Finanzmärkte

China anscheinend vor Handelsverbot an Bitcoin-Börsen

China sorgt derzeit für reichlich Unruhe in der Bitcoin-Community. Am Freitag berichtete das Wirtschaftsmagazin Caixin, dass die chinesische Zentralbank PBoC ein Handelsverbot von Digitalwährungen an den sogenannten Bitcoin-Börsen plant. Offiziell bestätigt ist dies bislang jedoch nicht. Dieser Schritt käme recht überraschend, hatte man doch in der Vergangenheit zwar mit deutlich strengerer Regulierung gerechnet, nicht jedoch mit einem kompletten Handelsverbot an den Börsen. Einige Stimmen vermuten nun einen Zusammenhang mit dem näher rückenden Parteikongress der kommunistischen Partei Chinas, die ihren Bürgern gerne Finanzmarktstabilität präsentieren möchte. Auch wenn gemessen an der chinesischen Bevölkerung nur sehr wenige Bürger in Bitcoins investiert sind, sind die starken Kursschwankungen von Digitalwährungen der Regierung ein Dorn im Auge. Den jüngsten Spekulationen war schon das Verbot des sogenannten Initial Coin Offering in der vergangenen Woche vorausgegangen. Beim Initial Coin Offering (ICO) handelt es sich um eine Art der Unternehmensfinanzierung über die Schaffung neuer Kryptowährungen (nähere Informationen zum ICO…

Euro – bremst die Wirtschaft kaum, schafft aber Spielräume für die EZB

Die Aufwertung des Euros hat die Diskussion über die potentiellen negativen Konsequenzen für die Konjunktur im Euro-Raum zuletzt befeuert. Doch wie kritisch ist die Aufwertung der vergangenen Monate wirklich? Unbestritten ist, dass sich die europäische Gemeinschaftswährung seit dem Frühjahr von ihrer starken Seite präsentiert. Gegenüber dem US-Dollar legte der Euro seit Jahresanfang rund 12 Prozent zu, was zunächst durchaus Anlass zu berechtigter Sorge zu geben scheint. Im breiteren Spektrum der handelsgewichteten Betrachtung fällt die Aufwertung allerdings deutlich niedriger aus, was den potentiellen Schaden für die Wirtschaft relativiert. Hinzu kommt, dass es gute Gründe für den stärkeren Euro gibt, die nicht zuletzt die Verbesserung des fundamentalen Umfelds. Dieses hat sich in den vergangenen Monaten merklich aufgehellt. Wurde zu Jahresbeginn für 2017 marktseitig noch ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent erwartet, so liegt unsere Prognose zurzeit immerhin bei 2,0 Prozent. Bislang zeigt sich die EWU-Konjunktur von der jüngeren Euro-Stärke also weitestgehend unbeeinflusst. Solange…

Notenbanken sollten in sich gehen

Die alljährliche Notenbank-Konferenz in Jackson Hole steht unmittelbar bevor, auch Fed Chefin Yellen und EZB Chef Draghi werden teilnehmen. Große Erwartungen dürften aber enttäuscht werden, man sollte keine nennenswerten Neuigkeiten erwarten. Vielmehr dürften die Notenbankchefs die bisherige politische Linie erläutern, aber keine neuen Impulse geben. Geldpolitisch stehen die Notenbanken aktuell vor dem Problem, dass ihnen der Anlass fehlt, den geldpolitischen Stimulus wie angestrebt zu verringern. Denn die Inflation, die wichtigste Zielvariable der Geldpolitik, erreicht nicht das postulierte Zielniveau. Die aktuelle Entwicklung lässt sich mit den Standardmodellen der Volkswirtschaft in den Industrieländern nur schwer erklären. Dies ist vermutlich auch ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Struktur einer hohen Änderungsgeschwindigkeit unterworfen ist. Damit wird die theoretische Basis der geldpolitischen Ausrichtung teilweise unterspült. Die lange Phase der extrem expansiven Geldpolitik hat zu Diskussionen um die Machtfülle der Notenbanken geführt. Die realpolitischen Auswirkungen ihrer Politik werfen die Frage auf, ob eine Institution, die nicht…

Inflationsziel: Höher, niedriger oder Dogma

In den Vereinigten Staaten und der Eurozone liegt die Inflationsentwicklung schon seit längerem auf einem zu niedrigen Niveau. Ökonomen rund um den Globus rätseln, warum die Inflation trotz einer bislang ultra-expansiven Geldpolitik, eines moderaten Wachstums und guten oder zumindest sich bessernden Bedingungen am Arbeitsmarkt nicht steigt. Gleichzeitig festigt sich bei vielen Ökonomen die Erwartung, dass strukturelle Faktoren für die niedrige Inflation verantwortlich seien. So könnte sich das Lohnsetzungsverhalten grundsätzlich gewandelt haben oder Strukturreformen haben zu einem höheren Arbeitsangebot geführt. Ein weiterer struktureller Grund für die tendenziell niedrigen Teuerungsraten in den großen Industrieländern könnte die Globalisierung sein. Außerdem wird die bessere Verfügbarkeit von Preisinformationen durch die internationale Vernetzung über das Internet sowie aufgrund von Handelsplattformen verantwortlich gemacht, da die Konsumenten hierdurch preissensibler geworden sind. Nicht zuletzt lässt sich in den vergangenen Jahrzehnten die Tendenz feststellen, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad stetig zurückgegangen ist. Die Inflation könnte also noch für längere Zeit niedrig…

Fed und EZB: Widerspruch von Denken und Handeln

Die Geldpolitik soll restriktiver werden. Dies scheint das Ziel der amerikanischen Notenbank und der EZB zu sein. Die EZB wird wohl schon bald eine Reduzierung ihrer Anleihekäufe bekannt geben, während die Fed ihre Bilanz reduzieren sowie gegebenenfalls weitere Leitzinserhöhungen vornehmen wird. Obwohl diese Maßnahmen unzweifelhaft von den Marktteilnehmern erwartet werden und sich auch in Reden von verschiedenen Währungshütern widerspiegeln, scheint bei beiden Zentralbanken eine klare Kommunikationsstrategie zu fehlen. So haben es sich die Notenbanker zur Gewohnheit werden lassen, die Risiken für die Wirtschaft in den schillerndsten Farben auszuschmücken. Das jüngst veröffentlichte Protokoll der EZB hebt beispielsweise die Risiken eines möglichen Überschießens des Euro deutlicher hervor als in der Vergangenheit. Ein starker Euro könne sich negativ auf die Finanzierungsbedingungen der Wirtschaft auswirken. Auch das Thema Inflation wurde auf dem jüngsten Treffen der europäischen Geldpolitiker intensiv diskutiert. So gebe es immer noch keine überzeugenden Anzeichen dafür, dass die Inflation in den kommenden…