Deutschland

EU-Gipfel: Deutschland unter Druck

Die Regierungen der Euro-Zone haben sich in der vergangenen Nacht auf eine zentrale Bankenaufsicht für die Euro-Zone geeinigt, die unter der Beteiligung der EZB organisiert werden soll. In einem zweiten Schritt soll dann dem Rettungsfonds EFSF erlaubt werden, angeschlagene Banken direkt mit Kapital zu versorgen. Dies soll bis Ende 2012 erreicht werden. Mit der Einigung in der Eurogruppe beim Thema „Bankenunion“ ist auch der Weg für ein EU-Wachstumspaket frei, mit dem 120 Milliarden Euro an Investitionen mobilisiert werden sollen. Außerdem wurde eine Reihe von Maßnahmen vereinbart, um den Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien zu nehmen. Im Falle Spaniens, das um Unterstützung aus den Euro-Rettungsfonds gebeten hat, haben die Regierungen der Euro-Zone vereinbart, dass die Hilfen zwar beim EFSF beantragt, dann aber in den geplanten dauerhaften Rettungsschirm ESM überführt werden sollen. Dieser verzichtet auf seinen bevorzugten Gläubigerstatus. Damit wird einer Forderung Spaniens entsprochen, das ansonsten die Abschreckung privater Investoren…

DAX: Warten (=Hoffen) auf die Politik

Die zyklischen, konjunkturellen Kräfte sprechen tendenziell für eine Abschwächung der Wachstumsdynamik. Die Bewertung des deutschen Aktienmarkts ist noch günstig, daraus allein ergibt sich jedoch kaum Kurspotenzial, weil gleichzeitig die Gewinnschätzungen etwas zu ambitioniert erscheinen. Für einen überschaubaren Gewinnzuwachs in den kommenden Quartalen sollte es aber dennoch reichen, weil wir erwarten, dass die europäische Politik sich auf einen Wachstumspakt zur Eindämmung / Abfederung der Schuldenkrise verständigen wird und deutsche Unternehmen aufgrund der hohen europäischen Verflechtung hiervon profitieren werden.

Geldvermögensbildung privater Haushalte in schwierigem Umfeld

Das Umfeld für Sparen und Geldanlage ist weiterhin von Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Euro und der internationalen Staatsschuldenkrise geprägt. Während viele Länder mit Konjunkturproblemen kämpfen, ist für Deutschland 2012 und 2013 mit einem zwar abgeschwächten, aber befriedigendenn Wachstum zu rechnen. Das schlägt sich in einem Beschäftigungsanstieg und hohen Tarifabschlüssen nieder. Insgesamt dürfte sich der Einkommenszuwachs der privaten Haushalte in diesem und im nächsten Jahr weiter beschleunigen und den Konsum stimulieren.

Robuste Konjunktur steigert die Kreditnachfrage

Neben der wieder gestärkten wirtschaftlichen Entwicklung sorgen die Kreditmärkte für einen guten Ausblick in das weitere Jahr. Angetrieben von den Wohnungsbauinvestitionen wachsen die Kredite der privaten Haushalte so stark wie seit 2003 nicht mehr. Auch die Unternehmenskreditbestände sind im ersten Quartal im Vorjahres- und im Vorquartalsvergleich leicht gestiegen. Darüber hinaus rechnen die Banken mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Gleichzeitig beabsichtigen sie eine leichte Lockerung der Kreditvergaberichtlinien.

Deutsche Unternehmen spüren die Belastungen

Die Schuldenkrise und die zunehmende Unsicherheit über die weitere Entwicklung schlagen auch bei den deutschen Unternehmen zunehmend auf die Stimmung. Die heute veröffentlichten neuen Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex sowie die Umfragen unter den Einkaufsmanagern in Deutschland zeigen, dass die aktuelle Geschäftslage nicht mehr ganz so positiv eingeschätzt wird wie noch vor einigen Monaten und dass auch die Erwartungen für die kommenden Monate wieder etwas ungünstiger ausfallen als zuletzt. Gleichwohl zeigen vor allem die Ergebnisse der ifo-Umfrage, dass das Geschäftsklima in Deutschland immer noch überwiegend positiv ist; die Umfrageergebnisse bewegen sich weiterhin deutlich oberhalb ihres langfristigen Durchschnittswertes. Angesichts der Belastungen, die vor allem für die Exportindustrie mit der Schuldenkrise und der Rezession in Südeuropa verbunden sind, kommt die Stimmungseintrübung nicht wirklich überraschend. Gleichzeitig können sich die Unternehmen aber auch auf eine stabile Binnennachfrage in Deutschland stützen. Das macht auch die Umfrage unter den Einkaufsmanagern deutlich, die im Dienstleistungsbereich, der wesentlich stärker auf…

Deutsche Wirtschaft trotzt der Schuldenkrise

Die deutsche Wirtschaft hat nach dem Minus im Vorquartal zu Jahresbeginn 2012 den negativen Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise getrotzt und kräftig zugelegt. Sie ist also nicht – wie von vielen Beobachtern befürchtet – in die Rezession gestürzt. Die heute für das erste Vierteljahr gemeldete Wachstumsrate von 0,5% im Vergleich zum Vorquartal liegt sogar noch höher als in unserer (ohnehin recht optimistischen) Prognose erwartet. Vor allem das gute Exportgeschäft und die kauffreudigen Verbraucher haben die deutsche Konjunktur zu Jahresbeginn angetrieben. Die Daten aus der Industrie zeigen, dass der Rückgang der Ausfuhren in die kriselnden Euro-Länder durch kräftige Zuwächse bei den Exporten in außer-europäische Märkte mehr als ausgeglichen worden sind. Der Fokus der Unternehmen auf asiatische, aber auch amerikanische Kunden hat sich also ausgezahlt. Beim deutschen Konsum macht sich die günstige Beschäftigungslage ebenso positiv bemerkbar wie die guten Einkommensperspektiven und die gestiegene Anschaffungsbereitschaft der Verbraucher. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir eine…

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