Frankreich

Macron drängt, Deutschland bremst: E(W)U auf Reformsuche

Der französische Präsident Macron drängt nicht nur zu Hause mit Hartnäckigkeit auf Reformen, auch in Europa bildet er die Speerspitze der Erneuerer. In Straßburg hat er mit dem Europaparlament einmal mehr die große Bühne gewählt, um für seine Idee eines demokratischen, aber auch solidarischen und ökonomisch ein Stück weit staatsgelenkten Europas zu werben. Vor allem die europäischen Institutionen will der Sozialliberale stärken und sagt ein größeres finanzielles Engagement seines Landes zu – auch um die Folgen der Flüchtlingskrise, die die Gemeinschaft weiterhin vor eine Zerreißprobe stellt, zu bewältigen und autokratischen Tendenzen in Teilen Europas entgegenzuwirken. Die Eurozone soll ebenfalls sowohl institutionell durch die Überführung des ESM in einen europäischen Währungsfonds (EWF) und die Vollendung der Bankenunion als auch finanziell durch einen eigenen Haushalt gestärkt werden. Vor allem die Forderung nach mehr Geld für Brüssel als auch die Beschneidung nationaler Kompetenzen findet vor allem diesseits des Rheins nicht nur Zustimmung –…

Frankreich fordert umfassende Erleichterungen für Griechenland

Reformen kein Muss und Wachstum zahlt sich nicht aus! So könnte man, gemäß Medienberichten, die jüngsten Vorschläge der französischen Regierung und des Euro-Rettungsfonds ESM in der Causa Griechenland zusammenfassen. Zum einen sollen erneut recht umfassende Zinsstundungen, Zinsdeckelungen und Laufzeitenverlängerungen früherer Rettungskredite vorgenommen werden. Zum anderen ist eine Befreiung für Hellas Schuldentilgung vorgesehen, falls das durchschnittliche Fünf-Jahres-Wachstum von 2,8% unterschritten wird. Diese Hürde könnte Griechenland in den kommenden Jahren durchaus reißen, wenn man die nach wie vor bestehenden strukturellen Herausforderungen des Peripherielandes, wie beispielsweise den ineffizienten Verwaltungsapparat oder den hochverschuldeten Bankensektor, bedenkt. Auch 2017, also viele Jahre nach Beginn der Krise, kam die griechische Konjunktur nur mühsam in Gang. Gleichzeitig ist in den Plänen Frankreichs und des ESM von verbindlichen Reformmaßnahmen als Bedingung für Schuldendiensterleichterungen keine Rede. Der Fehlanreiz für die griechische Regierung wäre also vorprogrammiert: die EWU-Gläubiger tragen die Schuldenlast und eine schmerzhafte, wachstumsfördernde Strukturpolitik lohnt sich nicht, da sie…

Stimmungskorrektur bei den Einkaufsmanagern hält an

Die Eintrübung der Stimmung der Einkaufsmanager, die seit Jahresanfang 2018 eingesetzt hat, setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen auch im März fort. Demnach sanken die Stimmungsbarometer jetzt das dritte Mal in Folge, sie bleiben allerdings weithin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Ein Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs ist daher noch nicht in Sicht. Vielmehr stellt die anhaltende Korrektur aus unserer Sicht eine Normalisierung der zuvor fast euphorisch übertriebenen Stimmung dar. Die jetzt vermeldeten Niveaus stehen eher im Einklang mit den tatsächlichen Wachstumsraten, die der Währungsraum erzielt hat. Zudem dürften zunehmende Kapazitätsengpässe und der Handelskonflikt mit den USA auf der Stimmung lasten. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 57,8 auf 55,3 Indexpunkte, das ist der niedrigste Stand seit 14 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich weniger stark ein als der Index für die Industrie. Insgesamt passt die Stimmungskorrektur zu unserem Prognosebild. Nach dem kräftigen Wirtschaftswachstum von +2,3 Prozent…

Inflationsrate im Euroraum: Wechselkurs dämpft Druck von außen – wenig Schub von der Binnennachfrage

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im Februar wies eine Inflationsrate von +1,2 Prozent aus. Sie fiel damit 0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Der weiterhin hohe Außenwert des Euro zum US-Dollar sorgt für niedrige Preise bei den Importen. Insgesamt passt die heutige Zahl zu unserem Prognosebild einer verhaltenen Preisentwicklung, trotz sehr guter Konjunkturlage. Der für die Energiepreisentwicklung maßgebliche Ölpreis hat sich zwar im Vorjahresvergleich um rund 18 Prozent verteuert. Da der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar zeitglich um mehr als 16 Prozent zugelegt hat, wurde ein starker Preisanstieg bei den Energiegütern weitestgehend kompensiert. Bei den anderen Komponenten war der Preisauftrieb weiter moderat oder schwächer, wie etwa im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel. Auf Länderebene gab die Verbraucherpreisentwicklung mehrheitlich nach, wie in Deutschland, Frankreich und Italien. Nur in Spanien zog die Inflationsrate auf niedrigem Niveau etwas an. Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt weiterhin trotz guter Konjunkturlage verhalten. Dies…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Verschnaufpause im Februar

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raum gaben die Stimmungsbarometer auf weiterhin hohem Niveau gegenüber dem Vormonat leicht nach. Der kleine Rückgang ist nicht verwunderlich. Nach der Stimmungsverbesserung im vergangenen Jahr ist eine Korrektur durchaus zu erwarten gewesen. Es mag auch sein, dass gerade im Exportgeschäft der inzwischen gestiegene Außenwert des Euro zum US-Dollar die Nachfrage etwas gedämpft hat. Trotzdem bleibt der Aufschwung intakt. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum gab im Februar gemäß den vorläufigen Zahlen leicht von 58,8 auf 57,5 Indexpunkte nach. Dahinter stehen jeweils leichte Rückgänge bei der Industrie und bei den Dienstleistern, die beide von einem ordentlichen, aber geringeren Plus bei den Auftragseingängen berichten. Dieses Bild zeigt sich nicht nur in Frankreich und in Deutschland, sondern auch in den anderen von der Umfrage erfassten Volkswirtschaften. Deren Ergebnisse werden aber erst zu Beginn des kommenden Monats veröffentlicht In Deutschland ging es leicht nach unten. Die beiden…

Inflationsrate im Euro-Raum: Wechselkurs schlägt Ölpreis

Im Januar ging die Inflationsrate im Euro-Raum leicht zurück. Sie sank von +1,4 Prozent im Dezember auf aktuell +1,3 Prozent. Dies scheint auf den ersten Blick überraschend, angesichts des inzwischen im Vorjahresvergleich deutlich gestiegenen Ölpreises. Da aber zeitgleich der Außenwert des Euro zum US-Dollar ebenfalls deutlich zugenommen hatte, wurde der Ölpreisanstieg in Euro gedämpft. Der aktuell hohe Wechselkurs hat damit spürbare Auswirkungen auf die Verbraucherpreisentwicklung. Importe von außerhalb des Euro-Raums werden in der Tendenz billiger. Weiter steigen dürfte der Wechselkurs aber erstmal nicht. Wir rechnen für die kommenden Monate daher wieder mit einer leicht anziehenden Inflationsrate, große Bewegungen erwarten wir aber nicht. Im Januar notierte der Ölpreis der für Europa auschlaggebenden Sorte Brent durchschnittlich mit knapp 69 US-Dollar rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar lag bei rund 1,22 Dollar je Euro. Im Januar 2017 lag er noch bei 1,06 Dollar je Euro. Der Anstieg…

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