Frankreich

Der Euroraum braucht Deutschland und Frankreich

Seit der Finanzkrise und spätestens seit dem Brexit-Votum Großbritanniens stehen die EU und die Eurozone vor tiefgreifenden Veränderungen. Sosehr Einigkeit in Europa dahingehend besteht, dass Reformen unerlässlich sind, so gering ist der Konsens darüber, welchen Weg Europa genau einschlagen sollte. Die Kernprobleme sind sowohl politischer als auch ökonomischer Natur. Während sich die EU als supranationales Gebilde schwer tut einen identitätsstiftenden gemeinsamen Geist zu entwickeln, bemängeln Kritiker vor allem die Ausgestaltung des Subsidiaritätsprinzips und einen Mangel an Demokratie bei den EU-Institutionen. Wirtschaftlich krankt die Eurozone insbesondere daran, dass die Konvergenzkriterien von Beginn an nicht eingehalten und Verfehlungen nicht konsequent sanktioniert wurden. Die Folgen sind eine inzwischen ausgeprägte wirtschaftliche Divergenz und ein System das Fehlverhalten begünstigt. Aber auch die unterschiedlich hohe Mobilität der ökonomischen Faktoren Arbeit und Kapital trägt zur gegenwärtigen Schieflage bei. Für einen anhaltenden Erfolg des Euroraums ist es unabdingbar, dass sich die Länder des Euroraums strukturell annähern. Dies bedeutet,…

Inflationsrate im Euroraum mit wenig Bewegung

Im Juli blieb die Inflationsrate im Euro-Raum nach vorläufigen Berechnungen unverändert bei +1,3 Prozent. In den kommenden Monaten dürfte sich nach unserer Ansicht daran nur wenig ändern, sodass in der Tendenz mit einer nur leichten Aufwärtsbewegung der Inflationsrate mit nur geringen Ausschlägen zu rechnen ist. Auch in den großen Mitgliedsländern der EWU, die ebenfalls eine Schnellschätzung für den Juli vorgelegt haben, war die Entwicklung der Inflationsrate unspektakulär. Die deutschen Verbraucherpreise legten gemäß der europäisch harmonisierten Berechnungsmethode (HVPI) gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,5 Prozent zu. Damit war die Inflationsrate genauso hoch wie im Juni. In Frankreich verharrte die Inflationsrate sogar nur bei +0,8 Prozent und in Italien bei +1,2 Prozent. In Spanien stieg sie leicht von +1,6 auf +1,7 Prozent. Wie geht es nun weiter? Der Ölpreis, der in den vergangenen Jahren zu gravierenden Ausschlägen der Inflationsrate nach unten und nach oben gesorgt hatte, war in den letzten Monaten relativ stabil…

Inflationsrate im Euro-Raum weiter im leichten Rückwärtsgang

Die Entwicklung der Verbraucherpreise in der EWU schlägt nach dem volatilen Jahresbeginn eine gemächlichere Gangart ein. Die Inflationsrate sank gemäß der Schnellschätzung von Eurostat leicht von +1,4 Prozent im Mai auf +1,3 Prozent im Juni. Einmal mehr war der nachlassende Preisdruck bei den Energiepreisen für den Rückgang verantwortlich. Hier sank die Jahresrate von +4,5 Prozent auf +1,9 Prozent im Juni. Bei den anderen Komponenten im Warenkorb der europäischen Verbraucher gab es hingegen nur leichte Bewegungen. Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir insgesamt für die Inflationsrate im Euro-Raum nur mit einem moderaten Anstieg. Schnellschätzungen aus den großen Mitgliedsländern weisen in der Mehrheit ebenfalls einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Rückgang auf. In Frankreich ging die Inflationsrate von +0,9 auf +0,8 Prozent zurück, in Italien von +1,5 auf +1,2 und in Spanien von +2,0 auf +1,6 Prozent. Die deutsche Inflationsrate blieb dagegen stabil bei 1,5 Prozent. Vor dem Hintergrund des inzwischen wieder unter…

Wirtschaft im Euro-Raum läuft auch in Q2 rund

Die europäischen Einkaufsmanagerindizes sind im Juni zwar etwas gefallen, für das zweite Quartal signalisieren sie für den Euro-Raum jedoch weiterhin eine gute wirtschaftliche Lage. Im Quartalsmittel fällt die Beurteilung der Einkaufsmanager so gut aus wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Daran ändert auch die leichte Stimmungseintrübung im Juni kaum etwas. Nach den Verbesserungen der letzten Monate ist die kleine Korrektur am aktuellen Rand nicht überraschend. Insgesamt dürfte das Wirtschaftswachstum damit im zweiten Quartal auf Basis der Umfragedaten wieder recht kräftig ausfallen. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 56,8 auf 55,7 Indexpunkte, der ist der niedrigste Stand seit 5 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich etwas ein, während der Index für die Industrie den höchsten Wert seit 73 Monaten erklimmen konnte. Auftragslage und Beschäftigungsabsichten werden durchweg als gut bewertet, der Preisdruck der Unternehmen bleibt begrenzt. Die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im Juni weiterhin zuversichtlich, auch wenn…