Devisenmärkte

Theresa May unter Druck

Das Pfund sieht sich zum Wochenstart spürbarem Gegenwind ausgesetzt. Hintergrund ist die zunehmende politische Unsicherheit in Großbritannien. Der Druck auf Premierministerin May hat mittlerweile eine neue Dimension erreicht. Angefangen hat die jüngste Verkettung an Negativschlagzeilen für die Regierungschefin mit dem Rücktritt zweier Kabinettsmitglieder. Zudem ist Außenminister Johnson verstärkt in die Kritik geraten, nachdem er sich ungeschickt zur Situation einer im Iran wegen Spionage inhaftierten Frau mit britisch-iranischer Nationalität geäußert hatte. Die im Raum stehenden Rücktrittsforderungen haben Johnson nicht davon abgehalten, gemeinsam mit Umweltminister Gove einen „geheimen Brief“ an die Regierungschefin zu formulieren. Hierin fordern die beiden Brexit-Hardliner, dass sich Großbritannien besser auf ein Scheitern der Verhandlungen mit Brüssel vorbereitet. Darüber hinaus soll eine mögliche Übergangsphase auf maximal zwei Jahre begrenzt bleiben. Dass dieses Schreiben früher oder später an die Öffentlichkeit geraten würde, dürfte den beiden Verfassern im Vorhinein klar gewesen sein. Ebenfalls wenig erfreut dürfte Theresa May auf Medienberichte reagiert…

Bitcoin steht vor turbulenten Zeiten, Kryptowährungen bleiben aber attraktiv

Die Digitalwährung Bitcoin hat in den letzten Wochen und Monaten für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Im August gab es die Spaltung in Bitcoin und Bitcoin Cash, danach wirbelte China mit dem Verbot des sogenannten Initial Coin Offering (ICO) und einem möglichen Handelsverbot an Bitcoin-Börsen den Markt reichlich auf. Dazu sorgten auch die Aussagen des Chefs der Großbank JP Morgan, bei Bitcoin handele es sich um Betrug, für großes Aufsehen. Der Bitcoin-Kurs fuhr Achterbahn: Erst rauf auf 5.000 USD, dann im Zuge der China-Diskussionen der Absturz auf 3.000 USD. Mittlerweile konnte sich der Kurs wieder erholen und notiert seit einigen Tagen recht stabil knapp unter 4.000 USD. Schwankungen von 10% pro Tag sind bei Bitcoin zwar keine Seltenheit, ein Verfall von rund 40% in solch kurzer Zeit war allerdings auch für die Kryptowährung ein großer Schock. Doch auch wenn die Kurschwankungen der vergangenen Wochen extrem waren: die jüngste Kurskorrektur gut und notwendig….

Internationale Rolle des Euro auf dem Prüfstand

Die Entwicklung der letzten beiden Jahre war geprägt von diversen Gegenwinden, denen sich der Euro vor allem von politischer Seite ausgesetzt sah, angefangen beim EU-Austrittsvotum der Briten über die neue US-Administration bis hin zu den Herausforderungen der Wahlen in wichtigen EU-Ländern. Doch auch die strukturellen Folgen der Anleihekaufprogramme der EZB haben sich als Herausforderung für die Reputation des Euro erwiesen. Die EZB hat jüngst ihre jährliche Bestandsaufnahme für die „Internationale Rolle des Euro“ veröffentlicht und prüft die Auswirklungen besagter Entwicklungen für die Akzeptanz des Euro außerhalb des eigenen Währungsraums. Die internationale Verbreitung des Euro wird dazu an mehreren ausgewählten Funktionen einer Währung festgemacht. Lediglich als Reservewährung konnte sich der Euro auf niedrigem Niveau behaupten, in den anderen Bereichen lässt seine internationale Verbreitung im Trend nach, während der US-Dollar unbestreitbar die Weltwährung Nummer Eins bleibt. Unmissverständlich fällt das Votum in Sachen Investitionswährung für den Euro aus – oder vielmehr gegen ihn….

Bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland

In Schleswig-Holstein hat sich die neue Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP darauf geeinigt, neue soziale Absicherungsmodelle zu untersuchen, darunter auch das Grundeinkommen. Besonders die Grünen favorisieren schon länger ein bedingungsloses Grundeinkommen, das in seiner Grundidee jedem Bürger, unabhängig von seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und seinem Alter, eine feste und in der Höhe gleiche staatliche Zuwendung zukommen lässt. Der Transfer, der andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente oder Kindergeld ersetzen soll, ist dabei an keine Bedingungen oder Gegenleistungen geknüpft. Während für die einen Ziele wie Entbürokratisierung, Verschlankung und Modernisierung des Sozialstaats im Vordergrund stehen, geht es anderen vor allem um die finanzielle Freiheit durch die Grundabsicherung, die Freiraum für berufliche Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit und Innovationen schaffen soll. Ob es nun um ein bedingungsloses Grundeinkommen oder um das von der FDP vorgeschlagene Bürgergeld geht, die Diskussion wird in den kommenden Jahren sicherlich an Intensität gewinnen. Denn mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst die Gefahr,…

Harter Brexit oder doch ein Kompromiss? Schwierige Gespräche voraus

Lebt die britische Premierministerin, wie von EU-Kommissionspräsident Juncker Medienberichten zufolge unterstellt, in einer anderen Galaxie? Kann Theresa May in den Verhandlungen zu einer (frei übersetzt) „verdammt schwierigen Verhandlungspartnerin“ werden? Und wie ist das jüngste Treffen zwischen Juncker und May nun im Detail verlaufen? Die Antworten auf diese Fragen kennen wir zwar nicht. Klar ist jedoch, dass sich die Fronten mit Blick auf den anstehenden EU-Austritt Großbritanniens zuletzt verhärtet haben. In dieses Bild passt auch das Gipfeltreffen vom vergangenen Wochenende, auf dem die Vertreter der Europäischen Union ohne Großbritannien ein Signal der Geschlossenheit nach London übersandt haben. Ohne größere Diskussion wurden die eigenen Leitlinien für die anstehenden Verhandlungen mit der britischen Regierung über die Austrittsmodalitäten und eine mögliche künftige Partnerschaft einstimmig verabschiedet. Ab Anfang Juni, im Nachgang zu den Unterhauswahlen in Großbritannien, werden die entsprechenden Gespräche beginnen. Spätestens im Herbst 2018 sollen sie abgeschlossen sein, um den notwendigen Ratifizierungsprozess rechtzeitig bis…

CNB gibt die Krone frei: Aufwärtspotenzial moderat

Heute hat die tschechische Notenbank (CNB) die seit November 2013 bestehende Wechselkursuntergrenze in Euro-Krone aufgehoben. Gänzlich überraschend dürfte dieser Schritt für die Marktteilnehmer nicht gekommen sein, hat die Zentralbank doch das Ende dieser einseitigen Wechselkursbindung bereits seit Längerem für das zweite Quartal in Aussicht gestellt. Dass sich die Marktreaktionen in vergleichsweise engen Grenzen gehalten haben – Euro-Krone schwankte unmittelbar nach dieser Bekanntgabe nur um rund +0,6% bzw. -1,3% um die Marke von 27,00 CZK – dürfte in erster Linie auf das beherzte Eingreifen der CNB zurückzuführen sein. Wenngleich sie kein konkretes Wechselkursniveau anstrebt, hat sie doch bereits im Vorfeld dieses Schrittes zuletzt immer wieder betont, übermäßigen Kursbewegungen im Nachgang der Freigabe der Krone entschieden entgegenzutreten. Als Gründe für die Aufgabe der Wechselkursuntergrenze zum jetzigen Zeitpunkt nannte die tschechische Notenbank die solide fundamentale Entwicklung des Landes. In diesem Zusammenhang hob sie nicht nur die seit der Einführung der Wechselkursuntergrenze Ende 2013…

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