Deutschland

Schnellschätzung deutsches Bruttoinlandsprodukt – Premiere mit historischem Wachstumseinbruch

Zum ersten Mal gibt das Statistische Bundesamt eine Schnellschätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland innerhalb von nur 30 Tagen nach Quartalsende bekannt. Üblich waren bislang 45 Tage. Und diese Premiere startet gleich mit einem historischen Ergebnis. Gegenüber dem Vorquartal gab die Wirtschaftsleistung preis-, saison-, und kalenderbereinigt um 10,1 Prozent nach. Der Abstand zum Vorjahresquartal beträgt sogar mehr als 11 Prozent. So schlimm war es noch nie. Da fällt auch kaum ins Gewicht, dass das Ergebnis für das erste Quartal ganz leicht nach oben korrigiert wurde. Der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie von Mitte März bis in den Mai hinein hat zwischenzeitlich viele Branchen in einen Tiefschlaf versetzt und damit die Wirtschaft auf eine rasante Talfahrt geschickt. Ohne Angaben von näheren Details rutschten gemäß des Statistischen Bundesamtes fast alle Nachfragekomponenten ins Minus. Die privaten Konsumausgaben und die Investitionen in Ausrüstungen brachen deutlich ein genauso wie die Exporte und Importe von Waren…

Beflügelte Einkaufsmanagerindizes im Juli – Ist die Krise bereits ausgestanden?

Die europäischen Einkaufsmanager haben sich gemäß der Umfrage von IHS Markit im Juli deutlich zuversichtlicher gezeigt. Der Composite-Einkaufsmanagerindex als umfassendes Stimmungsbarometer zur Lage bei den Dienstleistern und im verarbeitenden Gewerbe stieg 6,3 Zähler auf 54,8 Punkte im Juli. Das ist der höchste Wert seit Mitte 2018. Dahinter stand eine deutliche Stimmungsverbesserung in beiden Bereichen der Privatwirtschaft. Beim ersten Blick auf die Zahlen möchte man fast meinen, dass die Corona-Krise nach einem kurzen, aber tiefen Einschnitt ausgestanden ist. Doch bei der genaueren Betrachtung der Messzahl, beispielsweise für den Dienstleistungsbereich, die das größte Plus in der Monatsbefragung erzielte, darf man nicht vergessen, wie diese erhoben wird. Sie beruht allein auf einer Schlüsselfrage, nämlich: „Ist das Niveau der Geschäftstätigkeit in Ihrem Unternehmen höher, gleich oder niedriger als vor einem Monat?“. Angesichts der fortgeschrittenen Lockerungen und des zunehmenden (touristischen) Reiseverkehrs ist es kein Wunder, dass Dienstleister von einer besseren Geschäftstätigkeit berichten. Zuletzt haben aber…

Neue Aktienkultur in Deutschland?

Die jüngst von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen zur Geldvermögensbildung dürften selbst Experten überraschen: So haben die Bundesbürger im ersten Quartal des laufenden Jahres netto 13,8 Mrd. Euro in Aktien und ähnliche Anteilsrechte sowie noch einmal 7,1 Mrd. Euro in Investmentfonds angelegt. Und das, obwohl die Corona-Pandemie historische Kurseinbrüche an den Börsen auslöste. So rauschet beispielsweise der DAX gegen Ende des Winterquartals in nur vier Wochen um fast 39 Prozent in die Tiefe. Dabei gelten Privathaushalte in Deutschland als traditionell eher risikoscheu. Ihr Geldvermögen besteht vorwiegend aus Bankeinlagen sowie Lebensversicherungen. Und in anderen Krisen, wie der zurückliegenden Finanzmarktkrise, haben sie auf Kurseinbrüche teils panisch mit Wertpapierverkäufen reagiert. Dass die Sache diesmal anders aussieht, hat sicherlich mehrere Gründe: So war in der Finanzmarktkrise nicht nur der ökonomische Optimismus abhandengekommen, sondern auch das Vertrauen in die Finanzmärkte und ihre Akteure gestört. Hinzu kommt der gewaltige Geldanlagestau, der sich durch die lange Zeit extrem…

At home – 4 Unternehmen, die vom neuen Leben profitieren können

Die Corona-Pandemie hat unser Leben stark verändert. Die mit dem Auftreten des Virus einhergehenden Veränderungen betreffen mittlerweile die meisten Bereiche unseres Alltags. Ob in der Arbeitswelt, in der Gestaltung unserer Freizeit oder in unserem Konsumverhalten – wir sind schlagartig mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Für viele Branchen und Unternehmen bedeuten diese neuen Rahmenbedingungen hohe Unsicherheiten und Risiken. Auf der anderen Seite bieten sich denjenigen, die auf die „neue Normalität“ entsprechend eingestellt sind, auch Chancen. Wir haben uns mit den Themenkomplexe Entertainment, Mobiles Arbeiten, Baumärkte und Online-Shopping beschäftigt und einige Unternehmen identifiziert. Vier Unternehmen sind uns hierbei besonders aufgefallen. Take-Two, einer der größten Videospiele-Konzerne der Welt, TeamViewer, als außerordentlicher Profiteur vom Trend zum Homeoffice, Hornbach Holding aufgrund des Booms im Bereich Do-it-Yourself und Amazon als einem der weltweit führenden Online-Anbieter. Wir haben einen Trend identifiziert. Diese Aktien sind in den letzten Wochen schon stark gestiegen und die fundamentale Bewertung ist nicht mehr…

Corona-Krise verstärkt Handlungsdruck in der Altersvorsorge

Durch den demographischen Wandel hatte sich bereits vor der Corona-Krise Reformbedarf bei der Rente aufgestaut. Zwar bremst der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel das Versorgungsniveau der Rente etwas ab. Trotzdem dürfte der Bei-tragssatz ohne substanzielle Reformen bis 2070 stark steigen. Gleichzeitig werdenimmer größere Bundeszuschüsse zur Finanzierung der Rente notwendig, die den Bundeshaushalt langfristig überfordern. Unter den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen müssten die Lasten vor allem die Jungen tragen. Die direkten Auswirkungen der Corona-Krise auf die Altersvorsorge bleiben zwar begrenzt. Allerdings erhöhen stark steigende Staatsschulden, deren Tilgung und Zinsen den Bundeshaushalt später belasten, den Handlungsdruck zur Reform der gesetzli-chen Rente. Auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge leidet unter den indirekten Folgen der Corona-Krise. So haben Zentralbanken gigantische Anleihekaufprogramme gestartet und Leitzinsen gesenkt, um die Wirtschaft in ihrer Erholung zu stützen. Das verlängert die bereits seit Langem anhaltende Niedrigzinsphase, so dass der Zinseszinseffekt bei Kapitalaufbau für noch längere Zeit weitgehend wegbricht. Die Bewältigung der Herausforderungen erfordert…

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