Devisenmärkte

Gold springt locker über 2.000 USD

Wie ein hoch dekoriertes Sprungpferd nimmt Gold die 2.000er-Hürde problemlos. Vor allem unter institutionellen Anlegern ist Gold salonfähig geworden. Sie sehen sich zunehmend mit dem 16 Billionen US-Dollar Problem konfrontiert. So hoch kann nämlich das Volumen von Anleihen (Investment Grade) mit negativen Renditen beziffert werden. Anlagealternativen sind also ein rares Gut. Wir rechnen damit, dass die Investmentnachfrage aufgrund der aktuellen Zins- und Unsicherheitssituation weiter steigt. Zumal der Goldanteil in den institutionellen Portfolien mit unter 0,5 Prozent noch extrem gering ist.  Auch die Tatsache, dass der Status des US-Dollars als ultimativer sicherer Hafen zumindest Kratzer bekommt, spricht für ein fortgesetzt hohes Investoreninteresse. Es darf an der Stelle auch nicht vergessen werden, dass der Goldmarkt sehr eng ist. Die global ausstehenden Gold Exchange-Traded-Funds (ETFs) erreichen gerade mal eine Marktkapitalisierung, die in etwa der von SAP und Zalando entspricht. Selbst wenn Großanleger nur marginal ihre Goldpositionen erhöhen, kann dies einen erheblichen Einfluss auf…

EUR-USD: Zwischen zwei Fronten gefangen

Die Corona-Krise hat an den internationalen Finanzmärkten extreme Turbulenzen ausgelöst. Insbesondere im März waren zum Teil dramatische Kursbewegungen zu beobachten. Das „Risk-off“ Sentiment zog Aktienmärkte ins schier Bodenlose, während aggressive Spreadausweitungen das Bild an den Kreditmärkten dominierten. An den Devisenmärkten stellt sich die Lage etwas komplexer dar. Auch hier gibt es natürlich traditionelle „Risk-off“ Verhaltensmuster – diese waren zuletzt vor allem unter den Schwellenländerwährungen zu beobachten, die herbe Verluste einstecken mussten. Währungen sind jedoch per definitionem immer eine relative Betrachtung: es ist nicht damit getan festzustellen, dass die Corona-Krise mit massiven wirtschaftlichen Einbußen für alle Länder verbunden sein wird. Die Aufgabe eines Deviseninvestors ist es, einzuschätzen, welche Länder stärker bzw. weniger betroffen sind als der Rest. Wie schwer sich der Markt mit der Abwägung der unterschiedlichen wirtschaftlichen Perspektiven und der Einschätzung darüber, welche Währungen in diesem Umfeld als Sichere Häfen gelten können, getan hat, ist deutlich an den Kursentwicklungen der…

Zurzeit gibt es keine sicheren Häfen

Die anhaltende Corona-Krise hat die Finanzmärkte hart getroffen. Die Aktienmärkte wurden besonders hart getroffen, und obwohl die letzten Tage ermutigend waren, befürchten wir, dass das Schlimmste noch nicht hinter uns liegt. Während die Aktienmärkte eingebrochen sind und die Kreditspreads sich ausgeweitet haben, hatten die Devisenmärkte zeitweise Schwierigkeiten, klare Richtung zu finden. Dies ist kaum überraschend: Währungen sind per Definition ein relativer Handel. Die ziemlich einfache „Sell, sell, sell“-Mentalität des Aktienmarktes lässt sich hier nicht übersetzen. Es geht darum, sowohl Gewinner als auch Verlierer zu identifizieren. Letzteres ist ziemlich einfach, Ersteres deutlich schwieriger. Selbst die traditionellen sicheren Häfen haben sich nicht so verhalten, wie wir es in einer „normalen“ Krise erwartet hätten. Während der Schweizer Franken unter einem ziemlich beständigen Aufwärtsdruck stand (dem durch die Intervention der Schweitzer Notenbank entgegengewirkt wurde), hat sich der japanische Yen und der US Dollar eher erratisch bewegt. Ähnliches gilt auch für die entsprechenden Anleihemärkte. Kurzgesagt,…

EM-Währungen bieten den geopolitischen Risiken die Stirn

Das Segment der Schwellenländer-Währungen ist der Zuspitzung des US-Iran-Konflikts mit einer auf den ersten Blick unerwarteten Resilienz begegnet. So verzeichneten doch die als risikosensitiv geltenden Währungen selbst in den Tagen, als die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Golf-Krise am größten war, nur leichte Kursverluste. Auffällig ist hierbei die Entwicklung des russischen Rubels, der auf breiter Front sogar moderat zulegen konnte. Ursächlich hierfür sind zum einen die zeitweise deutlich gestiegenen Ölpreise. Zum anderen dürften heimische Faktoren eine Rolle für die Sonderstellung des Rubels spielen. Denn während sich beispielsweise die türkische Lira und der südafrikanische Rand mit heimischen Problemen auseinandersetzen müssen, kann der Rubel –was die nationalen fundamentalen und politischen Vorgaben betrifft – vergleichsweise sorgenfrei agieren. Dass die Gruppe der EM-Währungen auf die zeitweise massiv zugenommenen geopolitischen Risiken besonnen reagiert hat, ist unserer Ansicht nach jedoch in erster Linie dem sich zuletzt wieder aufgehellten globalen Sentiment gegenüber Schwellenländer-Währungen geschuldet. Hierzu haben…

Für den Yen hat sich einiges verändert

Die niedrigen Zinsen und die global steigende Geldmenge und Verschuldung haben Effekte auf alle Teile des Finanzmarktes. So hat der japanische Yen seine Funktion als sicherer Hafen in Zeiten von erhöhten Risiken fast gänzlich eingebüßt. So ist der Zusammenhang zwischen Aktienmarktentwicklung und der japanischen Währung sehr schwach geworden. Aber auch der Vorteil als Finanzierungswährung ist dahingeschmolzen in Zeiten von global niedrigen Zinsen. Wenn die Unsicherheit an den Finanzmärkten wieder deutlich zunehmen sollte, dürfte der japanische Yen zwar wieder stärker profierten. Aber als Finanzierungswährung dürfte der Yen zunächst ausgedient haben. Plötzliche Aufwertungen des Yen können also weiterhin möglich sein. Jedoch müssen die Schocks wohl sehr ausgeprägt sein. Die Aufwertung sollte aber weniger ausgeprägt sein als in der Vergangenheit, da die Funktion als Finanzierungswährung weitestgehend weggefallen ist und damit die quasi der Turbo für eine Aufwärtsbewegung jetzt fehlt.

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