Finanzmärkte

Retail Banken: Bei wieder steigenden Zinsen wird die Luft dünner

Dem deutschen Bankensektor droht in der Zeit nach der Niedrigzinsphase, wenn die Zinsen wieder spürbar steigen, eine drastische Verengung der Zinsmargen. Dabei gilt: Je länger die Niedrigzinsphase andauert und je kräftiger der anschließende Zinsanstieg ausfällt, desto stärker belastet das den künftigen Zinsüberschuss der Banken. Außerdem dürfte der Konditionenwettbewerb zwischen Direktbanken und traditionellen Filialbanken bei wieder steigenden Zinsen in eine zweite Runde gehen. Im wettbewerbsintensiven deutschen Retail Banking haben Kreditinstitute keinen großen Konditionengestaltungsspielraum. Da auch keine grundsätzlich neuen Ertragsquellen absehbar sind, bleiben vor allem zwei strategische Optionen, um einer drohenden Verschlechterung der Cost-Income-Ratio entgegen zu wirken: Kostenreduktion und/oder Marktanteilsgewinne. Insgesamt erhöht sich bei wieder steigenden Zinsen der Druck auf die GuV, die Risiken nehmen zu und den Banken dürfte es schwerer fallen, Rücklagen zu bilden. Die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der EZB unterstreichen zwar, dass die EZB einen unkontrollierten kräftigen Zinsanstieg nicht zulassen will. Das ist im Hinblick auf die Finanzmarktstabilität und…

EZB bleibt sich treu und geht Risiken ein

Die EZB hat wie erwartet das laufende Kaufprogramm für Anleihen noch einmal deutlich verlängert, wenn auch bei einem geringen monatlichen Kaufvolumen. Damit vermeidet es die EZB ihre selbst gesetzten Grenzen zu verletzten. Die Märkte haben die anhaltende Liquiditätsflut ausreichend gewürdigt. Entsprechend sind die europäischen Aktienmärkte kräftig gestiegen. Die wichtige Nachricht war aber auch, dass die EZB das Programm auch in Zukunft nicht beenden möchte. Zwar könnte man die monatlichen Käufe mittelfristig gänzlich zurückfahren. Aber die fälligen Anleihen wird man ersetzen und dafür läuft das akutelle Programm weiter. Damit hat die EZB volle Flexibilität, da man innerhalb des laufenden Programms natürlich jederzeit das monatliche Kaufvolumen möglichen politischen Entwicklungen in den Euro-Ländern anpassen kann. Mit einem festen Enddatum des Programms hätte man sich diese Flexibilität genommen. Als Begründung für diese Entscheidung hat man wieder einmal die weiterhin moderate Inflationsentwicklung herangezogen, das robuste Wachstum wurde nicht gewürdigt. Ziel der EZB ist es weiterhin…

Bitcoin-Blase könnte kurz vor dem Platzen stehen, Aktienmärkte davon weit entfernt

Es wird viel darüber geschrieben, dass die aktuelle Zentralbankpolitik zu massiven Übertreibungen an den Kapitalmärkten führt. Für die Rentenmärkte trifft dies sicherlich zu. Wenn man sich jedoch die Aktienmärkte einzelner Länder, relevante Aktiensektoren, Gold und Immobilienmärkte betrachten kann man dies nicht feststellen. Im Vergleich zu früheren Übertreibungen an den Aktienmärkten verläuft die aktuelle Entwicklung fast noch moderat. Erst wenn man den Bitcoin mit berücksichtigt, sieht man, dass sich hier eine Blase entwickelt hat, die jederzeit platzen kann. Noch extremer ist die Entwicklung wenn man die Entwicklung des Bitcoin ab 2012 betrachtet. Die Kurssteigerungen zeigt eine  bisher noch nicht dagewesen Dimension. Die Gründe für den rasanten Anstieg des Bitcoin sind vielschichtig, maßgeblich aber getrieben von einer hohe Nachfrage bei einem engen und intransparenten Markt. Daneben dürften auch die wachsenden Zweifel über das aktuelle Geld- und Zentralbanksystem, dass bestimmt ist von einer stark steigenden Geldmenge und wachsender Staatsverschuldung, zu dem starken Interesse…

Bitcoin steht vor turbulenten Zeiten, Kryptowährungen bleiben aber attraktiv

Die Digitalwährung Bitcoin hat in den letzten Wochen und Monaten für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Im August gab es die Spaltung in Bitcoin und Bitcoin Cash, danach wirbelte China mit dem Verbot des sogenannten Initial Coin Offering (ICO) und einem möglichen Handelsverbot an Bitcoin-Börsen den Markt reichlich auf. Dazu sorgten auch die Aussagen des Chefs der Großbank JP Morgan, bei Bitcoin handele es sich um Betrug, für großes Aufsehen. Der Bitcoin-Kurs fuhr Achterbahn: Erst rauf auf 5.000 USD, dann im Zuge der China-Diskussionen der Absturz auf 3.000 USD. Mittlerweile konnte sich der Kurs wieder erholen und notiert seit einigen Tagen recht stabil knapp unter 4.000 USD. Schwankungen von 10% pro Tag sind bei Bitcoin zwar keine Seltenheit, ein Verfall von rund 40% in solch kurzer Zeit war allerdings auch für die Kryptowährung ein großer Schock. Doch auch wenn die Kurschwankungen der vergangenen Wochen extrem waren: die jüngste Kurskorrektur gut und notwendig….

China anscheinend vor Handelsverbot an Bitcoin-Börsen

China sorgt derzeit für reichlich Unruhe in der Bitcoin-Community. Am Freitag berichtete das Wirtschaftsmagazin Caixin, dass die chinesische Zentralbank PBoC ein Handelsverbot von Digitalwährungen an den sogenannten Bitcoin-Börsen plant. Offiziell bestätigt ist dies bislang jedoch nicht. Dieser Schritt käme recht überraschend, hatte man doch in der Vergangenheit zwar mit deutlich strengerer Regulierung gerechnet, nicht jedoch mit einem kompletten Handelsverbot an den Börsen. Einige Stimmen vermuten nun einen Zusammenhang mit dem näher rückenden Parteikongress der kommunistischen Partei Chinas, die ihren Bürgern gerne Finanzmarktstabilität präsentieren möchte. Auch wenn gemessen an der chinesischen Bevölkerung nur sehr wenige Bürger in Bitcoins investiert sind, sind die starken Kursschwankungen von Digitalwährungen der Regierung ein Dorn im Auge. Den jüngsten Spekulationen war schon das Verbot des sogenannten Initial Coin Offering in der vergangenen Woche vorausgegangen. Beim Initial Coin Offering (ICO) handelt es sich um eine Art der Unternehmensfinanzierung über die Schaffung neuer Kryptowährungen (nähere Informationen zum ICO…

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