Eurozone

Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum: Leichte Stimmungsaufhellung

Die Aussicht auf eine konjunkturelle Erholung im Euro-Raum hat im Mai leichten Auftrieb erhalten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Euro-Raum haben sich gegenüber April nach vorläufigen Angaben leicht verbessert. Der zusammenfassende „Composite-Index“ für den Euro-Raum stieg um 0,9 auf 47,7 Punkte, bewegt sich damit aber weiter im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten. Die Schärfe des Rückgangs hat also in der privaten gewerblichen Wirtschaft etwas abgenommen. Die Stimmung in der Industrie und im Dienstleistungsbereich stieg gegenüber dem Vormonat leicht an. Beide Teilindizes verbleiben aber weiter unter der neutralen Marke von 50 Punkten.

Geldmengenwachstum und Kreditvergabe im Euro-Raum weiter schwach

Das Geldmengenwachstum im Euroraum hat sich auf Jahresbasis im März deutlicher als erwartet abgeschwächt, Nach Mitteilung der EZB stieg die breite Geldmenge M3 nur noch mit einer Jahresrate von 2,6 Prozent, nachdem die Rate im Vormonat noch bei 3,1 Prozent gelegen hatte. Das Geldmengenwachstum ist damit seit Oktober 2012 rückläufig, was auch in einen nachlassenden mittelfristigen Inflationsdruck im Euroraum zum Ausdruck kommt. Auch im aussagekräftigeren Dreimonatszeitraum (Januar bis März) schwächte sich das Geldmengenwachstum ab. In dieser Rechnung legte das breite Geldmengenaggregat M3 um 3,0 Prozent – nach 3,4 Prozent im vorherigen Zeitraum (Dezember bis Februar). Der Zuwachs der liquidesten Form der Geldmenge M1 – Bargeld und Sichteinlagen – betrug auf Jahresbasis im März 7,1 Prozent nach 7,0 Prozent im Februar. Vielfach wird in dieser Komponente ein Vorlaufindikator für die konjunkturelle Entwicklung gesehen.

Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum: Deutschland drückt die Stimmung

Die Hoffnung auf die konjunkturelle Erholung im Euro-Raum hat im April einen Dämpfer erhalten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Euro-Raum haben sich im April nach vorläufigen Daten kaum verbessert. Der Composite-Index verharrt für die gesamte EWU mit 46,5 Punkte auf dem Niveau des Vormonats. Damit bewegt sich der Indikator weiter im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten. Die Schwächephase in der privaten gewerblichen Wirtschaft dürfte sich also weiter fortsetzen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euro-Raum im ersten Quartal abermals gesunken sein. Auch für das zweite Quartal ist aus heutiger Sicht kaum mit einer Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion zu rechnen. Zu schleppend sind die Entwicklungen der Auftragslage und der Beschäftigungsaussichten nach der aktuellen Umfrage.

EZB hält Tür für Zinssenkung offen – neue unkonventionelle Maßnahmen wahrscheinlicher

Die europäischen Währungshüter haben bei ihrem jüngsten Zusammentreffen den Leitzins erwartungsgemäß unverändert belassen. Angesichts einer nach wie vor schwachen gesamtwirtschaftlichen Dynamik in der Eurozone ist von einer baldigen Abkehr von der sehr expansiven Geldpolitik nicht auszugehen. Vielmehr halten wir es sogar für möglich, dass sich in den kommenden Wochen Zinssenkungsspekulationen intensivieren. Letztlich gehen wir davon aus, dass die EZB über unseren Prognosehorizont von zwölf Monaten den Leitzins bei 0,75% belassen wird. Eine weitere Lockerung der Zinszügel hätte unserer Einschätzung nach nur bedingt stimulierenden Einfluss auf die europäische Wirtschaft. So ist es fraglich, inwieweit die günstige EZB-Liquidität aufgrund einer zu konstatierenden Zurückhaltung der Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe in der Wirtschaft in deren Breite ankommt. Vor diesem Hintergrund halten wir eine weitere Zinssenkung für nur bedingt geeignet, der europäischen Wirtschaft einen Schub zu geben. Als wirkungsvoller erachten wir die zahlreichen unkonventionellen Maßnahmen der EZB zur Sicherung der Liquiditätsversorgung des Bankensektors.

Globale Devisenreserven: Euro-Anteil bleibt trotz Krise stabil

Noch vor wenigen Jahren hatten die europäischen Politiker große Ambitionen, den Euro als führende Welt-Reservewährung zu etablieren und den US-Dollar von dessen Thron zu stoßen. Angesichts des gegenwärtigen Teufelskreises aus Sparprogrammen und Rezession, des fehlenden politischen Konsens in der Eurozone und der immer wieder auflodernden Systemzweifel ist von diesen Ambitionen nicht mehr viel übrig. Und doch fällt auf, dass Investoren der Eurozone die Treue halten. Die Aufstockung der offiziellen Devisenreserven auf Euro-Basis ist zwar zum Stocken gekommen, von einem breit angelegten Abbau kann aber auch weiterhin nicht die Rede sein, wie die jüngsten Daten des IWF unterstreichen. Der weltweite Bestand an Devisenreserven lag Ende 2012 bei 10,936 Bio. US-Dollar und damit nur wenig höher als Ende des dritten Quartals (10,783 Bio. US-Dollar). Davon entfallen auf die Industrieländer 3,691 Bio. US-Dollar, auf die Entwicklungsländer 7,245 Bio. US-Dollar. Den einzigen nennenswerten Reserveanstieg gab es in den Entwicklungsländern (+112 Mrd. US-Dollar), die ihre FX-Allokation…

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