Eurozone

Deutsche Konsumwerte mit einigem Gegenwind, aber es gibt auch positive Entwicklungen

Das Verbrauchervertrauen entwickelt sich in Deutschland, den USA, China und Japan trotz vielfältiger politischer Entwicklungen sehr robust. Dies sind auf den ersten Blick gute Voraussetzungen für eine weiterhin gute Entwicklung bei den global agierenden Handels- und Konsumgesellschaften, wie z.B. adidas, Beiersdorf, Henkel, Puma und Hugo Boss. Getrübt wird das Bild aus der Sicht deutscher Unternehmen im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal allerdings vor allem durch folgenden Einflussfaktoren: 1) Heftiger Gegenwind von der Währungsseite aufgrund der Stärke des Euro gegenüber quasi allen Währungen der größeren etablierten Volkswirtschaf­ten, und auch gegenüber den Währungen zahlreicher Emerging Markets. Negative Umrechnungseffekte dämpfen hier den Umsatz- und Gewinnausweis in heimischer Währung. 2) Weiterer kräftiger Anstieg der Preise für Rohstoffe; gut abzulesen an der markanten Verteuerung der Rohölnotierungen gegenüber dem Vorjahr. Zudem bleibt das traditionelle stationäre Geschäft des deutschen Modeeinzelhandels ein Sorgenkind, da hier die Konkurrenz durch das online Geschäft immer breiteren Raum einnimmt. Im…

Brexit – Risiken sind verlagert, aber nicht kleiner geworden

Die jüngste Einigung auf eine Übergangsphase nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) im Frühjahr nächsten Jahres kann sicherlich als Erfolg in den Brexit-Verhandlungen gewertet werden. Sie verringert das Risiko eines ungeordneten Austritts entscheidend, auch wenn die Gefahr erst dann vollständig gebannt ist, wenn der gesamte Austrittsvertrag unter Dach und Fach ist. Hierzu müssen noch einige Hürden überwunden werden, wie beispielsweise eine Lösung für die komplizierte innerirische Grenzfrage zu finden. Nach wie vor völlig unklar ist hingegen, wie die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien nach Ablauf der Übergangsphase aussehen sollen. Die britische Regierung bleibt bislang bei ihrem kategorischen „Nein“ zu einem Verbleib in der Zollunion, womit die Wahrscheinlichkeit für diese „Vernunftlösung“ sinkt. London pocht darauf, eigene Freihandelsabkommen abschließen zu dürfen, was im Rahmen der Zollunion nicht möglich wäre. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass London und Brüssel sich „nur“ auf ein Freihandelsabkommen einigen können. Die Verhandlungen könnten aber…

EZB-Accounts: EZB besorgt über möglichen Handelskrieg

Aus den heute veröffentlichten EZB-Accounts geht hervor, dass nach Einschätzung der Währungshüter das Risiko von Handelskonflikten zuletzt zugenommen habe. Die möglichen Auswirkungen auf die globale Konjunktur und den Euro-Außenwert sind den EZB-Accounts zufolge abhängig vom Ausmaß der Strafzölle und den potenziellen Vergeltungsmaßnahmen. Das Sitzungsprotokoll enthält aber keine konkrete Einschätzung der Notenbank über die mögliche Bremswirkung auf die Weltkonjunktur. Die Notenbank-Oberen sind sich darin einig, dass das Risikoprofil für den Wachstumsausblick nach unten gerichtet sei. Hinsichtlich des Inflationsausblicks stimmen die EZB-Vertreter darin überein, dass die Hinweise für eine mittelfristige Annäherung der Teuerungsrate an das Inflationsziel noch nicht ausreichend seien. Zwar zeigten sich die Währungshüter grundsätzlich zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in die richtige Richtung entwickele, doch gäbe es weiterhin zahlreiche Unsicherheiten: So unter anderem über das Ausmaß der Unterauslastung der europäischen Wirtschaft („Economic Slack“) oder die Auswirkungen der zuletzt zu beobachtenden Euro-Aufwertung. Nach Einschätzung der EZB-Vertreter sei nach wie vor ein…

EBA: Lage der EU-Banken hat sich verbessert – Herausforderungen bleiben

Die EBA bescheinigt EU-Banken eine wesentliche Verbesserung ihrer Lage, aber bemängelt die weiterhin hohen NPL, die die Profitabilität beeinträchtigen. In ihrem Update des Risk Dashboard, das die Risiken und Schwächen des EU-Bankensektors im vierten Quartal 2017 zusammenfasst, ging die EU-Behörde vor allem auf die Entwicklung der Kapitalisierung, der Aktivaqualität, der Profitabilität sowie der Refinanzierung des Bankensektors ein. Zum ersten Mal hat die EBA als Reaktion auf die Empfehlung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) über gewerbliche Immobilienmärkte eine zusätzliche Seite mit aggregierten Immobilienexposures veröffentlicht. Die EU-Banken haben ihre Kapitalquoten weiter verbessert. Die CET1 Quote (phase-in) erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 20 Basispunkte (Bp.) auf 14,8% und (fully loaded) um 30 Bp. auf 14,6%. Die Tier 1 Quote legte um 20 Bp. auf 16,2% und die Gesamtkapitalquote um 10 Bp. auf 19,0% zu. Dazu beigetragen hat hauptsächlich der Rückgang der Kreditrisikoaktiva. Auch die Qualität der Kreditportfolien hat sich laut EBA…

EZB prüft Einrichtung einer Notfalllinie für Banken – Verlustbeteiligung wird wahrscheinlicher

Die EZB erwägen, eine neue Notfallkreditlinie für Banken (Eurosystem Resolution Liquidity, ERL) einzurichten. Diese Linie soll es der EZB ermöglichen, den gesunden Teilen einer zu restruktierenden Bank, die in eine „Good Bank“ übertragen werden, Liquidität bereitzustellen. Es gebe eine Reihe von Szenarien im Kontext von Bankenrestrukturierungen, in denen es der EZB derzeit nicht möglich sei, Banken zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Die Einrichtung einer dauerhaften Notfallkreditlinie würde daher ein starkes Signal pro Bankenunion senden und das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der neuen Abwicklungsregelungen stärken. Dabei sollen diese Kredite über europäische Garantien (ESM oder SRB/Europäischer Bankenrestrukturierungsfonds) abgesichert werden, da die Sicherheitenanforderungen gegenüber den „normalen“ Operationen gelockert werden sollen. Es könnte sogar sein, dass die Banken außer der Garantie überhaupt keine Sicherheiten stellen müssten. In dem Dokument wird darauf verwiesen, dass die US-Notenbank und die Bank of England ähnliche Instrumente bereits zur Verfügung haben. Unklar ist jedoch, ob es eine solche Notfallkreditlinie wirklich geben…

Euro-Raum Inflationsrate: Osterfest und Lebensmittel treiben Preise im März nach oben

Der seit Monaten anhaltende Rückgang der Inflationsrate des Euro-Raums wurde im März erst einmal gestoppt. Zwischen Februar 2017 und Februar 2018 hatte sich die jährliche Rate noch nahezu halbiert. Nun haben die Preise im März wieder etwas stärker zugelegt. Die Teuerung kletterte von +1,1 Prozent im Februar auf +1,4 Prozent im März. Hinter dem Anstieg stehen der sogenannte Ostereffekt und merklich gestiegene Lebensmittelpreise. Gewöhnlich steigen in der Kar- und Osterwoche die Preise für tourismusnahe Dienstleistungen spürbar an. Fällt das Osterfest in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf unterschiedliche Monate (März/April), dann entstehen in der jährlichen Inflationsrate stärkere Schwankungen. Dies wird als Ostereffekt bezeichnet, der nun im März die Preise ein Stück weit nach oben gehoben hat. Die Kernrate – also die Preise exklusive Energie und unverarbeiteter Lebensmittel– hat das allerdings kaum beflügelt. Sie stieg nur leicht von +1,2 auf +1,3 Prozent. Gerade der Preisdruck von Gütern aus dem verarbeitenden Gewerbe schmolz im März merklich ab…

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