Deutschland

Einkaufsmanager in der EWU zeigen sich verhalten optimistisch

Auf den ersten Blick bleibt die Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern zu Beginn des neuen Jahres 2020 gemäß der Umfrage von IHS Markit im Euro-Raum gedämpft. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Lage in der Industrie und im Dienstleistungsbereich blieb mit 50,9 Punkten im Januar laut der Vorabveröffentlichung auf dem Niveau des Vormonats. Im Detail zeigt sich aber eine Aufhellung der Geschäftsaussichten, die sich wohl auch aufgrund der ersten Deeskalation im pazifischen Handelsstreit verbesserten. Ein weiterer Lichtblick ist die Entwicklung der Auftragseingänge, die die befragten Einkaufsmanager nicht mehr so pessimistisch bewerten wie noch in den Vormonaten. Dies lässt zumindest für den weiteren Jahresverlauf hoffen, dass die Konjunktur im Euro-Raum das Schlimmste hinter sich hat und sich weiter stabilisiert. Zwar bleibt die Zweiteilung mit einer schwachen Industrie auf der einen Seite und einem Dienstleistungssektor, der maßgeblich das Wachstum trägt, auf der anderen Seite erhalten. Aber die Rückgänge in der Industrie verlieren an Schärfe. Aufträge…

Industriekonjunktur bremst Wachstum der Firmenkundenkredite in Deutschland

Die konjunkturellen Probleme in Teilen der deutschen Industrie schlagen sich zunehmend im Kreditgeschäft der Banken nieder. Wie aus Ergebnissen der aktuellen Umfrage der EZB zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) in Deutschland hervorgeht, haben die Banken im Schlussquartal 2019 ihre Kreditbedingungen für Unternehmen verschärft, z. B. indem Margen ausgeweitet wurden. Zwar war die Kreditnachfrage der Firmenkunden insgesamt weiter gestiegen. Das Wachstum ging jedoch von den kleinen und mittleren Unternehmen aus, während die Kreditnachfrage von Großunternehmen sogar zurückging. Für die kommenden Monate rechnet eine deutliche Mehrheit der Banken mit einer schrumpfenden Kreditnachfrage der Firmenkunden. Im Vergleich zur Oktober-Befragung hat der Anteil pessimistischer Kreditinstitute sogar noch zugenommen, insbesondere was große Unternehmen anbelangt. Auch wenn zunächst keine weiteren Verschärfungen, teils sogar Lockerungen der Kreditvergaberichtlinien geplant sind, dürfte sich das Wachstum der Firmenkundenkredite in den Büchern der Banken Anfang 2020 weiter abschwächen. Damit verstärkt sich ein Trend, der bereits Ende letzten Jahres erkennbar war. Vor…

Deutsche Wirtschaft 2019: Wachstum nur noch im Schneckentempo

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins elfte Jahr, doch eine echte Wachstumsdynamik ist derzeit kaum noch zu spüren. Mit einem realen Plus von nur noch 0,6 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr die schwächste Zuwachsrate seit 2013, gegenüber dem Vorjahr hat sich das Wachstumstempo mehr als halbiert. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch, dass es nicht zu der befürchteten „technischen Rezession“ (zwei Negativquartale in Folge) im Jahresverlauf 2019 gekommen ist. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent in Q2 stand in der zweiten Jahreshälfte wieder ein leichtes Plus zu Buche. Detaillierte Daten zum Quartalsverlauf werden allerdings erst im Februar veröffentlicht. Die Verlangsamung des Wachstumstempos der heimischen Wirtschaft geht vor allem auf den Industriesektor zurück. Im letzten Jahr hat die globale Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten vor dem Hintergrund der diversen politischen Belastungen merklich an Schwung verloren. Das deutsche Exportwachstum lag 2019 mit 0,9 Prozent nur noch…

Klimaschutz und Wachstum können gemeinsam funktionieren

Der Klimawandel ist Tatsache und „Fridays for Future“ bringt weltweit Millionen junger Menschen auf die Straße, die für einen schnellen Einstieg in einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren. Allerdings ist der reine Verzicht auf CO2-verursachende Aktivitäten kein nachhaltiges Konzept für einen klimafreundlichen Umbau unserer Volkswirtschaft. Eine staatlich verordnete Askese schreckt ab, weil damit Verbote und Beschränkungen verbunden sind. Vielmehr gilt es, einen wirtschaftlich-technischen Strukturwandel einzuläuten, der den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt, öffentliche Verkehrsträger stärkt, auf energetische Gebäudesanierung setzt und die Energieeffizienz der industriellen Produktion verbessert. Deutschlands Klimaschutzziel sieht bis zum Jahr 2030 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 vor. Derzeit wird der vorgegebene Pfad aber deutlich verfehlt. Um in den verbleibenden Jahren das sehr ambitionierte Ziel eines Ausstoßes von letztendlich nur noch 563 Millionen Tonnen CO2Äquivalenten doch noch zu erreichen, hat die Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm auf den Weg gebracht.     Wichtigster Bestandteil des Klimapakets ist eine…

Private Haushalte: Rekordjagd an Aktienmärkten rettet Anlagejahr 2019

Nach unseren vorläufigen Berechnungen dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im abgelaufenen Jahr um 7,1 Prozent auf 6,6 Billionen Euro gewachsen sein. Im Vergleich zu 2018, als die Wachstumsrate bei 2,2 Prozent lag, hat sich der Vermögensaufbau stark beschleunigt. Der kräftige Anstieg ist allerdings vor allem dem Sparfleiß der Bürger und einer äußerst positiven Aktienmarktentwicklung zu verdanken. So dürfte sich die private Sparquote mit rund 11 Prozent auf dem erhöhten Niveau von 2018 eingependelt haben. Und trotz des geringen Aktienanteils von gut 7 Prozent im Anlageportfolio der privaten Haushalte haben Kursanstiege 2019 zu Bewertungsgewinnen im Geldvermögen von rund 184 Mrd. Euro geführt. Sorgen bereitet dagegen die anhaltende Niedrigzinsphase: Zum einen ist der gerade für die private Altersvorsorge wichtige Zinseszinseffekt weitgehend weggebrochen und ein negativer Realzins führte 2019 zu beträchtlichen Wertverlusten im Geldvermögen. Zum anderen hat sich ein beträchtlicher Geldanlagestau aufgebaut, weil den tendenziell eher risikoscheuen deutschen Privatanlegern die…

Deutsche Unternehmen gehen mit Hoffnung ins neue Jahr

Die deutschen Unternehmen hoffen darauf, dass das Jahr 2020 nach zwei Jahren mit kontinuierlich schwächer werdender Konjunktur die Wende zum Besseren bringt. Das zeigt die aktuelle ifo-Umfrage: Das Klima in den deutschen Chefetagen ist zum Jahresende 2019 so gut wie seit den Sommermonaten nicht mehr. Die klarere Perspektive beim Brexit und die Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China lassen die deutschen Unternehmen aufatmen und die Zuversicht für 2020 steigen. Vor allem die gebeutelte Exportwirtschaft kann auf eine Erholung der Weltkonjunktur und bessere Geschäfte hoffen. Dennoch sollte man nicht übersehen, dass der Geschäftsklimaindex immer noch nicht weit von seinem mehrjährigen Tief aus dem Herbst entfernt ist. Für ein wirklich dynamischeres Wachstum gibt es noch keine Anzeichen. Immerhin: Die fast zwei Jahre andauernde Talfahrt zumindest dürfte nun beendet sein. Das Wachstum in Deutschland bewegt sich derzeit nur noch knapp über der Nulllinie. Der stabile Dienstleistungssektor und die boomende Baukonjunktur…

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