Deutschland

Ifo-Geschäftsklima stabil trotz Flut

Nach dem deutlichen Plus im Mai hat sich der ifo Geschäftsklimaindex im Juni weiter verbessert, wenn auch nur minimal. Das wichtige Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft stieg auf 105,9 Punkte, nach einem Stand von 105,7 im Mai. Dabei überraschen die Unternehmen vor allem mit einer recht stabilen Einschätzung ihrer laufenden Geschäftsentwicklung. Die aktuelle Lage wird trotz der erheblichen Belastungen durch das Hochwasser in Teilen Deutschlands gegenüber dem Vormonat nur wenig schlechter eingeschätzt. Der Geschäftslageindex sank von 110,0 Punkten auf 109,4 Punkte, wir hatten mit einer etwas stärkeren Beeinträchtigung gerechnet. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die nächsten sechs Monate haben sich sogar von 101,6 auf 102,5 Punkte verbessert, vor allem aufgrund besserer Exportaussichten. Dass sich die Lageeinschätzung auf ihrem recht guten Niveau halten kann, deutet darauf hin, dass die konjunkturellen Schäden durch das Hochwasser nicht so gravierend ausfallen wie vielfach befürchtet. Im dritten Quartal dürften sogar per saldo positive Impulse durch…

Märkte mit klarer Überreaktion

Der dieser Tage angedeutete Fed-Kurswechsel hat an den Märkten zu einer heftigen Reaktion geführt. Speziell am Rentenmarkt sind die Renditen der US-Treasuries und der Bundesanleihen kräftig angestiegen. Ist die jüngste Verkaufswelle gerechtfertigt? Jein – die Ankündigung von Ben Bernanke, dass die Anleihekäufe der Fed schon im Sommer des kommenden Jahres beendet sein könnten, hat sicherlich die Märkte auf dem „falschen Fuß“ erwischt und somit eine Überreaktion hervorgerufen. Die Fed wird jedoch vorerst weniger zusätzliches Geld in den Kreislauf pumpen und ab dem Sommer des kommenden Jahres wohl keine weitere Liquidität schöpfen. Die Liquiditätsausstattung der Wirtschaft bleibt somit üppig, zumal die Fed hier explizit keinen schnellen Rückzug angekündigt hat. Leitzinserhöhungen, die de facto zu einer Reduzierung der Liquidität führen sollten, werden erst für das Jahr 2015 (!) gesehen. Auch Bundesanleihen sind unter die Räder gekommen. Die transatlantische 90-Tage-Korrelation zeigt an, dass der Gleichlauf der Bund- und der US-Treasury-Renditen in den vergangenen…

Frühling in der deutschen Industrie

Die leichte Erholungstendenz in der deutschen Industriekonjunktur hat sich im April weiter fortgesetzt. Mit einem Produktionsplus von 1,8% wurden die skeptischen Markterwartungen sogar deutlich übertroffen. Ausschlaggebend für den kräftigen Anstieg der gesamten Industrieproduktion waren vor allem Nachholeffekte in der Baubranche nach dem frostigen Märzwetter. Im Bauhauptgewerbe schoss die Produktion nach dem sehr schwachen Vormonat im April um 16,8% nach oben (Baugewerbe insgesamt +6,7%).

Rückschlag bei Aufträgen im April

Der Ausblick für die deutsche Industriekonjunktur hat sich wieder etwas eingetrübt. Nach zwei kräftigen Zuwachsraten in den beiden Vormonaten verbuchten die  Industrieunternehmen im April ein Minus bei den Bestellungen von 2,3%. Das ist deutlich mehr als von Marktbeobachtern erwartet worden war. Das Bundeswirtschaftsministerium vermeldete ungewöhnlich wenige Großaufträge, während sich diese Kategorie im März noch positiv ausgewirkt hatte. Die Auftragseingänge sind damit wieder auf ihr Durchschnittsniveau vom ersten Quartal zurückgefallen.

Private Haushalte stützen die deutsche Konjunktur

Dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres nicht in die Rezession gerutscht ist, ist allein der stabilen Kauflaune der privaten Haushalte zu verdanken. Das zeigen die heute vom Statistischen Bundesamt vorgelegten detaillierten Angaben zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Vierteljahr 2013. Der private Konsum legte preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Schlussquartal des letzten Jahres um immerhin 0,8 Prozent zu. Eine derartige Wachstumsdynamik bei den Ausgaben der privaten Haushalte war zuletzt im zweiten Quartal 2010 zu beobachten gewesen.

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