Eurozone

Frankreich auf dem Weg zu großen Reformen?

Frankreich droht konjunkturell den Anschluss an das Währungsgebiet zu verlieren. Während andere Länder des Euro-Raums allmählich das Tal der Rezession verlassen, steht die Erholung der französischen Wirtschaft noch aus. Die Zuversicht bei französischen Verbrauchern und Unternehmen schwindet. Gründe für die Schwäche sind die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit und der bisher fehlende Wille für tiefgreifende Strukturreformen. In diesem Jahr gilt es für die Regierung Hollande, bestehende Probleme anzugehen. Zum Jahresbeginn hat der Präsident als grundlegende Weichenstellung eine angebotsorientierte Reformpolitik angekündigt. Doch weitere Maßnahmen müssen folgen, um die französische Wirtschaft auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen. Der Bedarf an strukturellen Reformen ist enorm. Der Staatssektor führt mit einer Staatsquote von 57 Prozent des BIP die Spitze der OECD-Mitgliedsländer an. Zur Finanzierung des Staatsapparates fällt die steuerliche Belastung der Privatwirtschaft entsprechend hoch aus, was vor allem zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit geht. Einsparungen und Umstrukturierungen im öffentlichen Verwaltungsapparat sollten daher ganz oben auf der Agenda stehen, dürften…

Griechenland: Drittes Hilfspaket geht am Kern des Problems vorbei

Mitten in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen der Troika und Griechenland hinsichtlich der Auszahlung einer fälligen Kredittranche werden Pläne der deutschen Bundesregierung bekannt, ein drittes Kreditpaket im Umfang zwischen 10 bis 20 Mrd. Euro schnüren zu wollen. Die Pläne sehen jedoch ausdrücklich keinen Schuldenschnitt für die öffentlichen Gläubiger vor. Einerseits dürfte es überraschen, dass ausgerechnet jetzt, da Athen sich in hartnäckigem Widerstand gegenüber der Troika sowie noch strengeren Sparauflagen übt, die Bundesregierung die Auflage eines neuen Kreditpaketes in Aussicht stellt. Andererseits nimmt offensichtlich die Sorge hinsichtlich einer Destabilisierung der politischen Lage in Griechenland und damit eines Scheiterns der gesamten Reformanstrengungen zu. Zwar betont die Bundesregierung, man werde die Freigabe der Mittel an die Erfüllung von Bedingungen knüpfen und das Programm erst im Laufe des Jahres aufsetzen, um keine falschen fiskalpolitischen Anreize zu setzen, die Durchsetzbarkeit dieses Druckmittels könnte sich aber als schwierig erweisen. Die außenstehenden Forderungen summieren sich bislang auf ca….

Einkaufsmanager im Januar: Konjunktur im Euro-Raum gefestigt, Frankreich weiter schwach

Die Konjunkturentwicklung in Deutschland und im Währungsraum ist zum Beginn des ersten Quartals 2014 erfreulich gut gestartet. Dies zeigen die vorläufigen Ergebnisse der Befragung der Einkaufsmanager für den Euro-Raum im Januar. Während die Aktivität in der privaten gewerblichen Wirtschaft im Euro-Raum und insbesondere in Deutschland weiter zulegt, läuft die Entwicklung in Frankreich dem Rest der Währungsgemeinschaft hinterher. Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 52,1 auf 53,2 Indexpunkte. Er verbleibt den siebten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft signalisiert wird. Sowohl die Aktivität bei den Dienstleistern als auch im Industriebereich legt deutlich zu. Auf Basis dieser Daten kann von einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung ausgegangen werden. In Deutschland stieg der Gesamtindex um 0,9 Punkte auf 55,9 Indexpunkte und notiert damit so hoch wie seit 31 Monaten…

Optimismus und Korrekturrisiken

So viel Optimismus war selten. Die große Mehrheit der aktuellen Konjunkturprognosen ist eindeutig und sehr positiv. Alle wichtigen Industrieländer sollen demnach in den kommenden 12 Monaten kräftig wachsen. Die Industrieländer scheinen also gestärkt aus der jüngsten Krise hervorzugehen, während viele Emerging Markets  ihre hohe Wirtschaftsdynamik der Vorkrisenzeit nicht halten können. Unser Bild für die konjunkturelle Entwicklung der wichtigen Länder ist nicht schlechter, sondern in manchen Fällen sogar optimistischer als der Consensus, so liegen wir etwa bei Deutschland am oberen Rand der vorliegenden Schätzungen. Was ist der Grund für diesen kaum zu schlagenden Optimismus? In unseren Überlegungen gehen wir davon aus, dass die Beruhigung der Schuldenkrise und damit wegfallende Bremsfaktoren die konjunkturelle Entwicklung stützen werden. So werden die finanzpolitischen Konsolidierungsmaßnahmen in den meisten Ländern nicht mehr so strikt verfolgt bzw. nicht mehr ausgeweitet. Zudem sollten die Industrieländer von der weiterhin sehr expansiven Notenbankpolitik profitieren. Dies sollte sich etwa bei der Entwicklung…

Jahreswechsel 2013/14: Euro auf der Sonnenseite – aber nicht mehr lange!

Der Gewinner des Jahres 2013 ist ohne Wenn und Aber: Der Euro! So konnte die Gemeinschaftswährung gegenüber allen G10-Währungen sowie den bedeutenden Schwellenländerwährungen seit Jahresbeginn Boden gutmachen. Unter den Verlierern der letzten zwölf Monate finden sich insbesondere der Yen und der Australische Dollar. Gegenüber dem Euro gaben beide Währungen um über 20% nach. Mit knapp 27% die größten Verluste verzeichnete der Südafrikanische Rand. Gut behauptet haben sich im internationalen Vergleich hingegen der Franken sowie der Rumänische Leu. So liegen beide Landeswährungen derzeit nur knapp unterhalb des Niveaus von Anfang 2013. Zu gemütlich sollte es sich der Euro auf der Gewinnerstraße unterdessen nicht machen, dürfte sich das Bild an den Devisenmärkten mit Blick auf 2014 doch spürbar wandeln. So werden fundamentale Faktoren und die geldpolitische Ausrichtung in den verschiedenen Währungsräumen im Verlauf des nächsten Jahres an Bedeutung gewinnen – und hier hat der Euroraum mit einem erwarteten Wachstum von gerade einmal…

Befragung der Einkaufsmanager im Dezember: Frankreich fällt weiter zurück

Die Konjunkturentwicklung in Deutschland und im Währungsraum ist zum Ende des vierten Quartals erfreulich. Zu diesem Ergebnis kommt die Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum im Dezember. Doch während im gesamten Währungsraum die Produktion steigt, zeigt die französische Volkswirtschaft weiterhin deutliche Schwächen. Gerade die Lage in der Industrie verschlechtert sich weiter. Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 51,7 auf 52,1 Indexpunkte. Er verbleibt den sechsten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft erwartet werden kann. Während die Aktivität bei den Dienstleistern etwas geringer stieg als im Vormonat, nahm sie im Industriebereich deutlich zu. Die gesamte Wertschöpfung des Währungsgebiets legt demnach weiter zu und ein Rückfall in die Rezession ist unwahrscheinlich. In Deutschland nahm der Gesamtindex um 0,2 Punkte auf 55,4 Indexpunkte ab. Der Dienstleistungsbereich expandierte in etwas…

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