrd. Euro in zehn Jahren. Während Sparer unter den niedrigen Zinsen leiden, freuen sich die Kreditnehmer unter den privaten Haushalten über günstige Konditionen….

Deutsche Gewerbeimmobilien – gefragt, aber teuer

Mit Anleiherenditen nahe null kommen Investoren am Immobilienmarkt kaum vorbei. Daraus leitet sich eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ab, die auf ein knappes Angebot trifft. Als Folge sind die Mietrenditen zwischenzeitlich kräftig gefallen. So können in München und Berlin mit erstklassigen Büro- und Handelsobjekten nicht einmal mehr 3% realisiert werden. Stark verteuert haben sich aber auch Hotels, Logistikobjekte und Mehrfamilienhäuser. Die fallenden Renditen schwächen den hohen Mittelzufluss mitnichten. Mit 62 Mrd. Euro wurde im vergangenen Jahr das bislang höchste Investitionsvolumen in Gewerbeimmobilien verzeichnet. Dazu addieren sich 15 Mrd. Euro für Wohnungsportfolios. Allerdings gibt es spürbare Verschiebungen zwischen den Assetklassen: So hat im Zuge des boomenden E-Commerces mit der Flächennachfrage auf den Shopping-Meilen auch das Interesse an Handelsimmobilien nachgelassen. Das gilt jedoch nicht für den Bereich Nahversorgung, der als weitgehend resistent gegen das Online-Shopping gilt. Dagegen sind Logistikobjekte im Fahrwasser des erfolgreichen E-Commerces gefragt wie nie. Auch das Interesse an…

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