Deutschland

Euro-Raum: Frankreich und Italien belasten Wachstum in Q4

Die konjunkturelle Dynamik des Euro-Raums hat sich im Schlussquartal 2019 verlangsamt. Gemäß der ersten Schnellschätzung legte das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem dritten Quartal nur um 0,1 Prozent zu. Zwischen August und Oktober lag die Zuwachsrate noch bei 0,3. Für das Gesamtjahr 2019 beläuft sich damit das Wirtschaftswachstum des Währungsgebiets auf 1,2 Prozent, nach 1,9 Prozent in 2018. Die Verlangsamung kommt etwas unerwartet, hatten sich doch Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes oder das Wirtschaftsvertrauen im Quartalsverlauf stabilisiert. Auf Länderebene waren es gemäß den ersten Berechnungen vor allem die ökonomischen Schwergewichte Frankreich und Italien, die mit negativen Zuwachsraten von 0,1 bzw. 0,3 Prozent das Gesamtergebnis für den Euro-Raum im Schlussquartal gedrückt haben. In Spanien, Belgien und Österreich wurden dagegen positive Zuwächse verzeichnet. Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt wurden noch keine Quartalsergebnisse veröffentlicht. Der bisher vorliegende Datenkranz weist aber darauf hin, dass im vierten Quartal 2019 das deutsche Wirtschaftswachstum ebenfalls positiv ausgefallen ist und das Ergebnis…

Brexit wirkt sich schon vor dem Austrittstermin auf die Lieferketten deutscher Branchen aus

Am 31. Januar 2020 wird Großbritannien aus der Europäischen Union austreten. Wie die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich danach aussehen werden, ist bislang noch völlig unklar. Diese Unsicherheit beschäftigt britische und europäische Unternehmen nun bereits seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016. Deutsche Unternehmen mit Handelsbeziehungen nach Großbritannien haben einen Teil der Auswirkungen des Brexit aber bereits vorweggenommen. Die Exporte Deutschlands ins Vereinigte Königreich brachen gegenüber 2015 insgesamt um über 11% ein. Auch die Einfuhr britischer Güter, die für deutsche Unternehmen aufgrund der Wechselkursentwicklung deutlich günstiger wurden, sank über die vergangenen vier Jahre leicht. Bei den wichtigsten Zielen für deutsche Warenexporte fiel Großbritannien vom dritten auf den fünften Platz. Bei den wichtigsten Herkunftsländern fiel das Land sogar aus den Top 10. Nur noch 3,4% ihrer Importe bezieht die deutsche Wirtschaft von Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich. Viele Unternehmen haben ihre Wertschöpfungsketten bereits an die zu erwartende Veränderung durch den Brexit angepasst….

Einkaufsmanager in der EWU zeigen sich verhalten optimistisch

Auf den ersten Blick bleibt die Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern zu Beginn des neuen Jahres 2020 gemäß der Umfrage von IHS Markit im Euro-Raum gedämpft. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Lage in der Industrie und im Dienstleistungsbereich blieb mit 50,9 Punkten im Januar laut der Vorabveröffentlichung auf dem Niveau des Vormonats. Im Detail zeigt sich aber eine Aufhellung der Geschäftsaussichten, die sich wohl auch aufgrund der ersten Deeskalation im pazifischen Handelsstreit verbesserten. Ein weiterer Lichtblick ist die Entwicklung der Auftragseingänge, die die befragten Einkaufsmanager nicht mehr so pessimistisch bewerten wie noch in den Vormonaten. Dies lässt zumindest für den weiteren Jahresverlauf hoffen, dass die Konjunktur im Euro-Raum das Schlimmste hinter sich hat und sich weiter stabilisiert. Zwar bleibt die Zweiteilung mit einer schwachen Industrie auf der einen Seite und einem Dienstleistungssektor, der maßgeblich das Wachstum trägt, auf der anderen Seite erhalten. Aber die Rückgänge in der Industrie verlieren an Schärfe. Aufträge…

Industriekonjunktur bremst Wachstum der Firmenkundenkredite in Deutschland

Die konjunkturellen Probleme in Teilen der deutschen Industrie schlagen sich zunehmend im Kreditgeschäft der Banken nieder. Wie aus Ergebnissen der aktuellen Umfrage der EZB zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) in Deutschland hervorgeht, haben die Banken im Schlussquartal 2019 ihre Kreditbedingungen für Unternehmen verschärft, z. B. indem Margen ausgeweitet wurden. Zwar war die Kreditnachfrage der Firmenkunden insgesamt weiter gestiegen. Das Wachstum ging jedoch von den kleinen und mittleren Unternehmen aus, während die Kreditnachfrage von Großunternehmen sogar zurückging. Für die kommenden Monate rechnet eine deutliche Mehrheit der Banken mit einer schrumpfenden Kreditnachfrage der Firmenkunden. Im Vergleich zur Oktober-Befragung hat der Anteil pessimistischer Kreditinstitute sogar noch zugenommen, insbesondere was große Unternehmen anbelangt. Auch wenn zunächst keine weiteren Verschärfungen, teils sogar Lockerungen der Kreditvergaberichtlinien geplant sind, dürfte sich das Wachstum der Firmenkundenkredite in den Büchern der Banken Anfang 2020 weiter abschwächen. Damit verstärkt sich ein Trend, der bereits Ende letzten Jahres erkennbar war. Vor…

Deutsche Wirtschaft 2019: Wachstum nur noch im Schneckentempo

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland geht bereits ins elfte Jahr, doch eine echte Wachstumsdynamik ist derzeit kaum noch zu spüren. Mit einem realen Plus von nur noch 0,6 Prozent erzielte die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr die schwächste Zuwachsrate seit 2013, gegenüber dem Vorjahr hat sich das Wachstumstempo mehr als halbiert. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch, dass es nicht zu der befürchteten „technischen Rezession“ (zwei Negativquartale in Folge) im Jahresverlauf 2019 gekommen ist. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent in Q2 stand in der zweiten Jahreshälfte wieder ein leichtes Plus zu Buche. Detaillierte Daten zum Quartalsverlauf werden allerdings erst im Februar veröffentlicht. Die Verlangsamung des Wachstumstempos der heimischen Wirtschaft geht vor allem auf den Industriesektor zurück. Im letzten Jahr hat die globale Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten vor dem Hintergrund der diversen politischen Belastungen merklich an Schwung verloren. Das deutsche Exportwachstum lag 2019 mit 0,9 Prozent nur noch…

Klimaschutz und Wachstum können gemeinsam funktionieren

Der Klimawandel ist Tatsache und „Fridays for Future“ bringt weltweit Millionen junger Menschen auf die Straße, die für einen schnellen Einstieg in einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren. Allerdings ist der reine Verzicht auf CO2-verursachende Aktivitäten kein nachhaltiges Konzept für einen klimafreundlichen Umbau unserer Volkswirtschaft. Eine staatlich verordnete Askese schreckt ab, weil damit Verbote und Beschränkungen verbunden sind. Vielmehr gilt es, einen wirtschaftlich-technischen Strukturwandel einzuläuten, der den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt, öffentliche Verkehrsträger stärkt, auf energetische Gebäudesanierung setzt und die Energieeffizienz der industriellen Produktion verbessert. Deutschlands Klimaschutzziel sieht bis zum Jahr 2030 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 vor. Derzeit wird der vorgegebene Pfad aber deutlich verfehlt. Um in den verbleibenden Jahren das sehr ambitionierte Ziel eines Ausstoßes von letztendlich nur noch 563 Millionen Tonnen CO2Äquivalenten doch noch zu erreichen, hat die Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm auf den Weg gebracht.     Wichtigster Bestandteil des Klimapakets ist eine…

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