Deutschland

Rezession im Euro-Raum dauert an – Einkaufsmanager pessimistisch

Die Wirtschaft im Euro-Raum verbleibt weiterhin in der Rezession. Die Umfragen unter den EWU-Einkaufsmanagern geben im Moment keinen Hinweis auf eine baldige konjunkturelle Verbesserung. Im November ist das Stimmungsbarometer für den Durchschnitt des Euro-Raums gegenüber dem Vormonat zwar um 0,1 Punkte auf 45,8 Punkte gestiegen, dennoch befindet sich dieser wichtige Indikator seit nunmehr fünfzehn Monaten – mit der Ausnahme des Januars 2012 – unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin leicht besserte und sich mit 46,2 Indexpunkten auf einem 8-Monatshoch befindet, war bei den Dienstleistungsunternehmen das Geschäftsklima mit 45,7 Indexpunkten im November so schlecht wie seit 40 Monaten nicht mehr. Nach offiziellen Angaben sank das BIP im Euro-Raum im dritten Quartal um 0,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2012. Mit der Veröffentlichung der heutigen Umfragedaten zeigt sich, dass sich die Talfahrt der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum weiter fortsetzen dürfte.

Schwaches Wachstum in Deutschland, Euro-Raum in der Rezession

Die Konjunktur in Deutschland hat sich im Sommer weiter abgeschwächt. Die deutsche Wirtschaft bleibt zwar – anders als in den meisten europäischen Nachbarländern – auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs. Nach vorläufiger Berechnung wurde aber lediglich eine Wachstumsrate von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gemeldet (Q2: +0,3 Prozent). Dabei haben – wie schon im Frühjahr – vor allem die Kauffreude der Verbraucher und der immer noch gute Außenhandel zum per saldo leicht positiven Ergebnis im abgelaufenen Vierteljahr beigetragen. Die Exporte der deutschen Unternehmen stiegen auch im abgelaufenen Quartal stärker als die Importe. Mit Blick auf das Winterhalbjahr gehen wir jedoch von einer noch schwächeren Wirtschaftsdynamik in Deutschland aus.

Konjunktur in Deutschland vor schwachem Winterhalbjahr

Die in den letzten Tagen veröffentlichten Wirtschaftsdaten sprechen eine deutliche Sprache: Die deutsche Konjunktur wird zunehmend belastet durch die Krise in den anderen europäischen Ländern, vor allem die Industrie leidet unter der wegbrechenden Nachfrage. Zwar laufen die Geschäfte mit den außereuropäischen Kunden weiterhin sehr gut, doch kann das die Ausfälle im EWU-internen Handel nicht ganz kompensieren.

Deutscher Mittelstand zeigt sich noch robust

Die Ergebnisse der DZ BANK Mittelstandsumfrage vom Herbst 2012 zeigen, dass der deutsche Mittelstand von der Euro-Schuldenkrise insgesamt weniger betroffen ist als die Großunternehmen. Die Gründe hierfür sind insbesondere in der geringeren Auslandsorientierung der mittelständischen Unternehmen sowie in der höheren Abhängigkeit vom Konsum der privaten Haushalte zu finden.

Wirtschaftsklima in Europa weiter verschlechtert, deutsche Unternehmen ebenfalls skeptischer

Die leichte Entspannung, die sich an den Finanzmärkten in den letzten Wochen im Hinblick auf die europäische Schuldenkrise gezeigt hat, hat für die Mehrzahl der Unternehmen im Euro-Raum die Geschäftsaussichten noch nicht positiv beeinflusst. Im Oktober haben sich vielmehr die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Industrie- und im Dienstleistungsbereich weiter eingetrübt, wie sich am jüngsten Rückgang des Einkaufsmanagerindexes (EMI) von 46,1 auf 45,8 Punkte ablesen lässt. Dieser Umfrageindikator befand sich zuletzt im Januar dieses Jahres oberhalb der Wachstums-Schwelle von 50 Punkten. Nach den heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen verbesserte sich zwar im Dienstleistungsbereich bei den befragten Managern die Stimmung geringfügig, für den Industriesektor wurde jedoch eine deutliche Verschlechterung gemeldet. Bezüglich einer Aufschlüsselung nach Ländern liegen bisher nur Zahlen für Deutschland und Frankreich vor: Danach ging der „Gesamt-EMI“ für Deutschland von 49,2 auf 48,1 Punkte zurück, für Frankreich wurde hingegen ein Anstieg von 43,2 auf 44,8 gemeldet. Im zweitgrößten Euroland konnte der Stimmungseinbruch…

Deutsche Konjunktur hält sich noch wacker

In ihrem aktuellen Herbstgutachten betonen die führenden Forschungsinstitute die negativen Effekte der Euro-Krise für die deutsche Wirtschaft. Sie sehen das Wachstum im laufenden Jahr nun bei 0,8%, was noch einen Tick unter ihrer Prognose vom Frühjahr liegt. Das dürfte jedoch nach unserer Meinung – auch angesichts der jüngsten Konjunkturdaten – etwas zu niedrig gegriffen sein. Zwar zeigen sich die Auswirkungen der Schuldenkrise etwa in den Stimmungsindikatoren aus dem Unternehmenssektor sehr deutlich, laut der ifo-Umfrage sind die Geschäftserwartungen seit dem Frühjahr merklich gesunken. Dennoch weisen die guten Exportzahlen und die stabile Industrieproduktion darauf hin, dass sich die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal immer noch auf einem Wachstumspfad halten kann. Daher sind wir für das Jahr 2012 mit einer Wachstumsrate von 1,2% auch etwas zuversichtlicher als die Institute. Über die Konjunktur im kommenden Jahr äußern sich die Institute nun deutlich weniger zuversichtlich als noch im Frühjahr. Sie haben ihre Prognose für 2013 glatt…

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