Deutschland

Stimmung im Euro-Raum: Deutschland leicht verbessert, Frankreich rutscht weiter ab

Ein guter Start in das neue Jahr sieht anders aus. Das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanagerindizes im Januar zeigt zwar nur eine leichte Eintrübung für den gesamten Euro-Raum und lässt sich insgesamt noch mit den Worten „vorsichtig zuversichtlich“ umschreiben. Aber eine ganze Reihe von greifbaren Risiken erdrückt ein mögliches Aufkeimen von Optimismus. Da ist die Sorge vor einem versehentlichen „Hard-Brexit“, den neuen EU-Abgasvorschriften und dem noch nicht in Vergessenheit geratenen Dieselskandal, dem anhaltend schwelenden US-Handelsstreit sowie der zu beobachtenden Abkühlung der Globalkonjunktur. Es wundert daher nicht, dass sich das Klima auch im Januar nochmals eingetrübt hat. Der Gesamtindex, der sogenannte Einkaufsmanager-„Composite“-Index, verliert 0,4 Punkte und notiert bei 50,7 Zählern – ein weiterhin verhaltenes Stimmungsbild, das auf ein schwaches Wirtschaftswachstum hinweist. In Deutschland bleibt nach den schwachen Konjunkturdaten in der zweiten Jahreshälfte 2018 das Hoffen auf einen baldigen positiven Stimmungsumschwung. Nach den Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragungen für Januar sieht es zumindest nach einer Verschnaufpause aus….

Bank Lending Survey: Optimismus europäischer Banken schwindet, Vorsicht wächst

Wie aus der aktuellen Befragung der Europäischen Zentralbank zum Kreditgeschäft der Banken (BLS) hervorgeht, bleiben sie im Euroraum für die Kreditnachfrage in den nächsten Monaten optimistisch. Sowohl für Unternehmens- als auch für die privaten Wohnungsbaukredite erwarten die befragten Institute mehrheitlich eine steigende Nachfrage. Allerdings sinkt die Zahl der Optimisten immer mehr. Bei den Firmenkundenkrediten findet sich nur noch eine knappe Mehrheit, die an eine wachsende Nachfrage glaubt. Gleichzeitig werden die Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe. Überwogen im Herbst 2018 noch die Absichten, die Kreditrichtlinien zu lockern, findet sich jetzt in beiden Kundensegmenten eine marginale Mehrheit, die ihre Richtlinien für die Vergabe in den nächsten Monaten verschärfen möchte. Auch bei deutschen Banken schwindet der Optimismus im Hinblick auf die Kreditnachfrage, und die Vorsicht wächst. Damit spiegeln die Ergebnisse der Befragung die Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven in den letzten Monaten wider. Gleichzeitig bekräftigen sie uns in unserer Einschätzung, dass der europäische und…

Längere Rezession könnte DAX unter 8.000 Punkte drücken

Seit 1973 gab es in Deutschland fünf volkswirtschaftliche Rezessionen: 1974/75, 1981/82, 1992/93, 2002/03 und 2008/09. Wir haben uns angeschaut, wie stark die Unternehmensgewinne der DAX-Gesellschaften während dieser Rezessionsphasen fielen und wie stark die Kurse unter Druck kamen. Daraus kann grob geschlossen werden, inwieweit heute eine Rezession am Aktienmarkt nach einem Kursverlust des DAX von in der Spitze 25% zwischen Januar und Dezember 2018 eingepreist ist. Grob deshalb, weil sich die Struktur der deutschen Volkswirtschaft seit den Siebzigerjahren kontinuierlich geändert hat. Auch die Zusammensetzung des DAX hat sich stetig gewandelt. Heute ist das Exportgeschäft der DAX-Gesellschaften deutlich wichtiger als noch vor Jahrzehnten. Knapp 70% der Umsatzerlöse der 30 größten deutschen Unternehmen werden im Exportgeschäft erzielt – wesentlich mehr als noch vor zehn oder 20 Jahren. Gleichzeitig wird deutlich mehr importiert, das heißt, der Offenheitsgrad der DAX-Gesellschaften ist größer geworden, so dass die Konjunkturentwicklung allein in Deutschland eine untergeordnete Rolle spielt. Insgesamt…

Deutsche Wirtschaft 2018: Keine Höhenflüge mehr

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins zehnte Jahr, und die recht hohe Dynamik der Vorjahre konnte 2018 nicht gehalten werden. Mit einem realen Plus von 1,5 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung die schwächste Zuwachsrate seit 2013, insgesamt aber nach wie vor ein solides Ergebnis. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen auch, dass es wohl nicht zu der befürchteten „technischen Rezession“ (zwei Negativquartale in Folge) in der zweiten Jahreshälfte 2018 gekommen ist. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent in Q3 dürfte in Q4 wieder ein leichtes Plus zu Buche stehen. Detaillierte Daten dazu werden erst im Februar veröffentlicht. Dennoch hat die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2018 unzweifelhaft eine Wachstumsdelle durchlaufen. Besonders in der Industrie lief es seit der Jahresmitte nicht mehr rund. In der Autoindustrie haben die neuen Abgasstandards und die Dieselproblematik zu erheblichen Verwerfungen geführt. In anderen Industriesparten wie etwa der Chemie sorgte das Niedrigwasser im Herbst…

Wer schlägt den DAX?

Die Vorzugsaktien der Sartorius AG konnten seit 2009 zehnmal hintereinander die Kursentwicklung des Leitindex DAX übertreffen. Sartorius ist ein Pharma- und Laborzulieferer mit Sitz in Göttingen und einer Börsenkapitalisierung von 8,3 Mrd. Euro. Vor zehn Jahren lag die Marktkapitalisierung des 1870 gegründeten Unternehmens noch bei 258 Mio. Euro. Weitere 18 Aktien konnten den DAX immerhin in neun von zehn Jahren schlagen. Dazu gehörten mit Adidas und Henkel zwei DAX-Konzerne, der Rest des Feldes rekrutiert sich aus dem Bereich der mittelgroßen Unternehmen. Die kleinsten Gesellschaften in der aktuellen Rangliste waren Orbis (46 Mio. Euro), USU Software (179 Mio. Euro) und Atoss Software (314 Mio. Euro). Die von Bloomberg ausgewiesenen Dividendenzahlungen wurden in unserer Auswertung berücksichtigt.  

Inflationsrate im Euro-Raum sinkt auf 1,6 Prozent – niedrigerer Ölpreis macht sich bemerkbar

Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI) im Währungsgebiet war im abgelaufenen Jahr einmal mehr Spielball der Energiepreise. Der deutliche Anstieg des Rohölpreises der für Europa ausschlaggebenden Sorte Brent auf in der Spitze mehr als 85 US-Dollar hat dafür gesorgt, dass die Steigerungsrate der Verbraucherpreise in der zweiten Jahreshälfte 2018 mehrere Monate auf und über die Marke von zwei Prozent ansteigen konnte. Seit Oktober haben die Preisnotierungen für Rohöl aber spürbar nachgegeben. Zuletzt rutschte der Preis sogar deutlich unter 60 US-Dollar. Dies hat sich nun auch mit einiger Verzögerung für die Verbraucher beim Tanken und Heizen bemerkbar gemacht. Der zwischenzeitliche Preisauftrieb im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel hat inzwischen ebenfalls an Stärke verloren. Unter dem Strich ist die Inflationsrate daher zum Jahresende merklich zurückgegangen. Die Schnellschätzung wies für den Dezember eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Prozent aus. Im November lag die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent. Auch auf Länderebene zeigte sich…

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