Finanzmärkte

Druck auf Weltpolitik und Weltwirtschaft steigt

US-Präsident Trump dreht immer weiter an der Eskalationsschraube, zuletzt ging es gegen Mexiko. Wie so oft ist die Begründung zwar nachvollziehbar, doch mit höheren Zöllen wird man das Migrationsproblem sicherlich nicht lösen. Zudem könnte die Ankündigung höherer Zölle im Zusammenhang mit den lauter werdenden Forderungen für ein Amtsenthebungsverfahren stehen. Auch in Zukunft ist kaum damit zu rechnen, dass sich die vielen Streitigkeiten allesamt lösen lassen. Und selbst wenn: Der Schaden für die Weltwirtschaft ist da. Im Euroraum gibt es für die italienische Regierung auch kein Halten mehr. Innenminister Salvini stellt sich nach dem Erfolg bei den Europawahlen ganz offen gegen die Fiskalregeln und fordert nun ein schuldenfinanziertes Wachstumsprogramm für Italien. Damit könnte er die populistische Tür im Euroraum weit aufstoßen und den Stabilitätsgedanken weiter schwächen. Dies wird sich natürlich auch auf das Verhalten der Investoren auswirken, die sich von Ländern wie Italien wieder distanzieren könnten. In Deutschland dagegen wird die…

Inflationsrate im Euroraum entfernt sich weiter von der EZB-Zielmarke

Die Inflation im Euroraum ebbt weiter ab. Im Januar erreichte die jährliche Rate nur noch einen Anstieg von 1,4%, nach 1,6% im Dezember 2018. Der Grund für die Abwärtsbewegung sind – wie schon in den Vormonaten – die Energiepreise, die im Vorjahresvergleich mittlerweile nur noch einen moderaten Preisdruck ausüben. Damit wachsen auch die Zweifel, ob die EZB ihr Inflationsziel von „nahe, aber unter 2%“ erreicht. Die Hoffnungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi lagen zuletzt auf den Ländern, die derzeit mit einem erhöhten Fachkräftemangel zu kämpfen haben und ein steigendes Lohnwachstum aufweisen, vor allem Deutschland. Hier – aber auch in vielen anderen Euroländern – bleibt die Lohndynamik bisher jedoch bestenfalls auf einem soliden Niveau. Die harmonisierte Inflationsrate stabilisierte sich hierzulande im Januar bei 1,7%. Damit ist zumindest in den kommenden Monaten auf EWU-Ebene kein nennenswerter Auftrieb bei der Inflationsrate zu erwarten. Das bestätigt auch ein Blick auf die sogenannte Kernrate, jene Komponente…

„Shutdown“ in den USA wirkt sich kurzfristig kaum aus

Im Dezember 2018 einigte sich der US-Kongress auf ein Gesetz, das die noch verbleibenden 25% der Gelder der US-Bundesregierung finanzieren soll, denen für das laufende Jahr noch keine Haushaltsmittel zugewiesen worden waren. Präsident Trump lehnte eine Unterzeichnung dieses Gesetzes ab, weil darin ein Betrag von 5,7 Mrd. US-Dollar nicht enthalten war, die er für sein wichtiges Projekt fordert – die Mauer zwischen den USA und Mexiko. Wegen fehlender Finanzmittel haben einige Abteilungen in den Ministerien ihren Betrieb seit dem 22. Dezember 2018 vollständig oder teilweise einstellen müssen. Betroffen sind beispielsweise das Finanz-, Handels-, Außen- sowie das Justizministerium. Die Auswirkungen dieses teilweisen „Shutdowns“ waren bisher begrenzt. Von rund 800.000 betroffenen Mitarbeitern arbeiten einige derzeit unbezahlt. Andere in nicht so wesentlichen Positionen Tätige wurden in unbezahlten Urlaub geschickt. Viele betroffene Staatsbedienstete schränken ihre Ausgaben ein, weil es ihnen schlicht an Geld mangelt. Dies wird sich kurzfristig auf den Konsum und damit für…

Anlagejahr 2018: Aktienmärkte und Niedrigzins bremsen Aufbau privater Geldvermögen

Nach unseren vorläufigen Berechnungen dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im abgelaufenen Jahr um 1,9 Prozent auf 6,2 Billionen Euro gewachsen sein. Im Vergleich zu 2017, als die Wachstumsrate noch bei 5,4 Prozent lag, hat sich der Vermögensaufbau stark verlangsamt. Getragen wurde der Zuwachs fast ausschließlich vom Sparfleiß der Bürger. In den ersten drei Quartalen des abgelaufenen Jahres haben die privaten Haushalte mehr auf die hohe Kante gelegt als im jeweils gleichen Quartal des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2018 dürfte die Sparquote um 0,3 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent gestiegen sein. Das ist das fünfte Jahr in Folge, in dem die Bürger einen wachsenden Teil ihres verfügbaren Einkommens sparen. Allerdings ist bei der Geldvermögensbildung der Bürger schon seit Jahren ein zunehmender „Geldanlagestau“ beobachtbar. Im internationalen Vergleich sind deutsche Privatanleger eher risikoscheu. Hierzulande sind nur gut 6 Prozent des Geldvermögens direkt in Aktien investiert. Aufgrund der sehr niedrigen Zinsen sind die…

Konjunktur ruckelt – Kreditmärkte laufen rund

Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie weitere Konjunkturbelastungen wie etwa der bevorstehende Brexit haben nun auch Deutschland erreicht. Die zuletzt so erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Frühjahrsquartal geschrumpft, nachdem sie im Vorquartal noch um 0,5 Prozent zulegen konnte. Dies war der erste Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts seit dem Winterquartal des Jahres 2015. Trotzdem wachsen die Kreditmärkte weiter kräftig. Mit 6,3 Prozent fiel der Anstieg der Unternehmenskredite in Deutschland zuletzt so hoch wie seit 2008 nicht mehr aus. Und auch die privaten Wohnungsbaukredite konnten ihr Wachstumstempo auf 4,8 Prozent beschleunigen. Im Euroraum zählen Frankreich und Deutschland zu den Wachstumslokomotiven. Die Kreditvolumina in Italien wuchsen nur unterdurchschnittlich und die in Spanien gar schwach. Dafür konnten weitere Fortschritte beim Abbau „fauler Kredite“ verzeichnet werden, auch wenn die Quote in Italien mit 8,2 Prozent immer noch viel zu hoch ist. Trotz hoher…

Geldmarktreform setzt auf Sicherheit statt Laufzeitprämie

Die Zeit drängt – das ist die einhellige Meinung der Arbeitsgruppe für einen risikofreien Referenzzins in der Eurozone. Nur noch bis Ende 2019 darf der aktuelle Übernacht-Referenzzins in der Eurozone, Eonia (Euro OvernIight Index Average), in Neugeschäften verwendet werden, danach allenfalls in Altverträgen. Als heißester Kandidat für die Nachfolge gilt ESTER (Euro Short-TErm Rate) von der EZB, auch wenn die Entscheidung hierzu noch aussteht. Allerdings notiert ESTER im Schnitt neun Basispunkte tiefer als Eonia, was eine Umstellung heikel macht. Während ein Zinsaufschlag auf ESTER, der zum Beispiel über die Zeit abschmilzt, den Wechsel des Referenzzinses erleichtern könnte, spricht die konzeptionelle Einfachheit als auch der knappe Zeitrahmen für einen sauberen Schnitt. Anders als Eonia könnte der Euribor (Euro InterBank Offered Rate) zwar als Benchmark über das 2019 hinaus weiterexistieren, sein langfristiges Überleben ist damit aber nicht gesichert – zu sehr dürfte die geplante, neue hybride Fixingkaskade aus 1) Transaktionen, 2) Entwicklungen…

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