Finanzmärkte

Chinas Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal deutlich

Durch den Corona-Lockdown im Februar hat China im ersten Quartal dieses Jahres etwa ein Zehntel seiner Wirtschaftsleistung eingebüßt, das entspricht einem BIP-Rückgang von 6,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019. Das ist der mit weitem Abstand niedrigste Wert für das chinesische Wirtschaftswachstum seitdem das Land 1992 mit der Publikation vierteljährlicher Wachstumsraten begonnen hat und wahrscheinlich der stärkste Wachstumseinbruch seit den Wirren der Kulturrevolution Ende der 1960er Jahre. Die heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigen aber auch, wie es mit Chinas Wirtschaft seit der vorsichtigen Lockerung der rigiden Beschränkungen im März weitergegangen ist. So steigerte die Industrie die Produktion den offiziellen Daten zufolge im März um fast ein Drittel gegenüber dem Vormonat, der Rückstand gegenüber dem Vorjahr engte sich dadurch von über 13 auf gut ein Prozent ein. Der Konsum erholt sich dagegen nur äußerst zaghaft. Die Einzelhandelsumsätze lagen im März gegenüber dem Vorjahr weiter tief im Minus. Der Weg aus der Krise…

Deutschland ist gut aufgestellt

Während im europäischen Ausland vielerorts der Unmut über das dortige Krisenmanagement wächst, sind die Zustimmungswerte für die große Koalition in Berlin in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen – nicht ohne Grund. Nicht nur hat sich das deutsche Gesundheitswesen bislang als vergleichsweise robust präsentiert, kaum eine Regierung in der Eurozone hat so schnelle und umfangreiche Finanzhilfen für Wirtschaft und private Haushalte auf den Weg gebracht wie die deutsche. Ein Grund für das entschiedene Vorgehen der Bundesregierung liegt in der soliden finanziellen Ausgangslage des Landes. Nach Jahren der Budgetüberschüsse und einer bis Ende 2019 auf rund 60% gesunkenen Schuldenstandsquote sind die Kassen von Bund und Ländern prall gefüllt. Das zahlt sich nun aus. Deutschland konnte einen Nachtragshaushalt des Bundes in Höhe von 156 Mrd. Euro verabschieden, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob die Finanzmärkte eine nahezu Verdoppelung der Emissionstätigkeit in diesem Jahr verkraften würden. Das unterscheidet Deutschland von Italien und anderen…

Corona-Pandemie beendet deutschen Immobilienboom

Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur für den Lockdown der wirtschaftlichen Aktivität, sie beendet auch den rund zehn Jahre währenden Boom am deutschen Immobilienmarkt. Zuvor haben die rund laufende Wirtschaft, wachsende Beschäftigung und sinkende Zinsen die Immobilienpreise auf ein teilweise hohes Niveau gehoben. Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum kletterten seit 2009 deutschlandweit um 55 Prozent, in den sieben größten Städten verdoppelten sie sich. Bei Gewerbeimmobilien haben sich die Mietrenditen auf bis unter 3 Prozent gut halbiert. Ganz rund lief der Immobilienmarkt allerdings auch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr. Bei Wohnungen verlangsamte sich vor allem in den teuren Städten der Anstieg von Preisen und Mieten. Immer neue Regulierungseingriffe erschweren zudem das Vermietungsgeschäft. Im Einzelhandel sinken die Mieten bereits. Bleibt es auch dank der Hilfspakete von EZB und Regierung bei einer kurzen Rezession und einer kräftigen Erholung, dürfte der Immobilienmarkt insgesamt mit einem „blauen Auge“ davonkommen. Der Wohnungsbedarf ändert sich nicht…

Viel hilft viel

Kurzarbeit, umso langsamer steigt die Zahl der Arbeitslosigkeit. Deutschland dürfte hierbei das beste Beispiel sein. Auf der anderen Seite des Spektrums liegen Länder wie die USA oder Italien. Die Volkswirtschaften ächzen weiterhin unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die jüngsten Zahlen zum Arbeitsmarkt aus Deutschland und den USA lassen erahnen, wie schnell der wirtschaftliche Stillstand bei den privaten Haushalten angekommen ist. Dabei wird die Reaktion an den Arbeitsmärkten sehr unterschiedlich ausfallen. Es gilt die einfache Regel, je großzügiger das System der Kwo man mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen muss. Im Gegensatz zum Arbeitsmarkt sind die staatlichen Hilfspakete für Unternehmen in den Ländern alle sehr ähnlich. Es scheint hinsichtlich der Größe der staatlichen Maßnahmen auch keine Grenzen mehr zu geben. 1000 Mrd. oder 1 Bio Euro oder US Dollar ist eine geläufige Größenordnung geworden. Dazu kommen Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbanken, die sich in ähnlichen Größenordnungen bewegen. Dies geht nicht spurlos an…

Zurzeit gibt es keine sicheren Häfen

Die anhaltende Corona-Krise hat die Finanzmärkte hart getroffen. Die Aktienmärkte wurden besonders hart getroffen, und obwohl die letzten Tage ermutigend waren, befürchten wir, dass das Schlimmste noch nicht hinter uns liegt. Während die Aktienmärkte eingebrochen sind und die Kreditspreads sich ausgeweitet haben, hatten die Devisenmärkte zeitweise Schwierigkeiten, klare Richtung zu finden. Dies ist kaum überraschend: Währungen sind per Definition ein relativer Handel. Die ziemlich einfache „Sell, sell, sell“-Mentalität des Aktienmarktes lässt sich hier nicht übersetzen. Es geht darum, sowohl Gewinner als auch Verlierer zu identifizieren. Letzteres ist ziemlich einfach, Ersteres deutlich schwieriger. Selbst die traditionellen sicheren Häfen haben sich nicht so verhalten, wie wir es in einer „normalen“ Krise erwartet hätten. Während der Schweizer Franken unter einem ziemlich beständigen Aufwärtsdruck stand (dem durch die Intervention der Schweitzer Notenbank entgegengewirkt wurde), hat sich der japanische Yen und der US Dollar eher erratisch bewegt. Ähnliches gilt auch für die entsprechenden Anleihemärkte. Kurzgesagt,…

Weltwirtschaft in der Krise, Politik kann derzeit wenig ausrichten

Die Weltwirtschaft steckt in der Rezession. Die Corona-Infektionswelle rund um den Globus hat die Konjunktur in Rekordtempo in die Krise gestürzt. Dabei handelt es sich um einen sehr steilen und zweifellos auch sehr tiefen wirtschaftlichen Einbruch, aber nicht um einen typischen Abschwung. Das macht es nicht zuletzt für die Finanzmärkte so schwierig, die Lage zu interpretieren und eine angemessene Reaktion zu finden. Die Bewegungen der letzten Tage an den Finanzmärkten waren extrem. Auf einen fast beispiellosen Kursverfall an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche folgten in den letzten Tagen ebenso rekordverdächtige Kursgewinne. Auch die Renditen zeigen keineswegs das typische Muster, das man aus konjunkturellen Zyklen kennt. Es fehlt an Orientierung, weil derzeit niemand in der Lage ist, auch nur eine halbwegs verlässliche Prognose für die kommenden Wochen zu erstellen. Eines ist jedoch relativ klar: Die Wirtschaftspolitik, die derzeit versucht mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Krise anzukämpfen, ist in der…

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