Eurozone

Euro-Raum: Frankreich und Italien belasten Wachstum in Q4

Die konjunkturelle Dynamik des Euro-Raums hat sich im Schlussquartal 2019 verlangsamt. Gemäß der ersten Schnellschätzung legte das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem dritten Quartal nur um 0,1 Prozent zu. Zwischen August und Oktober lag die Zuwachsrate noch bei 0,3. Für das Gesamtjahr 2019 beläuft sich damit das Wirtschaftswachstum des Währungsgebiets auf 1,2 Prozent, nach 1,9 Prozent in 2018. Die Verlangsamung kommt etwas unerwartet, hatten sich doch Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes oder das Wirtschaftsvertrauen im Quartalsverlauf stabilisiert. Auf Länderebene waren es gemäß den ersten Berechnungen vor allem die ökonomischen Schwergewichte Frankreich und Italien, die mit negativen Zuwachsraten von 0,1 bzw. 0,3 Prozent das Gesamtergebnis für den Euro-Raum im Schlussquartal gedrückt haben. In Spanien, Belgien und Österreich wurden dagegen positive Zuwächse verzeichnet. Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt wurden noch keine Quartalsergebnisse veröffentlicht. Der bisher vorliegende Datenkranz weist aber darauf hin, dass im vierten Quartal 2019 das deutsche Wirtschaftswachstum ebenfalls positiv ausgefallen ist und das Ergebnis…

Großbritannien geht, die Probleme bleiben

Heute Abend ist es so weit: Um Mitternacht britischer Zeit tritt Großbritannien offiziell aus der EU aus. Größere Feierlichkeiten wird es nicht geben. Viel wird sich zunächst auch nicht ändern, dies stellt die bis Ende des Jahres dauernde Übergangsphase sicher. Unterdessen bleibt die Ausgestaltung der künftigen Handelsbeziehungen weiterhin offen und damit auch die Frage, ob dieser Brexit ein „harter Brexit“ wird oder nicht. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (FTA) werden am 3. März 2020 beginnen, so zumindest sieht es der Zeitplan der EU vor. Die Zeit ist also knapp und man wird in den Verhandlungen auf beiden Seiten sehr taktisch agieren. In diese Kategorie sind auch die jüngsten Drohungen von Boris Johnsons Replik einzuordnen: Vor Kurzem drohte er mit hohen Zöllen auf deutsche Autos und französischen Käse. Überhaupt seien die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU nicht seine oberste Priorität; hier stünden zunächst die Verhandlungen mit den USA, aber…

Österreich: Wirtschaft muss vorerst ohne Schützenhilfe auskommen

Die neue türkis-grüne Koalition in Österreich hat bei einer Regierungsklausur die versprochenen Steuersenkungen konkretisiert. Das ist begrüßenswert. Denn die Wirtschaft nahm zum Jahresende 2019 nur leicht Fahrt auf und die konjunkturelle Dynamik blieb insgesamt niedrig. So betrug das Wirtschaftswachstum nach der ersten Schätzung im Schlussquartal 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach jeweils mageren 0,1 Prozent in den beiden vorangegangenen Quartalen. Die Schwäche der Wirtschaft wird nach wie vor allem voran vom Industriesektor verursacht. Die geplanten Senkungen der Einkommen- und Körperschaftsteuer hätten sicherlich das Potenzial dazu, der lahmenden Wirtschaft einen Schub geben. Leider werden die Maßnahmen aber nur stufenweise umgesetzt, beginnend erst ab dem Jahr 2021. Dann wird zumindest der erste Grenzsteuersatz in der Einkommensteuer von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Bis dahin muss die Wirtschaft also ohne Schützenhilfe auskommen. Wir rechnen daher vorerst nicht mit einer raschen Beschleunigung der Konjunkturdynamik. Die vielen internationalen politischen und wirtschaftlichen Risiken sorgen weiterhin für…

Es läuft für Italien und Griechenland

Die Götter zeigen sich den Regierenden in Athen und Rom gegenüber derzeit gnädig gestimmt. Bei den Regionalwahlen in Emilia-Romagna blieb der befürchtete Rechtsruck aus. Die sozialdemokratische PD wird auch in Zukunft den Regionalpräsidenten stellen. Ihr Kandidat, Bonaccini, erhielt 51,4% der Stimmen, wohingegen die Kandidatin der Lega, Borgonzoni, nur auf 43,6% der Stimmen kam. Auch bei der Wahl zum Regionalparlament liegt Mitte-links vor den Rechtspopulisten. Einen rabenschwarzen Tag erwischte hingegen die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), deren Kandidat im Zweikampf der beiden anderen Parteien mit 3,4% Zustimmung nahezu unterging. Trotz der Niederlage der M5S ist das gestrige Ergebnis als Sieg der Regierungsparteien in Rom zu werten, wohingegen der Höhenflug der Lega damit erst einmal einen Dämpfer erlitt. Entsprechend positiv reagierten heute Morgen auch die Anleger. Renditen 10-jährige Staatsanleihen sanken um bis zu 20 Basispunkte, der Risikoaufschlag gegenüber Bundesanleihen fiel unter die Marke von 140 Basispunkten. Der Optimismus fußt auf der Annahme, dass die Gefahr…

Einkaufsmanager in der EWU zeigen sich verhalten optimistisch

Auf den ersten Blick bleibt die Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern zu Beginn des neuen Jahres 2020 gemäß der Umfrage von IHS Markit im Euro-Raum gedämpft. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Lage in der Industrie und im Dienstleistungsbereich blieb mit 50,9 Punkten im Januar laut der Vorabveröffentlichung auf dem Niveau des Vormonats. Im Detail zeigt sich aber eine Aufhellung der Geschäftsaussichten, die sich wohl auch aufgrund der ersten Deeskalation im pazifischen Handelsstreit verbesserten. Ein weiterer Lichtblick ist die Entwicklung der Auftragseingänge, die die befragten Einkaufsmanager nicht mehr so pessimistisch bewerten wie noch in den Vormonaten. Dies lässt zumindest für den weiteren Jahresverlauf hoffen, dass die Konjunktur im Euro-Raum das Schlimmste hinter sich hat und sich weiter stabilisiert. Zwar bleibt die Zweiteilung mit einer schwachen Industrie auf der einen Seite und einem Dienstleistungssektor, der maßgeblich das Wachstum trägt, auf der anderen Seite erhalten. Aber die Rückgänge in der Industrie verlieren an Schärfe. Aufträge…

DAX vor Rekordstand – was nun?

Die weltweit wenig dynamisch verlaufende Konjunktur belastet das heimische Exportgeschäft. Die so wichtige Automobilindustrie befindet sich im langfristigen strukturellen Wandel – mit unklarem Ausgang – und viele Firmen im DAX kämpfen immer noch mit hausgemachten Problemen. Trendthemen aus den Bereichen Technologie, Internet und anderen Sektoren werden in den USA und China vorangetrieben, nicht in Deutschland. Kein Wunder, dass sich der bald höchste Stand der DAX-Geschichte etwas falsch anfühlt. Schließlich sinken die Gewinne der DAX-Unternehmen seit gut drei Jahren. Ohne den Erfolgsgaranten im Index (SAP, Allianz, Adidas oder Siemens), die die Kursverluste der „Minderleister“ überkompensieren konnten, nahetreten zu wollen: Tatsächlich ist ein wesentlicher Teil des DAX-Aufschwungs nicht mit der „Sexyness“ der Indexunternehmen zu begründen, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass der DAX ein „Total Return“-Index ist. Hinzu kommt, dass Aktienanlagen, im Gegensatz zu Anleihen, immer noch einen signifikanten Ertrag abwerfen. Gut sieben Prozent beträgt die Gewinnrendite der DAX-Unternehmen, gemessen an der…

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