Frankreich

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Zweiteilung zwischen Industrie und Dienstleistern belastet weiter

Die noch immer eingetrübte Stimmungslage in der europäischen Industrie lastet weiter auf dem Wirtschaftsgeschehen im Euro-Raum. Zwar konnte sich der Gesamtindex leicht von 51,5 auf 51,8 Punkte verbessern. Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe bleibt mit 47,0 Zählern trotz einer kleinen Verbesserung aber deutlich unter der neutralen Marke von 50. Das Barometer für den Dienstleistungsbereich liegt mit 53,4 Punkten dagegen komfortabel darüber. Die robuste Entwicklung der Dienstleister verhinderte bisher, dass die ausgeprägte Schwäche in der Industrie die Wirtschaft des Euro-Raums in die Tiefe zieht. Und es gibt kaum Anzeichen für ein Ende der industriellen Talfahrt, denn die Aufträge, die Beschäftigungsabsichten und die Perspektiven werden von den Einkaufsmanagern sehr negativ bewertet. Eine Ausnahme bildet Frankreich. Dort konnte sich nämlich der umfassende Composite-Index im August von 51,9 auf 52,7 Punkte verbessern. Insgesamt festigt sich damit die Stimmung in der französischen Privatwirtschaft. Auf Branchenebene verzeichneten sowohl der Index für die Dienstleister als auch…

Euroraum: Konjunktur und Inflation „geht die Puste aus“ – Italien bleibt Wachstumsschlusslicht

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat sich im Frühjahr merklich abgebremst. Mit mageren 0,2% gegenüber dem Vorquartal lag der Zuwachs nur noch halb so hoch wie im ersten Quartal 2019. Details stehen mit der Vorabschätzung zwar noch nicht zur Verfügung. Offenbar stützte aber weiterhin die Binnennachfrage, während die Nettoexporte wohl eher gebremst haben. Das deckt sich mit dem generellen Bild eines eher schwierigen internationalen Umfelds, das durch geopolitische Konjunkturrisiken und protektionistische Tendenzen gehemmt wird. Ein Garant für eine stetige Binnennachfrage im Euroraum bleibt – zumindest vorerst – der gut laufende Arbeitsmarkt sowie allmählich steigende Löhne. Aber auch der anhaltende Boom im Bausektor hält die Investitionstätigkeit aufrecht. Erste Länderergebnisse hatten das geschwächte Quartalsergebnis für den Euroraum bereits angedeutet. So ging das Wirtschaftswachstum in Frankreich von 0,3% auf 0,2% zurück. Italien stagniert und dürfte damit weiterhin zu den konjunkturellen Schlusslichtern im Währungsgebiet gehören. Spanien wird zwar mit 0,5% wieder zu der vorderen Riege…

Industrie zieht Privatwirtschaft im Euro-Raum nach unten

Die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager hat sich im Juli gemäß der Umfrage von IHS Markit weiter eingetrübt. Während die Messzahl für die Industrie nachgab und auf den niedrigsten Wert seit mehr als sechs Jahren rutschte (46,4 Punkte), hält sich die Stimmung der Dienstleister trotz eines leichten Rückgangs auf einem komfortablen Niveau (53,3 Punkte). Der umfassende Composite Index notiert damit bei 51,5 Punkte nach 52,2 Zählern im Vormonat. Die ausgeprägte Schwäche in der Industrie ist vor allem auf die schlechte Stimmungslage in Deutschland zurückzuführen. Angesichts dessen ist zu Beginn des dritten Quartals auf Basis der Umfrageergebnisse nicht mit einer konjunkturellen Erholung zu rechnen. In Deutschland bleibt die Zweiteilung der Stimmungslage zwischen Industrie und Dienstleistern bestehen, denn der Index für die Industrie sank mit 43,1 Punkten auf den niedrigsten Wert seit Juli 2012. Das Stimmungsbarometer für den Service-Bereich gab auch nach, es bleibt aber mit 55,4 Punkten noch komfortabel im Expansionsbereich. Der…

Inflationsrate im Euro-Raum ohne große Bewegung – EZB steht unter hohem Erwartungsdruck

Im Juni hat sich die Inflationsrate im Euro-Raum nicht bewegt. So lag die jährliche Teuerungsrate der Verbraucherpreise mit 1,2% genauso hoch wie im Vormonat. Dabei haben zwei gegensätzliche Effekte auf den harmonisierten Verbraucherpreisindex eingewirkt: Auf der einen Seite hat der geringere Preisauftrieb bei den Energiepreisen die Inflationsrate gesenkt. Auf der anderen Seite stiegen die Dienstleistungspreise nach dem Auf und Ab in den Vormonaten aufgrund des späten Osterfests in diesem Jahr wieder etwas stärker und erreichten das gewohnte Maß. Auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zur Preisentwicklung abgegeben haben, eine unterschiedliche Preisdynamik. In Deutschland blieb der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) unverändert bei 1,3%, in Frankreich stieg er von 1,1 auf 1,4%. In Spanien ermäßigte sich der Preisauftrieb von 0,9 auf 0,6%. Die italienische Inflationsrate ging von 0,9 auf 0,8% zurück. Einheitlich schwächte sich in allen Ländern der Preisauftrieb für den Bereich Energie ab, während die Dienstleistungspreise…

Frankreich: Proteste tun dem Reformeifer keinen Abbruch

Eines muss man Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron lassen: Er lässt sich durch die Proteste der Straße nicht von seinem angekündigten Reformkurs abbringen. Nachdem die Gelbwesten immer mehr an Zulauf verlieren, riskiert er nun den Streit mit den Gewerkschaften. Nach der Arbeitsmarktreform aus dem Jahr 2017 mit erleichterten Kündigungs- und Einstellungsregeln, wurden nun jüngst den Sozialpartnern Details für die geplante Reform des Arbeitslosenversicherungssystems präsentiert. Zu den Eckpunkten der Reform zählen etwa längere Arbeitszeit für den Zugang zu Leistungen der Arbeitslosenversicherung und eine Begrenzung der Leistungen für Besserverdienende. Bisher konnte die Arbeitslosenversicherung in Anspruch genommen werden, wenn man in 28 Monaten mindestens 4 davon gearbeitet hatte. Künftig müssen Antragssteller mindestens 6 Monate angestellt gewesen sein. Zudem werden die Leistungen in Zukunft verstärkt vom vorhergehenden Einkommen abhängig gemacht. Bei Geringverdienern soll verhindert werden, dass sie sich durch Arbeitslosigkeit besserstellen können. Im Durchschnitt erhält ein Leistungsempfänger rund 1020 Euro pro Monat. Bei Besserverdienenden ab…

Inflationsanstieg im Euro-Raum merklich langsamer

Im Mai hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Euro-Raum merklich verlangsamt. Die Inflationsrate – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – sank gemäß der Schnellschätzung von Eurostat von 1,7% im April auf 1,2% im Mai. Dies ist hauptsächlich auf einen geringeren Anstieg der Preise für Dienstleistungen zurückzuführen. Während der Osterferienzeit im vergangenen Monat hatten sich Dienstleistungen stärker als sonst verteuert. Dieser Preisanstieg wurde im Mai nun wieder korrigiert. Da die Teuerung bei den sonstigen Gütern, bei den Nahrungsmitteln und bei Energie nur moderat ausfiel, hat sich die Inflationsrate insgesamt reduziert. Auf Länderebene berichteten alle Volkswirtschaften, die Schnellschätzungen veröffentlichen, ebenfalls von niedrigeren Verbraucherpreisanstiegen. Besonders deutlich fielen die Korrekturen in Deutschland und Spanien aus. Hier verringerte sich die Jahresrate um 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozentpunkte. Die deutsche Inflationsrate lag im Mai bei 1,3%, die spanische sogar nur bei 0,9%. Wie geht es nun weiter? Nach dem Auslaufen des Ostereffektes deutet im Moment kaum…

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