Deutschland

Aktienstrategie: Das Risiko einer Konsolidierung ist gestiegen

Die Staatsschuldenkrise wird die Aktienmärkte noch eine Weile belasten, denn die aktuelle Entwicklung spricht dafür, dass das konjunkturelle Wachstum vor allem in den südeuropäischen Staaten weiterhin enttäuschend ausfallen wird. Dem wird sich auch Deutschland nicht entziehen können. Das Gewinnwachstum der deutschen Unternehmen wird folglich weiterhin schwach ausfallen, und der Markt dürfte deshalb zunächst in einer recht breiten Spanne seitwärts tendieren.

Autos: Geschäft in aufstrebenden Märkten und den „Autoländern“ kompensiert Krise in Europa

Der Automobilsektor in Deutschland ist weltweit bekannt für die Modelle der großen Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen. Hinter den Herstellern stehen zusätzlich Tausende von Zulieferbetrieben, die von Weltmarktführern wie Bosch und Continental angeführt werden, letztlich aber in der deutlichen Mehrzahl kleinere, mittelständisch geprägte Unternehmen sind. Die Unternehmen der Automobilbranche gelten – zu Recht – als „Rückgrat“ der deutschen Wirtschaft und jede Entwicklung im Segment wird von uns als möglicher Indikator hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung entsprechend kritisch analysiert.

Neues Anleihenkaufprogramm der EZB lässt Bundrenditen steigen

Um den angeschlagenen Euro-Staaten ein Durchbrechen ihres Teufelskreises aus untragbaren Zinsbelastungen und Sparerfordernissen zu ermöglichen, soll sich der Druck der Finanzmärkte in Luft auflösen; zumindest sollen die kriselnden Staaten mehr Zeit bei ihren Sparaktivitäten erhalten. Eine Kombination aus Käufen am kurzen Ende der Renditestrukturkurve durch die europäische Notenbank (EZB) und Käufen am langen Ende durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verspricht Renditesenkungen entlang des gesamten Laufzeitenspektrums. Die Ankündigung auf der jüngsten Sitzung des EZB-Rates über eine Neuauflage eines Anleihenkaufprogramms hat deutschen Staatsanleihen gewisse Kursverluste beschert. Bis in die abgelaufene Handelswoche hinein hat sich ein Renditeanstieg entlang der gesamten Kurve abgespielt. Wir gehen von einem zunächst anhaltenden Impuls aus. Auch Länder wie Finnland und die Niederlande sind betroffen; für die Kurse von Anleihen aus der Euro-Peripherie (Ausnahme: Griechenland) sollten dagegen weitere Gewinne am Staatsanleihemarkt zu beobachten sein. Durch das neue Anleihen-Ankaufprogramm steht den Währungshütern nun eine „unlimitierte Feuerkraft“ zur Verfügung, womit der…

Rezession im Euro-Raum dauert an – Stimmung in Deutschland aber leicht erholt

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt weiter in der Rezession, das zeigen auch die neuesten Umfragen unter den Einkaufsmanagern. Im September ist das Stimmungsbarometer im EWU-Durchschnitt gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 45,9 Punkte gesunken, das ist der tiefste Wert seit Juni 2009. Damit notiert dieser wichtige Indikator schon seit zwölf Monaten unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin den zweiten Monat in Folge leicht besserte, war bei den Dienstleistern das Geschäftsklima im September so schlecht wie zuletzt im Juli 2009. Mit der jüngsten Veröffentlichung wurde die Hoffnung zahlreicher Analysten enttäuscht, dass sich die Ankündigung des unbegrenzten Kaufs von Staatsanleihen durch die EZB bereits kurzfristig in der Wirtschaftsstimmung positiv bemerkbar machen könnte. Spiegelbildlich verlief die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern: In Deutschland kletterte der Composite Index auf 49,7 Punkte und erreichte damit fast die Wachstumsschwelle, in Frankreich wurde dagegen ein überraschend…

Gespaltene Entwicklung im deutschen Kreditgeschäft

Die Schuldenkrise im Euro-Raum und das insgesamt schwierigere internationale Umfeld haben dafür gesorgt, dass sich die Konjunkturaussichten in Deutschland in den letzten Monaten eingetrübt haben. Das dürfte sich auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen und die damit in Zusammenhang stehende Kreditnachfrage negativ auswirken. Diese Einschätzung wird durch den jüngsten Bank Lending Survey für Deutschland bekräftigt: Während in der Aprilumfrage noch eine große Mehrheit der befragten Banken mit einer wachsenden Kreditnachfrage der Unternehmen rechnete, war in der Juliumfrage die Zahl der Pessimisten, die mit sinkender Nachfrage rechnen, fast genauso groß wie die der Optimisten. Gleichzeitig beabsichtigt eine kleine Mehrheit der Banken, ihre Kreditrichtlinien für Unternehmen zu verschärfen. Für die nächsten Monate ist daher tendenziell mit einer Stagnation im Firmenkundenneugeschäft zu rechnen. Auf längere Sicht könnten die entsprechenden Kreditbestände sogar zurückgehen. Während die Euro-Krise und das schwache internationale Umfeld die Investitionspläne der Unternehmen bremsen, fühlen sich viele private Haushalte in ihren Investitionsabsichten bekräftigt….

Zinsobergrenze für Italien und Spanien?

Gerüchte, wonach die Europäische Zentralbank eine Obergrenze für die Renditen von Staatsanleihen plane, haben zuletzt an den Märkten und in der Politik für einige Aufregung gesorgt. Weitere Interventionen am kurzen Ende des Marktes hatte EZB-Chef Draghi Ende Juli ja ohnehin schon in Aussicht gestellt, aber die Einführung einer „Zinsobergrenze“ war da noch nicht im Gespräch. Bei einigen Finanzmarktteilnehmern keimt die Hoffnung auf, dass die EZB mit noch massiveren Interventionen im Staatsanleihemarkt die Kurse wieder nach oben treiben könnte und damit für Entlastung vor allem bei den Krisenländern sorgen würde. Besonders aus Südeuropa wurden solche Interventionen der EZB in den letzten Wochen immer wieder gefordert. Aber sind die aktuellen Renditen an den Kapitalmärkten für Länder wie Italien und Spanien wirklich „zu hoch“? Betrachtet man den Verlauf der realen, also inflationsbereinigten Renditen für die einzelnen EWU-Länder in den letzten 20 Jahren, so fällt vor allem auf, dass bereits die Aussicht auf den…

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