Deutschland

Geldpolitik der EZB erhöht Druck auf die Banken

Die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank belasten zunehmend die Ertragslage der Banken in Deutschland und Europa. Dies hat die Bank Lending Survey der EZB im April zum Kreditgeschäft der Banken ergeben. Zwar hat das erweiterte Anleihen-Kaufprogramm des Eurosystems die Liquiditätsposition und die Finanzierungsbedingungen der Banken in den letzten sechs Monaten direkt oder indirekt verbessert. Die Verbesserungen in Deutschland resultierten vor allem aus Geldvermögensumschichtungen der Kunden in Bankeinlagen und in geringerem Umfang aus dem Verkauf bankeigener Wertpapiere. Allerdings berichtet eine deutliche Mehrheit der befragten Institute in Europa auch von schrumpfenden Netto-Zinsmargen und einer Verschlechterung der Gesamtertragslage der Bank. Hierzu hat insbesondere der vom Anleihen-Kaufprogramm beflügelte Rückgang der Kreditzinsen beigetragen. So fiel der durchschnittliche europäische Effektivzins im Neugeschäft mit Firmenkunden im Februar auf ein neues Rekordtief von 1,56 Prozent. In Deutschland erreichte der entsprechende Zinssatz bereits im Januar ein neues Minimum von gerade einmal 1,32 Prozent. Hinzu kommt die Belastung der Bankenerträge…

Deutschland muss in Forschung und Entwicklung mehr investieren

Gerade für eine rohstoffarme Volkswirtschaft wie Deutschland spielen Forschung und Entwicklung eine entscheidende Rolle. Um im internationalen Standortwettbewerb qualifizierte Arbeitsplätze und damit Einkommen und Wohlstand zu sichern, bedarf es einer breit aufgestellten, effizienten F&E-Industrie, die permanent Ideen „produziert“ und zu neuen Produkten und Techniken weiterentwickelt. Tatsächlich hat sich der Erfindergeist deutscher Forscher und Entwickler in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich am Markt behauptet. In den letzten Jahren konnten die Forschungsaktivitäten sogar noch spürbar gesteigert werden. So hat Deutschland die Zielgröße von Forschungsausgaben in Höhe von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts frühzeitig erreicht. Im europäischen Vergleich steht die deutsche Volkswirtschaft nicht nur bei der Forschungsintensität gut da, sondern auch bei den Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungserfolgen, wie Patentanmeldungen oder Exporte von Hightech-Gütern belegen. Allerdings werden die Innovationszyklen immer kürzer und die internationale Konkurrenz wächst. Zu den traditionellen Rivalen, wie die USA, gesellen sich neue Innovationskonkurrenten wie China und Südkorea. Um auch langfristig im…

Einkaufsmanagerindizes zeichnen guten Start für das zweite Quartal

Die Stimmungslage unter den europäischen Einkaufsmanagern lässt auf ein gefestigtes konjunkturelles Grundtempo in der Europäischen Währungsunion schließen. Gemäß der heutigen Vorabveröffentlichung, die auf rund 85 Prozent der Antworten der befragten Einkaufsmanager beruht, bleiben die Stimmungsinkatoren nicht nur auf einem hohen Niveau, sie können sogar gegenüber den hohen Werten aus dem März etwas zulegen. Dies spiegelt sich an dem umfassenden Composite-Einkaufsmanagerindex wider, der die Stimmungslage in der gesamten Privatwirtschaft erfasst. Er verbesserte sich nochmal um 0,3 Zähler und liegt im April bei 56,7 Indexpunkten: Das ist der höchste Zählerstand seit 72 Monaten. Sowohl die Dienstleister als auch die Industrieunternehmen vermeldeten eine bessere Stimmung. Auf Länderebene wurden leichte Stimmungseintrübungen bei den deutschen Einkaufsmanagern auf hohem Niveau durch bessere Stimmungswerte in Frankreich und den anderen Ländern mehr als ausgeglichen. Gemäß der Umfrageergebnisse steht die konjunkturelle Erholung der Währungsunion damit auf einem breiten Fundament. Die Einschätzungen der deutschen Unternehmen aus der Industrie und dem…

Geldpolitik EZB steht vor einer Trendwende

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen. Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung dürfte eine leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur sein. Diese profitiert auch vom leicht gestiegen Ölpreis und von einer weiterhin sehr stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in China. Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für wachsende Unruhe bei den Währungshütern. Die amerikanische Notenbank hat bereits reagiert und die Zinsen im März angehoben und zwei…

Inflationsrate im Euroraum: Ostern wirft seine Schatten voraus

Nachdem die Inflationsrate in der EWU (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) im Februar auf den Wert 2,0 Prozent angestiegen war, ist sie im März gemäß der Schnellschätzung relativ deutlich auf 1,5 Prozent zurückgegangen. Eine wichtige Rolle haben erneut die Energiepreise gespielt, die sich im Vorjahresvergleich um 7,3 Prozent erhöht haben. Im Februar lag die Preissteigerungsrate hier noch bei 9,3 Prozent. Der preissteigernde Ölpreiseffekt verliert weiter an Stärke. Auch die Preise für Nahrungsmittel zogen weniger stark an als zuvor. Deutlich schwerer dürfte im März das Osterfest zu Buche geschlagen haben: Die Osterfeiertage fallen in diesem Jahr auf den Monat April und nicht auf März wie im Jahr 2016. Dies hat dazu geführt, dass die Jahresrate der Preise für Dienstleistungen im März relativ klar nachgegeben hat; sie rutschte von 1,3 Prozent auf 1,0 Prozent ab. Diese deutliche Veränderung bei den Dienstleistungen ist aber nicht ungewöhnlich in Jahren, in denen das Osterfest nicht auf denselben…

Inflationsdynamik im Euroraum sinkt im März, Inflation bleibt aber Thema

Nachdem die Inflationsrate in der EWU (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) im Februar auf den Wert 2,0 Prozent angestiegen war, ist sie im März gemäß der Schnellschätzung relativ deutlich auf 1,5 Prozent zurückgegangen. Eine wichtige Rolle haben erneut die Energiepreise gespielt, die sich im Vorjahresvergleich um 7,3 Prozent erhöht haben. Im Februar lag die Preissteigerungsrate hier noch bei 9,3 Prozent. Der preissteigernde Ölpreiseffekt verliert weiter an Stärke. Auch die Preise für Nahrungsmittel zogen weniger stark an als zuvor. Deutlich schwerer dürfte im März das Osterfest zu Buche geschlagen haben: Die Osterfeiertage fallen in diesem Jahr auf den Monat April und nicht auf März wie im Jahr 2016. Dies hat dazu geführt, dass die Jahresrate der Preise für Dienstleistungen im März relativ klar nachgegeben hat; sie rutschte von 1,3 Prozent auf 1,0 Prozent ab. Diese deutliche Veränderung bei den Dienstleistungen ist aber nicht ungewöhnlich in Jahren, in denen das Osterfest nicht auf denselben…

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