Eurozone

Wachstum der Kreditmärkte setzt sich fort, verliert aber an Tempo

Nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Euroraum ist eine konjunkturelle Eintrübung zu beobachten. In Deutschland entwickelte sich die Kreditnachfrage im vergangenen Jahr dennoch weiter positiv: Die Nicht-Wohnungsbaukredite der Unternehmen erreichten Ende September mit 6,7% gegenüber September 2017 die höchste Wachstumsrate seit zehn Jahren. Die Wohnungsbaukredite für Unternehmen und für private Haushalte stiegen 2018 im Vorjahresvergleich mit jeweils rund 5% ebenfalls kräftig. Lediglich die Konsumentenkredite kamen kaum voran. Allerdings gab es im Schlussquartal 2018 erste Anzeichen einer möglichen Wachstumsverlangsamung: Die Nicht-Wohnungsbaukredite der Unternehmen konnten ihr Rekordwachstumstempo vom Vorquartal nicht halten, was sich vor allem im exportorientierten verarbeitenden Gewerbe zeigte. Auch im Euroraum verlangsamte sich das Wachstum der Firmenkundenkredite. Während sich etwa das Wachstumstempo italienischer Unternehmenskredite nahezu halbierte, rutschte Spanien sogar deutlich ins Minus. Zwar rechnen deutsche und europäische Banken für die nächsten Monate jeweils noch mehrheitlich mit einer wachsenden Kreditnachfrage für private Wohnungsbaukredite und durch Unternehmen. Allerdings ist das Übergewicht…

EWU-Konjunkturausblick stabilisiert sich zu Jahresanfang 2019

Eine der längsten Abschwächungsphasen der letzten Jahre scheint in den ersten Wochen des neuen Jahres zu Ende gegangen zu sein. Nach dem minimalen Plus zum Jahresbeginn verharrte der Euro-Indikator der DZ BANK – ein Frühindikator für die EWU-Konjunktur – im Februar 2019 auf dem erreichten Niveau von 99,1 Punkten. Die Vorjahresrate des Indikators konnte sich im abgelaufenen Monat – zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr – wieder leicht verbessern. Sie stieg von -2,4 Prozent in Dezember und Januar auf -2,3 Prozent im Februar. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Komponenten des Euro-Indikators auch im Februar sehr unterschiedlich. Nach wie vor wenig Positives gibt es aus dem Industriesektor zu vermelden. Das verarbeitende Gewerbe leidet ganz besonders unter der Abschwächung des Welthandels und den geopolitischen Risiken. Im abgelaufenen Monat sind gemäß EU-Kommission die Produktionserwartungen weiter gesunken. Sie liegen jetzt nur noch knapp über ihrem langjährigen Durchschnitt. Laut aktueller Umfrage…

Inflationsrate im Euro-Raum: Kaum Bewegung bei der Teuerung

Die Inflationsentwicklung im Euro-Raum blieb im Februar moderat. Die Schnellschätzung wies für den abgelaufenen Monat eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,5 Prozent aus. Im Januar lag die Teuerungsrate noch bei 1,4 Prozent. Ein höherer Preisanstieg wurde im Bereich Energie und bei unverarbeiteten Lebensmitteln verzeichnet, bei den Dienstleistungen schwächte sich der Preisauftrieb dagegen ab. Binnenwirtschaftlich bleibt der Preisdruck moderat, denn die Kernrate blieb mit 1,2 Prozent unverändert. Vom Inflationsziel der EZB von „unter, aber nahe 2,0 Prozent“ bleibt der Euro-Raum weiterhin ein Stück entfernt. Dies dürfte auch im Gesamtjahr so bleiben. Auch auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zur Preisentwicklung abgegeben haben, nur eine geringe Dynamik. In Deutschland blieb der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) unverändert bei 1,7 Prozent, in Frankreich stieg er leicht von 1,4 auf 1,5 Prozent. Die italienischen Verbraucherpreise legten nach 0,9 Prozent im Vormonat um 1,2 Prozent zu und in Spanien um…

EZB-Accounts: Technischer Rahmen für TLTRO in Vorbereitung

Aus den EZB-Accounts zur Januar-Ratssitzung geht hervor, dass die Währungshüter ausgiebig über die möglichen Risiken für die EWU-Konjunkturperspektiven beraten haben. Die letzten Wirtschaftsdaten waren schwächer ausgefallen als von den EZB-Vertretern erwartet. Als eine Ursache hierfür wurde unter anderem auf die Einführung des neuen Emissionsstandards (WLTP) verwiesen, welcher sich dämpfend auf die Autoproduktion ausgewirkt habe. Die Währungshüter stimmten darin überein, dass noch nicht abschließend auszumachen sei, wie lange die Konjunkturdelle noch anhalte. Zudem sei unsicher, wie sich diese auf den mittelfristigen Wachstumsausblick auswirke. Die EZB-Vertreter stimmten mit der Analyse von Chefvolkswirt Praet überein, wonach die Wachstumsrisiken für die Eurozone abwärtsgerichtet seien. Im Hinblick auf die Teuerungsentwicklung gehen die Notenbank-Oberen nach wie vor davon aus, dass der grundlegende Preisdruck in der Eurozone Auftrieb erfahre. Eine sich fortsetzende konjunkturelle Expansion und höhere Lohnzuwächse werden als treibende Faktoren angeführt. Zugleich räumen die Währungshüter aber auch ein, dass aufgrund der gegenwärtigen Wachstumsdelle weitere Informationen notwendig…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie bremst und Umfragen deuten auf weiterhin gedämpftes Wachstum hin

Insgesamt konnte sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Februar leicht verbessern. Der Composite-Index stieg von 51,0 auf 51,4 Punkte. Das ist nach den jüngsten Rückgängen immerhin der höchste Wert seit drei Monaten. Dies ist aber allein auf die Dienstleister zurückzuführen, deren Stimmungsbarometer zulegen konnte. Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe gab dagegen nach. Mit 49,2 Zählern liegt es nicht nur unter der Wachstumsschwelle von 50, es ist auch der niedrigste Wert seit fünf Jahren und acht Monaten. Produktionsrückgänge, rückläufige Nachfrage und ein sinkendes Exportgeschäft drücken hier auf die Stimmung. Auf Basis der Umfrageergebnisse dürfte sich der Aufschwung im Euro-Raum weiter fortsetzen. Die Wachstumsraten werden aber wohl nach wie vor gedämpft bleiben. Die Stimmung der deutschen Einkaufsmanager fiel im Februar gemäß der veröffentlichten Vorabergebnisse gemischt aus. Der Composite-Index für Deutschland stieg leicht von 52,1 im Januar auf 52,7 Punkte im Februar. Aber auch dahinter steht eine deutliche Divergenz in den…

Spanien steht vor Neuwahlen

In Spanien hat das Unterhaus bereits am Mittwoch den Haushaltsentwurf von Premier Sánchez mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Die separatistischen Parteien Kataloniens, auf deren Unterstützung die Minderheitsregierung von Sánchez angewiesen ist, stimmten mit den Konservativen und den Liberalen gegen das Budget. Sánchez hatte zuvor die Forderungen der Unabhängigkeitsparteien abgelehnt, sich unter anderem gegen das Gerichtsverfahren gegen die Separatistenführer wegen des katalanischen Unabhängigkeitsreferendums im Oktober 2017 auszusprechen. Damit sind Neuwahlen sehr wahrscheinlich – schon wieder! Sánchez möchte dazu heute nach einem Kabinettstreffen Stellung nehmen. Mögliche Wahltermine sind der 14. oder 28. April oder der 26. Mai, wenn die Spanier auch für die Europa- sowie die Regional- und Kommunalwahlen an die Urnen treten. Auf Basis der aktuellen Umfragen würden die Sozialisten die stärkste Fraktion im Parlament stellen. Die parlamentarische Mehrheit bliebe aber in weiter Ferne. Selbst eine potenzielle Koalition mit der linkspopulistischen Unidos Podemos bringt es aktuell nur auf rund 40%. Es ist…

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