Eurozone

EU: Woche der Personalentscheidungen – Folgen für den Stabilitätspakt?

In dieser Woche stehen wichtige Weichenstellungen für die EU an. Am Dienstag stimmt das Europäische Parlament über den künftigen EU-Kommissionspräsidenten ab. Weil die beiden größten Fraktionen der Sozialisten und Konservativen voraussichtlich nicht geschlossen hinter dem Kandidaten Jean-Claude Juncker stehen werden, könnte es ein hauchdünnes Ergebnis geben. Aber alles andere als eine Mehrheit für den ehemaligen luxemburgischen Premier wäre eine faustdicke Überraschung. Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Schon am Mittwoch kommen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel zusammen, um das EU-Personaltableau komplett zu machen. Nicht nur ein Nachfolger für den bisherigen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy wird gesucht, sondern auch ein Nachfolger für die Außenbeauftragte Catherine Ashton. Es sind schon einige Namen in der Brüsseler Gerüchteküche herumgereicht worden, wobei in der Vergangenheit die europäischen Staatenlenker oftmals bei der Entscheidung Überraschungskandidaten aus dem Hut gezaubert haben. Aus wirtschaftspolitischer Sicht am interessantesten dürfte die Personalie „Euro-Gruppen-Chef“ sein. Zwar hat der derzeitige…

Kann die Niedrigzinspolitik die Investitionstätigkeit im Euro-Raum beleben?

Seit dem Beginn der Rezession im Jahr 2008, aber spätestes seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum befindet sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Dauerkrisenmodus. Über die Absenkung des Leitzinses auf aktuell 0,15 Prozent und über weitere unkonventionelle Maßnahmen ist sie bemüht, die konjunkturelle Entwicklung im Euro-Raum über billigere Investitionen zu stützen. Denn die tiefe und lange Rezession hat zu einem deutlichen Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen (Wohnungsbau, sonstige Bauinvestitionen und Ausrüstungsinvestitionen) im Währungsgebiet insgesamt und in den meisten Mitgliedsländern geführt. Das Vorkrisenniveau konnte bisher nur in Deutschland annähernd erreicht werden. Ein wichtiges Ziel der EZB-Politik ist daher, dass von den niedrigen Zinsen und von den weiteren im Juni 2014 beschlossenen Maßnahmen der EZB Impulse auf die Investitionsentwicklung ausgehen. Kann dies gelingen? Unsere aktuelle Analyse zeigt, dass das Zinsniveau nicht der einzige Faktor zur Erklärung der Investitionsentwicklung ist. Dies gilt sowohl für die gesamten Investitionen des Währungsgebiets als auch für die…

Immobilienpreise in Europa steigen wieder

Im ersten Quartal 2014 sind die durchschnittlichen Immobilienpreise in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nach über zwei Jahren erstmals wieder gestiegen. Die Jahresveränderungsrate lag mit genau einem Prozent im Plus. Im etwas kleineren Kreis der Eurozonen-Länder hat es dagegen nicht ganz für ein positives Vorzeichen gereicht. Hier sanken die Preise im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 0,3 Prozent. Positiv ist aber, dass die Sinkgeschwindigkeit in den zurückliegenden Quartalen kontinuierlich kleiner geworden ist. Ein Jahr zuvor, im ersten Quartal 2013, war die Lage deutlich schlechter. Im der Eurozone fielen die Immobilienpreise jährlich um 2,4 Prozent, in den Länder der Europäischen Union lag die Sinkrate bei 1,5 Prozent. Bedingt durch die Berechnungsmethode – die Länder werden mit ihrer kaufkraftbereinigten Wirtschaftsleistung berücksichtigt – wird die Indexentwicklung stark von den „großen“ Volkswirtschaften dominiert. In der Eurozone erwirtschaften die „Top Five“, das sind Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande, deutlich über 80 Prozent…

Ab 2015 EZB-Ratssitzungen nur noch alle sechs Wochen

Nachdem die europäischen Währungshüter zur Juni-Sitzung ihr geldpolitisches Instrumentarium um bedingte Tenderoperationen (TLTRO) erweitert hatten, sind zu dieser Zinssitzung keine weiteren unkonventionellen Maßnahmen beschlossen worden. Zudem haben die Notenbank-Oberen den Leitzins unverändert bei 0,15% belassen. Trotzdem war diese Zinssitzung kein Non-Event. So hat die EZB weitere Details zu den geplanten TLTRO-Operationen veröffentlicht. Die bedingten Tenderoperationen zielen grundsätzlich darauf ab, die Kreditvergabe in der Eurozone zu beleben. Diese hat sich auf gesamteuropäischer Ebene in den zurückliegenden Monaten kontinuierlich zurückgebildet. Mit dem TLTRO-Programm versucht die EZB, möglichen Kreditengpässen, insbesondere in der Peripherie, entgegenzuwirken, um so die noch zarte Konjunkturerholung nicht zu gefährden und damit auch potenzielle Deflationsgefahren zu dämpfen. Auch nach den Präzisierungen der EZB zu diesem Programm halten wir aber an unserer Einschätzung fest, dass es kaum geeignet sein dürfte, der schleppenden Kreditvergabe in Südeuropa entscheidende Impulse zu verleihen. Die EZB behält sich weiter vor, ein groß anlegtes Anleihekaufprogramm durchzuführen, wenn…

Irische Regierung kommt bei Konsolidierung erfolgreich voran

Das irische Finanzministerium hat gestern erfreuliche Zahlen für die finanzielle Entwicklung des Regierungshaushalts im ersten Halbjahr gemeldet. So lag zwischen Januar und Juni das Defizit zwar immer noch bei gut 4,9 Mrd. Euro. Das Plan-Soll der Regierung sah aber einen Fehlbetrag von knapp 6 Mrd. Euro vor, sodass der Musterschüler Irland wieder einmal seine fiskalischen Hausaufgaben mit Bravour gemeistert hat. Verglichen mit dem ersten Halbjahr im zurückliegenden Jahr wurde das Defizit um 1,7 Mrd Euro zusammengezurrt. Der Primärsaldo, der die Zinszahlungen herausrechnet, hat sich ebenfalls deutlich verbessert: So lag das Minus nur noch bei 0,6 Mrd Euro. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2013 waren es noch gut 2,2 Mrd Euro! Bei den Einnahmenposten konnte Finanzminister Noonan fast überall positive Nachrichten vermelden. Besonders kräftig zogen im ersten Halbjahr die Steuereinnahmen an. Sprudelnde Einnahmen aus den Einkommensteuern und aus Mehrwert- und Verbrauchsteuern sprechen dafür, dass die irische Wirtschaft dieses Jahr wieder ein…

Katalonien strebt nach Unabhängigkeit

Katalonien liebäugelt bereits seit Langem mit der Unabhängigkeit von Spanien. Die Folgen der Staatenfinanzkrise verliehen den Befürwortern noch einmal Rückenwind. Madrid wehrt sich jedoch gegen diese Bestrebungen und dürfte ein konsultatives Referendum über die Unabhängigkeit weiter hinausschieben. Da Spanien wirtschaftliche, fiskalische und politische Nachteile befürchtet, bis hin zu einem Dominoeffekt, liegt der Fortbestand der Nation in seiner jetzigen Form in Spaniens Interesse. Katalonien wäre wirtschaftlich sicher überlebensfähig, auch wenn das zumindest zeitweise Ausscheiden aus der EU auch Nachteile hätte. Wechselkursrisiken durch den Austritt aus der EWU ließen sich durch Wechselkursanbindung an den Euro minimieren. Kritisch dürfte die Frage der Verteilung der spanischen Schulden auf Rest-Spanien und Katalonien sein. Das Ergebnis hätte allerdings maßgeblichen Einfluss auf die Bewertung katalonischer sowie auch spanischer Anleihen durch den Markt. Während sich die Ratingagenturen mit deutlichen Anpassungen bei Katalonien erst einmal zurückhalten dürften, könnte Spanien in einem ungünstigen Fall sogar die Herabstufung drohen. Auch könnten…

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