Eurozone

Fachkräftemangel bedroht Wachstum in Osteuropa

Aus Arbeitnehmersicht ist die Lage auf den Arbeitsmärkten in osteuropäischen Staaten derzeit so gut wie selten zuvor. Die Arbeitslosenquoten sind über die letzten Jahre in Polen, Tschechien und Ungarn stetig zurückgegangen. In Tschechien ist der Arbeitsmarkt mittlerweile regelrecht leergefegt, das Verhältnis von Arbeitslosen zur Erwerbsbevölkerung erreichte zuletzt nicht nur einen historischen Tiefstand. Mit 2,2% weist Tschechien aktuell sogar die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU auf. Aber auch in Polen und Ungarn herrscht mit Arbeitslosenquoten von unter 4% nahezu Vollbeschäftigung. Auf der anderen Seite bedeutet dies für Unternehmen, die in Osteuropa tätig sind, dass es für sie zunehmend schwieriger wird, geeignetes Personal zu finden. Der Fachkräftemangel macht sich breit. Viele Unternehmen beklagen diesen Umstand nicht nur bereits in Umfragen. Der rasante Anstieg der offenen Stellen in allen drei Ländern über die letzten Jahre macht deutlich, dass eine hohe Zahl von Arbeitskräften mittlerweile tatsächlich fehlt. Damit hat sich in vielen Staaten Osteuropas…

Euro-Raum: Konjunkturelle Frühindikatoren noch im Abwärtstrend

Die konjunkturelle Abschwächung im Euro-Raum dürfte sich mindestens bis ins Frühjahr 2019 erstrecken. Das geht aus den aktuellen Daten zum Euro-Indikator der DZ BANK hervor, der sich im November zum zehnten Mal in Folge abgeschwächt hat. Der Euro-Indikator sank zuletzt um 0,2 Prozent auf ein Niveau von 99,3 Punkten und liegt damit nun 2,0 Prozent tiefer als im Vorjahr. Da unser Frühindikator mit hoher Verlässlichkeit den konjunkturellen Trend der kommenden ein bis zwei Quartale prognostizieren kann, ist zumindest bis zum Frühjahr 2019 nicht mit einer konjunkturellen Trendwende im Euro-Raum zu rechnen. Im November tendierten erneut sechs unserer neun Einzelindikatoren schwächer. Anders als in den Vormonaten war es zuletzt allerdings nicht der Industriesektor, von dem die Abwärtsbewegung ausging. Während im Vormonat noch alle drei Kenngrößen aus dem verarbeitenden Gewerbe (Auftragseingang, Produktionserwartungen, Einkaufsmanagerindex) im Minus notierten, gab es im November erste Lichtblicke bei den Aufträgen und den Produktionserwartungen. Beide Indikatoren zeigten eine…

Inflationsrate im Euroraum bei 2,0% – binnenwirtschaftlicher Preisdruck bleibt gering

Die Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies für den Euroraum eine Inflationsrate von 2,0% aus. Sie fiel damit 0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher zogen mit 9,1% erneut kräftig an, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie noch im Oktober, als sie um 10,7% zulegten. Auch der Preisauftrieb im Bereich der Nahrungsmittel fiel auf hohem Niveau etwas gemäßigter aus. Schwächer zeigte sich indes die Erhöhung bei den Dienstleistungen. Somit liegt die Inflationsrate nun seit sechs Monaten über dem Inflationsziel der EZB von „nahe, aber unter 2%“. Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt in der EWU jedoch verhalten. Dies verdeutlicht der Blick auf die Kernrate, die die volatileren Preiskomponenten der unverarbeiteten Nahrungsmittel und Energiegüter ausklammert: Sie ging im November von 1,2% auf 1,1% zurück. Für einen stärkeren Inflationsdruck müsste die Kernrate deutlich kräftiger und dauerhaft zulegen. Davon ist aber nach wie…

High-Noon in Westminster

Es ist spannender als jeder Krimi. Erst die zähen und langwierigen Verhandlungen mit Brüssel, jetzt der Showdown im britischen Parlament. Der Brexit entpuppt sich einmal mehr als politisches Drama erster Klasse, welches am 11. Dezember seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen wird: Dann wird das britische Unterhaus über den EU-Austrittsvertrag abstimmen. Gut sieht die Lage nicht aus. Das Parlament stemmt sich mit Händen und Füßen gegen den Vertrag – wenngleich aus sehr unterschiedlichen Beweggründen. Die Brexit-Hardliner befürchten, dass der Backstop ein Hintertürchen ist, durch das Großbritannien auf alle Ewigkeit in einer Zollunion mit der EU gefangen bleiben wird. Die Befürworter eines Soft-Brexits wünschen sich hingegen ein zweites Referendum – auch um den EU-Austritt möglicherweise noch abwenden zu können. Theresa May versucht derweil, die Bevölkerung für ihren Deal zu gewinnen, um über diesen Weg Druck auf das Parlament auszuüben. Wie geht es also nun weiter? Die Debatten über die „Motion“ beginnen in der…

Einkaufsmanagerindizes: Abschwächung setzt sich fort, vor allem in der Industrie

Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen im November fort. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 53,1 auf 52,4 Indexpunkte. Im verarbeitenden Gewerbe schwächte sich gemäß der Umfrage das Wachstum der Produktion weiter ab. Der entsprechende Teilindex sank auf den niedrigsten Wert seit 30 Monaten. Das geringere Wachstum wird auf eine langsamere weltweite Konjunkturdynamik sowie auf steigende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten zurückgeführt. Auch schwache Verkaufszahlen im Automobilbereich bereiten den Industrie-Einkaufsmanagern Sorgen. Der Dienstleistungsbereich zeigt sich aufgrund einer soliden Konsumnachfrage robuster, aber hier mehren sich nach Angaben von Markit die Zeichen einer Abschwächung. Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im November skeptischer. Sowohl die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe als auch das Sentiment bei den Dienstleistern trübte sich ein. Der umfassende Einkaufsmanager-Composite-Index sank daher von 53,4 auf 52,2 Indexpunkte. Dies ist der niedrigste Wert seit 47 Monaten. Die Einkaufsmanager der Serviceunternehmen und aus der Industrie berichteten…

Gibraltar vor EU-Sondergipfel im Brexit-Fokus

Am Sonntag steht mit dem EU-Sondergipfel die nächste wichtige Hürde für den EU-Austrittsprozess auf der Agenda. Dann sollen die Staats- und Regierungschefs der verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ihre Zustimmung sowohl zum EU-Austrittsvertrag mit Großbritannien als auch zur Absichtserklärung über die künftige Partnerschaft geben. Bundeskanzlerin Merkel hat bereits klargestellt, dass sie nicht die Absicht habe, nach Brüssel zu reisen, um Verhandlungen zu führen. Entsprechend groß ist der Druck, vorhandene Differenzen im Vorfeld final auszuräumen. Dies erklärt auch die Ankündigung von Premierministerin May, am Samstagabend erneut nach Brüssel zu reisen, um mit EU-Kommissionspräsident Juncker weitere Angelegenheiten zu besprechen, „die einer Lösung bedürfen“. Absichtserklärung zur künftigen Partnerschaft festgezurrt Erst gestern wurde bekannt, dass sich die EU-Kommission und die britischen Unterhändler auf den Text einer Absichtserklärung für die künftigen Beziehungen geeinigt haben. Die Verhandlungsparteien legen hierin ihre Vision der Partnerschaft nach dem EU-Austritt und der anschließenden Übergangsphase dar. Und es soll eine…

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