EZB

Regulierung ist gut für expansive Geldpolitik – wirklich?

Ende vergangener Woche waren alle Augen auf das jährlich stattfindende Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City gerichtet. Bei der Konferenz in Jackson Hole haben die weltweit wichtigsten Notenbankvertreter teilgenommen. Die Marktteilnehmer hatten sich insbesondere weitere Informationen über den geldpolitischen Kurs in den Vereinigten Staaten und in der Eurozone erhofft, denn schon in der Vergangenheit wurde die Konferenz dazu genutzt, neue geldpolitische Signale zu senden. Dieses Mal haben es die Notenbanker jedoch vermieden zur aktuellen Geldpolitik Stellung zu nehmen. Dennoch kann ein wichtiger Schluss aus dem diesjährigen Währungshüter-Treffen gezogen werden: Die Geldpolitik bleibt vorerst expansiv und damit werden auch die Kapitalmarkrenditen bis auf weiteres niedrig bleiben. Dass Draghi keine neuen Informationen im Koffer hatte, bedeutet nicht zuletzt, dass die EZB es nicht eilig hat, einen Plan zum Abbau der Anleihekäufe zu präsentieren. Dies war vor drei Jahren bei der Ankündigung des umfassenden Kaufprogramms noch anders. Damals war Eile geboten…

Notenbanken sollten in sich gehen

Die alljährliche Notenbank-Konferenz in Jackson Hole steht unmittelbar bevor, auch Fed Chefin Yellen und EZB Chef Draghi werden teilnehmen. Große Erwartungen dürften aber enttäuscht werden, man sollte keine nennenswerten Neuigkeiten erwarten. Vielmehr dürften die Notenbankchefs die bisherige politische Linie erläutern, aber keine neuen Impulse geben. Geldpolitisch stehen die Notenbanken aktuell vor dem Problem, dass ihnen der Anlass fehlt, den geldpolitischen Stimulus wie angestrebt zu verringern. Denn die Inflation, die wichtigste Zielvariable der Geldpolitik, erreicht nicht das postulierte Zielniveau. Die aktuelle Entwicklung lässt sich mit den Standardmodellen der Volkswirtschaft in den Industrieländern nur schwer erklären. Dies ist vermutlich auch ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Struktur einer hohen Änderungsgeschwindigkeit unterworfen ist. Damit wird die theoretische Basis der geldpolitischen Ausrichtung teilweise unterspült. Die lange Phase der extrem expansiven Geldpolitik hat zu Diskussionen um die Machtfülle der Notenbanken geführt. Die realpolitischen Auswirkungen ihrer Politik werfen die Frage auf, ob eine Institution, die nicht…