EZB

Bitcoin-Blase könnte kurz vor dem Platzen stehen, Aktienmärkte davon weit entfernt

Es wird viel darüber geschrieben, dass die aktuelle Zentralbankpolitik zu massiven Übertreibungen an den Kapitalmärkten führt. Für die Rentenmärkte trifft dies sicherlich zu. Wenn man sich jedoch die Aktienmärkte einzelner Länder, relevante Aktiensektoren, Gold und Immobilienmärkte betrachten kann man dies nicht feststellen. Im Vergleich zu früheren Übertreibungen an den Aktienmärkten verläuft die aktuelle Entwicklung fast noch moderat. Erst wenn man den Bitcoin mit berücksichtigt, sieht man, dass sich hier eine Blase entwickelt hat, die jederzeit platzen kann. Noch extremer ist die Entwicklung wenn man die Entwicklung des Bitcoin ab 2012 betrachtet. Die Kurssteigerungen zeigt eine  bisher noch nicht dagewesen Dimension. Die Gründe für den rasanten Anstieg des Bitcoin sind vielschichtig, maßgeblich aber getrieben von einer hohe Nachfrage bei einem engen und intransparenten Markt. Daneben dürften auch die wachsenden Zweifel über das aktuelle Geld- und Zentralbanksystem, dass bestimmt ist von einer stark steigenden Geldmenge und wachsender Staatsverschuldung, zu dem starken Interesse…

EZB: Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Vor dem Hintergrund einer sich zusehends positiv entwickelnden europäischen Konjunktur und verschwundener Deflationsrisiken hat die EZB heute beschlossen, ihre geldpolitische Ausrichtung zu adjustieren. Doch auf dem Weg zu mehr geldpolitischer Normalität gehen die Währungshüter mit äußerster Vorsicht vor. Zwar werden ab Januar die monatlichen APP-Käufe auf 30 Mrd. Euro halbiert, doch wurde zugleich entschieden, diese Käufe bis mindestens September 2018 fortzuführen. Damit wird das Programm um weitere 270 Mrd. Euro aufgestockt. Sollte sich die Inflation nicht in die gewünschte Richtung entwickeln, haben sich die Ratsvertreter weiter eine erneute Aufstockung bzw. Verlängerung des APP offengehalten. Zudem hat Draghi durchblicken lassen, dass das Kaufprogramm im Herbst nächsten Jahres nicht „Knall auf Fall“ enden wird – die Käufe werden wohl nach und nach reduziert werden. Der oberste Währungshüter hat des Weiteren hervorgehoben, dass die EZB auch nach Beendigung der monatlichen Anleihekäufe noch für beträchtliche Zeit am Anleihemarkt aktiv bleiben wird. So werden Fälligkeiten…

EZB Strukturbericht: Nichtbanken-Finanzsektor nimmt an Bedeutung zu

Gestern hat die EZB ihren jährlichen Bericht zur Strukturentwicklung des Finanzsektors in der Eurozone veröffentlicht. Darin zeigt die Notenbank kurzfristige, aber auch längerfristige Entwicklungen auf, die teilweise intuitiv erscheinen, teilweise aber auch überraschen. Bei der Betrachtung des gesamten Finanzsektors, der neben Banken auch Versicherungen, Pensionsfonds, Investmentfonds und andere Finanzunternehmen umfasst, ist die interessanteste Feststellung, dass der Bankensektor an relativer Bedeutung verliert. Lag der Anteil des Nichtbanken-Finanzsektors vor der Finanzkrise 2008 noch bei 43%, ist er seither bis auf 55% gestiegen. Dabei ist der Finanzsektor insgesamt weiter gewachsen. Summierte sich dessen Volumen 2008 noch auf 55 Bio. Euro, waren es Ende 2015 bereits auf 71 Bio. Euro und Anfang 2017 rund 76 Bio. Euro. Die steigende Bedeutung des Nichtbanken-Sektors erklärt sich auch durch die Tatsache, dass die Veränderungsrate bei den Nettobankkrediten an Unternehmen seit der Finanzkrise in den meisten Jahren negativ war und erst 2016 wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt…

Regulierung ist gut für expansive Geldpolitik – wirklich?

Ende vergangener Woche waren alle Augen auf das jährlich stattfindende Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City gerichtet. Bei der Konferenz in Jackson Hole haben die weltweit wichtigsten Notenbankvertreter teilgenommen. Die Marktteilnehmer hatten sich insbesondere weitere Informationen über den geldpolitischen Kurs in den Vereinigten Staaten und in der Eurozone erhofft, denn schon in der Vergangenheit wurde die Konferenz dazu genutzt, neue geldpolitische Signale zu senden. Dieses Mal haben es die Notenbanker jedoch vermieden zur aktuellen Geldpolitik Stellung zu nehmen. Dennoch kann ein wichtiger Schluss aus dem diesjährigen Währungshüter-Treffen gezogen werden: Die Geldpolitik bleibt vorerst expansiv und damit werden auch die Kapitalmarkrenditen bis auf weiteres niedrig bleiben. Dass Draghi keine neuen Informationen im Koffer hatte, bedeutet nicht zuletzt, dass die EZB es nicht eilig hat, einen Plan zum Abbau der Anleihekäufe zu präsentieren. Dies war vor drei Jahren bei der Ankündigung des umfassenden Kaufprogramms noch anders. Damals war Eile geboten…

Notenbanken sollten in sich gehen

Die alljährliche Notenbank-Konferenz in Jackson Hole steht unmittelbar bevor, auch Fed Chefin Yellen und EZB Chef Draghi werden teilnehmen. Große Erwartungen dürften aber enttäuscht werden, man sollte keine nennenswerten Neuigkeiten erwarten. Vielmehr dürften die Notenbankchefs die bisherige politische Linie erläutern, aber keine neuen Impulse geben. Geldpolitisch stehen die Notenbanken aktuell vor dem Problem, dass ihnen der Anlass fehlt, den geldpolitischen Stimulus wie angestrebt zu verringern. Denn die Inflation, die wichtigste Zielvariable der Geldpolitik, erreicht nicht das postulierte Zielniveau. Die aktuelle Entwicklung lässt sich mit den Standardmodellen der Volkswirtschaft in den Industrieländern nur schwer erklären. Dies ist vermutlich auch ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Struktur einer hohen Änderungsgeschwindigkeit unterworfen ist. Damit wird die theoretische Basis der geldpolitischen Ausrichtung teilweise unterspült. Die lange Phase der extrem expansiven Geldpolitik hat zu Diskussionen um die Machtfülle der Notenbanken geführt. Die realpolitischen Auswirkungen ihrer Politik werfen die Frage auf, ob eine Institution, die nicht…

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