EZB

Von der EZB gibt es Weihnachtsgeschenke

Die Covid-19- Pandemie gibt weiterhin Anlass zur Sorge. Viele Länder der Eurozone verschärfen derzeit wieder ihre Kontaktbeschränkungen. Der Zuwachs der Wirtschaftsleistung in der Eurozone dürfte im vierten Quartal dieses Jahres und im ersten Quartal des kommenden Jahres wohl negativ ausfallen. Aus diesem Grund sieht sich die EZB erneut in der Pflicht, die Geldpolitik nochmals zu lockern. EZB-Chefin Christine Lagarde hat bei der letzten EZB-Sitzung angekündigt, dass die Notenbank ein umfangreiches Lockerungspaket für Dezember vorbereitet. Bei diesem werden laut der EZB-Vorsitzenden alle Instrumente der Geldpolitik auf den Prüfstand stehen. Im Nachgang der Pressekonferenz hatten sich einige EZB-Vertreter zu Wort gemeldet und sogar neue Maßnahmen in den Raum gestellt. PEPP: Schärfste Waffe der Notenbank Wir gehen davon aus, dass die Anleihekäufe im Rahmen des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) bis Ende 2021 verlängert werden. Außerdem dürfte die Notenbank das Volumen erhöhen. Des Weiteren erwarten wir eine Erhöhung desjenigen Faktors (Tiering-Faktor), zu dem…

Die EZB wartet noch

Die heutige EZB-Ratssitzung wurde mit Spannung erwartet. Angesichtes stark steigender Neuinfektionszahlen und einer sukzessiven Verschärfung der Restriktionsmaßnahmen in Europa stiegen die Erwartungen im Vorfeld der Sitzung, dass es schon heute neue Lockerungsmaßnahmen verkündet werden könnten. Diese blieben zwar aus, allerdings wurde die Tür für weitere Lockerungen weit aufgestoßen. In der Pressekonferenz betonte Frau Lagarde, dass die stark steigende Zahl der Neuinfektionszahlen sowie die Maßnahmen zur Eindämmung dieser Entwicklung auf dem kurzfristigen Ausblick lasten würden. Die Risiken für den weiteren Ausblick seien klar abwärtsgerichtet. Daher sei es auch erforderlich, dass die Unterstützung der Wirtschaft durch die Fiskalpolitik auf nationaler und europäischer Ebene entschlossen fortgesetzt werde. Der Fokus richtet sich nun auf die Sitzung am 10. Dezember. Dann werden die Notenbanker ihre neuen Projektionen für Wachstum und Inflation vorlegen. Diese dürften für das vierte Quartal und auch für den Beginn des kommenden Jahres deutlich niedriger als bisher ausfallen. Frau Lagarde betonte, dass die…

EZB bleibt auf Kurs

Die europäischen Währungshüter stimmen darin überein, dass nach wie vor ein umfangreicher geldpolitischer Stimulus geboten sei. Dies geht aus dem Protokoll der EZB-Ratssitzung vom 9./10. September hervor. Zwar deuten die jüngsten Konjunkturdaten, im Einklang mit den EZB-Projektionen, auf eine kräftige Erholung der wirtschaftlichen Aktivität hin, doch bestehen zugleich erhebliche Abwärtsrisiken. In diesem Zusammenhang wird auf die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und den zunehmend wahrscheinlichen No-Deal Brexit verwiesen. Die EZB werde daher zunächst eine abwartende Haltung einnehmen und die weiteren Wirtschaftsdaten sehr sorgfältig analysieren. Zugleich heben die Notenbank-Oberen aber ihre grundsätzliche Handlungsbereitschaft hervor, sollte dies mit Blick auf den zukünftigen Inflationspfad notwendig werden. In diesem Zusammenhang habe man unter anderem auch die weitere Entwicklung des Euro-Außenwerts im Blick. Man sei grundsätzlich bereit, alle zur Verfügung stehenden geldpolitischen Instrumente zu adjustieren. Im Zuge der Beratungen wurde nochmals besonders hervorgehoben, dass man davon ausgehe den PEPP-Verfügungsrahmen (1.350 Mrd. Euro) gänzlich…

Weiter Vollgas, aber nicht noch mehr

Die EZB hat wie von uns erwartet ihr Pressestatement und damit auch die Forward Guidance (bis auf fünf Worte) unverändert gelassen. Die Märkte haben entsprechend eher verhalten reagiert. Die Kaufprogramme und Liquiditätsmaßnahmen laufen weiter mit Vollgas. Eine Lachgaseinspritzung für noch mehr PS war auch nicht nötig. Die Wirtschaftsdaten bewegen sich im Bereich des Basisszenarios der EZB, weshalb noch keine Anpassungen der Geldpolitik erforderlich sind. Diese wird sich die EZB in der Hinterhand behalten, sollte die Pandemie für weitere, unvorhergesehene wirtschaftliche Schäden sorgen. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die EZB aber bis Ende des Jahres bei den Kaufprogrammen (PEPP läuft bisher im Sommer 2021 aus) nochmal nachlegen muss, um über den Kreditkanal der auch nächstes Jahr noch schwächelnden Konjunktur weiter unter die Arme zu greifen. Diese Aussicht bestätigte Lagarde auch in der Pressekonferenz, indem sie die Fortsetzung der aktuellen Geldpolitik aufgrund der hohen Unsicherheiten und Schwächen in der Konjunktur betonte….

Orientiert sich die EZB an der Fed?

Vor dem Hintergrund, dass viele Zentralbanken trotz einer ultra-expansiven Geldpolitik ihre selbstgesteckten Inflationsziele schon seit Jahren verfehlen, kann die Frage nach der Angemessenheit dieser Ziele gestellt werden. Die Fed ist nun vorgeprescht und hat neue Zielgrößen für die Inflationsrate und die Beschäftigungsentwicklung angekündigt. Auch die EZB hat schon vor längerer Zeit angekündigt, ihre geldpolitische Strategie auf den Prüfstand zu stellen und eventuell die angestrebte Inflationsrate von derzeit „auf mittlere Sicht nahe, aber unter 2%“, die sie seit 2003 benutzt, anzupassen. Unseres Erachtens dürfte sich die EZB bei ihrer Strategieüberprüfung, die bis Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll, ebenfalls an einer durchschnittlichen Inflationsrate orientieren. Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass sich die EZB an der Fed orientieren wird und ein flexibleres Inflationsziel anstreben wird. Dabei ist die neue strategische Ausrichtung der Fed nicht ohne Kritik zu sehen. So hat keinen konkreten Zeitraum für die Erreichung der durchschnittlichen Inflation, beziehungsweise…

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