Eurozone

Spanien hat gewählt, aber nicht entschieden

Sozialisten bleiben nach Parlamentswahl zwar stärkste Kraft eine stabile Regierung ist aber nicht in Sicht. Ultrarechte gewinnen am stärksten hinzu und verdoppeln Anzahl ihrer Sitze. Nach der Parlamentswahl im April dieses Jahres haben es die Sozialisten (PSOE) in Spanien abermals geschafft, die stärkste Fraktion im Unterhaus zu stellen. Laut vorläufigem Endergebnis werden sie mit 120 Sitzen in das Unterhaus einziehen. Auf dem zweiten Platz landen die Konservativen (PP), die mit 88 Sitzen einen Zugewinn von 22 Mandaten im Unterhaus verzeichneten. Der klare Wahlsieger des Abends ist die ultrarechte VOX, die mit 52 Sitzen nun die drittstärkste Fraktion in Madrid stellen wird. Im April lag die VOX mit 24 Sitzen noch auf Platz fünf. Die gewonnenen Sitze der VOX gingen vor allem auf Kosten der rechtsliberalen Ciudadanos (Cs; 10 Sitze), die mit einem Verlust von 47 Sitzen nahezu marginalisiert worden sind. Der von der PSOE präferierte Koalitionspartner, Unidas Podemos (UP), erleidet…

Noch kein Ende der Konjunkturflaute abzusehen

Die Konjunktur im Euro-Raum steckt in einer Schwächephase, deren Ursachen vor allem in den außenwirtschaftlichen Belastungen zu suchen sind. Mit Blick auf die kommenden Monate ist hier noch keine Trendwende zu erwarten. Das zeigt auch ein Blick auf den DZ BANK Euro-Indikator, der im Oktober abermals minimal schwächer tendierte als im Vormonat. Der Indikator verlor im abgelaufenen Monat gegenüber September 0,1 Prozent und erreichte einen neuen Stand von 98,4 Punkten. Er notiert damit 1,2 Prozent unter seinem Vorjahresniveau. Die Vorjahresrate hatte ihren tiefsten Wert zu Jahresbeginn 2019 erreicht, seitdem verbessert sie sich wieder ganz allmählich. Das kann als Hinweis darauf interpretiert werden, dass sich die aktuelle Konjunkturschwäche seither zumindest nicht weiter intensiviert hat. Aber eine Wende zum Besseren ist aus den Daten eben auch noch nicht ablesbar. Im letzten Monat waren es abermals die Kennzahlen aus dem Industriesektor, die den stärksten Negativbeitrag zum Euro-Indikator lieferten. Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe…

Euro-Raum: Schwaches Wachstum bei rückläufiger Inflation im Herbst

Wie erwartet, zeigt sich das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum im dritten Quartal 2019 weiterhin nur schwach. Das Plus beim Bruttoinlandsprodukt belief sich im dritten Quartal wie zuvor auf 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch wenn von der europäischen Statistikbehörde Eurostat noch keine Details bekanntgegeben worden sind, so ist es nicht schwer einen Verdächtigen für die Wachstumsabschwächung auszumachen: Die zu großen Teilen exportabhängige europäische Industrie. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres unterschritt die Industrieproduktion bislang ihr Vorjahresniveau um 1,2 Prozent. Die Wertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen ist zwar auch schwächer geworden, aber gerade sie dürfte einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts insgesamt verhindert haben. Auf Länderebene zeigen sich dabei einige Überraschungen. Gerade die französische Volkswirtschaft blieb mit 0,3 Prozent relativ unbeeindruckt auf Kurs. Auch Spanien konnte seine robuste konjunkturelle Gangart mit einer Zuwachsrate von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal beibehalten. Beiden Ländern dürfte in Zeiten von Brexit-Unsicherheiten und Handelsstreitigkeiten zugutekommen, dass der Anteil…

Einkaufsmanager im Euroraum: Stimmung bleibt „herbstlich“

In der Privatwirtschaft des Euroraums macht sich noch keine Erleichterung breit. Das signalisieren aktuelle Umfrageergebnisse unter den Einkaufsmanagern (PMI). Im Oktober erzielte der umfassende „Composite PMI“ einen Wert von 50,2. Das ist ein schwacher Anstieg um 0,1 Zähler gegenüber dem Vormonat. Damit ändert sich nicht viel an dem Bild einer „verhaltenen Zuversicht“ in der EWU-Wirtschaft. Hauptsächlich wegen der globalen Handelskonflikte, dem „Brexit-Drama“ und der generellen Sorge vor einer globalen Wachstumsabkühlung bleiben die Geschäftsaussichten getrübt. Die PMI-Resultate sprechen aber auch dafür, dass die jüngsten Meldungen über mögliche (Teil-)Lösungen im Handelsstreit zwischen den USA und China noch nicht in vollem Umfang in die Umfrageergebnisse für den Oktober eingeflossen sind. Gerade diese Neuigkeiten haben aber das Potenzial, die Schlinge um die europäische Industrie ein Stück weit zu lockern. Die Entwicklung in den beiden größten EWU-Volkswirtschaften verläuft unterschiedlich. Hoffnungen auf eine durchschlagende Verbesserung in Deutschland haben sich mit den PMI-Umfrageergebnissen für den Oktober vorläufig…

Institute stützen den fiskalpolitischen Kurs Berlins: „Kein Anlass für konjunkturpolitischen Aktionismus“

Die führenden wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute Deutschlands haben in ihrem heute vorgestellten Herbstgutachten dem wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung keineswegs fundamental widersprochen. In ersten Kommentaren zum Gutachten wurde immer wieder der Eindruck erweckt, die Institute hätten grundlegende Einwände gegen die geltende Schuldenbremse und die „schwarze Null“ vorgebracht und würden sich dem internationalen Chor derjenigen anschließen, die von Berlin eine defizitfinanzierte Fiskalpolitik fordern. Das ist allerdings eine eindeutige Fehlinterpretation des Gutachtens. Es wird nämlich an mehreren Stellen klar gemacht, dass eine stärkere fiskalpolitische Reaktion auf die konjunkturelle Abschwächung auch auf Kosten eines Budgetdefizits nur im Falle einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise angebracht wäre. Genau das ist von der Bundesregierung auch bereits zugesagt worden und entspricht im Übrigen ja durchaus auch der Intention der Schuldenbremse. Nach den Berechnungen der Wirtschaftsforscher ist die aktuelle fiskalpolitische Ausrichtung bereits expansiv: Im laufenden Jahr und in den beiden Folgejahren wird die Konjunktur jeweils mit einem fiskalpolitischen Impuls in Höhe von…

Industrieschwäche lastet weiter auf der EWU-Konjunktur

Herbstliche Grautöne dominieren im September 2019 das Konjunkturbild im Euro-Raum. Die Aufhellung im August war also nur vorübergehend. Das jedenfalls folgt aus unseren Berechnungen zum DZ BANK Euro-Indikator, der auf konjunkturelle Wendepunkte frühzeitig hinweisen kann. Im abgelaufenen Monat ist der Euro-Indikator um 0,2 Prozent gesunken. Mit einem Wert von 98,5 Punkten liegt er fast genau auf dem Juli-Niveau und damit dem tiefsten Stand seit rund drei Jahren. Im Vorjahresvergleich verliert der Indikator 1,5 Prozent. Der Rückstand in der J/J-Rate hat sich seit Anfang 2019 vermindert, was darauf hinweist, dass zumindest das Tempo der konjunkturellen Verschlechterung in den letzten Monaten nachgelassen hat. Im August hatten überraschend positive Daten aus dem Industriesektor den Ton angegeben und den Euro-Indikator ansteigen lassen. Im September wiesen die Industriedaten nun wieder in die Gegenrichtung. Die Umfrage unter den Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe zeigt, dass die Stimmung dort so schlecht ist wie seit rund sieben Jahren nicht…

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