Devisenmärkte

Die Berg- und Talfahrt hält an

In der vergangenen Woche war es noch Portugal, jetzt steht Italien am Pranger und hat dem Euro böse Kursverluste gegenüber allen wichtigen Währungen beschert. Auch wenn sich der Euro zum US-Dollar wieder etwas erholen konnte, ist davon bei Yen und Franken wenig zu erkennen. Dies verwundert kaum, da die Euro-Erholung nicht etwa Ausdruck eines zurück gewonnenen Vertrauens in Europa ist, sondern nur den Ausbruch eines neuen Krisenherdes (=USA) widerspiegelt.

Portugal rückt in den Fokus

Die Erleichterung über den Zeitgewinn für Griechenland und mit ihr das Kursplus im Euro schwinden dahin. Statt Griechenland erhält jetzt Portugal Prügel und verhagelt dem Euro die Stimmung, was sowohl zum Dollar als auch zum Franken besonders auffällt. Die Euphorie der vergangenen Woche über die Verabschiedung des griechischen Sparpaketes erweist sich als trügerisch, haben die Märkte doch mit tatkräftiger Beihilfe der Ratingagenturen längst Portugal als das nächste Opfer ausgemacht.

China als Retter der Eurozone?

In diesen Tagen wird viel über den Hintergrund des Besuchs von Wen Jiabao in der Eurozone spekuliert. Viele hoffen, dass sein offizieller Besuch die Bereitschaft der Chinesen signalisiert, sich stärker in der Eurozone zu engagieren – ein dringend benötigter Vertrauensbeweis seitens des größten Anlegers der Welt.

Der Schweizer ZEW-Index deckt die Wahrheit über die Franken-Stärke auf

Längst sind wir es gewohnt, die Richtung des Schweizer Franken aus dem Hin und Her in der Schulden- (und diversen anderen) Krisen abzuleiten. Wie heikel es noch immer um das Thema Griechenland steht, ist bereits im Beitrag zum US-Dollar ausgeführt worden. Von dieser Seite spricht also vieles für eine fortgesetzte Frankenstärke. Doch wir haben einen kleinen Hoffnungsschimmer für den Euro entdeckt, und dies in Form weiterer Anzeichen für die Schäden, die der starke Franken in der Schweizer Wirtschaft hinterlässt. So ist der Schweizer ZEW-Index (bitte nicht mit dem weitaus prominenteren deutschen Pendant verwechseln) für Juni von -11,5 auf -24,3 Punkte eingebrochen.

US-Dollar und Euro: Chaotische Zustände dies- und jenseits des Atlantiks

Als Beobachter von Euro und Dollar glaubt man derzeit, versehentlich auf die Zeitungsseite über die Dritte Welt gerutscht zu sein: Bürgerkriegsähnliche Zustände und politisches Chaos in Griechenland; ein offener Disput zwischen Regierungen und EZB; das weltweit schlechteste Rating eines Euro-Landes, bei dessen Umschuldung es längst nur noch um das „wie“ und nicht mehr um das „ob“ geht. Eigentlich ein Wunder, dass der Euro nicht bis zur Parität abgerutscht ist.

EUR-USD: Jüngstes Verlaufshoch bei 1,4940 USD zunächst im Fokus

Der Datenkalender der kommenden Woche präsentiert sich prall gefüllt. Am Dienstag stechen insbesondere die US-Einzelhandelsumsätze für den Monat Mai hervor. Die zuletzt enttäuschende Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte die Konsumfreude der Amerikaner trüben. Eine gewisse Konsumzurückhaltung hat sich bereits bei den jüngst schwächeren Autoabsatzzahlen gezeigt. Darüber hinaus stehen im Wochenverlauf mit dem Empire State Index, dem Philadelphia Fed Index und dem Verbrauchervertrauen der Uni Michigan verschiedene Stimmungsindikatoren auf der Agenda. Hierbei gehen wir mehrheitlich von niedrigen Indikatoren aus.

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