Deutschland

ifo-Umfrage: Deutsche Unternehmen fassen wieder Vertrauen

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate haben sich zum ersten Mal seit August 2018 wieder etwas aufgehellt. Auch bei der Einschätzung der aktuellen Lage ging es nach den schwächeren Vormonaten aufwärts. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass sich die heimische Konjunktur nach dem schwachen zweiten Halbjahr 2018 wieder fängt. Für den Stimmungsumschwung ist vor allem die robuste Binnennachfrage verantwortlich. Denn im Dienstleistungssektor laufen die Geschäfte weiterhin gut, unterstützt von einer sehr günstigen Arbeitsmarktentwicklung. Im Bausektor hält der Boom weiter an. Das verarbeitende Gewerbe bekommt derzeit Gegenwind von der schwächeren Weltkonjunktur und den internationalen Risiken. Das Brexit-Drama belastet die Stimmung besonders in Europa. Aber immerhin gibt es auch Lichtblicke: So dürfte sich die Entspannung bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China positiv ausgewirkt haben. Im Gegensatz zum PMI Index, der letzten Woche gefallen ist, bestätigt der Ifo Index, wie auch zuvor schon der ZEW Index unsere Erwartung…

Die aktuellen Konjunkturdaten sollte man nicht überinterpretieren

Die jüngsten Daten zur Stimmung in der deutschen und europäischen Industrie sind überraschend schwach ausgefallen. So ist der PMI für Deutschland kräftig gefallen und deutet in der Industrie auf eine Rezession hin. Ähnlich schwach waren die Daten für die restlichen Länder im Euroraum, wenn auch etwas stabiler. Eine schwache Nachfrage aus China und weiterhin hohe politische Risiken, hier vor allem der weiterhin ungelöste Brexit, dürften die wichtigsten Gründe für diese Entwicklung sein. Aber die wichtige Frage ist nun, wie geht es weiter? Aus meiner Sicht ist die Lage immer noch besser als die Stimmung. Ich rechne weiterhin damit, dass man eine Lösung für den Brexit Streit findet. Es läuft dabei aus meiner Sicht auf eine längere Verschiebung des Brexit hinaus. Auch der Handelskonflikt der USA mit China sollte sich nicht zu einem globalen Handelskrieg ausweiten. Die wirtschaftlichen Impulse aus China dürften auch in den kommenden Monaten schwach bleiben, jedoch sollten…

Abschwung in der Industrie des Euro-Raums verschärft sich – Einkaufsmanager bleiben skeptisch

Die Wirtschaft im Euroraum dürfte im ersten Quartal nur moderat expandiert haben. Dafür spricht die erneut gedämpfte Stimmung unter den europäischen Einkaufsmanagern. Gemäß der Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern verzeichnete der Index für die Industrie den stärksten Rückgang seit sechs Jahren. Der Dienstleistungssektor zeigte sich aufgrund der robusten Binnennachfrage widerstandsfähiger, aber auch hier gab die Messzahl nach. In der Summe verlor der Composite-Einkaufsmanagerindex 0,6 Zähler und notiert im März bei 51,3 Punkten. Gerade die Industrie in Deutschland und Frankreich zeigt sich dabei in ausgesprochen trüber Stimmung. In Frankreich hat sich zudem die Laune der Dienstleister verschlechtert. Im übrigen Euro-Raum hellte sich nach Angaben von IHS Markit die Stimmung dagegen etwas auf. Dennoch sind die Umfrageergebnisse eine Enttäuschung. Für eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im Euro-Raum im ersten Quartal 2019 sprechen sie definitiv nicht. Dies entspricht auch unserem Prognosebild. Die deutsche Industrie hat gemäß der Umfrage unter den…

Wachstum der Kreditmärkte setzt sich fort, verliert aber an Tempo

Nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Euroraum ist eine konjunkturelle Eintrübung zu beobachten. In Deutschland entwickelte sich die Kreditnachfrage im vergangenen Jahr dennoch weiter positiv: Die Nicht-Wohnungsbaukredite der Unternehmen erreichten Ende September mit 6,7% gegenüber September 2017 die höchste Wachstumsrate seit zehn Jahren. Die Wohnungsbaukredite für Unternehmen und für private Haushalte stiegen 2018 im Vorjahresvergleich mit jeweils rund 5% ebenfalls kräftig. Lediglich die Konsumentenkredite kamen kaum voran. Allerdings gab es im Schlussquartal 2018 erste Anzeichen einer möglichen Wachstumsverlangsamung: Die Nicht-Wohnungsbaukredite der Unternehmen konnten ihr Rekordwachstumstempo vom Vorquartal nicht halten, was sich vor allem im exportorientierten verarbeitenden Gewerbe zeigte. Auch im Euroraum verlangsamte sich das Wachstum der Firmenkundenkredite. Während sich etwa das Wachstumstempo italienischer Unternehmenskredite nahezu halbierte, rutschte Spanien sogar deutlich ins Minus. Zwar rechnen deutsche und europäische Banken für die nächsten Monate jeweils noch mehrheitlich mit einer wachsenden Kreditnachfrage für private Wohnungsbaukredite und durch Unternehmen. Allerdings ist das Übergewicht…

Erfolg im Internet sorgt für Wandel im Einzelhandel

Der Einzelhandel ist keine dynamische Wachstumsbranche. Wachstum ist fast ausschließlich über den Preis oder zu Lasten von Konkurrenten möglich. Zudem führt der Trend in Richtung Internethandel zu einem Umbruch im Einzelhandel. Ein beträchtlicher Teil der Umsatzzuwächse der vergangenen Jahre landete nicht in den Ladengeschäften, sondern bei den Internet-Shops. Mittlerweile wird mehr als jeder zehnte Euro im Einzelhandel online umgesetzt. Zudem konnten nicht alle Einzelhandelssegmente gleichermaßen von der gestiegenen Nachfrage der letzten Jahre profitieren. So liegt das reale Umsatzniveau von Baumärkten und Warenhäusern aktuell deutlich unter dem Wert von 2008. Selbst bei Einbeziehung der Preisentwicklung sieht es bei den Warenhäusern nur wenig besser aus. Nominal haben sich die Supermärkte in den vergangenen zehn Jahren am besten entwickelt. Sie verdanken ihr Wachstum jedoch weitgehend den Preissteigerungen, die sie bei den Kunden durchsetzen konnten. Der Einzelhandel ist untrennbar mit dem Immobilienmarkt verbunden. Denn für das klassische Retailgeschäft – den stationären Einzelhandel – werden…

Inflationsrate im Euro-Raum: Kaum Bewegung bei der Teuerung

Die Inflationsentwicklung im Euro-Raum blieb im Februar moderat. Die Schnellschätzung wies für den abgelaufenen Monat eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,5 Prozent aus. Im Januar lag die Teuerungsrate noch bei 1,4 Prozent. Ein höherer Preisanstieg wurde im Bereich Energie und bei unverarbeiteten Lebensmitteln verzeichnet, bei den Dienstleistungen schwächte sich der Preisauftrieb dagegen ab. Binnenwirtschaftlich bleibt der Preisdruck moderat, denn die Kernrate blieb mit 1,2 Prozent unverändert. Vom Inflationsziel der EZB von „unter, aber nahe 2,0 Prozent“ bleibt der Euro-Raum weiterhin ein Stück entfernt. Dies dürfte auch im Gesamtjahr so bleiben. Auch auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zur Preisentwicklung abgegeben haben, nur eine geringe Dynamik. In Deutschland blieb der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) unverändert bei 1,7 Prozent, in Frankreich stieg er leicht von 1,4 auf 1,5 Prozent. Die italienischen Verbraucherpreise legten nach 0,9 Prozent im Vormonat um 1,2 Prozent zu und in Spanien um…

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