Eurozone

Was passiert, wenn die Ukraine-Krise weiter eskaliert?

Die Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konfliktes in der Ukraine haben sich bislang leider nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die Situation spitzt sich immer noch weiter zu und es gibt ständig neue Unruheherde. Die Vereinbarung von Genf hat keine Lösung gebracht. Nach wie vor besteht die Gefahr einer Eskalation. In einem solchen Fall würden wir hierzulande deutlich die Auswirkungen zu spüren bekommen. Mit welchen Einbrüchen müssten wir dann rechnen? Eine weitere Verschärfung der Lage und ein Eingreifen russischer Truppen ist ein durchaus realistisches Risikoszenario. Eine solche Entwicklung hätte dann erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge – auch auf Deutschland und die EU-Länder. Denn in diesem Fall würden die westlichen Länder wichtige Wirtschaftssanktionen beschließen. Wir gehen davon aus, das dann die Exporte von Deutschland und den anderen EWU-Länder nach Russland im laufenden Jahr um rund 25% und im Jahr 2015 um rund 50% zurückgehen würden. Die russischen Gasexporte über das ukrainische Pipeline-Netz…

Spanien: Gefallene Renditen ein Strohhalm für die Staatsfinanzen

Die positiven Marktentwicklungen in den vergangenen Monaten haben wir zum Anlass genommen, die Schuldentragfähigkeit Spaniens einer Analyse zu unterziehen und diese den Ergebnissen aus dem vergangenen Jahr gegenüberzustellen. Während sich gegenüber dem Vorjahr kaum Änderungen bei den Wachstumsaussichten für Spanien bis zum Jahr 2020 ergeben und die hohen Sozialausgaben sowie die geringe Steuerkraft des Landes einen langen Atem beim Abbau des Primärdefizits erfordern, könnte vor allem der weitaus schnellere und stärkere Rückgang der Risikoprämien Spanien zugutekommen. Im Vergleich zu früheren Annahmen dürfte der Anstieg der spanischen Verschuldung in den kommenden Jahren mit geringerer Geschwindigkeit vonstattengehen. Allerdings wird es auch bei günstigeren Spreadannahmen als vormals mindestens bis zum Jahr 2018 dauern, bis Spanien den Gipfel der Schuldenstandsquote erreicht, da erwartungsgemäß steigende Bundrenditen selbst im Idealfall den Spreadeffekt überkompensieren. Weiteten sich die Spreads hingegen wieder aus, dürften die Sparbemühungen nicht ausreichen, um den Anstieg der Schuldenstandsquote zu stoppen. Sollte Spanien seine jetzigen…

Europas Banken glauben an den Aufschwung

Wie aus der neuen Quartalsumfrage der EZB unter Europas Banken („Bank Lending Survey“) hervorgeht, rechnet eine wachsende Mehrheit der Banken im Euroraum mit einer steigenden Kreditnachfrage der Firmenkunden in den nächsten Monaten. Lagen die Optimisten im Januar noch mit 10 Prozent vorne, so ist der Vorsprung der Kreditinstitute, die an eine wachsende Kreditnachfrage glauben, im April auf 25 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 2011. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sich das Kreditgeschäft im Euroraum zum Sorgenkind entwickelt hat. Seit 2009 sind tendenziell schrumpfende Kreditbestände zu verzeichnen und der Abwärtssog hat sich im letzten Jahr nochmals deutlich verstärkt. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres setzte sich der Rückgang fort. Der anhaltende Kreditabfluss wird mit Sorge betrachtet, weil Engpässe in der Kreditversorgung Südeuropas mit dazu beitrugen, dass die ersehnte konjunkturelle Erholung in Europa nur zögerlich einsetzte und weiterhin auf tönernen Füßen steht. Die optimistische Einschätzung der…

Inflation im Euroraum: Ostern treibt die Preise – aber nicht sehr stark

Die Verbraucherpreise sind im Euro-Raum im April wieder etwas stärker angestiegen. Die harmonisierte Jahresrate bleibt nach vorläufigen Zahlen von Eurostat mit 0,7 Prozent jedoch weiterhin schwach. Immerhin konnte sich die Rate nach dem schwachen Vormonat mit 0,5 Prozent wieder leicht beschleunigen. Hintergrund für das markante Auf und Ab in der Inflationsrate im März und April ist der saisonale Ostereffekt. Denn im jeweiligen Ostermonat steigen die Preise in der Regel etwas stärker als gewöhnlich an, was vor allem mit anziehenden Preisen in der Tourismusbranche zusammenhängt. Und in diesem Jahr fiel Ostern in den April, während es im vergangenen Jahr im März lag. Wird der direkte Vergleich von April 2014 (Ostermonat) mit April 2013 (kein Ostermonat) gezogen, dann treibt das die Inflationsberechnungen nach oben. Anders als im vergangenen Monat, als sich die Rate deutlich auf 0,5 Prozent abkühlte. Was die Komponenten der Inflationsrate angeht,  konnten vor allem die Dienstleistungspreise stärker zulegen. Im April erreichten sie…

Einkaufsmanager im Euroraum: Optimismus in Deutschland, zögerliche Franzosen

Die vorläufigen Umfrageergebnisse unter den Einkaufsmanagern im Euroraum (PMI) sorgen für Überraschungen sowohl in positiver wie auch negativer Hinsicht. Die Einschätzungen für den konjunkturellen Ausblick in den beiden größten Volkswirtschaften für den Start in das zweite Quartal 2014 laufen im April wieder stärker auseinander. Während der zusammengefasste PMI für die Industrieproduktion und der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor – der sogenannte Composite Index Produktion – in Deutschland überraschend deutlich zulegte, sank Frankreichs PMI stärker als erwartet. Bedenken in Bezug auf die Turbulenzen rund um die Ukraine oder die Sorge vor einem anhaltend verhaltenen Wachstum in China zeigen sich damit für Deutschland bisher nicht. Das hat der wirtschaftlichen Aktivität im gesamten Euro-Raum zumindest kein weiteres Hindernis in den Weg gelegt. Der Composite PMI für die Eurozone konnte, trotz der entgegengesetzten Signale aus Deutschland und Frankreich, aktuell noch etwas zulegen. Im April stieg der Index auf 54,0 Punkte, nach 53,1 im März und signalisiert damit…

Einsparpläne in Frankreich: Weniger ambitioniert als gedacht

Nach der Ankündigung von Präsident Hollande zum Jahresbeginn hat Premierminister Valls nun erste Details zu den geplanten Einsparungen im französischen Staatshaushalt folgen lassen. Zwischen 2015 und 2017 sollen die Ausgaben des französischen Staates um 50 Mrd. Euro reduziert werden. Bei einer staatliche Ausgabenquote von mehr als 57 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, um die Abgabenlast für die Wirtschaft zu senken und das Budgetdefizit 2015 wieder unter die 3-Prozent-Grenze zu bringen. Allerdings dürfte sich aus der geplanten Aufteilung der Einsparungen Konfliktpotenzial ergeben. 18 Mrd. Euro sollen im Bereich der Zentralregierung  gekürzt werden, 11 Mrd. an Einsparungen sind bei den Departements und lokalen Verwaltungseinheiten geplant. Darüber hinaus sollen die Ausgaben im Gesundheitswesen um 10 Mrd. Euro und im Sozialsystem um 11 Mrd. Euro reduziert werden. Neben den Gehältern im öffentlichen Dienst und zahlreicher Leistungen im Sozialsystem sollen die Renten, deren Entwicklung sonst an die Inflationsrate…

1 129 130 131 139