Emerging Markets

Weg zum Referendum über Verfassungsreform in der Türkei frei

Die Türkische Lira hat einen äußerst schwachen Start in das Jahr 2017 hingelegt und verzeichnete mit einem Minus von gut 9% gegenüber dem Euro unter allen weltweit etablierten Währungen die deutlichsten Kursverluste. Sowohl gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung als auch gegenüber dem US-Dollar bewegt sich die Lira momentan auf historischen Tiefstständen. Die Aussicht auf eine restriktiver agierende US-Zentralbank hat der türkischen Landeswährung zwar nicht gerade geholfen. Getrieben ist die aktuelle Schwäche jedoch vor allem von inländischen Faktoren. So geht nicht nur Präsident Erdogan seit dem Putschversuch im vergangenen Sommer mit harter Hand gegen seine politischen Gegner vor. Die Maßnahmen der Staatsführung, die damit einhergehende Unsicherheit sowie immer wieder aufflammende Konflikte mit radikalen Gruppierungen im Inland haben mittlerweile auch greifbare Spuren in der wirtschaftlichen Situation und im Konjunkturausblick hinterlassen. Hinzu kommt eine Zentralbank, die sich bislang nur zögerlich gegen einen steigenden Preisdruck und die Schwäche der Landeswährung zur Wehr setzt. Präsident Erdogan…

Globale Konjunktur 2017: Erholung mit Risiken

In ihrem aktuellen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung zeigt sich die Weltbank recht optimistisch für das kommende Jahr. Sie erwartet nach dem schwachen Jahr 2016 eine Erholung der Konjunktur in den Industrieländern, vor allem aber eine Verbesserung in den Schwellenländern. Dort war das abgelaufene Jahr teilweise von anhaltenden Krisen gekennzeichnet, etwa in Brasilien, Argentinien und Russland. Für 2017 wird für diese Länder mit einer – wenn auch eher zögerlichen – Erholung gerechnet. Und während sich in China die allmähliche Wachstumsverlangsamung auch 2017 fortsetzen dürfte, ist in Indien nach den wirtschaftspolitisch bedingten Problemen im Jahresverlauf wieder mit einer Beschleunigung zu rechnen. Die Ökonomen der Weltbank betonen aber auch die Risiken für den Ausblick, die sich vor allem im Bereich der Wirtschaftspolitik zeigen. So haben das Brexit-Votum und die Entscheidung der US-Präsidentschaftswahlen zwar noch keine realwirtschaftlichen Folgen gehabt und sind von den Finanzmärkten nach anfänglicher Irritation gut aufgenommen worden. Sie haben jedoch…

Versorgeraktien dürften alle Risiken eingepreist haben

Die Aktienkurse europäischer Versorger sind dem Gesamtmarktindex Stoxx 600 in den vergangenen zehn Jahren deutlich hinterher gelaufen. Während der Stoxx 600 seine erheblichen Kursverluste, die er während der Finanzmarktkrise und dem Crash 2009 erleiden musste, im Wesentlichen wieder ausgeglichen hat und zwischenzeitlich auch oberhalb des Niveaus aus 2006 notierte, liegen Versorgeraktien in diesem Vergleichszeitraum noch deutlich im Minus. Auf der Suche nach Ursachen für die schwache Kursentwicklung trifft man unweigerlich auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, welche sich im März 2011 ereignete. In der Folge wurde die Zukunft nuklearer Stromerzeugung weltweit verstärkt diskutiert und die Kosten eines Ausstiegs aus dieser, für die Versorger höchst ertragsstarken Stromerzeugung, neu kalkuliert. Der fortschreitende und in der Folge der Reaktorkatastrophe intensivierte Ausbau der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien lastet ebenfalls auf den Gewinnperspektiven der etablierten Stromerzeuger. Die Strompreise und –futures haben sich zuletzt positiv entwickelt. Damit liegen sie zwar noch immer deutlich unterhalb früherer und…

China: Weiter stabiles Wachstum, die Risiken jedoch bleiben hoch

Die chinesische Wirtschaft hat sich auch während der diesjährigen Sommermonate auf einem äußerst stabilen Wachstumspfad bewegt. Dies zumindest legen die offiziellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im zurückliegenden dritten Quartal nahe, die heute Morgen veröffentlicht wurden. Danach ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr – genauso wie in den beiden vorangegangenen Quartalen – um 6,7 Prozent gestiegen. Die Markterwartungen wurden so zumindest bestätigt und auch das Wachstumsziel, das Pekings Wirtschaftslenker zu Beginn dieses Jahres mit einer Spannbreite von 6,5 bis 7 Prozent veranschlagt haben, konnte weiterhin eingehalten werden. Das vierteljährliche Wachstum hat sich mit einem Wert von zuletzt 1,8 Prozent gegenüber (nach oben revidierten) 1,9 Prozent im zweiten Quartal nur geringfügig verlangsamt, lässt damit jedoch, entgegen unseren Erwartungen, keine Zunahme des wirtschaftlichen Schwungs im zurückliegenden Quartal erkennen. Darauf hatten vor allem die Stimmungsindikatoren hingedeutet, die sich insbesondere in der Industrie in den vergangenen Monaten deutlich verbessern konnten. Das Ergebnis der Markit-Einkaufsmanagerbefragung war…

Schwellenländer vor Trendwende – Positiv für Industrieländer

Die Weltwirtschaft will einfach nicht in Schwung kommen, der Welthandel stagniert. Die Notenbanken tun was sie können, um die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Nun werden Rufe laut, dass die Staaten durch höhere Staatsausgaben die Konjunktur anschieben. Jedoch ohne eine merkliche wirtschaftliche Belebung der großen Schwellenländer werden die Erfolge dieser Maßnahmen nicht nachhaltig sein. Jedoch deutet sich in den Ländern langsam eine Trendwende an, was den globalen Wachstumsausblick verbessern dürfte. In den letzten zwei Jahren war die Entwicklung in den meisten großen Schwellenländern alles andere als erfreulich. Die Krisenlage etwa in Brasilien, Russland und Südafrika hat stark am Nimbus der „Wachstumsmärkte“ genagt. Auch China, lange der Treiber des globalen Wachstums, kann sich seinem Trend hin zu ständig niedrigeren gesamtwirtschaftlichen Zuwachsraten nicht erwehren. Peking war bereits mehrfach gezwungen, das jährliche Wachstumsziel nach unten zu nehmen und dürfte diese Praxis auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Positive Ausnahme in den letzten beiden Jahren…

1 2 9