Deutschland

Kleiner Lichtblick bei den Industrieaufträgen

Die Auftragseingänge im deutschen verarbeitenden Gewerbe sind im Mai 2012 gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen (um 0,6 Prozent, preis-, kalender- und saisonbereinigt). Allerdings bleibt das aktuelle Orderniveau immer noch deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. Während die Nachfrage nach Konsumgütern im Vormonatsvergleich um immerhin 3,5 Prozent zulegen konnte, blieben die Orders für Investitionsgüter nahezu konstant (+0,2 Prozent). Interessanterweise ist der Anstieg der Auftragseingänge in diesem Monat allein auf die Zunahme der Aufträge aus der krisengeschüttelten Eurozone zurückzuführen, die um mehr als sieben Prozent zulegen konnten. Der Grund hierfür ist wohl vor allem in einigen Großaufträgen zu finden. Trotz des guten Ergebnisses in diesem Monat gingen die Auftragseingänge aus der Eurozone in den ersten fünf Monaten dieses Jahres verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum denn auch weit überdurchschnittlich um fast neun Prozent zurück. Insgesamt sanken die Ordereingänge im verarbeitenden Gewerbe in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 3,5 Prozent. Positiv entwickelte sich…

Wirtschaftsaussichten für den Euro-Raum weiter verschlechtert

Die Stimmung bei Unternehmen und privaten Haushalten im Euro-Raum hat sich im Juni noch weiter eingetrübt. Das zeigen die aktuellen Umfrageergebnisse der EU-Kommission. So sind etwa die Produktionserwartungen der Industriebetriebe auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Auch die europäischen Verbraucher sind im Hinblick auf die weitere Konjunkturentwicklung verunsichert, daher ist die Angst vor Arbeitslosigkeit noch größer geworden. Der Blick auf die Umfrageergebnisse für die einzelnen Mitgliedsländer zeigt aber, dass sich die Stimmungslage in den meisten Krisenländern Südeuropas zuletzt zumindest nicht weiter zugespitzt hat. In Italien, wo es im Mai zu einem drastischen Einbruch gekommen war, gab es im Juni eine leichte Erholung. Zwar ist das Verbrauchervertrauen noch weiter abgerutscht, doch sehen wenigstens die Unternehmen eine leichte Besserung. Auch in Spanien und Portugal haben sich die Stimmungsbarometer – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau – leicht erholen können. Dagegen zeigen die Umfrageresultate aus Kerneuropa, dass sich kein Land…

EU-Gipfel: Deutschland unter Druck

Die Regierungen der Euro-Zone haben sich in der vergangenen Nacht auf eine zentrale Bankenaufsicht für die Euro-Zone geeinigt, die unter der Beteiligung der EZB organisiert werden soll. In einem zweiten Schritt soll dann dem Rettungsfonds EFSF erlaubt werden, angeschlagene Banken direkt mit Kapital zu versorgen. Dies soll bis Ende 2012 erreicht werden. Mit der Einigung in der Eurogruppe beim Thema „Bankenunion“ ist auch der Weg für ein EU-Wachstumspaket frei, mit dem 120 Milliarden Euro an Investitionen mobilisiert werden sollen. Außerdem wurde eine Reihe von Maßnahmen vereinbart, um den Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien zu nehmen. Im Falle Spaniens, das um Unterstützung aus den Euro-Rettungsfonds gebeten hat, haben die Regierungen der Euro-Zone vereinbart, dass die Hilfen zwar beim EFSF beantragt, dann aber in den geplanten dauerhaften Rettungsschirm ESM überführt werden sollen. Dieser verzichtet auf seinen bevorzugten Gläubigerstatus. Damit wird einer Forderung Spaniens entsprochen, das ansonsten die Abschreckung privater Investoren…

DAX: Warten (=Hoffen) auf die Politik

Die zyklischen, konjunkturellen Kräfte sprechen tendenziell für eine Abschwächung der Wachstumsdynamik. Die Bewertung des deutschen Aktienmarkts ist noch günstig, daraus allein ergibt sich jedoch kaum Kurspotenzial, weil gleichzeitig die Gewinnschätzungen etwas zu ambitioniert erscheinen. Für einen überschaubaren Gewinnzuwachs in den kommenden Quartalen sollte es aber dennoch reichen, weil wir erwarten, dass die europäische Politik sich auf einen Wachstumspakt zur Eindämmung / Abfederung der Schuldenkrise verständigen wird und deutsche Unternehmen aufgrund der hohen europäischen Verflechtung hiervon profitieren werden.

Geldvermögensbildung privater Haushalte in schwierigem Umfeld

Das Umfeld für Sparen und Geldanlage ist weiterhin von Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Euro und der internationalen Staatsschuldenkrise geprägt. Während viele Länder mit Konjunkturproblemen kämpfen, ist für Deutschland 2012 und 2013 mit einem zwar abgeschwächten, aber befriedigendenn Wachstum zu rechnen. Das schlägt sich in einem Beschäftigungsanstieg und hohen Tarifabschlüssen nieder. Insgesamt dürfte sich der Einkommenszuwachs der privaten Haushalte in diesem und im nächsten Jahr weiter beschleunigen und den Konsum stimulieren.

Robuste Konjunktur steigert die Kreditnachfrage

Neben der wieder gestärkten wirtschaftlichen Entwicklung sorgen die Kreditmärkte für einen guten Ausblick in das weitere Jahr. Angetrieben von den Wohnungsbauinvestitionen wachsen die Kredite der privaten Haushalte so stark wie seit 2003 nicht mehr. Auch die Unternehmenskreditbestände sind im ersten Quartal im Vorjahres- und im Vorquartalsvergleich leicht gestiegen. Darüber hinaus rechnen die Banken mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Gleichzeitig beabsichtigen sie eine leichte Lockerung der Kreditvergaberichtlinien.

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