EZB

EZB-Accounts: Anpassung der Forward Guidance verfrüht

Aus den heute veröffentlichten EZB-Accounts geht hervor, dass sich einige Notenbanker bereits zur Januar-Sitzung für eine Adjustierung der Forward Guidance für das Anleiheankaufprogramm (PSPP) ausgesprochen haben. Die Befürworter eines solchen Schritts verwiesen unter anderem auf die wachsende Zuversicht, dass sich die Teuerungsrate mittelfristig in Richtung des EZB-Inflationsziels entwickeln werde. Daher wurde im Rahmen der Januar-Sitzung darüber diskutiert, auf die Möglichkeit einer erneuten Aufstockung der monatlichen Anleihekäufe zu verzichten. Letztlich haben sich die Notenbank-Oberen aber darauf verständigt, dass es (eventuell die Italien-Wahlen im Blick?) verfrüht sei, auf diese Handlungsoption zu verzichten. Den jüngsten Renditeanstieg sah man aber noch nicht als restriktiv wirkend an. Die EZB-Vertreter stimmen dennoch darüber überein, dass die Forward Guidance in den kommenden Monaten im Einklang mit den Aussichten für die Teuerungsentwicklung angepasst werden solle. Besondere Aufmerksamkeit wollen die EZB-Vertreter hierbei auch der Entwicklung des Euro-Wechselkurses zukommen lassen. So sei dessen Volatilität ein Unsicherheitsfaktor für den mittelfristigen Inflationsausblick….

Stühlerücken in der EZB – Draghi-Nachfolger gesucht

Die europäischen Währungshüter stehen angesichts einer sich zusehends erholenden europäischen Konjunktur derzeit vor der Herausforderung, ihre bisherige geldpolitische Ausrichtung allmählich zu adjustieren. Angesichts einer weiterhin auf niedrigem Niveau verharrenden Teuerung dürfte der geldpolitische Stimulus allerdings nur sehr behutsam zurückgenommen werden. Doch als wäre diese Gratwanderung nicht schon Herausforderung genug, müssen binnen der kommenden zwei Jahre vier des sechs Sitze umfassenden EZB-Direktoriums neu besetzt werden. So endet die achtjährige Amtszeit von EZB-Vize Constancio bereits in etwa vier Monaten. Bis Ende 2019 scheiden zudem EZB-Chefvolkswirt Praet, EZB-Chef Draghi und Ratsvertreter Coeuré aus dem Gremium aus. Formell bestimmen die Vertreter des Europäischen Rats über die Nachfolge der ausscheidenden EZB-Direktoriumsmitglieder. Im Vorfeld sind allerdings auch noch Anhörungen durch das Europäische Parlament und den EZB-Rat vorgesehen. Wie immer bei europäischen Spitzenämtern muss zwischen den divergierenden Interessen der Mitgliedsstaaten ein Kompromiss gefunden werden. Besonders heikel ist in diesem Zusammenhang wohl die Personalie des neuen EZB-Chefs. Bundes-bankchef…

Draghi kann Höhenflug des Euro nicht aufhalten

Die EUR-Währungshüter haben bei ihrem heutigen Zusammentreffen das einleitende geldpolitische Statement unverändert belassen. Spekulationen über eine mögliche Anpassung der Forward Guidance für das Anleiheankaufprogramm (APP) haben sich unseren Erwartungen entsprechend nicht bewahrheitet. Draghi hat vielmehr weiterhin hervorgehoben, dass das APP zumindest bis September 2018 fortgeführt werde. Darüber hinaus bleibt eine zeitliche Verlängerung bzw. Aufstockung der Anleihekäufe eine der möglichen Handlungsoptionen, sollte sich die Inflationsrate nicht in die gewünschte Richtung entwickeln. Bemerkenswert ist allerdings, dass Draghi erstmals wieder seit September die Volatilität des Euros als eine mögliche Quelle für Unsicherheit bezeichnete, welche näher beobachtet werden müsse. Doch auch wenn Draghi damit sein grundsätzliches Unbehagen hinsichtlich der jüngsten Wechselkursbewegungen zum Ausdruck gebracht hat, war dies nicht ausreichend um die Euro-Stärke im Zaum zu halten. So ist es der Europäischen Einheitswährung im Umfeld der Ratssitzung gelungen, kurzzeitig die Marke von 1,25 USD zu überspringen. Im Zuge der Pressekonferenz kam die Frage auf, inwieweit…

EZB-Accounts deuten Anpassung der Forward Guidance an

Die europäischen Währungshüter stimmen darin überein, dass im Falle einer weiteren Annäherung der Inflationsrate an den EZB-Zielwert die gegenwärtige Forward Guidance angepasst werden muss. Dies geht aus den heute veröffentlichten Accounts zur EZB-Ratssitzung vom 14. Dezember hervor. Hierbei steht allerdings weniger der Ausblick für den Leitzins als vielmehr der Fortgang des Anleiheankaufprogramms (APP) im Fokus. Bislang hat die EZB in Aussicht gestellt, dass das APP bis mindestens September 2018 fortgeführt wird. Sollte sich die Inflationsrate bis dahin nicht in die von der Notenbank gewünschte Richtung entwickeln, hat diese ihre Bereitschaft zu einer zeitlichen Verlängerung bzw. Aufstockung der monatlichen Anleihekäufe signalisiert. Dieser Passus scheint nunmehr zur Debatte zu stehen. Im letzten Jahr wurde schon die Formulierung zum Einlagesatz „oder tiefer“ kassiert. Die im EZB-Rat an Schwung gewinnende Debatte über die Anpassung der Forward Guidance hat in den zurückliegenden Tagen an Schärfe gewonnen. So hat unter anderem Bundesbankchef Weidmann gefordert, das Kaufprogramm…

Übernahmespekulationen bei der Commerzbank wohl verfrüht

Seit mehreren Jahren halten sich Übernahmespekulationen um die Commerzbank. Diese haben sich zuletzt wieder merklich verstärkt. Begünstigt hat dies der Einstieg von Cerberus bei Commerzbank und Deutscher Bank, der auch für einen Anstieg des Aktienkurses gesorgt hat. Doch wie wahrscheinlich ist eine schnelle Fusion oder Übernahme der Commerzbank? Die Gründe, die gegen eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion mit der Commerzbank sprechen sind vielfältig. Sie reichen von Restriktionen beim Transfer von Kundeneinlagen und Eigenkapital innerhalb von Europa, Unsicherheit über zukünftige Regulierung bis zu möglichem Widerstand der Politik bei einem Verkauf eines für den deutschen Mittelstand wichtigen Finanzintermediärs ins Ausland. Ferner ist zu beachten, eine Übernahme oder Fusion wäre zunächst mit dem Erwerb der Anteile, die derzeit von der FMSA gehalten werden, verbunden. Dieser Kauf müsste finanziert werden. Dabei könnten die beteiligten Institute nicht auf die Hilfe der EZB zählen. Insgesamt erscheint mir eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion…

Comeback der europäischen Aktien

Die europäischen Aktienmärkte waren in den vergangenen Jahren bei Investoren nicht sehr beliebt – abgesehen von Deutschland. Dies lag am unsicheren politischen Umfeld, diversen Krisen und der mangelnden Gewinndynamik vieler europäischer Unternehmen. Der Euro Stoxx 50 entwickelte sich daher über Jahre schlechter als der DAX und die großen US-Aktienindizes. Das könnte sich jetzt ändern. Die Konjunktur im Euroland befindet sich endlich wieder in einer guten Verfassung. So gut wie aktuell lief es seit vielen Jahren nicht mehr. Das Momentum hat dabei jüngst zugenommen und sollte 2018 weiter an Breite gewinnen. Gleichzeitig stehen die Zeichen für das weltwirtschaftliche Wachstum auf Grün, so dass die Unternehmen in Europa auch im kommenden Jahr wieder deutlich besser verdienen sollten. Weil auch die befürchteten neuen Krisen in Europa 2017 weitgehend ausgeblieben sind, steht der Kontinent heute trotz der unklaren Regierungsbildungsaussichten in Deutschland – wirtschaftlich und politisch deutlich stabiler da als in den vergangenen Jahren, in…

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