Deutschland

Deutsche Industrie: Gute Stimmung, schlechte Geschäfte?

Die jüngsten Datenveröffentlichungen zur deutschen Industriekonjunktur sind auf den ersten Blick sehr ernüchternd: Gestern wurde bekanntgegeben, dass die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli um 2,7% gegenüber dem Vormonat gesunken sind, heute folgt die Meldung eines Produktionsrückgangs um 1,7% im Produzierenden Gewerbe. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies Rückgängen im zweistelligen Prozentbereich. Bricht also das gesamtwirtschaftliche Wachstum nach dem guten Frühjahr schon wieder ein? Von einem Wachstumseinbruch kann zwar keine Rede sein, aber: Die neuesten Zahlen machen noch einmal deutlich, dass sich die deutsche Industrie weiterhin in einem schwierigen internationalen Umfeld bewegt. Die Wirtschaft im Euro-Raum steht an der Schwelle zu Erholung, aber von einer gesunden Wachstumsdynamik ist sie noch weit entfernt. Und die Konjunktur in den Schwellenländern, die die Weltwirtschaft in den letzten Jahren mit ihrer Wachstumskraft stabilisiert haben, hat sich in den letzten Monaten empfindlich abgekühlt. Insgesamt bleibt das geschäftliche Umfeld für die deutsche Industrie also alles andere…

Ifo-Geschäftsklima legt im August weiter zu

Die deutschen Unternehmen äußern sich ausgesprochen zufrieden über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und blicken auch zuversichtlich auf die kommenden Monate. Die aktuelle Befragung des ifo-Instituts zeigt für den August eine nochmalige Verbesserung des Geschäftsklimas, das wichtige Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft ist damit zum vierten Mal in Folge angestiegen. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im August auf 107,5 Punkte angestiegen und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Besonders markant war die Verbesserung bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, die entsprechende Messzahl ist auf den höchsten Wert seit Juni 2012 gestiegen. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate haben sich weiter verbessert, allerdings war hier das Plus merklich geringer als beim Lageindex. Insgesamt wird damit die Schere zwischen glänzender Geschäftslage und zwar positiven, aber eben keineswegs überragenden Erwartungen wieder etwas größer: Die immer wieder aufflackernde Euro-Krise, die Unsicherheiten im internationalen Umfeld und wohl nicht zuletzt auch die anstehenden Bundestagswahlen sorgen weiter für begründete Vorsicht…

Deutsche Konjunktur: Ausblick für 2013 leicht angehoben

Die deutsche Konjunktur hat die Durststrecke um die Jahreswende 2012/2013 überwunden und im Frühjahr wieder eine erfreuliche Dynamik entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal um 0,7 Prozent, nach einer Stagnation zu Jahresbeginn 2013. Vor allem die Binnenwirtschaft in Deutschland erholt sich und schiebt die Konjunktur an. Auch für den weiteren Konjunkturverlauf in der zweiten Jahreshälfte stehen die Zeichen auf eine Fortsetzung der Erholung. Die Stimmungsindikatoren für die Unternehmen wie etwa das ifo-Geschäftsklima haben sich in den letzten Monaten positiv entwickelt, die Firmen sind wieder zuversichtlicher, was ihre Geschäftsaussichten angeht. Auch die privaten Haushalte zeigen sich in Befragungen optimistisch. Die gute Beschäftigungssituation und steigende Einkommen sorgen für ein gutes Umfeld für die privaten Konsumausgaben. Das außenwirtschaftliche Umfeld ist angesichts der andauernden Belastungen durch die Krise im Euro-Raum und der Schwierigkeiten in einigen anderen Weltregionen allerdings weiterhin angespannt. Die deutschen Ausfuhren in den EWU-Raum sind weiterhin in ihrer Tendenz rückläufig. Insgesamt…

Stimmungsaufhellung der Einkaufsmanager im Euro-Raum setzt sich fort, Frankreich schwächelt

Die Perspektiven für die Konjunktur im Euro-Raum haben sich im August weiter gefestigt, denn die Einkaufsmanager im Euro-Raum geben sich nach vorläufigen Angaben erneut optimistischer. Der Composite-Index für den Euro-Raum stieg von 50,4 auf 51,7 Indexpunkte und verbleibt damit den zweiten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50 Punkten. Damit dürfte die private gewerbliche Wirtschaft im Euro-Raum auch im zweiten Monat des dritten Quartals weiter expandieren. Die Rezession im gesamten Währungsgebiet scheint damit beendet. Der Optimismus nahm sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich deutlich zu. Beide Indizes liegen nun im Expansionsbereich. In Deutschland verbesserte sich der Composite-Index um 1,3 Punkte auf 53,4 Indexpunkte. Der Dienstleistungsindex und der Index für die Industrie legten zu und bewegen sich oberhalb der Expansionsmarke von 50 Indexpunkten. Mit den Werten vom August hat die private gewerbliche Wirtschaft zur Mitte des dritten Quartals weiter zugelegt und stützt die Fortsetzung der aufwärtsgerichteten konjunkturellen…

Euroraum beendet Rezession, Erholung bleibt aber schwunglos

Wie die heute veröffentlichten Zahlen von Eurostat bestätigen, hat sich die Eurozone aus der längsten Rezession ihrer noch vergleichsweise kurzen Geschichte verabschiedet. Im zweiten Quartal verzeichnete die Eurozone nach eineinhalb Jahren erstmals wieder einen Zuwachs der Gesamtwirtschaftsleistung. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs der Währungsraum um 0,3% und somit stärker als von den Analysten erwartet – die Konsensschätzung lag bei 0,2%. Obwohl dieser Zuwachs vor allem auf das starke Wachstum in Deutschland und Frankreich zurückzuführen ist (Deutschland wuchs in Q2 um 0,7% im Vergleich zum Vorquartal, Frankreich um 0,5%), gibt es zusätzliche Lichtblicke in den heute veröffentlichten Zahlen. So hat sich beispielsweise der Abstand zwischen den Wachstumszahlen in Nord- und Südeuropa nicht wesentlich vergrößert, sondern ist mitunter sogar zurückgegangen. Peripheriestaaten wie Spanien oder Italien haben das tiefste Tal der Rezession bereits klar hinter sich gelassen und sind ebenfalls nur noch geringfügig von positiven Wachstumszahlen entfernt. Das BIP Portugals hat im zweiten…

Deutsche Konjunkturdaten im Juni ziehen deutlich an

Nachdem schon die Auftragseingänge der deutschen Industrie deutlich zugelegt haben, präsentiert sich heute auch die Industrieproduktion wesentlich stärker. Die zwischenzeitliche Schwächephase der deutschen Industrie zu Beginn des zweiten Quartals scheint damit erst einmal überwunden. Da sich die Anzeichen für ein Ende der Rezession in den wichtigen Partnerländern des Euro-Raums mehren, dürfte einer weiteren Konjunkturerholung in Deutschland nichts im Wege stehen.

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