EZB

Der Optimismus schwindet im Firmenkundengeschäft

Nachdem das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2018 noch um 1,5 Prozent zulegen konnte, waren es im vergangenen Jahr nur noch 0,6 Prozent. Immerhin ist das BIP damit das zehnte Jahr in Folge gestiegen. Rückläufig war die Konjunktur im vergangenen Jahr dabei aber nur im zweiten Quartal. Im dritten Quartal konnte sie wieder etwas zulegen, im Schlussquartal stagnierte sie. Vor allem der Außenhandel, aber auch die schwachen Ausrüstungsinvestitionen sorgten für das wenig erfreuliche Ergebnis. Deutlich besser liefen die Bauinvestitionen und der Konsum. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus kommt dieses Jahr jedoch ein neues Risiko für die deutsche Konjunktur hinzu. Die schwache Konjunktur im Schlussquartal 2019 und hier insbesondere die erneut gegenüber dem Vorquartal rückläufigen Ausrüstungsinvestitionen sind mitverantwortlich dafür, dass die Unternehmenskreditbestände in Deutschland immer weiter an Wachstumstempo verlieren. Nur langfristige Kredite mit Laufzeiten von über 5 Jahren und Kredite für den Wohnungsbau erfreuen sich noch zunehmender Beliebtheit. Den Markt für…

Corona-Virus: Konzertierte Zentralbankaktion könnte bald anstehen

Inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass die großen Zentralbanken Fed, EZB, BoJ und BoE angesichts der Verbreitung des Corona-Virus Maßnahmen ergreifen könnten. Hierbei sind Leitzinssenkungen, wie auch Erhöhungen von Kaufprogrammen möglich. Die Risiken für die Weltwirtschaft haben zweifelsohne zugenommen. Die Quarantäne-Maßnahmen und die Produktionsunterbrechungen sollten der Weltwirtschaft spürbar zusetzen. Insbesondere die stark exportabhängigen Länder, wie zum Beispiel Deutschland, dürften verstärkt unter dem in Teilen lahmgelegten Wirtschaftsleben leiden. Die Vereinigten Staaten hingegen werden wohl nur wenig von den negativen Folgen der Virusepidemie betroffen sein, wenngleich eine komplette wirtschaftliche Abkopplung nicht möglich sein wird. Letzten Endes dürften Leitzinssenkungen und/oder auch eine konzertierte Aktion der Zentralbanken die realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch kaum positiv beeinflussen. So werden die Lieferketten trotz einer erneuten geldpolitischen Lockerung weiter gestört bleiben. Die Konsumtätigkeit wird sich nicht durch Leitzinssenkungen beschleunigen. Selbst Helikoptergeld, wie zum Beispiel in Hong Kong, dürfte kaum realwirtschaftliche Konsequenzen zeitigen, solange die Menschen aus Angst vor einer…

Corona-Virus und Zentralbanken

Die Dynamik der Ansteckungen durch das Corona-Virus scheint etwas nachzulassen, was zu einer entspannung an den Finanzmärkten beiträgt. Jedoch sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Grippe-Welle in China noch nicht abschätzbar. Da überrascht es nicht, dass die Zentralbanken sich und die Märkte auf eine wirtschaftliche Abkühlung in Q1 2020 vorbereiten. So hat Fed-Chef Powell seine erste diesjährige Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses genutzt auf möglichen Gefahren hinzuweisen. Laut US-Notenbank könnte es potenzielle negative Auswirkungen auf die US-Wirtschaft geben. Für Powell sei es jedoch wichtig, ob diese nachhaltig und dauerhaft seien. Bei einer temporären Abkühlung muss die Fed wohl nicht mit einer Zinssenkung reagieren. Nur bei einer nachhaltigen und länger andauernden Beeinträchtigung des Wachstumsausblicks dürfte die Fed handeln. Ähnliches gilt sicherlich auch für die EZB. Jedoch im Euroraum kommt erschwerend hinzu, dass mit Italien und Deutschland bereits jetzt zwei große Länder nur ein sehr schwaches Wachstum aufweisen. Somit ist die Rezessionsgefahr…

EWU-Konjunktur: Bodenbildung ja – Erholung nein

Seit rund einem halben Jahr geht es mit der Konjunktur im Euro-Raum mehr oder weniger nur noch seitwärts: Zwar ist der Abwärtstrend, der Anfang 2018 einsetzte, ganz offensichtlich ausgelaufen. Eine durchgreifende Erholung zeichnet sich allerdings auch nicht ab. Das verdeutlicht die jüngste Entwicklung des Euro-Indikators der DZ BANK. Seit Juni 2019 hat sich der Indikator, der konjunkturelle Wendepunkte frühzeitig anzeigen kann, kaum von der Stelle bewegt. Im Januar 2020 stieg die Messzahl im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent an, im Dezember hatte noch ein entsprechendes Minus zu Buche gestanden. Die Vorjahresrate bleibt zu Jahresbeginn fast unverändert bei -0,5 Prozent. Erfreulich ist zumindest, dass sich die Lage im gebeutelten Industriesektor allmählich stabilisiert. Die Stimmungsindikatoren haben offensichtlich im Herbst letzten Jahren ihren Tiefpunkt durchschritten. So hat sich gemäß dem Einkaufsmanagerindex von IHS Markit die Talfahrt der Euro-Raum-Industrie im Januar verlangsamt. Die entsprechende Messzahl stieg immerhin auf den höchsten Wert seit letztem…

EZB hat ihre Grenzen erreicht

Die um sich greifende Grippewelle hat die Diskussion über notwendige Zinssenkungen wiederbelebt. Dies kommt eigentlich zur Unzeit. Denn in den zurückliegenden Wochen wurde am Kapitalmarkt eher zunehmend darüber diskutiert, ob die ultraexpansive Geldpolitik der vergangenen Jahre die Finanzmarktstabilität gefährde. Hintergrund dieser Diskussion ist weniger, dass die Leitzinsen bei null liegen beziehungsweise der Einlagesatz einen negativen Wert aufweist, sondern vielmehr der lange Zeitraum der lockeren Geldpolitik. Obwohl man schon seit einem Jahr geldpolitisch Vollgas gibt, ist die Inflation hartnäckig niedrig, die Löhne steigen kaum und Investitionen, wie Wirtschaftswachstum entwickeln sich bestenfalls moderat. Diese Entwicklungen haben Zweifel an der Effektivität der Geldpolitik aufkommen lassen. Während die Leitzinssenkungen und die Anleihekäufe wichtige und richtige Schritte zur Krisenbewältigung waren, schafft es die EZB nicht mehr, die zugrunde liegenden Probleme innerhalb der Europäischen Währungsunion zu beheben. Die geldpolitischen Grenzen sind im Euroraum erreicht worden. Bei der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung sollte zudem nicht das Risiko unterschätzt…

Lagarde hat keine Eile

Die 500. Ratssitzung genau fünf Jahre nach der Ankündigung des QE-Programms hätte eigentlich für ein aufregendes Ereignis hergehalten. Dass es heute dennoch keine neuen Ankündigungen zur aktuellen Geldpolitik der EZB gab, war nicht überraschend. Zum einen entwickelt sich das Konjunkturbild mit abnehmenden Abwärtsrisiken in etwa so, wie von der EZB erwartet. Dementsprechend musste man den Kurs nicht ändern. Ein interessantes Statement bezüglich Hinweisen, ob Frau Lagarde eher einen hawkishen oder dovishen Kurs favorisiert, war die Brosche, die sie heute trug – eine Eule! Auf der anderen Seite wird die EZB angesichts der nun laufenden strategischen Überprüfung der Geldpolitik auch nicht unbedingt gewillt sein, Anpassungen vorzunehmen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Warum sollte man auch, wenn man in einem Jahr vielleicht eine andere Herangehensweise hat. Bezüglich der strategischen Überprüfung der Geldpolitik ließ sich Frau Lagarde erstmal nicht in die Karten schauen bzw. festlegen. Auch die Presseinformationen, die inzwischen veröffentlicht wurden,…

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