Deutschland

Deutsche Konjunktur ohne Schwung, aber kein Absturz

Nachdem Stimmungsindikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex oder die Einkaufsmanagerbefragung zuletzt wieder etwas nachgegeben haben, fielen auch die „harten“ Konjunkturdaten für den Monat Februar eher etwas enttäuschend aus. Zwar sind die Auftragseingänge in der Industrie im Vergleich zum Januar saisonbereinigt um mehr als 2% gestiegen, doch war der Vormonat auch besonders schwach. Erfreulich ist, dass sich die Auftragslage im Inland deutlich verbessert darstellt. Besonders das Investitionsgütergewerbe erhielt wieder mehr Aufträge von heimischen Unternehmen, das lässt auf ein Anspringen der Investitionskonjunktur im weiteren Jahresverlauf hoffen. Dagegen sind die Bestellungen aus dem Ausland zuletzt etwas schwächer ausgefallen. Positiv immerhin, dass sich die Nachfrage aus dem krisengeschüttelten Euro-Raum allmählich zu stabilisieren scheint.

Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum: Erholung lässt auf sich warten

Der konjunkturelle Erholungsprozess im Euro-Raum verläuft doch langsamer als es die Stimmungsaufhellung zum Jahresanfang 2013 noch erwarten ließ. Die Einschätzungen der EWU-Einkaufsmanager haben sich im März nach vorläufigen Daten wieder abgeschwächt. Der Composite-Index für den Euro-Raum ist gegenüber dem Vormonat nach vorläufigen Daten um 1,4 Punkte auf 46,5 Punkte zum zweiten Mal in Folge gesunken. Die Märzdaten markieren zudem den stärksten Rückgang seit vier Monaten. Damit bewegt sich der Indikator weiter im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten, die Abschwungdynamik der wirtschaftlichen Aktivität in der privaten gewerblichen Wirtschaft hat wieder zugenommen.

Deutsche Konjunktur: Positiv, aber kein Überflieger

Nach den guten bis sehr guten Vorgaben durch Sentimentindikatoren wie den ifo-Geschäftssklimaindex oder auch die Einkaufsmanagerbefragung im verarbeitenden Gewerbe fielen die ersten „harten“ Daten aus dem Industriebereich für das Jahr 2013 etwas enttäuschend aus. So sind die Auftragseingänge in der Industrie im Januar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,9% zurückgegangen. Im Monat zuvor hatten sie sich noch um 1,1% erhöht. Dabei sind die Bestellungen aus dem Inland zuletzt lediglich um 0,6, die aus dem Ausland jedoch um 3,0% gesunken. Einmal mehr spielte die schwache Nachfrage aus dem krisengeschüttelten Euro-Raum (-4,1% gg. Vormonat) die wichtigste Rolle.

Deutsche Unternehmen glauben an die Erholung

Der Optimismus im deutschen Unternehmenssektor hat im Februar weiter zugenommen. Das ergibt sich aus der aktuellen Umfrage des ifo-Instituts bei rund 7.000 Firmen aus der gewerblichen Wirtschaft. Demnach hat sich das Geschäftsklima im abgelaufenen Monat weiter verbessert, der Index ist von 104,3 auf 107,4  Punkte geklettert. Das viel beachtete Konjunkturbarometer ist damit zum vierten Mal in Folge angestiegen und steht nun wieder auf dem höchsten Wert seit April letzten Jahres.

Euro-Raum weiter in der Rezession – deutsche Wirtschaft erleidet merklichen Rückgang

Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum ist im vierten Quartal mit einem Minus von 0,6 Prozent erneut rückläufig gewesen. Mit dem dritten Rückgang in Folge gegenüber dem Vorquartal befindet sich die Gemeinschaft der Euroländer damit weiterhin in der Rezession. Selbst die deutsche Wirtschaft, die im abgelaufenen Jahr 2012 der Rezession im Euro-Raum noch widerstehen konnte, musste einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent verzeichnen. Nach vorliegenden Daten ist in fast allen EWU-Mitgliedsländern das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesunken. In Portugal und Spanien beschleunigte sich der Rückgang des BIP abermals, in Italien wurde sogar der stärkste Einbruch seit dem ersten Quartal 2009 verzeichnet. Portugal durchläuft eine lang anhaltende und schwere Rezession mit neun rückläufigen Quartalen in Folge , mit einem abermals ausgeprägten Minus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies war der größte Rückgang auf Quartalsbasis unter allen Mitgliedsländern. Auch in Griechenland zeichnet sich noch keine Besserung ab. Gegenüber dem Vorjahresquartal (saisonbereinigte Quartalszahlen werden hier…

Politisches Störfeuer voraussichtlich nur temporär

Nachdem die Stimmung an den Rentenmärkten zu Jahresbeginn sehr positiv war, trübt sie sich nun leicht ein. Dabei wird deutlich, dass die ökonomischen Probleme der Peripheriestaaten weiterhin nicht gelöst sind. Gegenwärtig ist es aber vor allem die politische Diskussion, die Unsicherheiten ausgelöst hat. So kämpft der spanische Ministerpräsident mit einer Korruptionsaffäre, und in Italien verbessern sich die Meinungsumfragen für das Lager um Silvio Berlusconi. Sollte die Regierung Rajoy in Madrid an der Affäre zerbrechen oder sollte die Bildung einer neuen Regierung in Italien nur unter Berlusconis Beteiligung möglich sein, wären dies erhebliche Rückschritte bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise. So weit ist es aber bisher nicht. Wir gehen davon aus, dass die Regierung Rajoy weiter fest im Sattel sitzt und dass die neue Regierung in Italien ohne Berlusconi gebildet wird. Bis zu den Wahlen am 24. und 25. Februar könnten die Märkte dennoch nervös tendieren.

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