Deutschland

Bleibt in den großen Industrienationen die Entwicklung der Industrie hinter den Dienstleistungen zurück?

Nach Finanz- und Euroschuldenkrise hat sich nicht nur die Konjunktur in den westlichen Industriestaaten spürbar erholt. Auch die Arbeitsmärkte haben sich merklich entspannt. In den meisten großen Industrienationen fallen die Arbeitslosenquoten mittlerweile so niedrig aus wie schon seit vielen Jahren nicht. In Deutschland ist die Arbeitslosenquote sogar so niedrig wie noch nie. Auch wenn der Rückgang der Arbeitslosigkeit in anderen Ländern weniger stark ausgefallen ist wie in Deutschland, zeigt sich in den Vereinigten Staaten und in Japan ein ähnlicher Trend. Die Arbeitslosenquote unterschreitet auch in diesen großen Industrienationen inzwischen ihr Vorkrisenniveau, in Japan sogar deutlich. Während die Arbeitsmärkte die Finanzkrise mittlerweile hinter sich gelassen haben, ist das bei anderen Indikatoren zum Teil immer noch nicht der Fall: So sind etwa die Kapazitäten der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe sowohl in Deutschland, als auch in den Vereinigten Staaten und in Japan noch nicht wieder so hoch ausgelastet, wie sie dies vor der…

Wachsender Margendruck im deutschen Bankensektor

Im Rahmen des Bank Lending Survey der EZB berichten deutsche Banken seit Jahren über immer neue Verengungen der Margen im Geschäft mit Unternehmenskrediten und mit privaten Wohnungsbaukrediten. In beiden Geschäftsfeldern dominiert der intensive Wettbewerb als Begründung für die unbefriedigende Margenentwicklung. Zu den Antriebskräften der Verschärfung des Wettbewerbs im Bankensektor zählen technischer Fortschritt in Form der Digitalisierung sowie extrem niedrige Zinsen. Die wachsende Konkurrenz macht sich vor allem im Firmenkundengeschäft und im Bereich Kontoführung/Zahlungsverkehr bemerkbar, weniger im Einlagengeschäft. Weil im Bankgeschäft nur sehr eingeschränkt Produktdifferenzierungen möglich sind, wird der Wettbewerb hauptsächlich über die Konditionen ausgetragen. Das erhöht den Druck auf die Margen. Für die Anbieter besteht ein Anreiz, engen Margen durch eine Steigerung des Geschäftsvolumens entgegenzuwirken. Bei einem gleichzeitig begrenzten Wachstumspotenzial des Gesamtmarktes verstärkt sich so das Ringen um Marktanteile. Während sich die Anbietergewichte im Einlagengeschäft zuletzt stabilisiert haben, verschieben sich die Größenordnungen im Kreditgeschäft weiterhin zugunsten von Kreditgenossenschaften, Regionalbanken und…

Herbstliche Konjunktur in Deutschland

Die Inflationsrate ist im Oktober 2018 auf den höchsten Stand seit zehn Jahren angestiegen, und das bei einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung im abgelaufenen dritten Quartal. Eine ziemlich unangenehme Kombination –  nach den vielen Erfolgsmeldungen zur deutschen Konjunktur in den letzten Jahren. Doch so schlecht, wie es diese Meldungen auf den ersten Blick aussehen lassen, ist die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland auch nicht. Die relativ hohe Inflationsrate von 2,5% geht zu einem guten Teil auf die Verteuerung von Heizöl und Benzin zurück. Ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte hätte die Teuerungsrate nur bei 1,7 % gelegen, und damit im Trend des letzten Jahres. Auf dem Spotmarkt ist der Ölpreis aber seit seinem Hoch Anfang Oktober schon wieder um rund 20% gefallen. Das dürfte sich bald auch an den Tankstellen niederschlagen, zumindest sobald die aktuellen Transportprobleme überwunden sind. Auch beim Wachstum dürfte die schwache Zahl aus dem dritten Quartal (-0,2 % Q/Q) ein Ausreißer gewesen…

Fundamental sind die Aktienmärkte in Europa und Deutschland nicht teuer

Im Folgenden haben wir die Marktkapitalisierung mit realwirtschaftlichen Indikatoren aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung in Relation gesetzt. Es zeigt sich dabei, dass die Aktienmärkte in Deutschland und Europa in dieser Betrachtung historisch gesehen nicht teuer sind. Vielmehr folgt hier die Marktkapitalisierung in den letzten Jahren den wirtschaftlichen Entwicklungen. Ein anderes Bild ergibt sich für die USA, wo der Abstand der Marktkapitalisierung zu den realwirtschaftlichen Faktoren in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Daraus lässt sich nicht unmittelbar ein Korrekturbedarf ablesen, da sich hier auch die unterschiedliche Aktienkultur widerspiegelt. Falls an den Märkten aber einer Phase der konjunkturellen Neubewertung einsetzt, dürfte das Potenzial für eine Kurskorrektur in den USA, relativ gesehen, groß sein.

Inflationsrate im Euroraum: Erneut über 2 Prozent

Die Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im Oktober wies eine Inflationsrate von 2,2 Prozent aus. Sie fiel damit 0,1 Zähler höher aus als im Vormonat. Die Inflationsrate liegt nun schon den fünften Monat in Folge über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von nahe aber kleiner 2 Prozent. An der Ausrichtung ihres geldpolitischen Kurses dürfte dies aber kaum etwas ändern. Schließlich beruht ein Großteil des Preisschubs auf externen Faktoren, die die EZB kaum beeinflussen kann. Denn den Löwenanteil an dem vergleichsweise hohen Inflationsniveau hat nach wie vor die Preisentwicklung im Bereich der Energie. Der Preisauftrieb fiel hier erneut sehr kräftig aus. Kein Wunder, denn der Preis für Rohöl lag im Oktober – trotz der jüngsten Rückgänge zum Monatsende – im Mittel noch immer bei rund 80 US-Dollar und damit fast 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Aber auch industrielle Güter und Dienstleistungen verteuerten sich etwas stärker als in den Vormonaten. Insgesamt…

Wirtschaftswachstum im Euro-Raum halbiert, italienische Wirtschaft stagniert

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum hat in letzten Quartal spürbar an Dynamik verloren. Damit wird das Ende der Phase der Hochkonjunktur im Euro-Raum immer greifbarer. So lag das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen dritten Quartal nur bei einer Rate von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Frühjahr wurde immerhin noch ein Zuwachs von 0,4 Prozent gemessen. Dabei sehen zumindest zwei der drei ersten verfügbaren Länderdaten der größeren Euroländer eigentlich ganz solide aus. So konnte Frankreichs Wirtschaft den Zuwachs auf 0,4 Prozent ausbauen, nachdem im zweiten Quartal noch vergleichsweise maue 0,2 Prozent vermeldet werden. Allerdings steckt hinter dieser Beschleunigung ein wenig überraschender Nachholeffekt nach einem umfangreichen Bahnstreik, der den Zuwachs der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal noch merklich ausbremste. Die Erholung blieb jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück. Auch aus dem Nachbarland Belgien konnte ein leicht stärkerer Anstieg des vierteljährlichen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,3 auf 0,4 Prozent vermeldet werden. Dabei dürften höhere staatliche Investitionen im Vorfeld der Kommunalwahlen Mitte…

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