Eurozone

Kein Trend zu deutlich höheren Renditen

Die realwirtschaftliche Entwicklung sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Eurozone spricht für leicht höhere Renditen auf die mittlere Frist. In den Vereinigten Staaten dürfte sich die konjunkturelle Erholung weiter fortsetzen und im weiteren Jahresverlauf zu einer nochmaligen Verbesserung der Lage am US-Arbeitsmarkt führen. Die Gemeinschaft der Euroländer befindet sich zwar noch in der Rezession. Die Abwärtsbewegung sollte aber im laufenden dritten Quartal ihr Ende finden. Von der Inflationsseite her erwarten wir keinen signifikanten Einfluss auf das allgemeine Renditeniveau, da sowohl die Inflationserwartungen als auch die ausgewiesenen Preisniveausteigerungsraten bis auf Weiteres moderat bleiben sollten. Unseres Erachtens spricht insbesondere die Geldpolitik der wichtigen Industrienationen für ein weiterhin den Rentenmarkt begünstigendes Umfeld. Während die Fed ab dem Herbst den Fuß peu à peu vom Gaspedal nehmen sollte, wird die EZB unseres Erachtens nochmals Gas geben und auf Sicht von mindestens zwölf Monaten mit Vollgas fahren. Wir halten für die kommenden…

Stimmung unter den Einkaufsmanagern im Euro-Raum hellt sich weiter auf

Die Perspektiven für die Konjunktur im Euro-Raum haben im Juli weiteren Auftrieb erhalten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager haben sich im laufenden Monat nach vorläufigen Angaben merklich verbessert. Der „Composite-Index“ für den Euro-Raum, der sowohl den Dienstleistungssektor als auch die Industrie abdeckt, stieg das erste Mal seit 18 Monaten mit einem Wert von 50,4 über die „neutrale“ 50 Punkte-Marke. Das signalisiert, dass die private gewerbliche Wirtschaft im Euro-Raum zu Beginn des dritten Quartals expandiert und die Rezession allmählich hinter sich lässt. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich legte die Stimmung deutlich zu. Allein der Teilindex für den Dienstleistungsbereich verbleibt knapp unter der neutralen Marke.

Die portugiesische Geschichte geht weiter

Nachdem die Regierungskrise in der letzten Woche die noch immer schwelende Eurokrise wieder ins Blickfeld gerückt hatte, sah es zu Anfang dieser Woche so aus als seien in Portugal die akutesten Brandherde gelöscht. Die beiden Koalitionspartner, die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Passos Coelho und die Volkspartei des ehemaligen Außenministers und designierten Wirtschaftsministers und Troika-Chefunterhändlers Portas, haben sich nach einem zähen Ringen auf eine Weiterführung der Regierung einigen können. Der Gewinner der Verhandlungen war die kleinere und in einigen Punkten reformkritische Volkspartei, welche mit Portas in Zukunft direkt auf die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern einwirkt. Passos Coelho konnte im Gegenzug die reformorientierte ehemalige Staatssekretärin im Finanzministerium Maria Luis Albuquerque durchdrücken. So weit so gut?

EZB-Ratssitzung am Donnerstag: Vorbereitung einer erneuten Zinssenkung?

Im Schlepptau des US-Rentenmarktes sind auch die Renditen für Bundesanleihen in den zurückliegenden Wochen signifikant angestiegen. Von fundamentaler Seite erscheint dieser Renditeanstieg wenig angebracht. Während sicherlich die US-Konjunktur zunehmend an Tritt gewinnt, lässt die Dynamik der europäischen Konjunkturerholung weiterhin zu wünschen übrig. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass sich die Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks momentan hinsichtlich ihrer geldpolitischen Ausrichtung in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Während die US-Notenbank nunmehr den vorsichtigen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik angekündigt hat, bleibt die EZB bei ihrer expansiven Ausrichtung. Sogar eine nochmalige Leitzinssenkung auf dann 0,25% ist möglich. Diese könnte schon auf der EZB-Ratssitzung am Donnerstag vorbereitet werden, wenn sich die Notenbankvertreter turnusgemäß treffen. Zudem sucht die EZB nach weiteren „unkonventionellen“ Möglichkeiten (Ankaufprogramm hypothekengedeckter Anleihen / negativer Einlagensatz) zur Stimulierung der Wirtschaft. Angesichts zahlreicher Risiken im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise rechnen wir auf Sicht dreier Monate mit wieder deutlich niedrigeren Bund-Renditen. Erst…

Bail-in gewinnt Konturen

Nachdem eine erste Verhandlungsrunde am vergangenen Samstag gescheitert war, haben sich die EU-Finanzminister in der Nacht zum 27. Juni 2013 auf Regeln zur Restrukturierung strauchelnder Banken (Bail-in) geeinigt. Das neue Gesetz muss nun noch mit dem EU-Parlament verhandelt und dann beschlossen werden. Erwartungsgemäß haben sich die Finanzminister auf einen Kompromiss geeinigt, der keine besonderen Überraschungen bereithält. Das Dokument enthält zwar bestimmte Anforderungen an die Gestaltung und Anwendung einheitlicher Sanierungs- und Abwicklungsmechanismen, diese werden dann allerdings durch zahlreiche Sonderregeln aufgeweicht, die massive Spielräume eröffnen. Klar geregelt wurde die Rangfolge der Verlustzuweisung im Falle eines Bail-in. Während gedeckte Einlagen (bis 100.000 Euro) immer abgesichert sind, bleiben die darüber liegenden Einlagen ungeschützt. Allerdings werden hier zukünftig Einlagen von natürlichen Personen, Mikro-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen bevorzugt behandelt.

Märkte mit klarer Überreaktion

Der dieser Tage angedeutete Fed-Kurswechsel hat an den Märkten zu einer heftigen Reaktion geführt. Speziell am Rentenmarkt sind die Renditen der US-Treasuries und der Bundesanleihen kräftig angestiegen. Ist die jüngste Verkaufswelle gerechtfertigt? Jein – die Ankündigung von Ben Bernanke, dass die Anleihekäufe der Fed schon im Sommer des kommenden Jahres beendet sein könnten, hat sicherlich die Märkte auf dem „falschen Fuß“ erwischt und somit eine Überreaktion hervorgerufen. Die Fed wird jedoch vorerst weniger zusätzliches Geld in den Kreislauf pumpen und ab dem Sommer des kommenden Jahres wohl keine weitere Liquidität schöpfen. Die Liquiditätsausstattung der Wirtschaft bleibt somit üppig, zumal die Fed hier explizit keinen schnellen Rückzug angekündigt hat. Leitzinserhöhungen, die de facto zu einer Reduzierung der Liquidität führen sollten, werden erst für das Jahr 2015 (!) gesehen. Auch Bundesanleihen sind unter die Räder gekommen. Die transatlantische 90-Tage-Korrelation zeigt an, dass der Gleichlauf der Bund- und der US-Treasury-Renditen in den vergangenen…

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