EZB

EZB-Accounts: Technischer Rahmen für TLTRO in Vorbereitung

Aus den EZB-Accounts zur Januar-Ratssitzung geht hervor, dass die Währungshüter ausgiebig über die möglichen Risiken für die EWU-Konjunkturperspektiven beraten haben. Die letzten Wirtschaftsdaten waren schwächer ausgefallen als von den EZB-Vertretern erwartet. Als eine Ursache hierfür wurde unter anderem auf die Einführung des neuen Emissionsstandards (WLTP) verwiesen, welcher sich dämpfend auf die Autoproduktion ausgewirkt habe. Die Währungshüter stimmten darin überein, dass noch nicht abschließend auszumachen sei, wie lange die Konjunkturdelle noch anhalte. Zudem sei unsicher, wie sich diese auf den mittelfristigen Wachstumsausblick auswirke. Die EZB-Vertreter stimmten mit der Analyse von Chefvolkswirt Praet überein, wonach die Wachstumsrisiken für die Eurozone abwärtsgerichtet seien. Im Hinblick auf die Teuerungsentwicklung gehen die Notenbank-Oberen nach wie vor davon aus, dass der grundlegende Preisdruck in der Eurozone Auftrieb erfahre. Eine sich fortsetzende konjunkturelle Expansion und höhere Lohnzuwächse werden als treibende Faktoren angeführt. Zugleich räumen die Währungshüter aber auch ein, dass aufgrund der gegenwärtigen Wachstumsdelle weitere Informationen notwendig…

Inflationsrate im Euroraum entfernt sich weiter von der EZB-Zielmarke

Die Inflation im Euroraum ebbt weiter ab. Im Januar erreichte die jährliche Rate nur noch einen Anstieg von 1,4%, nach 1,6% im Dezember 2018. Der Grund für die Abwärtsbewegung sind – wie schon in den Vormonaten – die Energiepreise, die im Vorjahresvergleich mittlerweile nur noch einen moderaten Preisdruck ausüben. Damit wachsen auch die Zweifel, ob die EZB ihr Inflationsziel von „nahe, aber unter 2%“ erreicht. Die Hoffnungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi lagen zuletzt auf den Ländern, die derzeit mit einem erhöhten Fachkräftemangel zu kämpfen haben und ein steigendes Lohnwachstum aufweisen, vor allem Deutschland. Hier – aber auch in vielen anderen Euroländern – bleibt die Lohndynamik bisher jedoch bestenfalls auf einem soliden Niveau. Die harmonisierte Inflationsrate stabilisierte sich hierzulande im Januar bei 1,7%. Damit ist zumindest in den kommenden Monaten auf EWU-Ebene kein nennenswerter Auftrieb bei der Inflationsrate zu erwarten. Das bestätigt auch ein Blick auf die sogenannte Kernrate, jene Komponente…

SPF – Abwärtsrevision BIP- und Inflationsausblick

Heute Vormittag hat die EZB das Ergebnis der jüngsten Umfrage unter professionellen Marktbeobachtern zur Konjunktur- und Inflationsentwicklung in der Eurozone veröffentlicht. Dem Survey of Professional Forecasters (SPF) zufolge haben sich die Konjunkturaussichten für die Eurozone für das laufende und das kommende Jahr eingetrübt. So wurde der BIP-Ausblick für 2019 auf 1,5% (1,8%) und für 2020 auf 1,5% (1,6%) nach unten revidiert. Im Zuge dieses SPF-Surveys haben die Umfrageteilnehmer erstmals eine Wachstumsprognose für das Jahr 2021 abgegeben. Für diesen Zeithorizont rechnen die Marktbeobachter mit einer weiter an Schwung verlierenden Wirtschaftsentwicklung (1,4%). Im Vergleich zu den aktuellen EZB-Stabsprojektionen unterstellt der SPF-Survey insbesondere für das laufende und kommende Jahr eine schwächere konjunkturelle Dynamik (siehe Tabelle unten). Inflationsrate verharrt auf Sicht der kommenden Jahre unterhalb des EZB-Ziels Hinsichtlich der Aussichten für die Teuerungsentwicklung deutet die SPF-Umfrage auf eine zwar allmählich steigende, aber mittelfristig weiter unterhalb des EZB-Zielwertes von 2,0% verharrende Inflationsrate hin. EZB-Stabsprojektionen: Abwärtsrevision…

EZB-Accounts: Forward Guidance ist für den Leitzins das Maß der Dinge

Aus den EZB-Accounts zur Dezember-Ratssitzung geht hervor, dass die Währungshüter ausführlicher über die möglichen Risiken für den Konjunkturausblick gesprochen haben. Die Notenbank-Oberen stimmen darin überein, dass die Unsicherheitsfaktoren zugenommen haben. Damit sei auch das Risiko für eine konjunkturelle Abschwächung gestiegen. Diese Einschätzung spiegele sich in der Abwärtsrevision der Konjunkturprojektionen für 2019 und 2020 wider. Eine darüber hinausgehende Anpassung der „Balance of Risk“ haben die EZB-Vertreter für nicht angemessen erachtet. Ausgehend von dem nach unten revidierten Prognosebild, seien die Risiken für den Wachstumsausblick als weitestgehend ausgeglichen zu betrachten. Hinsichtlich der Teuerungsentwicklung zeigen sich die Währungshüter zuversichtlich, dass der grundlegende Preisdruck in der europäischen Wirtschaft allmählich zunehmen werde. Die Notenbank stützt ihre Einschätzung unter anderem auf den Umstand, dass der Lohndruck in der Eurozone in den zurückliegenden Quartalen zugenommen habe. Zugleich räumt sie aber auch ein, dass es noch dauern könne, bis hieraus eine höhere Gesamtinflationsrate resultiere. Vor diesem Hintergrund sei weiterhin…

EZB: Weiter so wie bisher und keine Panik

Wie allgemein erwartet hat der EZB Rat beschlossen, das Nettoanleihekaufprogramm gegen Ende des Jahres zu beenden. Weitergehende Informationen gab es zu den Reinvestitionen. So hat die EZB ihre Forward Guidance dahingehend verändert, dass die Notenbank ihre Reinvestitionspolitik auch dann noch weiterverfolgen wird, wenn die Zinswende schon eingeleitet wurde. Letzten Endes war dies jedoch keine Neuigkeit. Denn kein Marktteilnehmer hatte bislang erwartet, dass die EZB vor der ersten Leitzinserhöhung eine Reduktion der Bilanz in Angriff nehmen wird. Konsens diesbezüglich ist, dass dieses Thema frühestens im Jahr 2021 oder erst 2022 auf die Tagesordnung kommt. Interessanter war dann schon eher, dass die Währungshüter den Passus von unveränderten Leitzinsen bis über den Sommer 2019 aufrechterhalten haben. Ein Großteil der Marktteilnehmer rechnet damit, dass die EZB frühestens im Jahr 2020 die geldpolitischen Zügel straffen wird. Hätte sie jedoch die Wortwahl bezüglich der Zinswende geändert, so wäre dies als sehr pessimistisches Zeichen von den Märkten…

EZB bleibt optimistisch

Die EZB sieht trotz schwächerer Wirtschaftsdaten die Konjunktur auf einem breit angelegten Expansionspfad. Zwar gaben die Notenbank-Oberen zu Protokoll, dass Unsicherheit und Fragilität die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusse. Insgesamt seien die Wachstumsrisiken jedoch ausgeglichen. Trotz dieses Ausblicks wurde im Rahmen der September-Ratssitzung insbesondere auf die Gefahr von Protektionismus, auf die Schwäche von einigen Schwellen-ländern und die Volatilität an den Finanzmärkten hingewiesen. Die italienischen Turbulenzen standen hingegen nicht im Fokus. Zwar seien die Renditen für ein großes EWU-Land gestiegen. Die Staatsanleihen von anderen Ländern wurden hiervon jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Mit neuen Stabsprojektionen im Dezember wird die EZB ihre konjunkturelle Einschätzung nochmals auf den Prüf-stand stellen. Die Notenbank gab sich weiterhin zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in Richtung des Zielwertes der Notenbank entwickele. Die enttäuschende Entwicklung bei der Kernrate sei hauptsächlich auf die Dienstleistungspreise zurückzuführen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das Lohnwachstum zugenommen habe, wenngleich die Notenbank nun einen nicht mehr…

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