Deutschland

EWU-Einkaufsmanager im Juli: Erholung nach der Delle im Vormonat

Im Euro-Raum hat sich die Aktivität in der Privatwirtschaft zum Beginn des dritten Quartals wieder gefangen. Das zeigt die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern in der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe. Der zusammengefasste Composite-Index aus beiden Sektoren stieg von 52,8 Punkten im Juni auf 54 Indexpunkte. Er notiert damit nun seit dreizehn Monaten oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Indexpunkten, ab der ein Wachstum in der Privatwirtschaft angezeigt wird. Dabei verzeichneten die Industrie leichte und der Dienstleistungssektor deutliche Stimmungsaufhellungen. Die Einschätzung der Dienstleister notiert inzwischen auf dem höchsten Niveau seit gut dreieinhalb Jahren. Erfreulich an der Gesamtentwicklung ist, dass die steigende Zuversicht im Euro-Raum gerade außerhalb von Frankreich und Deutschland weiter zugenommen hat: ein Indiz dafür, dass die Konjunkturerholung weiter an Breite gewinnt. Die deutschen Einkaufsmanager gaben sich im Juli wieder etwas zuversichtlicher als erwartet. Der Composite-Index stieg von 54,0 auf 55,9 Indexpunkte an und liegt damit komfortabel im Expansionsbereich oberhalb der…

VGR-Revision im Herbst: Alle werden reicher…

Die Berechnungsweise der wichtigsten Kenngröße für den Wohlstand einer Volkswirtschaft – des Bruttoinlandsprodukts – wird aktuell international überarbeitet. Buchhalterisch gesehen dürfte damit das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in vielen Ländern der Eurozone ein gutes Stück höher ausfallen. Nach ersten Schätzungen erhöht sich das BIP ab September durch die Revision im EU-Schnitt um 2,4 Prozent. Das Statistische Bundesamt erwartet für Deutschland eine Veränderung von +3 Prozent, in absoluten Zahlen sind das etwa 82 Milliarden Euro mehr für das Berechnungsjahr 2013. Solche Generalrevisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) erfolgen in regelmäßigen Abständen. Dabei werden die gegenwärtigen Zeitreihen grundlegend überarbeitet, um die Datengüte zu erhöhen und die Messung ökonomischer Aktivitäten immer wieder an die veränderten Umstände einer global agierenden Wirtschaft anzupassen. Die quantitativ bedeutendste Konzeptänderung dieses Mal ist die Erweiterung des Investitionsbegriffs. Mit der neuen Verordnung werden künftig Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) von Unternehmen und Staat als Investitionen gezählt. Für den Unternehmenssektor wurden sie…

EU-Sparkonto: Nachhaltige Kreditversorgung sieht anders aus

Die EU-Kommission will die langfristige Finanzierung der europäischen Wirtschaft sicherstellen. Dabei geht es ihr um Infrastrukturprojekte und um die Kreditversorgung kleiner und mittelständischer Betriebe. Im bunten Strauß an Überlegungen der Kommission findet sich auch der Vorschlag eines EU-Sparkontos. Die bisher nur grob skizzierte Idee sieht vor, ein europaweit verfügbares, staatlich reglementiertes Sparprodukt einzuführen, das von Geschäftsbanken oder als Online-Konto von Förderbanken angeboten werden könnte. Als Sparanreiz sind staatlich garantierte, attraktive Zinsen sowie Steuervergünstigen denkbar. Die so eingesammelten Mittel sollen für staatlich festgelegte Zwecke verwendet werden – beispielsweise in Form zinsgünstiger Programmkredite. Beim EU-Sparkonto geht es daher nicht einfach nur um ein neues Sparprodukt für die Niedrigzins-geplagten Bürger, sondern vielmehr um ein Konzept, das es dem Staat ermöglicht, direkt in die Finanzierungskreisläufe der Wirtschaft einzugreifen. Ein derartiges Sparkonto ist jedoch nicht geeignet, Finanzierungsengpässen zu vertretbaren Bedingungen entgegenzuwirken. So besteht die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen zugunsten staatlich geförderter Einlagen- und Kreditangebote mit der…

Verbesserte Einkommensperspektiven privater Haushalte mit fadem Beigeschmack

Der Bundesrat hat heute dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde zugestimmt. Zusammen mit dem Rentenreformpaket wurden zwei sozialpolitische Maßnahmen ergriffen, von denen verstärkt untere Einkommensschichten profitieren. Für verbesserte Einkommensperspektiven der Bürger sorgt jedoch vor allem auch der günstige Konjunkturverlauf. Das hat sich bereits in den Tarifverhandlungen des laufenden Jahres niedergeschlagen. Im nächsten Jahr sollte sich das Wirtschaftswachstum zwar abschwächen, im europäischen Vergleich aber immer noch ordentlich ausfallen. Obwohl der Mindestlohn Arbeitsplätze kostet, dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im nächsten Jahr weiter steigen – allerdings langsamer als 2014. Zeitlich verzögert profitieren auch die Betriebsüberschüsse und Selbstständigeneinkünfte vom Aufschwung. Ein Wermutstropfen für die Einkommensentwicklung privater Haushalte ist jedoch das anhaltend niedrige Zinsniveau. Gemessen an der langjährigen Durchschnittsrendite deutscher Rentenwerte hat das private Geldvermögen in Form von Einlagen, Rentenpapieren und Rentenfonds ein Einkommenspotenzial von rund 80 Mrd. Euro im Jahr. Aktuell erreichen die Zinseinkünfte der Bürger gerademal 18 Mrd. Euro. Kurz-…

Immobilienpreise in Europa steigen wieder

Im ersten Quartal 2014 sind die durchschnittlichen Immobilienpreise in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nach über zwei Jahren erstmals wieder gestiegen. Die Jahresveränderungsrate lag mit genau einem Prozent im Plus. Im etwas kleineren Kreis der Eurozonen-Länder hat es dagegen nicht ganz für ein positives Vorzeichen gereicht. Hier sanken die Preise im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 0,3 Prozent. Positiv ist aber, dass die Sinkgeschwindigkeit in den zurückliegenden Quartalen kontinuierlich kleiner geworden ist. Ein Jahr zuvor, im ersten Quartal 2013, war die Lage deutlich schlechter. Im der Eurozone fielen die Immobilienpreise jährlich um 2,4 Prozent, in den Länder der Europäischen Union lag die Sinkrate bei 1,5 Prozent. Bedingt durch die Berechnungsmethode – die Länder werden mit ihrer kaufkraftbereinigten Wirtschaftsleistung berücksichtigt – wird die Indexentwicklung stark von den „großen“ Volkswirtschaften dominiert. In der Eurozone erwirtschaften die „Top Five“, das sind Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande, deutlich über 80 Prozent…

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird’s langsam eng

Im Rahmen ihrer regelmäßigen „Engpassanalyse“ hat die Bundesagentur für Arbeit festgestellt, dass vor allem in technischen Berufsfeldern, wie z. B. in der Automatisierungs- und Energietechnik, aber auch in Gesundheits- und Pflegeberufen, also z. B. bei Humanmedizinern und examinierten Pflegekräften, mittlerweile ein „bundesweiter Fachkräftemangel“ besteht. Die deutschen Unternehmen haben demnach immer größere Schwierigkeiten, geeignetes Personal für ihre Vakanzen zu finden. Dies mag in Anbetracht von immer noch knapp drei Millionen Arbeitslosen zunächst verwundern. Doch bereits seit 2011 haben sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt Beschäftigung und Arbeitslosigkeit entkoppelt. So stieg in den ersten Monaten 2014 die Beschäftigung im Vorjahresvergleich insgesamt um rund 360.000, die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs erhöhte sich sogar um mehr als 400.000. Die Arbeitslosenzahl liegt 2014 bislang dagegen nur etwa 35.000 unter Vorjahr. Das heißt, der weitaus größte Teil der neu geschaffenen Stellen kann nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus besetzt werden. Vielmehr sind die Unternehmen auf neu auf den Arbeitsmarkt…

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