Eurozone

EZB-Accounts: Anpassung der Forward Guidance verfrüht

Aus den heute veröffentlichten EZB-Accounts geht hervor, dass sich einige Notenbanker bereits zur Januar-Sitzung für eine Adjustierung der Forward Guidance für das Anleiheankaufprogramm (PSPP) ausgesprochen haben. Die Befürworter eines solchen Schritts verwiesen unter anderem auf die wachsende Zuversicht, dass sich die Teuerungsrate mittelfristig in Richtung des EZB-Inflationsziels entwickeln werde. Daher wurde im Rahmen der Januar-Sitzung darüber diskutiert, auf die Möglichkeit einer erneuten Aufstockung der monatlichen Anleihekäufe zu verzichten. Letztlich haben sich die Notenbank-Oberen aber darauf verständigt, dass es (eventuell die Italien-Wahlen im Blick?) verfrüht sei, auf diese Handlungsoption zu verzichten. Den jüngsten Renditeanstieg sah man aber noch nicht als restriktiv wirkend an. Die EZB-Vertreter stimmen dennoch darüber überein, dass die Forward Guidance in den kommenden Monaten im Einklang mit den Aussichten für die Teuerungsentwicklung angepasst werden solle. Besondere Aufmerksamkeit wollen die EZB-Vertreter hierbei auch der Entwicklung des Euro-Wechselkurses zukommen lassen. So sei dessen Volatilität ein Unsicherheitsfaktor für den mittelfristigen Inflationsausblick….

Euro Stoxx 50: 4.000 Punkte bis Jahresende erreichbar

Zusammenfassung: » Unternehmensgewinne sollten 2018 und 2019 jeweils um 10% wachsen » Indexbewertung günstig – KGV-2019 liegt bei 12,6, Dividendenrendite gehört zu den höchsten unter den etablierten Indizes weltweit » Euro Stoxx 50 bis Jahresende bei 4.000 Punkten erwartet Die Kursentwicklung des Euro Stoxx 50 konnte in den vergangenen Jahren weder mit der Entwicklung der großen amerikanischen Indizes noch mit der des DAX mithalten. In Europa hemmten in der Vergangenheit Krisen die Entwicklung, während z.B. in den USA die zahlreichen Technologie- und Finanzaktien den Kursaufschwung für eine Sonderkonjunktur sorgten. Die Perspektiven für den europäischen Leitindex haben sich zwischenzeitlich deutlich verbessert. Die Konjunktur im Euroraum befindet sich heute wieder in einer guten Verfassung, selbst die notorisch schwach wachsenden Volkswirtschaften Italiens und Griechenlands expandieren. Auch die politische Lage innerhalb Europas hat sich im Zuge der – aus Marktsicht – positiven Wahlausgänge 2017 (u.a. Niederlande, Frankreich) deutlich stabilisiert. Die anstehende Wahl in Italien…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Verschnaufpause im Februar

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raum gaben die Stimmungsbarometer auf weiterhin hohem Niveau gegenüber dem Vormonat leicht nach. Der kleine Rückgang ist nicht verwunderlich. Nach der Stimmungsverbesserung im vergangenen Jahr ist eine Korrektur durchaus zu erwarten gewesen. Es mag auch sein, dass gerade im Exportgeschäft der inzwischen gestiegene Außenwert des Euro zum US-Dollar die Nachfrage etwas gedämpft hat. Trotzdem bleibt der Aufschwung intakt. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum gab im Februar gemäß den vorläufigen Zahlen leicht von 58,8 auf 57,5 Indexpunkte nach. Dahinter stehen jeweils leichte Rückgänge bei der Industrie und bei den Dienstleistern, die beide von einem ordentlichen, aber geringeren Plus bei den Auftragseingängen berichten. Dieses Bild zeigt sich nicht nur in Frankreich und in Deutschland, sondern auch in den anderen von der Umfrage erfassten Volkswirtschaften. Deren Ergebnisse werden aber erst zu Beginn des kommenden Monats veröffentlicht In Deutschland ging es leicht nach unten. Die beiden…

EWU-BIP in Q4 auf breiten Schultern!

Das Wirtschaftswachstum des Euro-Raums im ersten Quartal 2017 belief sich gemäß der Schnellschätzung auf +0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit konnte die Dynamik gegenüber dem Vorquartal mit einem Zuwachs von +0,7 Prozent zwar nicht ganz gehalten werden, dennoch ging insgesamt ein starkes Jahr 2017 zu Ende. Das Wirtschaftswachstum für das Währungsgebiet belief sich in der Summe auf 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist das kräftigste Ergebnis seit dem Jahr 2007! Wie für die meisten Einzelländer wurden von Eurostat aber noch keine Details bekanntgegeben. Die Konjunkturperspektiven für den Euro-Raum stellen sich damit zum Jahresbeginn 2018 sehr positiv dar. Die Wirtschaft des Euro-Raums nimmt ordentlich Schwung mit in das noch junge Jahr 2018. Untermauert wird dies auch durch den von uns berechneten DZ BANK Euro-Indikator. Der Frühindikator für die Konjunktur im Euro-Raum ist im Januar 2018 um +0,2 Prozent angestiegen. Er steht nunmehr bei 101,6 Punkten, das ist +2,2 Prozent höher…

Große Koalition in der Zinswende

Die Verhandlungen rund um die Bildung einer erneuten großen Koalition befinden sich in den letzten Zügen. Die bisherigen Gesprächsergebnisse weisen darauf hin, dass die vollen Staatskassen Begehrlichkeiten bei SPD und Union wecken – mindestens 46 Mrd. Euro sollen zusätzlich in der kommenden Legislaturperiode ausgegeben werden. Doch der Spendierhosenstimmung könnte durch die Kapitalmärkte bald ein jähes Ende bereitet werden. Die Zinswende ist bereits im vollen Gange. Seit Jahresanfang haben die Aussichten auf eine Abkehr der EZB von einer ultra-expansiven Geldpolitik Bund-Renditen deutlich ansteigen lassen. Die fiskalischen Konsequenzen steigender Renditen und der daraus resultierende Handlungsbedarf sind bis zu den politischen Akteuren jedoch noch nicht vorgedrungen. Um die fiskalischen Folgen eines deutlichen Anstieges des Renditeniveaus zu quantifizieren, eignet sich ein Vergleich zwischen einem Szenario signifikant ansteigender Renditen (auf 2,5% bis 2021) und einem Szenario mit konstant niedrigen Renditen (0,1%). Für den letzteren Fall lässt sich berechnen, dass die Zinsausgaben des Bundes in Summe…

Inflationsrate im Euro-Raum: Wechselkurs schlägt Ölpreis

Im Januar ging die Inflationsrate im Euro-Raum leicht zurück. Sie sank von +1,4 Prozent im Dezember auf aktuell +1,3 Prozent. Dies scheint auf den ersten Blick überraschend, angesichts des inzwischen im Vorjahresvergleich deutlich gestiegenen Ölpreises. Da aber zeitgleich der Außenwert des Euro zum US-Dollar ebenfalls deutlich zugenommen hatte, wurde der Ölpreisanstieg in Euro gedämpft. Der aktuell hohe Wechselkurs hat damit spürbare Auswirkungen auf die Verbraucherpreisentwicklung. Importe von außerhalb des Euro-Raums werden in der Tendenz billiger. Weiter steigen dürfte der Wechselkurs aber erstmal nicht. Wir rechnen für die kommenden Monate daher wieder mit einer leicht anziehenden Inflationsrate, große Bewegungen erwarten wir aber nicht. Im Januar notierte der Ölpreis der für Europa auschlaggebenden Sorte Brent durchschnittlich mit knapp 69 US-Dollar rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar lag bei rund 1,22 Dollar je Euro. Im Januar 2017 lag er noch bei 1,06 Dollar je Euro. Der Anstieg…

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