Eurozone

Schlechte Noten für Hollande: Rating für französische Wirtschaft gesenkt

Da war es weg, das unscheinbare Plus, das nach wie vor hohe Wellen schlägt. Standard&Poor’s hat die Bonität Frankreichs von AA+ auf AA gesenkt. Ein denkwürdiges Zwischenzeugnis für die bisherige Regierungszeit des amtierenden Präsidenten Francois Hollande. Die Ratingagentur stellt klar, dass sie nicht vom Reformwillen der Franzosen überzeugt ist. Bisher fehle es an notwendigen Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Ausweitung des Wachstumspotentials. Die Schulden Frankreichs sind mit rund 95 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich zu hoch. Auch das Versprechen, den Schuldenanstieg von 2015 an mit Ausgabenkürzungen zu bekämpfen, klingt eher unglaubwürdig.  Denn bislang scheinen sowohl der politische Wille als auch die Durchsetzungskraft  für die notwendigen Reformen zu fehlen. Somit ist mittelfristig beim Wachstum, am Arbeitsmarkt oder bei der Höhe des Schuldenbergs wohl kaum eine spürbare Verbesserung zu erwarten. Hinzu kommt, dass die ohnehin geschwächte Unterstützung aus dem eigenen Volk aufgrund der hohen und steigenden Arbeitslosigkeit weiter abnehmen dürfte. Die…

Euro-Dollar: Was in zehn Tagen so alles passieren kann…

Der Euro würde die letzten zehn Tage sicherlich gerne vergessen. So fiel die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar ausgehend von einem Zweijahreshoch über 1,38 USD zeitweise unter die Marke von 1,33 USD. Dabei jagte ein Schicksalsschlag den nächsten. Erst zeigten sich die Fed sowie die US-Einkaufsmanagerindizes für Oktober völlig unbeeindruckt vom Schuldenstreit und dem damit verbundenen „Government Shutdown“, wodurch der Greenback Auftrieb erhielt. Dann fügten sich Euro-belastende Faktoren nahtlos in diese Riege ein. Nachdem bekannt wurde, dass die jährliche Verbraucherpreissteigerung im Oktober auf den niedrigsten Stand seit Ende 2009 gefallen war, kamen bereits Spekulationen um eine expansivere Geldpolitik von Seiten der Europäischen Zentralbank auf. Den Zinsschritt im Rahmen der jüngsten Sitzung auf das historisch niedrige Niveau von 0,25% hatten die Marktteilnehmer dennoch kaum auf der Rechnung. Eine genauere Begründung, wieso eine Zinssenkung gerade jetzt sinnvoll und notwendig ist, nannte EZB-Präsident Draghi nicht. Medienberichten zufolge konnten die Argumente der Befürworter dieser Maßnahme…

Ein Ende des geldpolitischen Gleichlaufs ist wahrscheinlich

Die im Juli verkündete vorausschauende Erwartungssteuerung der „Forward Guidance“ läuft im EZB-Falle über das Versprechen an die Finanzmarktakteure, für einen ausgedehnten Zeitraum die eigenen Leitzinsen auf deren derzeitigen Niveaus zu belassen oder sogar noch einmal abzusenken. Unterfüttert wird dieses Versprechen durch makroökonomische Argumente: Vor dem Hintergrund einer Stagnation der Realwirtschaft im Euro-Raum, einer schwachen Geldmengenentwicklung und einer Inflation auf dem Rückzug könne schlechterdings niemand ernsthaft bezweifeln, dass die EZB die Leitzinsen tatsächlich lange Zeit niedrig halten werde. Die EZB scheint gut beraten, argumentativ scharfe Waffen ins Feld zu führen. Immerhin lehrt die Erfahrung aus früheren geldpolitischen Zyklen: Fängt die Fed erst einmal an, ehedem mit Leitzinsanhebungen, dieser Tage mit einem Ausstieg aus ihren quantitativen Maßnahmen, dann folgen die übrigen Notenbanken der westlichen Welt in der Regel auf dem Fuße. Dieses Mal könnte es anders verlaufen. Zu gewaltig sind die Hinterlassenschaften der Euro-Fiskalkrise: keiner Konjunkturkrise, sondern einer tiefgreifenden Strukturkrise. Sichtbarster Ausdruck…

Befragung der Einkaufsmanager Im Oktober: Produktion im Euro-Raum wächst, aber etwas langsamer

Die Konjunktur in Deutschland und im Währungsraum ist zu Beginn des vierten Quartals stabil, die Ausweitung der Produktion dürfte aber etwas langsamer ausfallen als im Vormonat. Zu diesem Ergebnis kommt die vorläufige Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum für Oktober. Während im gesamten Währungsraum die Produktion steigt, weist die französische Volkswirtschaft dagegen Schwächen auf. Gerade die Fertigung in der Industrie kommt in Frankreich nicht recht in Schwung und steht einer stärkeren Erholung der Gesamtwirtschaft weiter im Weg. Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, sank von 52,2 auf 51,6 Indexpunkte. Er verbleibt aber den vierten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft angezeigt wird. Die Wertschöpfung steigt demnach weiter, aber in vermindertem Tempo. Ein Rückfall in die Rezession ist unwahrscheinlich. In Deutschland nahm der Gesamtindex um 0,6 Punkte auf 52,6…

Italien in Geiselhaft

Der ehemalige Ministerpräsident hat seine Drohung wahr gemacht, die gerade erst im Frühjahr 2013 gebildete Regierung in Italien zu Fall zu bringen. Nach seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerdelikten steht seit Längerem eine Abstimmung über den Verlust seines Sitzes im Senat im politischen Mittelpunkt in Italien. Da sich in einer ersten Abstimmung eine Entscheidung gegen Berlusconi ergeben hatte und eine „Begnadigung“ durch Staatspräsident Neapolitano sich nicht abzeichnet, haben am Wochenende die Fünf Minister der PdL, der Partei Berlusconis, ihren Rücktritt erklärt. Die Partei will die Regierung nicht mehr unterstützen. Damit fehlt der Regierung Letta die nötige Mehrheit zum Weiterregieren. Je nach betrachteter Konstellation kann Ministerpräsident Letta im Senat, der zweiten Kammer in Italien, in der ohne die PdL keine stabile Mehrheit gebildet werden kann, bei insgesamt 321 Abgeordneten mit etwa 137 bis 147 Stimmen rechnen. Ihm fehlen also 25 bis 35 Stimmen. Die Hoffnung beruht darauf, dass sich Abweichler in der…

Euro-PMI signalisieren bestes Wirtschaftsklima seit Juni 2011

Die Wirtschaft in der Eurozone nimmt weiter Fahrt auf. Das zeigen neueste Umfragen bei den Einkaufsmanagern im September. Das Stimmungsbarometer kletterte gegenüber dem Vormonat um 0,6 auf 52,1 Punkte. Der gewichtete Indikator aus Industrie- und Dienstleistungsindex deutet damit das stärkste Wirtschaftswachstum seit Juni 2011 hin. Zu den erfreulichen Werten konnten beide Sektoren positiv beitragen. Der gute Ausblick sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass es im Euro-Währungsgebiet weiter hohe Rückschlagsrisiken gibt. Mit den aktuellen Zahlen steigt jedoch die Zuversicht, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone auch im dritten Quartal weiter, wenn auch nur schwach, zulegen wird. Unterstützung erhielt der Indikator aus den beiden größten Mitgliedsländern: In Deutschland konnte der gewichtete Gesamtindikator weiter in den expansiven Bereich vordringen und verbesserte sich leicht auf 53,8 Punkten im September. Besonders kräftig war hierbei der Aufschwung im Servicesektor. Auch Frankreichs Composite PMI signalisierte für den privaten Sektor eine breite Stabilisierung. Mit 50,2 Punkten konnte die seit 18…

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