Deutschland

Gewerbeimmobilien an den Top-Standorten: Büros sind knapp und gefragt, während das Online-Shopping dem Einzelhandel das Leben schwer macht

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gewerbeimmobilien könnten an den Top-Standorten kaum besser ausfallen. In den sieben größten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart wachsen Beschäftigung, Bevölkerung und meist auch der Tourismus. Daraus resultiert eine hohe Nachfrage nach Büroflächen, die mittlerweile genauso knapp wie Wohnungen sind. Im Einzelhandel wird die Flächennachfrage jedoch durch das Online Shopping gedämpft. Unter dem Strich ist das Interesse der Anleger an der letztlich sehr begrenzten Zahl an erstklassigen Objekten, die hier zum Verkauf stehen, ungebrochen hoch. Doch das große Anlegerinteresse hat die anfängliche Mietrendite kräftig gedrückt. Waren vor 10 Jahren noch rund 5 Prozent erzielbar, sind es heute zum Teil weniger als 3 Prozent. Weil die Anleiherenditen noch schneller sanken, hat sich der Abstand ausgeweitet. 2008 lag der Renditevorteil gegenüber 10-jährigen Bundesanleihen bei etwa 100 Basispunkten, aktuell sind fast 270 Basispunkte. Das ist allerdings schon spürbar weniger als 2015 und 2016, als der…

Diesel-Umtauschprämie: Belastung oder Konjunkturprogramm?

Für die deutsche Autoindustrie hätte es schlimmer kommen können. Die neuen Diesel-Beschlüsse der Koalition werden in ihren Auswirkungen auf die Autobauer wohl überschaubar bleiben. Denn die verlangten Umtauschprämien und Nachrüstprogramme für ältere Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 werden auf die 14 deutschen Städte mit der höchsten Schadstoffbelastung beschränkt. Damit fällt etwa Frankfurt, wo in den vergangenen Wochen intensiv über Fahrverbote diskutiert wurde und das nach Einwohnern auf Patz fünf in Deutschland, nach Einpendlern sogar auf Platz zwei steht, gar nicht in die Liste der betroffenen Städte. Die genannten 14 Städte haben zusammen knapp sieben Millionen Einwohner, repräsentieren also weniger als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Selbst wenn man die umliegenden Landkreise wie vorgesehen mit einbezieht, werden wohl deutlich weniger als 20 Prozent der Deutschen mit älterem Dieselfahrzeug in den Genuss einer Prämie oder einer kostenlosen Umrüstung kommen. Dennoch könnte das Programm merkliche gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben. Geht man…

Immobilienpreise in Deutschland – Anlass zur Besorgnis?

Es ist nichts Neues, dass in den vergangenen Jahren die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland kräftig gestiegen sind. Dafür haben ein knappes Angebot, historisch niedrige Zinsen und die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesorgt. Da der Preisauftrieb auch am aktuellen Rand kaum an Schwung verloren hat, ist es mehr als berechtigt, dass die Notenbank und auch die Bankenaufsicht dies sorgsam im Auge haben. Besonders die immer noch sehr lockere Geldpolitik der EZB ist doch der ideale Nährboden für Preisblasen bei Vermögensgütern. Preisübertreibungen sind besonders in den prosperierenden Wirtschaftszentren entstanden. Gerade dort steht einem anhaltenden Bevölkerungszustrom ein knappes Angebot gegenüber. Hinzu kommen noch die teilweise auch ausländischen Investoren, die für ihr Portfolio gerne Mehrfamilienhäuser an den deutschen Top-Standorten erwerben. Die vor kurzem vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) vorgelegten Zahlen zeigten für diese Großstädte zwar eine erste, leichte Verlangsamung bei der Preisdynamik. Es ist aber fraglich, ob es sich hierbei um eine…

Inflationsrate im Euro-Raum steigt auf 2,1 Prozent

Die Inflationsrate im Euro-Raum lag im September gemäß der Eurostat- Schnellschätzung bei 2,1 Prozent, nach 2,0 Prozent im August. Damit bleibt sie nun schon den vierten Monat in Folge über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von „nahe, aber unter zwei Prozent“. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass der binnenwirtschaftliche Preisdruck weiterhin schwach ist. Die Kernrate, also die Messzahl ohne die Preise für unverarbeitete Nahrungsmittel und Energiegüter, ging im September sogar wieder leicht zurück. Für den Anstieg der Gesamtinflation sorgten dagegen die üblichen Verdächtigen, also die Preise für Energiegüter sowie die Nahrungsmittelpreise. Auf Länderebene verhielt sich die nach europäischen Maßgaben ermittelte Inflationsrate HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) unterschiedlich. Gemäß den vorliegenden nationalen Schnellschätzungen zog die Jahresrate der Verbraucherpreise in Deutschland von 1,9 auf 2,2 Prozent an. In Italien blieb sie mit 1,6 Prozent unverändert. In Frankreich und Spanien ging sie hingegen jeweils leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 bzw. 2,2 Prozent zurück. Dass…

Institute senken Wachstumsprognose für 2018

Die aktuelle Herbstprognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute belegt: Der Konjunkturaufschwung in Deutschland hat sich seit Anfang 2018 spürbar verlangsamt, die Wachstumsrate für das laufende Jahr wird deutlich niedriger liegen als im Jahr 2017. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose prognostizieren die Institute für 2018 eine Wachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 1,7 Prozent, das entspricht im Übrigen auch der aktuellen Prognose der DZ BANK. Hinter der verlangsamten Gangart der Konjunktur stehen zum einen eine nachlassende Nachfrage aus dem Ausland, die mit dem etwas eingetrübten internationalen Wirtschaftsklima zusammenhängt. Zum anderen wirken sich nach Ansicht der Wirtschaftsforscher zunehmend auch die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt wachstumsdämpfend aus. Der Fachkräftemangel erschwert es den Unternehmen, offene Stellen zügig besetzen zu können. Für die kommenden Jahre fällt das Gutachten allerdings durchaus optimistisch aus: Die Wachstumsrate dürfte nach Ansicht der Wirtschaftsforscher im kommenden Jahr wieder auf 1,9 Prozent ansteigen, und auch 2020 mit 1,8 Prozent noch überdurchschnittlich ausfallen. Dieser Ausblick beruht allerdings…

Deutscher Wohnungsmarkt: Der Wohngipfel wird keine spürbare Entspannung bringen

Die Überschrift zur Pressemeldung des Innenministeriums „Wohngipfel 2018: Historisch einmaliges Maßnahmenpaket“ weckt große Erwartungen. Diese werden die am vergangenen Freitag im Kanzleramt getroffenen Beschlüsse aber angesichts der Herausforderungen am Wohnungsmarkt kaum erfüllen können. Dass Preise und Mieten rapide steigen, ist vor allem auf das unzureichende Wohnungsangebot bei zugleich hoher Nachfrage zurückzuführen. Aber mit zusätzlichen Milliarden auf der einen und weiteren Daumenschrauben für Vermieter auf der anderen Seite wird sich daran nicht viel ändern. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn die ausgelobten 5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bis 2021, 2,7 Milliarden Euro Baukindergeld, Sonderabschreibungen sowie eine aufgewertete Wohnungsbauprämie werden die Nachfrage nach Baugrundstücken und Bauleistungen weiter befeuern. Doch am fehlenden Geld mangelt es nicht, was schon die Diskussion über eine Immobilienblase in Deutschland zeigt. Dank niedriger Zinsen sind Finanzmittel von Investoren und privaten Bauherren reichlich vorhanden. Trotzdem entstehen nicht genug Wohnungen: Das zeigt die immer weiter auseinanderklaffende Lücke…

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