Eurozone

Jahreswechsel 2013/14: Euro auf der Sonnenseite – aber nicht mehr lange!

Der Gewinner des Jahres 2013 ist ohne Wenn und Aber: Der Euro! So konnte die Gemeinschaftswährung gegenüber allen G10-Währungen sowie den bedeutenden Schwellenländerwährungen seit Jahresbeginn Boden gutmachen. Unter den Verlierern der letzten zwölf Monate finden sich insbesondere der Yen und der Australische Dollar. Gegenüber dem Euro gaben beide Währungen um über 20% nach. Mit knapp 27% die größten Verluste verzeichnete der Südafrikanische Rand. Gut behauptet haben sich im internationalen Vergleich hingegen der Franken sowie der Rumänische Leu. So liegen beide Landeswährungen derzeit nur knapp unterhalb des Niveaus von Anfang 2013. Zu gemütlich sollte es sich der Euro auf der Gewinnerstraße unterdessen nicht machen, dürfte sich das Bild an den Devisenmärkten mit Blick auf 2014 doch spürbar wandeln. So werden fundamentale Faktoren und die geldpolitische Ausrichtung in den verschiedenen Währungsräumen im Verlauf des nächsten Jahres an Bedeutung gewinnen – und hier hat der Euroraum mit einem erwarteten Wachstum von gerade einmal…

Befragung der Einkaufsmanager im Dezember: Frankreich fällt weiter zurück

Die Konjunkturentwicklung in Deutschland und im Währungsraum ist zum Ende des vierten Quartals erfreulich. Zu diesem Ergebnis kommt die Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum im Dezember. Doch während im gesamten Währungsraum die Produktion steigt, zeigt die französische Volkswirtschaft weiterhin deutliche Schwächen. Gerade die Lage in der Industrie verschlechtert sich weiter. Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 51,7 auf 52,1 Indexpunkte. Er verbleibt den sechsten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft erwartet werden kann. Während die Aktivität bei den Dienstleistern etwas geringer stieg als im Vormonat, nahm sie im Industriebereich deutlich zu. Die gesamte Wertschöpfung des Währungsgebiets legt demnach weiter zu und ein Rückfall in die Rezession ist unwahrscheinlich. In Deutschland nahm der Gesamtindex um 0,2 Punkte auf 55,4 Indexpunkte ab. Der Dienstleistungsbereich expandierte in etwas…

Konjunktur im Euroraum im Leerlauf

Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum ist im dritten Quartal 2013 mit einem Zuwachs von 0,1 Prozent schwächer gewachsen als im Vorquartal. Ein Rückfall in die Rezession konnte aber vermieden werden. Positiv ist zu vermelden, dass mit der Ausnahme von Frankreich, Italien und Zypern in allen Mitgliedsländern positive Quartalszuwächse zu verzeichnen waren. Die deutsche Konjunktur bleibt im dritten Quartal auf ihrem stabilen Erholungspfad. Die heimische Wirtschaftsleistung ist zwischen Juli und September gegenüber dem zweiten Quartal 2013 um 0,3 Prozent angestiegen, nach einer kräftigen Zuwachsrate von 0,7 Prozent im Vorquartal. Im Vorjahresvergleich hat sich die Wachstumsdynamik leicht beschleunigt: Nach einer Jahresrate von +0,5 Prozent im Vorquartal beläuft sich der Zuwachs auf Jahresbasis im dritten Quartal auf 0,6 Prozent (kalenderbereinigte Daten). Dagegen verharrt die italienische Volkswirtschaft seit neun Quartalen in der Rezession, und mit Frankreich kommt ein weiteres volkswirtschaftliches Schwergewicht des Währungsgebiets nicht in Schwung. Beide Länder verhindern somit eine stärkere konjunkturelle Dynamik. Zudem…

Schlechte Noten für Hollande: Rating für französische Wirtschaft gesenkt

Da war es weg, das unscheinbare Plus, das nach wie vor hohe Wellen schlägt. Standard&Poor’s hat die Bonität Frankreichs von AA+ auf AA gesenkt. Ein denkwürdiges Zwischenzeugnis für die bisherige Regierungszeit des amtierenden Präsidenten Francois Hollande. Die Ratingagentur stellt klar, dass sie nicht vom Reformwillen der Franzosen überzeugt ist. Bisher fehle es an notwendigen Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Ausweitung des Wachstumspotentials. Die Schulden Frankreichs sind mit rund 95 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich zu hoch. Auch das Versprechen, den Schuldenanstieg von 2015 an mit Ausgabenkürzungen zu bekämpfen, klingt eher unglaubwürdig.  Denn bislang scheinen sowohl der politische Wille als auch die Durchsetzungskraft  für die notwendigen Reformen zu fehlen. Somit ist mittelfristig beim Wachstum, am Arbeitsmarkt oder bei der Höhe des Schuldenbergs wohl kaum eine spürbare Verbesserung zu erwarten. Hinzu kommt, dass die ohnehin geschwächte Unterstützung aus dem eigenen Volk aufgrund der hohen und steigenden Arbeitslosigkeit weiter abnehmen dürfte. Die…

Euro-Dollar: Was in zehn Tagen so alles passieren kann…

Der Euro würde die letzten zehn Tage sicherlich gerne vergessen. So fiel die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar ausgehend von einem Zweijahreshoch über 1,38 USD zeitweise unter die Marke von 1,33 USD. Dabei jagte ein Schicksalsschlag den nächsten. Erst zeigten sich die Fed sowie die US-Einkaufsmanagerindizes für Oktober völlig unbeeindruckt vom Schuldenstreit und dem damit verbundenen „Government Shutdown“, wodurch der Greenback Auftrieb erhielt. Dann fügten sich Euro-belastende Faktoren nahtlos in diese Riege ein. Nachdem bekannt wurde, dass die jährliche Verbraucherpreissteigerung im Oktober auf den niedrigsten Stand seit Ende 2009 gefallen war, kamen bereits Spekulationen um eine expansivere Geldpolitik von Seiten der Europäischen Zentralbank auf. Den Zinsschritt im Rahmen der jüngsten Sitzung auf das historisch niedrige Niveau von 0,25% hatten die Marktteilnehmer dennoch kaum auf der Rechnung. Eine genauere Begründung, wieso eine Zinssenkung gerade jetzt sinnvoll und notwendig ist, nannte EZB-Präsident Draghi nicht. Medienberichten zufolge konnten die Argumente der Befürworter dieser Maßnahme…

Ein Ende des geldpolitischen Gleichlaufs ist wahrscheinlich

Die im Juli verkündete vorausschauende Erwartungssteuerung der „Forward Guidance“ läuft im EZB-Falle über das Versprechen an die Finanzmarktakteure, für einen ausgedehnten Zeitraum die eigenen Leitzinsen auf deren derzeitigen Niveaus zu belassen oder sogar noch einmal abzusenken. Unterfüttert wird dieses Versprechen durch makroökonomische Argumente: Vor dem Hintergrund einer Stagnation der Realwirtschaft im Euro-Raum, einer schwachen Geldmengenentwicklung und einer Inflation auf dem Rückzug könne schlechterdings niemand ernsthaft bezweifeln, dass die EZB die Leitzinsen tatsächlich lange Zeit niedrig halten werde. Die EZB scheint gut beraten, argumentativ scharfe Waffen ins Feld zu führen. Immerhin lehrt die Erfahrung aus früheren geldpolitischen Zyklen: Fängt die Fed erst einmal an, ehedem mit Leitzinsanhebungen, dieser Tage mit einem Ausstieg aus ihren quantitativen Maßnahmen, dann folgen die übrigen Notenbanken der westlichen Welt in der Regel auf dem Fuße. Dieses Mal könnte es anders verlaufen. Zu gewaltig sind die Hinterlassenschaften der Euro-Fiskalkrise: keiner Konjunkturkrise, sondern einer tiefgreifenden Strukturkrise. Sichtbarster Ausdruck…

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