Finanzmärkte

Zurzeit gibt es keine sicheren Häfen

Die anhaltende Corona-Krise hat die Finanzmärkte hart getroffen. Die Aktienmärkte wurden besonders hart getroffen, und obwohl die letzten Tage ermutigend waren, befürchten wir, dass das Schlimmste noch nicht hinter uns liegt. Während die Aktienmärkte eingebrochen sind und die Kreditspreads sich ausgeweitet haben, hatten die Devisenmärkte zeitweise Schwierigkeiten, klare Richtung zu finden. Dies ist kaum überraschend: Währungen sind per Definition ein relativer Handel. Die ziemlich einfache „Sell, sell, sell“-Mentalität des Aktienmarktes lässt sich hier nicht übersetzen. Es geht darum, sowohl Gewinner als auch Verlierer zu identifizieren. Letzteres ist ziemlich einfach, Ersteres deutlich schwieriger. Selbst die traditionellen sicheren Häfen haben sich nicht so verhalten, wie wir es in einer „normalen“ Krise erwartet hätten. Während der Schweizer Franken unter einem ziemlich beständigen Aufwärtsdruck stand (dem durch die Intervention der Schweitzer Notenbank entgegengewirkt wurde), hat sich der japanische Yen und der US Dollar eher erratisch bewegt. Ähnliches gilt auch für die entsprechenden Anleihemärkte. Kurzgesagt,…

Weltwirtschaft in der Krise, Politik kann derzeit wenig ausrichten

Die Weltwirtschaft steckt in der Rezession. Die Corona-Infektionswelle rund um den Globus hat die Konjunktur in Rekordtempo in die Krise gestürzt. Dabei handelt es sich um einen sehr steilen und zweifellos auch sehr tiefen wirtschaftlichen Einbruch, aber nicht um einen typischen Abschwung. Das macht es nicht zuletzt für die Finanzmärkte so schwierig, die Lage zu interpretieren und eine angemessene Reaktion zu finden. Die Bewegungen der letzten Tage an den Finanzmärkten waren extrem. Auf einen fast beispiellosen Kursverfall an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche folgten in den letzten Tagen ebenso rekordverdächtige Kursgewinne. Auch die Renditen zeigen keineswegs das typische Muster, das man aus konjunkturellen Zyklen kennt. Es fehlt an Orientierung, weil derzeit niemand in der Lage ist, auch nur eine halbwegs verlässliche Prognose für die kommenden Wochen zu erstellen. Eines ist jedoch relativ klar: Die Wirtschaftspolitik, die derzeit versucht mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Krise anzukämpfen, ist in der…

Euphorie folgt der Depression

Seit gestern kennen die Märkte kein Halten mehr. Als wollte man die Tristesse der letzten Woche abschütteln sind die Aktienkurse kräftigst gestiegen. Der Treibstoff für die dynamische Erholung war das große Hilfspaket der Fed und die Hoffnung, dass sich nun endlich auch die beiden Kammern des US-Parlaments auf das Corona-Unterstützungspaket von rund 2.000 Mrd. US Dollar einigen können, was man dann auch geschafft hat. In Europa ist man in diesem Feld schon weiter. Hier hat die EZB bereits in der letzten Woche ein umfangreiches Unterstützungspaket für Investoren und die Euroraum-Länder verkündet. Die Regierungen im Euroraum haben gleichzeitig umfangreiche fiskalische Maßnahmen beschlossen. Dabei ist die Aufgabenteilung zwischen Notenbanken und Regierungen in allen Ländern sehr ähnlich. Die Notenbanken kümmern sich darum, dass die Finanzmärkte funktionieren und die Liquiditäts- und Kreditkosten für Staaten und Unternehmen nicht zu teuer werden, was Insolvenzen und Staatenkrisen vorbeugen soll.  Dafür nehmen die Notenbanken einen starken Volumenanstieg der…

Notenbanken haben erste Erfolge

Die Krisenmaßnahmen der Notenbanken haben in den letzten beiden Tagen Wirkung gezeigt. Insbesondere die EZB hat mit ihren Ankündigungen im Euroraum deutlich zur Beruhigung beigetragen. Die EZB wird ihr Anleihekaufprogramm bis Jahresende um das PEPP mit einem Volumen von 750 Mrd. Euro erweitern und dieses auch auf Anleihen von Griechenland ausweiten. Das Rating von Griechenland liegt zurzeit unterhalb des „Investment Grade“. Nach den bisherigen Regelungen konnten Hellas-Anleihen nicht von der EZB gekauft werden. Mit dieser Entscheidung hat die EZB das Signal gegeben, dass man auch italienische Anleihen weiterhin kaufen wird, auch wenn das Länderrating herabgestuft würde. Hinter dieser Entscheidung steht der politische Wille, dass der Euroraum auch durch diese Krise nicht gespalten wird. Die strukturelle Integrität soll also auf jeden Fall erhalten werden. Dies sollte zunächst möglich sein. Jedoch kommen mit den Problemen in Italien und ggf. auch in Spanien große Herausforderungen auf die europäische Solidarität zu. Da ist es…

Auf die Staaten kommt es nun an

Die Dynamik der Pandemie bleibt hoch. Dies war jedoch auch noch nicht anders zu erwarten. Wenn man die übliche Inkubationszeit berücksichtigt, dann kann man eigentlich frühestens Ende nächster Woche mit einer Abflachung der Ansteckungsrate rechnen. Dabei ist die Höhe der Dunkelziffer nur schwer einzuschätzen. Die faktische Zahl der Infizierten dürfte vermutlich um ein vielfaches höher sein als die offiziellen Angaben. Dies ist eigentlich keine schlechte Nachricht. Wenn eine Infektion eine gewisse Immunität mit sich bringt, dann sinkt mit einer steigenden Zahl an Infizierten, die nicht schwer erkranken, die Anfälligkeit der Gesamtbevölkerung. Damit hält sich auch die potenzielle Belastung des Gesundheitssystems in Grenzen, was zurzeit die größte Sorge darstellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden langsam sichtbar. Heute ist der ZEW Index kräftig gefallen und hat ein Niveau von -46 Punkten erreicht. Ein Level, dass man zuletzt während der Finanzmarktkrise erreicht hatte. Jedoch ist es auch keine große Überraschung, dass die…

Weltwirtschaft durch Pandemie unter erheblichem Druck

Der Ausblick für die Weltkonjunktur ist durch die rasante Ausbreitung des Corona-Virus zunehmend unter Druck geraten. In China und im angrenzenden asiatischen Raum sind die Betriebsabläufe immer noch gestört, dadurch stehen die globalen Lieferketten unter Druck. Auch für die europäische Wirtschaft und die Vereinigten Staaten hat sich die Perspektive deutlich eingetrübt. Dabei drohen nicht nur den exportabhängigen Ländern Belastungen. Immer mehr Länder schränken das öffentliche Leben zunehmend ein, was auf der Binnenkonjunktur lastet. Wir haben unsere Wachstumsprognosen deshalb deutlich gesenkt. Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte rund einen Prozentpunkt niedriger ausfallen und im Jahr 2020 nur noch bei knapp zwei Prozent liegen. In China dürfte die Wirtschaft im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal geschrumpft sein – ein Novum in den letzten 30 Jahren. Die Infektionszahlen gehen inzwischen zwar deutlich zurück und viele der rigorosen Vorsichtsmaßnahmen konnten gelockert werden. Von Normalität ist das Land aber noch weit entfernt. Negative Rückwirkungen drohen…

1 2 8