Eurozone

ifo-Umfrage: Deutsche Wirtschaft verliert an Zuversicht

Die Umfrageergebnisse im Mai sind eine herbe Enttäuschung. Während sich das Klima in den letzten Monaten vor allem im Industriebereich abgekühlt hat, schätzen aktuell nun auch der Handel und der Dienstleistungssektor ihre Geschäftsentwicklung merklich schlechter ein als noch im Vormonat. Dabei ist die Messzahl für die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Mai fast schon abgestürzt. Und das in den Bereichen, die sich bislang noch relativ stabil gehalten haben. Immerhin war der private Konsum im ersten Quartal der wichtigste Treiber für die Konjunktur. Nur beim Bau läuft es weiter gut, hier hält der Boom an. Unterdessen sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen in allen Sektoren für die kommenden Monate immerhin stabil geblieben. Insgesamt sind das keine guten Vorzeichen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Denn vom Außenhandel sind im derzeitigen weltwirtschaftlichen Umfeld sicherlich keine Impulse zu erwarten. Wenn sich die Stimmung nun auch in der Binnenwirtschaft weiter eintrüben sollte, drohen die Antriebskräfte…

Einkaufsmanagerindizes im Euroraum: Industrie bremst weiter, vor allem in Deutschland

Insgesamt hat sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Mai leicht aufgehellt. Der Composite-Index stieg aber nur marginal von 51,5 auf 51,6 Indexpunkte. Die Messzahl für die Gesamtlage im verarbeitenden Gewerbe konnte sich nicht verbessern und bleibt unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Allein ein leichter Anstieg der Produktionskomponente sorgte dafür, dass der Composite-Index etwas zulegen konnte. Denn bei den Dienstleistern musste auch ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ein in der Summe weiter rückläufiges Exportgeschäft drückt auf die Stimmung der Einkaufsmanager. Insgesamt dürfte sich auf Basis dieser Umfrageergebnisse der Aufschwung im Euroraum fortsetzen; die Wachstumsrate im zweiten Quartal dürfte aber die 0,4% aus dem ersten Quartal schwerlich erreichen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Deutschland und Frankreich ist bemerkenswert. Das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf industrielle Produktion und Export ausgerichtet ist, kommt im jetzigen Umfeld natürlich an seine Grenzen. Im Gegensatz dazu ist das binnenwirtschaftlich orientierte Modell von Frankreich zurzeit noch relativ…

Politik bestimmt weiterhin das Geschehen an den Devisenmärkten

Die politische Lage in Europa ist insgesamt weiterhin relativ unübersichtlich und im Vergleich zu den USA ein komparativer Nachteil. Zudem macht sich die sehr nach innen gerichtete und auf den Vorteil der USA bedachte Politik von Trump zunehmend an den Devisenmärkten bemerkbar. Eine nachhaltige Aufwertung des US Dollars ist die Folge. Auch der eskalierende Handelsstreit dürfe kurzfristig die US Wirtschaft weit weniger belasten als die restliche Welt, was sich auch hier wieder günstig auswirken sollte. Insgesamt hat US Präsident Trump weiterhin die Trümp(F)e in der Hand, was ihm letztlich auch seinen Politikstil ermöglicht. In den zurückliegenden Wochen prägten in erster Linie geo- und handelspolitische Entwicklungen das Geschehen an den weltweiten Devisenmärkten. Hierbei haben nicht nur wohlbekannte Konflikte wie z.B. der wieder an Schärfe gewonnene bilaterale Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt für Verunsicherung gesorgt. Vielmehr sind u.a. mit der Kriegsgefahr am Persischen Golf auch neue Krisenherde mit ungewissem…

Deutsche Wirtschaft startet gut ins Jahr 2019

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem robusten Wachstum von 0,4 Prozent ins Jahr 2019 gestartet. Damit kann sie die Schwächephase aus dem zweiten Halbjahr 2018 hinter sich lassen. Und das obwohl die Industrie als Konjunkturlokomotive derzeit ausfällt, weil das internationale Umfeld zur Belastung geworden ist. Da der Arbeitsmarkt in Deutschland weiter fest ist und die Einkommen steigen, konnten die privaten Haushalte mehr Geld für den privaten Konsum ausgeben und kräftig in Immobilien investieren. Das hat – zusammen mit höheren Investitionen der Unternehmen – die heimische Konjunktur im ersten Quartal stabil gehalten. Der Wechsel vom exportgetriebenen Wachstum zu einer stärkeren Binnenorientierung ist für die Spätphase des Zyklus normal und auch wünschenswert. Er ermöglicht ein stabileres Wachstum, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau. Gegen einen Einbruch der Weltkonjunktur aufgrund einer weiteren Eskalation des Handelsstreits ist die deutsche Wirtschaft dadurch aber nicht gefeit. Das ist zweifellos das größte Risiko für die zweite Jahreshälfte….

Aktien trotzen Widrigkeiten, DAX mit Kurs auf 12.700 Punkte

Wir waren mit unseren Aktienmarktprognosen für das Anlagejahr 2019 zu pessimistisch: Unser Jahresendziel 2019 von 12.000 Punkten im DAX wurde bereits Anfang April erstmalig erreicht. Unser Kursziel für den DAX und den Euro Stoxx 50 war seither leicht negativ. Anlegern, die investiert waren, dürfte unsere zu pessimistische Prognose verkraften können, schließlich haben sie in kürzerer Zeit deutlich mehr verdient als erwartet. Tatsächlich überschreitet der bisherige Kursanstieg des DAX 2019 (+16,4%) die durchschnittliche Rendite des Index seit 1987 um mehr als das Doppelte. Getrieben wird die Kursrallye jedoch nicht etwa durch sprudelnde Unternehmensgewinne, sondern vielmehr die geringe Ausgangsbasis der Kurse zu Jahresanfang, nachdem es im vierten Quartal 2018 zu einer starken Korrektur gekommen war. Die bisher vorgelegten Ergebnisse zum ersten Quartal waren allerdings weder in den USA noch in Europa berauschend. Das Gewinnwachstum der Euro Stoxx 50 Unternehmen stagniert, während der S&P 500 nur ein Wachstum von zwei Prozent verzeichnete. In…

Spätes Osterfest lässt EWU-Inflationsrate steigen

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat einen deutlichen Sprung gemacht. Die Jahresrate erhöhte sich von 1,4% im März auf 1,7% im April. Der maßgebliche Grund dafür lag in der Preisentwicklung bei den Dienstleistungen. Hier fiel der Preisauftrieb überdurchschnittlich stark aus. Dies dürfte an dem relativ späten Termin der Osterfeiertage in diesem Jahr gelegen haben. Damit fielen auch die damit verbundenen Osterferien im Gegensatz zum Vorjahr in den April. Deshalb verteuerten sich im April die Dienstleistungen für Transport und Übernachtungen überdurchschnittlich stark, während der Preisauftrieb in den anderen Kategorien des Warenkorbs unauffällig war. Besonders deutlich wirkte sich dabei der Ostereffekt in Deutschland aus. Hier stieg der nach europäischen Maßgaben ermittelte „Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI)“ von 1,4 auf 2,1%. Zwar wurden im Rahmen der Schnellschätzung für Deutschland noch keine Details bekanntgegeben, doch die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex zeigen einen spürbaren Anstieg der Dienstleistungspreise. Auch in den anderen großen Mitgliedsländern der EWU wiesen die Schnellschätzungen…

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