EZB

EZB debattiert über Ende des Kaufprogramms – Überraschung?

In den letzten beiden Handelstagen zeigten sich offensichtlich einige Marktteilnehmer überrascht von den zunächst internen Quellen in der EZB, die davon sprachen, dass im Rahmen der kommenden Ratssitzung die Debatte über das Ende des Anleihekaufprogramms beginnen würde und sogar mögliche Entscheidungen anstünden. Garniert wurde das Ganze dann noch mit Kommentaren der EZB-Falken Knot und Weidmann, die ein Ende des Programms zum Jahresende für sinnvoll erachten – ein taktisches Manöver vor der Funkstille vor der Ratssitzung. Aber auch der EZB-Chefvolkswirt Praet blies in dasselbe Horn, in dem er die Inflationspfadkriterien der EZB (Konvergenz, Vertrauen, Belastbarkeit) insoweit als erfüllt ansieht, dass der Rat die Diskussion über ein Ende der Anleihekäufe beginnen müsste. Scheinbar waren einige Marktteilnehmer der Ansicht, dass die EZB aufgrund der jüngst deutlich gestiegenen Unsicherheit – ausgehend von Italien und dem Handelsstreit – zumindest zaudern, wenn nicht sogar vor einer Beendigung des Kaufprogramms zurückschrecken würde. Sicherlich praktiziert die Europäische Zentralbank…

Fed-Minutes: Zinsschritt im Juni

» Die US-Notenbank will die Leitzinsen „bald“ (im Juni) anheben – unter den Marktakteuren wäre dies jedoch keine Überraschung » Wohl keine Beschleunigung des Tempos der Zinserhöhungen, auch wenn die Inflation eine Zeit lang oberhalb von 2% tendiert » Die US-Notenbank hält an ihrem graduellen Erhöhungskurs fest – der Fed-Funds-Korridor dürfte gegen Ende 2018 bei 2% bis 2,25% liegen Gestern Abend wurde das Protokoll der jüngsten Sitzung des geldpolitischen Rates der US-Notenbank (Minutes) vom 2. Mai veröffentlicht. Für viele Marktteilnehmer war interessant, wie intensiv im geldpolitischen Entscheidungsgremium der Fed über mögliche Inflationsrisiken diskutiert wurde und ob die Währungshüter im Falle eines steigenden Preisdrucks das Tempo ihrer Leitzinsanhebungen beschleunigen werden. Zusätzlich wurde am Finanzmarkt darüber spekuliert, ob die Fed-Oberen die Verflachung der Renditestrukturkurve thematisiert haben. Nicht zuletzt wurden die Minutes nach Hinweisen durchsucht, ob die US-Notenbank im Juni die Leitzinsen erneut anheben wird. So waren auch die meisten FOMC-Mitglieder der Ansicht,…

SPF – Allmähliche Annäherung an das EZB-Inflationsziel

Heute Vormittag hat die EZB das Ergebnis der jüngsten Umfrage unter professionellen Marktbeobachtern zur Konjunktur- und Inflationsentwicklung in der Eurozone veröffentlicht. Dem Survey of Professional Forecasters (SPF) zufolge haben sich die Konjunkturaussichten für die Eurozone für das laufende und das kommende Jahr etwas weiter aufgehellt. Demgegenüber sind die Marktbeobachter für den Zeithorizont 2020 leicht skeptischer geworden. Insgesamt deutet das SPF-Umfrageergebnis auf Sicht der kommenden Jahre auf eine etwas an Schwung verlierende, aber weiterhin solide Konjunkturentwicklung in der Eurozone hin. Die EZB-Oberen dürften das erfreut zur Kenntnis nehmen, entspricht dies doch weitestgehend auch ihren Erwartungen, welche sich in den EZB-Projektionen widerspiegeln. Hinsichtlich der Aussichten für die Teuerungsentwicklung deutet die SPF-Umfrage in den nächsten Jahren auf einen allmählich zunehmenden Inflationsdruck hin. Allerdings rechnen die Marktbeobachter mit einem im Vergleich zur vorherigen Umfrage (Januar) etwas flacheren Anstiegspfad der Teuerungsrate. So wurde der Inflationsausblick für die Zeithorizonte 2019 und 2020 um jeweils 0,1 Prozentpunkte…

Es bleibt dabei: Der Weg in eine Europäische Einlagensicherung ist lang und steinig

Die Diskussion um eine gemeinsame Europäische Einlagensicherung nimmt wieder Fahrt auf. Im Februar forderte EZB-Präsident Mario Draghi, die Errichtung von EDIS (European Deposit Insurance Scheme) nicht länger aufzuschieben. Passend hierzu hat sein Institut im April eine Studie veröffentlicht. Darin kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass EDIS in der Lage wäre, die Abdeckung von Einlegerschäden auch bei erheblichen Bankenkrisen zu gewährleisten. Zuletzt hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen mit Emmanuel Macron zu Wort gemeldet. Sie erklärte die Bereitschaft Deutschlands, an einer gemeinsamen Einlagensicherung mitzuwirken. Allerdings sieht sie die Realisierung des Projekts nicht in der unmittelbaren, aber in einer ferneren Zukunft. Tatsächlich gilt es auf dem Weg zu einer Europäischen Einlagensicherung noch gewaltige Herausforderungen zu meistern. Hierzu zählt der Abbau hoher Risiken, die in den Bilanzen zahlreicher Banken schlummern. Das zeigen die „faulen Kredite“, die sich laut European Banking Authority Ende 2017 auf über 813 Mrd. Euro in Europa…

EZB-Accounts: EZB besorgt über möglichen Handelskrieg

Aus den heute veröffentlichten EZB-Accounts geht hervor, dass nach Einschätzung der Währungshüter das Risiko von Handelskonflikten zuletzt zugenommen habe. Die möglichen Auswirkungen auf die globale Konjunktur und den Euro-Außenwert sind den EZB-Accounts zufolge abhängig vom Ausmaß der Strafzölle und den potenziellen Vergeltungsmaßnahmen. Das Sitzungsprotokoll enthält aber keine konkrete Einschätzung der Notenbank über die mögliche Bremswirkung auf die Weltkonjunktur. Die Notenbank-Oberen sind sich darin einig, dass das Risikoprofil für den Wachstumsausblick nach unten gerichtet sei. Hinsichtlich des Inflationsausblicks stimmen die EZB-Vertreter darin überein, dass die Hinweise für eine mittelfristige Annäherung der Teuerungsrate an das Inflationsziel noch nicht ausreichend seien. Zwar zeigten sich die Währungshüter grundsätzlich zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in die richtige Richtung entwickele, doch gäbe es weiterhin zahlreiche Unsicherheiten: So unter anderem über das Ausmaß der Unterauslastung der europäischen Wirtschaft („Economic Slack“) oder die Auswirkungen der zuletzt zu beobachtenden Euro-Aufwertung. Nach Einschätzung der EZB-Vertreter sei nach wie vor ein…

EBA: Lage der EU-Banken hat sich verbessert – Herausforderungen bleiben

Die EBA bescheinigt EU-Banken eine wesentliche Verbesserung ihrer Lage, aber bemängelt die weiterhin hohen NPL, die die Profitabilität beeinträchtigen. In ihrem Update des Risk Dashboard, das die Risiken und Schwächen des EU-Bankensektors im vierten Quartal 2017 zusammenfasst, ging die EU-Behörde vor allem auf die Entwicklung der Kapitalisierung, der Aktivaqualität, der Profitabilität sowie der Refinanzierung des Bankensektors ein. Zum ersten Mal hat die EBA als Reaktion auf die Empfehlung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) über gewerbliche Immobilienmärkte eine zusätzliche Seite mit aggregierten Immobilienexposures veröffentlicht. Die EU-Banken haben ihre Kapitalquoten weiter verbessert. Die CET1 Quote (phase-in) erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 20 Basispunkte (Bp.) auf 14,8% und (fully loaded) um 30 Bp. auf 14,6%. Die Tier 1 Quote legte um 20 Bp. auf 16,2% und die Gesamtkapitalquote um 10 Bp. auf 19,0% zu. Dazu beigetragen hat hauptsächlich der Rückgang der Kreditrisikoaktiva. Auch die Qualität der Kreditportfolien hat sich laut EBA…

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