Deutschland

Gespaltene Entwicklung im deutschen Kreditgeschäft

Die Schuldenkrise im Euro-Raum und das insgesamt schwierigere internationale Umfeld haben dafür gesorgt, dass sich die Konjunkturaussichten in Deutschland in den letzten Monaten eingetrübt haben. Das dürfte sich auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen und die damit in Zusammenhang stehende Kreditnachfrage negativ auswirken. Diese Einschätzung wird durch den jüngsten Bank Lending Survey für Deutschland bekräftigt: Während in der Aprilumfrage noch eine große Mehrheit der befragten Banken mit einer wachsenden Kreditnachfrage der Unternehmen rechnete, war in der Juliumfrage die Zahl der Pessimisten, die mit sinkender Nachfrage rechnen, fast genauso groß wie die der Optimisten. Gleichzeitig beabsichtigt eine kleine Mehrheit der Banken, ihre Kreditrichtlinien für Unternehmen zu verschärfen. Für die nächsten Monate ist daher tendenziell mit einer Stagnation im Firmenkundenneugeschäft zu rechnen. Auf längere Sicht könnten die entsprechenden Kreditbestände sogar zurückgehen. Während die Euro-Krise und das schwache internationale Umfeld die Investitionspläne der Unternehmen bremsen, fühlen sich viele private Haushalte in ihren Investitionsabsichten bekräftigt….

Zinsobergrenze für Italien und Spanien?

Gerüchte, wonach die Europäische Zentralbank eine Obergrenze für die Renditen von Staatsanleihen plane, haben zuletzt an den Märkten und in der Politik für einige Aufregung gesorgt. Weitere Interventionen am kurzen Ende des Marktes hatte EZB-Chef Draghi Ende Juli ja ohnehin schon in Aussicht gestellt, aber die Einführung einer „Zinsobergrenze“ war da noch nicht im Gespräch. Bei einigen Finanzmarktteilnehmern keimt die Hoffnung auf, dass die EZB mit noch massiveren Interventionen im Staatsanleihemarkt die Kurse wieder nach oben treiben könnte und damit für Entlastung vor allem bei den Krisenländern sorgen würde. Besonders aus Südeuropa wurden solche Interventionen der EZB in den letzten Wochen immer wieder gefordert. Aber sind die aktuellen Renditen an den Kapitalmärkten für Länder wie Italien und Spanien wirklich „zu hoch“? Betrachtet man den Verlauf der realen, also inflationsbereinigten Renditen für die einzelnen EWU-Länder in den letzten 20 Jahren, so fällt vor allem auf, dass bereits die Aussicht auf den…

Ein EWU-Austritt käme Deutschland teuer zu stehen

In den kommenden Wochen steht eine ganze Reihe von wichtigen Entscheidungen an, die für die Zukunft der Europäischen Währungsunion prägend sein könnten: Am 12. September das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu ESM und Fiskalpakt; schon Anfang September reist die Troika wieder nach Athen, um die wirtschaftliche Situation zu bewerten und die Fortschritte bei der Umsetzung des griechischen Sparprogramms zu überprüfen; Spanien dürfte wohl in Kürze einen offiziellen Antrag auf direkte Unterstützung durch den EFSF bzw. ESM stellen – über das bereits zugesagte Hilfspaket von 100 Mrd. Euro für die spanischen Banken hinaus; und schließlich wird sich die Europäische Zentralbank bereits am 06. September erneut mit den in Aussicht gestellten neuen Stützungsmaßnahmen (Ankauf von kurzlaufenden Staatsanleihen in größerem Umfang durch die EZB) für Länder, die einen Hilfsantrag gestellt haben, befassen und detaillierte Pläne vorstellen. Jedes dieser Ereignisse hat das Potential, die Diskussion über die Zukunft und den Fortbestand der Währungsunion noch weiter…

Immobilien: Preisblase in Deutschland?

Die Diskussion über steigende Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland wird intensiver, oft sogar mit dem Tenor einer sich abzeichnenden Immobilienpreisblase. Als „Beweis“ werden die zum Teil zweistelligen Preissteigerungsraten in Großstädten wie Berlin und Hamburg oder fünfstellige Quadratmeterpreise in den besten Lagen der bayerischen Landeshauptstadt angeführt. Auch wenn sich diese dynamischen Entwicklungen lokaler Teilmärkte sicherlich gut als anschauliche Beispiele eignen, eine landesweite Preisblase lässt sich daraus schwerlich ableiten. So steigen die Preise vielerorts deutlich langsamer; in eher ländlichen Regionen, nicht nur im Osten Deutschlands, reicht die abwanderungsbedingt geringere Nachfrage zuweilen nicht einmal, um das Preisniveau stabil zu halten. Bundesweite Immobilienmarktdaten zeichnen daher auch ein anderes Bild. So gibt die Bundesbank eine Preissteigerung von derzeit rund fünf Prozent pro Jahr an, die aber etwas überzeichnet sein dürfte, weil sie auf den 125 Marktstädten von BulwienGesa basiert und damit den ländlichen Raum nicht berücksichtigt. Die breitflächige Erfassung von Preisdaten aus dem…

Spiel mit dem Feuer

Nachdem sich vor kurzem schon einige Politiker der Regierungskoalition in Deutschland zu einem möglichen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum geäußert haben, kommen auch aus anderen vermeintlich stabilen Mitgliedsländern weitere düstere Stimmen. Zuletzt hat sich der finnische Außenminister zu Wort gemeldet. Er fordert die Gemeinschaft auf, „sich offen der Möglichkeit eines Auseinanderbrechens des Euro zu stellen“ und sich darauf vorzubereiten. Demnach erarbeitet Finnland einen Handlungsplan für alle Eventualitäten für ein Ende des Euro. Die Auflösung der Währungsunion würde jedoch – wie auch die Euro-Einführung vor mehr als 13 Jahren – ein Experiment darstellen, welches in dieser Dimension noch nie durchgeführt wurde. Niemand kann heute sagen, wie ein Ende des Euro aussieht und was die Folgen wären. Kehrt man zurück zu nationalen Währungen oder gibt es Währungsblöcke wie einen Nord- oder Südeuro? Einigermaßen sicher erscheint aus heutiger Sicht, dass die neuen Währungen der heutigen Problemländer in einem wie auch immer gearteten neuen…

Deutsche Konjunktur im Frühjahr solide, Ausblick aber schwächer

Die deutsche Wirtschaft bleibt nach dem kräftigen Jahresauftakt auch im zweiten Quartal auf Wachstumskurs. Allerdings hat sich die Konjunktur im Frühjahr doch merklich verlangsamt. Die heute für das zweite Vierteljahr gemeldete Wachstumsrate von 0,3% im Vergleich zum Vorquartal liegt etwas niedriger als in Q1 (+0,5%). Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben vor allem die Kauffreude der Verbraucher und der immer noch gute Außenhandel zum insgesamt positiven Ergebnis im Frühjahr beigetragen. Trotz der Krise in einigen europäischen Ländern haben die deutschen Unternehmen auch im abgelaufenen Quartal ihre Exporte steigern können. Die Industrieproduktion hat allerdings im Frühjahr im Vergleich zum kräftigen Jahresbeginn leicht nachgegeben. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte gehen wir von einer zwar weiterhin aufwärts gerichteten, aber doch gebremsten Wirtschaftsdynamik in Deutschland aus. Das schwächere internationale Umfeld macht sich auch hierzulande bemerkbar. In den vergangenen Monaten haben sich vor allem die Frühindikatoren merklich abgeschwächt. Die Auswirkungen der Euro-Krise schlagen sich…

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