Finanzmärkte

Bitcoin steht vor turbulenten Zeiten, Kryptowährungen bleiben aber attraktiv

Die Digitalwährung Bitcoin hat in den letzten Wochen und Monaten für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Im August gab es die Spaltung in Bitcoin und Bitcoin Cash, danach wirbelte China mit dem Verbot des sogenannten Initial Coin Offering (ICO) und einem möglichen Handelsverbot an Bitcoin-Börsen den Markt reichlich auf. Dazu sorgten auch die Aussagen des Chefs der Großbank JP Morgan, bei Bitcoin handele es sich um Betrug, für großes Aufsehen. Der Bitcoin-Kurs fuhr Achterbahn: Erst rauf auf 5.000 USD, dann im Zuge der China-Diskussionen der Absturz auf 3.000 USD. Mittlerweile konnte sich der Kurs wieder erholen und notiert seit einigen Tagen recht stabil knapp unter 4.000 USD. Schwankungen von 10% pro Tag sind bei Bitcoin zwar keine Seltenheit, ein Verfall von rund 40% in solch kurzer Zeit war allerdings auch für die Kryptowährung ein großer Schock. Doch auch wenn die Kurschwankungen der vergangenen Wochen extrem waren: die jüngste Kurskorrektur gut und notwendig….

China anscheinend vor Handelsverbot an Bitcoin-Börsen

China sorgt derzeit für reichlich Unruhe in der Bitcoin-Community. Am Freitag berichtete das Wirtschaftsmagazin Caixin, dass die chinesische Zentralbank PBoC ein Handelsverbot von Digitalwährungen an den sogenannten Bitcoin-Börsen plant. Offiziell bestätigt ist dies bislang jedoch nicht. Dieser Schritt käme recht überraschend, hatte man doch in der Vergangenheit zwar mit deutlich strengerer Regulierung gerechnet, nicht jedoch mit einem kompletten Handelsverbot an den Börsen. Einige Stimmen vermuten nun einen Zusammenhang mit dem näher rückenden Parteikongress der kommunistischen Partei Chinas, die ihren Bürgern gerne Finanzmarktstabilität präsentieren möchte. Auch wenn gemessen an der chinesischen Bevölkerung nur sehr wenige Bürger in Bitcoins investiert sind, sind die starken Kursschwankungen von Digitalwährungen der Regierung ein Dorn im Auge. Den jüngsten Spekulationen war schon das Verbot des sogenannten Initial Coin Offering in der vergangenen Woche vorausgegangen. Beim Initial Coin Offering (ICO) handelt es sich um eine Art der Unternehmensfinanzierung über die Schaffung neuer Kryptowährungen (nähere Informationen zum ICO…

Euro – bremst die Wirtschaft kaum, schafft aber Spielräume für die EZB

Die Aufwertung des Euros hat die Diskussion über die potentiellen negativen Konsequenzen für die Konjunktur im Euro-Raum zuletzt befeuert. Doch wie kritisch ist die Aufwertung der vergangenen Monate wirklich? Unbestritten ist, dass sich die europäische Gemeinschaftswährung seit dem Frühjahr von ihrer starken Seite präsentiert. Gegenüber dem US-Dollar legte der Euro seit Jahresanfang rund 12 Prozent zu, was zunächst durchaus Anlass zu berechtigter Sorge zu geben scheint. Im breiteren Spektrum der handelsgewichteten Betrachtung fällt die Aufwertung allerdings deutlich niedriger aus, was den potentiellen Schaden für die Wirtschaft relativiert. Hinzu kommt, dass es gute Gründe für den stärkeren Euro gibt, die nicht zuletzt die Verbesserung des fundamentalen Umfelds. Dieses hat sich in den vergangenen Monaten merklich aufgehellt. Wurde zu Jahresbeginn für 2017 marktseitig noch ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent erwartet, so liegt unsere Prognose zurzeit immerhin bei 2,0 Prozent. Bislang zeigt sich die EWU-Konjunktur von der jüngeren Euro-Stärke also weitestgehend unbeeinflusst. Solange…

Notenbanken sollten in sich gehen

Die alljährliche Notenbank-Konferenz in Jackson Hole steht unmittelbar bevor, auch Fed Chefin Yellen und EZB Chef Draghi werden teilnehmen. Große Erwartungen dürften aber enttäuscht werden, man sollte keine nennenswerten Neuigkeiten erwarten. Vielmehr dürften die Notenbankchefs die bisherige politische Linie erläutern, aber keine neuen Impulse geben. Geldpolitisch stehen die Notenbanken aktuell vor dem Problem, dass ihnen der Anlass fehlt, den geldpolitischen Stimulus wie angestrebt zu verringern. Denn die Inflation, die wichtigste Zielvariable der Geldpolitik, erreicht nicht das postulierte Zielniveau. Die aktuelle Entwicklung lässt sich mit den Standardmodellen der Volkswirtschaft in den Industrieländern nur schwer erklären. Dies ist vermutlich auch ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Struktur einer hohen Änderungsgeschwindigkeit unterworfen ist. Damit wird die theoretische Basis der geldpolitischen Ausrichtung teilweise unterspült. Die lange Phase der extrem expansiven Geldpolitik hat zu Diskussionen um die Machtfülle der Notenbanken geführt. Die realpolitischen Auswirkungen ihrer Politik werfen die Frage auf, ob eine Institution, die nicht…

Inflationsziel: Höher, niedriger oder Dogma

In den Vereinigten Staaten und der Eurozone liegt die Inflationsentwicklung schon seit längerem auf einem zu niedrigen Niveau. Ökonomen rund um den Globus rätseln, warum die Inflation trotz einer bislang ultra-expansiven Geldpolitik, eines moderaten Wachstums und guten oder zumindest sich bessernden Bedingungen am Arbeitsmarkt nicht steigt. Gleichzeitig festigt sich bei vielen Ökonomen die Erwartung, dass strukturelle Faktoren für die niedrige Inflation verantwortlich seien. So könnte sich das Lohnsetzungsverhalten grundsätzlich gewandelt haben oder Strukturreformen haben zu einem höheren Arbeitsangebot geführt. Ein weiterer struktureller Grund für die tendenziell niedrigen Teuerungsraten in den großen Industrieländern könnte die Globalisierung sein. Außerdem wird die bessere Verfügbarkeit von Preisinformationen durch die internationale Vernetzung über das Internet sowie aufgrund von Handelsplattformen verantwortlich gemacht, da die Konsumenten hierdurch preissensibler geworden sind. Nicht zuletzt lässt sich in den vergangenen Jahrzehnten die Tendenz feststellen, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad stetig zurückgegangen ist. Die Inflation könnte also noch für längere Zeit niedrig…

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