Eurozone

Einkaufsmanager in der EWU zeigen sich verhalten optimistisch

Auf den ersten Blick bleibt die Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern zu Beginn des neuen Jahres 2020 gemäß der Umfrage von IHS Markit im Euro-Raum gedämpft. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Lage in der Industrie und im Dienstleistungsbereich blieb mit 50,9 Punkten im Januar laut der Vorabveröffentlichung auf dem Niveau des Vormonats. Im Detail zeigt sich aber eine Aufhellung der Geschäftsaussichten, die sich wohl auch aufgrund der ersten Deeskalation im pazifischen Handelsstreit verbesserten. Ein weiterer Lichtblick ist die Entwicklung der Auftragseingänge, die die befragten Einkaufsmanager nicht mehr so pessimistisch bewerten wie noch in den Vormonaten. Dies lässt zumindest für den weiteren Jahresverlauf hoffen, dass die Konjunktur im Euro-Raum das Schlimmste hinter sich hat und sich weiter stabilisiert. Zwar bleibt die Zweiteilung mit einer schwachen Industrie auf der einen Seite und einem Dienstleistungssektor, der maßgeblich das Wachstum trägt, auf der anderen Seite erhalten. Aber die Rückgänge in der Industrie verlieren an Schärfe. Aufträge…

DAX vor Rekordstand – was nun?

Die weltweit wenig dynamisch verlaufende Konjunktur belastet das heimische Exportgeschäft. Die so wichtige Automobilindustrie befindet sich im langfristigen strukturellen Wandel – mit unklarem Ausgang – und viele Firmen im DAX kämpfen immer noch mit hausgemachten Problemen. Trendthemen aus den Bereichen Technologie, Internet und anderen Sektoren werden in den USA und China vorangetrieben, nicht in Deutschland. Kein Wunder, dass sich der bald höchste Stand der DAX-Geschichte etwas falsch anfühlt. Schließlich sinken die Gewinne der DAX-Unternehmen seit gut drei Jahren. Ohne den Erfolgsgaranten im Index (SAP, Allianz, Adidas oder Siemens), die die Kursverluste der „Minderleister“ überkompensieren konnten, nahetreten zu wollen: Tatsächlich ist ein wesentlicher Teil des DAX-Aufschwungs nicht mit der „Sexyness“ der Indexunternehmen zu begründen, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass der DAX ein „Total Return“-Index ist. Hinzu kommt, dass Aktienanlagen, im Gegensatz zu Anleihen, immer noch einen signifikanten Ertrag abwerfen. Gut sieben Prozent beträgt die Gewinnrendite der DAX-Unternehmen, gemessen an der…

In der EZB werden erste Bedenken gegenüber Negativzinspolitik sichtbar

Die Zusammenfassung der letzten Ratssitzung der EZB im Dezember (Accounts) gibt keine Hinweise auf eine baldige Änderung des geldpolitischen Kurses. Die Währungshüter rechnen weiterhin mit einer anhaltend schwachen Wachstumsdynamik im Euroraum, aber zumindest wurden erste Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung ausgemacht. In diesem Zusammenhang wird auf die Annäherung im Handelsstreit (China/USA) verwiesen, wodurch eine Eskalation des Konflikts weniger wahrscheinlich geworden sei. Da aber nach wie vor Unsicherheitsfaktoren (u.a. Brexit) bestehen, seien die Konjunkturaussichten weiterhin mit Abwärtsrisiken behaftet. Hinsichtlich der Inflationsentwicklung zeigen sich die Währungshüter überzeugt, dass in den kommenden Monaten mit einem stärkeren Preisauftrieb zu rechnen sei. Das voranschreitende Wirtschaftswachstum und die solide Lohnentwicklung würden diese Tendenz stützen. Im Zuge der Beratungen wurde von einigen Ratsvertretern angeregt, die Ursachen für die auf niedrigem Niveau verharrende Inflationsentwicklung näher zu untersuchen. In diesem Zusammenhang ist unter anderem darüber gesprochen worden, die Kosten für selbst genutzten Wohnraum stärker zu berücksichtigen. Ein weiterer Diskussionspunkt…

Die EZB hat sich verändert

Die EZB hat nach der Finanzkrise ihr Verhalten und die Reaktionsfunktion spürbar verändert und die Geldpolitik einen Strukturbruch erfahren. Gab es im ersten Jahrzehnt des Bestehens der Notenbank noch einen engen Gleichlauf zwischen konjunktureller Entwicklung und geldpolitischer Ausrichtung, ist in den letzten zehn Jahren eine zunehmende Entkoppelung der Geldpolitik vom realwirtschaftlichen Geschehen zu verzeichnen. Ein Grund hierfür liegt in der asymmetrischen Reaktionsfunktion der Währungshüter. In wirtschaftlichen Abschwung reagiert die EZB schneller und stärker als in Aufschwungphasen. Dies fiel besonders sowohl in der ausklingenden Finanzkrise als auch 2015 auf, als die EZB trotz Aufschwung, aber aus Sorge vor deflationären Risiken, den Einstieg in das PSPP verkündete. Trotz der Nullzinspolitik sowie des umfangreichen Einsatzes unkonventioneller Maßnahmen ist es der EZB bislang nicht gelungen, den Trend sinkender Inflationserwar-tungen zu stoppen. Das primäre Ziel der Geldwertstabilität wird seit Jahren überwiegend verfehlt, was den niedrigen Wirkungsgrad der geldpolitischen Mittel belegt. Der Grund hierfür liegt darin,…

Gute Entwicklung am europäischen Arbeitsmarkt

Nach Jahren des stetigen Aufschwungs am europäischen Arbeitsmarkt hat sich die Erholung im Laufe des vergangenen Jahres merklich abgeschwächt. Im November 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent, was nahe dem Allzeittief mit 7,3 Prozent vom März 2008 liegt. Um den aktuellen Wert pendelt die Quote bereits seit dem zweiten Quartal 2019. Offenbar hat sich hier bereits ein Boden ausgebildet. Fraglich ist , ob es sich um einen Wendepunkt handelt und die Arbeitslosenquote wieder zu steigen beginnt. Einen Hinweis gibt der von uns berechnete Indikator für die Arbeits-losenquote im Euro-Raum. Dieser signalisiert mit Blick auf das laufende Jahr Entwarnung. Bis August 2020 wird eine relativ flachlaufende Seitwärtsbewegung prognostiziert. Mit einer echten Trendwende zu höheren Quoten ist vorerst wohl nicht zu rechnen. So zeigt sich, dass, trotz einer stagnierenden Arbeitslosenquote im Euro-Raum, das Beschäftigungswachstum weiterhin positiv ist. Darüber hinaus herrscht nach wie vor ein hoher Fachkräftemangel im gesamten Euro-Raum, der sich…

EWU-Konjunktur bleibt unter Druck

Der Ausblick für die Konjunktur im Euro-Raum hat sich zwar seit dem Sommer 2019 nicht mehr weiter eingetrübt, von einer echten Aufhellung der wirtschaftlichen Perspektiven kann allerdings auch noch keine Rede sein. Das zeigt die aktuelle Entwicklung des Euro-Indikators der DZ BANK, der im Dezember 2019 minimal um 0,1 Prozent gesunken ist. Im Vormonat November hatte sich die Messzahl noch um 0,4 Prozent verbessert. Der Euro-Indikator steht nunmehr bei 98,7 Punkten, ein Niveau, um das der Indikator bereits seit etwa einem halben Jahr schwankt. Unterdessen hat sich die Vorjahresveränderungsrate des Euro-Indikators merklich verbessert, sie stieg zuletzt auf -0,3 Prozent. Im Juli 2019 hatte die Vorjahresrate noch bei -1,9 Prozent gelegen. Auch diese Entwicklung zeigt, dass der Abwärtstrend bei den Konjunkturaussichten, der von Anfang 2018 bis etwa zur Jahresmitte 2019 anhielt, mittlerweile ausgelaufen ist. Eine echte Trendwende mit einer beginnenden Aufhellung ist allerdings noch nicht zu erkennen. Das wird auch beim…

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