Frankreich

Erneute Infektionswelle ist eine Gefahr für die wirtschaftliche Erholung in Frankreich

Nach einem kräftigen Minus im ersten Quartal ist Frankreichs Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 13,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal regelrecht abgestürzt. Ein so starker Rückgang wurde bislang noch nicht gemessen. Grund dafür waren die strengen und andauernden Corona-Schutzmaßnahmen. Nach Berechnungen der Banque de France wurde das wirtschaftliche Aktivitätsniveau durch den Lockdown im März um rund 30 Prozent und im April um 27 Prozent im Vergleich zu einer „normalen“ Woche gedrückt. Inzwischen hat die Volkswirtschaft aber schon wieder mehr als 90 Prozent des Normalniveaus erreicht. Das zunächst schnelle Anspringen des Wirtschaftsmotors zeigte sich an den gängigen Konjunkturindikatoren. Die Industrie hat schon wieder ein gutes Stück des Produktionsrückgangs aufarbeiten können. Auch die Auftragseingänge haben schon zugelegt. Zudem ist die Ausgabenfreude der Konsumenten zurückgekehrt. Insgesamt erholt sich die französische Wirtschaft, aber die Dynamik scheint aktuell etwas an Schwung zu verlieren. Was Kopfzerbrechen bereitet, ist das inzwischen deutlich beschleunigte Infektions-geschehen in Frankreich. Angesichts der…

Beflügelte Einkaufsmanagerindizes im Juli – Ist die Krise bereits ausgestanden?

Die europäischen Einkaufsmanager haben sich gemäß der Umfrage von IHS Markit im Juli deutlich zuversichtlicher gezeigt. Der Composite-Einkaufsmanagerindex als umfassendes Stimmungsbarometer zur Lage bei den Dienstleistern und im verarbeitenden Gewerbe stieg 6,3 Zähler auf 54,8 Punkte im Juli. Das ist der höchste Wert seit Mitte 2018. Dahinter stand eine deutliche Stimmungsverbesserung in beiden Bereichen der Privatwirtschaft. Beim ersten Blick auf die Zahlen möchte man fast meinen, dass die Corona-Krise nach einem kurzen, aber tiefen Einschnitt ausgestanden ist. Doch bei der genaueren Betrachtung der Messzahl, beispielsweise für den Dienstleistungsbereich, die das größte Plus in der Monatsbefragung erzielte, darf man nicht vergessen, wie diese erhoben wird. Sie beruht allein auf einer Schlüsselfrage, nämlich: „Ist das Niveau der Geschäftstätigkeit in Ihrem Unternehmen höher, gleich oder niedriger als vor einem Monat?“. Angesichts der fortgeschrittenen Lockerungen und des zunehmenden (touristischen) Reiseverkehrs ist es kein Wunder, dass Dienstleister von einer besseren Geschäftstätigkeit berichten. Zuletzt haben aber…

Einkaufsmanagerindizes in der EWU: Abschwung verlangsamt, mehr auch nicht

Die Volkswirtschaft des Euro-Raums befindet sich im Mai noch immer in der Rezession, da die Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung der globalen Coronavirus-Pandemie die Wirtschaft weiterhin belasteten. Zwar verbesserte sich die Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern in Folge der schrittweisen Lockerungen etwas, eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität ist nicht in Sicht. Denn der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Stimmungslage in der Industrie und bei den Dienstleistern liegt mit 30,5 nach 13,6 Punkten im Vormonat noch immer weit unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Beide Teilbereiche – Industrie und Dienstleistungen – trugen gemäß IHS Markit zu dem Anstieg bei. Bei den von den Ausgangsbeschränkungen besonders betroffenen Dienstleistern fiel die Verbesserung im Mai etwas stärker aus. Dies zeigt sich auch in den Umfrageergebnissen unter den deutschen und französischen Einkaufsmanagern. Insgesamt ist die Verbesserung auf äußerst niedrigem Niveau ein erster Lichtblick. Trotzdem wird die Volkswirtschaft des Euro-Raums im zweiten Quartal nochmal schrumpfen, und zwar stärker…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Geht wirtschaftlich jetzt das Licht aus?

Das Positive vorab, viel tiefer können die PMI’s nicht mehr fallen. Wie kann Europa das verkraften? Gemäß den Vorabergebnissen der Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern liegt der Composite-Einkaufsmanagerindex im April nur noch bei 13,5 Punkten, nach 29,5 Zählern im März. Ein historischer Tiefststand! Die Stimmung der von Beschränkungen besonders betroffenen Dienstleister verfinstert sich, auch im verarbeitenden Gewerbe geht es weiter bergab. Lockdown, Abstandsregelungen, Geschäftsschließungen und Produktionsstillegungen würgen die wirtschaftlichen Aktivitäten regelrecht ab. Zur Erinnerung, ab Werten über 50 Indexpunkten weisen die Einkaufsmanagerindizes eigentlich auf eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion hin. Davon sind wir in Europa im aktuell weit, weit entfernt. Für die Hoffnung auf Besserung bleiben zwei Fragen. Wie lange dauert noch der Shutdown und kann bei einer Lockerung eine zweite Pandemiewelle verhindert werden? Denn wenn der europaweite Shutdown bald ausreichend gelockert werden kann, ohne dass die Infektionszahlen wieder durch die Decke schießen, kann es gelingen, dass…

Frankreich: Ausgangsbeschränkungen verlängert – Wachstumsprognose gesenkt

Die Hoffnung auf eine schnelle Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich in Frankreich nicht erfüllt. Die französische Regierung hat jüngst die Verlängerung der strikten Ausgangsbeschränkungen für Privatpersonen beschlossen. Die seit dem 17. März geltenden Regelungen sollen jetzt bis zum 11. Mai in Kraft bleiben. Erst wenn sich bis dahin eine Verbesserung bei den Neuinfektionszahlen abzeichnet, soll über eine gewisse Lockerung nachgedacht werden. Die Aufrechterhaltung des restriktiven Kurses wird sich weiterhin bremsend auf das Wirtschaftsgeschehen auswirken. Nach Berechnungen des französische Statistikamt INSEE führt ein Monat strikter Ausgangsbeschränkungen zu einem Rückgang des jährlichen Bruttoinlandsprodukts um 3 Prozentpunkte. Mit der Lockerung der Beschränkungen ab Mitte Mai könnte es dann aber zu gewissen Nachholeffekten kommen. Vor diesem Hintergrund gehen wir jetzt von einem Rückgang des französischen Bruttoinlandsprodukts um 5,2 Prozent im laufenden Jahr aus. Bislang lag unsere Prognose bei -4,0 Prozent.  

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Die Rezession ist da!

Eine tiefe Rezession im Euro-Raum ist aufgrund der Corona-Krise nicht zu verhindern. „Harte“ Indikatoren liegen bislang noch nicht vor. Aber die Vorabergebnisse der Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum durch IHS Markit geben einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Der umfassende Composite-Index für den Euro-Raum ging im März so drastisch wie noch nie von 51,6 auf 31,4 Punkte zurück. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Juli 1998. Die Wirtschaft im Euro-Raum vollführt eine Vollbremsung, und die Krise könnte noch tiefer ausfallen als in der Finanzkrise 2009. Die Stimmung sank im Industrie- und Dienstleistungssektor, bei den Dienstleistern war der Rückgang aber deutlich stärker. Überall wurden von massiven Verschlechterungen berichtet: Auftragseingänge, Auftragsbestände, Produktion, Beschäftigungsabsichten und die Geschäftsperspektiven lagen tief im Minus. Der Dienstleistungssektor berichtet aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise von einem noch nie dagewesenen Einbruch der Geschäftstätigkeit. Das ist angesichts der verbreiteten Schließungen von Geschäften und…

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