Deutschland

Einkaufsmanagerindizes im Euroraum: Industrie bremst weiter, vor allem in Deutschland

Insgesamt hat sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Mai leicht aufgehellt. Der Composite-Index stieg aber nur marginal von 51,5 auf 51,6 Indexpunkte. Die Messzahl für die Gesamtlage im verarbeitenden Gewerbe konnte sich nicht verbessern und bleibt unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Allein ein leichter Anstieg der Produktionskomponente sorgte dafür, dass der Composite-Index etwas zulegen konnte. Denn bei den Dienstleistern musste auch ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ein in der Summe weiter rückläufiges Exportgeschäft drückt auf die Stimmung der Einkaufsmanager. Insgesamt dürfte sich auf Basis dieser Umfrageergebnisse der Aufschwung im Euroraum fortsetzen; die Wachstumsrate im zweiten Quartal dürfte aber die 0,4% aus dem ersten Quartal schwerlich erreichen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Deutschland und Frankreich ist bemerkenswert. Das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf industrielle Produktion und Export ausgerichtet ist, kommt im jetzigen Umfeld natürlich an seine Grenzen. Im Gegensatz dazu ist das binnenwirtschaftlich orientierte Modell von Frankreich zurzeit noch relativ…

Deutsche Wirtschaft startet gut ins Jahr 2019

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem robusten Wachstum von 0,4 Prozent ins Jahr 2019 gestartet. Damit kann sie die Schwächephase aus dem zweiten Halbjahr 2018 hinter sich lassen. Und das obwohl die Industrie als Konjunkturlokomotive derzeit ausfällt, weil das internationale Umfeld zur Belastung geworden ist. Da der Arbeitsmarkt in Deutschland weiter fest ist und die Einkommen steigen, konnten die privaten Haushalte mehr Geld für den privaten Konsum ausgeben und kräftig in Immobilien investieren. Das hat – zusammen mit höheren Investitionen der Unternehmen – die heimische Konjunktur im ersten Quartal stabil gehalten. Der Wechsel vom exportgetriebenen Wachstum zu einer stärkeren Binnenorientierung ist für die Spätphase des Zyklus normal und auch wünschenswert. Er ermöglicht ein stabileres Wachstum, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau. Gegen einen Einbruch der Weltkonjunktur aufgrund einer weiteren Eskalation des Handelsstreits ist die deutsche Wirtschaft dadurch aber nicht gefeit. Das ist zweifellos das größte Risiko für die zweite Jahreshälfte….

Niedrigzinsphase: keine Trendwende erkennbar – wachsende Zinseinbußen privater Haushalte

Vor rund zehn Jahren schwenkte die Zinslandschaft in Richtung Niedrigzinsphase ein. So gingen die Renditen festverzinslicher Wertpapiere in Deutschland tendenziell immer weiter zurück, bis 2016 erstmals sogar eine negative Durchschnittsrendite registriert werden musste. Begleitet wurde die Entwicklung von der EZB, die im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise die Leitzinsen auf historische Tiefstände senkte und ein gigantisches Anleihekaufprogramm startete. Für die privaten Haushalte führte das Niedrigzinsniveau zu beträchtlichen Einbußen bei den Zinseinkünften. Obwohl das in Einlagen, Rentenpapiere und Versicherungen angelegte Vermögen seit 2009 um über 40% gewachsen ist, reduzieren sich die Zinseinnahmen hieraus auf voraussichtlich 54 Mrd. Euro im laufenden Jahr und damit auf nur noch gut die Hälfte der Zinseinkünfte des Jahres 2009. Die jährlichen Zinseinbußen im Vergleich zum Normalzinsniveau summieren sich nach unseren Berechnungen auf 648 Mrd. Euro in zehn Jahren. Während Sparer unter den niedrigen Zinsen leiden, freuen sich die Kreditnehmer unter den privaten Haushalten über günstige Konditionen….

Deutsche Gewerbeimmobilien – gefragt, aber teuer

Mit Anleiherenditen nahe null kommen Investoren am Immobilienmarkt kaum vorbei. Daraus leitet sich eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ab, die auf ein knappes Angebot trifft. Als Folge sind die Mietrenditen zwischenzeitlich kräftig gefallen. So können in München und Berlin mit erstklassigen Büro- und Handelsobjekten nicht einmal mehr 3% realisiert werden. Stark verteuert haben sich aber auch Hotels, Logistikobjekte und Mehrfamilienhäuser. Die fallenden Renditen schwächen den hohen Mittelzufluss mitnichten. Mit 62 Mrd. Euro wurde im vergangenen Jahr das bislang höchste Investitionsvolumen in Gewerbeimmobilien verzeichnet. Dazu addieren sich 15 Mrd. Euro für Wohnungsportfolios. Allerdings gibt es spürbare Verschiebungen zwischen den Assetklassen: So hat im Zuge des boomenden E-Commerces mit der Flächennachfrage auf den Shopping-Meilen auch das Interesse an Handelsimmobilien nachgelassen. Das gilt jedoch nicht für den Bereich Nahversorgung, der als weitgehend resistent gegen das Online-Shopping gilt. Dagegen sind Logistikobjekte im Fahrwasser des erfolgreichen E-Commerces gefragt wie nie. Auch das Interesse an…

Spätes Osterfest lässt EWU-Inflationsrate steigen

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat einen deutlichen Sprung gemacht. Die Jahresrate erhöhte sich von 1,4% im März auf 1,7% im April. Der maßgebliche Grund dafür lag in der Preisentwicklung bei den Dienstleistungen. Hier fiel der Preisauftrieb überdurchschnittlich stark aus. Dies dürfte an dem relativ späten Termin der Osterfeiertage in diesem Jahr gelegen haben. Damit fielen auch die damit verbundenen Osterferien im Gegensatz zum Vorjahr in den April. Deshalb verteuerten sich im April die Dienstleistungen für Transport und Übernachtungen überdurchschnittlich stark, während der Preisauftrieb in den anderen Kategorien des Warenkorbs unauffällig war. Besonders deutlich wirkte sich dabei der Ostereffekt in Deutschland aus. Hier stieg der nach europäischen Maßgaben ermittelte „Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI)“ von 1,4 auf 2,1%. Zwar wurden im Rahmen der Schnellschätzung für Deutschland noch keine Details bekanntgegeben, doch die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex zeigen einen spürbaren Anstieg der Dienstleistungspreise. Auch in den anderen großen Mitgliedsländern der EWU wiesen die Schnellschätzungen…

Wachstumsrate im Euro-Raum überraschend verdoppelt – Unsicherheit bleibt

Nach der positiven Wachstumsüberraschung in den USA folgt nun auch ein gutes Quartalsergebnis für den Euro-Raum. Die gefürchtete konjunkturelle Abkühlung zu Jahresbeginn ist damit ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum legte im ersten Quartal 2019 mit 0,4% gegenüber dem Vorquartal sogar doppelt so schnell zu wie Ende 2018. Dabei haben ein widriges Umfeld aus Handelsstreitigkeiten, einer abflauenden Konjunktur in China und einer anhaltenden Absatzschwäche in der Automobilindustrie berechtigte Sorgen keimen lassen. Spannend bleibt die Frage, wie die deutsche Wirtschaft abgeschnitten hat, die im Besonderen von einem Stimmungsabschwung in der Industrie betroffen ist. Hier ist weiterhin Geduld gefragt, denn die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) werden erst am 15. Mai veröffentlicht. Die bislang vorliegenden Daten signalisieren aber auch hier die Möglichkeit einer positiven Überraschung. Bereits bekannt ist unter anderem das Quartalsergebnis für Frankreich. Hier stabilisierte sich das Wachstum bei 0,3%. Angesichts der andauernden „Gelbwesten“-Proteste kann von einem soliden Ergebnis gesprochen werden. Erfreulich…

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