Deutschland

Aktien: Gefahren des Mythos „Dividendenstrategie“

Nichts scheint für Kapitalanleger so verlockend zu sein wie hohe Dividendenrenditen und die Reinvestition derselben. „Dividenden sind die neuen Zinsen“ heißt es seit einigen Jahren unter institutionellen Anlegern. Auch Privatanleger haben das Thema für sich entdeckt und bloggen rund um das Thema „Dividende als zweite Einkommensquelle“. Die Zahl der Dividenden-Blogs ist rasant gewachsen. Und auf Webseiten wird häufig nur gekauft, was am meisten auszahlt. Auf eine Fundamentalanalyse der Unternehmen wird vielfach verzichtet. Die breite Streuung auf 50 Titel und mehr soll vor einem Risiko schützen. Vielfach landen auch Spezialitäten (zum Beispiel amerikanische Master Limited Partnerships) oder Titel, die eine steuerbefreite Dividende zahlen, im Portfolio – ohne eine vorhergehende Prüfung. So sehr wir es begrüßen, dass auch die Deutschen im Rahmen der Altersvorsoge nun verstärkt auf Aktien setzen: Aktionäre sollten sich von der Vorstellung lösen, Dividendenzahlungen seien das Allheilmittel in der Kapitalanlage. Folgende Gründe sprechen gegen einen zu starken Fokus ausschließlich…

Inflationsrate im Euroraum bei 2,0% – binnenwirtschaftlicher Preisdruck bleibt gering

Die Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies für den Euroraum eine Inflationsrate von 2,0% aus. Sie fiel damit 0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher zogen mit 9,1% erneut kräftig an, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie noch im Oktober, als sie um 10,7% zulegten. Auch der Preisauftrieb im Bereich der Nahrungsmittel fiel auf hohem Niveau etwas gemäßigter aus. Schwächer zeigte sich indes die Erhöhung bei den Dienstleistungen. Somit liegt die Inflationsrate nun seit sechs Monaten über dem Inflationsziel der EZB von „nahe, aber unter 2%“. Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt in der EWU jedoch verhalten. Dies verdeutlicht der Blick auf die Kernrate, die die volatileren Preiskomponenten der unverarbeiteten Nahrungsmittel und Energiegüter ausklammert: Sie ging im November von 1,2% auf 1,1% zurück. Für einen stärkeren Inflationsdruck müsste die Kernrate deutlich kräftiger und dauerhaft zulegen. Davon ist aber nach wie…

Konjunktur ruckelt – Kreditmärkte laufen rund

Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie weitere Konjunkturbelastungen wie etwa der bevorstehende Brexit haben nun auch Deutschland erreicht. Die zuletzt so erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Frühjahrsquartal geschrumpft, nachdem sie im Vorquartal noch um 0,5 Prozent zulegen konnte. Dies war der erste Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts seit dem Winterquartal des Jahres 2015. Trotzdem wachsen die Kreditmärkte weiter kräftig. Mit 6,3 Prozent fiel der Anstieg der Unternehmenskredite in Deutschland zuletzt so hoch wie seit 2008 nicht mehr aus. Und auch die privaten Wohnungsbaukredite konnten ihr Wachstumstempo auf 4,8 Prozent beschleunigen. Im Euroraum zählen Frankreich und Deutschland zu den Wachstumslokomotiven. Die Kreditvolumina in Italien wuchsen nur unterdurchschnittlich und die in Spanien gar schwach. Dafür konnten weitere Fortschritte beim Abbau „fauler Kredite“ verzeichnet werden, auch wenn die Quote in Italien mit 8,2 Prozent immer noch viel zu hoch ist. Trotz hoher…

ifo-Umfrage: Herbstlicher Gegenwind für die deutsche Konjunktur

Nach dem Dämpfer im Sommerquartal zeigen die deutschen Konjunkturdaten bislang auch im Herbst keine Erholungstendenz. Die aktuelle ifo-Umfrage weist für November den dritten Rückgang des Geschäftsklimas in Folge auf, was üblicherweise als Bestätigung eines Abwärtstrends interpretiert wird. Sowohl bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch bei den Erwartungen verschlechterten sich die Umfragewerte. Die deutschen Unternehmen bleiben wohl vor allem angesichts der vielfältigen internationalen Belastungsfaktoren skeptisch im Hinblick auf die kommenden Monate. Besonders die stockenden Brexit-Gespräche und die EU-kritischen Äußerungen aus Italien haben im November das Wirtschaftsklima belastet. Allerdings könnten sich die Aussichten zum Jahresende wieder etwas aufhellen. Wenn der Vertragsentwurf zum Brexit das britische Parlament passiert und sich die zuletzt etwas versöhnlicheren Töne aus Rom in den kommenden Wochen bestätigen, dürfte das dem Sentiment in Europa wieder etwas Aufwind verschaffen. Die Überwindung der Probleme im Automobilsektor im Zusammenhang mit der neuen Abgasnorm dürften darüber hinaus für einen deutlichen Aufholeffekt…

Einkaufsmanagerindizes: Abschwächung setzt sich fort, vor allem in der Industrie

Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen im November fort. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 53,1 auf 52,4 Indexpunkte. Im verarbeitenden Gewerbe schwächte sich gemäß der Umfrage das Wachstum der Produktion weiter ab. Der entsprechende Teilindex sank auf den niedrigsten Wert seit 30 Monaten. Das geringere Wachstum wird auf eine langsamere weltweite Konjunkturdynamik sowie auf steigende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten zurückgeführt. Auch schwache Verkaufszahlen im Automobilbereich bereiten den Industrie-Einkaufsmanagern Sorgen. Der Dienstleistungsbereich zeigt sich aufgrund einer soliden Konsumnachfrage robuster, aber hier mehren sich nach Angaben von Markit die Zeichen einer Abschwächung. Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im November skeptischer. Sowohl die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe als auch das Sentiment bei den Dienstleistern trübte sich ein. Der umfassende Einkaufsmanager-Composite-Index sank daher von 53,4 auf 52,2 Indexpunkte. Dies ist der niedrigste Wert seit 47 Monaten. Die Einkaufsmanager der Serviceunternehmen und aus der Industrie berichteten…

Warum ist Industrie 4.0 so wichtig für Deutschland?

Industrie 4.0 bezeichnet den Eintritt in die vierte Stufe der industriellen Revolution. Diese Stufe ermöglicht eine höhere Flexibilität der Produktion durch die Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette. Die Digitalisierung, die sich in den vergangenen zehn Jahren relativ schnell in unser Alltagsleben eingeschlichen hat, soll damit auch umfassenden Einzug in die gewerblichen Bereiche Deutschlands halten und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf lange Sicht erhalten. Der deutschen Industrie fehlt es im internationalen Vergleich aktuell nicht an Wettbewerbsfähigkeit. Die Unternehmen haben sich bereits seit einiger Zeit von der billigen, in Deutschlands nicht konkurrenzfähigen Massenfertigung verabschiedet und diese in kostengünstigere Schwellenländer verlagert. Unter anderem sorgten die Agenda 2010 und die Lohnmoderation der Tarifparteien in den 2000er Jahren zumindest bis zum Ende der Finanzmarktkrise für stabile Lohnstückkosten in Deutschland, während sie in anderen westlichen Industrienationen und in China deutlich anstiegen. Zuletzt haben die Lohnstückkosten zwar auch in Deutschland wieder zugelegt, jedoch nur analog zu den meisten…

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