Frankreich

Macron treibt Europa an

Die Diskussion über die Zukunft Europas nimmt nach einer längeren Ruhephase endlich wieder Fahrt auf. Mitte September präsentierte Kommissionspräsident Jean-Claude Junker seiner Vorstellungen, wie er die EU demokratischer und handlungsfähiger machen will. Vor wenigen Tagen ging der französische Präsident Macron noch deutlich weiter: Er will Zusammenarbeit in der Union erheblich ausweiten und fordert nicht weniger als eine „Neugründung“ der EU. Macron lässt damit das System Merkel ziemlich „veraltet“ aussehen. Merkel ist in der Vergangenheit nur selten mutig vorangegangen. Sie hat sich eher in kleinsten Schritten vorangetastet. Und auch jetzt, nach der Bundestagswahl, ist sie nicht wirklich handlungsfähig. Sie steht vor komplizierten, vermutlich langwierigen Koalitionsverhandlungen. Die Positionen ihrer möglichen Koalitionspartner liegen sehr weit auseinander. Daher ist es interessant, dass Macrons Rede auch als Zeichen zu verstehen war, dass man in ganz Europa mit Frankreich als politische Führungsmacht wieder rechnen kann. Europa ist dabei sich vom System Merkel zu emanzipieren. Dies ist…

Inflationsrate im Euroraum ohne Bewegung – EZB Ziel bleibt unerreicht

      Im September blieb die Inflationsrate im Euro-Raum nach vorläufigen Berechnungen mit +1,5 genauso hoch wie im Vormonat. Auf Länderebene zeigt die Teuerungsrate der Verbraucherpreise ebenfalls nur wenig Bewegung. In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate in der Tendenz sogar leicht schwächer tendieren. Der binnenwirtschaftliche Lohndruck bleibt allenfalls moderat und das höhere Wechselkursniveau des Euro zum US-Dollar dürfte über niedrigere Importpreise den Preisdruck gedämpft halten, auch bei den Energieimporten. In den großen Mitgliedsländern der EWU, die ebenfalls eine Schnellschätzung für den September vorgelegt haben, war die Entwicklung der Inflationsrate unspektakulär. Die deutschen Verbraucherpreise stiegen gemäß der europäisch harmonisierten Berechnungsmethode (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,8 Prozent. Damit war die Inflationsrate genauso hoch wie im August. In Frankreich erhöhte sich die Inflationsrate auf niedrigerem Niveau von +1,0 auf +1,1 Prozent. In Italien ging sie leicht um 0,1 Prozentpunkte auf +1,3 Prozent zurück, genauso wie in Spanien, wo…

Goldilock im Euroraum – stabiles Wachstum bei moderater Inflation

Die positiven Wachstumsaussichten halten an. Dies gilt für Deutschland wie für den gesamten Euroraum. Erfreulich ist die gute Entwicklung in Frankreich. Hier scheint sich die gute Stimmung nach den Präsidentschaftswahlen langsam in den realwirtschaftlichen Indikatoren widerzuspiegeln. Zudem macht Frankreich auch bei der Reform der Arbeitsmärkte vorschritte, ohne das es zu massiven Streiks oder Protesten gekommen ist. Dies sollte auch in den kommenden Quartelen sich positiv auf die realwirtschaftliche Entwicklung auswirken. Die gute realwirtschaftliche Entwicklung geht weiterhin einher mit einer sehr moderaten Preisentwicklung. Die Inflationsraten sind weiterhin relativ niedrig. Dies gibt der EZB genügend Spielraum die Zinsen auch weiterhin auf dem sehr niedrigem Niveau zu belassen. Was an den Finanz und Immobilenmärkten sicherlich mit Freude registriert werden dürfte.

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum steigen unbeeindruckt weiter

Die europäischen Einkaufsmanagerindizes signalisieren für das dritte Quartal weiterhin eine gute wirtschaftliche Lage im Euro-Raum. Nach etwas schwächeren Stimmungswerten bei den Dienstleistern in den Vormonaten, waren die Serviceanbieter im September wieder zuversichtlicher. Die Industrie zeigt sich ungebrochen kräftig und übernimmt immer mehr die Rolle des konjunkturellen Zugpferds. Der höhere Außenwert des Euro spielt hier scheinbar keine Rolle. Im Quartalsmittel fällt die Beurteilung der Einkaufsmanager – gemessen am Composite-Index – zwar leicht niedriger aus als im Vorquartal, trotzdem stehen die Zeichen gemäß der Umfrage weiterhin sehr deutlich auf Wachstum. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum stieg von 55,7 auf 56,7 Indexpunkte, das ist der höchste Stand seit vier Monaten. Dabei legten sowohl das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich als auch der Index für die Industrie zu. In der Industrie wurde sogar der höchste Wert seit 77 Monaten erreicht. Auftragslage, Produktion und Beschäftigungsabsichten werden durchweg sehr günstig bewertet. Der kräftigen Konjunkturerholung steht damit…

Frankreich: Reform mit Signalwirkung

Frankreich nähert sich mit großen Schritten dem ersten wichtigen Reformvorhaben der Regierung unter Präsident Macron: die Novellierung der strikten Arbeitsgesetzgebung. Nach Monaten der Vorbereitung und Gesprächen mit Interessenvertretern wurden gestern Details veröffentlicht. Der Maßnahmenkatalog der Arbeitsmarktreform sieht unter anderem mehr (finanzielle) Planungssicherheit für Arbeitgeber bei Entlassungen vor. Außerdem sollen künftig die Arbeitsbedingungen auf Unternehmens- und nicht mehr auf Branchenebene verhandelt werden können. Vor allem Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern sollen von den Änderungen profitieren. Diese Einschränkung könnte auch der Schlüssel zum politischen Erfolg sein. Anders als sein Vorgänger Hollande hat Macron bereits früh die Gewerkschaften in den Reformprozess eingebunden – ihr Protest gegen die Pläne hält sich für französische Verhältnisse in bislang überschaubaren Grenzen. Nur eine Gewerkschaft hat Streiks angekündigt, während sich die anderen bis dato damit zufrieden geben, dass es Konzernen nicht leichter gemacht werden soll, Personal im großen Stil abzubauen. Für Macron und Frankreich ist der Erfolg…

Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für Anstieg auf 1,5 Prozent

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im August wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,3 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf aber bezweifelt werden. Der zugrunde liegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Gemäß ersten Schätzungen für den Februar lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Spanien bei +2,0 Prozent, in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Italien bei +1,4 Prozent und in Frankreich bei +1,0 Prozent. Das Inflationsniveau bleibt weiterhin sehr heterogen. Den größten Anteil an dem Anstieg im August hatte die Erholung des Ölpreises im Jahresvergleich, der die…

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