Deutschland

Jungendarbeitslosigkeit wird zu einem Problem im Euroraum

Das Corona-Virus hat im ersten Halbjahr harte konjunkturelle Rückschläge in den Volkswirtschaften rund um den Globus bewirkt. Im Euro-Raum konnte mithilfe umfangreicher Maßnahmen immerhin der Arbeitsmarkt vor schwereren Verwerfungen bewahrt werden. Doch läuft es längst nicht in allen Altersgruppen gleichermaßen gut. Insbesondere in der Gruppe der unter 25-jährigen wurde seit den Lockdownmaßnahmen ab März ein recht zügiger Anstieg in der EWU-Arbeitslosenquote verzeichnet. Einer der Gründe für die rapide Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit ist der Umstand, dass Unternehmen in Corona-Zeiten aufgrund erhöhter Unsicherheit deutlich weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Das stellt insbesondere all jene vor eine Herausforderung, die nach ihrem Abschluss im Corona-Sommer die Schule verlassen haben und nur schwer oder gar keine Ausbildung finden. Zudem werden befristete Arbeitsverhältnisse in den unsicheren Zeiten kaum verlängert. Die Gefahr dabei ist, dass diese Personen dauerhaft in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Je länger sich eine Person in Arbeitslosigkeit befindet, desto schwierig wird die Integration in den…

Deutschland mit Nachholbedarf bei Investitionen in Software und Datenbanken

Der internationale Erfolg der Digitalisierung spiegelt sich vor allem in den Investitionen in Software und Datenbanken, aber auch in den Investitionen für Forschung und Entwicklung (F&E) wider. Seit den neunziger Jahren wuchsen die Investitionen in diesen beiden Segmenten auch in Deutschland überdurchschnittlich und erwiesen sich dabei als relativ krisenresistent, ganz im Gegensatz zu den Ausrüstungsinvestitionen. Im zweiten Quartal 2020, also mitten in der Corona-Krise, konnten sie zusammengenommen sogar gegenüber dem Vorquartal zulegen, als einzige Komponente des deutschen Bruttoinlandsprodukts neben dem Staatskonsum. Im internationalen Vergleich sind in Deutschland zwar die Investitionen in F&E von überdurchschnittlicher Bedeutung für das Bruttoinlandsprodukt. In vielen anderen Ländern spielen Investitionen in Software und Datenbanken aber eine weitaus größere Rolle als in Deutschland. Gegenüber den Vereinigten Staaten, aber auch etwa gegenüber Großbritannien hat Deutschland hier trotz der durchaus positiven Entwicklung der vergangenen Jahre immer noch einen beträchtlichen Nachholbedarf. Ein wesentlicher Grund für den starken Nachholbedarf ist die…

DAX bald im neuen Gewand?

Die Deutsche Börse hat eine Umfrage zur Weiterentwicklung des DAX gestartet. Damit sollen verschiedene der Kritikpunkte beseitigt werden, die zum Teil schon länger im Raum stehen oder sich im Zuge der Wirecard-Insolvenz gezeigt hatten. Zentral ist eine mögliche Erweiterung des DAX von 30 auf 40 Indexmitglieder. Der DAX40 soll dadurch u.a. die Unternehmenslandschaft in Deutschland besser widerspiegeln. Dennoch, die Anzahl der Unternehmen im DAX40 würde zwar um 33% ansteigen, der Anteil der neuen Unternehmen allerdings nur 8% betragen. Auch würde sich die Sektor-Zusammensetzung nur leicht verändern. Industrie-, Auto- und Chemiekonzerne sollten weiterhin das Bild dominieren. Trotzdem würde der Anteil dynamisch wachsender Unternehmen im weiterentwickelten Index zunehmen. Der DAX wäre größer, moderner und diversifizierter. Daneben sollen die neuen Regeln und Qualitätsstandards Möglichkeiten schaffen, schneller auf mögliche Missstände bei Unternehmen zu reagieren, um zweifelhafte Aktien früher aus dem Index entfernen zu können. Aber nicht alle Vorschläge finden unsere volle Zustimmung. U. E….

Frühindikator für EWU-Konjunktur steigt zum fünften Mal in Folge

Im April 2020 – und damit zum Höhepunkt des Corona-Shutdown in Europa – war der DZ BANK Euro-Indikator auf den tiefsten Wert seit Mai 2009 gefallen. Seitdem hat sich unser Frühindikator für die EWU-Wirtschaftsentwicklung aber bereits kräftig erholt – es ging seit Mai fünf Mal in Folge aufwärts. Im September 2020 stieg der Euro-Indikator um 0,8 Prozent im Vergleich zum August und lag mit einem Niveau von 97,9 Punkten nur noch 0,6 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Im abgelaufenen Monat waren es vor allem die Kennzahlen aus dem Industriebereich sowie die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die zum Anstieg des Euro-Indikators beigetragen haben. So melden die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe bereits seit Juli wieder steigende Auftragseingänge, auch im September hat sich die Situation weiter verbessert. Dennoch konnten in den letzten drei Monaten erst rund zwei Drittel des Order-Rückgangs aus dem Frühsommer aufgeholt werden. Auch die Stimmung unter den…

Bauboom stützt die deutsche Wirtschaft

Dass die deutsche Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie nicht noch tiefer in die Rezession gerutscht ist, hat sie neben dem Staatskonsum vor allem der – im Gegensatz zu anderen Ländern wie etwa Großbritannien – erfreulichen Entwicklung der Bauwirtschaft zu verdanken. Zwar gaben auch die Bauinvestitionen in diesem Frühjahr nach. Das lag aber nicht an der Corona-Krise, sondern an der überaus guten Entwicklung im ersten Quartal. Die Bauinvestitionen nahmen im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum real um 3,2 Prozent und nominal sogar um 6,3 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen brachen im gleichen Zeitraum nominal um 18 Prozent und real um über 19 Prozent ein. Damit stieg die Bedeutung der Bauinvestitionen für die deutsche Wirtschaft weiter. Lag der Anteil der Bauinvestitionen am nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr 2005 noch bei lediglich 8,7 Prozent, betrug er in der ersten Hälfte dieses Jahres 12,1 Prozent. Obwohl die Auftragseingänge…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Die Angst vor der zweiten Welle unter den Dienstleistern

Unter den europäischen Dienstleistern scheint mehr und mehr die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle im Herbst Oberhand zu gewinnen. Weite Teile des Dienstleistungssektors leiden ohnehin noch immer unter den teilweise geschäftseinschränkenden Sicherheitsmaßnahmen der Pandemie-Bekämpfung wie Abstandsregeln und Maskenpflicht. Ein weiterer Lockdown wäre eine wirtschaftliche Katastrophe. Kein Wunder, dass sich die Stimmung unter den Dienstleistern gemäß der Umfrage von IHS Markit im September deutlich eingetrübt hat. Trotz einer besseren Stimmung in der Industrie ging daher der umfassende Composite Index von 51,9 auf 50,1 Punkte zurück. Corona und seine Folgen sind noch lange nicht ausgestanden. Auch die Stimmung der deutschen Einkaufmanager war im September zweigeteilt. Während die Messzahl im lange Zeit kriselnden verarbeitenden Gewerbe deutlich zulegte, sank das Stimmungsbarometer der Dienstleister unter die Expansionsmarke von 50 Indexpunkten. In der Summe ging der Composite-Index von 54,4 auf 53,7 Punkte leicht zurück. Das merkliche Stimmungsplus in der Industrie ist gemäß IHS Markit auf ein…

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