Eurozone

Einkaufsmanager im Euroraum: Stimmung bleibt „herbstlich“

In der Privatwirtschaft des Euroraums macht sich noch keine Erleichterung breit. Das signalisieren aktuelle Umfrageergebnisse unter den Einkaufsmanagern (PMI). Im Oktober erzielte der umfassende „Composite PMI“ einen Wert von 50,2. Das ist ein schwacher Anstieg um 0,1 Zähler gegenüber dem Vormonat. Damit ändert sich nicht viel an dem Bild einer „verhaltenen Zuversicht“ in der EWU-Wirtschaft. Hauptsächlich wegen der globalen Handelskonflikte, dem „Brexit-Drama“ und der generellen Sorge vor einer globalen Wachstumsabkühlung bleiben die Geschäftsaussichten getrübt. Die PMI-Resultate sprechen aber auch dafür, dass die jüngsten Meldungen über mögliche (Teil-)Lösungen im Handelsstreit zwischen den USA und China noch nicht in vollem Umfang in die Umfrageergebnisse für den Oktober eingeflossen sind. Gerade diese Neuigkeiten haben aber das Potenzial, die Schlinge um die europäische Industrie ein Stück weit zu lockern. Die Entwicklung in den beiden größten EWU-Volkswirtschaften verläuft unterschiedlich. Hoffnungen auf eine durchschlagende Verbesserung in Deutschland haben sich mit den PMI-Umfrageergebnissen für den Oktober vorläufig…

Institute stützen den fiskalpolitischen Kurs Berlins: „Kein Anlass für konjunkturpolitischen Aktionismus“

Die führenden wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute Deutschlands haben in ihrem heute vorgestellten Herbstgutachten dem wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung keineswegs fundamental widersprochen. In ersten Kommentaren zum Gutachten wurde immer wieder der Eindruck erweckt, die Institute hätten grundlegende Einwände gegen die geltende Schuldenbremse und die „schwarze Null“ vorgebracht und würden sich dem internationalen Chor derjenigen anschließen, die von Berlin eine defizitfinanzierte Fiskalpolitik fordern. Das ist allerdings eine eindeutige Fehlinterpretation des Gutachtens. Es wird nämlich an mehreren Stellen klar gemacht, dass eine stärkere fiskalpolitische Reaktion auf die konjunkturelle Abschwächung auch auf Kosten eines Budgetdefizits nur im Falle einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise angebracht wäre. Genau das ist von der Bundesregierung auch bereits zugesagt worden und entspricht im Übrigen ja durchaus auch der Intention der Schuldenbremse. Nach den Berechnungen der Wirtschaftsforscher ist die aktuelle fiskalpolitische Ausrichtung bereits expansiv: Im laufenden Jahr und in den beiden Folgejahren wird die Konjunktur jeweils mit einem fiskalpolitischen Impuls in Höhe von…

Industrieschwäche lastet weiter auf der EWU-Konjunktur

Herbstliche Grautöne dominieren im September 2019 das Konjunkturbild im Euro-Raum. Die Aufhellung im August war also nur vorübergehend. Das jedenfalls folgt aus unseren Berechnungen zum DZ BANK Euro-Indikator, der auf konjunkturelle Wendepunkte frühzeitig hinweisen kann. Im abgelaufenen Monat ist der Euro-Indikator um 0,2 Prozent gesunken. Mit einem Wert von 98,5 Punkten liegt er fast genau auf dem Juli-Niveau und damit dem tiefsten Stand seit rund drei Jahren. Im Vorjahresvergleich verliert der Indikator 1,5 Prozent. Der Rückstand in der J/J-Rate hat sich seit Anfang 2019 vermindert, was darauf hinweist, dass zumindest das Tempo der konjunkturellen Verschlechterung in den letzten Monaten nachgelassen hat. Im August hatten überraschend positive Daten aus dem Industriesektor den Ton angegeben und den Euro-Indikator ansteigen lassen. Im September wiesen die Industriedaten nun wieder in die Gegenrichtung. Die Umfrage unter den Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe zeigt, dass die Stimmung dort so schlecht ist wie seit rund sieben Jahren nicht…

Inflationsrate im Euro-Raum sinkt unter die 1,0 Prozent-Marke

Der Preisauftrieb bei den Verbraucherpreisen im Euro-Raum hat im September nachgelassen. Gemäß der Schnellschätzung belief sich die Jahresrate der Inflation im Währungsgebiet auf 0,9 Prozent. Im Vormonat lag sie noch bei 1,0 Prozent. Auf Länderebene zeigte sich einheitlich eine rückläufige Preisentwicklung. In Deutschland ging der der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) von 1,0 auf 0,9 Prozent zurück, in Frankreich sank er von 1,3 auf 1,1 Prozent. Deutlich niedriger liegt die Inflationsrate in Italien und Spanien. Die spanischen Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich nur noch um 0,2 Prozent nach 0,4 Prozent im Vormonat. In Italien sank die Jahresrate von 0,5 auf 0,3 Prozent. Der Preisauftrieb ging bei den unverarbeiteten Lebensmitteln sehr deutlich zurück und für Energiegüter mussten die europäischen Verbraucher erneut weniger bezahlen als von einem Jahr. Dass im September unverarbeitete Nahrungsmittel vergleichsweise billig waren, mag daran liegen, dass im Vorjahresmonat die Ernten nach dem Dürresommer 2018 schlecht ausgefallen waren und die Lebensmittelpreise daher…

Österreich vor schwieriger Regierungsbildung

Österreich hat gewählt. Erwartungsgemäß hat die ÖVP die Nationalratswahlen mit deutlichem Abstand gewonnen. Der Stimmenzuwachs auf etwa 38,4% (amtliches Endergebnis ohne Briefwahl) fiel jedoch etwas höher als erwartet aus. Sebastian Kurz wird nach mehrmonatiger Unterbrechung aller Voraussicht nach wieder österreichischer Bundeskanzler werden. Die Gretchenfrage lautet aber: Wer wird neuer Bündnispartner der ÖVP? Nach dem überraschend starken Abschneiden der Grünen stehen der ÖVP mit SPÖ, FPÖ und Grünen gleich drei mögliche Partner für ein Zweierbündnis zur Verfügung. Die größte inhaltliche Schnittmenge hat die ÖVP trotz Affäre und vorausgehendem Koalitionsbruch mit der FPÖ. Angesichts der inzwischen verschobenen Kräfteverhältnisse würde die ÖVP in einem türkis-blauen Bündnis außerdem noch deutlicher den Ton angeben. Klar ist aber auch, dass die Wählerinnen und Wähler der FPÖ derzeit sehr kritisch gegenüberstehen. Für Kurz wäre eine Wiederauflage des alten Bündnisses nicht ohne politisches Risiko – vor allem wenn im Rahmen der Ibiza-Affäre neue Details ans Licht kämen. Die…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Tristesse im September

Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum hat gemäß der Septemberumfrage 1,5 Zähler verloren und liegt mit 50,4 Punkten (75-Monats-Tief) nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Ausschlaggebend sind deutliche Nachfragerückgänge bei den Dienstleistern und in der Industrie. Gerade die Talfahrt der Industrie hat sich wieder beschleunigt, und es scheint immer mehr der Fall zu sein, dass der bislang robuste Dienstleistungsbereich mit nach unten gezogen wird. Nach Angaben von IHS Markit fielen die Stimmungsbarometer im gesamten Währungsgebiet so niedrig aus wie seit 2013 nicht mehr. Im Zentrum der wirtschaftlichen Schwäche scheint immer mehr die deutsche Volkswirtschaft und dabei insbesondere die deutsche Industrie zu stehen. Und gemäß den Geschäftserwartungen ist hier keine Wende zum Besseren in Sicht. Zum Ende des dritten Quartals trüben sich die Wachstumsaussichten für den Euro-Raum auf Basis der Umfrageergebnisse ein. Der deutsche Composite-Index verlor 2,6 Zähler und rutschte mit 49,1 Punkten nicht nur unter die neutrale…

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