Deutschland

Die SPD hat entschieden – der Anfang vom Ende der großen Koalition?

In der SPD siegen die Gegner der großen Koalition in der Mitgliederbefragung. Damit könnte das Ende der Regierung begonnen haben. Deutschland wird darunter leiden, Frankreich und ggf die USA könnten profitieren. Neuwahlen im jetzigen Umfeld bergen viele Risiken, aber auch die Chance für einen Schröder-Effekt. Die SPD Mitglieder haben in einer Stichwahl die neuen Parteivorsitzenden gewählt. Mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wurden die beiden Kandidaten gewählt, die sich für ein schnelles Ende der großen Koalition ausgesprochen haben. Die beiden Vorsitzenden streben stattdessen eine Regierung links der Mitte an. Die Wahl selbst ist knapp ausgefallen. Esken und Walter-Borjans bekamen 53% der Stimmen, Finanzminister Scholz und Klara Geywitz kamen auf 45% der Stimmen. Dieses Paar war mit dem Ziel angetreten, die Koalition erfolgreich fortzuführen. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 54%. Offensichtlich hatte das lange Wahlverfahren die Mitglieder zuletzt sichtlich ermüdet. Das erfolgreiche Paar soll nun in den nächsten Tagen auf einem…

ifo-Umfrage: Endlich wieder Hoffnung

Die Unternehmen in Deutschland schöpfen wieder Hoffnung. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe leiden die Firmen schon seit mehr als einem Jahr unter den internationalen Belastungen. Und bei den wichtigsten Themen – Handelsstreit USA-China und Risiko eines „No-Deal-Brexit“ – gibt es nun endlich Fortschritte zu vermelden. Zwar ist noch keine Einigung in trockenen Tüchern, doch hat das Risiko eines Scheiterns der Verhandlungen bei beiden Themen deutlich abgenommen. Das sind gute Nachrichten für die deutsche Konjunktur. Die Industrie kann sich damit immerhin auf niedrigem Niveau stabilisieren, im Dienstleistungssektor läuft es angesichts der steigenden Einkommen ohnehin noch recht rund. Der Handel erwartet ein gutes Weihnachtsgeschäft. Und die Bauwirtschaft bleibt weiterhin ein wichtiger Stützungspfeiler der heimischen Konjunktur. Die Rezession in Deutschland ist abgewendet, auch im vierten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft zumindest ein leicht positives Wachstum aufweisen. Eine kräftige Erholung ist allerdings noch nicht in Sicht. Notwendig dafür wäre eine durchgreifende Belebung der Weltwirtschaft,…

Frankreich versus Deutschland: Mehr Staat ist keine Alternative

Die französische Volkswirtschaft hat sich in den letzten Quartalen vergleichsweise robust geschlagen. Zwischen Juli und September lag die Zuwachsrate wie schon in den Vorquartalen bei 0,3%. Die deutsche Volkswirtschaft wuchs dagegen nur um 0,1% und entging damit knapp einer technischen Rezession. Nach den Gründen für die unterschiedliche Entwicklung der beiden Schwergewichte der Europäischen Währungsunion muss man nicht lange suchen. Während die binnenwirtschaftliche Entwicklung in Frankreich traditionell eine große Rolle spielt, beruhte das vergleichsweise kräftige Wirtschaftswachstum in Deutschland in den vergangenen Jahren bis 2017 maßgeblich auf einer gut laufenden Exportindustrie. Die Exporte in Deutschland machen immerhin fast 50% des Bruttoinlandsprodukts aus, in Frankreich nur 30%. Auch die Bedeutung der Industrie ist in Deutschland mit einem Wertschöpfungsanteil von 24% wesentlich höher als in Frankreich mit 12%. Die relative Dominanz des Exportsektors und der Industrie in Deutschland erweist sich in Zeiten von Handelsstreitigkeiten und Brexit-Unsicherheiten als eine wichtige Ursache für die konjunkturelle Schwäche….

Industrie lastet weiterhin auf der Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum

Eine Aufbruchstimmung lässt sich aus den Daten der November-Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern bestimmt nicht ablesen. Der umfassende Composite Index gab 0,3 Zähler nach und sank auf 50,3 Indexpunkte. Dabei fiel die Messzahl für die Dienstleister Der Index für die Industrie konnte zwar zulegen, er blieb aber mit 46,6 Punkten weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 50 Zählern. Die Industrie leidet noch immer unter der rückläufigen Nachfrage, vor allem aus dem Ausland. Der noch immer wachsende Dienstleistungsbereich droht aber immer mehr von der anhaltenden Krise in der Industrie in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Hier legten die Beschäftigungsabsichten kaum noch zu. Der deutsche Composite-Index blieb trotz Verbesserung um 0,3 Zähler mit 49,2 Punkten weiterhin unterhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Die Stimmung der Dienstleister gab leicht nach und fiel so niedrig aus wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Die Messzahl für die Industrie konnte…

Schwache Konjunktur, entschlossene Notenbanken

Der Abgesang auf die deutsche Konjunktur kam zu früh. Die Untergangsszenarien, die in den letzten Wochen teilweise verbreitet wurden, waren überzogen. Die Rezession ist nicht eingetreten. Das Wachstum im dritten Quartal war zwar schwach, aber es war positiv. Das entspricht auch dem Bild, das wir in unserer Konjunktureinschätzung gezeichnet hatten. Allerdings waren wir damit zunehmend in eine Minderheitsposition geraten. Natürlich ist das Wachstum in Deutschland nicht zufriedenstellend, die Rate liegt nur noch knapp über der Nulllinie. Der Gegenwind vom Welthandel ließ die Orders in der Industrie wegbrechen, die Unternehmen schrauben die Produktion zurück und warten mit Investitionen erst einmal ab. Die Konsumnachfrage ist zwar stabil und die Bauwirtschaft kann sich vor Aufträgen immer noch kaum retten, aber für ein stabiles Wachstum der Gesamtwirtschaft reicht das nicht aus. Dafür muss auch das internationale Geschäft wieder besser laufen, und hier ist eine wirkliche Trendwende noch nicht abzusehen. Damit steht der weiteren Lockerung…

Also doch keine Rezession in Deutschland

Die vielfach erwartete Rezession in Deutschland ist also doch ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nicht gesunken wie im Vorquartal, sondern wieder leicht angestiegen. Das ist vor allem der Ausgabenfreude der Konsumenten zu verdanken, und zwar sowohl der privaten wie auch der öffentlichen Hand. Auch der Außenhandel hat nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Konjunktur weniger gebremst als noch im Frühjahr, trotz des anhaltenden Handelsstreits. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die robuste Inlandskonjunktur, gestützt auf eine gute Beschäftigungslage und das niedrige Zinsniveau, die Bremseffekte aus dem Industriebereich noch einmal auffangen konnte. Aber das Wachstum ist schwach. Vor allem die Investitionen leiden unter der großen Unsicherheit. Die Industriebetriebe müssen aufgrund rückläufiger Auftragseingänge ihre Produktion einschränken. Einige denken sogar bereits über Personalabbau nach. Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob sich die internationale Lage tatsächlich wieder etwas entspannt. Erste Signale dafür gibt es. Einige Stimmungsindikatoren zeigen bereits einen Hoffnungsschimmer. Für…

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