Emerging Markets

Kein neuer Krisenherd, aber am Devisenmarkt für erneute Verunsicherung gut

An den Devisenmärkten ist vom „Ende der Krisen“, das mit der Wende in der US-Geldpolitik eingeleitet werden sollte, derzeit kaum noch etwas zu spüren. Erkennbar ist dies insbesondere bei den Schwellenländerwährungen. War es in den letzten Wochen vorwiegend die mit dem bevorstehenden Fed-Tapering verbundene Unsicherheit, die beispielsweise der Türkischen Lira, dem Südafrikanischen Rand und der Indischen Rupie zugesetzt hat, wurde die Gemengelage in der vergangenen Woche durch den sich zuspitzenden Syrien-Konflikt verschärft. Profitieren konnten hingegen – mal wieder – die sicheren Häfen Schweizer Franken und Yen. Zudem gab der höhere Ölpreis den Rohstoffwährungen Auftrieb. Ein zeitnahes militärisches Eingreifen scheint immer wahrscheinlicher. Unwahrscheinlich ist hingegen, dass damit der Konflikt in Syrien rasch beigelegt werden kann. Schließlich geht es bei dem militärischen Vorhaben nicht darum, den Bürgerkrieg zu beenden. Vielmehr gilt der Eingriff als Reaktion auf den Giftgaseinsatz der Regierungstruppen gegen die eigene Bevölkerung. Ein neuer Krisenherd ist das Land zwar nicht….

Globale Auswirkungen des Fed-Tapering auf die Devisenmärkte

Die Wende in der US-Geldpolitik geht natürlich auch an den Devisenmärkten nicht spurlos vorbei. Aber welche genauen Wirkungsketten werden durch das „Fed-Tapering“ eigentlich in Gang gesetzt? Dabei dürfte der US-Dollar mittelfristig als großer Gewinner einer weniger expansiven Geldpolitik in den USA hervorgehen. Neben einem, vor allem im Vergleich mit anderen Industrienationen, höheren Zinsniveau dürften ihm die attraktiven Investitionsmöglichkeiten in einer Phase der konjunkturellen Erholung Auftrieb geben. Bis es so weit ist, könnte es allerdings noch etwas dauern. Denn mit dem sich anbahnenden Fed-Exit scheint das Ende einer Ära gekommen – die Ära der globalen Krisen und damit der Sicheren Häfen neigt sich dem Ende zu. Dies sollte sicherlich auch dem ultimativen Sicheren Hafen an den Devisenmärkten in der Phase des „Übergangs“ zusetzen. So ist die derzeit zu beobachtende Schwächephase des US-Dollar gegenüber anderen Major-Währungen vor allem Ausdruck dieser Übergangsphase, in der sich internationale Investoren wieder aus dem Sicheren Hafen US-Treasury-Markt…

Ungarn feiert die wiedergewonnene Freiheit vom IWF

In den Augen von Ministerpräsident Orban stellt Ungarn zwar den künftigen Wachstumsmotor im Osten Europas dar. Die jüngsten Wachstumszahlen sprechen mit einem Plus von 0,1% (Q/Q) allerdings eine andere Sprache. Zugesetzt hat dem Forint in den letzten Tagen außerdem die Veröffentlichung der Inflationsdaten, ging das Preisniveau im Juli doch unerwartet um 0,3% (M/M) zurück. Die Zentralbank dürfte sich angesichts dieser Daten zwar in der Notwendigkeit ihres Mitte vergangenen Jahres eingeleiteten Expansionskurses bestätigt sehen. Das schwache Wachstum zeigt jedoch auch, wie begrenzt der Einfluss der Notenbank bislang ist. Es darf bezweifelt werden, dass Ministerpräsident Orban – die im Frühjahr 2014 anstehenden Parlamentswahlen vor Augen – abwarten wird, wann und ob die Leitzinssenkungen endlich Früchte tragen. Vielmehr ist mit fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen und Wahlgeschenken zu rechnen. Der Internationale Währungsfonds wird Orban hiervon jedenfalls nicht (mehr) abhalten können. So hat die Regierung die verbliebenen Verbindlichkeiten gegenüber dem IWF jüngst vorzeitig zurückbezahlt und die „wiedergewonnene…

Wie man es macht, ist es nichts …

Zu Anfang des Jahres sparten die Schwellenländer nicht mit Vorwürfen gegenüber den Industriestaaten (allen voran den USA), dass diese mit ihrer Nullzinspolitik und der Flutung der Märkte mit Zentralbankgeld hauptsächlich dafür verantwortlich sind, dass die EM-Währungen massiv aufwerten und sich damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schwellenländer spürbar verschlechtert. Ein halbes Jahr später hat sich das Bild komplett gewandelt. Machen doch dieser Tage den Emerging Markets in erster Linie der Kapitalabzug und damit verbunden die ausgeprägte Schwäche ihrer Währungen zu schaffen. Dass wir nun ein neues Kapitel aufgeschlagen haben, in dem einige EM-Notenbanken Devisenmarktinterventionen zur Stärkung ihrer Währung nicht nur in Aussicht gestellt haben, sondern bereits aktiv geworden sind, haben wir der Fed zu verdanken. Was lernen wir daraus? Wirklich recht machen kann es die Fed den Schwellenländern nicht. Dasselbe Schicksal könnte in der kommenden Woche auch der polnischen Notenbank widerfahren. Senkt sie die Leitzinsen zur Stützung der Konjunktur ein weiteres…

Chinesischer Geldmarkt läuft aus dem Ruder

Der dramatische Anstieg der Interbankensätze am chinesischen Geldmarkt in der vergangenen Woche hat vielen Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben – erinnerte er doch an die weltweiten Geldmarkt-Verwerfungen im Anschluss an die Lehman-Insolvenz. Ob tatsächlich einige chinesische Geschäftsbanken Schwierigkeiten hatten, kurzfristige Verbindlichkeiten zu bedienen, weshalb das Misstrauen zwischen den Geldhäusern sprunghaft gestiegen ist, bleibt Spekulation. Die betroffenen Banken zumindest haben diese Bedenken weit von sich gewiesen. Ausgangspunkt der Anspannungen am Interbankenmarkt scheint vielmehr eine zu geringe Liquiditätszuteilung der chinesischen Notenbank, der People’s Bank of China (PBoC), gewesen zu sein. Und das in einem Umfeld, in dem die Kreditinstitute angesichts des bevorstehenden Quartals- und Halbjahresultimos, mehrerer Feiertage zu Beginn des Monats sowie unmittelbar bevorstehender Mindestreservezahlungen ohnehin einen erhöhten Liquiditätsbedarf haben. Mittlerweile hat die PBoC die Liquiditätsversorgung verbessert, die meisten Interbankensätze haben gegenüber ihren Spitzenständen der vergangenen Woche wieder deutlich nachgegeben. Von „normalen“ Durchschnittswerten sind sie aber nach wie vor weit…

Spekulationen um Fed-Exit und heimische Probleme machen EM-Währungen zu schaffen

Weltweit haben die Notenbanken in den vergangenen Jahren die Märkte mit massiver Liquidität geflutet. Dies hat den Appetit der internationalen Investoren nach vergleichsweise höherverzinslichen Assets angeregt. Bei den Devisenmärkten profitierten hiervon neben den klassischen Hochzinswährungen auch zahlreiche Emerging Markets Währungen. In den letzten Wochen zeichnet sich ein Stimmungswechsel ab. Je mehr sich die Markterwartungen festigen, dass der geldpolitische Exit der Fed näher rückt und damit der Zufluss an immer neuer Zentralbankliquidität abzunehmen droht, desto mehr stehen die lange Zeit so beliebten Hochzins- und Emerging Markets Währungen unter Abgabedruck. Anders als in den Monaten davor, wird nun nicht mehr nur auf die Rendite geachtet. Vielmehr widerfährt ihnen in Zeiten wieder erhöhter Risikoaversion das gleiche Schicksal wie den Niedrigzinswährungen zu Zeiten verstärkter Risikofreude: ihre fundamentalen Schwachstellen rücken in den Fokus und verstärken die eingeschlagene Richtung. Wenngleich der derzeit zu beobachtende Ausverkauf bei den Emerging Markets Währungen durchaus zunächst noch weitergehen dürfe, so…

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