Eurozone

Schwächere Weltkonjunktur – Prognosen gesenkt

Kaum ein Risikofaktor aus dem alten Jahr hat mit dem Jahreswechsel an Brisanz eingebüßt. Neu hinzugekommen ist eine zugespitzte innenpolitische Lage in den USA, dies verdeutlicht der „Shutdown“, die bereits mehrwöchige Schließung einiger Bundesbehörden. Erste Datenveröffentlichungen zeigen zudem, dass die Industrie im Euro-Raum auch im vierten Quartal die Konjunktur belastet hat. Wir haben deshalb für Deutschland, Frankreich und den Euro-Raum insgesamt unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Für die US-Wirtschaft hat sich darüber hinaus auch der Ausblick auf das Jahr 2020 eingetrübt. Europaweit haben die Probleme in der Autoindustrie Spuren im industriellen Sektor hinterlassen. Wegen einer erneut nur langsamen Gangart im Schlussquartal 2018 senken wir für den Euro-Raum unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 1,2 Prozent. Aus recht unterschiedlichen Gründen hat sich vor allem der Ausblick für Deutschland, Frankreich und Italien verschlechtert. Während die deutsche und die französische Wirtschaft dennoch 2019 um rund ein Prozent wachsen dürften, erwarten wir im…

Warnsignale für die Euro-Konjunktur

Die Konjunktur im Euro-Raum kommt in immer schwierigeres Fahrwasser. Der Euro-Indikator der DZ BANK, ein Frühindikator für die Konjunktur im Währungsgebiet, beendete das Jahr 2018 schwach mit einer Rate von -0,4 Prozent im Dezember (ggü. Vormonat). Damit hat der Indikator im Jahresverlauf 2018 insgesamt rund 2,5 Prozentpunkte eingebüßt. Das ist das schwächste Jahresergebnis seit der Euro-Krise im Jahr 2011. Die negativen Nachrichten zogen sich im abgelaufenen Monat durch fast alle Bereiche, die in die Berechnung des Euro-Indikators eingehen. So gab es im Industriesektor eine weitere Eintrübung der Kennzahlen. Die Produktionserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe sind im Dezember auf den niedrigsten Wert seit mehr als zwei Jahren abgesackt. Gleichwohl bewegen sie sich weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt und liegen deutlich höher als in früheren Rezessionsphasen. Die Umfrage unter den Einkaufsmanagern im Industriebereich ergab ein ähnliches Bild: Der Stimmungsindikator ist auf den niedrigsten Stand seit 33 Monaten gerutscht, er zeigt aber immer noch…

EZB-Accounts: Forward Guidance ist für den Leitzins das Maß der Dinge

Aus den EZB-Accounts zur Dezember-Ratssitzung geht hervor, dass die Währungshüter ausführlicher über die möglichen Risiken für den Konjunkturausblick gesprochen haben. Die Notenbank-Oberen stimmen darin überein, dass die Unsicherheitsfaktoren zugenommen haben. Damit sei auch das Risiko für eine konjunkturelle Abschwächung gestiegen. Diese Einschätzung spiegele sich in der Abwärtsrevision der Konjunkturprojektionen für 2019 und 2020 wider. Eine darüber hinausgehende Anpassung der „Balance of Risk“ haben die EZB-Vertreter für nicht angemessen erachtet. Ausgehend von dem nach unten revidierten Prognosebild, seien die Risiken für den Wachstumsausblick als weitestgehend ausgeglichen zu betrachten. Hinsichtlich der Teuerungsentwicklung zeigen sich die Währungshüter zuversichtlich, dass der grundlegende Preisdruck in der europäischen Wirtschaft allmählich zunehmen werde. Die Notenbank stützt ihre Einschätzung unter anderem auf den Umstand, dass der Lohndruck in der Eurozone in den zurückliegenden Quartalen zugenommen habe. Zugleich räumt sie aber auch ein, dass es noch dauern könne, bis hieraus eine höhere Gesamtinflationsrate resultiere. Vor diesem Hintergrund sei weiterhin…

Gelbwesten-Proteste auch im neuen Jahr: Herausforderung für Macron

Am ersten Samstag des neuen Jahres ist es in Frankreich wieder zu Protesten der Gelbwesten-Bewegung („Gilets jaunes“) gekommen, teils mit gewalttätigen Ausschreitungen. Mit etwa 50.000 Protestierenden landesweit ist die Teilnehmerzahl gegenüber den Spitzenwerten von bis zu 300.000 zu Beginn der Proteste Mitte November inzwischen zwar deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt der Rückhalt der Proteste in der französischen Bevölkerung jedoch relativ hoch und hat sich im zeitlichen Ablauf kaum verändert: Laut einer Umfrage des Umfrageinstituts opinionway unterstützen gut 60% der Bevölkerung die Protestbewegung. Von solchen Werten kann Staatspräsident Macron derweil nur träumen, seine Zustimmungswerte befinden sich im Keller: Zuletzt äußerten 77% der Franzosen, kein Vertrauen in ihr Staatsoberhaupt zu haben; lediglich 21% sprachen ihm ihr Vertrauen aus. So düster diese Umfragewerte auch auf den ersten Blick wirken – Macron befindet sich damit in bester Gesellschaft. Auch seine drei Vorgänger erlebten in den ersten Amtsjahren einen deutlichen Absturz ihrer Beliebtheitswerte, wenn auch die…

Positiver Ratingausblick für 2019 – mit Ausnahme von Italien

Die führenden Ratingagenturen haben Ende Dezember die Termine für die Ratingüberprüfungen der EWU-Staaten in diesem Jahr bekanntgegeben. Die Aussichten auf eine Fortsetzung des positiven Ratingtrends stehen gut. Insgesamt sechs Staaten weisen mindestens einen positiven Ratingausblick einer Agentur auf – im Fall von Griechenland sind es sogar drei der führenden vier Agenturen. Zum Vergleich: Anfang 2018 waren es nur drei Staaten, die mit mindestens einem positiven Ausblick versehen waren. Ferner fällt auf, dass neben den Peripheriestaaten Griechenland, Spanien und Portugal, die bereits vor einem Jahr zum Kreis der Kandidaten mit Ratingheraufstufungspotenzial zählten, nunmehr noch die (Semi-) Kernstaaten Finnland, Frankreich und Österreich hinzugekommen sind. Italien ist einmal mehr das einzige Land der Eurozone, dessen Ratingtrend nach unten zeigt. Trotz der 2018 bereits erfolgten Herabstufungen haben aktuell zwei der vier Agenturen Italien mit einem negativen Ausblick versehen. Nicht nur der negative Ratingtrend als solcher, auch die Entscheidung der Regierung in Rom, den fiskalischen…

Inflationsrate im Euro-Raum sinkt auf 1,6 Prozent – niedrigerer Ölpreis macht sich bemerkbar

Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI) im Währungsgebiet war im abgelaufenen Jahr einmal mehr Spielball der Energiepreise. Der deutliche Anstieg des Rohölpreises der für Europa ausschlaggebenden Sorte Brent auf in der Spitze mehr als 85 US-Dollar hat dafür gesorgt, dass die Steigerungsrate der Verbraucherpreise in der zweiten Jahreshälfte 2018 mehrere Monate auf und über die Marke von zwei Prozent ansteigen konnte. Seit Oktober haben die Preisnotierungen für Rohöl aber spürbar nachgegeben. Zuletzt rutschte der Preis sogar deutlich unter 60 US-Dollar. Dies hat sich nun auch mit einiger Verzögerung für die Verbraucher beim Tanken und Heizen bemerkbar gemacht. Der zwischenzeitliche Preisauftrieb im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel hat inzwischen ebenfalls an Stärke verloren. Unter dem Strich ist die Inflationsrate daher zum Jahresende merklich zurückgegangen. Die Schnellschätzung wies für den Dezember eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Prozent aus. Im November lag die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent. Auch auf Länderebene zeigte sich…

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