EZB

EZB bleibt optimistisch

Die EZB sieht trotz schwächerer Wirtschaftsdaten die Konjunktur auf einem breit angelegten Expansionspfad. Zwar gaben die Notenbank-Oberen zu Protokoll, dass Unsicherheit und Fragilität die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusse. Insgesamt seien die Wachstumsrisiken jedoch ausgeglichen. Trotz dieses Ausblicks wurde im Rahmen der September-Ratssitzung insbesondere auf die Gefahr von Protektionismus, auf die Schwäche von einigen Schwellen-ländern und die Volatilität an den Finanzmärkten hingewiesen. Die italienischen Turbulenzen standen hingegen nicht im Fokus. Zwar seien die Renditen für ein großes EWU-Land gestiegen. Die Staatsanleihen von anderen Ländern wurden hiervon jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Mit neuen Stabsprojektionen im Dezember wird die EZB ihre konjunkturelle Einschätzung nochmals auf den Prüf-stand stellen. Die Notenbank gab sich weiterhin zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in Richtung des Zielwertes der Notenbank entwickele. Die enttäuschende Entwicklung bei der Kernrate sei hauptsächlich auf die Dienstleistungspreise zurückzuführen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das Lohnwachstum zugenommen habe, wenngleich die Notenbank nun einen nicht mehr…

EZB – neuer Kapitalschlüssel hat kaum Auswirkungen

Am 1. Januar 2019 wird der Schlüssel für die Kapitalzeichnung der EZB geändert. Die EZB passt die Kapitalanteile der Nationalen Zentralbanken (NZB) mindestens alle fünf Jahre und immer dann an, wenn ein neues Land der Europäischen Union (EU) beitritt. Das letzte Mal wurde der EZB-Kapitalschlüssel am 1. Januar 2014 angepasst. Die Anteile der NZB am Kapital der EZB werden dabei zu gleichen Teilen nach den Anteilen der jeweiligen Mitgliedstaaten an der Gesamtbevölkerung und am Bruttoinlandsprodukt der EU gewichtet. Auf Basis der aktuellsten Eurostat-Daten aus dem Jahr 2017 ergeben sich die größten Veränderungen für Italien und Deutschland. Während der Kapitalanteil Deutschlands um rund 0,7 Prozentpunkte ansteigen sollte, dürfte der Anteil Italiens um rund 0,9 Prozentpunkte fallen. Das würde bedeuten, dass die EZB-Nachfrage nach italienischen Staatsanleihen im Rahmen des APP ab 2019 abnehmen würde. Im Rahmen des Anleiheankaufprogramms für öffentliche Titel (PSPP) müssen sowohl die Neukäufe der Staatsanleihen als auch die Reinvestitionen…

EZB – Warten auf’s Christkind

Erwartungsgemäß haben die EWU-Währungshüter im Rahmen ihres heutigen Zusammentreffens keine Änderungen am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs vorgenommen. Notenbankchef Draghi räumte zwar ein, dass die konjunkturelle Dynamik in der Eurozone zuletzt schwächer ausgefallen sei als ursprünglich angenommen, doch hat dies die grundsätzliche Zuversicht der Notenbank-Oberen nicht erschüttert – ein Abschwung sei das nicht. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Währungshüter trotz der zahlreichen Spannungsfelder (Brexit, Budgetstreit Italien, US-Handelskonflikt) die Risiken für den Konjunkturausblick nach wie vor als ausgeglichen betrachten. Eine Anpassung dieser Formulierung hätte allerdings auch nachhaltige Zweifel am EZB-Kurs genährt. Gegenwärtig sieht es danach aus, dass die Notenbank zum Ende des Jahres die Anleihekäufe (netto neu) beenden wird. Trotz der EZB Forward Guidance zeigen sich die Marktakteure aber nicht ganz überzeugt, dass die EZB im Herbst des kommenden Jahres tatsächlich erstmals an der Zinsschraube drehen wird. Die EONIA Forward Notierungen haben im Nachgang zur Ratssitzung niedriger tendiert. Der gegenwärtige Streit…

EZB-Protokolle: Handelsstreit bereitet Währungshütern Sorge

Aus den EZB-Accounts zur September-Ratssitzung geht hervor, dass die Währungshüter unter anderem über die möglichen Auswirkungen des zunehmenden Protektionismus im Welthandel diskutiert haben. Einzelne Notenbank-Vertreter haben ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, wonach ein eskalierender Handelsstreit die Wachstumsaussichten für die Eurozone nachhaltiger eintrüben könnte. Demgegenüber wurde aber angemerkt, dass die Widerstandsfähigkeit der europäischen Binnenwirtschaft zugenommen habe. Letztlich sind die EZB-Vertreter darin übereingekommen, an ihrer Einschätzung, wonach die Risiken für den Konjunkturausblick weitestgehend ausgeglichen sind, festzuhalten. Wir gehen davon aus, dass die Währungshüter diesen Punkt zur Oktober-Ratssitzung erneut kontrovers diskutieren werden. So hat jüngst der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft gesenkt. Hinsichtlich der Inflation zeigt sich die EZB zuversichtlich, dass sich die Teuerungsrate in die gewünschte Richtung entwickeln werde. Nach Einschätzung der Währungshüter habe die Unsicherheit über die zukünftige Preisentwicklung abgenommen. Die Notenbank-Oberen verweisen in diesem Zusammenhang unter anderem auf die höhere Kapazitätsauslastung der europäischen Wirtschaft. Darüber hinaus sind angesichts der…

EZB – Weiter so wie angekündigt!

Wenig überraschend hat die EZB auf der heutigen Ratssitzung ihre Absicht bekräftigt, die Leitzinsen frühestens ab Sommer 2019 zu erhöhen. Gleichzeitig gab die Notenbank nun endgültig bekannt, die Anleihekäufe ab Oktober dieses Jahres von 30 Mrd. Euro auf 15 Mrd. Euro zu reduzieren. Außerdem beabsichtigen die Währungshüter, die Nettokäufe im Dezember zu beenden, wenngleich diese Option weiterhin unter dem Vorbehalt steht, dass sich die Inflationsrate mittelfristig den Erwartungen der Währungshüter annähert. Damit wurde das Ende der Nettoanleihekäufe letztlich offengelassen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Hürde für die EZB, von dem skizzierten Weg abzuweichen, sehr hoch sein wird. An der Reinvestitionspolitik wird vorerst festgehalten. Insgesamt haben die Finanzmärkte kaum auf die Sitzung des EZB-Rates und/oder auf die Pressekonferenz des EZB-Präsidenten reagiert. Dies deutet darauf hin, dass der Markt den langsamen Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik ausreichend antizipiert. Außerdem herrscht die Marktmeinung vor, dass die Geldpolitik weiterhin sehr akkommodierend bleiben…

Anleiheankäufe der EZB im Zenit, aber noch lange nicht auf absteigendem Ast

Ab dem kommenden Jahr wird das Eurosystem keine Nettoneukäufe im Rahmen seiner Anleiheankaufprogramme mehr vornehmen und lediglich fällig werdende Wertpapiere reinvestieren. Auf den kommenden EZB-Sitzungen wird das Direktorium die Reinvestitionspolitik konkretisieren, wobei grundsätzlich davon auszugehen ist, dass die EZB eine größtmögliche Flexibilität anstreben wird. Mit Blick auf die „beträchtliche Zeit“, in der die Reinvestitionen vollumfänglich fortgeführt werden sollen, ist allerdings noch nicht mit einer klaren Aussage zu rechnen. Zieht man jedoch Parallelen zum Agieren der Fed, könnte die EZB in etwa drei Jahre nach dem Ende der Anleihe-Nettoneukäufe mit ihrer Bilanzreduktion beginnen. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass das Eurosystem angesichts bedeutender Fälligkeiten bis auf Weiteres als stetiger Nachfrager in den betroffenen Anleihe-Segmenten erhalten bleibt. Grundpfeiler der Reinvestitionen sollten wie schon bisher die Orientierung am Kapitalschlüssel der EZB und das Bestreben sein, möglichst keine Verwerfungen an den jeweiligen Märkten zu verursachen (Marktneutralität). Entsprechend ist mit keinen Änderungen an diesen Stellschrauben…

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