EZB

EZB-Accounts: EZB besorgt über möglichen Handelskrieg

Aus den heute veröffentlichten EZB-Accounts geht hervor, dass nach Einschätzung der Währungshüter das Risiko von Handelskonflikten zuletzt zugenommen habe. Die möglichen Auswirkungen auf die globale Konjunktur und den Euro-Außenwert sind den EZB-Accounts zufolge abhängig vom Ausmaß der Strafzölle und den potenziellen Vergeltungsmaßnahmen. Das Sitzungsprotokoll enthält aber keine konkrete Einschätzung der Notenbank über die mögliche Bremswirkung auf die Weltkonjunktur. Die Notenbank-Oberen sind sich darin einig, dass das Risikoprofil für den Wachstumsausblick nach unten gerichtet sei. Hinsichtlich des Inflationsausblicks stimmen die EZB-Vertreter darin überein, dass die Hinweise für eine mittelfristige Annäherung der Teuerungsrate an das Inflationsziel noch nicht ausreichend seien. Zwar zeigten sich die Währungshüter grundsätzlich zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in die richtige Richtung entwickele, doch gäbe es weiterhin zahlreiche Unsicherheiten: So unter anderem über das Ausmaß der Unterauslastung der europäischen Wirtschaft („Economic Slack“) oder die Auswirkungen der zuletzt zu beobachtenden Euro-Aufwertung. Nach Einschätzung der EZB-Vertreter sei nach wie vor ein…

EBA: Lage der EU-Banken hat sich verbessert – Herausforderungen bleiben

Die EBA bescheinigt EU-Banken eine wesentliche Verbesserung ihrer Lage, aber bemängelt die weiterhin hohen NPL, die die Profitabilität beeinträchtigen. In ihrem Update des Risk Dashboard, das die Risiken und Schwächen des EU-Bankensektors im vierten Quartal 2017 zusammenfasst, ging die EU-Behörde vor allem auf die Entwicklung der Kapitalisierung, der Aktivaqualität, der Profitabilität sowie der Refinanzierung des Bankensektors ein. Zum ersten Mal hat die EBA als Reaktion auf die Empfehlung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) über gewerbliche Immobilienmärkte eine zusätzliche Seite mit aggregierten Immobilienexposures veröffentlicht. Die EU-Banken haben ihre Kapitalquoten weiter verbessert. Die CET1 Quote (phase-in) erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 20 Basispunkte (Bp.) auf 14,8% und (fully loaded) um 30 Bp. auf 14,6%. Die Tier 1 Quote legte um 20 Bp. auf 16,2% und die Gesamtkapitalquote um 10 Bp. auf 19,0% zu. Dazu beigetragen hat hauptsächlich der Rückgang der Kreditrisikoaktiva. Auch die Qualität der Kreditportfolien hat sich laut EBA…

EZB prüft Einrichtung einer Notfalllinie für Banken – Verlustbeteiligung wird wahrscheinlicher

Die EZB erwägen, eine neue Notfallkreditlinie für Banken (Eurosystem Resolution Liquidity, ERL) einzurichten. Diese Linie soll es der EZB ermöglichen, den gesunden Teilen einer zu restruktierenden Bank, die in eine „Good Bank“ übertragen werden, Liquidität bereitzustellen. Es gebe eine Reihe von Szenarien im Kontext von Bankenrestrukturierungen, in denen es der EZB derzeit nicht möglich sei, Banken zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Die Einrichtung einer dauerhaften Notfallkreditlinie würde daher ein starkes Signal pro Bankenunion senden und das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der neuen Abwicklungsregelungen stärken. Dabei sollen diese Kredite über europäische Garantien (ESM oder SRB/Europäischer Bankenrestrukturierungsfonds) abgesichert werden, da die Sicherheitenanforderungen gegenüber den „normalen“ Operationen gelockert werden sollen. Es könnte sogar sein, dass die Banken außer der Garantie überhaupt keine Sicherheiten stellen müssten. In dem Dokument wird darauf verwiesen, dass die US-Notenbank und die Bank of England ähnliche Instrumente bereits zur Verfügung haben. Unklar ist jedoch, ob es eine solche Notfallkreditlinie wirklich geben…

Bund-Renditen und die magische 1%

Seit Herbst 2014 liegen 10J-Bund-Renditen unter der 1%-Marke. Diese fiel, angetrieben von sinkender Inflation und EZB-Kaufprogramm, sogar in den negativen Bereich. Erst in jüngster Zeit erleben wir auch hierzulande mit weltweit weniger expansiver Geldpolitik und einer Wachstumsbelebung wieder leicht steigende Anleiherenditen. Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob sich dieser Anstieg weiter fortsetzen wird und wir in eine Marktphase dauerhaft steigender Renditen einschwenken. Als Impulsgeber für die Renditeveränderungen der letzten Jahre haben wir Geldpolitik, Demografie, Inflationsdynamik und Marktliquidität ausgemacht. Die EZB-Geldpolitik wird in den kommenden Jahren anhaltend expansiv bleiben. Zwar wird die Zentralbank ihr Kaufprogramm beenden, der später darauffolgende Anstieg der Leitzinsen wird aber nicht allzu ausgeprägt ausfallen. Die Erfahrungen aus den USA haben gezeigt, dass dieses Bild bereits frühzeitig von den Märkten abgebildet wird und daher der weitere Renditeanstieg, zusätzlich begrenzt durch ein anhaltend hohes Zentralbankbilanzvolumen, nicht mehr allzu groß ausfällt. Die Inflationsdynamik wird nicht viel beitragen, da der Zusammenhang…

EZB: Homöopathischer Schritt in Richtung geldpolitischer Normalität

Nachdem die EZB-Falken bereits zur Januar-Sitzung auf eine Adjustierung der Forward Guidance für das APP gedrängt hatten, konnten sie sich beim heutigen Treffen endlich durchsetzen. Die EZB verzichtet nunmehr auf die Option einer erneuten Aufstockung der monatlichen Anleihekäufe. Damit vollzieht die EZB einen weiteren zwar klitzekleinen aber selbstbewussten Schritt auf dem langen Weg zur geldpolitischen Normalität. Zugleich schaffen die Währungshüter mit dem Beschluss die Voraussetzungen, im Sommer über den grundsätzlichen Fortgang des Anleiheankaufprogramms zu entscheiden. Marktseitig wurde der EZB-Beschluss zunächst als leicht „hawkish“ interpretiert. Bei der Pressekonferenz hat sich EZB-Chef Draghi weiter zuversichtlich hinsichtlich den europäischen Konjunkturaussichten geäußert. Die zunehmenden protektionistischen Tendenzen (US-Strafzölle) stellen allerdings einen weiteren potenziellen Risikofaktor für den Wachstumsausblick dar. Im Hinblick auf die Inflationsperspektiven hat der Notenbankchef nach wie vor die Notwendigkeit eines umfangreichen geldpolitischen Stimulus hervorgehoben. Allerdings verschiebt sich der Fokus der Währungshüter hierbei zusehends: Weg von den monatlichen Anleihekäufen hin zu den Reinvestitionen. In…

EZB misstraut nationalen Zentralbanken

Den Fall der lettischen ABLV Bank hat EZB-Präsident Draghi zum Anlass genommen, Forderungen nach einer Reform der derzeitigen Regelungen für Notfallkredite für Banken (ELA) zu erheben. Im Rahmen der Anhörung vor dem EU-Parlament sagte Draghi, die ELA-Regeln sollten geändert und das Instrument zentralisiert werden. Die lettische Notenbank hatte der ABLV Bank ELA-Notfallkredite von zuletzt fast 300 Mio. Euro gewährt, bevor die EZB kurz darauf entschied, das Kreditinstitut nach diversen gravierenden Gesetzesverstößen in den USA und dem Verlust der Geschäftsgrundlage abzuwickeln. ELA-Kredite dürfen gemäß den Statuten nur gegenüber solventen Banken geleistet werden, die einen vorübergehenden Liquiditätsengpass erleiden. Für ELA sind jedoch jeweils die nationalen Notenbanken zuständig, die die Kredite eigenverantwortlich vergeben und auch das finanzielle Risiko tragen. Obwohl die ELA-Kredite in nationale Zuständigkeit fallen, ist die EZB nicht ganz außen vor. Die nationalen Notenbanken können auf Basis der ELA-Regeln zwar selbstständig agieren, der EZB-Rat kann jedoch sein Veto einlegen. Es obliegt…

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