Eurozone

Geschäftsklima in Deutschland bricht ein

Angesichts der dramatischen Auswirkungen von COVID-19 auf die deutsche, europäische und globale Wirtschaft hat sich die Stimmung der deutschen Unternehmen so stark eingetrübt wie kaum jemals zuvor. Der ifo Geschäftsklimaindex bricht mit fast zehn Prozentpunkten so stark ein wie noch nie seit dem Jahr 1991 und landet bei 86,1 Punkten. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2009. Angesichts der vielen Werks- und Ladenschließungen und der Ungewissheit über die Dauer der Bedrohung haben sich die Bewertung der aktuellen Lage und insbesondere die Geschäftsaussichten der Unternehmen stark verschlechtert. Besonders stark betroffen zeigen sich das verarbeitende Gewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor. Bei den Industrieunternehmen sind die Erwartungen so stark eingebrochen wie noch nie. Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor, das seit dem Jahr 2005 ermittelt wird, ist auf ein Allzeittief gefallen und im Handel rutschten die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einheit. Nur im Bauhauptgewerbe fiel die Stimmungseintrübung noch vergleichsweise…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Die Rezession ist da!

Eine tiefe Rezession im Euro-Raum ist aufgrund der Corona-Krise nicht zu verhindern. „Harte“ Indikatoren liegen bislang noch nicht vor. Aber die Vorabergebnisse der Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum durch IHS Markit geben einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Der umfassende Composite-Index für den Euro-Raum ging im März so drastisch wie noch nie von 51,6 auf 31,4 Punkte zurück. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Juli 1998. Die Wirtschaft im Euro-Raum vollführt eine Vollbremsung, und die Krise könnte noch tiefer ausfallen als in der Finanzkrise 2009. Die Stimmung sank im Industrie- und Dienstleistungssektor, bei den Dienstleistern war der Rückgang aber deutlich stärker. Überall wurden von massiven Verschlechterungen berichtet: Auftragseingänge, Auftragsbestände, Produktion, Beschäftigungsabsichten und die Geschäftsperspektiven lagen tief im Minus. Der Dienstleistungssektor berichtet aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise von einem noch nie dagewesenen Einbruch der Geschäftstätigkeit. Das ist angesichts der verbreiteten Schließungen von Geschäften und…

Die Krise kommt in den Daten an

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden, die durch die Corona-Krise angerichtet werden, lässt sich erst ansatzweise ermessen. Klar ist, dass sich wohl alle wichtigen Volkswirtschaften der Welt bereits in der Rezession befinden, und damit auch die Weltwirtschaft insgesamt. Das war zuletzt in der „großen Rezession“ 2008/2009 der Fall. Der Vergleich der heutigen Krise mit der Finanzkrise hinkt natürlich in vielerlei Hinsicht, schließlich sind die Ursache und die Art der Verbreitung völlig anders als damals. Doch die Höhe des wirtschaftlichen Schadens könnte vergleichbar sein. Dabei sind die einzelnen Länder unterschiedlich schwer getroffen, vor allem was den jeweiligen Schweregrad der Pandemie angeht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswelle unterscheiden sich jedoch in Europa nur noch wenig von Land zu Land, und so dürften auch die wirtschaftlichen Kosten ähnlich sein. Noch liegen – zumindest außerhalb Chinas – wenig ökonomische Daten vor, die einen Hinweis auf die Schwere des konjunkturellen Abschwungs geben können. Das ändert…

Corona Krise – wie geht es weiter?

Aus der Corona Krise ist eine systemische Krise geworden. Jedoch ist sie nicht vergleichbar mit der Finanzmarktkrise von 2008/09. Daher sind der Verlauf und die notwendigen Rettungsmaßnahmen auch unterschiedlich. Die aktuelle Krise ist bislang eine Angebotskrise, da die Produktion als erstes betroffen war. Zudem wurden die Lieferketten deutlich gestresst. Durch die gesellschaftlichen Einschränkungen und die breitflächigen Quarantänemaßnahmen wird daraus nun langsam eine Nachfrage getriebene Krise. Der Bankensektor ist bislang noch nicht betroffen. Wenn es zu einer breiten Insolvenzwelle kommen sollte, wären die Belastungen natürlich auch bei den Banken deutlich spürbar und könnten hier wiederum eine Bankenkrise auslösen. In diesem Fall würde der kriselnde Bankensektor als ein Brandbeschleuniger wirken und die Rezession vertiefen und verlängern. Die nun getroffenen Maßnahmen von der EZB und der Bundesregierung zielen darauf ab, genau dies zu verhindern. Die neuen Regelungen für das Kurzarbeitergeld sollten die Belastungen für die privaten Haushalte großteils abfedern. Die umfassende Kreditzusage sollte…

Bundesregierung und EZB machen alles richtig!

Ein dickes Lob an EZB und Bundesregierung! Mit ihren jeweiligen Beschlüssen haben sie sich nicht dem anfangs der Woche herrschenden Aktionismus gebeugt, sondern jeweils die richtigen Impulse gegeben. Die EZB hat zusammen mit der EBA über mehrere Pressemitteilungen Anpassungen bei den geldpolitischen Maßnahmen beziehungsweise Erleichterungen für Banken angekündigt. So bleiben die Leitzinsen zwar unverändert, dafür wird es zusätzliche Wertpapierankäufe über 120 Mrd. Euro bis Jahresende geben. Zudem werden die Konditionen für die Liquiditätsversorgung gelockert. Daneben werden Banken aufgefordert, auf ihre bestehenden Eigenkapital- und Liquiditätspuffer zurückzugreifen, um die Kreditversorgung der Realwirtschaft aufrecht zu erhalten. Die regulatorischen Anforderungen werden entsprechend etwas gesenkt. Auch wenn einige Marktteilnehmer enttäuscht waren, sind diese Maßnahmen ausgewogen und hilfreich. Die EZB hat das Einzige getan, was in ihrer Macht steht. Sie stellt durch die Bereitstellung günstiger und ausreichender Liquidität sicher, dass Banken dank adäquater Refinanzierung ihrer Aufgabe, die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, nachkommen können. Die Krise,…

Immer tiefer in die Krise

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter an, aber noch nicht schneller als man das erwarten kann. Die privaten und wirtschaftlichen Einschränkungen werden in Europa immer größer. Zudem gibt es nun ein Einreiseverbot von EU-Bürgern in die USA. Somit wird die Rezession in Q1 eigentlich immer tiefer. Solange die Einschränkungen aber jeden Tag zunehmen, ist es müßig die Prognosen täglich nach unten anzupassen. Da man von politischer Seite nun davon ausgeht, dass sich 60 – 70% der Bevölkerung am Ende infiziert haben werden, dürfte diese Phase noch einige Wochen anhalten. Zudem stellt sich langsam auch die Frage, wann ein guter Zeitpunkt ist, infiziert zu werden. Heute gibt die EZB ihre geldpolitischen Beschlüsse bekannt. Der Handlungsspielraum ist sehr eingeschränkt. Für die kurzfristigen Maßnahmen könnte die Bank of England ein Beispiel sein. Die BoE hat in einem für sie ungewöhnlichen Schritt auf einer außerordentlichen Sitzung umfangreiche Notfallmaßnahmen beschlossen. Der Leitzins wurde von 0,75%…

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