Deutschland

Wachstum der Kreditmärkte setzt sich fort, verliert aber an Tempo

Nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Euroraum ist eine konjunkturelle Eintrübung zu beobachten. In Deutschland entwickelte sich die Kreditnachfrage im vergangenen Jahr dennoch weiter positiv: Die Nicht-Wohnungsbaukredite der Unternehmen erreichten Ende September mit 6,7% gegenüber September 2017 die höchste Wachstumsrate seit zehn Jahren. Die Wohnungsbaukredite für Unternehmen und für private Haushalte stiegen 2018 im Vorjahresvergleich mit jeweils rund 5% ebenfalls kräftig. Lediglich die Konsumentenkredite kamen kaum voran. Allerdings gab es im Schlussquartal 2018 erste Anzeichen einer möglichen Wachstumsverlangsamung: Die Nicht-Wohnungsbaukredite der Unternehmen konnten ihr Rekordwachstumstempo vom Vorquartal nicht halten, was sich vor allem im exportorientierten verarbeitenden Gewerbe zeigte. Auch im Euroraum verlangsamte sich das Wachstum der Firmenkundenkredite. Während sich etwa das Wachstumstempo italienischer Unternehmenskredite nahezu halbierte, rutschte Spanien sogar deutlich ins Minus. Zwar rechnen deutsche und europäische Banken für die nächsten Monate jeweils noch mehrheitlich mit einer wachsenden Kreditnachfrage für private Wohnungsbaukredite und durch Unternehmen. Allerdings ist das Übergewicht…

Erfolg im Internet sorgt für Wandel im Einzelhandel

Der Einzelhandel ist keine dynamische Wachstumsbranche. Wachstum ist fast ausschließlich über den Preis oder zu Lasten von Konkurrenten möglich. Zudem führt der Trend in Richtung Internethandel zu einem Umbruch im Einzelhandel. Ein beträchtlicher Teil der Umsatzzuwächse der vergangenen Jahre landete nicht in den Ladengeschäften, sondern bei den Internet-Shops. Mittlerweile wird mehr als jeder zehnte Euro im Einzelhandel online umgesetzt. Zudem konnten nicht alle Einzelhandelssegmente gleichermaßen von der gestiegenen Nachfrage der letzten Jahre profitieren. So liegt das reale Umsatzniveau von Baumärkten und Warenhäusern aktuell deutlich unter dem Wert von 2008. Selbst bei Einbeziehung der Preisentwicklung sieht es bei den Warenhäusern nur wenig besser aus. Nominal haben sich die Supermärkte in den vergangenen zehn Jahren am besten entwickelt. Sie verdanken ihr Wachstum jedoch weitgehend den Preissteigerungen, die sie bei den Kunden durchsetzen konnten. Der Einzelhandel ist untrennbar mit dem Immobilienmarkt verbunden. Denn für das klassische Retailgeschäft – den stationären Einzelhandel – werden…

Inflationsrate im Euro-Raum: Kaum Bewegung bei der Teuerung

Die Inflationsentwicklung im Euro-Raum blieb im Februar moderat. Die Schnellschätzung wies für den abgelaufenen Monat eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,5 Prozent aus. Im Januar lag die Teuerungsrate noch bei 1,4 Prozent. Ein höherer Preisanstieg wurde im Bereich Energie und bei unverarbeiteten Lebensmitteln verzeichnet, bei den Dienstleistungen schwächte sich der Preisauftrieb dagegen ab. Binnenwirtschaftlich bleibt der Preisdruck moderat, denn die Kernrate blieb mit 1,2 Prozent unverändert. Vom Inflationsziel der EZB von „unter, aber nahe 2,0 Prozent“ bleibt der Euro-Raum weiterhin ein Stück entfernt. Dies dürfte auch im Gesamtjahr so bleiben. Auch auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zur Preisentwicklung abgegeben haben, nur eine geringe Dynamik. In Deutschland blieb der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) unverändert bei 1,7 Prozent, in Frankreich stieg er leicht von 1,4 auf 1,5 Prozent. Die italienischen Verbraucherpreise legten nach 0,9 Prozent im Vormonat um 1,2 Prozent zu und in Spanien um…

ifo-Umfrage: Noch keine Besserung in Sicht – sechster Rückgang in Folge

Die Stimmung im deutschen Unternehmenssektor hat sich im Februar zum sechsten Mal in Folge eingetrübt. Das geht aus der aktuellen Umfrage des ifo-Instituts hervor. Besonders kräftig fiel die Verschlechterung bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage aus, die nun auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren liegt. Aber auch bei den Erwartungen für die kommenden Monate ging es noch weiter abwärts. Ganz offensichtlich wiegen die internationalen Belastungen für die deutschen Unternehmen immer noch schwerer als die insgesamt gute Lage auf dem Heimatmarkt. Die starke Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf das Exportgeschäft wirkt sich in der aktuellen Situation negativ aus. Die Außenhandelsabhängigkeit, die in weltwirtschaftlich guten Zeiten zusätzlichen Schwung verleiht, bremst jetzt die heimische Industrie. Schließlich ist für den Brexit immer noch keine Lösung absehbar. Und die Zollandrohungen durch den US-Präsidenten dürften besonders in der Autoindustrie in den letzten Tagen zusätzlich für Verunsicherung gesorgt haben. Ein positives Zeichen für die kommenden Monate…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie bremst und Umfragen deuten auf weiterhin gedämpftes Wachstum hin

Insgesamt konnte sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Februar leicht verbessern. Der Composite-Index stieg von 51,0 auf 51,4 Punkte. Das ist nach den jüngsten Rückgängen immerhin der höchste Wert seit drei Monaten. Dies ist aber allein auf die Dienstleister zurückzuführen, deren Stimmungsbarometer zulegen konnte. Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe gab dagegen nach. Mit 49,2 Zählern liegt es nicht nur unter der Wachstumsschwelle von 50, es ist auch der niedrigste Wert seit fünf Jahren und acht Monaten. Produktionsrückgänge, rückläufige Nachfrage und ein sinkendes Exportgeschäft drücken hier auf die Stimmung. Auf Basis der Umfrageergebnisse dürfte sich der Aufschwung im Euro-Raum weiter fortsetzen. Die Wachstumsraten werden aber wohl nach wie vor gedämpft bleiben. Die Stimmung der deutschen Einkaufsmanager fiel im Februar gemäß der veröffentlichten Vorabergebnisse gemischt aus. Der Composite-Index für Deutschland stieg leicht von 52,1 im Januar auf 52,7 Punkte im Februar. Aber auch dahinter steht eine deutliche Divergenz in den…

Exporterfolge bringen zunehmend politische Risiken

Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands hängt weiterhin am Erfolg im Exportgeschäft. Der Leistungsbilanzüberschuss ist in 2018 zwar etwas gesunken, Deutschalnd ist aber weiterhin mit Abstand Spitzenreiter. Bis vor kurzem wurde dies noch gefeiert, jetzt bringt es auch politische Risiken mit sich. Deutschlang wird sein Wirtschaftsmodell etwas adjustieren müssen. Dies bedeutet mehr Investitionen im Inland. Der Staat sollte sich dabei auf seine Aufgaben beschränken. Eine Bevormundung der Unternehmen wäre hier nur kontraproduktiv. Diese haben schon oft bewiesen, dass man rechtzeitig auf die richtigen Trends und Technologien setzt.  

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