Frankreich

Frankreich: Reform mit Signalwirkung

Frankreich nähert sich mit großen Schritten dem ersten wichtigen Reformvorhaben der Regierung unter Präsident Macron: die Novellierung der strikten Arbeitsgesetzgebung. Nach Monaten der Vorbereitung und Gesprächen mit Interessenvertretern wurden gestern Details veröffentlicht. Der Maßnahmenkatalog der Arbeitsmarktreform sieht unter anderem mehr (finanzielle) Planungssicherheit für Arbeitgeber bei Entlassungen vor. Außerdem sollen künftig die Arbeitsbedingungen auf Unternehmens- und nicht mehr auf Branchenebene verhandelt werden können. Vor allem Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern sollen von den Änderungen profitieren. Diese Einschränkung könnte auch der Schlüssel zum politischen Erfolg sein. Anders als sein Vorgänger Hollande hat Macron bereits früh die Gewerkschaften in den Reformprozess eingebunden – ihr Protest gegen die Pläne hält sich für französische Verhältnisse in bislang überschaubaren Grenzen. Nur eine Gewerkschaft hat Streiks angekündigt, während sich die anderen bis dato damit zufrieden geben, dass es Konzernen nicht leichter gemacht werden soll, Personal im großen Stil abzubauen. Für Macron und Frankreich ist der Erfolg…

Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für Anstieg auf 1,5 Prozent

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im August wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,3 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf aber bezweifelt werden. Der zugrunde liegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Gemäß ersten Schätzungen für den Februar lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Spanien bei +2,0 Prozent, in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Italien bei +1,4 Prozent und in Frankreich bei +1,0 Prozent. Das Inflationsniveau bleibt weiterhin sehr heterogen. Den größten Anteil an dem Anstieg im August hatte die Erholung des Ölpreises im Jahresvergleich, der die…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie ist der wirtschaftliche Taktgeber

Gemäß der vorläufigen Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raums, bleibt der konjunkturelle Schwung im August hoch. Gerade im Maschinenraum der europäischen Industrie brummt es weiterhin kräftig, denn das Stimmungsbarometer für die Industrie legte gegenüber dem Vormonat nach einer kleinen Delle im Juli wieder zu und erreicht erneut das Langzeithoch vom Juni. Bei den Dienstleistern ging es dagegen etwas abwärts, dennoch signalisiert der Index noch immer ein solides Geschäftswachstum. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum verbessert sich leicht im August gemäß den vorläufigen Zahlen von 55,7 auf 55,8 Indexpunkte. Insgesamt erweisen sich die beiden größten Volkswirtschaften des Euro-Raums, Deutschland und zunehmend auch Frankreich, immer mehr als die konjunkturellen Zugpferde. Denn nach Angaben des Marktforschungsinstituts Markit fielen die Verbesserungen der Einkaufsmanagerindizes in den beiden Ländern etwas stärker aus als im Rest des Währungsgebietes. Und maßgeblich stützt die Industrie immer mehr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. In Deutschland ging es kräftig nach oben. Die beiden Stimmungsbarometer…

Der Euroraum braucht Deutschland und Frankreich

Seit der Finanzkrise und spätestens seit dem Brexit-Votum Großbritanniens stehen die EU und die Eurozone vor tiefgreifenden Veränderungen. Sosehr Einigkeit in Europa dahingehend besteht, dass Reformen unerlässlich sind, so gering ist der Konsens darüber, welchen Weg Europa genau einschlagen sollte. Die Kernprobleme sind sowohl politischer als auch ökonomischer Natur. Während sich die EU als supranationales Gebilde schwer tut einen identitätsstiftenden gemeinsamen Geist zu entwickeln, bemängeln Kritiker vor allem die Ausgestaltung des Subsidiaritätsprinzips und einen Mangel an Demokratie bei den EU-Institutionen. Wirtschaftlich krankt die Eurozone insbesondere daran, dass die Konvergenzkriterien von Beginn an nicht eingehalten und Verfehlungen nicht konsequent sanktioniert wurden. Die Folgen sind eine inzwischen ausgeprägte wirtschaftliche Divergenz und ein System das Fehlverhalten begünstigt. Aber auch die unterschiedlich hohe Mobilität der ökonomischen Faktoren Arbeit und Kapital trägt zur gegenwärtigen Schieflage bei. Für einen anhaltenden Erfolg des Euroraums ist es unabdingbar, dass sich die Länder des Euroraums strukturell annähern. Dies bedeutet,…

Inflationsrate im Euroraum mit wenig Bewegung

Im Juli blieb die Inflationsrate im Euro-Raum nach vorläufigen Berechnungen unverändert bei +1,3 Prozent. In den kommenden Monaten dürfte sich nach unserer Ansicht daran nur wenig ändern, sodass in der Tendenz mit einer nur leichten Aufwärtsbewegung der Inflationsrate mit nur geringen Ausschlägen zu rechnen ist. Auch in den großen Mitgliedsländern der EWU, die ebenfalls eine Schnellschätzung für den Juli vorgelegt haben, war die Entwicklung der Inflationsrate unspektakulär. Die deutschen Verbraucherpreise legten gemäß der europäisch harmonisierten Berechnungsmethode (HVPI) gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,5 Prozent zu. Damit war die Inflationsrate genauso hoch wie im Juni. In Frankreich verharrte die Inflationsrate sogar nur bei +0,8 Prozent und in Italien bei +1,2 Prozent. In Spanien stieg sie leicht von +1,6 auf +1,7 Prozent. Wie geht es nun weiter? Der Ölpreis, der in den vergangenen Jahren zu gravierenden Ausschlägen der Inflationsrate nach unten und nach oben gesorgt hatte, war in den letzten Monaten relativ stabil…

Inflationsrate im Euro-Raum weiter im leichten Rückwärtsgang

Die Entwicklung der Verbraucherpreise in der EWU schlägt nach dem volatilen Jahresbeginn eine gemächlichere Gangart ein. Die Inflationsrate sank gemäß der Schnellschätzung von Eurostat leicht von +1,4 Prozent im Mai auf +1,3 Prozent im Juni. Einmal mehr war der nachlassende Preisdruck bei den Energiepreisen für den Rückgang verantwortlich. Hier sank die Jahresrate von +4,5 Prozent auf +1,9 Prozent im Juni. Bei den anderen Komponenten im Warenkorb der europäischen Verbraucher gab es hingegen nur leichte Bewegungen. Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir insgesamt für die Inflationsrate im Euro-Raum nur mit einem moderaten Anstieg. Schnellschätzungen aus den großen Mitgliedsländern weisen in der Mehrheit ebenfalls einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Rückgang auf. In Frankreich ging die Inflationsrate von +0,9 auf +0,8 Prozent zurück, in Italien von +1,5 auf +1,2 und in Spanien von +2,0 auf +1,6 Prozent. Die deutsche Inflationsrate blieb dagegen stabil bei 1,5 Prozent. Vor dem Hintergrund des inzwischen wieder unter…

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